Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Job offer in Germany

Samstag, 27. Februar 2010, 00:52 Uhr

Mensch, da haben wir so viele Millionen Arbeitslose, und da tun immer noch ein paar Spammer so, als seien sie ganz normale Unternehmen, die Leute suchen – mit illegaler, millionenfacher Massenmail, nicht über die Bundesagentur für Arbeit. Wer soll denn darauf reinfallen?

Guten Tag!

Wie immer ohne persönliche Anrede, da es sich um millionenfache Müllmail handelt.

Sie haben schon immer von einem Job von Zuhause aus getraumt? Sie sind organisiert und sind in der Lage selbststandig zu arbeiten?

Wow! Der Spammer versteht es, abzuschreiben. Es ist kaum anzunehmen, dass ein solcher Text einem Stümper einfällt, der nicht einmal die deutschen Umlaute hinbekommt, wenn er eine solche Spam auf das Internet loslässt.

Ein internationales Unternehmen, das mit Versand und Poststeuerung in Europa betraut ist, sucht im Moment Verstarkung fur die Postbotenabteilung.

Ein internationales Unternehmen, dass weder einen Namen noch eine Website hat, sucht Leute für irgendwelche Botengänge. Von dieser „Firma“ kann man nur abraten.

Bei dem Unternehmen werden nicht nur technische Innovationen sondern auch moderne Leitungs- und Lagerhaltungsprinzipien angewendet. Demzufolge werden zum Teil die Prinzipien der Fremdvergabe und externen Arbeitsweise benutzt. In Deutschland werden auch einige Verstarkungskrafte fur die externe Arbeit gesucht.

Hier kann man sehr schön sehen, wie der Text von jemanden zusammengeklebt wurde, der die einzelnen Bauteile gar nicht verstand. Das Ergebnis klingt wie eine unfreiwillige Parodie auf eine Stellenanzeige und ist mit vielen Worten sehr nichtssagend. Aber da nur die Dümmsten auf so eine Spam reinfallen sollen, ist das egal. Wer so richtig dumm ist, der glaubt sogar, dass es etwas ganz tolles sein muss, wenn er es nicht verstehen kann.

Hauptbesonderheiten: Annahme, Verpacken, Einordnen und Briefen und Paketen bei der Post und Berichterstattung per Weboberflache unseres Unternehmens.

Also: Es geht um das Empfangen von Briefen und Päckchen unter der persönlichen Anschrift, das Umpacken und Weitersenden an die Postfächer der Verbrecher und um die anschließende Bestätigung durch ein bisschen Klickern. So kommen die Mafiosi an ihre durch allerlei Betrügereien abgegriffenen Güter, und der „Arbeitnehmer“ kommt an seinen intensiven Kontakt mit dem Staatsanwalt wegen seiner Hehlerei. Der Schaden wird aus der Tasche dessen ersetzt, der diesen „Job“ macht – alles weitere verrät die nächste Dienststelle der Kriminalpolizei, wenn man mal freundlich mit einem Ausdruck dieser Mail anfragt.

Immerhin, diese „Firma“ scheint ja ein Internet für die „Weboberflache ihres Unternehmens“ zu haben. Warum zum Henker haben die dann eigentlich keine Homepage? Es gibt da doch so ein paar Nebenbesonderheiten.

Das ist eine Tatigkeit mit stabilem Einkommen und flexiblen Arbeitszeiten, die keine Erfahrung in Logistik benotigt. Alles was Sie brauchen sind mittlere Englisch Kenntnisse, einen Internetanschluss und die Fahigkeit mit Briefen und leichten Paketen (bis 10 kg) umzugehen. Ihre Erfolgsgarantie ist Ihr Flei? und gutes Management. Die Kundschaft des Unternehmens besteht hauptsachlich aus Geschaftsleuten und Unternehmen, die gro?en Wert auf Zuverlassigkeit und erstklassigen Service legen. Der Monatslohn betragt 1200 Euro.

Ein bisschen Blah und man braucht eigentlich nichts weiter dafür zu können außer some basic understanding of English, was wohl jeder hinkriegt. Die Fähigkeit, mit Briefen und leichteren Paketen umzugehen, ist eine lächerliche Anforderung. Dafür kriegt man ein paar Euro in die Hand gedrückt. Das dicke Ende kommt nach.

Wenn Sie sich fur diese Stelle interessieren, bitte E-Mail an:
arvo.hanski @ gmail.com

Wer sich für diese Stelle interessiert, soll die Mail nicht beantworten, indem er in seinem Mailprogramm auf „Antworten“ klickt, denn die Absenderadresse ist gefälscht. Die Kontaktmailadresse ist natürlich bei einem kostenlosen Mailprovider eingerichtet. Die „Firma“ hat keinen eigenen Mailserver und keine Probleme damit, dass Dritte den geschäftlichen Mailverkehr bequem mitlesen können.

Ihre Daten haben wir in der Datenbank fur Arbeitssuchende gefunden. Wir hoffen sehr, dass Sie unser Angebot interessant finden. Falls Sie keine Arbeitsangebote mehr bekommen wollen, beantworten Sie diesen Brief mit „meinen Namen bitte aus der Datenbank loschen“.

Nun, meine Daten können in keiner derartigen Datenbank gefunden werden, aber wenn sie dort stünden, denn stünde bestimmt auch ein Name dabei, mit dem man mich ansprechen könnte. Auch, wenn man keine Arbeit sucht, soll man doch bitte so freundlich sein, den Schurken nochmal mitzuteilen, dass die Spam auch angekommen ist – eine bereinigte Adressliste ist eine wertvolle Handelsware. Die Antwort wird mit hundert bis dreihundert täglichen Spams belohnt.

Diese Spam wurde automatisch erstellt und ist ohne Grußformel und Nennung des Firmennamens gültig.

Haltungsnoten: Eigentlich ein recht guter Text für Leute, die gar nicht gut Deutsch können, dafür ein Punkt. Aber drei Minuspunkte für die technische Stümperei mit den Umlauten, zwei weitere Minuspunkte für den Verzicht auf eine Firmennennung und vielleicht sogar eine Firmenwebsite für weitere Informationen, zwei Minuspunkte für das Nichtangeben eines Reply-To im Mailheader und einen traurigen abgezogenen Sprachpunkt für den englischen Betreff. So verbleiben leider sieben Minuspunkte – das wird nichts mit großen Spampreisen.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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