Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Hundert Prozent“

Die Revolution in der Handelstechnologie

Samstag, 9. Januar 2016

Hallo!

Ja, das bin ich! Das ist aber nur mein Vorname.

Fragen Sie jeden professionellen Trader um den besten Weg zum Verdienen Geld mit Binary-Options und er wird beantworten:

Handeln Sie mit O.S.A.P!

Du fragen professionelles Börsenzocker was nehmen zum Verdienen Geld mit hochspekulative Wettzettel und er wird sagen dir: Du müssen nehmen Zeugs von asoziale, illegale Spammer, das sein Bestes von Bestes von der Welt.

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Detail aus der betrügerischen, mit Spam beworbenen Website: 100% Security, SSL protectedDeshalb du klicken auf „klick hier“ in Spam um zu sehen mehr von Frontallappenkirmes in Spammerhirn. Ist auch volle und satte gülden im Kopfdunkel leuchtende hundert Prozent Security und „SSL-Protected“, obwohl diese Seite völlig unverschlüsselt übertragen wird. Nicht einmal für ein kostenloses Zertifikat von Let’s Encrypt hat es gereicht.

Wenn so eine Kleinigkeit schon eine Lüge ist, dann wird der fröhlich rausgeplapperte Bullshit von geheimen Reichwerdmethoden im eingebetteten Video¹ doch wenigstens stimmen, oder?! :mrgreen:

Zum Glück bedarf es solcher Kennzeichen einer bemerkenswerten Kombination von Dummheit, Leserverachtung und Betrugswillen in derartigen Spams gar nicht. Jeder Mensch mit einem ganz normal funktionierenden Gehirn ist dazu imstande, sich folgende Fragen zu stellen:

  1. Wenn jeder damit reich werden kann, warum wird der Spammer nicht einfach damit reich, statt zu spammen?
  2. Wenn Geld für den Spammer kein Problem ist – er hat ja eine Reichwerdmethode – warum verbreitet er dann seine Ideen über illegale und höchst asoziale Spam? Er hat es doch gar nicht nötig, das billigste verfügbare Werbemittel zu nehmen und dabei wie ein kleiner, schäbiger Verbrecher zu wirken…
  3. Warum setzt der Spammer keinen direkten Link in seiner Drecksmail, sondern geht über eine Wegwerfdomain, die zur eigentlichen Seite in der Zieldomain weiterleitet? Und warum wird dabei eine Affiliate-ID an die URI drangehängt? Der hat so ein unseriöses Pfenniggeschäft doch gar nicht nötig, der Spammer, der eine Reichwerdmethode an den Interessierten bringen will… 😀

Das One Step Ahead Program ist eine revolutionäre Auto-Trading-Software, die jahrelang entwickelt und von über 1000 Mitgliedern getestet wurde.

Die Software ist so toll, dass man davon nur aus der Spam erfährt. Und dabei hat sie ein tolles und für viele Menschen sicherlich interessantes Funktionsmerkmal:

Jetzt, das Wichtigste dabei ist, dass ein durchschnittlicher User unserer Software jeden Tag von 1350$ bis auf 3700$ verdient!

Sie macht jeden Tag so viel Geld, wie viele Menschen im ganzen Monat nicht zur Verfügung haben.

Sie müssen es prüfen!

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Nein danke, Spammer, ich habe genug geprüft.

Ich meine es bitterernst!

*prust!*

Testen Sie das Programm für sich selbst, aber teilen Sie die Info mit keinem der Mitglieder, die die Chance der Art nicht bekommen haben.

Ganz geheime Geheimsache aus der ganz geheimen millionenfachen Geheimspam, bitte ganz geheim halten. 😀

Eine schöne Woche!

George Stark

Einen langjährigen Aufenthalt im Knast wünsche ich dir!

