Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Legal, legal, scheißegal

Donnerstag, 16. August 2007

Und heute einmal ein ganz legales Angebot mit dem Betreff „Our price $129.95 save: $6590.05 Autodesk Autocad“:

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Die URL des Links ist natürlich geändert, ein Klick bringt nicht das vom Spammer gewünschte Ergebnis. Und wenn man die gleiche Software mit eDonkey, eMule, aMule, Sheraza oder einem ähnlichen File-Sharing-Client herunterlädt, erwirbt man noch wesentlich billiger, aber ganz genau so legal.

Und sind wir doch mal ehrlich: Es ist doch wirklich scheißegal, ob man sich die Viren und Trojaner übers Filesharing auf seinen Rechner schaufelt, oder ob man dafür irgendwelche mit Spam beworbenen Websites besucht. 👿

Rätsel

Samstag, 11. August 2007

Rätsel sind ein beliebter Zeitvertreib. Das hat sich auch jemand mit dem ausgedachten Namen Tomaz Hackenberger gedacht, als er die folgende Mail mit dem etwas unbeholfenen Betreff „This is to help sites that have many entries“ zum fröhlichen Knobeln und Kombinieren in einigen Millionen Kopien durch das Internet schickte (Screenshot aus Evolution):

Purer postmoderner Spam-Dadaismus!

Beim Spamfilter hat diese kreative Strategie nicht funktioniert, der hat richtig geraten und die Mail als Müll erkannt. Aber ob wohl ein einziger menschlicher Empfänger von solchen überaus seriösen und vertrauenswürdigen „Texten“ zum Kauf von „China YouTV“-Aktien motiviert wird? :mrgreen:

Wann werden diese tumben Börsenspams endlich aufhören?

Nachtrag: Sie hören noch lange nicht auf, sondern pusten weitere derartige „Texte“ in die Postfächer:

H‘u*g*e N*e w,s To Imp.act C,Y‘T-V

Chin‘a You TV C.o,r+p .
S‘ymbol: C*Y,T,V

We h*a+v_e alread,y s*e e+n CYT,V’s mark,et impa,ct befor‘e clim,*bing to o+v‘e'r $2 .00 w_i,t.h n_e-w,s_.
P,ress Releas+e:
C,hina You.TV’s CnBo‘o W*e*b S+i‘t-e R_anks N-o,..1 on Mi_cros‘oft L.i-v-e Se‘arch Engi_ne

CnBo_o Traffi*c Inc*rease s 4*9′% O,v*e r T,w*o Month+s

R*e,a_d t_h‘e n*ews, thi*nk abo+ut t h‘e impact., and

j‘u m_p on t-h i,s firs.t thi‘ng To.mor.row morn.ing_! $0.4+2 is a g i_f_t at t*h-i,s price…-.+.

Do y,o,u*r home*wo,rk a*n d wat-ch t_h i’s tr,ade Mon_day morning_.

Sedezimale Zahlen

Dienstag, 7. August 2007

Meine heutige Lieblingsspam ist einmal etwas ganz anders; sie ist kurz und verzichtet auf jede Form der Kommunikation:

Betreff: 209752

f8493b77

Hier hat der Spammer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der wirklich hübschen Sprache Perl programmiert. Und er wollte sein Skript wohl so basteln, dass es zufällige Texte für den Versand auswählt. Allerdings hat er einen kleinen Fehler gemacht.

Und deshalb hier meine Antwort auf eine der kürzesten und sinnfreiesten Spams, die ich jemals bekommen habe:

Werter Spammer, du Arschloch!

Schau doch bitte noch einmal mit einem man perlref oder dem Äquivalent unter deinem verwendeten Betriebssystem nach, wie man eine Dereferenzierung macht! Lesen kannst Du doch hoffentlich, oder? Denn entstehen bei deinen unbeholfenen Gehversuchen auch nicht mehr irgendwelche Hexzahlen, sondern hoffentlich die richtigen Texte.

Oder kannst du nicht einmal eine Datei richtig einlesen?

