Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Allgemein“

Offener Brief an alle Bankhäuser

Samstag, 20. August 2011

Werte Entscheider bei den Kreditinstituten,

ihnen ist sicherlich bekannt, wie groß der durch Internet-Kriminalität angerichtete Schaden wirklich ist. Ich habe keine präzisen Zahlen, aber ich kann aus der Beobachtung einiger betrügerischer Vorgehensweisen erschließen, dass dieser Schaden groß sein muss.

Von daher muss es auch in ihrem Interesse liegen, im geschäftlich genutzten Internet ein Umfeld zu schaffen, in welchem Spammer, Phisher und sonstige Betrüger nicht leicht einen falschen Eindruck erwecken und ausbeuten können. Deshalb müssen sie doch alles dafür tun, dass niemals ein Spammer, Phisher oder sonstiger Betrüger ihren Kunden gegenüber erfolgreich den falschen Eindruck erwecken könnte, dass seine Mitteilungen von einem Kreditinstitut kommen.

So habe ich bislang immer gedacht.

Und deshalb habe ich hier, in diesem Blog über meine tägliche Spam, auch stets geschrieben, dass Banken alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen würden, um zu verhindern, dass Kriminelle in betrügerischer Absicht den Eindruck erwecken könnten, ihre Mitteilungen seien die Mitteilungen einer Bank.

Dass es anders sein könnte, ist mir niemals in den Sinn gekommen.

Leider ist es – wenigstens in einigen Fällen – doch anders, wie mir vor wenigen Stunden von einem Leser mitgeteilt wurde. Dieser bekam von seiner Bank eine Mitteilung über E-Mail, die nicht kryptografisch signiert war. Ihm ist damit – neben dem für Laien eher unüblichen Blick in die Header der Mail – keine einfache Möglichkeit gegeben worden, die Authentizität des Absenders sicher festzustellen. Es wäre für einen „normalen“ Internetnutzer schwierig gewesen, zu entscheiden, ob der Absender echt ist, oder ob es sich um eine Fälschung handelt. Zudem ist ihm überhaupt keine Möglichkeit gegeben worden, die inhaltliche Integrität der Mitteilung zu überprüfen. Jeder Computer, über den diese Mail bei der Zustellung gelaufen ist, hätte unentdeckbare inhaltliche Manipulationen vornehmen können. Dass die Rechner im Internet, über die eine derartige Mail läuft, „Opferrechner“ sind, die vielfachen Angriffen unterliegen, gehört zu den Dingen, die wenigstens in ihrer IT-Abteilung wohlbekannt sein sollten.

Mit Verlaub: Ich finde diese Leichtfertigkeit unfassbar dumm.

Die Verwendung einer digitalen signierten Mail hätte sowohl die Authentizität des Absenders als auch die inhaltliche Integrität jenseits jeden vernünftigen Zweifels sicher gestellt.

Es handelt sich dabei nicht um eine schwer beherrschbare „Raketentechnologie“, sondern um einen Standard des Internet, für den bewährte Softwarewerkzeuge zur Verfügung stehen. Die Verwendung digitaler Signaturen lässt sich in gängige Mailsoftware integrieren. Sie lässt sich ebenso leicht in automatisierte Prozesse integrieren. Beides verursacht nicht einmal große Kosten. Die Verwendung ist aus Nutzersicht einfach. Es entstehen auch keine Nachteile, wenn ein Kunde aus irgendeinem Grund eine Mailsoftware benutzt, die keine digitalen Signaturen verarbeiten kann, wenn man von einer Passage wie…

—–BEGIN PGP SIGNATURE—–
Version: GnuPG v1.4.11 (GNU/Linux)
Comment: Using GnuPG with Mozilla – http://enigmail.mozdev.org/

EiYEARECAAYFAk5vOvQACgkQKuT/O4qfc5oOLgCfX6j8AYedTd5Gp/Y7yQsDbxS1
vfAAoJFNBsp1vsfcg+MrhOTj0WII4iSr
=sg5k
—–END PGP SIGNATURE—–

