Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

arbeiten in bundesland

Freitag, 12. März 2010

Fragt sich nur, in welchem der sechzehn Bundesländer…

Hallo, wir haben durch den Web-Servis, dass Sie eine Arbeitsstelle suchen.

Hallo, ich habe durch die Lesefähigkeit, dass ihr Spammers von China einen Deutschkönner suchen.

Wir bitten Innen eine Stelle in unserem Unternehmen.

Denn bittet mich mal weiter.

Die Firma EKL Euro-Kurier-Logistik GmbH hat noch freie Arbeitsstellen:
Regionaler Stellvertreter

Stellvertreter für was? Ein Depp, der für euch die „Geschäfte“ unter seinem eigenen Namen macht und für euch in den Knast geht? Tolles Angebot.

Wir bieten eine interessante Arbeit in jungem und dynamischem Team und attraktives Gehalt. Das Lohn – nach dem Arbeitsinterview (Lohn + Bonus + Entschadigung Packet): volle Leistungspacket. Die Arbeit in einem stabilen, dynamisches Unternehmen, Perspektiven in Berufs- und Karrierewachstum.

Ihr bietet eine interessante Zunkunft hinter dicken und robuste Mauern und persönliche Haftung für saftige Betrugssummen, die ihr verursacht habt. Der Lohn – nach dem Interview bei der Kriminalpolizei: Anzeige wegen Betrug oder Verstoß gegen das Kreditwesengesetz. Das Einsitzen in einer öden, unerfreulichen Zelle und die Vorstrafe. Perspektiven auf eine persönliche kriminelle Karriere.

Unsere Vorteile:
– Unternehmens Erholung
– Freies Zeitplan
– Junge und freundliche Personal
– Perspektiven in der Karriere

Und Deutsch wir lernen auch noch irgendwann.

Qualifikationsanforderungen
– Energie, Zielstrebigkeit.
– Fahigkeit zur Arbeit in Team.
– Rechtzeitige Berichterstattung
– PC-Kenntnisse: Office (gut)

Können muss man nix. Wir nehmen jeden, der so doof ist, diesen Job zu machen.

Arbeitlohn von 1700 Euro, plus Firmenbonuse die auf einem Bonuskonto gesammelt werden, plus Sozialversiecherungspacket.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an folgende E-Mail-Adresse:
kuehn.helen (at) yahoo.de

Bitte wundern sie sich nicht darüber, dass wir mit gefälschtem Absender schreiben und sie deshalb die Mail nicht mit „Beantworten“ beantworten können.

MfG E-K-L GmbH

LMAA!

For redaction (at) horreur.com Discount ID20763

Freitag, 12. März 2010

Der Inhalt ist der übliche „Inhalt“ der Pimmelpillen-Spam. Klicken Sie hier, um es als Webpage zu sehen. Ein eingebettetes Bild, das ich nicht sehe. Ein paar Links, die alle auf die gleiche Dreckssite führen. Ein Copyright von „gfhkx“, leider ohne Angabe, wie man diesen Namen aussprechen soll. So etwas frisst der Spamfilter jeden Tag ein paar hundert Mal zum Frühstück.

Aber die Mailadresse im Betreff (ist natürlich nicht meine), die hat bei mir wirklich Heiterkeit ausgelöst.

Wir haben Interesse fur Ihren CV

Donnerstag, 11. März 2010

So ein CV heißt auf Deutsch übrigens „Lebenslauf“, aber das lernen die vielleicht noch für die kommenden Wellen dieser Drecksspam.

«Sumitomo Mitsui Banking Corporation»
Fordert die energische Menschen zur Zusammenarbeit und zur Arbeitsstelle “Lokalagent“ auf.

Hui, das ist aber hübsch aus verschiedenen Bauteilen zusammengesteckt! Schon in den ersten beiden Zeilen zwei verschiedene Formen von Anführungszeichen, und die dritte Form kommt auch bald. Wer seinen Text so zusammenstrokelt, versteht natürlich nicht unbedingt, was er da tut, und deshalb klingt es auch ein bisschen… ähm… wie die Fordert vom energisches Spammers zur Mitarbeiten und Verhaftenlassen an dummem Empfängers.

