Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Betreff: Ihr Konto wurde gesperrt

Mittwoch, 6. Juni 2007

Man kann beim Phising wirklich unglaublich dumm vorgehen. Man kann sogar so dumm vorgehen wie der Absender dieser Mail mit einer gefälschten Absenderadresse aus der eBay-Domain:

Betreff: Ihr Konto wurde gesperrt
Guten Tag! Beim Kaufen in unserem Internet-Shop war ein Fehler vorgekommen, weswegen Ihr Konto gesperrt wurde. Um das Konto wieder freizugeben, folgen Sie bitte diesen Link [… URL und Link auf eine andere URL von mir entfernt]

Das wirkt wirklich nicht sehr überzeugend. Das fängt schon mit der sehr unpersönlichen Anrede „Guten Tag“ an, wo eBay doch eigentlich einen Namen kennen sollte. Und dann diese Holpersprache mit kreativer Grammatik! „Beim Kaufen war ein Fehler vorgekommen, weswegen gesperrt wurde.“ – dazu sage ich nur: Beim Lesen war ein Lachen gehört, weswegen gelöscht wurde. :mrgreen:

Unglaublich, für wie dumm die Spam- und Phishing-Mafia ihre Opfer hält.

Der ganze Trick bei dieser wenig trickreichen Mail besteht übrigens darin, dass der verlinkte Text vorgibt, auf eine Seite von eBay zu verweisen, während der Link in Wirklichkeit auf eine kostenlose Website bei GeoCities führt. Was man dort untergejubelt kriegt, habe ich mir heute wegen akuter Unlust nicht angeschaut. Im besten Falle handelt es sich „nur“ um eine nachgebaute Anmeldungs-Seite, die dem Opfer Gelegenheit gibt, die eigenen Zugangsdaten an asoziale Verbrecher weiterzugeben. Im schlimmsten Fall bekommt man außerdem noch jede Menge scheußliche Schadsoftware untergejubelt und verwandelt den eigenen Rechner in einen Bestandteil großer Spamnetzwerke.

Hoffentlich ist niemand so doof, auf eine derart schlechte Phishing-Mail hereinzufallen. Und hoffentlich werden die Menschen noch einmal so intelligent, dass sie auch auf relativ gut gemachte Phishing-Mails nicht hereinfallen.

Emanzipiert

Freitag, 1. Juni 2007

Bislang hat ja sogar die Spam noch irgendwelche „Inhalte“ transportiert, wenn es auch keine besonders interessanten waren. Aber so langsam scheint sich unter dem Druck immer besserer Spamfilter die Mitteilung von jeglichen Inhalten zu emanzipieren. So gesehen etwa in der heutigen Form des mechanischen Dadaismus, die mit dem Betreff „Downloadable software Wayne Kennedy?“ in das Postfach flatterte:

amitotic apollos

weekly discounts [… URL von mir entfernt]
twinjet anthodia causing mollusc atabal ulcering.
argot, motorise amercer travails.
tortes megillah ashamed tor.
antiphon auricle bummest trefoil.
auricled, cadelles milady angrily umpire.
umbellet angas apneas twiner.

Your Juliana.

Alles klar? Wer das überhaupt nicht verstehen kann, sollte nicht weiter über sein „schlechtes Englisch“ entmutigt sein. Dieser „Text“ ist völlig sinnfrei – mit Ausnahme der eingesprenkelten URL. Ob so etwas wohl irgend jemanden dazu bewegt, die Website eines Spammers zu besuchen?

Mr. Abdul Raman

Dienstag, 29. Mai 2007

Ah, lange keinen neuen Vorschussbetrug mehr gehabt.

Inzwischen macht diese alte Betrugsnummer schon einen auf wohltätig und fromm. Da müssen sich die Betrüger auch gleich eine richtige Story ausdenken, aber das können sie ja. Sonst wären sie auch keine Betrüger.

Ich gehe mal davon aus, dass fast jeder genug Englisch kann, um den Text dieser Mail verstehen zu können. Ich habe einfach keine Lust, den Schwall des Unsinns zu übersetzen.

Can You Be of help?
My Name is Mr. Abdul Raham, i am 55years old. Am a citizen of Saudi Arabia, but i am resident in Cayman island. I was born an orphan in 1952. I have no father or mother, and i have no relatives.I struggled and Worked Hard and Almighty Allah blessed me abundantly with riches. I used to be a dealer in gold, diamonds and tantalite. I have no wife but i happend to have a child of 5Yrs from my late wife who happens to die of Cancer of the Breast. For 2 years now i am seriously sick. I have been diagnosed with Cancer which was discovered very late, due to my laxity in caring for my health. It has defiled all forms of medicine, Right now I have only about a year to live, according to my Medical Doctor.