Dein dich „genießender“
Nachtwächter

250Direct, 1745 Broadway, New York, 10019

Liebe Meteoriten, nutzt eure Chance! 👿

Unsubscribe from this newsletter instantly. Report Abuse

Und zuletzt auch für Uninteressierte die üblichen Möglichkeiten, den Spammern mitzuteilen, dass ihre Spam ankommt, gelesen wird und sogar beklickt wird. Ein Klick darauf wird Folgen haben, jeden verdammten Tag mindestens dreißig im Posteingang.

¹Das Video liegt bei YouTube. Ich habe es dort selbstverständlich schon gemeldet und hoffe, dass es in Kürze verschwindet, deshalb verlinke ich es nicht.

Buchungsbestätigung! Vielen Dank! RechnungsNr.: 152695

Donnerstag, 12. November 2015

Oh, ich war einige Tage nicht so richtig an der Mail, und mir kommt eine Flut erkannter Spam entgegen!

ACHTUNG! 100% Garantie

Hey, Spammer! Im Betreff hast du noch von einer Buchung und einer Rechnung gefaselt. So merkt wenigstens jeder, dass du ein kriminelles Geschmeiß bist, das mit allen Mitteln um Aufmerksamkeit für seine Spam buhlt. Scheint ja auch nötig zu sein, denn du hast etwas im Angebot, was keinen Menschen interessiert: Geld, viel Geld!

Verdienen Sie noch bis Weihnachten mindestens und garantiert 145.000 Euro!

Nichts kann die Entfaltung des Schwachs… ähm… dieses Textes des Genres „Spam eines kriminellen Reichwerdexperten voller irreführender Behauptungen und Lügen“ stoppen. Ohne Umschweife kommt er zur Sache: Hundertprozentig garantiertes Geld; zweihundertneunzig lila Lappen in den nächsten 43 Tagen. Mindestens. Und garantiert. Und hey, das stimmt wirklich, denn…

Nach dem heutigen Bericht auf einem deutschen Nachrichtensender,

…ein deutscher Nachrichtensender, der leider keinen Namen und keine Website hat und auch keine verlinkbare Meldung hat, hat gemeldet…

haben sich in wenigen Stunden schon über 5000 Mitglieder eingetragen!

…dass in den nächsten 43 Tagen mindestens und garantiert 1,45 Millionen lila Lappen der europäischen Zentralbank entstehen, nur weil leichtgläubige Spamempfänger „Mitglieder“ geworden sind.

Auf Grund der hohen Nachfrage müssen wir dieses kostenlose Angebot in wenigen Stunden beenden!

Der Marktschreier hält ein Stück Tinnef hoch und brüllt „Nur so lange der Vorrat reicht“. Neben ihm steht ein Karton, hinter ihm steht ein Container und hinter dem Container eine riesengroße Lagerhalle. :mrgreen:

Nutzen Sie noch schnell die Chance Ihres Lebens und verdienen Sie garantiert heute noch mindestens 543,40 Euro!

Hey Spammer! Wenn das der Tagesverdienst ist, dann kommen bis zum ersten Weihnachtstag aber „nur“ mindestens und garantiert €23.366,20 und nicht deine mindestens und garantiert 145 Kiloeuro, von denen du weiter oben blahfaselt hast. Aber Leute, die rechnen können oder die Kulturtechnik der Bedienung eines Taschenrechners erlernt haben, sind eh viel zu schlau für deine kriminelle Abzockernummer.

Hier geht es zur Webseite: >Hier klicken<

Wer da klickt, lasse alle Hoffnung fahren. Der Klick führt zunächst mit eindeutiger ID auf ein Weiterleitungsskript, danach auf die Website in der vor zwei Wochen über einen Dienstleister aus dem sonnigen Panama anonym registrierten Domain arbeit (strich) von (strich) zuhause (punkt) net. Wer mal wieder herzlich lachen will, ohne gleich seine Computersicherheit aufs Spiel zu setzen: Ich habe einen Screenshot des spammigen „Meisterwerkes“ zu Flickr hochgeladen.

