Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Immer was zu tun…

Montag, 6. August 2007

Bleche für alles

Ein kleines Detail aus einem aktuellen Hornbach-Prospekt. Es gibt eben immer was zu tun, wenn man diesen Traktaten des Evangeliums vom bürgerlichen Bastelwahn und der bequemen Ausstattung zur Schwarzarbeit glauben darf.

Also schön alles zublechen!

Jetzt auch mit „K“

Dienstag, 31. Juli 2007

Ach ja, dieses „Super Duper Royal Vegas Magic Mega Jackpot VIP Casino“ mit seinen ganz dicken Bonussen hat einen neuen Weg gefunden, wie man in Deutschland an den Spamfiltern vorbeikommen könnte. Es schreibt sich jetzt einfach mit „K“, also „Kasino“…

Betreff: Kommen Sie heute zum, und wir gewähren Ihnen einen 300-%-Bonus

Offenbar hat es die neue Schreibweise aber noch nicht so recht in den Betreff geschafft, und deshalb steht da einfach nur unvollständig „zum…“ – immer noch halten es die Spammer nicht für nötig, einmal einen Blick auf die Texte zu werfen, die von ihren Skripten erzeugt werden. Na ja, immerhin schaffen sie es im zweihundertsten Anlauf wenigstens, in ihren „Mitteilungen“ mit gefälschtem Absender die Zeichenkodierung richtig anzugeben, so dass die Umlaute korrekt erscheinen. Langsam lernen die illegalen Glücksspielbetreiber, ganz langsam… :mrgreen:

Der restliche Text entspricht dem üblichen Schema:

Sind Sie auf der Suche nach einem wirklich lohnenden Bonus, um sich Ihre Kasino-Erfahrung ein wenig zu versüßen? Ihre Suche hat ein Ende!

Nein, ich bin auf der Suche nach einem spamfreien Postfach. Und diese Suche endet nie.

Kommen Sie heute zum Royal V.I.P Kasino, und wir gewähren Ihnen einen 300-%-Bonus auf Ihre erste Einzahlung im Wert von bis zu 300€!

Ich müsste unter fortgeschrittener Hirnerweichung leiden, wenn ich einem kriminellen und asozialen Spammer auch nur ein paar Eurogroschen gebe. Von 300 Euronen kann gar nicht erst die Rede sein.

Wir haben eine riesige Auswahl an Spielen, einschließlich der größten fortlaufenden Jackpots, die online zu haben sind und bieten Ihnen daher die Möglichkeit, in nur einer Runde mehrere Millionen Euro zu gewinnen!

Klar, bei allen Spielen werden immer die Gewinnmöglichkeiten präsentiert. Da ist es doch irgendwie seltsam, dass die meisten Menschen verlieren, nicht wahr? Vor allem, wenn sie mit Leuten zocken, die schon durch ihre illegale Spamwerbung zeigen, dass ihnen das geltende Recht egal ist – wer würde so jemanden für einen ehrlichen Spielveranstalter halten?

Royal V.I.P ist sicher, wir sind rund um die Uhr für Sie da und kümmern uns darum, dass Sie sich dem widmen können, was wichtig ist: DEM GEWINNEN!

Seien sie sich sicher, dass dieses Royal Vegas Super Duper Abzock Geldweg CKasino mit seinen hunderten von Namen und Webadressen rund um die Uhr dafür sorgen wird, dass sie sich dem für diese Betrüger Wichtigsten widmen können: Dem Geldverzocken! Denn diese Verbrecher haben es nicht von Geben, sondern vom Nehmen.

Melden Sie sich jetzt an und erleben Sie, was es heißt, ein V.I.P zu sein!

Melden sie sich also an und erleben Sie, was es heißt, ein abgezockter Depp zu sein!

http://www.2007casino.cn/lang-de/

Wer hier klickt, lasse alle Hoffnung fahren!

Schon vor einigen Monaten hatte dieses „Kasino“ in seinen Spams die hundertste Domain verschlissen. Und das waren nur die Spams, die bei mir ankamen. Wer mit seiner „Geschäftsplattform“ so häufig umzieht, hat gewiss kein Interesse an einer langfristigen Kundenbindung. Viel wahrscheinlicher scheint es bei einem Domainwechsel im zweitägigen Turnus zu sein, dass die eingezahlten Gelder entgegen genommen werden und das „Casino“ anschließend einfach verschwindet, um an einer anderen Stelle des Internet wieder aufzutauchen. Doch selbst, wenn nicht auf diese grobe Weise Menschen betrogen werden, hat sich ein Spammer durch seine gewählte Werbeform schon so sehr in die Illegalität gelehnt, dass kein vernunftbegabter Mensch ihm irgendwelches Geld in den Rachen werfen sollte.