…am Ende der Mail einmal absieht. (Hier am Beispiel einer PGP-Signatur dargestellt.) Selbst diese zunächst unschön aussehende Passage gibt nach Benutzung einer Internet-Suchmaschine immer noch Aufschluss darüber, dass Absender und Inhalt der Mail überprüft werden können. Die Verwendung digitaler Signaturen hat nur Vorteile. In geschäftlichen Beziehungen, in denen es um das doch immer etwas heikle Thema Geld geht, erachte ich es als ein Muss, dass Quelle und Inhalt der Kommunikation gesichert sind. Ich kann mir keinen einzigen Grund vorstellen, warum ein auf Seriosität und das Vertrauen seiner Kunden – und damit natürlich auch auf „gefühlte“ Sicherheit – bedachtes Kreditinstitut in diesen wichtigen Punkten zu einer anderen Auffassung kommen kann.

Die namentliche Ansprache des Kunden nebst Kontonummer und die Aufführung seiner Adressdaten führt hingegen zu keinerlei Sicherheit. Allein in diesem Jahr sind viele Millionen vollständige Datensätze mit Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Bankdaten wegen der Fahrlässigkeit einiger Unternehmen in die Hände von Kriminellen gelangt, was auch zu einem gewissen Medienecho führte. In wie vielen Fällen solche Daten unbemerkt und damit auch ohne Medienecho abgegriffen werden und auf einem illegalen Markt in die Verfügungsgewalt zwielichtiger Zeitgenossen gelangen, gehört zu den Dingen, über die nur spekuliert werden kann.

Sie müssen als Kreditinstitut davon ausgehen, dass sie zurzeit etliche Kunden haben, von denen in Kreisen der organisierten Kriminalität bekannt ist, dass es sich um ihre Kunden handelt, wie diese Kunden heißen, wann diese geboren wurden, welche Mailadresse und Kontonummer sie haben und wo sie wohnen. Selbst eine individuelle Ansprache ihrer Kunden ist damit in vielen Fällen leicht zu fälschen, um den Eindruck zu erwecken, eine E-Mail stamme von ihrem Kreditinstitut. Die Personalisierung der Mitteilungen ist also bei Weitem nicht hinreichend, um eine Mail in einen ihrer Kunden als authentisch zu kennzeichnen. Kurz und noch einmal das Gleiche: Es gibt keine Alternative zur digitalen Signatur in der elektronischen Kommunikation.

Da ist es doch umso besser, dass es sich um einen gut funktionierenden Standard handelt, der kaum zusätzliche Kosten verursacht und mit Leichtigkeit anzuwenden ist. Für den es getesteten, bewährten und robusten Bibliothekscode für jede Programmiersprache gibt, die sie in ihrem Haus vewenden. So dass die Verwendung digitaler Signaturen nicht das geringste Problem bereitet.

Zumal der Verzicht auf digital signierte Mail in der Kommunikation mit den Kunden einen schweren Nachteil hat. Ihre Kunden werden daran gewöhnt, dass der Absender und die inhaltliche Integrität ihrer Mails nicht überprüft werden kann; ihre Kunden werden auf diese Weise in einer Haltung der Gläubigkeit geschult. Auf der Grundlage dieser Gläubigkeit entsteht jedoch allzu leicht jene Leichtgläubigkeit, die von kriminellen Zeitgenossen für betrügerische Manipulationen ausgenutzt wird und die große Schäden verursachen kann. Das wahre Ausmaß dieser Schäden müsste ihnen bei den Kreditinstituten ja bekannt sein.

