Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Französisch“

DanielSoike

Montag, 13. April 2026

So nannte sich der spammende Glücksspielexperte mit seiner IP-Adresse aus Großbritannien und seinem nicht so toll programmierten Spamskript, der heute morgen um 8:11 Uhr den folgenden Kommentar auf Unser täglich Spam ablegen wollte:

Cresus Casino FR bietet franzosischen Spielern einen sicheren Einstieg mit Bonus bis 500 € + 100 Freispielen, uber 2000 Spielen inklusive Slots, Tischspielen und Live-Casino. Schnelle Auszahlungen und 24/7-Support in Franzosisch. https://cresuscasino-fr.online – tauche ein und hol dir den gro?zugigen Willkommensbonus!

Das ist ja toll, Spammer! Das klingt ja, als wollen die Nuller Jahre ihre hirnlose Spam wiederhaben, dass man durch Zocken in windigen Spamcasinos reich werden könne (eine Masche, die dann nahtlos von Reichwerdmethoden mit binären Optionen und danach mit Kryptogeld abgelöst wurde, Betrug sind sie alle drei, das ganze eingezahlte Geld ist futsch). Oh, französischsprachiges Publikum soll angesprochen werden? Tu fais ça sûrement parce que tu sais que les Français ne comprennent pas très bien l‘anglais, n‘est-ce pas ? Dann wird ihnen Deutsch sicherlich viel leichter fallen. Obwohl nicht einmal du unfallfrei ein „ß“ in deinen deutschsprachigen Kommentar hineinbekommst. Ja, das hirnt schon hart, dieses Deutsch, ich weiß! 😅️

Natürlich sind alle „Casinos“, die einem in irgendeiner Spam empfohlen werden, Betrug. Das Geld, das man einzahlt, sieht man nie wieder. Das „Spiel“ ist vom Veranstalter beliebig manipulierbar. Solche Manipulationen können vom Spieler nicht entdeckt werden. Die „Bonusse“, die man am Angelhaken geschenkt kriegt, wenn man so dumm ist, auf einen Link in einer Spam zu klicken, machen nur eines klar: Die Zahlen, die im Webbrowser oder in einer Anwendung angezeigt werden, haben keinen Wert und können einfach verschenkt werden.

Der Vollständigkeit halber ein Screenshot der ohne Umwege verlinkten und standesgemäß völlig impressumslosen Website:

Screenshot der betrügerischen Website eines angeblichen Onlinecasinos in französischer Sprache

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Spammer über diese Website Affiliate-Geld von einem richtigen Betrugscasino kassieren, wenn er ihm neue Kunden wirbt. Der schwarze Balken über den Augen der Frau ist von mir. Die Grafiken in solchen schnell von Betrügern aufgeschäumten Seiten werden modern, einfach und bequem „aus dem Internet mitgenommen“ und zusammengefummelt. Die abgebildeten Personen sind damit nicht einverstanden. Wenn man in der Stimmung ist, wie eine Spätgeburt noch auf so einen inzwischen altertümlichen Betrug reinzufallen, hat man wohl auch deutlich mehr als das stilvoll sein wollende Gläschen Puffbrause getrunken, und mit dem Lächeln ist es auch nicht mehr so weit her. An seine Stelle tritt ein blöder, gieriger, verbissener Gesichtsausdruck.

Und ja, natürlich geht es auf dieser Website nach unten noch weiter: Da werden die „Spiele“ vorgestellt und weitere Lügen erzählt. Mehrere hundert Bilder, die am Bildschirm aussehen sollen, als seien sie unterschiedliche Slotmaschinen mit Walzen, in Wirklichkeit ist es aber immer der gleiche intransparente und beliebig manipulierbare Rechenvorgang. Bitte niemals darauf reinfallen! Jeder weiß etwas Besseres mit seinem Geld anzufangen, als Betrügern den verfeinerten Lebensstil zu finanzieren. Ein Impressum gibt es nicht. Wozu auch. Es geht ja nur um Geld, da muss man doch nicht wissen, mit wem man es zu tun hat.

DEMANDE DE COLLABORATION

Freitag, 6. Dezember 2013

Bonsoir,

Ich habe keine Ahnung, wer du bist. Und 13:18 Uhr ist bei mir Abend, weil im Hirne des Spammers nun einmal unentwegte Nacht herrscht.