Übrigens, Binäre Optionen sind Wettzettel auf beliebige Börsenereignisse, die in der Regel mit Abzockerquoten daherkommen. Wenn ich sehe, dass so etwas in der BRD prinzipiell erlaubt ist, dass es aber gleichzeitig gesetzlich verboten ist, sich jeden Mittwochabend zum geselligen Pokern um Centmünzen zu treffen, wird mir ganz schlecht. 🙁

Für Sie bleibt es für immer absolut kostenlos, wenn Sie sich noch innerhalb von 48 Stunden eintragen!

Im Durchschnitt verdient ein Mitglied 147 Euro pro Stunde!

Merke: Rd. 150 Øre pro Stunde sind rd. 550 Øre pro Tag. Aber wer rechnen kann und über die Zahlen nachdenkt, der gehört nicht zur Zielgruppe dieses freundlichen, kriminellen Reichwerdexperten mit seiner asozialen Spam. Und wer das nicht glaubt…

Glauben Sie nicht?

Dann testen Sie es kostenlos! Sie haben nichts zu verlieren!

…kann es ja einfach ausprobieren. Komm, klick schon in die Spam! Du hast nix zu verlieren! Klick schon! Es gibt auch…

Genau mit dieser Methode verdienen Experten mehrere Millionen Euro im Jahr!Werden auch Sie dieses Jahr wohlhabend!

…Millionen für alle. Millionen! Verstehst du‽ Millionen! KLICK SCHON!

Weia, man muss schon sehr doof sein, um darauf reinzufallen. Aber Doofe sind eben gut für die kriminellen Geschäftsmodelle der Spammer. Und jetzt, ihr Doofen:

Schauen Sie sich den Bericht (Video) an!

Hier geht es zur Webseite: >Hier klicken<

Klickt endlich! Der Spammer hat euch sogar extra nochmal einen zweiten Klickmich-Link gesetzt, weil er euch für zu doof hält, den Text zurückzuscrollen. Mit Qualitäts-Linktext „Click here“, den es nur in Spam und völlig unseriöser Reklame gibt, aber niemals in halbwegs erwünschter Kommunikation.

Oh, habe ich eben Spam geschrieben?

Wir akzeptieren keinen Spam. Sie bekommen diese Nachricht, weil Sie sich bei uns eingetragen haben. Im Zweifelfall können Sie sich immer aus unserem Verteiler austragen: Hier abmelden

Der Spammer sagt: Alle sind Spammer, nur ich nicht. Er ist eben ein Arschloch, das Doofe für seine halbseidenen bis kriminellen Nummern sucht.

Entf!

OFFIZIELLE GEWINNBENACHRICHTIGUNG

Samstag, 31. Oktober 2015

Oh, ich bin erfreut! Die Vorschussbetrüger haben mal nachgeguckt, wie man das Wort richtig schreibt, so dass es keine „Benachritigung“ mehr ist. Leider haben sie nicht nachgeguckt…

Sehr geehrte Begьnstigten, Bitte lesen Sie die beigefьgte Gewinnbenachrichtigung, fьllen Sie das Formular aus und senden Sie von fax Ihren Anspruch Rechtsanwalt Dr. Joseph Aragonez . TELL / 0034 632-052-xxx / FAX / 0034 917-903-xxx

…wie man in einer derart kurzen Spam auch noch das Kunststück hinkriegt, dass lustige Punkte über manchen deutschen Vokalen stehen, und so erscheinen da halt fröhliche kyrillische Einsprengsel.

Die „beigefьgte Gewinnbenachrichtigung“ ist ein 211 KiB großes PDF-Dokument¹, dem auch ein typografischer Grobschmecker überdeutlich ansieht, dass der Autor einfach einen anderen Betrugsbrief bearbeitet hat, ohne sich darum zu kümmern, auch die gleichen Schriftarten zu verwenden:

So sieht der Betrugsbrief aus

Für alljene, die wegen eines derartig „überzeugenden“ angehängten Schriebs an einer mies gemachten Spam glauben, dass sie ganz dicke Gewinner seien und die deshalb ganz viel Geld für allerlei Vorleistungen mit Western Union zu anonymen Empfängern senden, gibt es immerhin noch einen Trost in der Trübsal ihres gut abgedunkelten Oberstübchens:

Detail aus dem PDF: Siegel mit dem Text 'El Gordo Money back 100% GURANTEED'.

Dieser Gewinn kommt mit 100%-Geld-zurück-Garantie! 😀

¹Es ist grundsätzlich eine dumme und schlechte Idee, Anhänge aus einer Spam zu öffnen. Das bisschen befriedigte Neugierde steht in keinem guten Verhältnis zum möglichen Ärger. Wer nicht weiß, wie man einen besonders gesicherten Computer für diesen Zweck herrichtet – und nein, ein Antivirus-Schlangenöl und eine „Personal Firewall“ sind kein ausreichender Schutz – sollte gar nicht erst darüber nachdenken!

Schanmann

Montag, 5. Oktober 2015

So nannte sich der Kommentator mit einer dynamischen IP-Adresse von Kabel Deutschland, der heute mittag ausgerechnet hier auf Unser täglich Spam den folgenden handgeschriebenen „Kommentar“ zu einem über drei Jahre alten Text verfasste, ganz so, als ob es hier keine Spamfilterung gäbe:

Mein absoluter Favorit ist um online Geld zu verdienen ist Affiliate Marketing.
Jeder kann mit einer Internetseite mit und ein passendes Thema, in dem mann sich gut auskennt sofort seine ersten EUROS verdienen. Natürlich sollten die Inhalte stimmen und für das Thema eine spezielle Markt Nische für die Werbung bestehen.
So einfach wie ich beschrieben habe, ist es natürlich nicht, aber mit etwas Fleiß und durchhalte Vermögen auf jeden Fall möglich.

Als „Homepage“ hat der freundliche Kommentarspammer und Tippgeber an der hart umkämpften Front des Reichwerdens ein YouTube-Video mit dem tollen Titel „Geld verdienen im Internet 100% ohne sponsern! Gutes Geld von zuhause im Internet verdienen 255€-Tag“ angegeben, das ich natürlich sofort bei YouTube als Spam gemeldet habe, so dass es hoffentlich bald weg sein wird. Das hilft leider nur kurzfristig, denn ein neuer Upload in einem der sechs weiteren Sockenpuppen-Accounts, die voll des Lobes über das tolle Video waren, ist ja schnell gemacht. Aber immerhin: Eine Falle für naive Menschen ist beseitigt. 😉

Und jetzt noch ein fröhliches Wort an den werten Kommentarspammer:

Übrigens finde ich es ganz schön gefährlich, dass du, der du dich bei jedem Internetmitgestalter nachhaltig unbeliebt machst, eine Überwachungskamera in deiner Wohnung hast, die über HTTP zugänglich ist. Wenn ich nur halb so kriminell wäre wie du, hätte ich mir Zugang verschafft und ein paar hübsche „Fahndungsfotos“ von dir gemacht. Vielleicht solltest du das mit der Technik noch ein bisschen lernen. Mit dem vielen Geld, das du mit „Affiliate Marketing“ (nur echt mit dem Deppen Leer Zeichen) verdienst, sollte doch mal ein Grundkurs drin sein. Da lernst du dann vielleicht auch, wie man sich bei solchen Aktionen ein bisschen anonymisiert. :mrgreen:

Ach!

Re Gewinnbenachrichtigung.

