Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Fristlose Kündigung

Montag, 2. April 2007

Ah, ich habe mal wieder den Müll aus der virtuellen Mülltonne abgeholt und auf meinem Rechner geschaufelt – ich habe also mal wieder Mail abgeholt. Der folgende Betreff ist besonders lustig:

Fristlose Kündigung

Ich habe doch gar keine Arbeit, die man mir kündigen könnte. Aber auf diesen Betreff wird ja auch gar kein Bezug genommen, stattdessen handelt es sich um die übliche kriminelle Werbung für das Zocken und Abgezockt-werden. Ich übersetze hier den Text mal aus der Spamwerbung in die Wahrheit.

Herzlich Willkommen beim ersten Deutschen Online Bingo Raum.

Willkommen beim Bullshit-Bingo der aktuellen Casino-Spam.

Wir schenken jeden neuen Spieler kostenlos 100 Euro als Startkapital.

Wir leben nicht davon, dass wir unseren mit krimineller Spam angeworbenen Spielern das Geld aus der Tasche ziehen. Wir leben davon, dass wir einfach unser Geld verschenken. Glauben sie uns doch.

Die Teilnahme ist völlig kostenlos und unverbindlich

Und haben sie keine Angst! Wenn sie jetzt mitmachen, bestätigen sie wenigstens völlig kostenlos und unverbindlich, dass sie an so einem Zock interessiert sind. Wenn wir wissen, dass sie so dumm gestrickt sind, kriegen wir sie schon weich. Wir haben noc viele Texte für Idioten wie sie auf Lager.

Spielen Sie Online Bingo nur zum Spaß oder um echtes Geld. Täglich werden 500.000 Euro verlost.

Die Gewinner der 500.000 Øre sind nur zum Spaß von uns erfunden worden. Hauptsache, das von Ihnen überwiesene Geld ist echt – denn dann haben wir unseren Spaß.

Das Spiel ist einfach, macht Spaß, und Sie lernen eine Menge neuer Leute kennen.

Bingo ist so ein simples Spiel, das kapiert sogar ein Depp, der auf eine unserer Spams anspringt. Dem macht es denn auch Spaß, wenn er dabei seine Knete loswird. Und wenn sie erstmal so richtig auf den schellen, betrügerischen Zock angesprungen sind, lernen sie auch ein paar Leute kennen. Erst die Mitarbeiter ihrer Bank, wenn sie um Darlehen erst bitten und dann betteln, und später die Inkasso-Firmen und die Gerichtsvollzieher. Das ist ein Spaß für die ganze Familie!

100.000 Spieler sind schon dabei.

Also fressen auch sie ein bisschen Scheiße, denn Milliarden von Schmeißfliegen können sich nicht irren!

Spielen Sie Bingo und chatten Sie rund um die Uhr, irgendetwas ist also immer los. Los geht’s nehmen Sie sich eine Tasse Kaffee, machen Sie es sich gemütlich, und genießen Sie unseren Online Bingo Raum!

Geben sie uns einfach ihr ganzes Geld, stellen sie sich eine Kaffeemaschine neben dem Rechner (ihr Schlaf schmälert schließlich unseren Reibach) und schließen sie sich in ihrer Computergrotte ein! Und denn: ZOCKEN ! Ohne Ende! Die Knete muss weg!

Viel Spaß, tolle Preise und gute Freunde!

Ihr Bingoday Team

Wir haben viel Spaß an den Dummen, die auf unsere kriminelle Spam hereinfallen, wir können von unseren Reibach tolle Dinge kaufen, die recht hohe Preise haben, unsere Freunde aus der Mafia haben auch etwas davon. Ihr Betrüger-Team.

