Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Dein MediaMarkt Rabatt auf die tragbare Klimaanlage

Mittwoch, 24. Juni 2026, 13:16 Uhr
  1. Diese Mail kommt nicht von…
    Von: MediaMarkt Belohnungen <contact@topcasinositesnow.com>

    …MediaMarkt, was man sofort an der Absenderadresse mit den jetzt beliebtesten Casinowebsites sehen kann.

  2. MediaMarkt hat keine Mailadresse von mir und wird auch niemals eine haben.

Es ist natürlich eine Spam.

Die „Botschaft“ dieser Spam ist nicht etwa Text, sondern ein 68 KiB großes PNG-Bildchen, in dem der Text steht. Dieses Bild ist nicht in der Website von MediaMarkt gehostet, sondern für Betrüger angenehm kostenlos und anonym bei Imgur. Und natürlich gibt es – es steht ja schon im Betreff – Rabatt. Man muss also angeblich weniger Geld für den fabrikneuen Müll hinlegen, den einem eine Betrügerbande verkauft, weil man ein paar dumme Fragen in einer Umfrage beantwortet.

Die Spam sieht so aus:

MediaMarkt braucht deine Meinung (und belohnt dich dafür)

MediaMarkt-Logo -- Mediamarkt Exclusive -- MediaMarkt Umfrage Belohnung -- Dein 50% Rabatt wartet auf dich -- Beantworte 5 Fragen zu deiner Haushalts-Technik. Dein Rabatt wird automatisch ander Kasse aktiviert, kein Code nötig. -- [Begrenzte Anzahl an Rabattcodes verfügbar] -- Hallo {EMAIL}, -- Wir laden ausgewählte Nutzer ein, ihre Erfahrungen mit Haushalts-Technik zu teilen. Als Dankeschön wird dein 50% Rabatt auf die tragbare Klimaanlega automatisch beim Checkout angewendet, kein Code erforderlich. -- Die Rabattcodes sind begrenzt und könnten bald vergriffen sein. Dieses Angebot ist nicht öffentlich gelistet; der einzige Weg, es freizuschalten, ist die Teilnahme an der Umfrage. -- [Rabatt sichern] -- Datenschutz, Impressum, Hilfe, Mein Konto -- Die Teilnahme ist freiwillig. Limit: ein Rabatt pro Peron. Angebot gültig solange der Vorrat reicht. -- © 2026 MediaMarkt Saturn Retail Group. Alle Rechte vorbehalten. -- Abmelden, Präferenzen verwalten

Als ich diesen Bullshit letzte Woche für eine Umfrage der Allianz hatte, habe ich die Rabattbande ja noch wegen des Nebeneinanders von „kein Code nötig“ und unmittelbar folgendem „Anzahl der Rabattcodes begrenzt“ ein bisschen verspottet. Offenbar hat sich die Rabattbande das zu Herzen genommen: Jetzt steht dieses lächerliche Nacheinander gleich zweimal in der Spam. 🤣️

Alle Daten, die man bei diesen Betrügern eingibt, gehen direkt an Kriminelle. Das gilt für Lieferanschrift und Geburtsdatum, was schon einen Identitätsmissbrauch ermöglicht, und es gilt erst recht für Kreditkartendaten, wenn man bezahlt.

Das hier ist die Rabattbande, deren Betrügereien man seit langer Zeit leicht daran erkennen kann, dass sie Rabatte nennt, aber dazu nicht den Grundpreis, auf dem der Rabatt gewährt wird. Das ist eine vollkommen nutzlose Information, die verschleiern soll, dass gar kein Preis genannt wird und trotzdem der Eindruck eines „Schnäppchens“ erweckt wird. Zielgruppe dieser Betrüger sind Menschen, denen der Rechenunterricht so hastig verabreicht wurde, dass sie das Prozentzeichen für einen Zauber halten, der Preise klein macht, und nicht für eine praktische Abk. für „hundertstel“. Warum die Betrüger das so machen? Weil es funktioniert. Weil hier im Lande der mit Staatsgewalt durchgesetzten Schulpflicht, die nach zwölf Jahren zwangsweiser Beschulung rd. 10 % Analphabeten ins Leben entlässt, einer nennenswerten Anzahl von Menschen der Rechenunterricht viel zu hastig verabreicht wurde. Diese Spams laufen wirklich schon lange, sind in ihrer Methodik langweilig, und sie scheinen sich immer noch zu lohnen. Denn sonst würde diese Pest auch mal aufhören.

Beim Kauf wird regelmäßig betrogen: Es wird eine größere Menge geliefert, als man bezahlt hat, es werden höhere Beträge abgebucht, als man auszugeben glaubte und was geliefert wird – wenn überhaupt etwas geliefert wird – ist so minderwertig, dass die Bezeichnung „fabrikneuer Müll“ am besten trifft. Auf seinen Schaden bleibt man sitzen. Eine Rückgabe führt, wenn sie überhaupt einmal akzeptiert wird, nur zur Rückzahlung eines Bruchteils (meist unter der Hälfte) des bezahlten Kaufpreises. Strafanzeigen wegen gewerbsmäßigen Betrugs nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Das Geld sieht man trotzdem nicht wieder. Und wenn man gar seine Kreditkartendaten angegeben hat, hat man jahrelangen „Spaß“ damit, dass man selbst im Fokus der Ermittler in hunderten von Betrugsverfahren steht, denn natürlich ist der Kontoinhaber die erste Ermittlungsrichtung.

Deshalb klickt man ja auch nicht in eine E-Mail.

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