Ja, ich würde mich sogar zu der Aussage hinreißen lassen: Wenn sie als Kreditinstitut nicht grundsätzlich jede Mail an ihre Kunden digital signieren, sind sie am Phishing über E-Mail-Spam zu einem erheblichen Anteil mitschuldig. Ich kann mir übrigens als juristischer Laie vorstellen, dass ein Jurist zu einem ähnlichen Urteil kommt, wenn er den Unterschied zwischen der Interpretation eines technischen Mailheaders in einer Quelltextansicht der Mail und einer in die Mailsoftware nahtlos integrierten Anzeige der korrekten Signatur und einer Schlüsselverwaltung in einer grafischen Benutzeroberfläche beurteilen soll – zumal die Verwendung digitaler Signaturen alles andere als eine unzumutbare technische Herausforderung ist.

Denken sie bitte darüber nach, bevor die inzwischen massenhaft verfügbaren Datensätze für perfide kriminelle Angriffe benutzt werden! Und treffen sie eine gute Entscheidung, beginnen sie damit, die Mails an ihre Kunden digital zu signieren!

Mit freundlichen Grüßen

Der Nachtwächter

Hey, Twitter!

Freitag, 5. August 2011

Hey, Twitter!

Ich begrüße es ja, dass du nach diesen ganzen Jahren irgendwie bemerkt hast, dass es bei dir ein massives Spamproblem gibt. Es gefällt mir wirklich gut, dass du etwas gegen diese Pest unternehmen willst. Aber mit Schlangenöl-Sicherheit allein ist es nicht getan.

Wenn ich etwa einen meiner amöbenhaften Follow-Spammer vor mir habe, der auch mittlerweile ein ganz anständiges Auditorium von Leuten hat, die unreflektiert jedem Follower zurückfolgen; wenn ich die Timeline dieses scheinbar unentwegt über digitale Fotografie dahinplappernden und verlinkenden Idioten vor mir sehe und beim Klick auf jeden seiner letzten dreißig geposteten Links die folgende Warnung von dir, Twitter, präsentiert bekomme…

Die Seite die Du versuchst zu besuchen könnte gefährlich sein. Dieser Link wurde als potenziell schädlich eingestuft. Die folgenden Seiten können schädlich sein: Web Seiten Fälschungen oder Phishing Seiten, Seiten welche schädliche software auf deinen Computer laden können, Spam Seiten die zur Eingabe privater Informationen auffordern. Zurück zu Twitter, Mehr erfahren

…dann frage ich mich, warum dieser Typ, dessen Links du offenbar völlig zutreffend als kriminell erkennst, überhaupt noch weiterspammen kann.

Oder glaubst du, der wird das nicht irgendwann selbst bemerken? Und einen anderen URL-Kürzer als dein automatisch verwendetes t.co verwenden? Oder noch ein paar Weiterleitungen zu seiner eigentlichen Zielseite dazwischenbasteln? Für Letzteres nimmt man unter Spammern übrigens gern gehackte Foren, am liebsten solche, die noch aktiv genutzt und deshalb auch wirklich verlinkt werden. Und da dieser kriminelle Drecksspammer von dir – trotz recht eindeutiger Hinweise auf eine ausschließlich kriminelle Nutzung deines Angebotes – nicht rausgeschmissen wurde, kann er noch eine Menge ausprobieren. Und wenn du ihn nicht bald sperrst, Twitter, dann wird er bei dir auch noch seine Opfer finden.

Und nachdem diese Opfer öfter mal eine solche Warntafel von dir gesehen haben, wiegen sie sich auch noch in falscher Sicherheit, wenn sie diese Warntafel nicht vor sich sehen.

Bitte Twitter, denk daran: Kriminalität im Internet bekämpft man nicht, indem man irgendwelche Stoppschilder oder sonstigen Verkehrszeichen aufstellt, sondern indem man konsequent und möglichst schnell durchlöscht (eventuell unter Sicherung der Spuren für die Strafverfolgung). Sogar in der CDU, CSU, SPD und FDP hat man das mittlerweile verstanden…

Mach sie richtig weg, die Spammer!