Und vor allem, Du Spamarsch: Bevor Du deine holprigen ersten Versuche im Programmieren millionenfach auf das Internet loslässt, mach doch erstmal einen Test! Das kann doch nicht so schwer sein. So wird das jedenfalls nie etwas mit deinem kriminellen Geschäften und dem ganz dicken, auf die asozialste Weise verdienten Geld.

Verachtungsvoll

Der Nachtwächter
(Nach Diktat verreist)

HEPAS Associated Media AG

Montag, 6. August 2007

Ach nein, bitte nicht!

Nach einigen Tagen ohne Pfennigaktien-Spam habe ich wirklich schon geglaubt, dass dieser lästige Wahnsinn endlich aufhört, weil sich mittlerweile alle Deppen dieser Welt in gebrannte Kinder verwandelt haben. Und da kommt auch schon wieder eine unerwünschte Mail mit gefälschtem Absender und dem Betreff „Investitionsempfehlungen“ in die virtuelle Mülltonne.

Klar doch, so eine „Empfehlung“ kommt mit millionenfacher Spam und bietet dennoch jedem Deppen, der darauf reinfällt, einen Vorteil beim Zocken mit den Casino-Aktien der großen Börsen.

Liebe Aktienfreunde,

Ich bin kein Aktienfreund. Aber du hast auch niemanden gefragt, ob er deine verbrecherische Mail zur Börsenmanipulation haben will, da kannst du dich ruhig zusätzlich ein bisschen in der Anrede vergreifen.

HEPAS ASSOCIATED MEDIA AG (ISIN CH0029095327, WKN: A0MJ2U) strebt laut Meldungen eine strategische Beteiligung an einem geeigneten anderen Medienunternehmen an, um das Kerngeschaeft durch den so entstehenden Synergieeffekt rasch weiter zu entwickeln und das Jahr mit deutlichem Gewinn zu beschliessen.

Wow, ein hirnfreier Depp fällt bestimmt auf dieses Bullshit-Bingo mit nichtssagenden Begriffen rein. Wer aber seinen Verstand beisammen hat, der fragt etwa folgendes, wenn er den Text einer Spam überhaupt ernst nimmt:

  • „laut Meldungen“ – welche Meldungen in welchem Medium, was ist die Quelle, wo kann man das mal nachlesen. Oder ist es die Aussage eines Kartenlegers oder Astrologen?
  • „strategische Beteiligung“ – in welchem Umfang, mit welcher strategischen Absicht.
  • „an einem geeigneten anderen Medienunternehmen“ – welches ist das und warum ist das so geeignet. Ist es vielleicht sogar gleichgültig, Hauptsache, irgendeine „geeignete“ Beteiligung?
  • „Kerngeschaeft“ – natürlich wird in diesem aus Textbausteinen flugs zusammen gesetzten Schrotttext nicht einmal erwähnt, worin das Kerngeschäft dieser Gesellschaft bestehen soll. Stellen die etwas her, haben die Vermögenswerte, verfügen sie über immaterielle Werte?
  • „Synergieeffekt“ – eine Worthülse, die so viel sagt, dass sie faktisch nicht besagt. Auch das Zusammentreffen einer Spam mit dem Betreiber eines Blogs führt zu einem Synergieeffekt, der auf einer der beteilgten Seiten gewiss nicht erwünscht ist.
  • „deutlichem Gewinn“ – jede Unternehmung sollte eine Absicht haben, Gewinn zu erzielen, da so eine Unternehmung gar keinen anderen Zweck hat. Aber dennoch gelingt es nicht jeder Unternehmung, und deshalb ist so mancher investierte Euro in den Sand gesetzt.

So viel nur zur ersten Hälfte eines Absatzes voller hanebüchenem Unsinns. Dieser Absatz hat tatsächlich noch eine zweite Hälfte.

Die Firma hat Marktgeruechten zufolge die Herstellungs-, Nutzungs-, und Verwertungsrechte an einem weitreichenden Paket ihrer Medienprojekte fuer das Fernsehen sowie fuer den DVD- und IPVT-Markt platziert. Somit wird sich der Kurs der HEPAS Aktie weiterhin stark positiv entwickeln.

