Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Trends in der Kommentarspam

Mittwoch, 23. Juli 2008, 01:08 Uhr

Was ich in der letzten Zeit gar nicht richtig erwähnte, das sind die aktuellen Trends in der Kommentarspam. Sogar die alles in allem völlig merkbefreiten Spammer haben inzwischen mitgekriegt, dass die früher üblichen, plumpen Linklisten selbst durch primitive Filter nicht mehr hindurchkommen.

Natürlich hat das nicht dazu geführt, dass auch nur ein einziger Spammer aufgegeben hätte. Dafür sieht ein Kommentarbereich oder ein Gästebuch auf einer Homepage viel zu verlockend nach einer kostenlos zu verwendenden Litfaßsäule für schäbige Angebote und dunkle SEO-Maßnahmen aus. Um wenigstens noch gelegentlich durch die Spamfilter in Blogs, Foren und Gästebüchern zu kommen, gehen Kommentarspammer inzwischen ganz ähnlich vor wie die Absender von Spam-Mails – sie reichern ihre „Mitteilungen“ um sinnfreie, aus dem Usenet zusammengesetze „Prosa“ an, die einem dummen Filterprogramm einen Eindruck von wirklichen Inhalt vermitteln soll. So etwas sieht an einem aktuellen Beispiel etwa so aus:

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Den Versuch, dieses sinnlose Gestammel auch nur näherungsweise in die deutsche Sprache zu übertragen, unternehme ich gar nicht erst.

Auch, wer Englisch nur rudimentär versteht, wird wohl bemerken, dass sich dieser „Text“ nicht an Menschen richtet. Der einzige Zweck solcher „Texte“ ist es, von den Robots der Suchmaschinen indiziert zu werden, damit die Suchmaschinen „lernen“, dass auf den verlinkten Seiten etwas liegt, was mit gewissen Suchbegriffen in Verbindung steht. Dass alle diese Seiten recht unseriöse Angebote von Betrügern sind, die vorgeben, dass man dort preisgünstig gewisse Medikamente bestellen könne, sollte klar sein.

Diese Form der Spam ist also ein Missbrauch meiner Blogs, der sich eher mittelbar an Menschen richtet. Das erste Ziel sind die Suchmaschinen. Am Ende sind aber doch wieder Menschen das Ziel, vor allem auch solche Menschen, die wegen ihrer Armut die regulären Preise für Medikamente nicht bezahlen können. Diese Menschen sollen mithilfe dieser Spam von Suchmaschinen auf die Angebote von Betrügern gelotst werden, die ihnen dann auch noch das letzte Geld aus der Tasche ziehen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen. Das schlimme daran: Die Opfer können auf die Spam hereinfallen, ohne den Spamcharakter zu bemerken. Sie sehen nämlich nicht die Spam, sondern die Auswirkung der Spam in der Reihenfolge der Ergebnisse, die von einer Suchmaschine ausgegeben werden. Und wer misstraut schon Google?

Zum Glück bleibt es beim Versuch. Denn die Spammer sind in ihrer kriminellen Gier immer noch blöd wie Scheiße und scheinen nicht einmal zu kontrollieren, ob ihre wirren „Mitteilungen“ überhaupt auf den zugespammten Seiten erscheinen. Sonst würden sie nämlich feststellen, dass solche Versuche hier vollkommen sinnlos sind. Ich habe meine Einstellungen in fast allen Blogs nämlich so gewählt, dass ein Kommentar mit mehr als vier Links niemals direkt sichtbar wird, sondern immer erst meiner Freischaltung bedarf. Wären die Spammer weniger gierig und würden sich auf ein oder zwei Links in solchen Dada-Texten beschränken, denn hätte ich viel mehr Mühe mit der Bekämpfung dieser Instrumentalisierung meines Schreibens durch Abzocker und Betrüger. Aber ein Spammer ohne Gier – das geht nicht.

Überflüssig zu erwähnen, dass diese Form der Spam auch an vielen Stellen erscheint und ihre Auswirkung auf die Suchmaschinen hat. Das bedeutet, dass alle Menschen im Zeitalter interaktiver Websites auch sehr vorsichtig mit Ergebnissen sein müssen, die von einer populären Suchmaschine wie Google geliefert werden – vor allem, wenn es um teure Medikamente, teure Markenprodukte (oder billige Nachbildungen dieser Produkte) und Dienstleistungen aus dem erotischen Geschäftsbereich geht. Denn diese Dinge werden in besonders auffälliger Weise mit dieser Art von Spam bekannt gemacht.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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