Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


No Nofollow

Montag, 4. August 2008, 23:37 Uhr

Frühe gab es auf der Site no-nofollow.de eine Liste von Blogs und Websites, die sich der unsichtbaren Kastration von Links in Kommentaren durch das nofollow-Attribut verweigern. Es ist klar, dass eine solche Liste auch jene unersättlichen Monster aus dem finstersten SEO-Sumpf anlockt, die in der Arbeit anderer Menschen vor allem eine Litfaßsäule für ihre Spamkommentare sehen.

Wo sich einst als Demonstration im Internet die Auflistung befand, welche Blogger nicht bereit sind, dieser Idee Googles zu folgen, steht zurzeit nur noch ein kurzer Hinweis an diese fragwürdigen Gestalten:

Nix mehr No Nofollow

Liebe „SEO“ Kollegen, wenn ihr Links braucht, dann ab sofort nicht mehr hier über das No Nofollow Verzeichnis, tolle Links findet ihr in diesem gut sortierten

Verzeichnis [Link von mir entfernt] oder hier [Link von mir entfernt] auf Deutsch

Das Verzeichnis sollte ursprünglich dazu dienen, dass Blogger sich gegen nofollow aussprechen und hier deutlich machen können.

Wegen immer mehr aufkommenden Spamaufkommen ist dies leider nicht mehr möglich. Schade aber ist so!

Dies ist wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Kommunikation von Menschen in der Flut der Spam zu ertrinken droht. Eine Liste, die einfach nur dokumentieren sollte, dass Gestalter des Internet mit einer technischen Entwertung von Links nicht einverstanden sind, dient Spammern nur als Zielscheibe, weil sie sich davon „wirksamere“ Spam versprechen.

Und ja, ich meine das völlig ernst und sehr unfriedlich. Das, was man unter SEO versteht, läuft in seiner dümmstmöglichen und leider auch gewöhnlichen Anwendung vor allem auf Spam hinaus. Wenn ihr, werte „Suchmaschinen-Optimierer“, etwas im Internet werden wollt, denn versucht es doch bitte zur Abwechslung einmal mit Inhalten und kontinuierlicher Arbeit an einem eigenen Standpunkt im Netz statt mit euren fragwürdigen technischen Tricksereien und der alles menschliche erstickenden Pest eurer Spam! Ach, ihr wollt gar keine Inhalte übers Netz transportieren und einfach nur Profit aus einem bisschen eingeblendeter Reklame saugen? Das merkt man. Genau so führt ihr euch auch auf. Ich habe heute wieder einige eurer scheinbaren „Kommentare“ aus ein paar meiner Blogs still gelöscht, und ich werde darin nicht so schnell müde werden. Ihr seid einfach nur ein Haufen von Fäkalmaden, die ich wirklich nicht gebrauchen kann. Wahrscheinlich ist die Nutzlosigkeit eures Daseins eine Feststellung, die neben mir auch viele andere machen. Sonst bräuchtet ihr ja auch nicht mit solchen Verfahren eine „Relevanz“ in Suchmaschinen künstlich zu erzeugen, sondern würdet auch immer wieder einmal als Quellen verlinkt; ganz freiwillig, echt und menschlich, weil ihr etwas Gutes anzubieten habt. Geht bitte einfach sterben! Das beruhigt. Mich. Und. Euch. Ende der Durchsage.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

4 Kommentare für No Nofollow

  1. Alphane Moon sagt:

    „nofollow“ hat es sogar ins Working Draft der HTML5-Spezifikation geschafft:

    „…Indicates that the current document’s original author or publisher does not endorse the referenced document.“

    Ist das nicht fabelhaft absurd?

  2. Es gibt tatsächlich sinnvolle Anwendungen für eine solche Auszeichnung.

    Ich hatte zum Beispiel früher in einem anderen Blog zu jedem Beitrag eine spezielle Seite, die noch einmal den gleichen Inhalt präsentierte – versehen mit verschiedenen Möglichkeiten, diesen Inhalt bei Bookmark-Services aller Art bekannt zu machen und den ganzen Artikel mit einem kleinen Zusatztext als Mail zu versenden. Hier handelte es sich um eine Seite mit rein technischer Bedeutung, die Guhgell nun wirklich nicht indizieren musste – und da war dieses nofollow wirklich sinnvoll, da die Suchmaschine es eher als das robots: noindex im Header der jeweiligen Seite sah.

    Leider hat Guhgell ganz andere Vorstellungen davon, was eine „sinnvolle“ Verwendung dieses Attributes ist – es geht dabei um eine Entwertung der Verweise aus eher privaten Projekten. Die Entwickler von CMS- und Blogsystemen haben da leider allesamt mitgezogen. Und wenn ich in einem Entwurf einer W3C-Spezifikation lese, dass diese Auszeichung heißen soll, dass ich den Links in meinen Kommentaren nicht „zustimme“ (um den Bedeutungskreis von „to endorse“ mal eben schnell und schäbig ins Deutsche zu bringen), denn ist das schon ziemlich absurd. Ich stimme jedem Link auch zu, den ich stehenlasse – und die anderen lösche ich. Was für ein gnadenloser Bullshit!

  3. Quix0r sagt:

    Wo unser Nachtwaechter recht hat er es. *schleim* :mrgreen:

    Ich bleibe aus dem „Blogger-Milieu“ erst mal als Blogger raus, da z.B. WordPress zu viele Lecks und Sauberheiten hat und ich kein Bock auf Updates bei gepatchtem Core habe. :(

  4. […] im Internet Leser bekommen möchte und wer im Netz wirklich verlinkt und gefunden werden will, dem lege ich nahe, es zur Abwechslung einfach mit Inhalten zu versuchen. Denn. Davon haben wir alle […]

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