Ich mache mal weiter…

  • „Marktgeruechten zufolge“ – wenn man unausgegorene Gerüchte hören will, reicht die Lektüre der Bildzeitung.
  • „Herstellungs-, Nutzungs-, und Verwertungsrechte an einem weitreichenden Paket ihrer Medienprojekte “ – klar doch, mit so vielen Wörtern so wenig Aussagen zu machen, das erweckt Eindruck bei jenen, die nicht lesen können. Andere fragen vielleicht, was „ihre Medienprojekte“ sind und wie „weitreichend“ dieses Paket voller immaterieller Rechte denn sein soll.
  • „fuer das Fernsehen“ – wie, machen die etwa die fragwürdigen Zock-Sendungen zum teuren Anrufen im Nachtprogramm? Das wäre nochmal ein Geschäft. Aber „Fernsehen“, das klingt schon mal groß…
  • „fuer den DVD- und IPVT-Markt“ – es müssen also richtige Filme, Serien, Dokumentationen oder ähnliche Produkte sein. Und warum hört man davon nichts? Ach so, es sind ja die ganze Zeit nur „Geruechte“, auf die sich das alles bezieht. Und die hört man eben nur dort, wo sich wenig wahrheitsliebende Menschen irgendeinen Klatsch zutuscheln. Oder sich ausdenken, dass sich andere wenig wahrheitsliebende Menschen irgendeinen Klatsch zutuscheln.

Ich muss schon sagen, eine solide Empfehlung, Geld auf Grund einer millionenfach durch das Internet geblasenen Spam loszuwerden. :mrgreen:

Denn schließlich…

Somit wird sich der Kurs der HEPAS Aktie weiterhin stark positiv entwickeln.

…wird es eine „positive“ Entwicklung geben. Vor allem für die Spammer, die von diesem windigen Papier…

WKN A0MJ2U
Boerse Frankfurt
ISIN CH0029095327

…ganze Depots voll haben. Wenn nur genügend Leute so doof sind, jetzt zu kaufen, denn hat sich das für die kriminellen und mafiös organisierten Börsenmanipulatoren gelohnt und sie können mit Gewinn abstoßen. Und wenn die vielen Deppen aus einem Verlust noch nicht schlau genug geworden sind, können sie gleich noch einmal 20 Millionen Mails mit einem recht ähnlichen Text raushauen, damit die Deppen nocheinmal gemolken werden können.

Inzwischen scheint es ja schon etwas schwieriger zu sein, wie man an der Mühe sieht, mit der solche Spam inzwischen verfasst wird. Nicht nur, dass das Deutsch zwar aussagefrei, aber eben auch flüssig und fehlerlos klingt, die Verbrecher müssen sich auch noch eine Legitimation ausdenken, warum sie einer ruhebedürftigen Seele wie mir einen solchen Text gleich achtfach in das Postfach stopfen:

Investment-Rating: Sie bekommen Aktien, fuer die sich die Analysten der grossen Anleger und der grossen Boersenblaetter noch nicht interessieren. Die sie einfach uebersehen. Ganz einfach deshalb weil sie noch keine Zeit fuer diese „kleinen“ Aktien haben. Wir empfehlen die Aktie zum Kauf.

Klar doch. Für diese „kleinen“ Aktien interessieren sich vor allem Casino-Spekulanten und zwielichtige Gestalten, die im Zeitalter der Spam einen guten Weg sehen, die Kurse mit Fehlinformationen zu manipulieren. Und wenn es einfach niemanden mehr gibt, der auf solche Versuche reinfällt, bleiben diese Verbrecher auf ihren Transaktionskosten sitzen, statt dass sie von der Unerfahrenheit ihrer abgezockten Spamopfer profitieren können. Wenn also niemand diese Pfennigpapiere kauft, besteht eine gute Chance, dass diese sehr nervige Form der Spam irgendwann ein Ende findet, da sie sich für die Mafia nicht mehr lohnt. Von daher: Wer auf eine solche Spam hin irgendetwas kauft, dokumentiert nicht nur seine Dummheit und Leichtgläubigkeit, sondern er leistet aktiv einen Beitrag dazu, dass viele Internet-Teilnehmer unter der Last immer weiter zunehmender Spam leiden.

