Abt.: Schlecht gemachter Vorschussbetrug
Von: Judith .R. Faulkner <planner_plt_mgm@riungmitra.co.id>
Antwort an: judith_faulkner63@cash4u.com
An: Recipients <planner_plt_mgm@riungmitra.co.id>
So so, lt. Betreff eine Spende. Von jemandem, den ich nicht kenne. Von jemandem, der mich nicht kennt. Meine Mailadresse steht nicht als Empfänger drin, da diese Mail als BCC an ganz viele Empfänger auf einmal geht. In meinem Fall geht die Mail an eine Mailadresse, die vor einigen Monaten mit einer Schadsoftware aus dem Adressbuch im Smartphone eines Bekannten abgegriffen wurde. Diese Mailadresse kann man offenbar schon zusammen mit ein paar Millionen weiteren frischen Mailadressen für eine Handvoll Bitcoin in den Dunkelkammern des Internet kaufen. Und ich soll auch nicht an die Absenderadresse antworten, sondern an eine ganz andere Mailadresse. Auch, wenn es hier mal nicht eine GMail-Adresse ist, ist völlig klar, dass es sich um einen Trickbetrug handelt, bevor ich auch nur ein einziges Wort gelesen habe.
Hier soll einmal mehr ein Vorschussbetrug eingeleitet werden.
Ein Blick in den Mailheader zeigt mir, dass die Spam über eine IP-Adresse aus Indonesien versendet wurde. Mein alles vorsortierender rspamd hat für diese Mail 29,55 Punkte vergeben. Ab fünf Punkten gehts bei mir automatisch ins Spamklo.
Die einzige Frage, die sich mir zu dieser Spam noch stellt, ist, wie viele Milliönchen mir denn heute grundlos geschenkt werden sollen, weil ich so eine schöne Mailadresse habe, die man einfach so beim Fachhändler für Kriminalitätszubehör kaufen kann. Mal reinschauen:
Hallo,
Genau mein Name! 👍️
Ich bin Judith R. Faulkner, Gründerin von Epic Systems, Investorin und CEO von Epic Systems.
Na, immerhin kennt das Absender seinen eigenen Namen. Den kennt ja auch nicht jeder.
Ich bin einer der Eigentümer von Epic Systems. Ich habe 30 Prozent meines Privatvermögens für wohltätige Zwecke gespendet.
Geld hat das Absender. Geld, das es für wohltätige Zwecke ausgibt. Zum Beispiel, indem es das Geld irgendwelchen „Hallos“ wie mir in die Hand drückt. Das wäre in der Tat eine Wohltat, klingt aber ein kleines bisschen unglaubwürdig, wenn man auch nur kurz darüber nachdenkt.
Und ich habe auch versprochen, den Rest von 30 % dieses Jahr 2024 an Individual zu verschenken.
Ich heiße aber gar nicht „Individual“. Schon schade, wenn man zwar so viel Geld wie diese „Judith“ aus dem Kackloch des Spamklos hat, sich aber noch nicht einmal einen richtigen Dolmetscher leisten kann und deshalb Computerübelsetzungen benutzen muss, die manchmal auch ein bisschen komisch klingen können. 😅️
Einmal ganz davon abgesehen, dass diese Mail auch nicht digital signiert ist. Ich habe also weder eine Möglichkeit, festzustellen, dass der Absender im Besitz eines bestimmten privaten Schlüssels ist; noch habe ich eine Möglichkeit, festzustellen, dass der Text dieser Mail auf dem Weg durch das Internet nicht verändert wurde. Denn eine E-Mail wird völlig offen durch das Internet befördert und ist nicht nur so leicht lesbar wie eine Postkarte, sondern wesentlich einfacher zu manipulieren als eine Postkarte. Niemand mit geschäftlicher Erfahrung und einem halbwegs funktionierenden Gehirn als Schädelfüllmasse würde das so machen, wenn es um nennenswerte Geldbeträge ginge. Denn jeder Mensch, der regelmäßig mit größeren Mengen Geldes zu tun hat, weiß aus Erfahrung, dass es Diebe und Betrüger gibt und dass es auf diese Leute ungefähr wie ein Kackhaufen auf die Schmeißfliegen wirkt, wenn irgendwo größere Mengen Geldes herumliegen.
Ich habe beschlossen, €2,500,000.00 an Sie zu spenden. Wenn Sie an meiner Spende interessiert sind, kontaktieren Sie mich bitte für weitere Informationen.
Ah, 2,5 Megaeuro sind heute der Köder. 🎣️
Ein richtiger Dolmetscher hätte dieses Ding mit den Punkten und Kommas im Betrag übrigens beim Übersetzen in eine andere Sprache übrigens richtig gemacht. Wir Deutschschreibenden machen das ja genau anders herum wie die Menschen im englischen Sprachraum. Der hier verwendete Computerübersetzer konnte das entweder nicht – was mir sehr unwahrscheinlich vorkommt – oder die Spammer haben den Betrag noch nachträglich im Text verändert und dabei so geschrieben, wie sie es gewohnt sind.
Aber bevor ich an das ganze schöne Geld kommen kann, muss ich antworten und den Spammern auch schnell erklären, wer ich überhaupt bin, denn bis jetzt kennen die von mir nur eine Mailadresse. Wir kennen ja alle solche Anfälle von Wohltätigkeit, bei denen man irgendwelchen wildfremden Leuten einfach so ein dickes Bündel Banknoten in die Hand drückt. Oder auch mal ein kleines Köfferchen, wie damals, als die Politik der CDU von Unbekannten aufgekauft wurde. Aber das ging ja nicht an Unbekannte, und es hatte auch einen Zweck. Es ist einer der Gründe, weshalb es in Deutschland zurzeit so aussieht, wie es aussieht. 🍌️
If you are interested in my donation of €2,500,000.00 do contact me for more info.
Oh, ein Stück aus dem englischen Originaltext hat sich auch erhalten.
Diese Spam einer Betrügerbande wurde mechanisch erstellt und kommt daher ohne Grußformel.
Entf! 🗑️
Ich kenne zwar deinen Namen nicht, Spamempfänger, aber ich habe mir zum Ausgleich dafür einen schönen Namen für mich selbst ausgedacht. Ich bin Lizzie, der deutsche Geldsack aus deinem Posteingang und der beste Mensch aller Zeiten. Ich habe Geld. Verstehst du: Geld! Ich sitze auf meinem Porzellanthron und lasse es unter mir plumpsen, und ich gebe ein Viertel meines zusammengerafften Reichtums für allerlei Wohltätigkeiten aus. Ich musste dabei feststellen, dass die Kinder leider alle satt sind, dass die Armut in der Bundesrepublik Deutschland leider abgeschafft wurde, dass es leider auch mehr als genug Wohnungen und keine Obdachlosen mehr gibt. Ich habe deshalb meinem unsichtbaren Freund, mit dem ich jeden Tag über unsere neuen Pläne quatsche, versprochen, dass ich den Rest meiner nicht völlig verbrauchten
Wenn du jetzt gierdumm geworden bist und mein Geld haben willst, dann antworte mir mal, damit ich dir noch mehr schöne Dinge erzählen kann. Unverschlüsselt und offen wie eine Postkarte durch das Internet, denn es geht ja nur um Geld. Und nicht an die Absenderadresse, sondern an eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim Microsofts Freemailer, denn ich und meine Kumpels finden Handschellen immer sehr lästig und deshalb bleiben wir lieber anonym. Wenn du so naiv oder dumm bist, mir zu antworten, erzählen wir dir auch lauter tolle Geschichten vom Geld, am liebsten übrigens am Telefon, wo wir sehr geübt auf dich einquasseln können, bis wir dein Gehirnchen auslöffeln. Leider haben wir noch nie etwas von Schecks oder einer Überweisung gehört, und deshalb machen wir die kompliziertesten Methoden des Geldtransfers, die sich unsere kranke Betrügerfantasie nur ausdenken konnte. Dafür braucht man Anwälte, Treuhänder, Notare, Sicherheitsunternehmen und Spezialexperten aller Art, und alles kostet Geld. Geld, das du bezahlen sollst, weil Lizzie, dieses spendable Geldsäckchen, leider gerade nicht so flüssig ist. Ach ja, Vorkasse sollst du bezahlen. Über Western Union und Konsorten. Oder in Kryptogeld. Hauptsache, immer schön anonymisierend, denn wie ich schon sagte, mögen wir keine Handschellen. Wenn wir dich völlig abgemolken haben – manchen Leuten ziehen wir hohe fünfstellige Beträge raus, für die sie Darlehen aufnehmen und sich im Freundeskreis verschulden – bricht der sehr intensive Kontakt mit den täglichen Telefongesprächen ganz plötzlich ab. Dein ganzes Geld ist längst zum größten Teil im Puff und bei unserem Koksdealer. Von Leuten wie dir leben wir. Ansonsten verachten wir dich.
wir kennen von ihnen zwar nichts anderes als ihre Mailadresse, aber wir wollen ihnen trotzdem einfach grundlos eine Million Øre geben. Wir sind eine Spezialstiftung, von der sie noch niemas etwas gehört haben, und die irgendwelche total geehrten Begünstigten, die unter Spammern gehandelte Mailadressen haben, mit ganz viel Geld beschenkt. Wenn sie davon keinen gebieterischen Anfall akuter Heiterkeit bekommen, so dass sie vor Lachschmerzen kaum noch tippen können, dann schreiben sie uns ganz schnell zurück, damit wir ihnen noch mehr lustige Lügen erzählen können. Aber antworten sie nicht an die Absenderadresse, sondern an eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim dicksten Kumpel des Betrügers, bei Googles GMail. Und schreiben sie unbedingt diesen lustigen Code in eine unverschlüsselte und nicht digital signierte E-Mail, die auf ihrem ganzen Transportweg mitgelesen und sogar völlig unbemerkbar verändert werden kann. Das ist nämlich die einzige Sicherheitsmaßnahme von diesem Lonnie aus der Spezialstiftung. Es geht ja nur um Millionenbeträge, da braucht man keine Kryptografie, das geht auch auf Postkarten. Die laufende Nummer im Namensteil der Mailadresse gibt eine Vorstellung davon, wie viele Mailadressen diese Bande schon verbraucht hat und wie lange die Nummer schon gut genug läuft.
Spenden wurden mir ja bislang immer gespendet. Um sie zu „gewinnen“, müsste ich das schöne Geld schon in ein Casino tragen oder Lotterielose davon kaufen. Aber woher soll der Idiot, der mutmaßlich auf ChatGPT oder ein vergleichbares angelerntes neuronales Netzwerk den Prompt „Schreib mir bitte einen kurzen Text zur Einleitung eines Vorschussbetruges in deutscher Sprache. Meine Masche ist eine hohe Spende mit einer Bitte um Antwort“ losgelassen hat, auch noch solche Kleinigkeiten verstehen können. Der kann vermutlich noch nicht einmal Deutsch. Und das Geld hat er natürlich auch nicht rumliegen. Der kann nur spammen. 🚽️
Toll, du hast da 7,5 sinnlose Megadollar neben deinem Sterbebett rumliegen, und die willst du einfach irgendeinem Menschen spenden, der eine sympathische Mailadresse hat. So einem wie mir, dessen „Mailadresse für unseriöse Angebote“ aus dem Impressum du mit einem einfachen