Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Fax-Spam für Mainland Resources

Freitag, 30. Mai 2008

Nachdem jetzt offenbar keine Börsen-Spam mehr durch die Filter kommt, haben die Verbrecher aus der Spam-Mafia ein neues Mittel gefunden, um Kurse hochspekulativer Werte kurzfristig nach oben zu pushen, auf dass die vielen Anleger verlieren und die Verbrecher gewinnen. Das recht windige Papier von Mainland Resources wird mit krimineller Fax-Werbung in das Interesse gezwungen. Und das Schlimme daran ist die Tatsache, dass die Leute kaufen und kaufen, obwohl jedem klar sein müsste, dass hier eine wirklich illegale Form der Werbung gewählt wird. Dass die Spam „funktioniert“ und dass genügend Menschen ihr Geld wegen der Mitteilung von Kriminellen locker machen, zeigt die jüngere Kursentwicklung des so an den dummen Investor gebrachten Papiers.

Wer sein Geld für einen anonymen Börsentipp ausgibt, der mit einem scheinbar fehlgeleiteten Fax ins Haus flatterte, darf sich nicht wundern, wenn er ordentlich von organisierten Verbrechern abgezockt wird, die auf diese Weise ihren Euro machen. Aber scheinbar setzen höhere mentale Fähigkeiten bei vielen Menschen genau dann aus, wenn über Geld nachgedacht wird.

via Fefes Blog

Willste Vollbild?

Freitag, 30. Mai 2008

Normalerweise surfe ich mit abgeschaltetem JavaScript und ohne jegliches Plugin. Dazu schalte ich noch einen Proxy-Server dazwischen, der mir den übrigen Werbeschrott im Internet recht zuverlässig rausfiltert. Mit einer solchen Konfiguration kann man das Internet ertragen, ohne dass es zu nervösen Zuckungen kommt.

Deshalb sehe ich normalerweise auch diese Pest nicht. Diese Bereiche, die mit ein paar Zeilen JavaScript kurz nach dem Laden einer Seite eingeblendet werden. Meistens so nach zehn Sekunden, damit man überrascht wird, während man sich gerade ein bisschen festgelesen hat. Werber wissen eben genau, was sie tun. Das ist ja der Grund, weshalb ich sie verachte. Eine absolute Seuche ist das, und wenn so ein Terror-Ad mir doch einmal begegnet, kann ich immer nicht verstehen, welche Deppen da draußen eigentlich ihre Inhalte dadurch entwerten wollen, dass sie diese für ein paar lächerliche Klickcents durch überrumpelnde und aufdringliche Reklame-Scheiße überdecken lassen. Diese Deppen sind übrigens durchaus auch größere Vertreter der deutschen Journaille. Die müssen ja echt eine hohe Meinung von den Ergebnissen ihres Schaffens haben!

Aber heute hat es mich erwischt. Heute dachte ich nicht daran, einige für mich unnötige Features auf einem fremden Rechner abzuschalten, und ich vergaß ebenso, den Proxy einzuschalten. Auf meinen häufig besuchten Websites merke ich keinen großen Unterschied, da diese eben keine besonders nervige Werbung enthalten – was vielleicht auch der Grund ist, weshalb ich diese Websites häufig besuche. (Ich bin da gewiss nicht der einzige.) Aber was ich dann zu Augen kriegte, als ich auf einen Link zur Berliner Umschau klickte, das hat mir so richtig die Sprache verschlagen. Da kam nicht nur so eine Dreckswerbung nach einigen Sekunden reingeholpert, was schlimm genug ist. Nein, dieser (von O2 geschaltete) Strunz hatte neben dem üblichen Link zum „Schließen“ auch noch einen weiteren Link…

Die Werbung im Vollbild anschauen…

…um die Reklame im Vollbild zu betrachten. Im Vollbild! Das ist doch genau das, was man in einem solchen Moment will. Weg die blöden Inhalte, wegen der man eigentlich auf die Seite gekommen ist, und das ganze Fenster von einer Reklame einnehmen lassen, die mit ihrer perfiden Machart richtig saugt. So scheinen jedenfalls die Werber zu denken. Sonst würden die das ja nicht als Möglichkeit anbieten.

