Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Spamisch! In HTML!

Mittwoch, 19. September 2007

Werter Spam-Verbrecher spanischer Sprache,

nicht nur, dass du wissen solltest, dass de-Domains in der Regel zu deutschsprachigen Empfängern gehören, auch deine Aufforderung…

Este email se ha creado con formato HTML. Si usted no puede visualizarlo correctamente, copie la URL siguiente en su navegador de Internet, o haga clic sobre ella:

http://www.fosfenismo.info/Mailings/index99.html

…dass ich doch wenigstens deine Drecksseite ansurfen soll, wenn ich schon keine HTML-Mails darstellen lasse, zeugt von Renitenz und Aufdringlichkeit, du Nervenarsch. Zumal ich keinen Wert darauf lege, deine Mittel zur Verbesserung der zerebralen Leistungsfähigkeit, die du in deiner Mail in stümperhaftem, aber bildreichem HTML anbietest, auch nur ausprobieren zu wollen.

Dass du ein richtiges Arschloch bist, wird beim Blick in dein HTML sichtbar. Tatsächlich sind einige deiner Bilder über ein CGI-Skript ausgeliefert und teilen dir dabei praktischerweise mit, dass die Mailadresse existiert und gelesen wird. Ich sage ja schon immer, dass man auf HTML-Mail verzichten kann und sollte, da sie in der Regel nur missbraucht wird, aber du lieferst mir mit deiner fehlgeleiteten Kreativität und deinen Spionageversuchen ein besonders gutes Argument, du gieriges Gesäuge, du.

Geh dahin, wo der Pfeffer wächst.

So, und nun noch ein paar Worte für die Menschen, denen das alles sehr spanisch vorkommt. Es handelte sich um eine HTML-Mail, in der jede Menge Bilder eingebettet wurden. Alle diese Bilder sollten aus dem Internet nachgeladen werden. Einige dieser Bilder waren jedoch keine direkt eingebetteten Bilddateien, sondern wurden über ein Skript ausgeliefert, dass nicht nur den Namen des Bildes als Parameter bekam, sondern auch die Mailadresse, unter der ich diese Spam empfangen habe. Der Spammer (oder besser: die kriminelle Bande, die diese Spams versendet) würde also schon erfahren, dass seine Spam angekommen ist, wenn ich sie nur anschaue. Damit hat er eine „Erfolg versprechende“ Mailadresse für weitere Attacken auf mein Postfach und mein Nervensystem gefunden.

Was man dagegen tun kann? Ganz einfach: Keine HTML-Mails anschauen. Die meisten richtigen Mailclients bieten die Möglichkeit, dieses völlig unnötige Feature abzustellen. Man kann es ruhig als Regel betrachtet, dass jemand, der seine Mails als HTML-Mails verfasst, nichts mitzuteilen hat – jede richtige Mitteilung passt auch in ein einfaches Textformat.

Diese einfache Maßnahme ist ein wirksames Mittel gegen den hier angewendeten Trick zur Überprüfung einer Mailadresse durch einen Spammer.

Usually muddy…

Dienstag, 18. September 2007

…, also „gewöhnlich dreckig“, das war der Text, der diese Grafik begleitet hat, damit sie besser durch den Spamfilter kommt. Und in der Tat, der Text passt zum Layout der Grafik:

Die übliche Pillenkauferei…

Irgendwann werden diese Grafiken so unlesbar sein, dass selbst so ein strunzdummer Konsument, der kauft, was ihm von illegaler und asozialer Spam angeboten wird keine Chance mehr hat, zu den verbrecherischen Apothekern mit ihren gefälschten Pillen zu kommen.

The Nederland’s Staatsloterij

Montag, 17. September 2007

Ein Hinweis vorab: Die staatliche Lotterie der Niederlanden hat mit dieser Mail nichts zu tun, sondern ist selbst zum Opfer eines Spammers geworden, da ihr Ansehen durch den Missbrauch der Bezeichnung für kriminelle Aktivität besudelt wird. Das ist dem Spammer aber genauso egal, wie ihm andere Folgen seines Handelns egal sind, er kennt nur seine asozialen und kriminellen Betrugsnummern.

