Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


habt ihr mich vergessen

Montag, 26. Mai 2008, 18:19 Uhr

Die sich einfach „Sabine Schiller“ nennende Person, die unter diesem Betreff ihre Kotwürstchen Spams in die Mailpostfächer abseilt, muss sich schon sehr „vernachlässigt“ fühlen. Deshalb kommt dieser Müll gleich so häufig, und sogar in Postfächer, die ich offiziell gar nicht verwende. Der missbrauchte Name ist übrigens immer der gleiche, aber die verwendete Absenderadresse jedes Mal eine andere. Kein Wunder, „Sabine“, dass man dich so schnell wieder vergisst, wenn du alle paar Sekunden deine Mailadresse wechselst.

Hallo,

Na, „Sabine“, da hast du dir aber eine besonders persönliche Anrede ausgedacht. Passt auf Männlein, Weiblein und Hauskatze.

hier habt Ihr die Chance ohne einen CENT Einsatz 1000 Euro zum spielen zu erhalten.

Und damit es auch schön neutral bleibt, wird der einzelne Empfänger deines Schrottbriefes auch gleich im Plural angesprochen. Dabei soll der nicht etwa an „dich“ denken, sondern an ein Betrugsspiel. Natürlich ist dieses Spiel „völlig kostenlos“…

Ihr habt genau eine Stunde Zeit um aus den 1000 Euro mehr zu machen. Alles was darüber hinaus geht ist euer Gewinn und wird euch auch tatsächlich ausbezahlt.

…und man kann trotzdem ordentlich Geld dabei gewinnen, wenn man eine Stunde lang besinnungslos rumzockt. Und weil verschenktes Geld ja liegen bleibt wie Sauerbier, muss man mal eben ein paar Millionen illegale und kriminelle Spams auf die deutschen Netznutzer loslassen, damit sich doch noch jemand dafür interessiert. Denn wer hätte nicht Lust, sich auf ein kleines Spielchen mit jemanden einzulassen, der sich asozialer und illegaler Werbemethoden bedient? So einer wird doch gewiss nichts Arges im Schilde führen, oder?

Ich garantiere, NO RISK, NO VIRUS, ABSOLUT LEGAL

Klar, „Sabine“, „du“ garantierst das. Und „du“ hast auch ganz bestimmt nichts mit dem Veranstalter dieses seltsamen Spieles zu tun, bei dem man sich schon ein bisschen fragt, wie es finanziert werden soll. (Wenn es ein Anbieter aus der BRD ist: Wahrscheinlich über eine Registrierung und eine einmalige Gebühr in der ungefähren Größenordnung von 100 Euro, die irgendwo im Kleingedruckten versteckt ist – und Gewinne werden natürlich nicht so ausgeschüttet, dass das jemand kontrollieren könnte.) Der eigentliche Anbieter garantiert hier gar nichts, der würde gewiss auch niemals so unverschämt mit illegaler und asozialer Spam werben. Das macht einfach so jemand anders für ihn, da hat er gar keinen Einfluss drauf. Was erwartet man auch sonst? :mrgreen:

Gruß
Sabine

Ich wollte, ich könnte dir jetzt in Erwiderung deines Grußes ins Gesicht rotzen, „Sabine“.

klick hier
http://tinyurl.com/3n25wn

Um die außerordentliche Seriosität des Angebotes noch einmal zu unterstreichen, hat der Spammer hier die eigentliche Internetadresse verborgen und hierfür den sonst manchmal praktischen Dienst TinyURL missbraucht. Wer so etwas nötig hat, empfiehlt sich ganz gewiss nicht für einen Klick. Was immer man dort zu sehen bekommen könnte, es ist den Ärger nicht wert, den man dort ganz gewiss bekommt.

Zum Abschluss: Ich drücke jeder Frau, die wirklich Sabine Schiller heißt (der Name ist ja nicht so ungewöhnlich) mein Mitgefühl aus. Es ist sehr bitter, wenn die eigene Person oder das eigene Tun von irgendwelchen Verbrechern in den Schmutz gezogen wird, und man nichts dagegen unternehmen kann – ich habe das schon mehr als einmal am eigenen Leibe erleben dürfen. Das grausamste sind diese Mitmenschen, die einem mit Vorwürfen überhäufen, als sei man auch noch selbst schuld am zerstörerischen Verhalten dieser Taugenichtse. Wenn sie solche Menschen um sich herum haben, denn weisen sie bitte einfach auf diesen Blogeintrag oder eine andere Quelle im Netz hin, die sich mit dieser Spamwelle beschäftigt.

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