Wie schön es doch wäre, wenn dieser Spammer wirklich in einem Jahr abkratzen würde. Aber immerhin, ich habe schon derartige Mails mit wesentlich schlechterem Englisch lesen „dürfen“. Die Geschichte ist bis dahin noch durchaus ordentlich erzählt. Im Moment wird der dumme Empfänger vor allem davon verblendet, dass es sich angeblich um die Mitteilung eines Händlers für Gold und Diamanten handelt, der von Gott mit Reichtum gesegnet wurde.

Dass der Kerl einfach wildfremde Mailempfänger anschreibt, die er nicht einmal mit Namen ansprechen kann, um ihnen eine scheinbar persönliche Geschichte zu erzählen, bemerkt der Depp aus der Zielgruppe nicht. Gemeint ist jener Depp, der bei dieser Masche abgezockt werden soll. Der Depp, der die ganze hier ausgebreitete, hanebüchene Geschichte glaubt. Von einem Waisen, der sich zum Edelmetall- und Diamantenhändler hochgearbeitet hat, der aber jetzt dem Tod in die knöcherne Augenhöhle schaut. Die Frau ist auch schon hopp, weil er vor lauter Diamanten nie die Knoten in ihrer Brust bemerkt hat. Und das einzige Kind ist erst fünf Jahre alt und droht selbst, demnächst ein Waisenkind zu sein. Nichts und niemand hat einen Namen oder einen konkreten Wohnort oder irgend etwas mit Google Überprüfbares – sonst würde ein intelligenterer Depp vielleicht merken, dass diese schrecklich unglückliche und stinkreiche Familie gar nicht existiert.

I have not particularly lived my life so well since after the death of my wife four years ago, as I never really cared for myself but the business. Though I am very rich, I was never generous, I only focused on my business as that was the only thing I cared for. But now I regret all this as I now know that there is more to life than just wanting to have or make all the money in the world. I believe when God gives me a second chance and heal me I would live my life a different way from how I have lived it.

Und damit das klar ist: Der Absender ist ein ganz reiches Arschloch, das nie zum Leben gekommen ist. Selbst die Beerdigung seiner Frau scheint er verpasst zu haben, weil das Geschäft wichtiger war. Viel nehmen, nichts geben; denn man hat es ja nicht vom Geben.

Und jetzt gehts ans Verrecken und da fällt ihm Gott wieder ein. Interessanterweise hat der Absender nun aber wieder vergessen, wie Allah heißt und verwendet (für einen muslimischen Schreiber völlig untypischerweise) das englische Wort „God“. Oder will er einfach nur auf Nummer Sicher gehen und versucht verschiedene Bezeichnungen Gottes, in der Hoffnung, dass irgendeine davon die richtige ist?

Ob Gott wohl solche heuchelnden, dreisten Betrugs-Spammer dahin schickt, wo es ewig brennt?

Aber jetzt kommt Abdul endlich zur Sache.

Please i have sowed a seed for my healing; I have willed and given most of my properties and assets to my immediate orphans childrens and as well as a few close friends.I want God to be merciful to me and accept my soul and so, I have decided to give arms to charity Organizations and give succor and comfort to the less privileged of the Tsunami Victims, as I want this to be one of the last good deeds I do on earth. So far, I have donated money to Some charity organizations. Now that my health has deteriorated so badly, I Cannot do this my self anymore. I once asked a close friend of mine to close one of my accounts in Saudi Bank and donate the money which I have there to charity organization and to the less Privileged in Bulgaria and Sudan-Africa he cashed the money but kept it only to himselves.

Die große Reue! Mit Wohltätigkeit aus der Hölle freikaufen! Jahrelang haben sich Berge von Geld und Gütern gestapelt, und jetzt muss alles raus ! Leider kann Abdul das nicht mehr selbst machen, weil er so siech ist. Deshalb hat er einst einen seiner Freunde den ganzen lästigen Bankkram machen lassen, statt einfach das Online-Banking seiner Hausbank zu verwenden. Und der Arsch hat sich das ganze schöne Geld in die Tasche gesteckt. Nix für die Waisen und Tsunami-Opfer und Benachteiligten der Welt, alles in die ausgebeulten Taschen eines falschen Freundes. Woran der sieche Abdul, der ja nicht einmal mehr eine Überweisung machen kann, diesen Beschiss überhaupt bemerkt hat, das verschweigt er aber lieber.

