Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


FW: AW: Neukundengewinnung.

Dienstag, 19. März 2019, 16:28 Uhr

Mit Punkt nach dem Betreff. Ein nahezu vollkommen sicheres Kriterium für eine Spamfilter-Regel. Denn ein Mensch macht diesen Punkt niemals, ein Spammer hingegen, vor allem, wenn er das benutzte Skript nicht gut versteht, macht ihn relativ häufig. Und woher sollte der Spammer sein Skript verstehen? Wenn er sich Mühe geben wollte, wäre er doch kein Spammer geworden, da könnte man ja gleich arbeiten gehen…

An: gammelfleisch@tamagothi.de

Da, bei der Kontaktadresse für unseriöse Angebote, treffen sich immer die Besten der Besten der Besten! 😀

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin aber das liebe Gammelfleisch! 😀

nach unserem Besuch Ihrer Homepage möchten wir Ihnen ein Angebot von Produkten vorstellen, das Ihnen ermöglichen wird, den Verkauf Ihrer Produkte sowie Dienstleistungen deutlich zu erhöhen.

Oh, ihr habt meine Homepage besucht? Wie habt ihr es geschafft, dort meinen Namen zu übersehen? 😉

Aber hey, ihr habt ja auch nicht gemerkt, dass ich da gar keine Produkte verkaufe. Ihr sendet einfach den gleichen debilen Text an ein paar Millionen Leute und hofft drauf, dass er schon irgendwo passt.

Unser Angebot beinhaltet Datenbanken mit den Adressen deutscher Firmen, respektive potentiellen Kunden für Ihr Unternehmen.

Und was soll ich damit? ❓

Die Datenbanken der Firmen sind in für Sie interessante und relevante Zielgruppen untergliedert.

Ah, da gibt es also Zielgruppen. Damit ich besser zielen kann, wenn ich mit meinen unverlangt zugestellten, unerwünschten Reklametexten – so etwas nennt man übrigens Spam, und es ist gleichermaßen illegal wie asozial – die Gehirne treffen will, damit sie meinen überteuerten Tinnef kaufen.

Ob der Spammer wohl selbst seine Zielgruppen-Kategorien für seine eigenen Spams verwendet? Wäre ja dumm von ihm, wenn er es nicht täte, oder? Also stehe ich da grob in mindestens folgenden „Zielgruppen“:

  1. Homepagebesitzer
  2. Kaufmann für Zeug oder Dienstleistungen
  3. Unternehmen/Unternehmer
  4. Typen, die Reklame machen müssen

Ich wills mal so sagen: Das erste stimmt. Der Rest nicht. Und zwar gar nicht. Und das ist auch schon alles, was ich über die Qualität dieser „interessanten und relevanten Zielgruppen“ sagen muss. Eine Qualitätssicherung findet dabei nicht statt. Schon ein realer und nicht nur behaupteter Besuch meiner Homepage hätte schon nach einem flüchtigen Blick die Punkte zwei bis vier dieser kurzen Liste verschwinden lassen, wenn sich jemand um die Pflege der Daten kümmern würde. Es ist Datenmüll. Unbrauchbar. Man könnte genau so gut würfeln, wen man jetzt mit Spam belästigen will.

Die Firmenangaben beinhalten:
Name der Firma, Ansprechpartner, E-mail Adresse, Tel. + Fax-Nr., PLZ, Ort, Straße etc.

Was ist denn „etc“? Name des Lebensgefährten und sexuelle Präferenzen für Schmutzkampagnen? Name und Anschrift der Schule, die von den Kindern besucht wird, falls man mal mit einer Entführung Geld erpressen will? Mit Telefon, Fax, Anschrift, Firma, Ansprechpartner und Mailadresse ist man doch gut bedient… ach! Das „etc“ steht da nur, damit es nach mehr aussieht? Ich verstehe, Spammer.

1. Gesamtpaket 2019 DE 1 Mio. Firmenadressen ( 1 457 620 ) – 190 EUR ( bis zum 19.03.2019 )
2. Gesamtpaket 2019 DE,AT,CH ( 1 747 921 ) – 399 EUR ( bis zum 19.03.2019 )

Wie, die 1.457.620 Firmenadressen gibts nur noch heute für 1,9 Hektoeuro? Und morgen willst du sie gar nicht mehr verkaufen? Schön doof.

Die Verwendungsmöglichkeiten der Datenbanken sind praktisch unbegrenzt und Sie können durch Verwendung der von uns entwickelten Programme des personalisierten Versendens von Angeboten u.ä. mittels E-mailing bzw. Fax effektive und sichere Werbekampagnen damit durchführen.

Auf E-Mail- und Fax-Spam sind wir alle ganz ganz heiß! Wer so etwas macht, erhält aus gutem Grund die Reputation eines grenzkriminellen Vollidioten, mit dem man am besten nichts zu tun hat.

Bitte informieren Sie sich über die weiteren Details einmal unverbindlich auf unseren Webseiten:

http://www.dbconnectmarketing.net/?p=1

Oh, schon wieder die „Webseiten“ geändert. Es handelt sich nicht mehr wie früher um die Website in der Domain…

  • gc (strich) marketing (punkt) net,
  • de (strich) kontakt (punkt) net,
  • firmen (strich) gdbs (punkt) net,
  • glob (strich) data (punkt) net,
  • db (strich) ct (punkt) net, oder
  • adressendirekt (punkt) net?

Na, wer so wenig Wert auf seine eigene Reputation legt, dass er anderen Leuten Spam empfiehlt, der braucht auch nichts für die Kundenbindung zu tun. Denn die einen wenden sich sofort mit Grauen ab, und die anderen wenden sich mit Grauen ab, nachdem sie die gerechten Früchte der Spam geerntet und gekostet haben: Strafanzeigen, wettbewerbsrechtliche Abmahnungen und einen völlig ruinierten Ruf, der jedes halbwegs seriöse Geschäft auf lange Sicht unmöglich macht. Deshalb muss dieser Kram auch immer wieder gespammt werden, damit sich immer wieder ein paar neue Dumme finden, die für eine wertlos kategorisierte Datensammlung Geld hinlegen.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Wild

Mit den unfreundlichen Grüßen wart ihr wenigstens mal ein bisschen ehrlich, und das habt ihr auch noch abgetan. 😀

Die letztes Jahr im Screenshot festgehaltene Website ist übrigens immer noch unverändert. Auch die behauptete Anzahl der Datensätze liegt nach wie vor bei 1.457.620. Das bedeutet, dass diese Daten seit mindestens dem 10. Juli 2018, also seit 252 Tagen, keinerlei Pflege erhalten haben. Weder wurden Daten nicht mehr bestehender Unternehmen gelöscht, noch wurden neue Unternehmen in die Daten aufgenommen. Dies unterstreicht ein weiteres Mal die völlige Wertlosigkeit des mit der Spam angebotenen Datenmateriales. Es könnte sogar jahrzehntealt sein.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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