Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Zu doof zum Spammen

Sonntag, 28. September 2008, 05:34 Uhr

Leider häufen sich in der letzten Zeit die Mails jener Denkverweigerer, die es mit Spam versuchen, obwohl sie sogar zu doof zum Spammen sind. In der Folge entstehen Spams, die noch leerer und hohler als die gewöhnlichen Spams des Alltags sind – der ganze Schrott ist wirklich vollkommen sinnlos.

Früher hatte man zum Beispiel Spam aus den Sprachräumen, die sich des kyrillischen Alphabetes bedienen. Dabei kam es dann immer wieder einmal zur Verstömmelung von Umlauten, wenn jemand zu doof zum spammen war und deshalb nicht den richtigen Zeichensatz wählte. Das zeigte zwar beim Hinschauen, dass man es mit technisch inkompetenter Kriminalität zu tun hat, aber es war wenigstens noch lesbar.

Inzwischen bekommt man aber leider auch Spam von Arschlöchern aus China. Dort im fernen Osten verwenden offenbar viele Meschen die äquidistanten Zeichen aus dem Unicode-Zeichensatz, wenn sie etwas in Englisch schreiben, und wenn dann der falsche Zeichensatz im Mailheader angegeben wird, kommt das so bei mir an:

????????????????????????
????: ????????????
????: ???????????
?????????
????:?????XX??????
??????: ISSN 1673-9795
??????: CN-5599/N
????: 80-66
????: ??
????: ????? http://www.huiwenxuan.com/
????: chixxxxxxxxxxx@163.com

[… Der Rest wurde von mir rausgekürzt, da kommen noch ganz viele Fragezeichen, die mir der Thunderbird an die Stelle illegaler Codes setzt]

Der Spammer wäre gut beraten gewesen, nicht UTF-8 als Zeichensatz anzugeben, wenn er Unicode verwendet. Oder glaubt der wirklich, dass viele Empfänger einer derartigen Doppelnull-Nachricht auf die Idee kommen, so einen Strunz mit ein paar Hilfsprogrammen zu dechiffrieren?

Andere schaffen zwar das Kunststück mit der richtigen Angabe der verwendeten Zeichencodierung (es ist ja auch nicht allzu schwer), aber patzen an einer anderen Stelle. Im Ergebnis entsteht ebenfalls Leere. Die Mail mit dem Betreff „We carry all types of medss for You and Your beloved ones go visit us now“ sei hier einmal in ihrer vollen Länge zitiert, sie steht exemplarisch für den saudummen Strokelmist der Spammer, der mir zurzeit jeden Tag hunderfach in den virtuellen Briefkasten flattert:

This message was sent to mxxxxxx@hxxxxu.de […von mir unkenntlich gemacht]

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2008 CPA

Wäre hier doch nur eine „Mitteilung“ in der Nachricht gewesen, ich hätte sie wohl lesen können… :mrgreen:

Immer mehr Spammer sind ganz einfach zu doof zum Spammen. Schade nur, dass sie es tun, obwohl sie so unfähig sind, dass es einfach nur sinnlos ist.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

4 Kommentare für Zu doof zum Spammen

  1. cimddwc sagt:

    Ne, bei der 2. Mail geht’s darum, dass nur die angesprochen werden, die so blöd sind, ihr Mailprogramm alle im HTML-Code eingebundenen Bilder (denn das ist hier der Fall) automatisch nachladen zu lassen – die Chancen, dort Kunden zu finden, sind eben größer. :mrgreen:

  2. Anna sagt:

    Hallo,

    ich bekomme auch seit Tagen diese Spam-mails von CPA
    Ich habe da nie einen Newsletter bestellt

    wie kann ich dagegen tun

    Danke schön und Grüße

  3. Johannes sagt:

    Ich hab das gleiche Problem wie Anna. Funktioniert deren unsibscribe-link oder hol ich mir damit nen Virus oder ähnliches?

    Hoffe jemand kann helfen. Viele Grüße

  4. Der „Unsubscribe-Link“ funktioniert nicht. Im günstigsten Fall sagt man damit einem Spammer nur, dass die Spam ankommt. Damit kriegt die Mailadresse einen höheren Marktwert. Wenn man Pech hat, wird einem außerdem eine aktuelle Kollektion von Malware präsentiert, die kein Mensch auf seinem Rechner haben will. Grundsätzlich ist es immer eine schlechte Idee, in einer Spam herumzuklicken, wenn man nicht gerade ein besonders gesichertes System hat. Die Verwendung eines Virenscanners und einer Firewall ist hierbei nicht als besondere Sicherung zu verstehen.

    Eine Vorstellung der „Kreativität“ dieser ganzen Mafia kann man in einem Heise-Artikel bekommen.

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