Disclaimer: Diese Anlageempfehlung wurde vom Versender auf der Grundlage oeffentlich zugaenglichen Informationen erstellt. Die Berichte dienen lediglich der Information und sind keinesfalls als Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers zu verstehen. Der Versender hat keine Aktien des empfohlenen Unternehmens. Der Versender erhaelt eine marktuebliche Provision.

Disclaimer: Diese Bewertung wurde vom Blogger auf der Grundlage millionenfach versendeter Spam erstellt. Die Hinweise dienen lediglich zur Information der Empfänger und sind keinesfalls als Aufforderung zum Kauf des in der Spam erwähnten Pfennigpapiers zu verstehen. Der Blogger hat jede Menge Spam dieser Verbrecher erhalten und ist zu Scheiße genervt. Der Blogger erhält überhaupt keine finanziellen Vorteile.

Mit bestem Gruss,
Dr. Louanne PALENER

Mit dem schmatzenden Gruß des Judas
Der Nachtwächter

Und bevor es jemand falsch versteht. Die in der Spam benannte Aktiengesellschaft hat mit der Spamaktion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts zu tun. Das gleiche gilt auch für ähnliche Spams mit Bezug auf andere AGs. Es handelt sich einfach nur um einen – leider immer noch zu häufig erfolgreichen – Versuch von anonymen Kriminellen, das Marktgeschehen an der Börse zu manipulieren, indem einige tausend unerfahrene Empfänger einer solchen Spam zu einem Aktienkauf motiviert werden.

Es gibt keine seriöse Anlageempfehlung, die unaufgefordert und millionenfach als Spam in die Welt entlassen wird, da sonst der Informationsvorteil der „Analysten“ und ihrer Kunden verloren ginge. Wer Informationen darüber hätte, welche Lottozahlen in der nächsten Ziehung gezogen werden, würde auch nicht jedem davon erzählen, damit er sich seinen Gewinn nicht mit zuvielen anderen Menschen teilen muss. Es gibt neben dieser kleinen Anmerkung auch noch den allgemeineren Hinweis, dass es niemals seriöse Finanztipps gibt, die mit einer kriminellen, millionenfach versendeten Spam mit gefälschtem Absender in das Haus flattern. Wer mir das nicht glauben will, der muss eben noch ein paar Mal richtig bluten.

Wir haben die Losung

Montag, 6. August 2007

Na, da hat ja mal wieder jemand so richtig „gutes“ umlautfreies Deutsch in seine Betreffzeile geschrieben. Und so lang und so vielsprachig und dabei so wenig sagend ist der Betreff: „Potenzschwache – wir haben die Losung irritating and consequently – format designed for the way

In diesem schlaffen, multilingualen Blah rund um das schlaffe Glied zeigt sich vor allem wieder die Blödheit derer, die mit unverstandenen Skripten spammen. Offenbar wurde hier der reguläre Ausdruck für den split nicht so ganz passend formuliert, und so entsteht eben diese Form der Weitschwafeligkeit. Es wäre für einen kriminellen Spammer und illegalen Medikamente-Versender wohl echt zu viel verlangt gewesen, einmal einen Blick in die generierten Texte zu werfen…

Nein, mit der Sorgfalt haben sie es nicht so, die Spammer. Der ausgedachte Text ist allerdings gut ersonnen und glatt formuliert, es scheint sich um die quicke Übelsetzung eines englischen Textes zu handeln, und zwar zur Abwechslung einmal um die Übelsetzung eines Menschen, der auch gleich ein paar hübsche deutsche Wortspielereien macht:

Meinung von unserem Kunden:

Bin restlos begeistert. Bin 50 und schlage mich seit einem guten Jahre damit herum, dass meinem Freund im entscheidenden Moment die Standfestigkeit abhanden kommt. Aber nun ist es wie in allerbesten Zeiten. 10 mg reichen für ein sehr LUSTiges Weekend. Null Nebenwirkungen – abgesehen vom Muskelkater am nächten Tag. Aber der verschwindet ja durch ausreichendes Training 😉

Durch „ausreichendes Training“ in der deutschen Sprache verschwindet irgendwann auch einmal das Wort „Weekend“ und wird durch das richtige Wort „Wochenende“ ersetzt.