Und, was habe ich damit zu tun?

Hence, I do not trust him anymore, as he seem not to be contended with what I have left for him already. The last of my money, which no one knows of, is the huge cash of Twenty Two million (22 Million US DOLLARS) deposited in the Vault of a financial institution in Europe for Safekeeping. I want you to collect this deposit on my behalf and disburse thus 30percent of the total amount among the Mudslide Earthquake Victims in Asia, Hurricane Katrina, Hurricane Rita, Hurricane Wilma and for the less Privileged, 30percent for you for your time and efforts and 40percent for my only child for his upbringing as you will be responsible for his education, health and other activities. So i need your urgent reply so that I will not have to go on sourcing for a credible person to handle this project, please if this is what you Know that you can handle kindly respond back to me with the information below.

Ah, jetzt doch wieder die übliche Geschichte. Aus der Tatsache, dass er einem engen Freund nicht trauen konnte, zieht unser Abdul den Schluss, dass man mit einer Spam irgendwelche völlig anonymen Menschen findet, die viel vertrauenswürdiger sind. Die sollen sich denn um den leidigen Pfennigkram kümmern, es geht ja nur noch um den verborgenen Rest von Abduls Geldern, nur noch um läppische 22 Megadollars, die irgendwo in Europa rumlungern. Und wenn ich das jetzt mache und mich außerdem um den fünfjährigen geschlechtslosen Panz kümmere, denn darf ich 30 Prozent von der ganzen Knete einstecken, was immerhin noch secheinhalb Megadollars macht.

Genau die Geschäfte, die man irgendwelchen völlig unbekannten Spamempfängern anbietet! :mrgreen:

Für alle, die diese Art von Betrug noch nicht kennen: Die Fortsetzung ist ganz einfach. Wer auf so eine plumpe Story reinfällt, hat schon so dicke Dollarzeichen in den Augen, dass er nicht mehr klar sehen kann. Da fällt es dann auch nicht auf, dass vor der kleinen finanziellen Transaktion ein bisschen Papierkram gesetzt ist. Unglücklicherweise muss man dafür ein bisschen in Vorleistung treten, aber keine Sorge, es sind nur ein paar tausend bis zehntausend Euro, die der leidige Bürokratenkram und die eine oder andere Bestechung so kosten. Wer das mitmacht, hat am Ende jede Menge fantasievoll bedrucktes Papier und den Schaden.

Ich bin mir übrigens sicher, dass Abdul und seine Krankenschwester Sarah sich sehr über Antworten freuen werden. Die Antworten gehen – weil so ein erfolgreicher Geschäftsmann offenbar keine eigene Domain hat – an die kostenlose Yahoo -Mailadresse…

abdulraham2323@yahoo.co.uk

…aber beim Schreiben bitte auf gar keinen Fall zutreffende Angaben zur eigenen (oder einer anderen lebenden) Person machen und niemals eine korrekte Telefonnummer oder Mailadresse angeben. Die Daten, die unser Abdul haben will, sind die folgenden:

1.Complete Name
2.Contact Adress
3.Phone/Fax number
4.Age and occupation
Best Regards
Sarah Mohammed
(Nurse)

Für den Absender der Mail auf jeden Fall eine Wegwerfadresse verwenden! Als Telefonnummer empfehle ich eine sauteure Bandansage, als Faxnummer einen unverschämt teuren Faxabruf, aber bitte auf gar keinen Fall andere Menschen mit so eine Angelegenheit belästigen! Namen findet man im Telefonbuch, als angegebene Anschrift ist die Adresse einer Polizeidienststelle geeignet, damit die Beamten auch mal etwas zu lesen bekommen. Und unbedingt in Deutsch schreiben und das Englisch der Mail teilweise völlig missverstehen. Keine Sorge, auch eine deutsche Mail wird von denen gelesen und beantwortet, die haben nur viel mehr Mühe damit. Und genau darauf kommt es an.

Je mehr diese Mafia von professionellen Lügnern sich selbst mit Lügen herumschlagen muss, desto weniger kommt sie dazu, naive und arglose Menschen um ihre Ersparnisse zu betrügen.

tochtergesellschaft

Dienstag, 29. Mai 2007

Ach, lange keine Pennystock-Spam mehr gehabt. Da kommt mir diese Lächerlichkeit, die mir Aktien der Firma Harris Explorations anbieten will, gerade recht. Vor allem, weil das Gestammel doch sehr unbeholfen wirkt.

Der Mineralbusiness entwickelt sich schnell!

Klar, und das Grammatik kann gar nicht mehr nachkommen, so schnell entwickelt sich der Business.

[…] Jetzt ist es Zeit um Harris Expl. zu kaufen! Das ist eine Amerikanishe Gesellschaft, die einen grossen Potential hat. Die Chinesische Okonomie und die Position des Harris Expls ist jetzt im perfektem Zustand.

Jetzt ist es Zeit um Bett zu gehen! Das ist eine Ziwilisatohrishe Errungenschaft, die einen grossen Bekwemlichkeit hat. Die Daunen Wärmkraft und die Position der Schläfers ist jetzt im perfektem Zustand.

Die Neuigkeite:

30.April Montag: HXPN hat den neuen Gebiet erklaert! Man kann Gold und Kupfer dort finden! HXPN wird Gewinnung in ein paar Monaten dort beginnen.

Die Neuigkeite:

29. Mai Dienstag: Müder hat der neuer Bett erliegt! Man kann Profit und Reichtum dort traeumen! Müder wird Gewinnung in ein paar Monaten dort beginnen. Wenn er nicht vorherr aufwacht.

Verlieren Sie keine Moglichkeit – kaufen vor es sehr spat wird. Wir konnen 10 000% des Wachsens in 2 Jahren sehen!
350% in folgenden 5 Tagen!
Fugen Sie HXPN in Ihre Liste am Dienstag, 29.Mai zu!

Verlieren Sie keine Traume – schlafen vor es sehr Spat wird. Wir konnen 10000% des Wachsens in 2 Jahren träumen! 350% in folgenden 5 Tagen! Sie Schlafen! Nicht wach! Fugen Sie Bett in Ihre Liste am Mittwoch 30.Mai zu!

Wer auf ein solches Gestammel hin irgendwelche windigen Papiere kauft, dem ist nicht mehr zu helfen. Leider gibt es noch so viele dieser Deppen, so dass sich dieser Müllversand weiterhin für die Spam-Mafia lohnt. Sehr zum Leidwesen derer, die noch zur Hirnbenutzung fähig sind.

Willst du auch mal spammen?

Samstag, 26. Mai 2007

Diese Frage stellt mir der kriminelle und asoziale Spammer, der mich heute mit einer Mail beglückt hat. Dass inzwischen die Mailserver im Internet unter der Last solcher Nullkommunikation zusammenbrechen, interessiert so eine Arschkrampe nicht weiter. Statt dessen wird in der Mail mit dem Betreff „How would you like 2 Million Sites linking to your ad?“ angeboten, dass man doch auch ganz gut in Blogs werben könnte.

Discover the power of the Blog Blaster!
Brandnew software revolutionizes the power of online advertising -never seen before!- BRAND NEW FOR MARCH 2007!

Wow, ganz aktuelle Software, deren Macht ich hier entdecken soll. Die muss für Kommentar- und Trackbackspam in Blogs immerhin zwei ganz „brandneue“ Techniken beherrschen, nämlich HTTP und die Erzeung von Daten in XML. Dass man so etwas nicht wirklich als „brandneu“ anbieten kann, hat der Spammer auch eingesehen. Deshalb hat er vergessen, den Monat im Text zu ändern; wir haben inzwischen ja schon MAY 2007…

Wieso denke ich nur bei „Blog Blaster“ an eine Art Waffe, mit der man Blogs in Stücke schießen kann? :mrgreen: Aber ist ja egal, mit der Internet-Mail schaffen die Spammer das ja auch gerade.

[…] I have developed a software that automatically places your ad on millions of blogs.

Nun, werter Programmierkollege, eine solche Software könnte ich auch ganz schnell entwickeln. Wie schon gesagt, so viel neue Technik ist dafür nicht erforderlich und guter Bibliothekscode ist bereits fertig. Wie lange ich daran sitzen würde? Für eine erste, nicht sehr leistungsfähige Version (die ich sogar als Shellskript prototypen würde), brauchte ich ungefähr eine Stunde. Für ein vernünftiges Programm, was genau den beschriebenen Leistungsumfang hat, brauchte ich etwa ein bis zwei Tage Programmierung, darüber hinaus müsste ich im Hintergrund systematisch Blogadressen sammeln (das geht relativ einfach, wenn man Technorati gezielt missbraucht).

Also tu mal nicht so, als wärest du ein ganz großer Hacker. Auch wenn du dir selbst deinen eigenen Lobpreis in die Mail hineinweihst:

[…] This method has never been released to the public before. Very few, if anyone has implemented this

Diesen Scheiß kann (fast) jeder, aber zum Glück wenden die meisten Menschen ihre freie Kreativität weniger asozialen Tätigkeiten zu als du das zu tun pflegst. Zum Beispiel, indem sie einen Teil ihrer Lebenszeit dafür verwenden, dass Spamfilter entstehen, die deine ganzen plumpen und gierigen Werbetext ungesehen in die digitale Vorhölle befördern.

Und? Was hast du mit deiner tollwütigen Programmierung erreicht, Spamkopf? Du versendest über die Infrastruktur des Internet nutzlose und unerwünschte Daten, die beim Empfänger automatisch vernichtet werden, ohne dass sie jemals jemand sieht. Wenn es nicht ein paar Idioten gäbe, die dich dafür bezahlten, wäre das nur ein heiteres dadaistisches Kunstprojekt. So ist es aber eine nervige Scheiße, die niemandem etwas nutzen wird. Da kannst du tausendmal…

[…] You will receive thousands of targeted hits to your website as Blog Blaster places your ad on blogs that match your ad’s category.

…vollmundige Versprechungen in deine gierige Mail reinschreiben. Dein Produkt ist nicht nur asozial, es ist auch völlig überflüssig.

Für Exhibitionisten

Freitag, 25. Mai 2007

Von dieser Mail von „Booker Minna“, die einfach nur den Betreff „RE:“ hatte, erwartete ich ja an sich nicht viel. Aber diese hatte es in sich. Wann wird einem Exhibitionisten schon so eine so großartige, beglückende Möglichkeit versprochen:

If you start taking Penis Enlarge Patch, the worlds attention will be drawn to your dick.

Ich befürchte allerdings, dass ich für dieses Produkt nicht der richtige Empfänger bin – ich habe wirklich nicht das geringste Interesse daran, dass die Aufmerksamkeit der ganzen Welt zu meinem Schwanz gezogen wird. Nein, darauf kann ich verzichten. 😀

Für Herz und Schwanz

Donnerstag, 24. Mai 2007

Was schrieb mir da doch eben so ein dummer Spammer, der mir seine Vorrichtungen für Pimmel-Dehnübungen verkaufen wollte:

Dont worry about Penis Enlarge Patch being harmful to your health.<BR>Some of its ingredients even reduce the heart diseases.

Nein, ich mache mir selbstverständlich keine Sorgen darüber, ob irgendwelche Angebote aus ganz obskuren Quellen nicht vielleicht ein bisschen der Gesundheit schaden könnten. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ein paar Inhaltsstoffe die Herzerkrankungen reduzieren. Ist doch logisch, dass man keine Herzkrankheit kriegt, wenn man vorher an Peniskrebs oder Hirnerweichung abkratzt. :mrgreen:

Das ziemlich missglückte HTML-Markup ist übrigens original aus der Mail zitiert. Wieder einmal jemand, der zu blöd ist, eine Mail zu schreiben.

Kostenloser Eintrag

Donnerstag, 17. Mai 2007

Ah, da hat mal wieder jemand Angst, dass ich auf meine paar Internet-Projekte nicht genug Traffic bekomme. Wie rührend! Und deshalb habe ich jetzt diese kriminelle Spam voller Gnade und Barmherzigkeit gekriegt, die mich schon in ihrem Betreff „Kostenloser Eintrag in das realXXXX.com Verzeichnis!“ erfreute – den Namen der Domain habe ich natürlich verstümmelt, weil ich Spammer nicht verlinke. Wer möchte denn nicht etwas umsonst haben? Und dann auch noch ein kostenloser Eintrag in ein Webverzeichnis! Als ob ich für so etwas jemals etwas bezahlt hätte. :mrgreen:

Aber lesen wir doch mal in aller Ruhe diesen E-Müll eines Menschen, der zur Abwechslung mal der deutschen Sprache mächtig ist:

Lieber Webmaster,

wir möchten Sie herzlich auf einen Eintrag in unser neues Webverzeichnis einladen – kostenloser Eintragsservice inklusive!

Schicken Sie mir einfach Ihre Details sowie die gewünschte Rubrik und ich übernehme das lästige Eintragen für Sie!

Klar, dass dem Spammer mal wieder keine andere Anrede als „Webmaster“ eingefallen ist. Die Abfrage des Domain-Inhabers bei DENIC wäre ja viel zu aufwändig, vor allem, wenn man sie für einige Millionen Spams machen muss.

Ganz im Gegensatz zu dieser kalten Schlampigkeit gibt es aber eine „herzliche“ Einladung zu einem kostenlosen Eintrag in einem neuen „Webverzeichnis“. Dieses Webverzeichnis muss wirklich irre neu sein, da ich noch nie davon gehört habe. Die haben aber noch eine ganz ordentliche Durststrecke vor sich, wenn sie neben den etablierten Verzeichnisdiensten wie Yahoo, DMOZ oder vielen anderen noch einen nennenswerten Marktanteil kriegen wollen, was um so schlimmer ist, da in diesem Markt nicht viel Gewinn zu erwirtschaften ist.

Aber dafür wollen die mir das Eintragen abnehmen. Wo ich allerdings meine „Details“ – was immer das auch sein soll – und die gewünschte „Rubrik“ – welche es immer auch gibt – hinschicken soll, bleibt ein Rätsel, das ich selbst zu lösen habe. Die wollen wir doch nicht ernsthaft weis machen, dass es in diesem schlecht gehenden Geschäft wirtschaftlich sinnvoll ist, Mails zu lesen und die darin enthaltenen Daten von Hand abzutippen. Da sorgt man lieber dafür, dass man dem Eintragenden schon einmal eine Struktur vorgibt, und dann kann es auch gleich ein Webformular sein.

Alles, was wir im Gegenzug von Ihnen möchten, ist ein Backlink auf eine unserer Partnerseiten.

Sie finden unseren Webkatalog unter [URL von mir entfernt ]

Ich werde einen Teufel tun, einen Spammer zu verlinken. Dafür habe ich mir jedoch mal das ganz neue Verzeichnis kurz angeschaut. (Warnung: Auf einen Link in einer Spam klickt man nur mit einem besonders gesicherten Rechner, und auch dann kann man sich noch Dinger einfangen, die kein Mensch auf seinem Rechner haben will.) Dort sah ich ein Verzeichnis, das offenbar mit phpLD erstellt wurde. Es war voller teils fragwürdiger kommerzieller Angebote und ist damit keineswegs ein Ort, den ich ansteuern würde, wenn ich etwas im Internet suchte. Darüber hinaus ist die gesamte Site ausschließlich in englischer Sprache verfügbar, was in seltsamen Gegensatz zum einwandfreien Deutsch der Spam steht.

Der einzige Zweck dieser Mail scheint es also zu sein, dass recht wahllos Links gesammelt werden sollen, um das Google-Ranking zu manipulieren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird nichts geschehen, wenn man die Spam mit seinem eigenen Eintragswunsch beantwortet. Dafür hat man jedoch der Spam-Mafia den Gefallen getan und die eigene Mailadresse bestätigt.

Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren, wenn Sie weitere Fragen haben.

mit freundlichen Grüßen

Alline Cheneux
[Weitere Angaben von mir entfernt ]

Nein, ich werde mich hüten! Die einzige Sprache, die Spammer verstehen, ist eine Gewalt, die in den meisten zivilisierten Staaten gesetzlich verboten ist. 👿

Stattdessen geht der E-Müll jetzt in den virtuellen Orkus.

Wichtiger Nachtrag: Ich habe manchmal nicht nur Tomaten auf den Augen, sondern auch welche auf dem Hirn. Wenn jemand mit einem „kostenlosen Eintragsservice“ wirbt, denn heißt das noch lange nicht, dass der Eintrag auch kostenlos gelistet wird. Die arme Seele, die auf eine solche Spam reinfällt, könnte sich leicht über eine gesalzene Rechnung für eine wenig wirksame Leistung „freuen“ – zumindest würde mich eine solche Vorgehensweise nicht wundern. Schon gar nicht bei Zeitgenossen, die so einen „Service“ mit asozialer und krimineller Spam bewerben. Mit Menschen, die auf diese Weise ihren Charakter zeigen, macht ein vernünftiger Mensch einfach keine Geschäfte.