Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Autorenarchiv

Millionen mit 3 Mausklicks gewinnen

Mittwoch, 3. August 2011

Laden Sie die Software herunter und melden Sie ein Echtgeld-Konto an

http://www.super-games-west.ru/de/

Die Mehrzahl der Menschen benötigt allerdings noch einen vierten Klick, und dieser muss noch vor den drei hier benannten Klicks – einmal mitten hinein in die kriminelle Drecksspam, einmal auf der betrügerischen Website auf Download, und schließlich einmal für die Installation der Software von organisiert kriminellen Spammern auf dem eigenen Rechner – durchgeführt werden. Es handelt sich um einen beherzten Klick auf den Button zum Auswerfen des Gehirnes. Jemand wird dann schon Millionen gewinnen, aber das ist kein Zocker.

I`m rich

Sonntag, 31. Juli 2011

Schön für dich, und warum hast du es dann noch nötig, die Welt mit kriminellen und asozialen Spams zu verpesten?

I make 15k bucks a month by „working“ 2 hours a day.

Schön für dich, und was habe ich damit zu tun?

I don`t care about world crisis or other shits anymore. Just few more years and I`m set for life. How Am I doing it? I read the ebook I received 8 months ago, I`m sending it to you (it`s in attachments) my friend [sic!] because you helped me too when I was in need

Ach so, jetzt verstehe ich. Da hängt ein Dokument dran (eBook ist für zwei Seiten doch ein bisschen… ähm… übertrieben), in dem drinsteht, wie ich ganz schnell, ganz mühelos total reich werden kann, indem ich Roulette spiele. Und was da als Technik zum Reichwerden drinsteht, das ist eine etwas verklausulierte Version des Verfahrens, nach einem Verlust einfach den Einsatz zu erhöhen, bis man gewinnt. Ein Martingale-Spiel wird auch nicht besser, wenn man es ein bisschen verklausuliert, es führt in jedem Fall sicher zum Bankrott des Spielers – auch wenn ein paar kleine, im Nachhinein unbedeutende Gewinne auf dem Weg dorthin liegen.

Einmal abgesehen davon, dass ich dich nicht kenne, Freundchen… wenn das deine Art ist, sich bei Freunden dafür zu bedanken, dass sie dir einmal geholfen haben, dann wirst du wohl nicht so viele Freunde haben. :mrgreen:

Good luck

Hey, erst sagst du mir, dass ich sicher gewinne, und dann wünschst du mir viel Glück… ich sehe schon: du weißst genau, dass du lügst, Spammer. „Nett“, dass du das auch noch mitteilst.

Und hey, in deinem „eBook“ ist ja auch ein Link auf ein Casino, in dem dein System funktionieren soll. Obwohl du diesen Link in ein PDF verpackt hast, führt er auf eine Weiterleitung, die auf eine Weiterleitung führt, weil die von dir verwendete Domain allslotcasino (punkt) com wohl schon bei allen Spamfiltern der Welt bekannt ist. Das kann ich dir versichern, Idiot, sie ist es. Und dein Weiterleitungspark auf grand (strich) dimond (punkt) net ist es übrigens auch, deshalb landete deine Spam auch da, wo sie hingehört. Vermutlich hast du in einer vorherigen Spamwelle sogar noch gewusst, wie man diamond richtig schreibt, aber seufz! Domains sind ja so schnell verbrannt, wenn sie für die kriminellen Geschäfte der organisierten Internet-Kriminalität benutzt und in Millionen von Spams bekannt gemacht werden. Wenn du nicht so ein widerliches Stück Scheiße wärest, Spammer, ich bekäme beinahe Mitleid mit dir…

Das tollste an deiner Zielseite – ich habe extra mal JavaScript und Flash erlaubt, weil die ohne Flash halt ein bisschen öde aussieht – ist aber, dass sie die alten Betrugstricks der Magic-Box-Casino-Spammer in neuem Layout zeigt.

