Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Willste Software machen?

Montag, 2. Mai 2011

Das muss ja ein ganz toller Tipp für angehende Programmierer sein, die trotz ihres Interesses noch nicht wissen, wo man sich kostenlos die GNU Compiler Collection runterladen kann – oh ja, ein ganz toller Tipp, den dieser Mensch mit den vielen Nicks da so ganz tollwütig oft als Kommentar hinterlegen wollte:

have you ever wanted to create a software on your own ?

well it has never been easier : just take a look at this website i believe they are doing a greate job

chachia.net

i created my first software in 13 mins.

well its not a supper software its just to handel my couses in the university

i can give you a copy if you want just pm me 😀

Ist ja auch total toll, dass der seine Abendessen-Software (er meinte wohl eher eine Super Software) in nur dreizehn Minuten runtergehackt hat, scheinbar so ganz ohne irgendwas können zu können. Aber sein so massenhaft abgeseilter Kommentar wäre vielleicht etwas besser gelungen, wenn er sich ein funktionierendes Programm zur Rechtschreibprüfung gebaut und dieses auch benutzt hätte.

We need a person to fill the vacancy of a regional manager in Europe

Montag, 2. Mai 2011

Hey Spammer,

ich bin es ja von deinesgleichen gewohnt, dass übel gestümpert wird. Ich habe wirklich keinen hohen Anspruch an die tollen Hervorbringungen, die jeden Tag von dir und deinesgleichen in die virtuellen Postfächer gestopft werden – heute zum Beispiel, um mal wieder frische Maulesel zu werben, weil die alten doch immer wieder von der Polizei hoppgenommen werden. Aber dass du im Mailheader die Angabe Content-type: text/plain reinschreibst, um dann den Text deiner Mail…

Screenshot der misslungenen Spam mit HTML-Quelltext, der als einfacher Text dargestellt wird

…HTML-Quelltext zu schreiben, das ist wirklich saudoof. Das wird auch kein bisschen besser, wenn du mir dein tolles „Jobangebot“ gleich in achtzehn Kopien schickst.

Frag doch bitte mal den nächsten aufgeweckten Zehnjährigen, wozu die Angaben in so einem Mailheader gut sind, bevor du dein kompetenzfrei hingehacktes Skript auf ein paar Hunderttausend Empfänger loslässt!

Dein dich täglich lesen müssender
Nachtwächter

Hi, Twitter-er! You have 1 unread direct message!

Sonntag, 1. Mai 2011

Diese Mail kommt nicht von Twitter – zumal Twitter auch eine treffende Andere für mich kennte als „Hi, Twitterer“. Aber woher sollen die kriminellen Spammer auch erahnen, welchen Nick ich auf Twitter verwende?

Hi, Twitter-er!

Tolle Anrede! Hallo Unbekannter! Damit auch jeder trotz des twittrigen Layouts und der gefälschten Absenderadresse bei twitter (punkt) com sofort bemerkt, dass es eine Spam ist.

You have 1 unread direct message!
http://twitter.com/nachtwaechter/message/ce7fr

Oh, toll! Die haben es doch tatsächlich geschafft, die Zeichenkette vor dem @ in die URL einzubauen, ganz so, als sei das mein Nick bei Twitter. In meinem Fall war das aber eine Niete – bei anderen mag es passen und sogar darüber hinwegtäuschen, dass nicht einmal eine richtige Anrede gelungen ist.

Die Mail ist natürlich HTML-formatiert und der zum Schein eine bei Twitter liegende URL vormachende Text geht als Link nicht zu Twitter, sondern zu kgaakustik (punkt) se (slash) flights (punkt) html. Was von Halunken zu halten ist, die derartige Überrumpelungen und Tricks nötig haben, und was von den Angeboten dieser Halunken zu halten ist, dürfte sich von selbst erklären.

Thanks for being part of Twitter,
The Twitter Team

Klar doch, ihr seid das Twitter-Team! Nicht einmal meine bei Twitter eingestellte Sprache habt ihr getroffen!

If you received this message in error and did not sign up for a Twitter account, click not my account.

Please do not reply to this message; it was sent from an unmonitored email address. This message is a service email related to your use of Twitter. For general inquiries or to request support with your Twitter account, please visit us at Twitter Support.