PS: Überflüssig zu erwähnen, dass dieser Betreiber mit seinen gleich gestrickten Spams alle zwei Tage eine neue Internet-Adresse für seinen „Zockbetrieb“ verwendet – das schafft doch gleich den richtigen Eindruck von der „Seriosität“ eines solchen Unternehmens. Wer sich die dort gewiss angebotene Zock-Software auf seinem Rechner installiert, sollte alle Hoffnung fahren lassen, diese ist gewiss voller nützlicher Funktionen für Verbrecher, die gerne anderer Menschen Rechner übernehmen – zum Beispiel zum Spammen. Und wer gar auf die Idee kommt, denen Geld zu geben, an dem ist schon jede Hoffnung verloren. 👿

Herr James Robbinson

Mittwoch, 28. März 2007

Ich fasse es nicht, mal wieder ein versuchter Vorschussbetrug. Das hatte ich aber schon lange nicht mehr. Ist die 419-Masche jetzt so alt geworden, dass sie für viele Menschen schon wieder neu ist? Und diesmal kommt die Mail gar nicht aus „Nigeria“, sondern (angeblich) von einem Herrn Robbinson aus den schönen Niederlanden. Dabei sind die plumpen Mails aus Nigeria viel lustiger.

Betreff: Eilig Geschäftsvorschlag !!!!

Oh, ein ganz eiliger. Der muss bei seinen Vorschlägen so zittern, dass er das Ausrufezeichen gleich vier Mal erwischt. Bei einem solchen Betreff wissen wir doch alle, dass man einen solchen „Geschäftsvorschlag“ so richtig ernst nehmen sollte. 😉

Sehr Geehrter nachtwaechter,

Ach, einen Namen hat er auch nicht recherchieren können, der „Herr Robbinson“. Das ist aber auch zu doof, dass die Namen nicht in der großen Liste mit den Mailadressen für den Spamversand stehen. Leider steht immerhin meine Mailadresse drin. 🙁

Auch wenn dieser Brief Sie sicherlich überraschen wird, nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit um ihn zu lesen. Es ist sehr wichtig.

Was mich am meisten überrascht, ist die Tatsache, dass die Mail ein „Brief“ sein soll. Dass diese Mail sehr wichtig ist, sagen mir ja schon die vier Ausrufezeichen im Betreff. Da nehme ich mir doch gern ein bisschen Zeit, schließlich führe ich ja ein Blog über Spam. 🙂

Ich bin JAMES ROBBINSON und ich arbeite bei einer Finanzhaus in den Niederlanden.

Klar doch, irgendwelche Angestellte bei ausländischen Banken schicken immer wieder mal „Briefe“ an irgendwelche Unbekannte, um Geschäfte vorzuschlagen. ❓

Ich habe Ihre Adresse durch den International Web Directory Online gefunden.

Ach, so nennt man diese Listen mit Spam-Adressen heute. :mrgreen:

Während unseres letzten Treffens und Überprüfung der Bankkontos hat meine Abteilung ein untätiges Konto mit einer riesigen Geldsumme, US$ 8,500,000.00 (Acht Million fünfhundert tausend US Dollar) gefunden, das einem unseren gestorbenen Kunden gehört: Herr Rosenthel Jurgen aus South Africa. Er ist gestorben und hat keine Begünstigten hinterlassen. So dass die Fonds auf seinem Konto untätig geblieben sind, ohne jeden Anspruch oder Aktivität für einige Zeit schon.

Ah ja. Und das erbt denn nicht irgendein Staat? (Im Zweifelsfall das Königreich der sieben vereinigten Niederlande.) Stattdessen schreibt irgend so ein schlipstragender Bankfuzzi einen „Brief“ an einen Bettler in der BRD, weil…

Wegen unseren Finanzhaus vorschriften kann nur ein Ausländer als nächster Verwandten stehen und deshalb habe ich mich entschlossen Sie zu kontaktieren, um mit Ihnen zusammen zu arbeiten um diese untätigen Fonds zu reaktivieren. Und so jede negative Entwicklung oder sogar den endgültigen Verlust der Fonds abzuwenden.