Screenshot der betrügerischen, durch Spam beworbenen Website All Slots Casino

Und ein paar hübsche, neue Bullshit-Wörter habt ihr euch auch ausgedacht. Zum Beispiel gehört dieses „Casino“ – es hat natürlich kein Impressum – zur „Jackpot Factory Casino Gruppe“. Früher habt ihr euch mal Euro VIP genannt, wenn ihr die Affiliate-Groschen dafür kassiert habt, dass ihr eure Opfer ins Magic Box Casino getrieben habt. Aber das sehe ich ein, der Name ist verbrannt. Zu Recht.

Impressum hin oder her, der Domainbesitzer – eine Ltd. nach britischem Recht – hat sogar eine Anschrift in Großbritannien. Sieht zwar irgendwie eher nach einem einzelnen, angemieteten Büro oder Briefkasten aus denn nach – Zitat Website – „Das weltgrößte Online Spielautomaten Casino“, aber kann ich durchaus verstehen. Zum Beispiel ist die Anfertigung von so einem Firmenschild echt eine teure Angelegenheit, wenn die Firma gleich wieder weggeworfen wird, das spart man also lieber. Und immerhin, im zweiten Geschoss war zumindest noch Licht an, als der Wagen von Google Street View durch das beeindruckende, nach Weltgröße aussehende Viertel durchfuhr. Die im letzten Link gewählte Blickrichtung die Straße runter ist übrigens die schmeichelhaftere.

Wenn die Anschrift nicht gar gleich ein reines Fantasieprodukt ist. Aber was solls, das Angebot ist eh nur ein Casino von Spammern. Mit allen üblichen Beschisstechniken, die einen großen Eindruck erwecken sollen, aber schon bei der einfachsten Überprüfung offenbaren, dass sie reiner Beschiss sind. Zum Beispiel der emsig hochzählende Jackpot…

Detail: Jackpots Gewinnsumme

…der leider beim einfachen Neuladen der Seite wieder dort anfängt, wo er am Anfang angefangen hat, damit auch wirklich jeder merkt, dass diese Element nur dafür da ist, einen falschen Eindruck zu erwecken. Und wer hat so etwas nötig? Richtig, nur Betrüger haben so etwas nötig. Aber dass es sich um Betrüger handelt, merkt man ja schon an der Spam.

Übrigens haben sich diese Betrüger noch etwas neues ausgedacht, weil offenbar zu wenig Menschen die Lust verspüren, „das Casino herunterzuladen“, nur weil eine durch Spam beworbene Drecksseite das empfiehlt. Deshalb kann man jetzt auch ohne Download im „Flash-Casino“ spielen, allerdings ist die Präsentation dieses recht frischen Features in der alten Nummer…

Detail der betrügerischen, durch Spam beworbenen Website: Flash Casino

…noch nicht ganz so gut gelungen, und deshalb steht unter „Ohne Downloads“ und der Zusicherung „Sie können also direkt im Web Browser spielen“ als erster Punkt der Anleitung „Download: Unsere Casino-Software GRATIS Downloaden“. Vom Deutsch ganz zu schweigen!

Aber immerhin: Nach Jahren der Stagnation in der Affiliate-Casino-Spam und nach den vergangenen Monaten, in denen neben schlechten Seiten die alten grafischen Entwürfe wieder aufgewärmt wurden, tut sich etwas:

  1. Die Website mit dem angeblichen „Casino“ setzt in ihrer grafischen Präsentation vor allem auf Flash und versucht mit viel Gefunkel einen „professionellen“ Eindruck zu machen. Das ist nötig, weil die Leistungen des Grafikers doch sehr nachgelassen haben.
  2. Der Jackpot-Zähler ist immer noch in JavaScript realisiert, macht jetzt aber einen frischeren Eindruck, weil die Ziffern als Grafiken realisiert sind. Bei der Programmanpassung ist es dem Gestalter der neuen Seite immer noch nicht gelungen, einen Eindruck kontinuierlichen Aufzählens zu erwecken. Beim Neuladen der Seite wird der Schwindel offensichtlich.
  3. Die Website ist sehr umfangreich geworden und besteht nicht mehr nur aus drei bis vier Seiten, so dass ein aufmerksamerer Betrachter nicht sofort skeptisch wird. Dies ist jedoch noch in der Entwicklung, und an einigen Stellen kommt es zu unschönen Darstellungsfehlern, die den erweckten Eindruck zerstören.
  4. Es werden jetzt auch Spiele fürs Handy und downloadlose Spiele über Flash angeboten. Die Unstimmigkeiten in Texten und Grafiken verraten, dass dieser Teil der Masche relativ neu ist.
  5. Für die Flash-Spiele werden Demos angeboten. Um diese benutzen zu können, muss man sich mit seiner Mailadresse registrieren. Angesichts der Tatsache, dass diese „Casino“ über Spam beworben wird, ist das nicht besonders empfehlenswert. Auch auf den Flash-Seiten wird weiterhin die „Casinosoftware“ zum Download angeboten.
  6. Die virtuellen Slotmaschinen verwenden jede Menge urheberrechtlich geschützter Bezeichnungen wie „Tomb Raider“ oder „Lord of the Rings“ und scheinen auch dementsprechende Themes zu verwenden. Ich glaube kaum, dass dafür Lizenzgebühren bezahlt werden.

Das waren jetzt nur die auffälligeren Neuerungen. Warum so lange Ruhe war, dürfte auf diesem Hintergrund klar sein. Wenn die Kinderkrankheiten der neuen Entwürfe beseitigt sind – nach meinen bisherigen Erfahrungen benötigen die Spammer dafür zwei bis drei Wochen – denn handelt es sich um recht überzeugend aussehende Websites, die sicherlich auch noch die eine oder andere Anpassung im Design erfahren werden – das Blau ist körperverletzend und viel zu grell.

Da im Moment der Jackpot-Counter „aufgehübscht“ wird, gehe ich davon aus, dass auch das Reload-Manko sehr bald der Vergangenheit angehören wird – es wäre relativ einfach, so etwas besser zu machen. Im Moment scheint sich jemand um die Köder-Site zu kümmern, der auch etwas kann. Das war nicht immer so. Die Masche wird damit gefährlicher, und ich werde wohl meinen Spott über die Stümpereien etwas zurückfahren müssen. (Wie ungern ich doch Spammer lobe…)

Wer ganz allgemein wissen möchte, was von „Internet-Casinos“ zu halten ist, lese bitte beim Antispam e.V. weiter.

Re: Profitieren Sie von unserer gro?en Rabatten heute und machen Sie Ihren Partner glucklich

Samstag, 30. Juli 2011

Ist ja wieder ein tolles Layout, was ihr da für euren HTML-formatierten Müll gebastelt habt:

Willkommen, Chris.delring! Wir haben gerade gemacht Sommer süßer - massive 50% Rabatt auf alle Schmuck und Uhren. Profitieren Sie von unserer gro?en Rabatten heute und machen Sie Ihren Partner glucklich

Und jetzt lasst euch bitte vom nächsten Achtjährigen erklären, wie man Umlaute und diese fiese, deutsche Ligatur aus „s“ und „z“ als HTML-Entitäten codiert! Damit ihr wenigstens das hinbekommt, wenns mit den Inhalten, der Sprache und dem Bauen eines Namens für die Anrede aus der Mailadresse schon nicht so richtig funktioniert.

Wenn ihr es dann auch noch schafft, in einer „deutschsprachigen“ Drecksmail auf den deutschsprachigen Teil eurer Wegwerf-Betrugsseite zu linken, statt auf den englischsprachigen… ach, was erzähle ich einem Spammer von Sorgfalt und Gedanken!

Bitte so weitermachen, weil es einfach besser ist, wenn niemand auf euch reinfällt. Es gibt für Geld wirklich bessere Verwendungen, als es der Mafia in den Anus zu stecken.