Überflüssig zu erwähnen, dass diese beiden Links ebenfalls auf die oben bezeichnete und mit Sicherheit als gefährlich und betrügerisch einzuordnende Seite gehen.

Ein ganz dummer Versuch, Spammer!

Not a Number

Freitag, 29. April 2011

Ich finde es im Moment hochinteressant, wie die Spammer die Zeit „überbrücken“, in der sie ihre Botnetze nicht im bisherigen Umfang zur Verfügung haben. Es ist ja leider davon auszugehen, dass es demnächst wieder größere Botnetze gibt, einfach, weil es zu viele Menschen gibt, die auf alles klicken, was sich irgendwie anklicken lässt. Aber zurzeit arbeiten die lästigen Casino-Spammer sehr an der technischen Gestaltung ihrer betrügerischen Websites und experimentieren ganz offensichtlich auch ein wenig, um die bisherigen Schwächen auszumerzen. Die Fake-Seiten werden also in Zukunft besser.

Ein Element, mit dem die Casino-Spammer gerade sehr beschäftigt sind, ist dieser kindische Jackpot-Hochzähler, den sie offensichtlich unentbehrlich finden. Ja, es ist in der Tat sehr peinlich, wenn nach einem Reload der Seite wieder der vorherige Startwert des rasend schnell hochzählenden „Jackpots“ sichtbar wird, so dass noch jeder aufgewecktere Idiot bemerken muss, dass er damit nur verarscht wird. Allerdings ist der gegenwärtige Entwicklungsstand dieses betrügerischen Elementes sehr unreif – die Programmierung hat noch ihre Kinderkrankheiten:

Screenshot eines peinlichen Fehlers

Dieses NaN ist die typische Darstellung einer nicht definierten Zahl und bedeutet „Not a Number“ oder auf Deutsch „Keine Zahl“ – es entsteht durch einen Programmierfehler. Aber es steht zu erwarten, dass solche Schwächen schnell behoben werden, denn in einer typischen, nach grafischer Exzellenz strebenden Betrugsseite der Casino-Spammer sieht so ein Fehler mehr als nur ein bisschen peinlich aus. Das ist einfach nicht der Speck, mit dem man Mäuse fängt.

Was von den „Jackpot-Hochzählern“ auf solchen Seiten zu halten ist, erklärt sich hoffentlich von selbst. Sie sind nichts als Lüge, genau wie der ganze Rest derartiger angeblicher „Casino-Sites“ und die Spams mit gefälschtem Absender, mit denen man auf diese Sites gelockt wird.

online dating sites

Donnerstag, 28. April 2011

Den güldnen Sonderpreis für hochgradig repetitive Spamlyrik im Kommentarbereich, die man wirklich nur beim Hinschauen als Spam erkennen kann, hat sich der „Kommentator“ mit dem tollen Nick „frubabozy“ redlich verdient. Sein Meisterwerk des kunstfertigen spammenden Brabbelns sei hier in voller Länge zitiert:

http://img251.imageshack.us/img251/2889/friendfinder.gif¹

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¹Der Link ging im Original natürlich nicht zu imageshack (punkt) us, sondern zu einer wenig empfehlenswerten Website, die vorgibt, Sexkontakte zu vermitteln. Ganz toller Trick!

Königlish

Donnerstag, 28. April 2011

Zur aktuellen Strunzspam der Casino-Spammer habe ich mir einmal wieder in aller Ruhe die Wegwerfsite angeschaut¹, die heute unter ud (punkt) partycazinoweb (punkt) ru zu finden ist, und morgen schon wieder an ganz anderer Stelle. Erstaunlicherweise heißt das „Casino“ aber gar nichts mit Party, sondern…

Screenshot der angeblichen Casino-Homepage Kings Palace

…eher etwas mit Königen. Na, ist ja verständlich, dass man so einen Seitenentwurf nicht einfach wegwirft, wenn doch jemand so sehr nach grafischer Exzellenz gestrebt hat. Den wirft man nicht einmal weg, wenn man nicht einmal mehr einen näherungsweise passenden Domainnamen für die Betrugsseite findet.