Aber mal ernsthaft *grins* – diese tolle Bank hat keine Website, mailt mit gefälschten Absender und braucht für irgendwelche Finanzgeschäfte von „Lokalagenten“ so dringend Leute, dass…

Die Forderungen zu Anwarter:
Standige Anmeldung
Alter: 23-53
Das Geschlecht: beiderlei Geschlechts
Die Arbeitserfahrung: nicht wichtig
Das Niveau der Computerfertigkeiten: Kenntnisse der Grundprogramms + Hausinternet
Verantwortlichkeit, Aufmerksamkeit, Punktlichkeit

…diese Leute eigentlich gar nichts können müssen. Sie müssen nur ein bisschen Geld annehmen können und über Western Union und MoneyGram an die Betrüger weiterleiten, damit die Betrüger in der Anonymität verbleiben, während die Kriminalpolizei bei ihrem „Lokalagent“ vorbeischaut.

Und damit das toll klingt, machen sich die Verbrecher auch richtig groß:

Mitsui Banking Corporation ist eine von den grobten Banken der Welt. Sie wurde in Yurakucho, Chiyoda, Tokyo, Japan gegrundet. Die Bank ist ein Mitglied solcher Gruppen, wie „Sumitomo“ und „Mitsui“.

So etwas wie eine Website hat die grobte Bank der Spammer übrigens nicht, deshalb steht das „Jobangebot“ auch nicht online. Und dabei machen die so viel übers Netz, dass ihre „Lokalagenten“ ständig online sein sollen, sorry, ein Hausinternet haben sollen. Stattdessen wird jede Menge über die tolle Bank in der Spam erzählt:

Sumitomo Mitsui Banking Corporation hat folgende Strukturen organisiert:
Konsumbankeinheit;
Korporationsbankeinheit;
Investitionsbankeinheiten;
Internationalbankeinheit;
Wohltätigkeitbankeinheiten.

Bei so einem großen Geschäftsfeld verwundert es auch nicht weiter, wenn es mit Singular und Plural mal ein bisschen durcheinander geht und wenn sich eine HTML-Enität in einer reinen Textmail verirrt. Das soll alles nur den richtigen Eindruck von der Seriosität dieser Betrüger erwecken. :mrgreen:

Mehr als 17000 Betriebe aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen sind unsere Kunden: aus Leicht-, Automobil-, Erdol-, Lebensmittelindustrie, Metallurgie, Maschinenbau, Telekommunikationen, Informationstechnologie, Bauwesen, gewerblicher Wirtschaft, Verkehr, Arzneikunde und arztlicher Ausrustung, Druckindustrie, chemischer Industrie, Landwirtschaft und anderen Branchen.

Eine von den Prioritaten der kulturellen und bildungspolitischen Aktivitaten der Bank ist die Unterstutzung der nationalen Kunst. Wahrend der ganzen ihrer Geschichte beteiligt sich die Bank an groben Projekten, die auf die Entwicklung der Kultur und die Erhaltung von Kunstschatzen und Denkmalerei eingerichtet sind. Die Bank strebt sich danach, dass ihre soziale und wohltatige Aktivitaten zu einer standigen und harmonischen Entwicklung der Gesellschaft beitragen.

Natürlich braucht die „Bank“ dabei auch eine ganzen ihrer Geschichte und muss allerlei tun, zum Beispiel die Erhaltung der Denkmalerei.

Unsere Vorteile:
ein hoher Lohn;
einmutiges Kollektiv;
eine stabile Entwicklung innerhalb der Kompanie.

Hui, der nächste Textbaustein aus einer anderen Nummer druntergebastelt, und wieder so wenig verstanden, dass gar nicht auffällt, wie holprig das im Kontext klingt. Macht aber nichts, denn reinfallen auf diese Spamnummer sollen ja Dummköpfe, die gern für andere Menschen in den Knast gehen und sich gar nicht darüber wundern…

Schreiben Sie bitte unserem Manager mit E-Mail:
sumitmits4 (at) gmail.com

…dass so eine Bank offen zugibt, mit gefälschtem Absender zu schreiben (weshalb man die Mail nicht einfach beantworten kann) und es ganz normal finden, dass die doch etwas empfindliche, geschäftliche Korrespondenz eines Kreditinstitutes über eine kostenlose Adresse eines Freemail-Providers läuft und damit der Kontrolle der Bank entrissen ist. um eine detaillierte Stellbeschreibung zu bekommen.

