Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Kreditkarte“

Auszahlung sichern

Sonntag, 7. Juni 2015

Auszahlung nicht verpassen

Schnell! Schnell! Geld hat Beine und läuft weg!

In nur einer Minute Kreditkarte und Kreditrahmen anfordern:
http://www.kartenabruf.net/[ID entfernt]/

Dort gibts ein Frameset mit einem einzigen Frame, damit die angehängte Affiliate-ID¹ nicht sofort auffällt. Eingebettet wird die Website unter der Domain firstgold (punkt) de, die sich übrigens schon eine beachtliche Reputation im „Web of Trust“ „erarbeitet“ hat. Wer einen Firefox verwendet, bekommt die „wunderschön“ himmelblaue Seite leider gar nicht mehr zu Gesicht, weil stattdessen eine dicke rote Warnung angezeigt wird, dass es sich um eine Website handelt, die als Betrugsversuch gemeldet wurde. Wer trotzdem noch darauf reinfällt… ach, ich kann da wohl auch nicht mehr helfen!

Garantiert keine Ablehnung!
Kreditrahmen bis 5.000 EUR, dazu echte goldene Kreditkarte.

Was diese Zusicherungen in Wirklichkeit bedeuten, kann man zum Beispiel hier in großer Ausführlichkeit nachlesen. Kurz zusammengefasst: Man kann für 50 Euro eine Prepaid-Kreditkarte kaufen [!] und ein Darlehen beantragen, und damit man so etwas Dummes auch tut, gibts eine Überdosis diverser Irreführungen.

Wir freuen uns auf deinen Antrag,
Tina Meister
VIP Betreuung

Juchu! Ich bin ein VIP! Ich kriege Spam! 😀

Keine weiteren Emails?
http://kartenabruf.net/del/[ID entfernt]/

Du mich auch!

Versender: Mailservice Ltd., SkyParks Business Center, Luqa LQA 4000, Malta

Wo bleiben eigentlich die bösen Bombenleger, wenn man sie mal brauchen könnte?

¹Wenn sie Betreiber von firstgold (punkt) de sind und etwas gegen die Spam ihrer offen illegal vorgehenden Affiliate-Partner unternehmen wollen – was ich übrigens angesichts ihres halbseidenen Geschäftsmodells nicht glaube – dann folgen hier die Informationen, die sie dafür benötigen: id=334 und group=3.

„Echte“ Kreditkarte mit bereits genehmigtem Überziehungslimit von >1/2< Jahreseinkommen – ohne Bankauskunft

Donnerstag, 19. September 2013

Nett von dir, Spammer, dass du das Wort „echt“ in Anführungszeichen schreibst. Damit auch jeder gleich sieht, was davon zu halten ist. :mrgreen:

Hallo, ich wünsche Ihnen einen schönen Tag,

Hallo, ich habe keine verdammte Ahnung, wer sie überhaupt sind.

Gehen Sie den leichten Weg und nehmen Sie das schufafreie Bankkonto mit Kreditkarte aus Südamerika.

Seien sie bitte so blöd und eröffnen sie ein „echtes“ Bankkonto in einem Land, von dem ihnen ein krimineller Spammer bei seiner gefälschten Absenderadresse verspricht, dass Bonität dort keine Rolle spielt.

Mit Ihrem halben Jahreseinkommen können Sie Ihre Kreditkarte sofort überziehen. Keine monatlichen Raten. Mit Ablauf der Karte (2 Jahre) ist das Konto auszugleichen. Monatlich brauchen Sie also nur die Zinsen zu zahlen und zudem sind die noch viel günstiger als bei Ihrer eigenen Hausbank.

Ich verspreche ihnen das Blaue vom Himmel herunter und erzähle ihnen wundersame Geschichten von Ländern, in denen den Banken egal ist, ob sie das Geld jemals zurückbekommen. Wenn sie darauf anspringen und mir Geld geben, gehe ich davon in den Puff.

