So nannte sich die rauchende Hirnruine mit ihrer schwedischen IP-Adresse eines VPN-Anbieters – ich hoffe, es gibt da draußen inzwischen niemanden mehr, der Geoblocking für eine brauchbare Methode zur Spambekämpfung hält – die gestern abend um 18:37 Uhr den folgenden handgeschriebenen Kommentar hier auf Unser täglich Spam ablegen wollte, aber trotz tapferen Verzichts auf ein Spamskript aus inhaltlichen Gründen an der Spamfilterung gescheitert ist. Das ist ja auch kein Wunder, wenn man sich diesen Strunz anschaut:
If you‘ve fallen victim to a cryptocurrency scam and your funds have been transferred from your wallet, typically held on a centralized exchange, to a decentralized exchange or private wallet, it’s often believed that the funds are lost forever. However, there are companies and professional services like Wizard Asset Recovery that specialize in recovering stolen crypto.
Wer nicht verstanden hat, was eine Blockchain ist – nämlich eine mit hohem kryptografischen Aufwand auch für größere Gruppen von Marktteilnehmern manipulationssicher gemachte, weltwelt verteilte Buchführung – sollte sich besser ganz schnell ein anderes Hobby als ausgerechnet Kryptogeld suchen. Niemand, auch nicht ein Unternehmen oder ein spammender Spezialprofi mit Zauberfirmierung wäre dazu imstande, diese Buchführung zu manipulieren, um zum Beispiel „verlorene“ oder „gestohlene Bitcoin“ zurückzuholen. Wenn dies möglich wäre, dann wäre das gesamte Kryptogeld von einem Moment auf dem anderen völlig wertlos. Man könnte ja die Blockchain und damit den Bitcoinbesitz beliebig manipulieren. Zum Beispiel, indem man jemanden 2 BTC für zurzeit rd. 95.000 € verkaufte und sich hinterher seine beiden Bitcoin einfach wieder hokus pokus zurückholte, um sie noch einmal zu verkaufen. Na, wie viel Geld würde man unter diesen Umständen für einen Bitcoin bezahlen? Richtig: Schon ein einziger Cent wäre zu viel. Man bekäme ja gar nichts dafür. 💸️
Was dieser spammende Honk von „Magiers Vermögenswertrückholung“ in seiner Kommentarspam behauptet, ist also nichts anderes, als dass es sich beim Kryptogeld gar nicht um Vermögenswerte handele, weil Kryptogeld völlig wertlos ist. Da hat schon einmal einen erheblichen satirischen Liebreiz. 😅️
Die „Zielgruppe“ dieses Betrügers kann darüber allerdings nicht lachen. Dafür müsste man ja den Witz verstehen.
If you find yourself in the unfortunate situation of being scammed by a fraudulent investment company in the crypto space, don’t hesitate to contact Wizard Asset Recovery. Their experienced team of cyber experts will carefully review the details you provide and analyze the circumstances surrounding the scam. This enables them to take swift action on your recovery case, ultimately providing a positive result where your funds are recovered.
If you‘ve been scammed by bitcoin or any other cryptocurrency, it’s crucial to take action promptly. Wizard Asset Recovery offers the best funds recovery services to help you recover lost funds from binary options, forex scams, or any investment scam related to cryptocurrency.
Nachdem geklärt ist, dass es sich um einen Lügner und Betrüger handelt, stellt sich nur noch die Frage, wer die „Zielgruppe“ des Betrugs ist. Das sind Menschen, die schon einmal um ihr Kryptogeld betrogen wurden, denn bei diesen Menschen erwarten die erfahrenen Cybergauner von der Betrugsfront einen besonderen Hang zur Leichtgläubigkeit und große kryptologische und informationstechnische Unwissenheit. Die sollen dann glauben, dass irgendwelche Cyberheinis ihnen tatsächlich das Geld wieder zurückzaubern können und für diese unmögliche Dienstleistung auch noch Geld bezahlen, damit sie zum zweiten Mal betrogen werden. Vorkasse, versteht sich. Am besten in Kryptogeld, denn das ist ja das bequemste und verbirgt alles. Aber das gute alte Western Union wird auch gern genommen. Hauptsache, es ist ein anonymisierendes Verfahren, dass ein Zurückholen des Geldes völlig unmöglich macht. Hauptsache, beim Abholen des Geldes klacken keine Handschellen bei den Betrügern, denn sie gehen lieber in den Puff als in den Knast. Das Geld ist weg. Noch einmal. 💸️
Mein Tipp: Steckt euer Geld lieber in den Ofen. Da hätte es wenigstens noch einen Heizwert für euch. Das tut gut in der winterlichen Kälte. 🔥️😁️
To initiate the recovery process, visit their website or contact them via email at Wizard■■■■■recovery@gmx.us and via WhatsApp at +1315756■■■■. Don’t delay – reach out to Wizard Asset Recovery today to reclaim what’s rightfully yours.