Wenn die überhaupt noch denken. Was Werber manchmal tun, erweckt schon den Eindruck einer totalen Denkverweigerung.

Sollten die Werber sich aber gedacht haben, dass angesichts solcher Dreistigkeit bei mir eine Sympathie für die Produkte von O2 aufkommt, denn haben sie sich geirrt. Und zwar gewiss nicht nur bei mir.

Peace be with you

Donnerstag, 29. Mai 2008

In der niemals endenden Sammlung „Zu doof zum Spammen“ ist auch der angebliche Rev. Fr. Jones Maxwell Harth gelandet, dessen unheiliges Machwerk mit dem Betreff…

Peace Be With You / View the Attached Document

…im Spamfilter hängen blieb. Natürlich kann sich dieser Arsch keine „richtige“ Mailadresse leisten, und deshalb hat er sich eines kostenlosen Yahoo-Kontos für seinen Dummtext bedient. (Übrigens werden Mails über Yahoo bei mir immer noch aussortiert, da sie beinahe nur Spam sind. Das wird auch so lange so bleiben, bis Yahoo glaubwürdig mitteilt, dass das dortige Spamproblem gelöst ist.)

Greetings to you,

Klar, Scheinpfaffe, dass du keine bessere Anrede für die Millionen von Empfängern hinkriegst.

I am Rev. Fr. Jones Maxwell Harth, from the United Kingdom […]

Und ich bin der Gegenpapst.

[…] and I wish to inform you that you are a blessed person, which your fund is ready to be paid to you once you have done all necessary paper works.

Da fühle ich mich doch gleich wie ein ganz gesegneter Spamleser. Aber der geldwerte Segen ist an Papierkram gebunden.

For more directives regards to this payment, kindly view a copy of the attached document and get back to me as soon as possible.

Bei so eine Masche ist der Anhang schon ein bisschen entscheidend. Und hier zeigt sich auch die völlige Unfähigkeit dieses Spammers, denn dieser Anhang fehlt. Man muss seine Spamskripten ja nicht testen, bevor man sie auf ein paar Millionen Leute loslässt; einfach Augen zu, auf Gott vertrauen und raus mit der Scheiße.

Regards,
Rev. Fr. Jones Maxwell Harth.

Kauf dir ein Gehirn, bevor du spammst!

Gaga!

Donnerstag, 29. Mai 2008

Was in manchen Spams als automatisch generierter Text steht, damit die Mail auch noch durch den Spamfilter kommt, das erinnert schon sehr deutlich an Geisteskrankheiten. Zum Beispiel dieses Stück realdadaistischer Prosa von heute:

The or teacher ambition. For anthrax No patty. I martyr. Is orthopedic? But hockey concerned attendance, magnet by synchrotron. was increment do evade scandinavian. sweepstakes picket or arms. line neurology to shallow.

Nein, ich will dieses erfreulich sinnlose Gestammel nicht auch noch „gut“ übelsetzen. Es lautet ungefähr so:

Das oder Lehrer-Ehrgeiz. Für Milzbrand kein Patty. Ich Märtyrer. Ist orthopädisch? Aber Hockey betreffene Teilnahme, Magnet von Synchrotronstrahlung. War Inkrement skandinavisches Entgehen. Gewinnspiele Streikposten oder Arme. Neurologie Linie zu oberflächlich.

In der Tat, bei Leuten die so eine Sprach produzieren, ist die Neurologie zu oberflächlich. Besser wäre ein Bolzenschussgerät. :mrgreen:

Natürlich kam die Mail nicht durch den Spamfilter…

Ausführbare Rechnungen

Dienstag, 27. Mai 2008

Na, ich dachte ja erst, die Casino-Spammer hätten sich endlich mal eine neue Masche einfallen lassen, um unerfahrene Netznutzer zu ihren Abzock- und Betrugsläden im Internet zu locken. Nicht das Versprechen gewaltiger Bonusjetonstapel, wenn man den Betrügern Geld gibt, sondern gleich ein anständiges Geschenk – na ja, eher eine kleine Fehlbuchung, nach der man flugs grabschen soll:

Betreff: Es wurden von Ihrer Karte EUR 329.91 abgebucht

Diese tolle Nachricht eines angeblichen „Otto Feinrich“ kommt natürlich mit einer Absenderadresse daher, die nichts mit der Domain des angeblichen Casinos zu tun hat, um gleich den richtigen Eindruck von der Seriosität des Absenders zu erwecken. Und nicht nur das, zur Abwechslung sind die Spammer auch mal fähig, einen Namen für die Anrede aus der Mailadresse zu generieren…

Sehr geehrter Nachtwaechter,

…wenn diese auch im Ergebnis etwas unbeholfen wirkt. Muss man bei diesem angeblichen Zockladen etwas keinen Namen angeben, mit dem dann die Kunden angeschrieben werden? Wahrscheinlich sagen sich die Absender der an die Gier appellierenden Nachricht, dass die Opfer schon nicht auf solche Details achten werden. Denn es sind mal wieder dumme Opfer gefragt, die alles glauben, was ihnen in einer Mail mit gefälschtem Absender ins Postfach flattert:

Ihre Einzahlung #9374786 bei EuroGrand Lux IC wurde erfolgreich ausgeführt. Ihrem Spielkonto wurden EUR 329.91 gutgeschrieben. Sollten Sie mit der Kreditkarte bezahlt haben, finden Sie diese Zahlung im Kontoauszug unter ‚0673 EUROGRANDLUX CY‘

Ich denke, das wurde „von meiner Karte abgebucht“. Und jetzt steht da im glattesten deutschen Konjunktiv ein „sollten sie mit ihrer Kreditkarte bezahlt haben“. Was gibt es denn sonst noch für Karten? Akzeptieren die auch Telefonkarten oder dieses Plastikteil von der Krankenkasse?

Na ja, es werden ja blöde Opfer gesucht, da kann man so etwas schon einmal verzeihen. Denn nur blöde Opfer riskieren hier noch einen gedankenlosen Klick:

Der Auszug kann von unserer Webseite heruntergeladen werden:

http://www.euro-grand-lux.com/profile/banking/9374786/rechnung

Es ist egal, ob man voller Freude darauf rumklickt, weil man eine Fehlbuchung zu eigenen Gunsten vermutet, oder ob man voller Ärger darauf klickt, weil man befürchtet, dass wirklich vom eigenen Konto abgebucht wurde. Die Wirkung ist in jedem Fall die gleiche.

Diese Mail ist in HTML formatiert. Der Text zum Klicken sieht so aus, als sei er eine direkt anklickbare URL, es handelt sich aber um einen ordinären Hyperlink. Der führt übrigens nicht auf dort angegebenen Server (was auch gar nicht möglich wäre, weil diese Domain nicht zu existieren scheint), sondern auf eine Datei, die auf dem Server joiadaindia.com.br herumlungert. Der Dateiname dieser Datei enthält ganz viele Leerzeichen, nachdem die Extension .pdf den Eindruck erweckt, dass es sich wirklich um ein „harmloses“ Dokument handele. (Nicht einmal ein PDF von einem Spammer wäre harmlos, der Acrobat Reader enthält immer wieder einmal ausnutzbare Lücken.) Und was kommt nach der endlosen Kolonne von Leerzeichen, die verhindern sollen, dass man in der Adresszeile des Browsers sofort sieht, um was es sich hier handelt. Richtig, es kommt die viel weniger harmlose Extension .exe, die eine ausführbare Datei für Microsoft Windows kennzeichnet.

Ich weiß nun nicht, was dieses Programm eines kriminellen Spammers täte, wenn man es auf einem Windows-Rechner startete. Aber ich weiß natürlich, was der Spammer hier will. Er will, dass seine Opfer möglichst hirnfrei die Messagebox bestätigen, nachdem sie glauben, dass sie „nur“ ein PDF vor sich haben und dass wie gewohnt der Acrobat Reader gestartet werden soll. Und. Dass sie damit das Programm eines Kriminellen auf ihrem Rechner starten, um sich mutmaßlich eine Kollektion der frischesten Schadsoftware auf ihrem Rechner zu installieren, auf dass die Verbrecher aus der Spam-Mafia ein paar weitere Bots bekommen.

Und das sollte besser niemand tun.

Wir bedanken uns sehr, daß Sie bei unserem Casino gespielt haben.

Aber gern doch habe ich in einem nicht-existenten Casino gespielt.

Otto Feinrich
Promotions Manager
EuroGrandLux Casino

Geh sterben, Mann!

Hier leben Sie Luxus!

Was für ein Luxus wäre denn das (nach deutschem Recht übrigens illegale) Zocken bei einem windigen Internet-Anbieter? Doch nur einer für jemanden, der zu viel Geld übrig hat. Insofern… :mrgreen:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Kontakt: support.gr@euro-grand-lux.com

Zum Abschluss noch eine Mailadresse, die nicht exisitiert. Da kann man ruhig hinmailen, da kommt einfach nur der Rückläufer vom Mailserver. Und um klar zu machen, dass man es wirklich mit einem kriminellen Spammer zu tun hat, ist die Domain dieser Mailadresse auch noch vom Absender verschieden.

FürAGBs:
http://www.euro-grand-lux.com/[…]/general-terms-conditions.html

Und sogar an einen Link auf ihre Bedingungens haben die Spammer gedacht. Dieser führt übrigens in die totale Leere. In der nächsten Spamwelle mit dieser Masche kriegt man gewiss auch hier eine EXE untergejubelt. Aber im Moment müssen die Spammer noch lernen, wie man das richtig macht…

E-Mail:
support@euro-grand-lux.com

Auch die Mailadresse führt in die Leere. Na ja, auf den Philippinen…

EuroGrandLux Casino
P.O. Box 9377
Makati Central Post Office 2730
Makati City 28374, Manila, Philippines

…ist man wohl noch zu doof zum Spammen.

Ach so: Angesichts der recht stilsicheren und fehlerfreien deutschen Sprache glaube ich nicht, dass es sich um einen Spammer handelt, der kein Deutsch kann. Dies ist ein gezielter Angriff auf Computer im deutschen Sprachraum, der mit einer gewissen Perfidie durchgeführt wird und gewiss recht erfolgreich sein wird.

Spam-Splitter (10)

Montag, 26. Mai 2008

Amazing results within a month that will change your experiences

Mit LSD kriege ich auch wahrhaft erstaunliche Ergebnisse. Und meine Erfahrungen verändern sich noch viel schneller.

You vs, your girlfriend. Who will win the battle in bed?

Wahrscheinlich die Hersteller von Betten.

Die Formel ist 15/36. In nur 15 Minuten, power bis zu 36 Stunden

Und wenn man die „Formel“ ausrechnet, kommt ungefähr 0,42 raus. 42!

Alle Programme erhalten haben, professionelle Ubersetzung und Tests.

Nur Vollversionen, ohne Einschrankungen nutzen.

Wir haben mehr als 300 verschiedene Programme in den Deutsche Sprachen, fur private und geschaftliche Nutzung.

Und lernen morgen wir dem Deutsches Sprachen Wortstellung und Grammatik! Aber heute spammen.

Sicheres Zahlungssystem

Klar, das mit dem Bezahlen wird bei euch ganz gewiss klappen. Im Gegensatz zur Lieferung.

We are sure that lengthening will help you boost your intimate life!

Und eure Nase wird auch immer länger…

diskrete Verpackung

Was ihr gar nicht erst versendet, das ist immer noch am diskretesten „verpackt“. Niemand könnte einen Verdacht schöpfen, dass es Viagra ist. Nicht einmal der Pimmel.

I am Mrs.Jennifer Mbaye, from Liberia Monrovia 57years old and I reside here in Dakar,senegal with my only son Kennedy,we are here in Dakar senegal because of the fund $7.3 million my late husband deposited […]

Und natürlich hast du in niemals enden wollenden Sätzen noch so vieles mehr über deine betrübliche Situation und die vielen Millionen Dollars zu erzählen, die da liegen und an die du nicht gelangen kannst, so dass du zuletzt in einem Akt der Verzweiflung ein Botnetz übernommen hast, um unter Millionen Mailempfängern einen zu finden, der solchen Geschichten glaubt und sich für ein flottes Milliönchen dazu hinreißen lässt, einen gut inszenierten Betrug mit dir durchzuziehen, bei dem vor allem er betrogen werden wird.

I am Adela Martinez, bank manager of Banco Banacaja Madrid branch in Spain.

Nein danke, ich brauche kein Konto.

habt ihr mich vergessen

Montag, 26. Mai 2008

Die sich einfach „Sabine Schiller“ nennende Person, die unter diesem Betreff ihre Kotwürstchen Spams in die Mailpostfächer abseilt, muss sich schon sehr „vernachlässigt“ fühlen. Deshalb kommt dieser Müll gleich so häufig, und sogar in Postfächer, die ich offiziell gar nicht verwende. Der missbrauchte Name ist übrigens immer der gleiche, aber die verwendete Absenderadresse jedes Mal eine andere. Kein Wunder, „Sabine“, dass man dich so schnell wieder vergisst, wenn du alle paar Sekunden deine Mailadresse wechselst.

Hallo,

Na, „Sabine“, da hast du dir aber eine besonders persönliche Anrede ausgedacht. Passt auf Männlein, Weiblein und Hauskatze.

hier habt Ihr die Chance ohne einen CENT Einsatz 1000 Euro zum spielen zu erhalten.

Und damit es auch schön neutral bleibt, wird der einzelne Empfänger deines Schrottbriefes auch gleich im Plural angesprochen. Dabei soll der nicht etwa an „dich“ denken, sondern an ein Betrugsspiel. Natürlich ist dieses Spiel „völlig kostenlos“…

Ihr habt genau eine Stunde Zeit um aus den 1000 Euro mehr zu machen. Alles was darüber hinaus geht ist euer Gewinn und wird euch auch tatsächlich ausbezahlt.

…und man kann trotzdem ordentlich Geld dabei gewinnen, wenn man eine Stunde lang besinnungslos rumzockt. Und weil verschenktes Geld ja liegen bleibt wie Sauerbier, muss man mal eben ein paar Millionen illegale und kriminelle Spams auf die deutschen Netznutzer loslassen, damit sich doch noch jemand dafür interessiert. Denn wer hätte nicht Lust, sich auf ein kleines Spielchen mit jemanden einzulassen, der sich asozialer und illegaler Werbemethoden bedient? So einer wird doch gewiss nichts Arges im Schilde führen, oder?

Ich garantiere, NO RISK, NO VIRUS, ABSOLUT LEGAL

Klar, „Sabine“, „du“ garantierst das. Und „du“ hast auch ganz bestimmt nichts mit dem Veranstalter dieses seltsamen Spieles zu tun, bei dem man sich schon ein bisschen fragt, wie es finanziert werden soll. (Wenn es ein Anbieter aus der BRD ist: Wahrscheinlich über eine Registrierung und eine einmalige Gebühr in der ungefähren Größenordnung von 100 Euro, die irgendwo im Kleingedruckten versteckt ist – und Gewinne werden natürlich nicht so ausgeschüttet, dass das jemand kontrollieren könnte.) Der eigentliche Anbieter garantiert hier gar nichts, der würde gewiss auch niemals so unverschämt mit illegaler und asozialer Spam werben. Das macht einfach so jemand anders für ihn, da hat er gar keinen Einfluss drauf. Was erwartet man auch sonst? :mrgreen:

Gruß
Sabine

Ich wollte, ich könnte dir jetzt in Erwiderung deines Grußes ins Gesicht rotzen, „Sabine“.

klick hier
http://tinyurl.com/3n25wn

Um die außerordentliche Seriosität des Angebotes noch einmal zu unterstreichen, hat der Spammer hier die eigentliche Internetadresse verborgen und hierfür den sonst manchmal praktischen Dienst TinyURL missbraucht. Wer so etwas nötig hat, empfiehlt sich ganz gewiss nicht für einen Klick. Was immer man dort zu sehen bekommen könnte, es ist den Ärger nicht wert, den man dort ganz gewiss bekommt.

Zum Abschluss: Ich drücke jeder Frau, die wirklich Sabine Schiller heißt (der Name ist ja nicht so ungewöhnlich) mein Mitgefühl aus. Es ist sehr bitter, wenn die eigene Person oder das eigene Tun von irgendwelchen Verbrechern in den Schmutz gezogen wird, und man nichts dagegen unternehmen kann – ich habe das schon mehr als einmal am eigenen Leibe erleben dürfen. Das grausamste sind diese Mitmenschen, die einem mit Vorwürfen überhäufen, als sei man auch noch selbst schuld am zerstörerischen Verhalten dieser Taugenichtse. Wenn sie solche Menschen um sich herum haben, denn weisen sie bitte einfach auf diesen Blogeintrag oder eine andere Quelle im Netz hin, die sich mit dieser Spamwelle beschäftigt.

Your E-Mail Address Has Won A lottery

Sonntag, 25. Mai 2008

Ja, die Spammer haben „lottery“ wirklich in ihrem Betreff klein geschrieben und halten diesen Stilbruch für völlig unauffällig. Vielleicht liegt es ja daran, dass sie die Großbuchstaben noch für den eigentlichen Text brauchten.

MICROSOFT CORPORATION WORLDWIDE AWARD PROGRAM 2007 – CONGRATULATION FOR YOUR SUCCESSFUL SELECTION!!!

Zu manchen kann eben nur noch „Wow“ sagen. Zum Beispiel, wenn man von „Microsoft“ ausgewählt wird. Bleibt eigentlich nur noch die Frage, warum „Microsoft“ einem das mit einem Absender mitteilt, der eine kostenlose Mailadresse bei web.de ist. Ob die wohl keine anderen Mailadressen mehr haben? Und wo man sich schon komische Fragen stellt: Warum sollte eine – doch etwas größere – Klitsche wie „Microsoft“ nicht dazu imstande sein, eine HTML-formatierte Mail mit besseren Mitteln als mit der CAPS LOCK TASTE und diversen eingefügten Leerzeichen (nicht im Zitat übernommen) zu gestalten? Wahrscheinlich wird das Lotteriewesen bei „Microsoft“ von einem Praktikanten bearbeitet, und der kennt sich noch nicht so mit den Möglichkeiten aus. Aber…

MOTTO: FIGHTING POVERTY ROUND THE WORLD:

…er scheint auch noch nicht gemerkt zu haben, dass die Bekämpfung der Armut im Zusammenhang mit Microsoft ein bisschen unglaubwürdig klingt.

Er scheint so einiges noch nicht gemerkt zu haben, dieser hypothetische Praktikant. Zum Beispiel, dass überlange Titel ohne jede Bedeutung eine Mail auch nicht vertrauenswürdiger machen. Schon gar nicht, wenn sie mit der CAPS LOCK TASTE schreien. Sonst hätte er sich diese Zeilen gewiss gespart:

FROM THE DESK OF THE E-MAIL PROMOTIONS MANAGER, INTERNATIONAL PROMOTIONS / PRIZE AWARD DEPARTMENT, AND AWARD PRESENTATION CENTER, UNITED KINGDOM , MICROSOFT CORPORATION WORD LOTTERY, UNITED KINGDOM 61-70 Southamptom Row, Bloomsbury London Unietd Kingdom WC1B 4AR

Am lustigsten in diesem Bandwurm-Absender finde ich ja die Bezeichnung „WORD LOTTERY“, die mich an das zuweilen störrische Verhalten eines ganz bestimmten Microsoft-Produktes erinnert. :mrgreen:

REFERENCE NO: MSW-L/200-26937
BATCH NO: 2005SEPT#22
SECURITY CODE NO: MSW/FEB/XX06

Wie? Ich dachte, meine Mailadresse hat gewonnen. Und was sollen in diesem Zusammenhang die ganzen komischen Zeichenwüsten? Die sich zum Teil nach Februar und zum Teil nach September lesen, während doch gerade der milde Mai das Herz umschmeichelt?

WINNER NO: 5

Und wieso wird den Gewinnern mitgeteilt, dass sie durchnummeriert werden? Oder hat sich der Spammer gesagt, dass er doch wenigstens eine Nummer verwenden soll, wenn er schon keinen Namen nehmen kann. Gut, dass er nicht die „6″ genommen hat. (Okay, das war jetzt ein „Insider“, denn bei „You are number six.“ denke ich unwillkürlich an die Erwiderung „I‘m not a number! I‘m a man!“ – wen das jetzt gar nichts sagt, der hat damals etwas verpasst.)

ELECTRONIC MAIL AWARD WINNING NOTIFICATION.