Da schaut man trüben Auges in seinen virtuellen Müllkasten Briefkasten und erwartet, dass er vor Werbemüll überquillt, und was ist? Welch Freude, ich bin schon wieder Millionär geworden…

Ref No: UT771008-07
Serial Number: 8LE02208
The Nederland’s Staatsloterij
Postbus 3334, 5902RH
Venlo-Nederland
https://www.staatsloterij.nl <https://www.staatsloterij.nl/>

Klar, so eine millionenfach versende Spam, die ihren Empfängern sagt, dass sie nun Millionen gewonnen hätten, die wirkt gleich viel glaubwürdiger, wenn sie einen Briefkopf voller seltsamer Angaben hat. Nur der eigentliche Briefkopf einer Mail, der Header, der kratzt diesen Eindruck gleich wieder an. Eine gefälschte Absenderadresse zerstört die Wirkung der kryptischen Zeilen voller Referenz- und Serien-Nummern auf der Stelle, mag da auch eine noch so seriös wirkende Postanschrift in den schönen Niederlanden stehen.

Immerhin, der Text ist nicht niederländisch. Ich kann ja verstehen, dass Niederländer nicht so gern „Het Duits“ von sich geben, seit sie einst binnen dreier Tage von der Wehrmacht überrannt wurden. Vor allem, weil die Wehrmacht beim Rückzug auch noch ein paar Deiche gesprengt hat – ein übler, feiger Mordanschlag war das! Aber warum schicken die dann überhaupt die folgende Mitteilung an eine Mailadresse in der de-Domain, obwohl der Empfänger garantiert nie ein Los gekauft hat:

Dear Sir/Madam,

We are pleased to inform you of the result of our Nederland’s Staatsloterij Internet Program that was conducted and release today the 17th day of September 2007. Your electronic mail address which we attach to the program Ref No: UT771008-07 and Serial Number: 8LE02208 has been selected among the lucky recipient to collect an approved payment of 1,000,000:00 euros only (One Million Euro Only) each, being the beneficiary of this email address. You are hereby advice to contact our payment processing/finance firm on the below stated details.

Klar doch, Spammer! Kannst die Empfänger deiner Mail nicht mal mit Namen ansprechen und musst dich ins „Sehr geehrte Damen und Herren“ flüchten, aber willst ihnen weismachen, dass sie einfach so eine Million Euronen gewonnen haben. Weil sie die richtige Mailadresse haben. Irgendeinen Einsatz muss man dafür ja auch nicht zahlen, diese Lotterie finanziert sich bestimmt über das EMail-Porto. Ach, das gibt es (noch) nicht. Na, denn eben irgendwie anders. Und verschenkt Millionen von Euros an Millionen von „glücklichen“ Empfängern. Und muss dabei die Absenderadresse fälschen.

Wer sich diesen Bären aufbinden lässt, ist schon ganz schön blöd. Da helfen auch diese seriös wirkenden Angaben von Telefonnummern nicht:

Dr. P. Brook
Gilmac Financial Services
Weeps-The Netherlands.
Tel: +31-634-254755
Fax: +31-847-118266
Email: [… entfernt]@gmail.com
Email: [… entfernt]@aim.com

Schon klar, ein Finanzdienstleister, der mit der niederländischen Staatslotterie zusammen arbeitet, hat nicht etwa eine eigene Domain für seine Mailadressen. Sondern einfach nur kostenlose Mailadressen bei Google Mail und AOL. So etwas wie „richtige“ Mailadressen für Mitarbeiter kann man sich dort, wo man wöchentlich Millionenbeträge bewegt, offenbar nicht leisten. Man spart eben, wo man kann.