Je viens par ce mail vous formuler une demande de collaboration.

Du siehst, es ist mir völlig egal, mit wem ich zusammenarbeite.

J’ai à ma disposition des documents confidentiels (Titres de propriété – certificats de dépôt) de mon ex-employeur, décédé sans héritier potentiel.

Worum es geht? Tja… ähm… ich habe da so ein paar vertrauliche Blätter Papier (Besitzurkunden, Wertpapiere, viel Geld, verstehste schon) von meinem ehemaligen Arbeitgeber mitgehen lassen, der ohne Erben gestorben ist.

Vu que vous portez un patronyme commun, je souhaiterais trouver un arrangement pour bénéficier de certains biens.

Obwohl ich dich nicht mit Namen ansprechen kann und gar nicht kenne, behaupte ich, dass du den gleichen Familiennamen trägst – und dass wir doch einfach ein paar Dokumente fälschen können, damit du als Erbe eingetragen wirst.

Veuillez me faire un retour de mail afin que je vous donne plus de détails.

Und jetzt antworte mir schon, damit ich dir weitere Lügen erzählen kann. Aber antworte auf gar keinen Fall, indem du auf „Antworten“ klickst, denn…

Dans l’attente de vous lire, recevez mes cordiales salutations.
Prière de me répondre à l‘adresse qui suit cielbleu (at) inmano (at) (punkt) com [sic!]

…mein Absender ist natürlich gefälscht.

Grace Parrat

Mit einem kalten Salut des verrotteten Herzens
Dein Vorschussbetrugsspammer

INVESTISSEMENT ET DEMANDE D‘AIDE

Donnerstag, 6. Januar 2011

Und ich dachte immer, die Vorschussbetrug-Spam gäbe es nur in fragwürdigem Englisch und katastrophalem Deutsch. Es gibt sie auch in Sprachen, die ich gar nicht so gut verstehe. Na ja, es gibt wohl kaum eine westeuropäische Sprache, in der ich diese olle Nummer nicht verstehen würde, so oft wie ich die vor Augen habe.

Bonjour,

Guten Tag, deinen Namen kenne ich nicht…

Je vous contacte pour une proposition d‘affaire. Je suis Mr Francis Gomont. Je suis opérateur économique en cote d‘ivoire. Je suis titulaire d‘un compte d‘investissement d‘un montant de ($ 8.5 millions).

…aber für mich selbst habe ich mir wenigstens einen tollen Namen ausgedacht. Ich mache Bullshit-Geschäfte an der hübschen Elfenbeinküste, und wie das in Afrika so ist, liegen die Millionen von Dollar hier einfach so herum.

Je me retrouve dans l‘incapacité d‘user de ce montant selon mon entendement pour deux raisons: la crise financière internationale et la crise politique profonde qui secoue notre pays la côte d‘ivoire.

Weißste, und wegen der internationalen Finanzkrise und der üblichen politischen Krise in unserem hübschen Ländchen kann ich das Geld nicht so locker verprassen.

Pour ces deux raisons, la banque centrale a limite les possibilités de sortie du territoire pour les devises étrangères. N‘ayant pas les appuis politiques suffisants, je me trouve dans l‘incapacité d‘user de cet argent pour mes affaires et comme je l‘entends.

Le directeur de ma banque m‘a proposé une solution, si je trouve un partenaire extérieur, il est en mesure de demander à la banque ici en côte d‘ivoire de virer l‘argent sur le compte de cette tierce personne. La seule condition étant que le compte en question soit susceptible d‘accommoder un tel virement.

Denn wegen dieser beiden sofort wie eine extragrelle Osram einleuchtenden Gründe komme ich hier mit den Devisen nicht raus. Aber es gibt eine tolle Lösung dafür, ich brauche einen Ausländer, der diese kleine Geldsache für mich erledigt. Und weil in Geldangelegenheit ja jeder Mensch total vertrauenswürdig ist, habe ich mir gesagt, ich schreibe dafür mal jemanden an, den ich überhaupt nicht kenne.

Alors je vous contacte pour solliciter une aide sur deux points:

- Etes-vous en mesure d‘ouvrir un compte en banque dans votre pays?

