Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Ganz viel Vorschussbetrug

Montag, 30. Juni 2008, 22:43 Uhr

Ohne, dass ich mal wieder eine solche Mail sarkastisch und böse kommentieren will, dennoch der Hinweis. Im Moment gibt es relativ viele Versuche des Vorschussbetruges über Mail – allerdings vor allem in englischer Sprache.

Die Machart dieses Betruges ist immer wieder gleich. Eine zuvor unbekannte Person, die übrigens auch keine persönliche Anrede formulieren kann (wie auch, bei einigen Millionen automatisch erzeugten Spams an eine Liste von Mailadressen), behauptet, dass sie eines Gehilfen für eine etwas windige finanzielle Transaktion im Umfang mehrerer Millionen Dollars benötige. Ob es sich dabei um Erbschaften handelt, die sonst an den Staat fallen würden, ob es sich um das Geld eines verunglückten Kunden handelt, dass man sich gemeinsam unterm Nagel reißen will oder ob sich die Betrüger eine andere Masche ausgedacht haben, ist dabei recht egal.

Angeboten wird das „Geschäft“, dass man sich gemeinsam unter Angabe falscher Daten das Geld unterm Nagel reißt. Die versprochene Beteiligung am Erfolg für das Opfer dieses Betruges liegt im siebenstelligen Bereich. Obwohl jedem Denkenden schon bei Benutzung des „gesunden Menschenverstandes“ klar sein sollte, dass niemand solche „Geschäfte“ mit einem wildfremden Menschen durchführen wird, fallen leider immer wieder Menschen auf diese Masche herein.

Natürlich existiert dieses Geld gar nicht. Aber im Fortlauf des Betruges muss das Opfer ein wenig in Vorleistung treten – da fehlt mal jenes Papier, mal die andere Urkunde und vielleicht auch einmal eine notarielle Beurkundung. Aber was sind schon diese paar zehntausend Euro, die sich dabei zusammenläppern können, gegen die versprochene Beute in Millionenhöhe? Zumal man sehr schnell in scheinbar engem Kontakt mit sehr geübt auftretenden Betrügern steht, die aus ihrer kriminellen Erfahrung heraus sehr genau wissen, wie sie auftreten müssen, damit immer mehr Geld nachgeschmissen wird. Am Ende löst sich der oft persönlich gehaltene Kontakt genau so in Luft auf wie die Millionen von Dollars, und zurück bleibt ein Betrugsopfer, das wegen seiner Mittäterschaft an einer windigen Unternehmung und oft auch wegen seiner Scham nicht einmal eine Anzeige erstatten mag. Diese wäre auch ziemlich fruchtlos, da über die Täter auf der anderen Seite beinahe nichts bekannt ist.

Kurz gesagt: Die einzigen, die hier durch massenhaften Betrug ihre Millionen machen, sind die Absender dieser Mails – wenn genug leichtgläubige Menschen darauf reinfallen. Diese Mails sollten also wie normale Spam behandelt und gelöscht werden. Nur, wer sehr erfahren ist und weiß, wie man im Internet seine wirkliche Identität verbergen kann, sollte die nahe liegende Idee verwirklichen, mit diesen organisierten Kriminellen in Kontakt zu kommen und ihr Geschäft ein wenig aufzuhalten, indem sie in eine zeitraubende Kommunikation verwickelt werden. Dabei auf einen Fall auf ein persönliches Treffen einlassen, denn diese Leute fackeln auch nicht lange.

Ende der Warnung.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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