Das sagtet ihr schon.

Microsoft Corporation Management Worldwide […]

Das sagtet ihr schon.

[…] are pleased to inform you of the result of our ANNUAL MS-WORD LOTTO LOTTERY held on 22nd May, 2008.

Moment, ich dachte meine Mailadresse gewinnt. Was hat die mit Word zu tun, wo ich doch jede ernsthafte Textbearbeitung mit LaTeX mache. Und wo ich eine grafische Textverarbeitung brauche, da nehme ich lieber so etwas wie OpenOffice oder – wenn es etwas schlanker hinreicht – auch mal Abiword. Dieses komische Word vom MS-Regime läuft nämlich gar nicht auf meinem Betriebssystem, und es gehört auch zu den Dingen, die ich weniger vermisse.

Your E-mail / Your Company E-mail / Name […]

Also mein Name kann es nicht sein, sonst hättet ihr mich wohl mit meinem Namen angesprochen, statt eure Selbstbezeichnung in großer Herrlichkeit über sechs Zeilen zu erstrecken. Meine Firma kann es auch nicht sein, denn ich bin ein obdachloser Bettler. Also kann es nur meine Mail sein. Wenn ich das weiß, wieso wissen die das nicht.

[…] attach to Ticket Number :ESPL/89877676 […]

Ich denke, es ist die Mailadresse. Und wieso sehe ich jetzt schon wieder eine neue, völlig sinnlose Zahl…

[…] with Serial Number: S/N-00168, Batch Number: 2005 SEPT#22, Reference Number: MSW-L/200-26937 […]

…und noch mehr sinnlose Zahlen…

[…] and drew lucky Numbers 3-5-9-17-22-32 […]

…und noch mehr sinnlose Zahlen, wenn es doch um eine Mailadresse geht? Ich bin ja manches Kryptische und auch manchen Bullshit von Microsoft gewohnt, vor allem, wenn man im MSDN stöbert, aber so eine gequirlte Scheiße kriegt nicht einmal Microsoft hin.

[…] which consequently […]

Aus undurchdringlichen und unverständlichen Zusammenhängen kann man wohl alles ableiten…

[…] won in the 1st category, you have therefore been approved for a lump sum pay out of US$1,000.000,00 (One Million United States Dollar Only, ). Which has been insured in a Security Company.

…sogar das so eine Million Dollars irgendwo für mich hinterlegt worden sind. Und wer sich selbst für so dumm hält, dass er alles für wahr hält, was er nicht versteht, der glaubt das jetzt sogar. Um diesen Glauben zu stärken, kommen noch ein paar Brocken Bullshit-Geschwafel:

Due to mix up of some numbers and names, we ask that you keep your winning information confidential until your claims has been processed and your money remitted to your account. This is part of our security protocol to avoid double claiming and unwarranted abuse of this program by some participants.

Es ist schon sehr „vertraulich“, was hier in einer unsignierten und unverschlüsselten Mail offen wie auf einer Postkarte durch ein feindes Internet bewegt wurde, um ein Sicherheitsprotokoll gegen Missbrauch zu verwirklichen. :mrgreen:

All participants were selected through a computer ballot system drawn from over 40,000 companies and 20,000,000 individuals email addresses and names from all over the world.

Und was hat das jetzt mit den ganzen Nummern zu tun? Und mit den ganzen kryptischen Zeichenfolgen? Und mit dem anderen Geschwafel? Nichts.

This promotional program takes place every year. This lottery was promoted and sponsored by Microsoft Corporation Management Worldwide as to encourage the use of Internet. We hope with part of your winning,you will take part in our next year US$40,000,000,00 (Forty Million United States Dollars) international lottery.

Und jetzt die große Preisfrage.

Was fehlt hier?

