Unser täglich Spam

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WordPress 7.0: Jetzt neu und super mit Reklame!

Donnerstag, 21. Mai 2026

Wisst ihr, was ich im Backend von WordPress noch nie vermisst habe? Richtig:

Screenshot des WordPress-Backends: Konnektoren -- Alle deine API-Schlüssel und Zugangsdaten werden hier gespeichert und von allen Plugins gemeinsam genutzt. Einmal konfigurieren und überall verwenden. -- Das KI-Plugin kann mithilfe deiner KI-Konnektoren Beitragsbilder, Alternativtexte, Titel, Textauszüge und vieles mehr generieren. Mehr erfahren -- KI-Plugin installieren -- Anthropic, Textgenerierung mit Claude. -- [Installieren] -- Google -- Text- und Bildgenerierung mit Gemini und Imagen. -- [Installieren] -- OpenAI -- Text- und Bildgenerierung mit GPT und Dall-E. -- [Installieren] -- Falls der von dir benötigte Konnektor nicht aufgeführt ist, durchsuche das Plugin-Verzeichnis, um zu prüfen, ob ein Konnektor verfügbar ist.
(Größeres, gut lesbares Bild)

Ungefragt in mein Leben hineingedrückte Reklame für die fragwürdigen Dienstleistungen zwielichtiger Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell, die habe ich noch nie vermisst. Gut, Google hat zugegebenermaßen ein gut laufendes Geschäftsmodell, aber nicht mit diesen angelernten neuronalen Netzwerken, die von Politikern, Journalisten, Werbern und den WordPress-Entwicklern durchgehend mit dem Reklamewort „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet werden – ich spreche übrigens lieber von Gnobbelmatschgeneratoren. Ein Klick auf den Link macht klar, warum.

Dies gilt umso mehr, als dass es sich bei diesen Angeboten von so genannter „künstlicher Intelligenz“ um eine ethisch fragwürdige Dienstleistung handelt, die auf billiger menschlicher Arbeitskraft in so genannten „Schwellenländern“ – oder im Fall von Google: auf die erzwungene Mitarbeit durch den Türsteher der Google-CAPTCHAs – sowie auf massiver, im industriellen Maßstab verbrochener Verletzung von Urheberrechten beim Anlernen der angelernten neuronalen Netzwerke basiert und die zudem eine extreme Energieverschwendung ist. Von den Folgen des großen Kühlwasserbedarfs für die Rechenzentren habe ich dabei noch gar nicht angefangen.

Ich kann übrigens selbst schreiben und bedarf keiner Assistenz beim Verfassen von Texten. (Ich verwende nicht einmal eine Rechtschreibprüfung, und zugegebenermaßen, manchmal bemerkt man das auch. Rechtschreibfehler sind für mich die Patina des Internet.) Sinnlose Symbolbilder aus Gnobbelmatsch fehlen mir ebenfalls nicht. Wenn ich zu einem Thema kein passendes Bild habe, lasse ich das Bild weg. Manchmal habe ich auch ein passendes Bild.

Erst wenn der letzte Tropfen trinkbares Wasser zur Kühlung der immer monströseren Rechenzentren gebraucht wird, werdet ihr bemerken, dass man Daten nicht trinken kann. -- Weissagung des Digitalpioniers

Blogs waren ursprünglich persönliche Websites. Sie wurden gemacht von Menschen, die etwas mitteilen oder auch nur öffentlich sichtbar notieren wollten. Warum ich das in der Vergangenheit schreibe? Weil die Macher des meistverwendeten Blogsystems der Welt beschlossen haben, dass ab jetzt im Kern von WordPress die Bedürfnisse von Menschen befriedigt werden sollen, die gar nicht schreiben können oder wollen, die stattdessen schnell aufgeschäumte und meist weitschweifige, oft sogar inhaltlich falsche Texte im Web veröffentlichen und mit Werbebannern umpflastern wollen. Ich nenne das, was auf diese Weise gefördert wird, Spam.

WordPress hat übrigens seit sehr langer Zeit eine bestehende Schnittstelle für Funktionserweiterungen, so genannte „Plugins“. Solche Funktionen gehören meiner Meinung nach gar nicht ins Kernsystem. Wer sie benötigt, könnte sich jederzeit ein Plugin installieren. Der einzige Zweck dieses Funktionsmerkmales besteht darin, Werbung für fragwürdige Angebote von Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell zu machen. Auch das zeigt durch bloßes Hinschauen eine so große Nähe zur Spam, dass da nichts mehr dazwischenpasst.

WordPress wird von Canonical zu einem Spamsystem umgebaut. Das ist schade. Nein: Es ist schlimm und ekelhaft. Canonical ist Spam geworden. Das wird in Zukunft vermutlich nicht besser werden, sondern ganz im Gegenteil.

Von Microsoft, den Erfindern der Desktopspam, habe ich ja niemals etwas anderes erwartet.