Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


42ads: Vorschlag zur Zusammenarbeit

Mittwoch, 13. August 2008, 03:54 Uhr

Na sowas, da will jemand mit mir zusammenarbeiten. Da werden bestimmt Berge von Geld vom bannerblauen Himmel in die Taschen meiner Armut prasseln:

Betreff: Vorschlag zur Zusammenarbeit zwischen 42ads und www.tamagothi.de

Schade nur, dass diese Zusammenarbeit schon getrübt ist, wenn ich nur die Mailadresse sehe, an die dieser Schrieb gesendet wurde. Denn diese Mailadresse ist keineswegs meine reguläre Adresse, sie dient lediglich für einen sehr speziellen Zweck und wird darüber hinaus von mir oder jemanden anders niemals verwendet. Das stört den gewiss gierigen Menschen, der da seinen verkackten Spam-Harvester auf mein Blog losgelassen hat, aber gar nicht. Da hat er diese eine Mailadresse in den Tiefen der Quelltexte gefunden, und da musste er denn gleich mal eine illegale Massenmail hinschreiben…

Sehr geehrter Administrator,

…um mir als Empfänger dieses Schrottbriefes zu zeigen, dass er nicht einmal meinen Namen im Impressum gelesen hat. Dafür spricht er mich dann äußerst persönlich als „Administrator“ an. Wozu auch lesen? Das wäre ja menschliche Tätigkeit, und die ist viel aufwändiger als die massenhaft und mechanisch erstellte und unverlangt zugesandte Mail. Das mit dem Lesen, der menschlichen Tätigkeit und dem echten Kundenkontakt wäre allerdings auch ein bisschen weniger antisozial als ein Skript, das Mailadressen aus Websites extrahiert.

als Mitarbeiterin der Agentur 42ads.com möchte ich Ihnen gerne unsere Werbeangebote vorstellen.

Und die Leseschwäche geht gar noch weiter. Denn es bedarf eigentlich nur eines sehr flüchtigen Blickes auf die Website, mit der diese „Agentur“ doch unbedingt zusammenarbeiten will, um zu sehen, dass gerade diese Website ohne jede Reklame daher kommt. Zu allem Überfluss ist auf jeder Seite dieser Site ein relativ leicht zu findender Link auf einen Text gesetzt, der klar macht, dass es sich bei diesem Verzicht auf Werbung um eine bewusst und sehr reflektiert getroffene Entscheidung handelt. Aber um das zu sehen, hätte man eben hinschauen müssen. Und das kann das dumme, asoziale und verbrecherische Skript eines Spammers nicht.

Wir vertreten renommierte Unternehmen, die an qualitativen Online-Werbeanzeigen Interesse haben. In diesem Zusammenhang bin ich auf Ihre Webseite aufmerksam geworden und möchte Ihnen gerne nähere Informationen zu unseren Werbeformaten zusenden.

Schon klar, „renommierte“ Unternehmen sind so wenig auf ihren geldwerten Ruf bedacht, dass sie auch mit Spammern zusammenarbeiten. Einfach nur, weil sie glauben, dass Spammer eine „qualitativ“ brauchbare Reklame ins Netz bringen können. Zum Beispiel auf der Website eines Menschen, der sich als obdachloser Bettler vorstellt und übrigens heute noch keinen Happen gegessen hat und heute wohl auch nichts mehr essen wird. Aber wenigstens hat er heute eine Schlafgelegenheit. Jemand, der so lebt und sich damit nicht schamvoll in die Ecke der gesellschaftlichen Unsichtbarkeit setzt, ist genau das richtige Umfeld für „renommierte“ Unternehmen.

Deshalb ist dieser Spammer wohl in diesem Zusammenhang auf mein größtenteils harmloses und fast völlig unbedeutendes Blog aufmerksam geworden. Fragt sich nur, wofür der da werben will.

Ich würde mich sehr freuen von Ihnen zu hören.

Das ist jetzt durch diesen Blogeintrag geschehen. Und es ist verbunden mit der hier offen geäußerten Hoffnung, dass dieser kleine Hinweis auch viele andere Menschen davon abhält, mit solchen Spammern und ihren vorgeblichen Klitschen irgendeine „Zusammenarbeit“ zu haben. Zumal ich persönlich nicht daran glaube, dass sich ein Miteinander mit Leuten, die sich illegaler Methoden der Akquise bedienen, in irgendeiner Weise für die Betroffenen solcher Akquise lohnen wird. Ebenso will der Verdacht nicht von mir weichen, dass die durch solche „Agenturen“ beworbenen Angebote auch von einem Charakter sein könnten, um den man allein schon aus juristischen Gründen besser einen großen Bogen machen sollte.

Wer dennoch aus haltloser Gier für eine Handvoll dreckiger Klimpergroschen ein Werbebanner oder sonstwas bei sich im Blog einbasteln will, nur, weil er diese oder eine ähnliche Spam erhalten hat, der sollte sich natürlich von meiner bescheidenen und völlig harmlosen Meinung nicht weiter abhalten lassen. Es reicht völlig, wenn er in diesem Zusammenhang einmal kurz über das Wort „Linkhaftung“ nachdenkt. Was bei solchem Denken herauskommt, bleibt dem Verstand des Denkenden überlassen. Eine eventuell erforderliche Rechtsberatung gibt es beim Rechtsanwalt ihres Vertrauens.

Mit den besten Grüßen,

J***a M**** [Von mir unkenntlich gemacht]
Werbeberaterin
Business Development Department
42ads

Email: [… Von mir entfernt]
www.42ads.com

Angesichts dieser Spam werden solche Grüße von mir mit deftigen und nicht druckfähigen Verwünschungen erwidert.

P.S.: Um von uns keine weiteren Angebote zu erhalten, antworten Sie bitte einfach mit einer leeren Email. Wir werden Sie dann unverzüglich aus dem Verteiler entfernen.

Selbst zum Abschluss der Spam wird noch einmal an den Würgreflex appelliert. Das fängt schon mit dem PS an, als ob das aus dem Zeitalter der Briefpost auf toten Bäumen stammende Postskriptum in einer mit einem Editor geschriebenen, jederzeit vor dem Absenden veränderbaren Mail irgendeine Berechtigung hätte. Nach diesem begrifflichen Fehlgriff werde ich als Empfänger einer Spam doch glatt aufgefordert, den Spammer gegenüber die Gültigkeit der zum Spammen Mailadresse zu verifizieren, indem ich auf diese Unverschämtheit antworte. Ich habe mich auf keinen derartigen „Verteiler“ eingetragen, und ich will nicht noch eine einzige dieser Mails bei mir sehen. Schon die erste dieser Mails war illegal und verstieß gegen das hier geltende Wettbewerbsrecht; und der hier verwendete Begriff „Verteiler“ macht klar, dass dies in großem Maßstab geschieht.

Wer sich auf irgendein Geschäft mit solchen Leuten einlässt, ist selbst schuld.

Wichtiger, aktueller Nachtrag: Durch cimddwc.net bin ich auf folgenden, hier schnell übersetzten Eintrag in einem Forum aufmerksam geworden:

Ich habe ein bisschen mit jemanden von dort geplaudert, der sich David nennt. Er benannte verschiedene Websites von mir, auf denen er Werbung platzieren wollte. Dafür sollte ein Pauschalbetrag für 12 Monate platzierter Werbung gezahlt werden. Nach einigem Hin-und-her über EMail hat sich herausgestellt, dass es sich um Glücksspiel-Sites handeln würde. Ich habe damit kein wirkliches Problem, aber die wollten einen Absatz mit einem selbstformulierten Text um diesen Link herum haben. Ich war damit nicht zufrieden, vielleicht gefällt es Ihnen ja besser. Anfangs wollten die das oben auf der Seite haben, aber sie reduzierten diesen Anspruch so weit, dass es an einer beliebigen Stelle der Seite gegangen wäre.

Angesichts der Tatsache, dass solche Glücksspiele in der BR Deutschland illegal sind und angesichts der weiteren Tatsache, dass jegliche Online-Werbung für jedes (auch für legales und selbst für staatlich veranstaltetes) Glücksspiel nach Paragraf 5, Punkt 3 des Glücksspiel-Staatsvertrages in der Fassung vom 1. Januar 2008 verboten ist, sollte man auf die hier angebotene Einnahmequelle besser verzichten. Denn die Haftung für die Inhalte auf einer Website liegt immer noch bei ihrem Betreiber, und eine solche Anzeige könnte leicht zu einem empfindlichen Ordnungsgeld führen.

Diese Bewertung stammt von einem „Laien“ und entspringt seinem Rechtsempfinden. Ich bin kein Jurist, kann und darf keine Rechtsberatung geben und verweise für weitere Auskünfte auf den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

4 Kommentare für 42ads: Vorschlag zur Zusammenarbeit

  1. […] dass es sich bei ihm um Glücksspiel-Seiten gehandelt hat, die beworben werden sollten. Und bei „Unser täglich Spam“ wurde dieses “Angebot” auch schon kommentiert, endend mit den Worten: Wer sich auf […]

  2. […] des Tages: Das Angebot einer sich durch Spam aufdrängenden Firma namens 42ads, mit Werbung auf der eigenen…. (Bis zum aktuellen Nachtrag lesen, dort ist der Grund für diese Warnung beschrieben!) […]

  3. hausburger sagt:

    danke. hatte heute auch das tolle angebot im briefkasten.
    kurz gegurgelt und einiges gefunden, wie auch dich…

  4. Diese Person hat mir soeben auch eine E-Mail gesendet ^^

Kommentar hinterlassen

Beachten sie vor dem Schreiben eines Kommentares die Datenschutzerklärung für Unser täglich Spam. Wenn sie Wert auf ihre Privatsphäre legen und aus gutem Grund nicht überall ihren Namen und ihre E-Mail-Adresse angeben wollen, machen sie einfach Phantasieangaben.