Re: 20.000 $ für nur 100 $

Freitag, 29. Juli 2011

Ist genommen! Sofort! Irgendwer wird mir schon einen Hunderter borgen. Dafür wechsele ich den sogar extra in Dollar um, weil der Spammer nicht weiß, welche Währung im deutschen Sprachraum üblicherweise verwendet wird. So einen Kleinkram muss man als…

Weltweiter Versand auf Schweizer Qualität Markenuhren und andere Waren jetzt hier
http://2mb.eu/7XpDBC

…weltweit tätiger „Kaufmann“ offenbar nicht wissen. 😀

Hui, ein neuer URL-Kürzer, um die Spamfilter zu umgehen. Großes Kino mal wieder! Als ob es nicht reichte, dass jeder Leser sofort sieht, dass diese Internetadresse nicht offen genannt werden kann. Aber dafür ist eine Übersetzung für das Wort „brand“ gefunden…

Ein Tag ohne Drecksmail

Freitag, 29. Juli 2011

Ich sage ja öfter mal, dass die Zeiten der E-Mail-Spam vorbei gehen, dass die Spammer aber ihr geistloses Treiben auf anderen Kanälen – im Moment vor allem das so genannte „Web Zwo Null“ – verlagern, und ich kann seit über einem Jahr einen kontinuierlichen Rückgang der E-Mail-Spam feststellen.

Aber so etwas wie heute habe ich lange nicht mehr erlebt, das letzte Mal war es deutlich vor dem Jahr 2000. Innerhalb von 24 Stunden habe ich auf meiner regulären Mailadresse, die ich nicht besonders geheim halte und die deshalb leider auch in den Datenbanken der Spammer zu finden ist, keine einzige Spammail erhalten. Und ja, der Mailserver läuft… 😉

Das ist wirklich erfreulich. Ich befürchte jedoch, dass es nicht so bleiben wird, denn die Kriminellen verwandeln zurzeit in einer großen Aktion wieder viele Rechner von Privatpersonen in Bots für ihre wenig erquicklichen Machenschaften. Schade, denn es gibt kein Blog, das ich so gern „mangels Masse“ einstellen möchte, wie „Unser täglich Spam“.

Wer sich übrigens davor schützen möchte, dass sein Rechner von Verbrechern übernommen und zur Spamschleuder umgestaltet wird, sollte grundsätzlich Websites nicht das Ausführen von JavaScript gestatten. Mit dieser einen Sicherheitsmaßnahme laufen alle Angriffe der letzten Jahre ins Leere. Da es natürlich doch Websites gibt, denen man vertraut und die nur mit aktiviertem JavaScript zu benutzen sind, ist ein Plugin wie NoScript für Firefox sehr hilfreich, da es gezielte Ausnahmen ermöglicht.

günstige brautkleider online

Dienstag, 26. Juli 2011

Das war der „Name“ des heutigen Müllkommentators, der natürlich auch eine Website unter hochzeitskleideronline (punkt) de mit diesen an Google gerichteten Keywords verlinkt hatte. Der „Kommentar“ sah so aus:

Brautgeschäft für Brautkleider maßgearbeitet. Hochzeitskleider individuell geschneidert. Davon müssten einige wenige Brautkleid inklusive guten Qualitäten Ihnen fein konvenieren.

Sicherlich ist das etwas unbeholfen formuliert, aber Google wirds in gewünschter Weise „verstehen“ und menschliche Leser wissen auch sofort, was das ist: Reine Spam, asozial und stinkend. An Menschen ist es jedoch nicht gerichtet, es ist gemacht, um die Website eines angeblichen Shops für Klamotten zum Heiraten in Google nach oben zu bringen, weil es mit dem Verhältnis von Preis und Leistung wohl nicht so klappt und weil wohl niemand so gute Erfahrungen mit dem Shopbetreiber gemacht hat, dass er freiwillig dorthin verlinkte. Auf dieser Site…

Screenshot der mit dummer SEO-Spam beworbenen Website hochzeitskleideronline (punkt) de

…kann man sich auch allerlei Kleider aussuchen und vermutlich – ich habs nicht weiter ausprobiert – kann man dort auch ganz leicht bezahlen, aber ob man von den Leuten, die eine derartige Werbung nötig zu haben scheinen, auch etwas geliefert bekommen wird, halte ich doch für eher fraglich. Ernsthafte Zweifel daran wird jeder andere Mensch auch bekommen, wenn er sich einmal bei der DeNIC anschaut, wer der Eigentümer der oben genannten Domain ist. Dabei wird nicht nur offenbar, dass diese Domain nicht etwa zu einen schon lange existierenden Shop gehört, sondern erst seit dem 1. Juli dieses Jahres registriert ist, sondern es zeigt sich auch ein Name, der wenig glaubwürdig klingt. Aber nicht nur das, auch die angegebene Anschrift im malerischen Städtchen „Kantstr“ enthält neben diesem Brüller noch einen weiteren Patzer, der sofort klar macht, dass hier jemand ohne Sinn und ohne tieferes Verständnis der Eingabemaske und der deutschen Sprache Daten über die Zwischenablage in Eingabefelder befördert hat. Leider darf ich das Ergebnis einer Whois-Abfrage wegen der Nutzungsbedingungen der DeNIC eG nicht wiedergeben, deshalb kann ich nur dazu auffordern, es einfach mal selbst zu machen. Nur Mut, es ist so einfach wie klicken und den Domainnamen hochzeitskleideronline über die Zwischenablage in die DeNIC-Site zu bewegen. 😉

Was sich beim Anblick des Ergebnisses als Schluss aufdrängt, dennoch hier in aller Kürze: Es handelt sich um Betrüger! Da sollte sich auch niemand von der Internetadresse in der TLD .de verblenden lassen, und ebensowenig sollte es verblenden, wenn das vermutlich massive Google-Spamming durch SEO-Spamkommentare an allen möglichen Stellen die Folge hat, dass diese betrügerische Dreckssite bei bestimmten Suchbegriffen recht weit oben in den Suchergebnissen aufscheint. Das ist eben das Problem bei SEO-Spam, die sich auf die Indizes von Suchmaschinen richtet – die Menschen sind viel indirekter damit konfrontiert und werden nicht wegen der üblichen Spammerkmale misstrauisch.

Wer aufmerksamer ist, merkt es in diesem Beispiel allerdings an einer Website ohne Impressum, die aber dafür eine ganz tolle Kontaktmöglichkeit anbietet, an der mir immer noch am Besten die Firmierung „Your Store“ gefällt. Spammer sind eben ausgesprochen faule Verbrecher, denen es schon zu viel Mühe ist, solche Texte in einer ihrer Seitenvorlagen anzupassen. Wenn sie nicht so stinkend faul und asozial wären, denn wären sie ja auch keine Spammer geworden, sondern würden sich ihren Lebensstil auf weniger widerliche Weise finanzieren.

Davon abgesehen ist die Website des angeblichen Shops gar nicht schlecht gemacht, das muss ich den Betrügern lassen. Aber das Deutsch ist an vielen Stellen noch etwas holprig. Da es sich um einen der ersten mir untergekommenen Versuch handelt, ein Betrugsgeschäft mit Brautkleidern aufzuziehen, gehe ich davon aus, dass diese Fehler „Kinderkrankheiten“ sind und in den nächsten Wochen verschwinden werden. Dann werden vielleicht auch…

Detail mit dem Text: Die besondere Kategorien Einengen Seine Suche

…solche Peinlichkeiten wie in diesem Detail – übrigens innerhalb einer aufwändigen, in JavaScript realisierten Animation – der Vergangenheit angehören, genau wie die vielen sprachlichen Stolperer wie „Süß 16 Kleider“, „Nur von $79 ab“ oder „Unsere größeste Verkaufsförderung“, die sich wohl als Artefakte einer automatischen Übersetzung erklären.

Ohne derartige Alarmsignale in der Site halte ich es glatt für möglich, dass Menschen auf diesen Betrug reinfallen, wenn derartige Seiten in den Suchergebnissen auch weit oben stehen. Eine Hochzeit ist teuer, und das Geld ist bei vielen Menschen zurzeit knapp, da spart man eben, wo man kann – und die Preise dieses betrügerischen Webshops liegen etwa bei der Hälfte des üblichen Preisniveaus. Wer dort mit Kreditkarte bezahlt, kann übrigens sicher davon ausgehen, dass auch die Kreditkartendaten von Verbrechern missbraucht werden – und die bei der Bezahlung geforderte Adresse wird ebenso sicher zu einem Identitätsmissbrauch führen. Gnade gibt es bei Spammern aus der organisierten Internet-Kriminalität nicht, die machen jedes dreckige Geschäft.

Es ist so gut wie sicher, dass dieser Betrug (und vermutlich generell der Betrug mit teurer Kleidung für bestimmte Anlässe) demnächst auch über andere Domains versucht werden wird. Wer sich nicht schon in der Vorbereitung seine Hochzeit von Betrügern vergällen lassen will, die ihm über 100 Euro aus der Tasche gezogen haben und seine Anschrift und Kreditkartennummer für kriminelle Geschäfte missbraucht haben, sollte also bei derartigen „Schnäppchen“ auf der Hut sein.

Hat die kommerzielle Website ein Impressum? Existiert die darin benannte Firma? Hat der angegebene Geschäftsführer irgendwo Spuren im Internet hinterlassen, zum Beispiel in der lokalen Presse des Firmenstandortes? Handelt es sich um eine Firma mit einem Standort, der wenigstens etwas Vertrauen einflößt? Wie lange ist die verwendete Domain schon registriert? Haben andere Leute bereits Erfahrungen mit dieser Firma gemacht? (Aber Achtung: Gewieftere Internet-Betrüger setzen manchmal ganze Webforen auf, bei denen sie nur die Firmierungen in kopierten Diskussionen anderer Webforen austauschen, um einen Eindruck guter Erfahrungen zu vermitteln, und so etwas ist beim flüchtigen Lesen schwer zu erkennen.) Wer hat die verwendete Domain registriert? Existiert diese Person? Ist die verwendete Domain schon etwas länger in Benutzung, oder ist sie frisch? Das sind ungefähr die Fragen, die man sich stellen sollte, um einen Eindruck von der Seriosität eines derartigen Ladens zu bekommen – und das selbst dann, wenn man den Laden nicht über eine Spam, sondern über eine Suchmaschine gefunden hat. Und selbst, wenn das alles koscher aussieht, sollte die Angabe persönlicher Daten nach Möglichkeit vermieden werden, wenn man keinen guten Grund zum Vertrauen hat – in Deutschland ist beinahe bei jedem Händler eine Lieferung per Nachnahme möglich.

Dass man bei Suchergebnissen nicht mehr arglos sein kann, ist das „Verdienst“ der eifrigen SEO-Spammer, die Googles Suchindex auf jeden nur erdenklichen Kanal zumüllen. Es ist leider nicht mehr zu ändern, denn Google scheint vor diesem Problem kapituliert zu haben und sich eher auf andere Felder als auf die Sicherung der Qualität seiner Suchmaschine geworfen zu haben. (Es hilft auch nicht so eine nervige Interaktivität wie „Google Instant“, wenn die Ergebnisse so oft nutzlos sind und mit voranschreitender Zeit immer nutzloser werden.) Die bei Google verwendeten Algorithmen sind im Großen und Ganzen noch auf dem Stand einer Zeit, in der im Internet Inhalte für menschliche Leser erstellt wurden; heute werden jedoch massenhaft Inhalte erzeugt, die diese alten Algorithmen manipulieren sollen und darin auch beachtlichen Erfolg haben. Jede Produktsuche mit Google ist leider zu einem Glücksspiel geworden, bei dem man leicht in die Arme von Kriminellen getrieben wird – und bei anderen Suchmaschinen sieht es nicht besser aus. Zerstört wird dabei die Möglichkeit zum ehrlichen, seriösen Geschäft über das Internet, und das wieder einmal zum Schaden aller Menschen.