Wer nicht dumm ist, lacht einmal herzlich und löscht den Schrott.

Kaufen Sie Programme bei Sonderpreisen! Jetzt!

Donnerstag, 11. März 2010

Nur einmal bezahlt wird unsere Software Ihnen lange dienen. Die neuesten Versionen unterschiedlicher nutzbaren Programme warten auf Sie hier. Die reichste Auswahl online. Der Kauf erfolgt sehr schnell, leicht und ist sicher.

Die Lieferung ist hingegen sehr langsam (sie kommt meist gar nicht), wird von diesen Betrügern auf die leichte Schulter genommen und besteht – so sie doch kommt – bestenfalls aus nicht lizenzierten Kopien und ist schlimmstenfalls um eine Kollektion aktuelle Schadsoftware angereichert.

http://zesyduwa.spaces.live.com

Um das zu unterstreichen, spammt dieser Betrüger nicht nur mit gefälschter Mailadresse die Postfächer zu, sondern verzichtet auch darauf, eine richtige Website aufzumachen.

Illegales Forum

Donnerstag, 11. März 2010

Und dann gibt es diese Spams, bei denen man einfach nur den Kopf schüttelt und nicht weiß, ob man jetzt lachen oder kotzen soll. Immerhin ist das mal eine neue Spammasche der Internet-Kriminellen.

Das beste illegale Forum

Klar, das ist so sehr „das Beste“, dass es niemand kennte, wenn nicht ein paar Millionen Spams rausgingen. Und ein Forum ist es wohl auch nicht, sondern eher…

Drogen online bestellen. Speed, Kokain, Hash
Kinderpornos 5-13 jahre Jungs und Madchen – nur 10eu!
deutsche geklaute Creditkarten fur 2 euro
Ebay geklaute Login-Daten
Paypal geklaute Accounts
DDoS nur 30 Euro/Tag
Trojane kostenlos
Email Spam auf Bestellung
geklaute Postbank, Sparkasse, Volksbank usw. accounts mit TANs

…ein Umschlagplatz für allerlei kriminelle Dinge und Taten. Bis hin zur geklauten Postbank. Allerdings dürfte jemand, der darauf hereinfällt und jetzt ganz dick ins Geschäft der Internetkriminalität einsteigen will, sehr schnell selbst ein Opfer dieser Kriminalität werden. Oder glaubt ihr, dass von Kriminellen für die ewige Blumenkraft und ein bisschen Trinkgeld gecrackt, gephisht und geklaut wird?

Zumindest eines dürfte sicher sein, in diesem Punkt ist die Drecksmail sogar ehrlich: Trojaner gibt es dort völlig kostenlos, und zwar für jeden, der diese „Dienstleistung“ nutzen will. :mrgreen:

Übrigens: Das knallende Bröselzeug aus den Blüten der Hanfpflanze schreibt sich „Hasch“, ein „Hash“ ist etwas sehr anderes. Vermutlich stand „Hasch“ nicht im Wörterbuch.

Bei uns gibts alles!

http://www.swissfaking.u2m.ru/board/index.php

Aus Sicherheitsgrunden gibts login nur bei nachfragen – Email.

Ich werde mir diesen Scheiß jedenfalls gar nicht erst näher anschauen und rate auch jedem anderen Menschen davon ab. Und wer diesen Leuten, die fröhlich mit der Tatsache winken, dass sie Verbrecher sind, auch noch irgendwelche persönlichen Daten oder auch nur seine Mailadresse gibt oder ihrer Website traut oder gar auf ihrer Website irgendwelche „Geschäfte“ machen will, der ist eh nicht mehr zu retten.

Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, ob ich diese URL hier posten kann und mich zum Zweck der Dokumentation dazu durchgerungen, es zu tun. Solche URLs werden gern als Suchbegriffe verwendet, wenn jemand eine Spam erhalten hat. Wenn ich die URL nicht in das Zitat aufnehme, kommt die Warnung weniger bei eventuell interessierten Menschen an. Wie üblich ist diese URL mit einem Link auf einen deutlichen Hinweistext belegt, dass Links in Spams nicht angeklickt werden sollten. Wer die URL in seinem Browser eingibt oder über die Zwischenablage in die Adresszeile bringt, wundere sich bitte nicht über die Folgen.