Zum Beispiel auch bei der Intelligenz des Spammers. :mrgreen:

Empfänger mit Sparsamkeit in der Eigenintelligenz kriegen dafür noch die Gelegenheit, einen kleinen Datenstriptease vor verbrecherischen Spammern zu machen:

We expect you to provide them with details of the information below for the processing of your winning documents.

1). Full Names:………………
2). Residential Address: ……..
3). Occupation:………………
4). Sex:…………………….
5). Phone/Fax Numbers:………..
6). Country of Resident:………
7). Nationality: …………….
8). Reference Number:…………
9). Serial Number:……………
10). Amount Won:……………..
11). Email Address:…………..
12). A scan or Fax Copy of any Valid Proof of your Identification like International Passport or Driver’s License:…………….

Wer würde da nicht gleich seinen Ausweis oder Führerschein einscannen, um an die versprochene Million zu kommen. Ist wirklich eine tolle Idee. Neben dem üblichen Vorschussbetrug kommt man noch an verifizierte Daten von leichtgläubigen Deppen, die sich gewiss gut verkaufen lassen. Oder für eine weitere Abzocknummer benutzen lassen. Wie steht es doch so schön als Inschrift auf dem Grabstein von Kurt Schwitters: „Man weiß ja nie…“

Dafür erfährt man noch etwas über die Funktionsweise der „Lotterie“, die Menschen so unverhofft zu Geld kommen lässt:

All participants where selected through a computer ballot system drawn from over 20,000 company and 30,000,000 individual email addresses and names from all over the world drawn from Europe, Asia, Australia, New Zealand, Middle East, Africa, North and South America. Do note also that every email addresses that were used on this program were gotten without the knowledge of each recipient. Be informed here that all winnings must be claimed not later than the 1st Day of October 2007 and that anybody under the age of 18yrs is not eligible to apply for a claim of this amount. Congratulations from our management as we expect you to make good use of your funds. Do note also that every email addresses that were used on this program were gotten without the knowledge of each recipient.

Verstehe. Alles, was man für die Teilnahme braucht, ist eine Mailadresse. Wie sich die Lotterie finanziert, wird hier aber leider nicht erklärt. Wahrscheinlich drucken die einfach Geld, das sie an irgendwelche Internet-User verschenken.

Dafür kann ich gern erklären, wie diese „Lotterie“ funktioniert. Wer seinen „Anspruch“ anmelden will, muss leider noch so ein paar leidige Formalien erledigen. Und dafür muss man eben etwas Geld hergeben. Für den Notar, für diese Behörde, für jene Bearbeitung. Ist nicht viel. Nur so ein paar hundert bis tausend Euronen. Wird auch immer mehr, von dreistem Grabsch zu dreistem Grabsch. Die Million sieht man natürlich nie. Und das Geld verschwindet einfach auf den Konten von Verbrechern.

Sincerely Yours,
Freida Groot
Sweepstakes Coordinator.
Email: nlstaatsloterij@gmail.com

Man beachte: Diese „niederländische Staatslotterie“ hat nicht etwa Mailadressen innerhalb ihrer eigenen Domain, sondern verwendet eine kostenlose Google-Mailadresse. Die natürlich nicht mit der Absenderadresse der Mail übereinstimmt, sonst würde man vielleicht noch ein bisschen geneigt sein, solche Mail für echt zu halten. Nein, diese windigen Gangster wollen gar keinen Webspace anmieten, dabei müssten sie nämlich ihre Identität offenbaren, was gewiss auf das Interesse der Polizei stoßen würde. Lieber schön anonym bleiben und darauf hoffen, dass es unter den Empfängern dieser Mail genügend strunzdumme Deppen gibt, die gar nichts mehr merken, wenn man ihnen nur ein bisschen Reichtum verspricht.

Und nicht nur das, die haben auch noch das Urheberrecht für ihre Spam:

Copyright © 2001-2007 Nederland’s Staatsloterij.