@conreede1982 alias Shane Tapia

Montag, 25. Juli 2011

We are the Spammers. You will be assimilated. Your social and communicative distinctiveness will be added to our own. Resistance is futile.

Erinnert ihr euch noch? Im Zusammenhang mit dem so genannten social web wurde anfangs viel von der Scharmintelligenz der Nutzer geredet, wohl auch, damit es nicht ganz so nach dem hive consciousness in einem Borgwürfel klingt. Nun, an der Intelligenz des gemeinen Twitternutzers habe ich manchmal erhebliche Zweifel.

Es ist zum Beispiel nicht besonders schwer, die Timeline eines meiner als Spammer behandelten Follower des heutigen Tages als das zu erkennen, was sie ist:

Screenshot Shane Tapia, @concreede1982 Potenzmittel Potenzmittel Potenzmittel etc.

Die „Interessen“, die sich in diesen hingekrächzten Tweets widerspiegeln, sind doch stark auf den Verkauf von Potenzmitteln eingeschränkt. Für den Fall, dass es mancher auch dann noch nicht merkt, dass es sich hier um ein kriminelles Angebot handelt, wird immer wieder einmal angemerkt, dass es dort die Pimmelpillen auch ohne Rezept gibt. Und weil das so eine irre wichtige Sache ist, wird der immer gleiche Link mehrmals nacheinander gebracht, sonst verpasst ihn noch jemand in seiner Timeline. Zu allem Überfluss ist als „Homepage“ die sehr sprechende Domain potenzmittel (strich) apo (punkt) com angegeben.

Es sollte also jedem klar sein, was der Follow dieses Enthirnungsrestes bedeutet. So etwas wie Interesse an den eigenen Mitteilungen bedeutet er jedenfalls nicht. Deshalb sollte eigentlich kaum jemand zurückfolgen – und etliche Menschen, die aus eigenem Interesse nicht möchten, dass Twitter ein gutes Biotop für Spammer wird, würden derartigen Schrott auch als Spam melden, damit er schnell verschwindet. So wäre es zumindest, wenn die Twitter-Nutzer Spuren von Restintelligenz an den Tag legen würden. In Wirklichkeit ist es freilich etwas anders…

1704 Follower, darunter sogar einige Menschen, denen ich selbst folge

…und bislang hat es diese zwitschernde Betrugsapotheke mit idiotischen Follows zu einem Auditorium von stolzen 1.704 Backfollowern für ihr monotones Gefiepe gebracht. Zu allem Überfluss und Überdruss befinden sich unter den Followern auch einige Menschen, denen ich selbst folge und denen ich normalerweise so viel Hirns zutraue, dass sie nicht jedem dahergelaufenen Spamdeppen zurückfolgen – eine Fehleinschätzung, wie ich an diesem einen Beispiel sehen muss.

Leute!

Im Moment ist Twitter das bessere Google Plus. Besser, weil es offen ist, die Benutzung von Pseudonymen erlaubt, nicht nach Gutsherrenart Nutzer sperrt, über eine API ansprechbar ist und ganz einfach nicht vom größten Datensammler im Internet betrieben wird. Dahinter treten die Einschränkungen von Twitter zurück.

Zumindest ich wünschte mir, dass Twitter noch eine ganze Zeitlang halbwegs benutzbar bleibt. Google Plus ist keine Alternative, und das spammende Fratzenbuch sowieso nicht.

