Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Billigflüge in alle Welt

Samstag, 15. März 2008, 17:20 Uhr

Heute gibt einmal eine Müllpost, die nicht dazu auffordert, dass man sein Geld in betrügerische „Casinos“ werfe oder es irgendwelchen vorgeblichen „Pillenhändlern“ gebe, die es dann natürlich behalten, ohne dass man eine Pille dafür sieht. Auch gibt es nicht den holpersprachen Brief irgendwelcher Bankangestellten weit draußen im Ausland (meist in Afrika), die einen Komplizen suchen, mit dem man Millionen von Dollars in gieriger, betrügerischer Absicht bewege – was am Ende dazu führt, dass das Opfer dieser Masche mit tausenden oder zehntausenden von Euro in Vorleistung getreten ist, während sich die versprochenen, riesigen Beträge in Luft aufgelöst haben.

Nein, heute gibt es etwas Abwechslung in der virtuellen Mülltonne, zu der mein Mailpostfach jeden Tag von Spammern gemacht wird. Es handelt sich um die Spam einer deutschen Firma, die sogar eine Anschrift und eine Steuernummer auf ihrer Homepage angeben kann, und die ganz offenbar glaubt, dass millionenfache, unverlangt zugestellte Mail ein adäquates Mittel wäre, Werbung für die eigenen Produkte zu machen. Es handelt sich um einen in HTML formatierten „Newsletter“ (den ich natürlich niemals bestellt habe, so dass auch dieses Wort der Mail nicht ihren Spamcharakter nehmen kann), den man vielleicht auch einmal in seinem richtigen Layout betrachten sollte. Ich habe hier zur Dokumentation eine PDF-Version der Spam erstellt. Von einer Inanspruchnahme der darin angepriesenen Dienstleistung rate ich angesichts des offenbaren Spamcharakters dieser Reklame nachdrücklich ab. In folgendem Beitrag ist nur der unformatierte Text der Spam zitiert.

Dem Absender dieser Müllmail kann ich nur zu bedenken geben, ob es wirklich in seinem Interesse liegt, durch die hier gewählte, gleichermaßen asoziale wie illegale Werbeform in den Dunstkreis jener krimineller Machenschaften zu geraten, innerhalb derer man sich sonst eben dieser Form bedient. Es ist in so einem Fall nicht einmal auszuschließen, dass eine derartige Mail von einem Konkurrenten mit dem Ziel der Geschäftsschädigung verfasst und massenhaft versendet wurde – ich kann das nicht beurteilen und empfehle dem so Geschädigten für diesen Fall dringend, die erforderlichen juristischen Maßnahmen einzuleiten und offensiv an die Öffentlichkeit zu treten, bevor der Ruf der Firma völlig ruiniert ist. Denn das kann teuer werden und sogar Existenzen vernichten.

Newsletter 03/08

Werter Absender, es handelt sich hier nicht um einen bestellten Newsletter, sondern massenhaft und mechanisch versendete Spamwerbung. Daran kann auch dieses Wort (übrigens in dicker, blauer Schrift) nichts ändern.

aktuelle Angebote von
www.dasticket.de

Und ich als Empfänger dieser illegalen Massenwerbung habe nicht das geringste Interesse an irgendwelchen Angeboten, sondern will einfach nur die virtuelle Post zur Kommunikation nutzen. Genau so wird es einem Großteil der Empfänger auch gehen, von daher ist diese Werbeform einfach nur widerlich.

Türkei – Istanbul
Nur Flug
Direktflug z.B. ab München oder Frankfurt ab € 29,-

Türkei – Ankara
Nur Flug
Direktflug z.B. ab Berlin oder München ab € 59,-

Türkei – Izmir
Nur Flug
Direktflug z.B. ab Hamburg oder München ab € 79,-

Ägypten – Kairo
Nur Flug
Direktflug z.B. ab München oder Köln ab € 79,-

Syrien – Damaskus
Nur Flug
Direktflug z.B. ab Frankfurt oder München ab € 235,-

Libanon – Beirut
Nur Flug
mit 1 Stop z.B. ab München oder Frankfurt ab € 249,-

Jordanien – Amman
Nur Flug
Direktflug z.B. ab Frankfurt oder München ab € 279,-

Marokko – Casablanca
Nur Flug
Direktflug z.B. ab Frankfurt oder Köln ab € 79,-

Darüber hinaus bin ich nicht daran interessiert, irgendwo hinzufliegen. Und wenn ich doch einmal flöge, so informierte ich mich gewiss nicht aus unverlangt zugestellter und illegaler Spam über verfügbare Angebote. Denn von Spammern erwartet jeder Denkende nur eines: Dass sie ihn bescheißen wollen. Und. Werden, wenn er auf solche „Angebote“ eingeht.

Von daher könnte nichts kontraproduktiver sein als eine Werbung mit Spam.

Hohenzollernstr. 156
80797 München

Tel.: 089.54x xxx 87
Fax: 089.54x xxx 88
info@dasticket.de
www.dasticket.de

[Die zitierten Telefonnummern wurden von mir unkenntlich gemacht, damit sich nicht Wirrköpfe zum Telefonterror aufgefordert fühlen. Es ist schlimm genug, wenn die asoziale und barbarische Form der Kommunikation von den Spammern ausgeht.]

Auch die Tatsache, dass da eine Anschrift und eine Telefonnummer drunter steht, macht diese Müllmail nicht zu einer legalen Form der Werbung. Und. Auch nicht zu einer erträglicheren.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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