Vor zwei Monaten haben meine Freundin und ich beschlossen, zum ersten Mal miteinander Sex zu haben. Als es soweit war, und ich in sie eindringen wollte, blieb ich völlig schlaff. Wir haben es drei Wochen später nochmal versucht, und ich habe immer noch schlappgemacht. Mein Onkel hat mir Viiaaaagra empfohlen. Letzte Woche haben meine Freundin und ich es noch einmal miteinander probiert, und es wurde die tollste Nacht meines Lebens. Ich nehme Viiaaaagra jetzt einmal pro Woche, und es klappt prima. Meine Freundin hat keine Zweifel mehr an meinen sexuellen Qualitäten.

Schon klar. Und weil du diese „Mitteilung“ unbedingt mit gefälschtem Absender durch meine Spamfilter kriegen willst (das hast du übrigens nicht geschafft), findest du auch eine sehr „kreative“ Schreibweise des Markennamens „Viagra“. Kann schon sein, dass „deine Freundin“ keine Zweifel mehr an deinen „sexuellen Qualitäten“ hat, aber nachdem du mutmaßlich Millionen von Empfängern diesen unerwünschten Werbetext in das virtuelle Postfach gewichst hast, haben viele Menschen erhebliche Zweifel an deinen menschlichen Qualitäten. Und das geilste: Du weißst das auch noch und sendest selbstverständlich mit falschem Absender.

So, jetzt ist aber das gute Deutsch vorbei in dieser Mail:

Versuchen Sie unser Produkt und Sie werden fuhlen was unsere Kunden bestatigen

Man sieht es schon am Verlust der Ümläüte, dass jetzt nach der Übelnahme eines erprobten Werbetextes alles etwas holpriger wird. „Versuchen sie unser Produkt“ – ich wollte eigentlich Viagra, wenn ich jetzt angefixt wäre, und das ist gewiss nicht euer Produkt. Und versucht hätte ich nicht das Produkt, sondern „ausprobiert“ oder es vielleicht einmal „mit dem Produkt“ versucht. Aber ob ich dabei „fuhlen werde“, was andere „bestatigen“… 😀

Originalmedikamente
Ciiaaaaaalis 10 Pack. 27,00 Euro
Viiaaaagra 10 Pack. 21,00 Euro

Klar doch, ganz viel AAAAAAAA und IIIIIII in den Markennamen. Wer die orignalen Namen so verstümmelt, der versendet ganz gewiss Originale, und damit das klar ist, wird es im Wort „Originalmedikamente“ auch richtig betont. :mrgreen:

Das weckt großes Vertrauen in ein solches Angebot:

Klicken Sie HIER und Sie erhalten vier Dosen umsonst
(bitte warten Sie einen Moment bis die Seite vollständig geladen wird)

Natürlich habe ich den Link geändert, damit auch niemand in diese Falle tappe – dafür wird der neue Link viel schneller laden als das framereiche Original einer kanadischen Domain, das seinen Inhalt erst nach etlichen HTTP-Redirects hergibt. Wer sich so im Geflecht technischer Tricksereien verbirgt, der hat doch bestimmt nichts zu verbergen…

Und Vertrauen muss ja haben, wer auf einen Link in einer illegalen Spam klickt. Er sollte nicht einen Moment daran denken, dass ihm präparierte Websites irgendwelcher Verbrecher Schadsoftware unterjubeln, und wenn das nicht der Fall ist, denn sollte er ja nicht daran denken, dass bei solchen Geschäften nicht die geringste Vertrauensbasis besteht. Ganz im Gegenteil, er soll blöd sein und klicken, der 50jährige mit dem schlaffen Pinsel, damit er wieder so richtig orgasmüssen kann. Gut, dass jeder vernünftige Mensch auf so ein Angebot dankend verzichten kann; schlecht hingegen, dass es immer noch genug Idioten gibt.

Jetzt auch mit „K“

Dienstag, 31. Juli 2007

Ach ja, dieses „Super Duper Royal Vegas Magic Mega Jackpot VIP Casino“ mit seinen ganz dicken Bonussen hat einen neuen Weg gefunden, wie man in Deutschland an den Spamfiltern vorbeikommen könnte. Es schreibt sich jetzt einfach mit „K“, also „Kasino“…

Betreff: Kommen Sie heute zum, und wir gewähren Ihnen einen 300-%-Bonus

Offenbar hat es die neue Schreibweise aber noch nicht so recht in den Betreff geschafft, und deshalb steht da einfach nur unvollständig „zum…“ – immer noch halten es die Spammer nicht für nötig, einmal einen Blick auf die Texte zu werfen, die von ihren Skripten erzeugt werden. Na ja, immerhin schaffen sie es im zweihundertsten Anlauf wenigstens, in ihren „Mitteilungen“ mit gefälschtem Absender die Zeichenkodierung richtig anzugeben, so dass die Umlaute korrekt erscheinen. Langsam lernen die illegalen Glücksspielbetreiber, ganz langsam… :mrgreen:

Der restliche Text entspricht dem üblichen Schema:

Sind Sie auf der Suche nach einem wirklich lohnenden Bonus, um sich Ihre Kasino-Erfahrung ein wenig zu versüßen? Ihre Suche hat ein Ende!

Nein, ich bin auf der Suche nach einem spamfreien Postfach. Und diese Suche endet nie.

Kommen Sie heute zum Royal V.I.P Kasino, und wir gewähren Ihnen einen 300-%-Bonus auf Ihre erste Einzahlung im Wert von bis zu 300€!

Ich müsste unter fortgeschrittener Hirnerweichung leiden, wenn ich einem kriminellen und asozialen Spammer auch nur ein paar Eurogroschen gebe. Von 300 Euronen kann gar nicht erst die Rede sein.

Wir haben eine riesige Auswahl an Spielen, einschließlich der größten fortlaufenden Jackpots, die online zu haben sind und bieten Ihnen daher die Möglichkeit, in nur einer Runde mehrere Millionen Euro zu gewinnen!

Klar, bei allen Spielen werden immer die Gewinnmöglichkeiten präsentiert. Da ist es doch irgendwie seltsam, dass die meisten Menschen verlieren, nicht wahr? Vor allem, wenn sie mit Leuten zocken, die schon durch ihre illegale Spamwerbung zeigen, dass ihnen das geltende Recht egal ist – wer würde so jemanden für einen ehrlichen Spielveranstalter halten?

Royal V.I.P ist sicher, wir sind rund um die Uhr für Sie da und kümmern uns darum, dass Sie sich dem widmen können, was wichtig ist: DEM GEWINNEN!

Seien sie sich sicher, dass dieses Royal Vegas Super Duper Abzock Geldweg CKasino mit seinen hunderten von Namen und Webadressen rund um die Uhr dafür sorgen wird, dass sie sich dem für diese Betrüger Wichtigsten widmen können: Dem Geldverzocken! Denn diese Verbrecher haben es nicht von Geben, sondern vom Nehmen.

Melden Sie sich jetzt an und erleben Sie, was es heißt, ein V.I.P zu sein!

Melden sie sich also an und erleben Sie, was es heißt, ein abgezockter Depp zu sein!

http://www.2007casino.cn/lang-de/

Wer hier klickt, lasse alle Hoffnung fahren!