- Puis-je vous faire confiance et virer cet argent sur votre compte?

Im Wesentlichen schreibe ich dich zusammen mit ein paar Millionen weiterer Spamempfänger an, um zwei Fragen zu klären. Bist du doof und gierig genug, diese Geschichte zu glauben und dich darauf einzulassen, und werde ich es zusammen mit meinen Kumpels schaffen, dir für dieses nicht existente Geld eine Vorleistung nach der anderen aus der Nase zu ziehen? Das Geld beamst du dann natürlich immer schön über Western Union und MoneyGram zu uns rüber, denn wir lassen uns wirklich nicht gern verhaften. Von deinem Geld finanzieren wir uns denn unseren verfeinerten Lebensstil in unserem hübschen Land, das mit Taschen voller Geld gleich noch ein bisschen hübscher ist.

En échange d‘une aide honnête et sincère je suis disposé à vous céder 15% de la somme en question. Si vous voulez me venir en aide je voudrais avoir vos coordonnées, votre nom et prenom, votre numéro de téléphone, votre adresse résidentiel, votre profession, votre âge, et je vous donnerais ceux de la banque pour que vous entrez en contact avec la banque. Je vous donnerai aussi mes contacte personnel.

Damit du auch schön gierig bist, tue ich so, als würde ich dir dafür rund 1,2 Millionen Dollar geben wollen. Stell dir diesen Haufen grüner Lappen doch bitte mal kurz vor. Und jetzt sei bitte so nett und mach mal einen anständigen Datenstriptease vor mir, einschließlich Telefonnummer, Anschrift und einiger weniger wichtiger Dinge. Am Telefon werde ich dich dann mit mes potes… ähm… meinen Kumpeln noch so richtig bearbeiten und ständig mit unseren vorgespielten Problemen beschäftigt sein lassen, und natürlich werden wir dir auch immer einen ordentlichen Batzen Kniste vor Augen malen, damit du auch zu größeren Opfern bereit bist, vielleicht sogar ein ordentliches Darlehen aufnimmst, um uns den Zaster zuzustecken. Du wirst es kaum glauben, aber diese primitive Betrugsnummer funktioniert immer noch – ich weiß das, denn ich lebe davon.

J‘espère votre réponse.

Ich hoffe, dass auch diesmal möglichst viele Deppen antworten.

Mr Francis Gomont.

Dein Vorschussbetrugsspammer…
…der zwar beflissen in Französisch schreibt, was auch zur Elfenbeinküste passt, aber gerade nicht so auf dem Schirm hat, dass man Monsieur mit M. abkürzt. Aber hey, auch viele andere derartige Fehlerchen fallen sogar jemanden auf, der niemals richtig Französisch gelernt hat, zum Beispiel „cote d‘ivoire“ statt „Côte-d‘Ivoire“ – die meisten Menschen werden wohl die Staatsbezeichnung des Landes, in dem sie leben und tätig sind, richtig schreiben können, oder? Na ja, Spammer eben – wenn sie sich Mühe gäben, denn könnten sie auch gleich richtig arbeiten, und das mögen sie eben nicht. Schade, dass ich die Grammatik dieser wilden Abenteuergeschichte nicht so richtig würdigen kann, denn dafür fehlt mir das erforderliche Feingefühl. Aber in der ganzen Pimmelpillen- und Uhrenspam wars schon eine willkommene Abwechslung…

Mille cinq cents paris vous attendent pour être utilisés

Donnerstag, 23. September 2010

Oh, Sprache verfehlt. Und was soll ich da schon wieder für tausendfünfhundert bekommen?

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Nein, das will ich gar nicht erst kennenlernen, was die mir da für tolle Sachen in ihrem Casino anbieten. Es wird auch auf französisch nicht einfallsreicher sein als auf deutsch, nur (für mich) ein bisschen unverständlicher.

Http://casinoglobalsopen.ru/fr

Ach, dieser Automatismus in gewissen Textverarbeitungen und Editoren, der den ersten Buchstaben nach einem Punkt groß macht, der ist doch immer wieder erbäulich – da wird sogar die Protokollangabe in der URL mit einem Großbuchstaben begonnen…