Und wer sich gar die Software solcher krimineller Gestalten installiert, darf sich über gar nichts mehr wundern.

Spam in MySpace-Bulletins

Montag, 30. Juli 2007

Wie ich es immer wieder sage: Für einen Spammer verkommt alles menschliche Miteinander zu einer Litfasssäule für seine gierkranken Anpreisungen. Das gilt natürlich auch für jene menschelnden Webdienste, die man im Blah-Begriff „Web 2.0″ zusammenfasst – zumal dort das Spammen relativ einfach ist.

Gerade noch habe ich mich darüber gefreut, dass einer der ganz großen MySpace-Spammer jetzt gerichtlich gestoppt wurde, und schon wenige Minuten später bin ich beim Routinebesuch mit dem immer noch bestehenden Wahnsinn bei MySpace beschäftigt.

Ein Teil dieser „social software“ (dieses Wort ist ein Unwort) besteht nun einmal darin, dass Menschen miteinander kommunizieren können. Dies geht zum einen über ein internes Mailsystem, man kann sich also private Nachrichten zusenden. Zum anderen ist es möglich, das MySpace-Profil eines Freundes zu kommentieren. Und schließlich gibt es noch so genannte Bulletins, das sind Nachrichten, die bei allen Freunden gleichzeitig aktuell erscheinen. Vor allem die dritte Variante ist bei Spammern sehr beliebt, werden doch mit einem Vorgang viele Menschen erreicht.

Nun ist es aber nicht so, dass ein Spammer Freunde finden würde – weder in der wirklichen Welt noch in MySpace. Und so muss der Spammer eben das tun, was er am besten kann: asozial sein, betrügen und die Unerfahrenheit anderer Menschen für seine gierigen Zwecke ausnutzen. Ein Spammer ist eben ein Arschloch, und zwar immer.

Ein MySpace-Spammer versucht deshalb, die Profile anderer MySpace-Nutzer zu übernehmen. In der Regel geschieht dies durch Phishing. Der MySpace-Nutzer wird mit miesen Tricks auf eine nachgemachte MySpace-Seite geführt, die zur Eingabe von Benutzername und Passwort auffordert, um sich „anzumelden“. Natürlich gehen die dort angegebenen Informationen zu den kriminellen Spammern, die anschließend mit Hilfe der Login-Daten das Profil mit seinem gesamten daran hängenden sozialen Netz einfach übernehmen können. Und wenn dieser Schwindel gelungen ist – er gelingt leider verheerend oft – werden eben solche Spam-Bulletins versendet, am liebsten bei Nutzern mit Hunderten von Freunden:

Ein Beispiel für ein Spam-Bulletin auf MySpace, das mit Hilfe eines gephisten Accounts erstellt wurde

Der Spam-Charakter dieser „Mitteilung“ ist offensichtlich. Den MySpace-Namen des Absenders habe ich in diesem Screenshot bewusst nicht aufgenommen, da es sich ebenso um ein Opfer der Spam-Mafia handelt wie bei mir als Empfänger dieser „Mitteilung“. Von der Eingabe der angegebenen URL rate ich strikt ab, es handelt sich um ein „Angebot“ von Betrügern, die mit verbrecherischer und asoziale Spam auf Dummenfang gehen.

Früher habe ich mir noch oft die Mühe gemacht, ein gephishtes und für den Spamversand missbrauchtes Profil an MySpace zu melden, obwohl dies relativ umständlich ist. Inzwischen ist mir dieser Aufwand zu hoch geworden, und ich behelfe mir mit einer schnellen persönlichen Abhilfe, die ich übrigens jedem MySpace-Nutzer dringend empfehle, bevor das eigene Profil mit Spam-Kommentaren zugekleistert wird. Ich lösche den Absender eines solchen Bulletins sofort von meiner Freundesliste und sperre gleich darauf den zugehörigen MySpace-Nutzer, damit mit auch keine Spam-Nachrichten mehr zugesendet werden können. Dieser Vorgang nimmt immer nur wenige Sekunden meiner Lebenszeit in Anspruch, und ich muss den armen Seelen, die MySpace mit ihrer täglichen Arbeit möglich machen, nicht in vielen Worten erklären, was dort vorgefallen ist.

Allein aus dem Grund, dass ich selbst wie beschrieben vorgehe, dass ich solches Vorgehen jedem anderen Menschen empfehle und dass jeder andere vernünftige Mensch auch so vorgeht, sollte jeder MySpace-Nutzer darüber nachdenken, ob er sich nicht besser über Phishing und den Schutz vor diesem asozialen Verhalten informiert. Ansonsten ist schnell ein gewachsenes Netz des menschlichen Miteinanders im Internet verschwunden – auch MySpace ist bei Spam nicht gerade zimperlich und löscht betroffene Profile sehr schnell, wenn es ein paar Hinweise gibt.

Die widerlichen Bastarde, denen das alles egal ist, sind übrigens die Spammer, die auf MySpace nichts Persönliches zu verlieren haben.

„Spamford“ Wallace…

Sonntag, 29. Juli 2007

…ist von MySpace ausgeschlossen worden. Und anders als bei kleinen Privatpersonen mit ihrem Profil konnte das nicht etwa von MySpace selbst entschieden werden, sondern es wurde ein Gericht angerufen – schließlich hat Spamford Sanford ja Geld und eine ordentliche Abzock-Mafia hinter sich. Aber bei so eindeutiger Lage…

[…] habe er etwa 11 000 Profile und Gruppen angelegt, um darüber Werbebotschaften zu verschicken […] soll […] mindestens 320.000 Konten unter seine Kontrolle gebracht haben, um damit darüber 400.000 private Nachrichten und fast 900.000 öffentliche Kommentare abzusetzen, die auf seine eigenen Online-Casinos verwiesen.

…ist sogar die ansonsten geldgeblendete Justizia kaum zu einer anderen Beurteilung fähig – eine einstweilige Verfügung verbietet diesem Großverbrecher der Neuzeit den weiteren Missbrauch von MySpace.

Das ist aber keine Entwarnung, denn er tummelt sich auch andernorts herum. Die Spam hört nicht etwa durch ein paar Gerichtsurteile auf, ein lohnendes Geschäft zu sein; dazu bedarf es der Intelligenz der Empfänger. Erst, wenn fast alle Menschen gar nicht erst auf eine Spam anspringen, wird dieser lästige Müll aus dem Internet deutlich reduziert werden. Jede ungelesen gelöschte Spam ist ein Stück Wohltat für alle Internet-Nutzer.

Direkt von Pfizer

Sonntag, 29. Juli 2007

Na, das ist doch mal wieder eine tröstliche Nachricht aus der Mülltonne dem virtuellen Briefkasten. Endlich muss ich mich nicht mehr an irgendwelche dubiosen Arznei-Versender wenden, wenn ich mir etwas Viagra bestellen will…

Now you can order Genuine Viagra directly from Pfizer

…sondern kann es „direkt von Pfizer“ bekommen. Die werben jetzt also auch mit Spam? :mrgreen:

Na ja, „Pfizer“ wirbt nicht nur mit Spam, die selbstverständlich ungewünscht und mit gefälschtem Absender daher kommt; sondern „Pfizer“ verzichtet auch ganz offensichtlich darauf, diesen gewiss einträglichen Vertrieb über die eigene Website zu machen:

Here: www.kXXXXXXe.com [Die URL wurde von mir bewusst unkenntlich und unbenutzbar gemacht]

Klar, dass da noch niemand auf diese großartige Möglichkeit aufmerksam geworden ist.

Unglaublich, für wie dumm die Spammer ihre „Zielgruppe“ immer wieder halten. Und unglaublich, dass die unerwünschten Mitteilungen dieser Asozialen und Kriminellen offenbar immer wieder auf jemanden treffen, der allen Ernstes glaubt, dass man mit solchen Leuten ins Geschäft kommen könnte.

In solchem Zusammenhang…

All prices are tax/vat free and same-day free worldwide shipping also included.

…wirkt auch die Zusicherung nicht sehr überzeugend, dass neben den Preisen auf einer solchen Liste keine weiteren Kosten entstehen sollen, ganz gleich, an welcher Stelle der Welt der Schwanz gerade etwas schlapp macht. Vor allem, wenn diese Zusicherung von so einer „Signatur“ gefolgt wird:


ktfmfqfnfjgogoftgkghgpfmggfmi… [… „Text“ von mir gekürzt]

Alles in allem ist diese Mail ein guter Kandidat für den dümmsten Spamtext, den ich jemals bekommen habe.

Bewertungsspam im Filesharing

Freitag, 27. Juli 2007

Es gibt keinen Kommunikationskanal, der sich aus Sicht der Spammer nicht dazu eignen würde, mit unerwünschten und nervigen „Informationen“ geflutet zu werden, wenn dieser Vorgang nur billig genug und bequem automatisierbar ist. Wer Filesharing mit eMule (oder unter Linux mit aMule) betreibt, hat gewiss schon einmal erlebt, dass die dort integrierte Möglichkeit zum Chatten gern von Spammern verwendet wird, um ihre Nervbotschaften durch das Netz zu pusten. Da die meisten Menschen eben keine besondere Lust darauf haben, sich während des Downloads von Jamendo-Alben oder anderer schöner Sachen (es gibt nicht nur Pornos und Raubkopien) um solche „Botschaften“ zu kümmern…

[18:31:49] STARGATE: download HyperMule – fastest eMule ever!!!

…bleibt diese Möglichkeit eben ungenutzt, obwohl sie manches Mal recht nützlich wäre, um etwa den Menschen kennen zu lernen, der große Mengen freier politischer Literatur anbietet. Hier haben es die Spammer geschafft, einen Kommunikationskanal so unbenutzbar zu machen, dass er nicht mehr benutzt wird.

Aber niemand glaube, dass die Spammer sich jetzt besseren Beschäftigungen hingeben würden. Nein, sie suchen stattdessen nach weiteren Möglichkeiten, in diesem Netzwerk ihre Müllkommunikation zu verbreiten.

Dabei hat einmal jemand entdeckt, dass eMule und aMule den Anwendern die Möglichkeit bieten, eine Datei zu kommentieren und zu bewerten. Diese Wertungen und Kommentare werden dann für alle anderen Interessierten sichtbar, so dass niemand stundenlang auf eine schlechte Datei warten muss. Im gegenwärtigen Zeitalter allgegenwärtiger und widerwärtiger Werbung sieht das allerdings oft so aus:

Bewertungsspam - ein Screenshot aus aMule

Jemand bewertet eine Datei mit „ungültig“ und setzt seinen Spamkommentar dazu ab. Natürlich lässt sich das elegant automatisieren. Und der Spammer kann sich sicher sein, dass sein Kommentar auch gelesen wird – schließlich ist nicht alles im eMule-Netzwerk das, was der Dateiname verspricht. Da schaut der Anwender mit ein paar Tagen Erfahrung also lieber einmal nach, wenn es eine derart verheerende Bewertung gibt. Das bestehende soziale Netzwerk aus Bewertungen veröffentlichter Dateien wird dabei natürlich arg beschädigt. Im vorliegenden Beispiel – der Screenshot wurde aus aMule gemacht – liegt die Gesamtbewertung auf einen eher unvorteilhaften Durchschnittswert, obwohl alle wirklichen Anwender eine gute Bewertung abgegeben haben. Dieser Durchschnittswert wird natürlich auch in Form eines kleinen Piktogrammes angezeigt, ohne dass man eigens einen Blick auf die Kommentare werfen müsste. Leider ist er durch die Spam sinnlos geworden, eine weitere nützliche Einrichtung zur Kommunikation ist durch Spam zerstört worden.

Aber das ist dem Spammer egal, es ist ja nur so ein bisschen menschlicher Kram in einer technischen Umgebung, die er als reine Litfasssäule für seine Anpreisungen betrachtet.

Einigen Leuten wird einfach viel zu selten das Fressbrett eingetreten. 👿

Verschneiter Empfang

Freitag, 27. Juli 2007

Früher, zu Zeiten des terristrischen und analogen Fernsehens, hatte man manchmal das Pech, so zu wohnen, dass nicht jeder Sender gut empfangen werden konnte. Das Bild war denn „verschneit“, was zwar nicht wirklich befriedigte, woran man sich aber dennoch leicht gewöhnte.

Auch beim E-Müll gibt es manchmal schlechten Empfang und es kommt nur ein verschneites Bild an, damit der Spamfilter auch schön durchlässig werde:

Ein ziemlich verschneites Angebot

Besonders hübsch ist hier nicht nur die seriöse Präsentation des Angebotes, das man übrigens genau so „legal“ und dabei noch viel billiger, ja kostenlos durch Verwendung eines der populären Filesharing-Clients „erwerben“ könnte. Auch die Darstellung eines Textes, der wie ein Link aussieht, sich aber nicht klicken lässt, ist wenigstens etwas verwirrend und passt zur Metapher der Bildstörung. Stattdessen sieht sich der Empfänger aufgefordert, den blauen Text in die Adresszeile seines Browsers einzutippen.