Ihr könnt mich ja gern verklagen, ihr kriminellen Betrüger. Auch die folgende Einschränkung meiner Rechte an der Spam, die ich von euch gerade erhalten habe…

Note: In accordance with the Nederland’s Staatsloterij policy and regulations, this message is dispatched directly to the recipient only. If you are not the rightful owner of this email address or feel that you have received this message by error, we advice you destroy this copy as you are not authorized to read, print, retain or disseminate any part of it for any reason.

…geht mir einfach nur am Arsch vorbei. Das seht ihr ja schon daran, dass ich diesen Text einfach blogge und hoffe, dass das manchem Menschen den Verlust einiger hundert bis tausend Euro erspart.

Sparen sie $1529,10

Sonntag, 16. September 2007

Ja, dieses tolle Angebot zum Sparen macht mir die Spam mit selbstverständlich gefälschtem Absender, die heute mit dem Betreff „Creative Suite 3 Save: US $ 1529.1″ in meinem virtuellen Mülleimer Postfach angekommen ist:

adobe suite 3 Our price: US $ 269.90
http://www.shere5.cn

Nun, diese 270 Dollar kann ich auch noch sparen. Dafür brauche ich mir die überteuerte Software nur mit Hilfe eines geeigneten Filesharing-Programmes zu besorgen, das ist unschlagbar billig, nämlich kostenlos. Es wäre eine sehr sparsame Variante, die den großen „Vorteil“ hat, dass sie genau so wenig legal wie dieses kriminelle Angebot zum Kauf einer Raubkopie ist. :mrgreen:

Einfach elitistisch

Freitag, 14. September 2007

Verachtens-Werter, mutmaßlich russischer Spammer der Casino-, Betrugs- und Abzock-Branche mit deiner gefälschten Absenderadresse…

Nur im alten aristokratischen Europa können Sie so ein elitistisches Casino zum Spielen finden:

Euro VIP Casino!

…statt „elitistisch“ sagt man im Deutschen „elitär“. Und das die aristokratischen Zustände in nennenswerten Teilen Europas überwunden sind, wird von den meisten Denkenden begrüßt und nicht zurückgesehnt, waren doch diese „hohen Damen und Herrn“ vor allem räuberische Vampire, die von der Arbeitskraft und Produktivität ihrer „Untertanen“ zehrten. Selbst haben sie vor allem eine Leistung vollbracht: Sie haben sich aus dem richtigen Leib heraus gebähren lassen.

Hoher Standard ist einzigartig:

Ein grosszügiger Willkommensbonus von mindestens 100% bis zu 100 €/$ auf Ihre ersten vier Einzahlungen, mit maximalem 400 €/$ hohem Bonus!

Unglaubliche Jackpots welche die Millionengrenze weit überschreiten!

Sagenhafte last generation Software!

Meint „last generation Software“ hier etwa, dass es sich jetzt um Software für die letzte Generation von Deppen handelt, die sich durch Zockgewinne in den Geldadel erheben wollen? Weil sie von euch, die ihr mit euren Umzügen jeden Tag zwei Domains „verbraucht“, abgezockt werden? Das wäre doch mal ehrlich. Und ich wäre auch froh, wenn ihr jetzt keine Opfer mehr findet und mein Postfach entlastet.

Das könntet ihr aber auch ruhig etwas deutlicher sagen.

All das macht es zum besten Platz online zu spielen.

Vor allem für euch ist es richtig gut, wenn eines eurer Opfer bares Geld in virtuelle Jetons tauscht, nicht wahr? Da legt ihr auch gern noch ein paar von euren virtuellen Jetons als „Bonus“ oben drauf, ne? Die könnt ihr ja auch viel leichter erzeugen als eure Opfer ihr Geld verdienen. :mrgreen:

Also kommen und spielen Sie bei Euro VIP Casino und treten Sie der noblen Gesellschaft der europäischen Spielelite bei!