…er unbedingt einen Ausländer (und als Niederländer auch noch ausgerechnet einen moef) braucht, um diese lästige Knete wieder flüssig zu machen, bevor sie futsch ist. Das sind ja mal ganz neue Einblicke darin, wie Banken ihre „Geschäfte“ machen. Und das tollste daran ist die Dummheit in der Kriminalität. Einerseits genug kriminelle Energie, um sich einen Strohmann für den kleinen (Peanuts!) Transfer zu suchen, aber andererseits nicht genug kriminelle Energie, um dafür ein paar passende Gestalten bei der Hand zu haben. Wenn ich Politiker wäre, würde ich ein solches Angebot ja fast für glaubwürdig halten, aber als Habenichts weiß ich, dass die Welt so nicht funktioniert. :mrgreen:

In Namen meiner Kollegen suchen ich Ihre Erlaubnis als nächster Verwandte unseres verstorbenen Kunden zu stehen, so dass die Fonds freigestellt und auf ihr Konto überwiesen werden können. Sie würden zum nächsten Verwandten des Begünstigten werden und die Fonds werden in Ihre Verantwortung freigestellt werden.

Wichtige Sachen muss man gleich zweimal sagen. Die wollen mir also achteinhalb Millionen Dollars überweisen, weil mein Name auf einer Liste von spamfähigen Mailadressen steht. Und dafür brauche ich nur einen (sicherlich nicht kostenlos erhältlichen, völlig wirkungslosen aber hübsch formell aussehenden) Beleg, dass ich ein Verwandter eines afrikanischen Großverbrechers bin, der mal eben die ganzen Öcken in die Hände einer Bank transferiert hat, deren Gehabe nicht wirklich vertrauenswürdig ist. ❓

Wir dürfen mit ausländischen Kontos nicht arbeiten, das könnte in der Zeit der Überweisung auffallen.

Klar doch. Und dass irgendein Unbeteiligter vielleicht diese Mail – nur mal kurz angenommen, die hanebüchene Geschichte wäre wahr – an die königliche Polizei der Niederlande weiterleiten könnte, das ist für Herrn Robbinson keine mögliche Auffälligkeit und damit auch kein Problem. 😀

Ich arbeite noch bei dieser Finanzhaus, das ist der eigentliche Grund, dass ich eine zweite Partei oder Person benötige, um mit mir zu arbeiten und Anforderungen als nächster Verwandte zu schicken und auch um ein Bankkonto bereit zu stellen, oder eines bei einer neuen Bank zu eröffnen, um die untätige Fonds zu erhalten.

Klar, ich habe schon verstanden, dass ihr hier so tut, als wenn ihr einen Strohmann suchtet. Aber die „Zielgruppe“ eures plumpen Betrugsversuches ist wohl etwas schwerfälliger von Begriff, da sagt man auch so etwas lieber zweimal. Und das wichtigste dabei ist, dass man nach dem auffälligen Blödsinn…

Am Ende der Transaktion werden Ihnen 30% Prozent zustehen, zur Seite gelegt und 70% werden für meine Kollegen und mich sein.

…die Dollarzeichen in den Augen des Lesers blinken lässt, denn das macht blind. Zweieinhalb Millionen Dollars! Dafür muss ein Trottel lange Lotto spielen. Von Arbeiten wollen wir gar nicht erst reden, wenn der Trottel nicht zufällig Manager ist. Vom Geld so geblendet, übersieht so ein richtiger Idiot auch gleich die ganzen anderen Unstimmigkeiten und gibt bestimmt tausende von eigenen Euro für diverse „Dokumente“ und andere „Formalitäten“ aus, die im weiteren Verlauf dieses Schwindels nun einmal benötigt werden. :mrgreen:

Was ich von Ihnen verlange ist als nächster Verwandte des Verstorbenen zu stehen. Ich besitze alle notwendigen Dokumente um die Transaktion erfolgreich zu verwirklichen. Weitere Informationen werden Sie so bald ich Ihre positive Antwort bekomme erhalten. Ich schlage Ihnen vor so bald wie möglich mir zu antworten. Wir haben nicht viel Zeit diese unglückliche Situation zu ändern und ich befürchte, dass ohne Ihre Hilfe alles verloren gehen wird.