Ein Tag ohne Drecksmail

Freitag, 29. Juli 2011

Ich sage ja öfter mal, dass die Zeiten der E-Mail-Spam vorbei gehen, dass die Spammer aber ihr geistloses Treiben auf anderen Kanälen – im Moment vor allem das so genannte „Web Zwo Null“ – verlagern, und ich kann seit über einem Jahr einen kontinuierlichen Rückgang der E-Mail-Spam feststellen.

Aber so etwas wie heute habe ich lange nicht mehr erlebt, das letzte Mal war es deutlich vor dem Jahr 2000. Innerhalb von 24 Stunden habe ich auf meiner regulären Mailadresse, die ich nicht besonders geheim halte und die deshalb leider auch in den Datenbanken der Spammer zu finden ist, keine einzige Spammail erhalten. Und ja, der Mailserver läuft… 😉

Das ist wirklich erfreulich. Ich befürchte jedoch, dass es nicht so bleiben wird, denn die Kriminellen verwandeln zurzeit in einer großen Aktion wieder viele Rechner von Privatpersonen in Bots für ihre wenig erquicklichen Machenschaften. Schade, denn es gibt kein Blog, das ich so gern „mangels Masse“ einstellen möchte, wie „Unser täglich Spam“.

Wer sich übrigens davor schützen möchte, dass sein Rechner von Verbrechern übernommen und zur Spamschleuder umgestaltet wird, sollte grundsätzlich Websites nicht das Ausführen von JavaScript gestatten. Mit dieser einen Sicherheitsmaßnahme laufen alle Angriffe der letzten Jahre ins Leere. Da es natürlich doch Websites gibt, denen man vertraut und die nur mit aktiviertem JavaScript zu benutzen sind, ist ein Plugin wie NoScript für Firefox sehr hilfreich, da es gezielte Ausnahmen ermöglicht.

Book of Ra Trick

Sonntag, 8. Mai 2011

Könnt ihr euch alle noch an diesen angeblichen „Gerhard Frommel“ erinnern, der es mit seinen angeblichen „Novoline-Trick“ in die Hall of Shame geschafft hat? Der Mensch mit den vielen Namen und den vielen Wegwerfseiten kennt ja so unglaublich viele Wege zum Reichwerden, aber Spieler an Geldspielgeräten scheinen blöd genug zu sein, dass er lange auf dieser Nummer herumreiten kann. Was von seinem Book-of-Ra-Trick und seinen vielen anderen über Spam auf allen Kanälen transportierten Betrügereien der gleichen Machart zu halten ist, kann man zum Beispiel auch in Hadley’s Welt nachlesen.

Die gute Nachricht des Tages

Sonntag, 17. April 2011

Die gute Nachricht des Tages (okay, des gestrigen Tages) findet sich bei Heise Online:

Spam-Anteil fällt auf Mehrjahrestief

Nach der Abschaltung des Rustock-Botnetzes Mitte März 2011 ist das Aufkommen an unerwünschten Werbe-Mails, ohnehin seit 2010 im Abwärtstrend, nochmals deutlich zurückgegangen […]

Ich habe in den letzten Tagen ja mehrfach geglaubt, dass der Mailserver „kaputt“ wäre, so deutlich ist der Rückgang der Spam.

Und auch „Unser täglich Spam“ erlebt gerade eine recht ruhige Zeit. Es ist ein Blog, das kaum „Stammleser“ hat (wir haben ja auch alle genug eigene Spam), aber sehr häufig mit Hilfe von Suchmaschinen gefunden wird, weil Empfänger einer Spam skeptisch werden und einfach einmal einige Phrasen aus der Spam googeln. Tatsächlich kann ich an den Zugriffen gut erkennen, welche Maschen der Spammer aktuell „im Umlauf“ sind, und oft kann ich sogar erkennen, dass jahrealte Texte fast unverändert noch einmal verwendet werden, weil Spammer sich keine besondere Mühe geben. (Sonst könnten sie ihr Geld ja auch auf weniger verwerfliche Weise verdienen.) Im Moment gibt es deutlich weniger Spam, und das ist für mich sehr fühlbar. Ich bin froh darüber.