Free Porn Videos

Mittwoch, 10. März 2010

Free Porn Videos

Enter

Man sollte ja denken, dass dieser Form der Spam seit YouPorn* jede Grundlage entzogen wurde. Es gibt jede Menge pr0n für lau und in ausgezeichneter Qualität.

Aber scheinbar versuchen es die Spammer doch immer wieder einmal auf diese Weise.

Wer auf den Link in der Mail klickt, sieht eine scheinbare Video-Seite mit lauter Bildern von der zweiarmigen und recht physikalischen Form der Liebe. Und eine Menge scheinbar interner Links gibt es dort auch. Aber jeder dieser Links und jedes Bild ist mit einer Datei sexvideo.exe verlinkt, und zwar ohne eine einzige Ausnahme. Die Bilder zeigen eine unerhörte Vielfalt, aber sie führen auf diese eine Einfalt. Diese Datei sexvideo.exe ist natürlich eine ausführbare Datei für Microsoft Windows, und wer die auf seinem Windows-Rechner ausführt, der hat echte Probleme. Die einzigen, die dabei eine gewisse Lust empfinden könnten, sind die Internet-Kriminellen, die mit dieser primitiven Nummer wieder an ein paar fernsteuerbare Zombie-Rechner kommen, mit denen sie machen können, was immer sie gerade machen wollen – vom einfachen Spamversand über die Verschleierung der eigenen IP-Adresse bei diversen Betrugsnummern über die Auslieferung verbotenen Materiales aller Art bis hin zum Abgreifen allerlei für den Betrug interessanter Daten, wie etwa den eingegebenen Zugangsdaten für das Online-Banking.

Deshalb: Wer ein paar ordentliche Rubbelvideos haben will, der klicke bitte nicht in einer Spam herum, sondern gehe zu YouPorn. Denn YouPorn ist sauber. (Nur der dargestellte Sex dort ist eher etwas dreckig, aber so soll es ja sein.)

*Ich kann YouPorn wegen der in der BRD geltenden Linkhaftung nicht verlinken, aber diese Site ist nicht schwierig zu finden. Wirklich nicht.

Wachpflaster

Dienstag, 9. März 2010

Wenn man auf einem gut gesicherten System bei einigen Spams mal anschaut, wo sie einen hinlocken wollen, kann man manchmal eine Menge Spaß haben – obwohl einem meistens das Lachen gründlich vergeht.

Da hatte ich etwa heute die folgende Phishing-Mail, die mir mitteilte, dass ich meine Bestellung bei Amazon erfolgreich widerrufen habe – obwohl ich doch gar nichts bei Amazon bestelle:

Dear Customer,

Your order has been successfully canceled. For your reference, here`s a summary of your order:

You just canceled order #067-439275-002124

Status: CANCELED

ORDER INFORMATION
Sold by: Amazon.com, LLC

Because you only pay for items when we ship them to you, you won`t be charged for any items that you cancel.

Thank you for visiting Amazon.com!

Amazon.com
Earth`s Biggest Selection
http://www.amazon.com

Nun, ich habe bei dieser Mail wirklich erwartet, dass der Link mit dem Text ORDER INFORMATION auf eine der typischen Phishing-Seiten geht, mit denen die Account-Informationen abgephisht werden sollen. Allerdings war ich ein bisschen zu spät dran (die Spam war gut 12 Stunden alt), und statt der Phishing-Seite gab es nur einen Link mit dem auffordernden Text „Click here“ – das habe ich natürlich auch gleich getan, immer noch in Erwartung der Phishing-Site.

Aber inzwischen waren dort nicht mehr die Phisher aktiv, sondern die „Canadian Pharmacy“, die auf der englischsprachigen Startseite allerlei Pillen für den Pimmel anbot.