Klar, alles hängt ausgerechnet an jemanden, der mangels Kenntnis seines richtigen Namens mit „Sehr Geehrter nachtwaechter“ angesprochen wird…

Wegen der Vertraulichkeit bitte ich Sie mir auf meine privaten Email Adresse mit folgenden Angaben zu antworten: Vollständiger Name, Adresse, Telefon- und Faxnummer.

…und deshalb – in aller Vertraulichkeit – darum gebeten wird, doch wenigstens mal seinen Namen und seine Adresse zu verraten. Und natürlich auch eine Telefon- und Faxnummer, über die dann wohl ein Großteil der Geschichte von guten Laiendarstellern aufgeführt wird. Und ohne die Hilfe dieses großen Unbekannten – der ich jetzt geworden bin – wird „alles verloren gehen“. Das ganze, schöne Geld wird sich in die Luft auflösen, die es jetzt schon ist. 😆

In Erwartung Ihrer Antwort, verbleibe ich,

mit freundlichen Gruessen,

JAMES ROBBINSON

Ich blogge darüber, das ist erstmal Antwort genug. Und nicht nur das, ich verhelfe Ihnen, werter Herr Robbinson, auch gern zu einem anderen Geschäftspartner. 😛 Der wird dann vielleicht – im Gegensatz zu mir – sogar über ein Bankkonto zur Aufnahme ihres so gefährden Geldes verfügen. 👿

Denn ich bin mir sehr sicher, dass sich Herr Robbinson ganz besonders über Mails an seine „private Email“ freuen wird, und ich fordere jeden meiner Leser dazu auf, Herr Robbinson doch mal ein bisschen zu schreiben. Das kostet nur ein paar Minuten vergnüglicher Lebenszeit, aber bitte schön höflich im Ton und interessiert in der Sache bleiben, damit sich „Herr Robbinson“ auch damit beschäftigen muss. Dabei kann auch gern eine Anschrift angegeben werden, etwa die vom nächsten Zoologischen Garten oder vom nächsten Friedhof. Von der Angabe eigener Daten würde ich aber unbedingt absehen, da mit diesen an sich recht lustigen Kriminellen keineswegs zu spaßen ist. ❗

Eine gute (und völlig kostenlose) Mailadresse zum Wegwerfen gibt es zum Beispiel beim Spamgourmet, den Griff nach einer solchen Adresse kann man gegenüber Herrn Robbinson jederzeit mit der „großen Vertraulichkeit unserer Geschäftsbeziehung“ rechtfertigen. 😆 Besser ist natürlich eine Mailadresse, die man wirklich nur für diesen einen Zweck bei einem kostenlosen Mailprovider einrichtet und nach ein paar Tagen wieder kündigt.

Als angegebene Telefonnummer empfehle ich einen sehr teuren Telefondienst (nach Möglichkeit mit monströser Einwahlgebühr), eine Tonbandansage auf Tonga (oder ein sonstiges, absurd teures Ferngespräch, das aber keinen Menschen belastet) oder etwas ähnliches. Vielleicht auch einfach mal eine besonders fragwürdige Telefonnummer, die neulich mit einer anderen Spam reinkam (so habe ich das gemacht). So findet Herr Robbin’s Son gewiss einen Geschäftspartner, der sich auf dem gleichen Niveau bewegt. :mrgreen:

Denn: Je mehr diese plumpen und schamlosen Betrüger in für sie völlig nutzlosen Mails ertrinken, desto weniger Zeit haben sie für ihren Betrug. 😉

Hieroglyphen

Dienstag, 27. März 2007

Mal wieder so etwas alltägliches zum schier unerschöpflichen Thema „Zu doof zum Spammen„: Eine dieser Mails, die bei niemandem etwas bewirken können und nur noch lästiger Müll im Postfach sind. 🙁

nachtwaechter§AŠn!!!