http://eurovipbetting.com/lang-de/

Treten sie also frohen Mutes der Elite der dummen Zocker bei! Besonders elitär wird ihr Umgang mit Geld, das sie verschwenden, als hätten sie zu viel davon. Seien sie so elitistisch und verschenken sie ihr Geld an eine kriminelle Räuberbande, die in jeder ihrer asozialen Stinkmails eine andere URL angibt und häufiger im Internet umzieht, als ein kultivierter Mensch sein Unterhemd wechselt! Fühlen sie sich aristokratisch, bis sie pleite sind! Der Umgang mit Verbrechern war schon immer ein besonderes Merkmal derer, die sich durch ihre Herkunft frei fühlen. Zocken sie! Oder versuchen sie, zu zocken! Laden sie sich die Software herunter und vertrauen sie darauf, dass ein Verbrecher gar nicht auf die Idee kommen wird, ihren Rechner zu missbrauchen!

So dumm kann eigentlich nur ein Mensch sein, der das Produkt jahrhundertelanger Inzucht in einem sehr kleinen Genpool ist. Das ist aber auch die einzige erkennbare Gemeinsamkeit mit Adel und Aristokratie. 👿

Schriftverkehr mit Herrn Romancew

Donnerstag, 13. September 2007

Einer unserer Leser hat sich den Spaß gemacht, diesem Wiktor Romancew von der POOL Ltd. eine Antwort zu schreiben. Dieser Schriftverkehr wurde uns zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt, was wir natürlich gern tun. Danke Ulli! 😉

Zunächst Ullis Antwort auf die Spam von Wiktor Romancew, die mir durchaus aus der Seele spricht:

From: [… Mailadresse von mir entfernt]
To: poolltddirua@aol.
Sent: Mon, 20 Aug 2007 11:20 pm
Subject: Ihre Mail

Sehr geehrter Herr Wiktor Romancew, mit Freude habe ich Ihr Angebot heute erhalten und bin gerne bereit Sie bei Ihrer verbrecherischen Tätigkeit zu unterstützen und dafür hier entsprechende Strafen in Kauf zu nehmen. Neben der Tatsache, das Ihre Spammail mein Postfach nur sinnlos zumüllt, ist Ihre Story so herzhaft glaubwürdig, das ich nicht weiß, welche Idioten Ihren Müll ernst nehmen. Mir fällt hierzu nur ein: Fick Dich selbst oder vielleicht Deine Mutter. Dich hätten sie besser damals vor einen Zug gespritzt, dann wärst Du heute noch unterwegs! Ich würde noch nicht einmal meinen Hund auf Dich hetzen, der wird sich wahrscheinlich an so einem verbrecherischem Abschaum wie Dir nur noch vergiften. Also fuck yourself you motherfucker kindly regards ulli [… Nachname von mir entfernt]

Eigentlich sollte man ja denken, dass ein solcher Brief auch dem renitentesten Arschloch klar macht, dass weitere Versuche sinnlos sind. Aber dafür müsste das renitente Arschloch ja die Mail gelesen haben, womöglich sogar ein bisschen deutsch können. Mit solchen Ansprüchen ist man bei Spammer-Wiktor an der falschen Adresse, der kann nur Geld waschen, aber kein deutsch. Deshalb erinnern seine massenhaft versendeten Müllmails ja auch so aufdringlich an einen Teller Buchstabensuppe.

Tatsächlich hat dieser wenig koschere Vertreter der Geldwäsche-Mafia (besser: das von ihm benutzte Skript) diese Mitteilung als Bewerbung verstanden und deshalb seinen Standardbrief rausgehauen, indem er die kriminelle Tätigkeit beschreibt. Und zwar in einem Deutsch, das alles hält, was die Spam schon versprochen hat:

Sehr geehrte Antwoerter! Vielen Dank fuer Ihre Antwort! Wir sind sehr froh, dass Sie uns geatwortet haben.W ir senden diesen Brief an, um Sie sich mit folgende Information bekannt zu machen.  Unsere Gesellschaft POOL LTD beschaeftigt sich mit eine kleine und neue Software-Ausarbeitung. Wir produzieren FOREX, Finanzprogrammen fuer eine Marktanalyse usw. Auch verkaufen wir Internet-Projekten, IT-Loesungen Leuten, Privatfirmen, grossen Gesellschaften, die im Finanz- und Industriebereichen arbeiten. Unser Buero liegt im Kiew (Ukraine), trotzdem wir viele Vorschlaege Programmen fuer asiatische, australische, europaeische Maerkte zu schaffen bekommen. Unser Warenumsatz betraegt etwa EUR10000-EUR30000 pro Woche. Wir schaffen und verkaufen ungesetzlichen Waren nicht! Unsere Gesellschaft steht im guten Ruf in die Ukraine. Unsere Spezialisten geben alle Muehe ab, um ganzen Business-Prozess zu optimisieren. POOL LTD interessiert sich fuer neuen Ideen, moderne Geschaeftsloesungen und Partner. Wir garantieren Guete unserer Software und planen unseren Business im Weltmarkt anzufangen. Leider haben wir keine Moeglichkeiten momentan Konto im Ausland. Wir brauchen Ihre Hilfe, die Zahlungen zu bekommen und aus Australien, Europa und USA zu Ukraine ueberweisen. In Ukraine benutzt man oft mit der Postanweisung und der Bargeldueberweisung. Wir fangen die neue Zahlungsformen durch den Businessausbau anzunehmen an. Das sind Banksschecks, Ueberweisungen usw. In Ukraine die Zahlungen durch EU undinternationale Telegraphenanweisungen verarbeitet man ungefaehr 10-30 Tagen. Es ist zu langsam fuer uns. Wir brauchen Ihre Hilfe und sind bereit diese Hilfe verdient bezahlen. Wir moechten erzaehlen, womit Sie sich beschaeftigen werden. Sie muessen die Bezahlung fuer unsere Waren kriegen, als die Ueberweisung, Banksschecks oder die Bezahlung der Rechnung im Bank. Danach muessen Sie diese Zahlung ohne entschprechende Bezahlung uns schicken. Diese entsprechende Bezahlung betraegt 8%. Das heisst, dass Sie Ihre 8% frueher kriegen, als Sie Geld senden. Wenn Sie, z.B., eine Gebuehr 1000 EUR nehmen an, Sie kriegen sofort ihre entsprechende 8%, d.h.80 EUR. Und senden Sie uns nur 920 EUR. Natuerlich braucht man diese Prozess (ein Scheck in Geld umtauschen und das Kapital aus Konto nehmen), und wir verstehen das. Daswegen bevollmaechtigt  POOL LTD die Beitraege (die Gebuehren von Bank zu Banksueberweisung, Europaeische Gebuehren, Fuehrerbezahlungen usw) im Bank begleichen. Wir meinen, dass wenn wir gute Verhaeltnisse mit unseren Partner haben wollen, wir und unsere Partner muessen einige Pflichten vertreten. Wir sind verantwortlich fuer den Handel der Software und das Gewaehren der Waren rechtzeitig. Zu unseren Pflichten gehoert unsere Beschuldigungen und ihren Lohn. Wir verpflichten uns auch immer ueber unsere Arbeit und verschiedene Entscheidungen (auch ueber Ueberweisungen und Bezahlungen) zu melden.Wir hoffen auch, dass Sie fuer ihre Aufmerksamkeit und ihre Erwartung des Handels verantwortlich sind. Sie muessen die Verbindung mit uns unterhalten und rechtzeitige E-Mail-Antworten senden. Sie muessen auch ihre Aufmerksamkeit schenken und fuer ihre Erwartung des Handels verantwortlich sind.  Unsere Gesellschaft und unsere Partner muessen die Loesungen der Probleme, die entstehen koennen, immer finden. Die beide Seiten muessen zusammenarbeiten, um verschiedene Probleme zu loesen. Wenn das ungeplant ist, wir treffen alle entsprechende und moegliche Massnahmen.Hoffentlich sind Sie einverstanden mit unseren Bedingungen. Dann koennen wir Ihnen unsere Geschaeftsantrag schicken. Post address: str. Gonti 3A, office 212, Kiew, Ukraine, zip 04112 Wir sind immer froh ueber neuen Partner, neuen Ideen und Meinungen unserer KundInnen und Partner. Wir freuen uns darueber! Wir warten ungeduldig, als wir mit Ihnen arbeiten beginnen und antworten gerne auf jeden ihre E-Mail. Mit freundlichen Gruessen! Wiktor Romancew, Director of POOL LTD