Dienstag, 21. Juli 2015

Lange nichts im Spamlotto gewonnen…

Absender: Internationale Lotteriekommission <andrealcate (at) gmail (punkt) com>

Genau! Von einem „Lotterieveranstalter“, der nicht die paar Euro für eine eigene Domain und einen eigenen Mailserver übrig hat und deshalb eine kostenlos und anonym verfügbare Mailadresse bei einem Freemail-Anbieter für seine geschäftliche Kommunikation verwendet, der sich in seinen Nutzungsbedingungen das unverschämte Recht rausnimmt, jede E-Mail mitzulesen und für Reklamevermarktungszwecke auszuwerten. Es geht ja nur um viel Geld, wer will denn da noch Diskretion?

Wir freuen uns, mitteilen zu kцnnen, die Verцffentlichung des preisgekrцnten Benachrichtigung. Beigefьgt ist die Originalkopie der preisgekrцnte Anzeigeschreiben.

Herzliche Glьckwьnsche.

GrьЯe
RAUL J. GONZALEZ..


This email has been checked for viruses by Avast antivirus software.
https://www.avast.com/antivirus

Tja, bei einer so kurzen und dabei doch so peinlich fehlerhaften Mail fehlt nur noch der Blick in die „Originalkopie [!] der preisgekrönte Anzeigeschreiben“; ein Blick der bei Deutschlehrern Gruseln und bei den meisten anderen Menschen spontane Heiterkeit auslöst. Es handelt sich um das folgende PDF-Dokument – zum Vergrößern einfach das Vorschaubild anklicken:

Screenshot der angeblichen Gewinnbenachrichtigung zur Einleitung eines Vorschussbetruges

Detail aus der angeblichen Gewinnbenachrichtigung: Siegel mit dem Text 'El Gordo Money back 100% guaranteed'.Das absolut Besteste daran: Wenn einem der Gewinn nicht gefällt, gibts eine hundertprozentige Geld-zurück-Garantie. So wird einem schon bei der erfreulichen Mitteilung, dass man ohne jeden Kauf eines Lotterieloses 950.000 Øre gewonnen hat, weil ein Agent der Lotteriekommission den Namen gekauft hat, völlig klar, dass da wohl doch noch eine Menge Geld zu löhnen ist, bevor das (nicht-existente) Milliönchen kommt. „Nett“ auch, dass sich der „Lotterieveranstalter“, der zwar Millionengewinne ausschüttet, aber die paar Euro zwanzig für einen richtigen Dolmetscher nicht entbehren kann, bei allen Empfängern für die Teilnahme bedankt, obwohl niemand freiwillig und bewusst teilgenommen haben kann.

Aber warum sollten sich miese Vorschussbetrüger auch nur ein bisschen Mühe mit ihren Nummern und ihren Texten geben? Dann könnten sie doch auch gleich arbeiten gehen… :mrgreen:

Wer einmal vergleichen möchte: Das angehängte PDF ist praktisch identisch mit der Gewinnbenachrichtigung aus dem Mai dieses Jahres, und auch ansonsten haben die Vorschussbetrüger nichts an ihrer schlecht vorgetragenen Nummer verbessert.

Das kann leider nur eines bedeuten: Die haben damit genug Erfolg. 🙁

Es gibt also Menschen, die nach so einer E-Mail mit einem derartigen Anhang wirklich

  1. …an einen möglichen Lotteriegewinn glauben, obwohl sie bei der Lotterie niemals ein Los gekauft haben;
  2. …ein mies gestaltetes Formular aus der E-Mail eines unbekannten Absenders mit genug Daten für einen kriminellen Identitätsmissbrauch ausfüllen;
  3. …keine Zweifel entwickeln, wenn ein Lotterieveranstalter die Millionengewinne nicht von einer preisgünstigen Bank verwahren lässt (und Zinsen dafür kassieren kann), sondern in Form bunter Läppchen bei einer obskuren und hohe Gebühren fordernden „Sicherheitsfirma“ hinterlegt;
  4. …für möglich halten, dass derartige „Sicherheitsfirmen“ zwar Millionenbeträge verwalten, aber dennoch keine Bankkonten haben und deshalb weder eine Banküberweisung noch einen Scheck empfangen können, so dass man ihnen alles Geld vollständig anonymisiert über Western Union, MoneyGram und Konsorten übertragen muss; und
  5. …sich nicht eine einzige verdammte Sekunde lang daran stören, dass die gesamte E-Mail-Kommunikation über derartige Angelegenheiten – immer daran denken: Wenn die Geschichten stimmten, ginge es um verdammt viel Geld – in unverschlüsselter, beim Transport durchs Internet offen wie eine Postkarte lesbarer, nicht digital signierter E-Mail abgewickelt wird, die ausschließlich über kostenlose, anonyme Mailadressen bei Freemail-Anbietern läuft.

Nun, ich finde dieses Maß an Dummheit, Leichtgläubigkeit, Unwissenheit und digitalem Analphabetismus ziemlich gruselig – wenn da jemand, sagen wir mal: ein Professor an einer bundesdeutschen Universität, denkt „Das sieht ja alles so amtlich aus, das wird schon stimmen“ und Geld an Unbekannte überweist. Wegen einer E-Mail.

Schade, dass Dummheit kein Evolutionsnachteil mehr ist, der sich langsam rausmendelt, sondern geradezu gesellschaftlich gefördert wird!

Ich brauche deine DRINGEND RESPOND

Montag, 25. Mai 2015

Und bis ich meine Antwort formuliert habe, kannst du dich mal nach einem größeren Wörterbuch umschauen. Damit wenigstens der Betreff nicht gleich nach Spam klingt.

Ich brauche deine DRINGEND RESPOND

Das hast du schon im Betreff gesagt.

Ich bin mit diesem Medium [sic!], um Sie über die Transaktion zur Abgabe von $21500000 (Einundzwanzig Millionen fünfhunderttausend Euro [sic!]) in meiner Bank in China, Sie als Empfänger zu informieren.

Und vor allem bist du so richtig dicke in „deiner Bank“, die dieses lustige durchgestrichene „S“ für das Euro-Währungssymbol hält. Du bist ganz sicher ein irre toller Banker! Aber dafür ist es…

Es wird zu 100% sicher, dass der Finanzvorstand des verstorbenen Kunden.

…nicht zu fünfzig, siebzig, dreiundachtzig, zweiundneunzig, sondern zu vollen, glatten und im Spamfilter narrengülden gleißenden hundert Prozent sicher. Und Sätze enden einfach.

Bitte auf meine private E-Mail kontaktieren unter für Fragen und weitere Informationen.

Dieser dumme Satz, der eine Mail sicher als Spam kennzeichnet, war völlig überflüssig, denn du hast deine „private E-Mail“ auch…

Mit freundlichen Grüßen,

sang Chin

e-mail:chinsang250 (at) gmail (punkt) com

…als Absender eingetragen. Und als Reply-to. Aber vermutlich verstehst du noch gar nicht so genau, was du da machst. Du bist ja schließlich nur ein Spammer, warum solltest du da wissen, was die Angaben in einer E-Mail bedeuten?! :mrgreen:

Re: Gewinnbenachrichtigung

Dienstag, 19. Mai 2015

Oh, ich habe schon wieder gewonnen! Und die Mail macht auch nicht so viele Worte wie gewohnt, aber dafür sind die Worte umso schlechter. Das überrascht aber auch nicht weiter, denn…

Von: „Internationale Lotterie Kommission“ <andrealcate (at) gmail (punkt) com>

diese „Internationale Lotterie Kommission“ kann ja nicht einmal eine auch nur halbwegs überzeugende Absenderadresse hinfälschen und will mir stattdessen erzählen, dass sie für die unverschlüsselte Kommunikation über Millionenbeträge eine gleichermaßen anonym wie kostenlos einzurichtende Mailadresse bei Google Mail verwendet.

Nun gut, es kann ja nicht jeder so ein Hirn haben… :mrgreen:

Hier der Text der Mail, unkommentiert:

Wir freuen uns, Sie von der Verцffentlichung des preisgekrцnten PROGRAMME Notifizierung. Beigefьgt ist die Originalkopie der preisgekrцnte Anzeigeschreiben. Herzliche Glьckwьnsche. Danke Raul Gonzales.

This email has been checked for viruses by Avast antivirus software.
www.avast.com

Die „Originalkopie“ – ein Wort, das sich vermutlich der Vizeersatzpressesprecher ausgedacht hat – ist ein PDF-Dokument, das mir nicht nur mit garantiertem Spamsiegel eine 100%-Geld-zurück-Garantie garantiert, sondern auch ansonsten in seiner Gestaltung und seinem Inhalt dem intellektuellen Standard derartiger Vorschussbetrugseinleitungen entspricht:

So sieht die angebliche 'Gewinnbenachrichtigung' der Vorschussbetrüger aus

Wer keine Probleme mit Schüttellachkrämpfen hat: Eine 300dpi-Grafik des stilsicher formulierten „Briefes“…

Sie haben daher für einen Pauschalbetrag von €,950.000,00 (neunhundert und fünfzigtausend euro) Auszahlung genehmigt worden gutgeschrieben Datei Referenz No. POK/1255004/14/ESP durch eine der folgenden Zahlungsarten bezahlt werden

…habe ich zu Flickr hochgeladen. Viel Spaß! 😉

AW: Onlineanfrage

Donnerstag, 9. April 2015

Stimmt, die Spam kommt übers Internet. Ist also irgendwas mit diesem Online.

Hallo,

Genau mein Name!

vor wenigen Tagen haben wir Ihnen mitgeteilt, dass wir Ihre goldene Mastercard mit einem Limit von 5.000 Euro zusenden können.

Nein, das habt ihr nicht. Und schon gar nicht an die Mailadresse, die ihr hier zugespammt habt. Und wenn wir irgendeine geschäftliche Beziehung hätten, dann kenntet ihr einen anderen Namen als „Hallo“ für mich.

Bisher haben Sie die Karte nicht angefordert. Besteht Ihrerseits kein Interesse mehr?

Es hat niemals ein Interesse bestanden. Und eine asoziale und kriminelle Spam ist nicht dazu geeignet, mein Interesse zu wecken.

http://www.karten-service.com/[ID entfernt]

Oh „schön“, eine Seite, zu der ich mittels einer dafür vergebenen ID „zurückfunken“ soll, dass ich meine Spam auch lese und beklicke, dass es sich also lohnt, mir noch mehr Spam ins Postfach zu machen. Und wenn ich darauf klicke¹, wird eine Seite aufgemacht, die eine andere Seite in einem <FRAMESET> darstellt und da für den Leser quasi unsichtbar eine Affiliate-ID mit den Parametern id=308 und group=3 drangehängt. Und diese andere Seite verspricht jedem und jeder ohne jede Bonitätsprüfung eine Kreditkarte. Mit hochgeprägter Nummer. Das kommt mir aber ganz merkwürdig bekannt vor

Tja, die eingebettete Site, die von dem freundlichen Affiliate-Spammer in mein Bewusstsein gehievt wurde, hat sich übrigens auch schon im Web of Trust eine beachtenswerte Reputation erarbeitet. Die, die dort nicht deutsch schreiben, schreiben sogar „fraud“, also Betrug. Das ist ein hartes Wort mit dem Vorwurf einer Straftat, das in Deutschland vielleicht sogar justiziabel wäre, wenn man es als identifizierbarer Mensch öffentlich sichtbar ins Web schriebe, und genau deshalb weise ich hier vorsichtshalber nur darauf hin, dass andere Menschen es so nennen. Vermutlich, nachdem sie sehr enttäuscht waren. Und bemerkten, dass dieser Enttäuschung eine Täuschung vorausging.

