Es ist mal wieder so weit. Der an einem hochspekulativen Markt ausgehandelte Wettkurs, wie viel wohl der nächste Käufer für einen Bitcoin bezahlen wird, kratzt an die hunderttausend Dollar. Aus völlig irrationalen Gründen, wie es immer wieder einmal geschehen kann, wenn ein spekulatives Produkt völlig entkoppelt von gesellschaftlichen Wirklichkeiten gehandelt wird. Journalisten berichten darüber, und ganz viele Unerfahrene springen auf den Zug auf. Jemand muss ja auch die Spekulationsgewinne der Gewinner bezahlen. Denn auf einem Marktplatz entsteht nicht durch einen Zauber neues Geld aus dem Nichts, sondern das bereits vorhandene Geld wird nur umverteilt. 💸️
(Geld entsteht durch die Tätigkeit der Kreditinstitute. Fast aus dem Nichts. Durch Verschuldung von Menschen.)
Bevor ich einfach ein ziemlich unkommentiertes Vollzitat der Spam gebe, nur ein ergänzender Hinweis: Ich habe kein Kryptogeld und ich habe niemals welches gehabt. Weder steht mir der Sinn nach Spekulation, noch brauche ich ein unpraktisches und als solches gar nicht gut geeignetes Zahlungsmittel (langsam, energieaufwändig, unflexibel, kursschwankungsintensiv, teuer) für meine Teilhabe an kriminellen Schattenwirtschaften. Außerdem ist es mir aus ethischen Gründen zuwider. Aber das dürfte den meisten Menschen leider ziemlich egal sein… 😉️
Bei „Ledger“ habe ich also auch kein Konto. Wozu sollte ich eines brauchen? Ich begrüße es aber, dass dort zurzeit an auffälliger Stelle auf der Website auf das laufende Phishing hingewiesen wird: Beware of phishing attacks, Ledger will never ask for the 24 words of your recovery phrase. Never share them. Geht doch! Ich wollte, alle Unternehmen würden ihre Kunden so deutlich und zeitnah vor laufendem Phishing warnen, statt den naiveren Anteil unwissend ins Verderben rennen zu lassen! Leider machen es die wenigsten Unternehmen. Warum das so ist? Ich weiß es nicht. Vermutlich sind den Unternehmen die Kunden einfach egal.
Von daher ist für mich schon auf dem ersten Blick völlig klar, dass die folgende Mail nicht von „Ledger“ kommen kann, was sich bei auf dem zweiten Blick bestätigt:
Ledger Logo
Action Required: Verify Your Recovery Phrase
Dear Customer,
We regret to inform you that a recent data security incident may have affected some recovery phrases linked to Ledger accounts. While your hardware wallet remains secure, we strongly advise verifying your recovery phrase for any potential exposure. Steps to Verify Your Recovery Phrase:
- Visit our official recovery phrase verification page.
- Enter your recovery phrase as instructed.
- Follow the steps to secure your assets if necessary.
Ensuring your recovery phrase is safe is critical to protecting your digital assets. If you have any questions, our support team is available to assist you.
This email was sent to you as part of our commitment to customer security. If you did not request this email, please contact our support team immediately.
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Der Link auf „Verify now“ geht natürlich nicht zur Website von Ledger.
$ lynx -source https://verifybreach.s3.us-west-1.amazonaws.com/recover.html | grep http-equiv <meta http-equiv="refresh" content="0;url=https://myledgersecure.com"> $ _
Alle Daten, die man auf der indirekt über die kostenlos und anonym nutzbare Amazon-Cloud verlinkten Website in der Domain myledgersecure (punkt) com angibt, gehen direkt an spammende Kriminelle, die einen Trickbetrug machen, um an anderer Leute Geld zu kommen. Diese Website steht zurzeit noch nicht auf den Blacklists. Man wird also nicht durch Schlangenöl und Sicherheitsfunktionen im Webbrowser vor dem Betrugsversuch gewarnt.