Schon vor einigen Monaten hatte dieses „Kasino“ in seinen Spams die hundertste Domain verschlissen. Und das waren nur die Spams, die bei mir ankamen. Wer mit seiner „Geschäftsplattform“ so häufig umzieht, hat gewiss kein Interesse an einer langfristigen Kundenbindung. Viel wahrscheinlicher scheint es bei einem Domainwechsel im zweitägigen Turnus zu sein, dass die eingezahlten Gelder entgegen genommen werden und das „Casino“ anschließend einfach verschwindet, um an einer anderen Stelle des Internet wieder aufzutauchen. Doch selbst, wenn nicht auf diese grobe Weise Menschen betrogen werden, hat sich ein Spammer durch seine gewählte Werbeform schon so sehr in die Illegalität gelehnt, dass kein vernunftbegabter Mensch ihm irgendwelches Geld in den Rachen werfen sollte.

Und wer sich gar die Software solcher krimineller Gestalten installiert, darf sich über gar nichts mehr wundern.

Direkt von Pfizer

Sonntag, 29. Juli 2007

Na, das ist doch mal wieder eine tröstliche Nachricht aus der Mülltonne dem virtuellen Briefkasten. Endlich muss ich mich nicht mehr an irgendwelche dubiosen Arznei-Versender wenden, wenn ich mir etwas Viagra bestellen will…

Now you can order Genuine Viagra directly from Pfizer

…sondern kann es „direkt von Pfizer“ bekommen. Die werben jetzt also auch mit Spam? :mrgreen:

Na ja, „Pfizer“ wirbt nicht nur mit Spam, die selbstverständlich ungewünscht und mit gefälschtem Absender daher kommt; sondern „Pfizer“ verzichtet auch ganz offensichtlich darauf, diesen gewiss einträglichen Vertrieb über die eigene Website zu machen:

Here: www.kXXXXXXe.com [Die URL wurde von mir bewusst unkenntlich und unbenutzbar gemacht]

Klar, dass da noch niemand auf diese großartige Möglichkeit aufmerksam geworden ist.

Unglaublich, für wie dumm die Spammer ihre „Zielgruppe“ immer wieder halten. Und unglaublich, dass die unerwünschten Mitteilungen dieser Asozialen und Kriminellen offenbar immer wieder auf jemanden treffen, der allen Ernstes glaubt, dass man mit solchen Leuten ins Geschäft kommen könnte.

In solchem Zusammenhang…

All prices are tax/vat free and same-day free worldwide shipping also included.

…wirkt auch die Zusicherung nicht sehr überzeugend, dass neben den Preisen auf einer solchen Liste keine weiteren Kosten entstehen sollen, ganz gleich, an welcher Stelle der Welt der Schwanz gerade etwas schlapp macht. Vor allem, wenn diese Zusicherung von so einer „Signatur“ gefolgt wird:


ktfmfqfnfjgogoftgkghgpfmggfmi… [… „Text“ von mir gekürzt]

Alles in allem ist diese Mail ein guter Kandidat für den dümmsten Spamtext, den ich jemals bekommen habe.

Verschneiter Empfang

Freitag, 27. Juli 2007

Früher, zu Zeiten des terristrischen und analogen Fernsehens, hatte man manchmal das Pech, so zu wohnen, dass nicht jeder Sender gut empfangen werden konnte. Das Bild war denn „verschneit“, was zwar nicht wirklich befriedigte, woran man sich aber dennoch leicht gewöhnte.

Auch beim E-Müll gibt es manchmal schlechten Empfang und es kommt nur ein verschneites Bild an, damit der Spamfilter auch schön durchlässig werde:

Ein ziemlich verschneites Angebot

Besonders hübsch ist hier nicht nur die seriöse Präsentation des Angebotes, das man übrigens genau so „legal“ und dabei noch viel billiger, ja kostenlos durch Verwendung eines der populären Filesharing-Clients „erwerben“ könnte. Auch die Darstellung eines Textes, der wie ein Link aussieht, sich aber nicht klicken lässt, ist wenigstens etwas verwirrend und passt zur Metapher der Bildstörung. Stattdessen sieht sich der Empfänger aufgefordert, den blauen Text in die Adresszeile seines Browsers einzutippen.