An dieser tollen Website entzückt nicht nur der als Flash-Applet realiserte Jackpot-Hochzähler…

Detail der betrügerischen Website

…der in rasendem Tempo hochzählt, um den Eindruck gigantischer Gewinnmöglichkeiten zu erwecken, der aber nach jedem Reload der Drecksseite wieder dort beginnt, wo er beim ersten Aufruf begonnen hat, damit auch jedes potenzielle Opfer den Schwindel bemerkt. Ebenfalls entzückend ist auch die kreative Schreibweise…

EINE KÖNIGLISHE BEHANDLUNG!

…des Adjektives „königlich“, die einen heiteren Kontrapunkt zur aufwändigen, Seriosität heuchelnden Gestaltung des Machwerkes setzt.

Na ja, es ist halt das hingepfuschte Machwerk einer Bande von Spammern, die übrigens seit mehreren Jahren davon leben, dass sie Leute zum „Magic Box Casino“ schleppen und dort zu einer Einzahlung motivieren, um ihre Affiliate-Groschen dafür zu bekommen. Dass die Opfer dann ihr Geld in nicht kontrollierten und vom Veranstalter beliebig manipulierbaren Spielen loswerden, ist nicht mehr das Geschäft dieser Spammer. Und was von einem „Casino“ zu halten ist, dass über Jahre hinweg mit kriminellen Spammern bei seiner Kundenakquise kooperiert – dass es dabei zu massiven Beschwerden kam, ist wohl sicher – das sollte sich jedem Träger eines Gehirns schon nach sehr kurzem Nachdenken zeigen.

¹Der Besuch einer durch Spam beworbenen Website empfiehlt sich nur mit einem besonders gesicherten Rechner. Ein Virenscanner und eine so genannte „Personal Firewall“ machen noch keinen besonders gesicherten Rechner. Wer nicht weiß, wie man einen Rechner so sicher betreibt, dass man auch Websites von organisert Kriminellen damit aufrufen kann, sollte von jedem Klick in einer Spam absehen. Das bisschen befriedigte Neugierde steht in keinem tragbaren Verhältnis zum möglichen Ärger.

Mitteilung an alle Spieler.

Mittwoch, 27. April 2011

Aha, mal wieder ein Betreff mit Punkt am Ende. Danke, Spammer, dass ihr mir durch eure Idiotie das Filtern so leicht macht.

Bitte hier klicken, um die HTML-Version dieser E-Mail anzuzeigen.

Bitte hier klicken, um eine HTML-formatierte Mail als „HTML-Version“ anzuzeigen und nicht darüber nachdenken, wie schwachsinnig das ist! Auch nicht darüber wundern, was dieser kryptische Zeichensalat als GET-Parameter am Link soll, das ist nur so eine kleine Bestätigung für uns, dass die Spam auch ankommt. Den gleichen Zweck erfüllt übrigens die eingebettete Grafik, die ebenfalls bei ihrer Abholung eine eindeutige ID dieser Mail auf unserem Server hinterlässt, damit es in vielen Fällen schon reicht, wenn sie unsere Spam nur anschauen. Gut, dass unsere Zielgruppe viel zu blöd ist, sich ihre Mailsoftware vernünftig zu konfigurieren und niemals auf die Idee kommt, mal die Dokumentation ihrer Mailsoftware zu lesen, um zu lernen, wie man seine Mailsoftware vernünftig konfiguriert. Und danke, dass wir jeden Tag aufs Neue ein paar Leute kennenlernen, die so blöd sind.

Hallo!

Graziös und stilsicher sind unsere „persönlichen“ Ansprachen, bei denen sich jeder angesprochen fühlen soll. Noch weniger gelungen ist freilich der Text, den jemand sieht, der unsere eingebettete Grafik nicht sieht – denn in diesem Text beweisen wir, dass wir uns nicht die Mühe machen, uns vom nächsten Kind erklären zu lassen, wie man HTML-Entitäten kodiert, und deshalb sind die Umlaute zerschossen:

Mitteilung f�r alle, die wie ein K�nig behandelt und am sch�nsten Ort im Web spielen wollen. Unglaubliche Jackpots warten auf Sie bei KingsPalace, lassen Sie sich also Ihre Chance nicht entgehen.