Doch das war nicht alles, denn offenbar wurde von den Spammern gerade die nächste Aktion vorbereitet, und während ich mich ein wenig durch diese Dreckssite der Spammer klickte, wurde die Sprache der Website auf Deutsch umgestellt. Offenbar sollte gleich die Spamwelle für deutschsprachige Opfer herausgehen. Die Grafik mit dem Text „Canadian Pharmacy“ wurde gegen die Grafik mit dem Text „European Pharmacy“ ausgetauscht, die Dollarpreise verwandelten sich in Europreise und die Texte wurden beim Klicken auch immer deutscher. Na ja, sie wurden zu etwas, was für die Betrüger vielleicht zunächst deutsch aussah, es aber nicht so wirklich ist. „Medicin Navn“ heißt auf Deutsch nun einmal „Name des Medikamentes“, „Lægemiddel Brug“ sagte man hier eher als „Anwendungsbereiche“, auch „Hvordan Du Tager“ ist als „Hinweise zur Einnahme / Anwendung“ und „Medicin klasse og mekanisme“ als „Wirkstoff und Wirkmechanismus“ in Deutschland etwas verständlicher, weil man hier einfach meist nicht so gut Dänisch spricht. Doch für die moralisch und cerebral verrotteten Internet-Kriminellen sieht das vermutlich genau so fremdartig wie Deutsch aus, und deshalb haben die ihren Fehler zunächst nicht bemerkt. Na ja, fünf Minuten später war es richtig.

Vielleicht bis auf die Produktbeschreibungen, die waren noch englisch. Aber das wird auch gerade, und gleich dürfte sich eine Spamwelle für die neue Verwendung der Domain (sie heißt weightbreezy (punkt) com und wurde vor ein paar Tagen schon für Schlankheitspillen benutzt) über deutsche Mailempfänger ergießen. Auch die Produkte werden dann wohl mehr an den deutschsprachigen Markt orientiert sein und wohl auch etwas richtiger sortiert sein, denn so ein „Wachpflaster“…

Schlaf-Beihilfen - Awake Patch, Awake Patch represents a stimulant drug that speeds up the brain and the nervous system

…das übrigens mit dem Wirkstoff Koffein arbeitet, ist unter „Schlaf-Beihilfe“ doch ein bisschen falsch einsortiert worden. :mrgreen:

Ich trinke gleich übrigens eine Schlaftasse Kaffee. Lecker.

Die ganze Geschichte ist ein schönes Beispiel dafür, dass die verschiedenen Betrugsnummern im Internet von gar nicht so verschiedenen Leuten durchgezogen werden. So einen Umbau einer Website für einen neuen Betrug habe ich noch nie so „live“ mitbekommen. Interessant finde ich, dass diese Spammer technisch so inkompetent zu sein scheinen, dass sie diesen Vorgang nicht automatisieren. So etwas immer wieder und mit allen damit verbundenen Fehlerquellen manuell zu machen, würde mir spätestens beim dritten Mal stinken. Aber Spammer sind eben nicht nur asozial und kriminell, sondern auch dumm. Die wissen vermutlich gar nicht, wie sich so etwas automatisieren lässt.

Online-Einnahmen durch Ihre Webseite : tamagothi.de

Montag, 8. März 2010

Hui, was haben wir denn da auf der virtuellen Müllkippe des Mailkontos liegen? Eine Mail mit Absender eines kostenlosen Mailproviders (Google Mail), die mir Geld verspricht. Und dieser Absender weiß sogar, was meine Website ist. Das muss irre schwer rauszukriegen gewesen sein, schließlich steht die zum Zuspammen verwendete Mailadresse da drin. Was die Anbieterin dieses tollen Angebotes allerdings nicht herausbekommen hat…

Sehr geehrter Webseiteninhaber,

…ist dieses einfache Stückchen Information, wie ich denn heiße. Habe ich das vielleicht nicht deutlich genug erwähnt? Mal schauen:

Elias Schwerdtfeger. Und das Licht scheint in die Finsternis und die Finsternis hats nicht ergriffen.

In der Tat, da kann man gar nicht darauf kommen. Und wer es immer noch nicht merkt, der kann auf diesen recht deutlichen Link mit dem Text „Impressum“ klicken, da steht es nochmal. So sehr „geehrt“, dass man sich vor dem Schreiben dieses Strunztextes mal die Website angeschaut hätte, bin ich also nicht. :mrgreen:

ich wende mich mit diesem Schreiben an Sie, da ich Ihnen ein Geschäftsangebot unterbreiten möchte, das für Sie, als auch für meinen langjährigen Kunden sehr vorteilhaft sei kann. Es geht hierbei um den Kauf von Werbeflächen auf Ihrer Webseite und deren Unterseiten.