Zum Glück für uns alle gibt es ein sehr sicheres Mittel gegen Phishing, eine der häufigsten Kriminalitätsformen im Internet: Niemals in eine E-Mail klicken! Dann kann einem auch kein Betrüger so einen giftigen Link unterschieben. Stattdessen solche Websites immer über ein Lesezeichen im Webbrowser aufrufen und sich wie gewohnt dort anmelden (ich empfehle einen guten Passwortmanager). Wenn man nach der Anmeldung sieht, dass das in der Mail behauptete Problem gar nicht existiert — man würde sonst ja auch einen Hinweis auf der Website bekommen, dass man tätig werden muss — kann man die Spam einfach löschen. Und manchmal, leider immer noch viel zu selten, aber wenigstens Ledger scheint seine Kunden zu mögen und vor Kriminellen schützen zu wollen, wird man sogar auf der Website auf die laufende Phishingkampagne hingewiesen und deutlich davor gewarnt. Aber selbst wenn nicht: Man hat einen dieser gefürchteten Cyberangriffe abgewehrt. So einfach war das! Macht das! 🛡️
Mit dem Geld, das man behält, weil man nicht zum Opfer eines Trickbetruges geworden ist, wird jeder Mensch etwas besseres anfangen können, als so einem Pack den verfeinerten Lebensstil zu finanzieren.
Wenn ich versehentlich eine Mailadresse vollgespammt… ähm… angemailt habe, die gar nicht gültig ist oder auch einfach nicht mehr verwendet wird, weil da immer so viel dumme Bauernfängerei im Posteingang war, dass man sie nicht mehr gebrauchen konnte, dann warte ich auch mal für den Rest der Ewigkeit darauf, dass eine Antwort kommt. Obwohl: Es wird ja keine Ewigkeit. Wenn das letzte Schwarze Loch im Universum „verdunstet“ ist, weil es seine gesamte Masse als Hawkingstrahlung abgegeben hat, existieren keine Massen und damit auch keine Raumzeit mehr. Aber ich werde noch auf deine Bestätigung warten. Obwohl es nichts mehr gibt außer Photonen. Nicht einmal mehr Raum und Zeit.
Oh, die habe ich in der letzten Zeit ja gar nicht vermisst, diese ganze Kryptogeld-Spam der Marke: Jeder frisch amputierte Grottenolm kann sich mit irgendeinem Computerzauber ein aus dem Nichts entstehendes Geld aus der Steckdose ziehen. Aber jetzt ist es wieder so weit: Der Journalist meldet die Wettkurse auf den Preis, den nach Einschätzung der jetzigen Käufer die nächsten Käufer zahlen werden und spricht dabei sogar von einem „Wert“, und der Spammer freut sich über solche unerwarteten Kumpel und holt seine alten Betrugstexte noch einmal raus. Jetzt aber mit ![Aus dem Web nachgeladenes Bild, das zwei Fotos des designierten Präsidenten der USA, Donald Trump, zeigt, und dazu den folgenden Text: Bitcoin erreicht Rekortwert von 75.000 US-Dollar: Mit der Rückkehr von Trump ins Weiße Haus beginnt ein neuer Bullenmarkt -- Schitte, um mit BitAI Method Geld zu verdienen -- Klicken Sie auf den Link unten, um den Registrierungsprozess zu starten. -- Sie erhalten einen schnellen Anruf zur Registrierung von einem BitAI Method Vertreter, der Sie anleitet. -- Führen Sie eine Mindesteinzahlung von 250 € auf Ihr Konto durch. -- Beobachten Sie, wie Ihr Investment in Echtzeit wächst, während der Handelsalgorithmus von BitAI Method übernimmt. -- Heben Sie Ihre Mittel jederzeit ab, wobei Überweisungen in der Regel innerhalb von 2-3 Stunden verarbeitet werden, abhängig von Ihrer Bank. -- [Investire in Tesla]](https://spam.tamagothi.de/wp-content/uploads/2024/11/bitcoin-trump-450.jpg)

Schade, ich habe weder einen so genanten „smarten“ Fernseher — das ist das Reklamewort für einen Fernseher mit eingebauten digitalen Überwachungsfunktionen, der ständig über das Internet mein Verhalten zum Hersteller und seinen Geschäftspartnern funkt — noch ein so genanntes „Smartphone“ oder „Tablet“, was die Reklamewörter für Computer sind, auf denen mir vom Hersteller mit vorsätzlichen Technikverhinderungen und allerlei Gängeleien das Recht vorenthalten werden soll, selbst darüber entscheiden zu dürfen, welche Software ich darauf ausführe. Nur, damit man mich besser überwachen, verdaten, manipulieren und belästigen kann. Häufig werden solche käuferenteignenden Geräte aus dem beginnenden Zeitalter des digitalen Feudalismus schon ab Werk mit Schadsoftware verseucht, die man nicht deinstallieren kann, etwa mit den trojanischen Apps der