Aber es steht zu befürchten, dass ich dieses Blog dennoch nicht einstellen werde, so gern ich es täte. Zum einen ist es sicher, dass neue Botnetze entstehen werden, so lange Menschen sich in falscher Sicherheit wiegen, mit angreifbarer Software¹ am Internet teilhaben und auf alles klicken, was sich nur klicken lässt. Und zum anderen wird die Spam generell neue Wege suchen, das so genannte Web 2.0 ist zum Beispiel ein ideales „Biotop“ für alle auf Spam setzenden Schurken. Viele eher persönliche Twitterer aus meinem Umfeld haben inzwischen ihre Timeline auf privat gesetzt, damit die gewünschte persönliche Kommunikation nicht in der täglichen Flut der Scheiße untergeht.

Ein interessanter Trend, der mir gerade in den letzten Tagen sehr unangenehm aufgefallen ist, sind fragwürdige Werbemails (siehe hier und hier) von bereits etablierten Dienstanbietern im Internet; besonders von solchen, die zwar schon etabliert sind, aber bislang ihre angesammelten Daten noch nicht fürs Marketing verwendet haben. Die Mails, die nach Jahren der Funkstille von diesen Klitschen kommen, oder im Fall von „Wikio Experts“ sogar behaupten, dass ich „Nutzer“ eines Dienstes sei, den ich gar nicht kenne, um mich anschließend zur „Anmeldung“ aufzufordern, sie sind offen spammig. Ich hoffe ja, dass sich dieses unterirdische Marketing, das übrigens in meinen Augen ein Hinweis auf ein gescheitertes Geschäftsmodell und auf recht atemloses Ringen um irgendwelche Einnahmen ist, als ein geeignetes Mittel zur Beschleunigung der Insolvenz erweist und dass niemand auf derartige Ansprache „abfährt“.

Denn das bleibt weiterhin der einzige vernünftige Umgang mit Spam und das beste Mittel gegen Spam: Niemals auf eine Spam so reagieren, wie es der Spammer wünscht, niemals darin herumklicken, niemals Angebote von Spammern wahrnehmen! Die Spam einfach löschen! Wenn Spammer sicher zu identifizieren sind, dafür sorgen, dass bekannt wird, dass es sich um Spammer handelt, für deren belästigendes und zeitraubendes Verhalten man nur Verachtung übrig hat! (Aber dabei nicht fanatisch werden, wenn ein Spammer wirklich zur Einsicht gekommen ist, sondern froh darüber sein, wenn solche Einsicht entsteht.) Nur so entsteht im Internet ein Umfeld, in dem sich selbst das konkurrenzlos billige Werbemittel der Spam nicht mehr lohnt, nur so kann es dazu kommen, dass diese Pest des Internet einmal zu einem Ende kommt. Kein Spamfilter und keine andere Software kann die Vernunft ersetzen, und die Vernunft ist der beste Spamfilter.

Im Moment gibt es zwar ein wenig Entspannung, aber an ein Ende glaube ich nicht. Das Ende ist erreicht, wenn Spam so selten geworden ist, dass ich dieses Blog in eine Archivversion umwandeln kann und als ein Museum der unerfreulichen Begleiterscheinungen einer bestimmten Phase in der Entwicklung des Internet betrachten kann. Dieses Ziel erscheint mir geradezu utopisch.