Noch Fragen? Was passiert, wenn man sich unter der angegebenen Anschrift bewirbt, beantwortet gern die nächste Polizeidienststelle oder ein Rechtsanwalt. Das heißt aber nicht, dass man dort nicht ein paar Schmähbriefe (natürlich unfrei) oder ein Päckchen mit frisch abgeseiltem Kot hinschicken kann – und zwar ohne korrekten Absender, da mit diesen Schwerkriminellen nicht zu spaßen ist.

Maria Webber

Dienstag, 11. September 2007

Ich hatte mich gerade darüber gefreut, dass die Spamflut doch spürbar nachgelassen hat, ja, ich habe sogar schon geglaubt, dass ein Abflauen dieser Seuche des Internet absehbar wäre. Gut, da waren noch ein paar notorische Spammer, deren Angebote zwar überflüssig wie eine perianale Furunkel sind, die aber dennoch immer wieder mit asozialer und krimineller Spam auf ihre Angebote hinweisen mussten. Aber diese Mails – vor allem von dem einen (Royal VIP Vegas Magic Euro) Casino – waren so monoton, dass sie es niemals durch den Spamfilter schafften und das es auch kaum noch schafften, mich zu irgendeiner Beachtung zu reizen.

Aber jetzt ist endlich mal wieder etwas Neues angekommen. Die relativ kurze Nachricht, die mich auf eine obskure kroatische Website locken will, kommt mit dem Betreff „Maria Webber sucht einen zuverlaessigen Freund“ daher. Das ist mal wieder eine ganz tolle Form der Partnersuche, wenn einige Millionen Spams dafür rausgeschickt werden. Die muss sich wirklich für sehr unattraktiv halten. 😀

Hallo! Mein Name ist Maria Webber.

Hallo Maria, meinen Namen kennst du ja offensichtlich nicht. Und ich habe auch Probleme, dir deinen Namen zu glauben – allein schon deshalb, weil ich nicht glaube, dass jemand mit falscher Absenderadresse und echtem Namen schreiben würde.

Aber schauen wir doch mal, was du willst:

Ich bin Studentin. Momentan wohne und studiere ich in Hamburg.
Mein Traum ist einen Mann kennenzulernen, der mir ein echter Freund oder wohl etwas mehr sein könnte.

Tja, Maria, da hast du bei mir Pech gehabt. Dass ich Hamburg hasse, wäre vielleicht noch zu überwinden gewesen; dass ich das ganze studentische Pack nicht besonders schätze, wird auch immer wieder durch einzelne Personen relativiert; aber dass du spammst, das macht mich wirklich unversönlich. Wer diese asoziale, illegale und dumme Form der Kommunikation wählt, hat bei mir ein für alle Mal verschissen. Das wird nichts mehr mit Freundschaft. Und mit Ficken schon gar nicht. So hart, wie es jemand braucht, der seine Partner mit millionenfacher, asozialer Müllmail sucht, so hart will ich es einer Frau wirklich niemals geben müssen.

Das „etwas mehr“ können wir erst recht vergessen.

Aber wenn du Studentin bist, kann ich dir nur StudiVZ empfehlen. Ich habe aus glaubwürdiger Quelle (nämlich von Nutzern dieses tollen Verzeichnisses) gehört, dass sich dort die größten Denkverweigerer und Deppen deutscher Universitäten tummeln sollen. Die fallen bestimmt auch auf so eine Masche rein. Bei dem Sexmangel, der hier überall herrscht. Da könntest du sogar auf die Fotos im Profil Bezug nehmen, die du unwiderstehlich findest. Du glaubst gar nicht, wie sehr Schwachköpfe auf Komplimente abfahren.