Aber hey, wer so doof ist, dass er auf unseren Beschiss reinfallen könnte und glaubt, dass er zum König wird, wenn ihn jemand „Hallo“ nennt, der sieht hier auch unsere tolle, aus dem Internet nachgeladene Grafik, die bestätigt, dass die Mail auch angekommen ist. Der lässt sich diese Chance nicht entgehen und klickt da rein, einfach, weil man da reinklicken kann und weil er kriminelle Spams mit gefälschtem Absender für interessant hält. Und dann sieht er unsere aktuelle Wegwerfseite dak (punkt) onlinenetgamez (punkt) ru, wo er sich „das Casino runterladen“ kann. Und er glaubt unsere tollen Versprechungen und meldet sich beim Magic Box Casino an, zahlt ordentlich echtes Geld ein, um die großen Bonusse zu kriegen, und wir kassieren die Affiliate-Groschen dafür. Mehr wollen wir nicht. Von dieser öden Nummer leben wir seit Jahren, und die Mutter der Idioten scheint immer noch jeden Tag schwanger zu sein. Was aus diesen Deppen wird, die irgendwelche durch nichts und niemanden kontrollierte und vom Veranstalter beliebig manipulierbare „Glücksspiele“ machen, interessiert uns nicht weiter.

©2011 Grand Cash Betting. Alle Rechte vorbehalten

Spam mit Copyright und vorbehaltenen Rechten! Als obs noch nicht dämlich genug wäre…

Boys are more likely to have asthma when they are younger compared to girls 12-14 years of age.

Dienstag, 26. April 2011

Hui, das ist ja eine ruhige Zeit im Spamfilter! Da habe ich mal ein paar Tage Urlaub vom ganzen Wahnsinn des Internet gemacht, und vorm Blick in das glibberige Filtersieb schwante mir Böses… und dann so eine relative Ruhe. Das waren ja nicht einmal hundert Müllmails, und die meisten waren von einem „hohen Tier“ einer nicht namentlich genannten „Unternehmung“, das „Mitarbeiter“ für Europa sucht, die aber bitte alle einen Wohnsitz in Australien oder Neuseeland haben sollen. So doof der Text, so massenhaft seine mechanische Reproduktion – als ob die dürre Story zum Anwerben eines Mulis glaubwürdige würde, wenn sie massenhaft käme…

Aber in alledem gibt es auch immer noch „gute alte Spam“ für allerlei tolle Angebote mit allerlei heiteren Betreffzeilen direkt aus der tiefsten Gruft in Spammerchens Hirnsurrogat. Zum Beispiel dieser tolle Betreff, der mich darüber aufklärt, dass ich als Heranwachsender ein höheres Asthma-Risiko gehabt hätte als die Mädchen, um mir dann… Pillen eines Betrugsapothekers verkaufen zu wollen. Ganz so, als sei die Zielgruppe dieses Beschisses noch Kind. Na ja, wer auf eine Spam abfährt und den Verbrechern Geld in den Rachen wirft, ist vielleicht nicht mehr so kindlich, aber zumindest ein wenig kindisch.

OI elias @ hxxxxxxe.de!

Eine zielsichere Ansprache mit der Mailadresse und einem „Gruß“, der nicht ganz dem von mir geteilten Soziolekt entspricht.

For your carnal productivity

Soso, für meine „fleischliche Leistungsfähigkeit“ – und ich dachte schon, es ginge um Asthma. :mrgreen:

http://gejxpills.ru/?whqD4eR=network

Hui, wie originell! Diesmal wird die eindeutige ID zur Identifikation des klickenden Deppen als Name des GET-Parameters codiert. Das ändert aber nichts daran, dass der Klick auf diesen tollen Link den Spammern in jedem Fall zeigt, dass…

  1. …die Spam angekommen ist.
  2. …die zugespammte Mailadresse von einem Menschen verwendet wird, der in einer strunzdummen Spam herumklickt und deshalb ein gut geeignetes Opfer für allerlei üble Dinge ist.

Tja, und diese beiden Erkenntnisse auf Seiten der Spammer werden Folgen haben. Jeden Tag im Dutzendpack.

Deshalb klickt man ja auch nicht in Spams herum…