¹Angreifbare Software: Ich empfehle jedem, die für die Darstellung von Internetinhalten verwendete Software auf dem aktuellen Stand zu halten, insbesondere den Browser, das Mailprogramm und den verwendeten PDF-Viewer. Darüber hinaus empfehle ich, nicht jeder Seite im Internet die Möglichkeit zu gewähren, JavaScript auszuführen, da dies eine gute Vorsorge gegen die Mehrzahl der ausbeutbaren Sicherheitsprobleme ist. Die Verwendung eines anderen Betriebssystemes als Microsoft Windows kann ich ebenfalls empfehlen. So genannte „Virenscanner“ halte ich hingegen für Schlangenöl, da die Entwickler von Schadsoftware immer eine Nasenlänge voraus sind, und eine so genannte „Personal Firewall“ kann im besten Fall eine sinnvolle Ergänzung sein. Vernunft lässt sich niemals durch Software ersetzen, aber dafür führt vorgebliche Sicherheits-Software schnell zu einem trügerischen Sicherheitsgefühl, das unvernünftig macht.

fotoalbumfotobuch (punkt) de

Donnerstag, 31. März 2011

Wenn man eine Seite wie das Bloggende Hannover macht, bekommt man zuweilen recht spammige Anfragen über das dortige Kontaktformular:

Sehr geehrte damen und Herren ,

ich würde gern wissen, ob es möglich ist, dass Sie folgenden Link www (punkt) fotoalbumfotobuch (punkt) de auf Ihrer Website schalten. Viellicht sind Sie ja auch daran interessiert über uns zu bloggen? FotoalbumFotobuch (punkt) de ist ein in Deutschland neu auf en Markt gekommener digitaler Fotoservice. Wir bieten eine kostenlose Software an mit der man Fotobücher, Glückwunschkarten und noch vieles mehr gestalten kann.

Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüssen,

Anna S. [Nachname von mir gekürzt]

Aber hey, Spammer, ich beantworte so etwas regelmäßig hier in Unser täglich Spam. Ich finde es mal wieder wahnsinnig faszinierend, dass eine solche Anfrage handgeschrieben ins Kontaktformular geht (na, Ein-Euro-Jobber?), aber nicht einmal nachgeschaut wurde, wofür die so angefragte Website überhaupt gut sein soll. Oh nein, ich glaube keineswegs, dass es sich bei dem frisch auf den Markt gekommenen und angesichts seiner Werbemethoden gleich im Ruch übler Machenschaften stehenden und hoffentlich bald vom Insolvenzverwalter übernommenen Foto-Dienstleister um ein Blog handelt. Ja, so ein Blog, wie ich es hier kurz beschrieben habe. Nicht einmal so etwas ähnliches.

Aber hey, Spammer, wenn du die Seiten lesen würdest, die du mit derartigen Anfragen zumüllst, denn kämst du ja gar nicht mehr zum Spammen. Verstehe schon. Habe deine tolle Nachricht gerade dem virtuellen Papierkorb überantwortet und schreibe nur noch rasch diesen Text, damit auch klar ist, mit welchen Methoden sich hier ein ganz toller Dienstleister am Markt positionieren möchte. Einige verblüffend ähnliche Kommentarversuche sind da übrigens auch schon gelandet, ganz automatisch.

Und das ist gut so!

Lobende Erwähnung

Donnerstag, 17. März 2011

Wenn jeder von diesen URL-Kürzungsdiensten so schnell und entschlossen darauf reagieren würde, dass ein Missbrauch durch Spammer gemeldet wird, wie es notlong.com tut…

Link Disabled

…dann wäre das gesamte Internet schon ein viel erträglicherer Platz, denn inzwischen versteckt fast jeder Spammer seine kriminellen Dreckslinks hinter einem derartigen URL-Kürzer. Leider reagiert nicht jeder von diesen Kürzungsdiensten, die das Leben in der auf SMS-Länge gestümmelten Kommunikation über Twitter erst möglich machen, so schnell und entschlossen auf einen Missbrauch durch Spammer. Tatsächlich scheint man darauf eher mit einer gewissen Gleichgültigkeit zu reagieren.

Um so wichtiger, dass auch mal auf ein gutes Beispiel hingewiesen wird.