Also ideal für Firmeninhaber, Angestellte und Pensionäre.

Das ist doch ideal für leichtgläubige Menschen.

Eröffnen Sie jetzt sofort Ihr Konto mit Kreditkarte. Hier finden Sie alle Informationen: YourEasyCreditCard und fügen Sie an ohne die Platzhalter:
c+o+m.

Die machen sie nämlich auch keine Gedanken darüber, warum ich die Adresse meiner anonym registrierten, kriminellen Websiten lieber nicht in der Mail ausschreibe und tippen das brav ab.

Mit freundlichen Grüßen

Mit der Freundlichkeit einer mechanischen Lüge.

Anton Richter

Dein Vorschussbetrugsspammer

Alles ohne Schufa: „echte“ Kreditkarte mit einem Limit von ^6^ Monatsgehaeltern

Montag, 29. April 2013

Oh wie schön, eine „echte“ Kreditkarte, bei der das „echt“ in Anführungszeichen steht, als wenn sie doch nicht ganz so echt wäre… :mrgreen:

Gleich mal reinschauen!

Hallo,

Der Spammer hat zwar keine Ahnung, wie ich heiße…

In Suedamerika bekommen Sie jetzt das Bankkonto mit Kreditkarte ohne SCHUFA.

…aber der Spammer hat trotzdem ein tolles Angebot für mich. Ich soll ein von ihm angebotenes Bankkonto außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union eröffnen und vermutlich auch mein Geld darüber laufen lassen. Das ist bestimmt ein sehr „seriöses“ Angebot. Genau so, wie die Kreditkarte „echt“ ist.

Übrigens weiß das Spammerchen auch im Jahr 2013 noch nicht, wie man einen Umlaut in die Mail bekommt. So wird wenigstens jedem klar, dass hier nicht etwa ein halbwegs seriöser Unternehmer schreibt, sondern ein technisch unbedarfter Lumpenkrimineller, der keine Lust auf Stil und Sorgfalt hat. Aber das wurde ja schon durch die Spam klar.

Ihr ueberziehungsrahmen auf der Kreditkarte ist sofort Ihr 6-faches Monatseinkommen.

In Südamerika interessieren sich die Banken also nicht für so ein trockenes Krämerzeug wie Bonität und geben einfach jedem ein Darlehen? Und das erfährt man nur durch kriminelle Spammer? Wer das glaubt, darf sich nicht wundern, wenn er so richtig abgezogen wird. Ich bin mir sicher, dass man dort nichts Brauchbares bekommt, aber trotzdem einen Batzen Geld als Vorleistung legen muss.

Eroeffnen Sie jetzt das neu Konto [sic!] mit Kreditkarte [Punkt fehlt] Besuchen Sie unsere Seite: CREDITCARDSLATINAMERICA und fuegen Sie an ohne die Fuellzeichen: c>o>m. [sic!]

Der Spammer schreibt lieber keine richtige und damit für die meisten Empfänger auch anklickbare Internetadresse in seine Schrottmail, sondern stellt seine Leser vor der Aufgabe, diese zusammenzusetzen und (möglichkerweise falsch) in die Adresszeile des Browser zu übertragen. Die Domain des großartigen „Finanzdienstleisters“, der bei der Registrierung einen russischen Namen, eine anonym einrichtbare Mailadresse bei einem russischen Freemailer und eine für Google Maps unbekannte Anschrift in der Dominikanischen Republik angegeben hat, ist immerhin schon einen halben Monat alt. Der etwas müde Trick, sich mit solchen „Denksportaufgaben“ für die Spamempfänger an Spamfiltern vorbeizumogeln, scheint also im Moment noch in vielen Fällen zu funktionieren. Wo eine Zeichenfolge wie „credit cards“ nicht sofort als Spam aussortiert wird, kommt eben so mancher Müll durch.

Wenn Sie Geld fuer private Anschaffungen oder als Unternehmer benoetigen, dann ist unser Angebot genau passend.

Der Spammer hat Geld im Angebot. Das Geld liegt aber bleischwer im Regel und geht nur durch illgeale und asoziale Spam weg. Mehr muss ich eigentlich nicht mehr zu diesem Müll sagen…

Mit freundlichen Gruessen

Alexander Schmidt

Mit mechanischem Gruß vom Dummgangster des Tages.

Ohne Schufa und aus Panama: Konto, Kreditkarte und **20000** Dollar Limit

Montag, 19. November 2012

Der Eindruck einer bei derartigen Geschäften eh komplett unnötigen Seriosität wird schon durch die Betreffzeile vermieden – und natürlich durch das kriminelle Werbemittel der Spam. Und wenn man dann sieht, welche Verrenkungen dieses sich selbst „Anton Weber“ nennende Arschloch macht…

Hallo,

Aus Panama bekommen Sie jetzt das schufafreie Bankkonto mit Kreditkarte.

Ihr Ueberziehungslimit ist sofort <<20.000 Dollar>> auf der Kreditkarte.

Falls Sie mehr Geld fuer private Anschaffungen oder als Unternehmer brauchen, dann ist unser Bankkonto mit Kreditkarte das richtige fuer Sie.

Stellen Sie Ihren Antrag auf: >=>YourFinanceService<=<=<=< (C 0 M) [sic!]

Mit freundlichen Gruessen

Anton Weber
Sachbearbeiter
YFS your finance service

…um zu sagen, was man jetzt in seinem Browser eingeben soll, aber die Domain doch lieber nicht anzugeben, weil die schon jetzt durch keinen Spamfilter dieser Welt mehr hindurchkommt, dann bricht besonders große Heiterkeit aus.

Ja, diesen Leuten gibt man doch ganz besonders gern die „nur 249,– Euro“ für ihre Versprechungen! Es ist zu erwarten, dass man diese fünf braunen Lappen vollständig anonym über MoneyGram oder Western Union verschenken soll, und es würde mich nicht im Geringsten überraschen, wenn da hinterher doch noch ein paar weitere „Kosten“ kommen, die auf genau die gleiche Weise beglichen werden… :mrgreen:

@Kreditversorger

Montag, 13. August 2012

Screenshot der Timeline des Twitter-Spammers @Kreditversorger mit dem immer gleichen Tweet: Kostenlose Kreditkarte, bis zu 7 Wochen zinsfreien Kredit, gefolgt von einer nicht empfehlenswerten URL

Klar, du Idiot mit dem einseitigen Mitteilungsbedürfnis, der Flut von Spamfollows und dem extremen Einfallsreichtum beim Einkleiden deines tollen Angebotes – laut deiner Kurzbio auch „ohne Schufa moeglich“ – in idiotische Worte machst überhaupt nicht den Eindruck eines saudoofen Betrügers…

Neuen 2012 Wichtige Updates!

Mittwoch, 4. Januar 2012

Aber einen ganz neuen, und ganz wichtige Updates! Ziemlich neu ist die Phishing-Idee, die in dieser Spam verbastelt wurde, und von daher ist sie auch ein bisschen gefährlich. Es soll nicht auf einen Link geklickt werden, sondern stattdessen ist ein „Formular“ zum „Ausfüllen“ an die Mail gehängt – offenbar haben die Warnungen der Polizeien und Banken, nicht auf Links in Mails zu klicken, um dann irgendwelche Kontoinfos an lichtscheue Typen zu geben, eine gewisse Wirkung entfaltet. Und jetzt müssen die Phisher ein bisschen kreativ werden. Aber wenn man seinen Strunztext dermaßen bescheuert formuliert, dann wirds auch nichts mit der tollen neuen Masche.

Sehr geehrter Inhaber der Kreditkarte,

Hallo! Deinen Namen kennen wir nicht, aber immerhin versuchen wirs mal mit dem „sehr geehrter“, während wir dich in Wirklichkeit verachten.

Ihre Kreditkarte wird vorübergehend für neue Sicherheits-Updates gesperrt.

Wie jetzt, für meine Kreditkarte gibts keine neue Sicherheit mehr?! :mrgreen:

Wir müssen unsere Datenbank zu aktualisieren jedes Jahr. Aus diesem Grund haben wir vorübergehend Ihre Kreditkarte gesperrt.

Klar, Kreditkarten werden jedes Jahr einfach alle gesperrt, weil da irgendwelche Leute an den Datenbanken rummachen. Die Umsatzausfälle sind den Banken dabei völlig egal, deshalb machen die Banken das auch so. Großes Spamkino!

Ihre Kreditkarte wird freigeschaltet, nachdem Sie und laden Sie das beigefügte Formular werden.

Alles klar? Na, dann…

Danke,
Visa und Mastercard Support Team.
© Copyright Visa Europe 2012

danke für die Mitarbeit an diesem Beschiss.

Das „beigefügte Formular“ ist übrigens eine HTML-Datei als Mailanhang mit einem HTML-Formular drin. Ich habe das mal ein bisschen bearbeitet, so dass auf keinen Fall Daten an die Verbrecher gehen können und hier hochgeladen, damit sich jeder anschauen kann, wie so ein Mailanhang „gebaut ist“¹. Die eingebetteten Grafiken werden übrigens aus dem halben Internet nachgeladen, und wie man in einer HTML-Datei die HTML-Entity für einen Umlaut schreibt, scheint zu diesen technischen Spezialexperten der organisierten Internet-Kriminalität noch nicht vorgedrungen zu sein.

Anders, als bei Links auf bekannte Phishing-Sites, wird hier vom Browser oder vom Mailclient niemals eine Warnung ausgegeben, und doch ist im Original ein von den Kriminellen verwendeter Server das Ziel für die eingegebenen Daten. Wer sich auf die „eingebaute Sicherheit“ seines Browsers oder seiner Mailsoftware verlässt, ist also wieder einmal verlassen. Wer aber seinen Kopf einschaltet, löscht die Spam schon nach den Worten „Sehr geehrter Inhaber der Kreditkarte“, denn so würde keine Bank dieser Welt ihre Kunden ansprechen – und vom Rest des Textes dieser Müllmail will ich gar nicht erst reden. Aber ich befürchte, dass da bald bessere Mails umlaufen.

¹Geändert am 17. Dezember 2013. Zwei Jahre nach der Masche erscheint es mir nicht mehr notwendig, diese Datei hier zu halten, zumal sie zu Fehlerkennungen durch gängige Sicherheitsprogramme führt.

Aktuelle Phishing-Warnung

Freitag, 2. Dezember 2011

Im Moment läuft eine neue Phishing-Masche, die mir recht gefährlich vorkommt, obwohl ich noch keine der Spams gesehen habe.

Die betrügerischen Mails stamen angeblich von der Deutschen Bundesbank. In ihnen wird behauptet, dass es seit Kurzem eine Kooperation zwischen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und diversen Kreditinstituten gäbe, die dem Handel mit gestohlenen Kreditkarten entgegentreten wolle. Die Empfänger der Mail werden aufgefordert, ihre Kreditkarte zu „verifizieren“ und den spammenden Betrügern damit die erforderlichen Daten zu geben, um die Kreditkarte in kriminellen Geschäften missbrauchen zu können. Wenn dies nicht sehr kurzfristig geschieht, soll die Kreditkarte sehr schnell gesperrt werden.

Wie schon die Erwähnung auf „Unser täglich Spam“ erahnen lässt, kommt diese Spam nicht von der Deutschen Bundesbank und auch alle weiteren Angaben und Behauptungen in diesen Mails sind unzutreffend. Wer darauf bereits reingefallen ist, sollte jetzt sofort die Sperrung seiner Kreditkarte veranlassen und seine kontoführende Bank von diesem Vorgang in Kenntnis setzen. Die meisten Menschen werden allerdings hoffentlich so vernünftig sein, dass sie niemals auf die Idee kommen, derartige Daten nach Empfang einer simplen, nicht digital signierten E-Mail (deren Absender beliebig fälschbar und für den Empfänger ohne digitale Signatur unüberprüfbar ist) in irgendeine Website einzutragen.

Es ist übrigens schade, dass die Deutsche Bundesbank in ihrer Presseerklärung nicht den Text der Spam veröffentlicht hat, weiß ich doch aus meiner alltäglichen Erfahrung mit „Unser täglich Spam“ sehr genau, dass viele Menschen nach Texten aus der Spam suchen, wenn sie nähere Informationen erhalten möchten. Aber immerhin wird in einer Presseerklärung deutlich Stellung bezogen, und dies ist auf der Startseite sichtbar. So einen offenen Umgang mit diesem Thema wünschte ich mir von jedem Unternehmen und von jeder Institution, deren Namen von Kriminellen für Internetbetrügereien missbraucht werden.

Ihre Kreditkarte wurde gesperrt

Samstag, 13. August 2011

Aber ich habe gar keine Kreditkarte…

Die Mail kommt von einer angeblichen „Creditcard Association, Margarito Felton“, was ein gnadenlos dummer ausgedachter Name für einen Phishing-Versuch ist. Wenn man wegen seiner Kreditkarte wirklich eine Nachricht bekommt, dann natürlich von dem Unternehmen, mit dem man den Vertrag über die Kreditkarte hat… und eine solche Nachricht wird niemals als unsignierte Mail kommen, sondern in der Regel als Brief. Insbesondere würde in so einer Mail niemals dazu aufgefordert, auf einen Link in der Mail zu klicken und persönliche Daten einzugeben. So etwas machen nur Betrüger.

So viel dazu. Wer daran denkt, kann auf einfaches Phishing kaum noch hereinfallen – sehr anders kann es hingegen aussehen, wenn persönliche Daten zusammen mit einer Kreditkartennummer bei einer der kürzlichen ausgebeuteten Datenschleudern herumlagen. Vor allem Sony hat den Kriminellen eine große Menge Datenmaterial geliefert. Dieses Material wird von Kriminellen benutzt werden, vielleicht sogar für „persönliche“ Briefe mit der Sackpost, die natürlich viel überzeugender gestaltet werden können. Der Vertragspartner ist bekannt und eine namentliche Anrede des Betrugsopfers ist möglich. Die Datenhaltung bei Sony war verantwortungslos und ist für die Internet-Kriminellen eine Goldgrube. Derart missbrauchbare Daten hätten niemals auf einen ständig mit dem Internet verbundenen Rechner gehört. Den Schaden haben die vielen Menschen, die in eine sichere und verantwortungsvoll betriebene Datenverarbeitung bei einer renommierten Firma vertraut haben, und sie werden diesen Schaden auch niemals von der in Wirklichkeit bis zur Dummheit fahrlässigen Firma ersetzt bekommen. Ich wünsche mir sehr, dass solche Vorfälle nicht vergessen werden und viele Menschen vom Vertrauen in anderen Firmen abhalten. Der einzige funktionierende Datenschutz – der immer auch ein Schutz vor den Machenschaften der Internet-Verbrecher ist – ist äußerste Sparsamkeit beim Herausgeben von Daten.

Sollten sie jemals eine überzeugend gestaltete Mail empfangen oder gar einen Brief bekommen, der von ihnen eine Freischaltung einer Kreditkarte oder eines Kontos fordert, klären sie diese Sache bitte telefonisch mit ihrem Kreditinistitut, bevor sie auch nur daran denken, das Verfahren durchzuführen. Und nehmen sie nicht gerade eine Telefonnummer aus der fraglichen Mail oder aus dem fraglichen Brief, sondern aus gesichert echter Korrespondenz.

Guten Tag,

Wie immer ist eine persönliche Anrede bei der betrügerischen Massenware der Phishing-Spam nicht möglich. Jede Bank und jeder Geschäftsmann würde Kunden namentlich ansprechen.

wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ihre Kreditkarte aus Sicherheitsgründen vorläufig gesperrt wurde.

Huch, aus Sicherheitsgründen! Unter tiefstem Bedauern! Und ohne weitere Angaben! Warum nicht gleich einfach nur „aus Gründen“? Sehr glaubwürdig…

Um Sie gegen den Missbrauch ihrer Kreditkarte zu bewahren [sic!], haben wir neue Sicherheitsmechanismen eingeführt. Um diese einzuschalten und gleichzeitig ihre Kreditkarte zu entsperren, brauchen Sie nur das Online-Formular auszufüllen.

Schon klar, neue Sicherheitsmechanismen. Und davon wurde den Kunden vorher gar nichts mitgeteilt, es gab kein Schreiben, dass man demnächst einen kleinen, nervigen, technischen Vorgang ausführen muss, das wird einfach so gemacht und die Karte wird einfach so gesperrt… ist ja niemand darauf angewiesen, über sein Geld zu verfügen. So springen vielleicht Verbrecher mit ihren Opfern um, aber niemand mit den Kunden, von denen er lebt.

Da „schaltet man doch sofort die Mechanismen ein“, indem man…

Bitte folgen Sie den Link, um die Sicherheitsmassnahmen einzuschalten.
http (doppelpunkt) (doppelslash) www (punkt) creditcard (punkt) com (slash) online (slash) cc_measures (slash) verification (punkt) php (?) country (gleich) de (?) app (gleich) 1988359160

…in einer anonym gehaltenen Spam herumklickt. Die Mail ist übrigens HTML-formatiert und der Link geht in Wirklichkeit zu einer Seite in der Domain ijasmine (punkt) cn. So kann jeder, der vor dem Klicken einen Blick in die Statuszeile wirft, bemerken, dass hier vorsätzlich ein falscher Eindruck erweckt wird, der recht sicher auf eine Betrugsabsicht hindeutet. Deshalb wird so etwas ja auch in der Statuszeile angezeigt.

Thunderbird erkennt übrigens diese Technik und gibt eine deutliche Warnung beim Klick aus. Das ist ein Grund mehr, eine richtige Mailsoftware zu verwenden und sich nicht ohne Not auf technisch eingeschränkte Webmailer zu beschränken. Zumal so ein hervorragendes Programm wie Thunderbird kein Geld kostet…

Wer trotz aller Warnungen auf den Link geklickt hat (und die nächste Warnung im Firefox, dass es sich um eine als betrügerisch gemeldete Website handelt, ebenfalls ignoriert), der bekommt die folgende Gelegenheit zum Datenstriptease vor Kriminellen:

Screenshot der Phishing-Site

Ach, wie hübsch hier doch Visa und MasterCard unter einem Hut gekommen sind. Mit den eingegebenen Daten ist übrigens ein beliebiger Missbrauch der Kreditkarte durch Kriminelle möglich, und die werden diese Möglichkeit zu nutzen wissen. Deshalb…

Bitte füllen sie das Formular vollständig und sorgfältig aus!
Bitte beachten Sie, dass ihre Kreditkarte solange gesperrt bleibt, bis Sie das Formular vollständig ausgefüllt haben.

…legen sie ja auch so viel Wert darauf, dass man da sorgfältig ausfüllt. Wer solchen Betrügern etwas Spaß bereiten will, kann ja mal ein paar Daten eintragen. Die Halunken freuen sich immer über frische Daten.

CreditCard Association,
8 Rue des Artisans
9131 Bettembourg, Luxembourg

Coole Firmierung! Fast so überzeugend wie eine Bank, die sich Geld Gesellschaft nennt. 😀