Wie, so etwas kann dein Spamskript nicht? Diese Studenten aber auch! Keine Lust auf ehrliche Handarbeit. :mrgreen:

In Männern schätze ich Geist und Anständigkeit besonders.

In Spammern schätze ich Siechtum, Krankheit und schmerzhaften körperlichen Zerfall ganz besonders. 👿 Bei spammenden Frauen ergänzt sich dieser Wunsch um eine chronische Syphillis mit fortschreitenden körperlichen und geistigen Zerfall. 👿

Leider findet man so was heutzutage nur sehr selten. Es mag ja auch sein, mir lache das Glück eines Tages und ich Dich treffen kann!

Klar doch, und du kennst nicht einmal meinen Namen. Aber treffen willst du mich, du verlogenes Stück Scheiße. Na ja, immerhin räumst Du ja ein, dass du mich noch nicht kennst:

Ich freue mich riesig auf eine neue und interessante Bekanntschaft.

Und nicht nur das, du kommst auch schnell zur Sache und gibst mir den Link auf eine obskure Seite im Internet, auf der man sich gewiss so einiges einfängt, was man sich nicht auf seinen Rechner wünscht:

Willkommen auf meiner Homepage! Näheres finden Sie unter:
http://www.mitest.co.kr/maria.html

Etwas „suboptimal“ ist diese Formulierung zum Ende deiner verlogenen Nachricht ja schon. Nach so viel scheinbar persönlich klingendem Zeug jetzt dieser formale und trockene Satz „Willkommen auf meiner Homepage“, der aufdringlich nach der Anfangszeit privater Websites klingt. Und dieses papierne Formulieren bei „Näheres finden Sie unter“ erinnert auch eher an einen schlecht getexteten Webshop als an etwas, was dumme Männer heiß machen könnte.

Versuch es doch mal mit einer Formel wie „Wenn Du mich besser kennen lernen willst, kannst Du ja mal auf meiner Homepage vorbeischauen“. Ach, dafür müsstest Du richtig Deutsch können? Na, das solltest Du doch in Hamburg inzwischen gelernt haben. Ach, du bist gar nicht in Hamburg, sondern schreibst von irgendeinem Kuhdorf aus im Auftrag der russischen Mafia, die mal wieder ein paar Windows-Rechner in gefügige Spambots verwandeln will? Na, das habe ich mir doch gleich gedacht.

Kuss Maria

Stirb langsam! Ganz langsam! Und mit entsetzlichen Schmerzen und unbeschreiblicher Angst! So, dass du dich auf die Hölle freust!

Spamfotze!

Schlechter Empfang

Montag, 10. September 2007

Spam-Angebot für verschiedene Medikamente

Es ist mit dem Empfang der Spam genau so geworden, wie es früher mit dem terristrischen Empfang des Fernsehens war. Das Bild ist verschneit und wird dadurch undeutlich. Bei der Spam ist so ein „schlechter Empfang“ vor allem für den Sender wichtig, damit sich die Spamfilter kein klares Bild vom Charakter der Mitteilungen in der Grafik machen können. Sonst landen die Müll-Mails noch da, wo sie hingehören.

Aber wenn man sieht, was das für Inhalte im Bild sind, denn stört der schlechte Empfang gar nicht weiter. Das ist so bei der Spam und das ist so beim Fernsehprogramm. (Diese sind oft gar nicht so verschieden.) Schade nur, dass man die leidige Spam nicht ganz so einfach ausschalten oder abschaffen kann wie die Glotze.

Natürlich hat es diese Mail nicht durch den Spamfilter geschafft, sondern wurde von mir aus dem schleimigen virtuellen Sieb gefischt… 😉