Nun, da diese Absenderin sich nicht meine tolle Website (es ist mehr als nur eine „Seite“) angeschaut hat, konnte sie auch nicht bemerken, dass diese Website völlig werbefrei ist. Und zwar nicht etwa, weil ich zu blöd wäre, da ein paar Ads einzubetten, sondern weil ich das nicht will. Auf einigen „Unterseiten“ wird sehr deutlich, dass ich diese Entscheidung nicht aus einer Augenblickslaune heraus getroffen, sondern gründlich reflektiert habe, und man kann dort auch nachlesen, was ich von Werbern und ihren Beglückungsideen halte. Aber nein, diese als Litfaßsäule so „wichtige“ Website, die ich habe, wurde nicht einmal oberflächlich angeschaut. Hier hat einfach nur ein saudummer Harvester Mailadressen aus irgendwelchen Websites gesammelt und ein weiteres, ebenfalls saudummes Skript hat denn die Leute zugespammt.

Damit ist auch klar, warum diese Absenderin, die immerhin scheinbar professionell von einem „langjährigen Kunden“ schwafelt und in Internet macht, weder eine Website noch eine Mailadresse auf einen persönlich kontrollierten Server hat. Stattdessen soll man für die „geschäftliche“ Korrespondenz mit dieser Absenderin die Adresse salinaonlinemktklein (at) gmail.com verwenden, und es ist ihr recht gleichgültig, dass damit die Kontrolle über einen doch etwas empfindlichen Geschäftsbereich aus den Händen gegeben ist.

Ach ja, der „Kunde“, für den ich die Reklame schalten soll…

Um welchen Kunden es sich handelt? Um ein erfolgreiches und bekanntes Web-Entwicklungsunternehmen, das sich auf die Online-Unterhaltungsbranche, vor allem den Bereich Gaming, spezialisiert hat.

…hat zwar auch keine Firmierung, macht aber in (mutmaßlich illegalen) Online-Spielen. Etwas anderes hätte ich von einer Spam auch nicht erwartet. Und…

Dieser Kunde ist zurzeit auf der Suche nach unverbrauchten Marketingmöglichkeiten- und flächen, um die Online-Präsenz seiner Seiten zu verstärken. Mein Kunde und ich sind überzeugt, dass das Schalten von kleinen Werbeblöcken auf Ihren Seiten dazu beitragen kann.

…dieser „Kunde“ sucht ein paar „unverbrauchte“ neue Litfaßsäulen für seine hilflosen SEO-Maßnahmen. „Unverbraucht“ heißt hier: Die Website wurde noch nicht von Google als Spamschleuder erkannt und im Ranking bestraft. Da sollen denn kleine Links auf (mutmaßlich illegale) Angebote geschaltet werden, für die man in der BRD als Betreiber einer Website übrigens haftbar gemacht werden kann – im Falle eines illegalen Online-Glücksspieles kann das recht teuer werden, wenn man auch noch für eventuelle Betrügereien in Regress genommen werden sollte.

Falls Sie dieses Angebot interessieren sollte, würde ich mich über eine Nachricht von Ihnen freuen, um alles Weitere besprechen zu können.

Wie immer gibt es die einzige Antwort auf eine unverschämte, kalte und asoziale Spam hier in „Unser täglich Spam“, auf dass jeder mit einer Suchmaschine auch schnell herausfinden kann, um was es sich wirklich handelt.

Mit freundlichem Gruß,
Salina Klein

Mit fröhlichem Druck auf die Löschen-Schaltfläche
Elias Schwerdtfeger

Im Moment häufen sich derartige „Angebote“ mal wieder. Ich kann nur von jeder Form des „Geschäftes“ mit einem Spammer abraten. Wer zum gleichermaßen illegalen wie asozialen Mittel der Spam greift, ist für jegliche „Partnerschaft“ ungeeignet. Wer eine Website mit Werbung finanzieren möchte – ich würde das niemals tun, aber andere sehen so etwas eben anders – wird mit Leichtigkeit seriöse Anbieter finden, die ein paar tägliche Klickercents abfallen lassen.