Um auf den Betrug reinzufallen, sollte man einfach die Website besuchen, die gar nicht angegeben wird, weil diese Cyberexperten nicht wissen, wie man einen Link setzt. Vielleicht war es ihnen auch zu umständlich, für ihren Betrug einfach schnell eine Website zusammenzustöpseln, denn wenn sie sich Mühe geben wollten, brauchten sie ja nicht zu spammen, sondern könnten gleich arbeiten gehen. Das macht aber nichts, denn sie können ja eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei einem Freemailer und eine Nummer für WanzApp angeben. Also gar nicht erst lange nachdenken und sich abholen, was einem zusteht: Ein zweites Mal zum Opfer eines Trickbetruges zu werden und festzustellen, dass man ziemlich viel Geld verloren hat, weil man nicht nachdenkt und keine Ahnung von den Dingen hat, mit denen man umgeht.
Ich denke mal, dass jeder Mensch etwas Besseres mit dem Geld anfangen kann, das ihm beim letzten Betrug übriggeblieben ist. Also macht das! Und fallt nicht auf solche Kommentarspams in Blogs und Foren rein!


Schon schade, Meka, dass du in aller deiner in Kommentarspam behaupteten Partnerschaft noch nicht gelernt hast, dass sich die Abk. der Europäischen Zentralbank ohne Punkte zwischen den Buchstaben schreibt. Das sieht man übrigens, wenn man sich eine Eurobanknote anschaut, weil es da in allen inzwischen in der EU verwendeten Alphabeten draufgestempelt ist. Hättest du „BCE“ geschrieben, dann hätte dein Übelsetzungsprogramm vermutlich auch „EZB“ draus gemacht. Vielleicht musst du noch ein paar Jahre in dieser Partnerschaft bleiben, bis du dich daran gewöhnst, wie sich der Name deines Partners schreibt. 😉️
Gut, nachdem das schon ohne eine umständliche Lektüre der Mail geklärt ist, bleibt aber noch eine Frage: Was schreibt diese „Patricia“, deren Name sicherlich mindestens so echt wie ihre Absenderadresse ist, in ihrer klaren Spam? Es ist ein kleines bisschen kryptisch geworden, weil nicht klar wird, worum es eigentlich geht, denn „Patricia“ möchte doch so gern mit ihrer gut eingespielten Betrügerbande einen Vorschussbetrug einleiten, aber mit ihrem spammigen Strunz trotzdem noch durch die Spamfilter kommen – was natürlich nicht gelungen ist, siehe weiter oben die „Qualitätsheader“. Deshalb ist diese ganze Mail so nichtssagend wie nur möglich formuliert:
wir kennen von ihnen zwar nichts anderes als ihre Mailadresse, aber wir wollen ihnen trotzdem einfach grundlos eine Million Øre geben. Wir sind eine Spezialstiftung, von der sie noch niemas etwas gehört haben, und die irgendwelche total geehrten Begünstigten, die unter Spammern gehandelte Mailadressen haben, mit ganz viel Geld beschenkt. Wenn sie davon keinen gebieterischen Anfall akuter Heiterkeit bekommen, so dass sie vor Lachschmerzen kaum noch tippen können, dann schreiben sie uns ganz schnell zurück, damit wir ihnen noch mehr lustige Lügen erzählen können. Aber antworten sie nicht an die Absenderadresse, sondern an eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim dicksten Kumpel des Betrügers, bei Googles GMail. Und schreiben sie unbedingt diesen lustigen Code in eine unverschlüsselte und nicht digital signierte E-Mail, die auf ihrem ganzen Transportweg mitgelesen und sogar völlig unbemerkbar verändert werden kann. Das ist nämlich die einzige Sicherheitsmaßnahme von diesem Lonnie aus der Spezialstiftung. Es geht ja nur um Millionenbeträge, da braucht man keine Kryptografie, das geht auch auf Postkarten. Die laufende Nummer im Namensteil der Mailadresse gibt eine Vorstellung davon, wie viele Mailadressen diese Bande schon verbraucht hat und wie lange die Nummer schon gut genug läuft.
Na, da erwarte ich aber einen echten Qualitätstext, der mir (und den paar hunderttausend weiteren Empfängern dieses Mülls) erklärt, dass ich in einer Lotterie zum Gewinner geworden bin, obwohl ich für die noch nie ein Los gekauft habe. Und natürlich gewinnt man bei diesen Lotterien der Trickbetrüger auch niemals die kleinen Trostpreise oder einfach nur mal ein paar Hunnies, sondern immer gleich die fetten Millionen. Gewinnbenachrichtung gibts über Mail, natürlich weder verschlüsselt noch digital signiert, sondern offen wie auf einer Postkarte und auf dem ganzen Weg durchs Internet beliebig manipulierbar, ohne dass der Empfänger eine Manipulation bemerken könnte. Und seltsamerweise wurde die Mailadresse auf den Lottoschein geschrieben, nicht der Name, denn den Namen kennen die Lotterieveranstalter noch gar nicht, den soll man ihnen erstmal mitteilen – zusammen mit dem für eine Überweisung von Geld unendlich wichtigen Geschlecht: