Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Generaldirektion Zoll und indirekte Rechte

Dienstag, 17. Mai 2022, 00:03 Uhr

Vorab: Diese E-Mail kommt nicht vom Zoll. Es ist eine Spam. Sie geht in identischer Form an sehr viele Empfänger. Auch an mich. Deshalb ist sie auch so unpersönlich formuiert. Ich erwarte kein Paket. Alles, was in dieser E-Mail steht, ist Lüge. Auf gar keinen Fall diesen Betrügern Geld geben. Man kann wirklich etwas Besseres mit seinem Geld anfangen. ⚠️

Mein Exemplar dieser Spam wurde über eine IP-Adresse aus Malaysia versendet. Es ging an meine einzige E-Mail-Adresse, die…

Von: Deutschepost <Noreply@deutschepost.de>
An: gammelfleisch@tamagothi.de

…auch ein ganz schlecht programmierter Harvester im Impressum einsammeln kann. Darüber steht übrigens „Kontaktadresse für unseriöse Geschäftsvorschläge“. 😉️

Sehr geehrter Kunde,

Genau mein Name! 😁️

Ihr DHL-Paket: Nr. RR2984065297DE, versandt am 15.05.2022, wird bearbeitet. Damit wir Ihr Paket liefern können, werden dem Importeur die Mehrwertsteuerkosten erneut in Rechnung gestellt.

Krasses Paket. Das hat ja sogar eine Nummer. Für mich und die meisten anderen möglichen Paketempfänger wäre zwar ein Absender etwas informativer, aber so eine Nummer sieht auch immer sehr wichtig aus. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass den Spammern demnächst die Nummern ausgehen sollten, habe ich hier noch ein paar:

$ perl -e 'for(1..10) { printf("%c%c%010dDE\n", 65+rand(26), 65+rand(26), int(rand(1e11))); }'
UW53611993048DE
EE49018302116DE
HX13746636569DE
VG64386086327DE
NW26906095056DE
JH32627504167DE
JG50839970430DE
MK37733138234DE
RP77101311842DE
TJ70375195020DE
$ _

Nach den geltenden Zollbestimmungen ist jede Einfuhr aus einem Land außerhalb der Europäischen Gemeinschaft mit einem Handelswert von mehr als 22 EUR unabhängig von der Art der Waren steuerpflichtig *.

* Artikel 134-I und II-1 ° des CGI: GESETZ Nr. 2012-1510 vom 03. Mai 2017 – Art. 68 (V) Die Validierung des Paysafecard-Guthabens für die Zahlung von Zollgebühren ist gültig.

Krass, ein Gesetz, in dem eine Marke eines Zahlungsdienstleisters genannt wird. Wenn das mal nicht gegen das Gleichheitsgebot verstößt… 🤣️

Um die Zustellung Ihres Pakets für Ihre Heimatadresse zu ermöglichen, bitten wir Sie, Ihre nicht bezahlten Zollgebühren zu regulieren, indem Sie die folgenden Schritte ausführen, um die Zustellung Ihres Pakets abzuschließen:

1. Kaufen Sie einen Paysafecard PIN-Code online (50 EUR)

2. Senden Sie den PIN-Code (16 Ziffern) an folgende Adresse: paysafecard@apps-zoll.de

Wer das macht, hat einem Verbrecher fünfzig Euro geschenkt. 💸️

Wie gesagt, mit Geld kann man etwas Besseres anfangen. Ich denke mal, dass jedem etwas einfällt, was mit mit fünfzig Euro anfangen kann. 😉️

Wer mir das nicht glauben möchte, weil ja ich nur so ein dahergelaufener Blogger im Internet bin, der ja vieles behaupten kann, wenn der Tag lang ist und weil es überhaupt nicht einleuchtend klingt, was ich so schreibe: Gut so! Bitte einfach mal bei der nächsten Polizeidienststelle nachfragen! Aber auf gar keinen Fall bezahlen! Es ist schade ums Geld. 🚫️

Grüße,
Zoll Kundendienst

Mit Grüßen vom Trickbetrüger aus dem Spameingang. 💩️

9 Kommentare für Generaldirektion Zoll und indirekte Rechte

  1. Hewal sagt:

    Hi,
    lustigerweise hatte ich tatsächlich was bei Amazon bestellt (aus China) und am 15.05. wurde der Sendestatus dort auch aktualisiert.
    Im ersten Moment klang der erste Teil schon mal plausibel für mich.
    Allerdings einen „PIN Code Online kaufen“ und den Code dann an eine Mailadresse zu senden, kam mir dann doch spanisch vor.
    Ein Check bei DHL ergab, dass die Paketnummer natürlich nicht existierte. Spaßeshalber habe ich die Paketnummer gegoogelt und bin letztlich hier gelandet.
    Aber perfide ist das ganz schon….

  2. K. Kruse sagt:

    Hallo,
    danke für diese amüsant geschriebene Erläuterung.
    Eigentlich war es mir ja schon klar, dass die Mail Spam ist, habe es dann aber doch noch mal gegoogelt. Es war sehr amüsant Ihre Erläuterung zu lesen. Danke.
    Gruß Katrin Kruse

  3. C. Weber sagt:

    Haha, mega! Gleiches kam heute auch hier an. Gleiche Sendungsnummer.
    Tatsächlich erwarte ich etwas aus UK, daher war ich stutzig, aber dennoch skeptisch – da es nicht von der Deutschen Post kommt. Danke für den schnellen Eintrag hier!

  4. orinoco sagt:

    Bis 50€ geht’s ja noch. Darüber wird’s schon schwieriger.
    Aber ganz unabhängig von der Höhe des zu zahlenden Betrags ist es eher die Frage ob man hinterher sagt „Schade um das Geld“ und sich ärgert oder nicht, was es schwierig macht Geld auszugeben. Da können 2€ für einen Spammer schon zu viel, dagegen 30.000€ für die bewußte Entscheidung für ein Auto eines renomierten Betrügerkonzerns vollkommen ok sein. Und erschwerend kommt noch die Regel der Juristerei dazu: jeder Fall ist anders, was allgemeine Ratschläge auch wieder schwierig macht. Das selber Nachdenken sollte man sich daher nicht abnehmen lassen, was aber auch besser ist.

  5. J.R. sagt:

    Witzig, dass jetzt wieder Paysafecard genommen wird und keine Bitcoin. Kommt das Wort „Bitcoin“ etwa nicht mehr durch die Filter?

    • Bitcoin zu erwerben ist für die Zielgruppe dieser Betrugsnummer schwierig. Es sind naive Menschen. Eine Paysafecard gibts beim Aldi. Einmal ganz davon abgesehen, dass man damit auch nicht dieses Kursrisiko als Betrüger hat… 😃

  6. P.C.User sagt:

    dhl sagt: „Zu Ihrer Sendung liegen uns derzeit keine Informationen vor.“ – es gibt eine Entwicklung; in der vorigen Folge dieser Serie kam noch „Sendungsnummer ungültig“ heraus …

  7. tbk sagt:

    Danke. Hab ich auch gerade gekriegt, allerdings mit replyadresse „paysafecard@zoll-otp.de“.
    Ich habe neulich was aus Österreich in die Schweiz versandt und dann was aus Deutschland nach Österreich bestellt. Insofern habe ich das jetzt nicht sofort als spam gekübelt, sondern erst mal nachgegoogelt und bin hier gelandet.

  8. REG sagt:

    Schön, dass es diese Webseite gibt.

    Das sparte mir Zeit “ RR2984065297DE“ zu prüfen.

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