Aber Twitter hat ein inhärentes Spamproblem. Die offene Struktur macht es möglich, leicht Accounts zu registrieren, diese skriptgesteuert mit Inhalten zu befüllen und massenhaft Spamfollows zu streuen. Die wegen der Einschränkung der Nachrichtenlänge erzwungene Verstümmelung der Links über diverse URL-Kürzer kommt ebenfalls Spammern entgegen, die doch gern bis zum Klick verbergen, dass sie Links auf unseriöse und betrügerische Websites setzen. Ja, ich weiß, dass es Browserplugins gibt, die diese Kurzlinks auflösen, ich benutze so etwas sogar selbst – aber das ist ein Wissen, das nur eine Minderheit der Twitter-Nutzer zu haben scheint. Spammer wissen das übrigens auch und bevorzugen deshalb die Kürzungsdienste, die von den populären Plugins nicht abgedeckt werden.

Wenn der Pest der Spam auf Twitter nichts entgegengesetzt wird, dann wird sich Twitter in eine reine Spamhölle verwandeln. Schon jetzt ist der Punkt erreicht, dass viele mir persönlich bekannte Menschen ihr Profil auf „privat“ gesetzt haben, um von derartigen Belästigungen der Internet-Kriminellen verschont zu werden.

Sicher, jemanden Blocken und als Spammer melden, ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, es sind immerhin zwei Klicks. Aber selbst, wenn man sich diesen Aufwand sparen möchte, sollte man derartigem Pack nicht auch noch aktiv folgen, was übrigens ebenfalls zwei Klicks sind. Die Timeline, die man verfolgen möchte, ist doch keine Müllhalde.

Mit jeder Reaktion auf Spam, die genau so aussieht, wie es sich die Spammer wünschen, setzt man ein Signal, dass sich Spam weiterhin lohnt. Man erklärt damit dem Spammer: Du hast Erfolg mit deiner Spam, mach noch ein paar hundert weitere Spamkonten auf, mit denen du dein schäbiges Affiliate-Marktgeschrei, deine Tipps zum Reichwerden, deine Pimmelpillen, deine Betrugsläden und deine sonstigen meist unerwünschten Ideen in ein paar tausend bis zehntausend Timelines machen kannst. Ich wage vorherzusagen, dass – wenn weiterhin solche Signale an die Spammer gehen – in nicht mehr ferner Zeit über 99 Prozent des auf Twitter einprasselnden Traffics Spam sein werden. Dabei gehe ich schon jetzt davon aus, dass der berühmte fail whale in der Regel nicht von normalen lichteblauen Vögelein, sondern von sinister-finstren spammenden Geiern aus den Fluten gehoben wird. Spam schadet und zerstört. Spam schadet allen und zerstört alles. Spammer kennen in ihrer verbrecherischen Gier keine Grenze. Sie haben kein Interesse an Twitter als Kanal für die Kommunikation zwischen Menschen, sie sehen darin nur eine billige und bequeme Abkippfläche für ihren ziemlich unerwünschten und entbehrlichen Dreck.

Also bitte, Leute!

Wenn ihr diesen Scheiß schon nicht blocken wollt, weil euch das zuviel Mühe ist, schaut euch wenigstens vor dem Follow einmal an, was da verfolgt werden soll! Und lasst es bleiben, wenn es ein so offensichtlicher Müll ist! Dass jemand im Kontext eines schnellen und anonymen Mediums mal auf subtiler verpackte Spam – und auch die gibt es auf Twitter massenhaft – reinfallen könnte, das kann ich ja verstehen, es könnte sogar mir passieren. Aber derart offene Spamschleudern gehören nicht aktiv gefollowt, die gehören geächtet – und wo das zu viel der Mühe ist, gehören sie eben einfach ignoriert. Denn das kostet gar keine Mühe, es ist einfach nur Nichtstun.

Es reicht übrigens nicht, dass im Schädel einfach nur ein Hirn herumschwimmt, wenn dies ansonsten keine Wirkung hat. Deshalb: Zeigt bitte auf Twitter, dass ihr mehr Gehirn habt als die idiotischen Skripten der Spammer!

Elias
noch immer @goebelmasse, bis er sich dort beim Zwitscherdingens nicht mehr wohlfühlt…