Es sind ja alles erwachsene Menschen hier, die sich sicherlich selbst ein Urteil bilden können. Ich kann aus meiner Sicht der Dinge nur davor warnen, auf einer Website, die mit Spam beworben wird, irgendwelche persönlichen Daten für eine Bestellung einzugeben, und wenn sie mir komischem Blogger nicht einfach glauben, dass das eine ziemlich dumme und gefährliche Idee ist, dann gehen sie bitte jetzt zur nächsten Polizeidienststelle und stellen sie dort einen Polizeibeamten die Frage, ob er es für ratsam halte, auf einer Website, die in einer Spam verlinkt wurde, persönliche Daten einzugeben! Ich habe volles Vertrauen darin, dass der Polizist zu einer ähnlichen Auffassung wie ich kommt.

Wenn es der hier nur indirekt benannten Unternehmung nicht gefällt, was für eine Reputation sie sich selbst durch die Zusammenarbeit mit illegal vorgehenden Affilate-Spammern verschafft, ist das jedenfalls nicht mein Problem. Die Affiliate-ID des Spammers ist weiter oben erwähnt.

Ihre Vorteile:

Oh schön, ich habe Vorteile. Also jetzt neben den rd. fünfzig Euro, die ich dafür bezahlen soll, dass eine Firma vermittelt, dass eine andere (und im Text nicht deutlich genannte) Firma mir ein Stück Plastik mit Prepaid-Funktion als Kreditkarte gibt.

Übrigens: Schon der Begriff „Prepaid-Kreditkarte“ kitzelt ganz komisch im Gehirne. Den hat sich doch Kurt Schwitters ausgedacht, oder?! 😀

– an allen Akzeptanzstellen weltweit nutzbar

Und das ist jetzt so was besonderes, dass man es eigens erwähnen muss? Das klingt ja, als würde mir ein Auto mit den Worten „auf allen Straßen weltweit fahrbar“ verkauft. :mrgreen:

– Antrag bereits genehmigt, keine Schufa-Auskunft

Wow, ein niemals gestellter Antrag ist genehmigt. Übrigens, ich habe auch euren Antrag genehmigt, mich mal im Arsche zu lecken.

– hochgeprägte Karte

Ganz wichtig! :mrgreen:

Und jetzt kommt der richtig große Hammer:

– 100%ige Kartenausgabe

Man bekommt nicht nur 50, 65, 80, 90 oder auch nur 98 Prozent einer Karte, man bekommt da ganze, runde, wie das Licht in die Trübnis des Spammerhirns leuchtende 100 Prozent einer Karte. Also sozusagen eine ganze Karte. Ohne irgendwie davon abgeknipstes Plastik. Das ist doch richtig toll. Und vor allem ist es so ein… moment, wie heißt das da oben… ja, richtig, es ist so ein VORTEIL! :mrgreen:

Manche Spammer haben wirklich erhebliches Talent als Komiker.

Worauf warten Sie noch?

Auf den Tag, wo ich so etwas nicht mehr im Posteingang sehen muss.

http://www.karten-service.com/[ID entfernt]

Der mit einer ID vergiftete Link wird auch nicht besser, wenn er einfach nur wiederholt wird.

Oder richtet sich diese Spam etwa nur an Leute, die nicht wissen, wie man die Mail wieder nach oben scrollt, wenn sie jetzt unbedingt klicken wollen, nachdem sie in einer Spam gelesen haben, was ihre VORTEILE sind.

Mit freundlichem Gruß,
Ihr Kundenservice-Team

Da will ich die Unfreundlichkeit aber nicht mehr kennenlernen.

Keine weiteren Informationen?
http://www.karten-service.com/abm/[ID entfernt]

Vor meinem Arsch ist auch kein Gitter!

¹Ich habe natürlich die ID aus dem Link verändert.