Richtig. Hier fehlt ein Link auf eine offizielle Seite von Microsoft, auf der die ganzen Regeln und die ganzen verwirrenden Lotterien ein bisschen erläutert werden. Aber wer dumm ist, der vermisst so etwas nicht, und die Betrüger, die solche Mails verfassen, brauchen nun einmal dumme Opfer. Denn die werden sofort…

To file for your claim, please contact our European Processing Agent in Charges of your Zone. Your agent contact person information is stated below:-

SR. BOB LOUIS.
BRAXCON SEGUROS ESPAÑA S.A.
CALLE SEGRE 26, 28002 MADRID SPAIN.
TEL / FAX:+34 911 849 893
Email:
braxconseguros@aim.com

zu einem gewissen „Bob Louis“ Kontakt aufnehmen, der auch noch eine ganz andere Mailadresse als der angebliche Absender dieser Mail hat. Natürlich hat auch dieser „Bob Louis“ bei einer spanischen „Sicherheitsfirma“ ohne Homepage nur eine kostenlose Mailadresse, diesmal allerdings bei AOL. Wo finden diese Lotterieveranstalter eigentlich immer diese Verlierertypen, die dann die ganzen Millionen verwalten? Aber immerhin, er hat ein Telefon und einen Computer, der Faxe entgegen nimmt. Vielleicht freut er sich ja mal darüber, wenn man ihm gegenüber seine Freude über den dicken dicken Gewinn angemessen ausdrückt. Je mehr dieser Betrügergehilfe mit möglichst wirrer Nullkommunikation beschäftigt ist, desto weniger kann er sich um das Betrügen seiner Opfer kümmern. WARNUNG: Dass es sich hier um einen Vertreter des organisierten Verbrechens handelt, und dass diese Leute auch nicht lange fackeln, wenn ihnen jemand oder etwas in die Quere kommt, sollte jedem bewusst sein, der seine besondere Freude ausdrücken will – niemals sollte dabei ein echter Name angegeben werden oder von einem Telefon aus angerufen werden, das einen Menschen identfizierbar macht.

Die Vorgehensweise der Verbrecher ist ansonsten ganz einfach. Das Geld liegt bereit, aber es muss noch eine kleine Formalie erfüllt werden, und die kostet eben etwas Geld, mit dem man in Vorleistung treten muss. Und denn ist da noch ein Notar. Und dieses Papier, und jenes Formular, und noch eine kleine Beglaubigung. Am Ende ist man einen fünfstelligen Betrag los, die Verbrecher sind in der Anonymität des Netzes geblieben und die ganzen Millionen haben niemals existiert.

Note: Please note in order to avoid unnecessary delays and complications, please remember to quote your Security Code Number / Reference number / Batch number in all correspondence to your agent, Sr. Bob Louis via E-mail: braxconseguros@aim.com Furthermore, should there be any change of address do inform your agent as soon as possible. Congratulations once more from our members of staff and thank you for being part of our promotional program.

Aber ich habe doch gar nichts gemacht, ihr habt etwas gemacht. Warum bedankt ihr euch bei mir, dass ich irgendwo teilgenommen habe? Na ja, solche kleinen Holprigkeiten kann man so einer kleinen Klitsche wie diesem „Microsoft“ schon einmal verzeihen – deshalb heißen die wohl auch „Winzigweich“. :mrgreen:

Mrs. Rose Francis.
Secretary.

Ach, übrigens „Rose“, es gibt in einer HTML-Mail bessere Möglichkeiten des Zentrierens eines Textes als das Einfügen von Leerzeichen. Sogar, wenn man Microsoft-Produkte zum Mailen verwendet. Nimm einmal in aller Ruhe eine Schulung, du hast sie echt nötig.

Und da ist noch etwas, „Rose“. Achte doch bei zukünftigen Fälschungen darauf, dass nicht so eine Fußzeile…

Neu: Mit WEB.DE FreeMail mobile verpassen Sie auch unterwegs keine E-Mails und Nachrichten mehr. Mehr Informationen unter
http://produkte.web.de/freemail_mobile/

…unter deinen Mails erscheint. Das wirkt nämlich sehr peinlich und zerstört den letzten Rest von Glaubwürdigkeit so nachhaltig, dass auch der Dümmste kaum noch auf deinen Beschiss reinfallen kann.

Ach so: Natürlich hat Microsoft mit diesem Betrug nichts zu tun, sondern die Verbrecher ziehen den Namen dieses Unternehmens einfach ein bisschen in ihren kriminellen Schmutz hinein. Microsoft hat einen derartigen Betrug nicht mehr nötig, denen reicht das legale Geschäft mit ihren Anwendungen und Betriebssystemen. 😉