Šn€[šSµ¹±z¹qžÜ€F,€µ€Ñµ¹§A±H­Ó¯ºžÜ§a!!!

·|»¡žÜ£xÆxÄM

Ihr unfähigen Schwachköpfe! Wenn ihr eure Scheiße in UTF-8 kodiert, denn solltet ihr das im Header auch angeben. Das ist nur eine einzige Zeile. Seid ihr nicht einmal dazu im Stande? Oder glaubt ihr wirklich, jemand macht sich die Mühe, eure Hieroglyphen zu dechiffrieren?

Und vielleicht solltet ihr ganz generell Leute nerven, die eurer Sprache mächtig sind. Oft erkennt man das an der TLD-Angabe in der Mailadresse; das einzeilige sed-Skript für die Filterung eurer Adressliste schreibt euch jeder achtjährige Nachwuchshäcker. Ihr seid nicht nur gierig und kriminell, ihr seid auch strunzdumm. 👿

KD 60952 Webshop Bestellung 26.03.2007

Dienstag, 27. März 2007

Ah, mal wieder etwas anderes als die nervtötende Spam-Dreieinigkeit Poker, Porno, Viagra in meinem Postfach. Gleich mal einen Blick reinwerfen…

Guten Tag,

Vielen Dank fur Ihre Bestellung!

Die von Ihnen bestellten Waren sind vollstandig am Lager und werden umgehend durch die Logistikabteilung an Sie versandt.

[… URL von mir entfernt]

Was für eine persönliche Anrede! Einfach nur „Guten Tag“. Und natürlich wird auch nicht weiter erwähnt, was ich nun wann bestellt haben soll. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich gar nichts bestellt habe. Woher sollen die auch solche Dinge wie meinen Namen, für mich interessante Produkte oder auch nur eine Lieferanschrift kennen? So etwas steht nicht in den großen Adresslisten, die von den Spammern untereinander gehandelt werden, da stehen nur Mailadressen drin. 🙁

Weniger wache Zeitgenossen werden bestimmt gleich wie dressierte Affen auf den Link klicken, den ich hier natürlich entfernt habe. Man möchte ja schließlich wissen, für was man demnächst ein bisschen argen Ärger hat.

Genau das habe ich auch (etwas vorsichtiger mit einem gut gesicherten Browser) getan, aber leider war die dort angebotene Website nicht besonders informativ, wenn man etwas lesen will. Hätte ich es mit einem der verbreiteten Browser in der Standardkonfiguration getan, hätte ich mir wahrscheinlich eine wenig appetitliche Schadsoftware eingefangen – aber zu einer umfassenden Analyse dieses aktuellen Wahnsinns bin ich gerade nicht aufgelegt.

Um eine schnellstmogliche Bearbeitung Ihre Ruckfragen gewahrleisten zu konnen, bitten wir Sie bei Ruckfragen immer Ihre Kundennummer 60952 und Belegnummer [3816712] anzugeben.

Ach, wie hübsch! So etwas wie einen Namen habe ich zwar nicht, aber immerhin schon eine Kunden- und eine Belegnummer.

Vielen Dank

Mit freundlichem Grub

Eberhard Schmidt

TMS Logistik GmbH

Der unfreiwillig geistreiche Vertipper „mit freundlichem Grub“ lässt psychologisch tief blicken. Offen bliebt allerdings, was ich hier begraben kann. :mrgreen:

Wichtige Anmerkung: Ich habe nicht recherchiert, ob es nicht vielleicht wirklich eine Firma „TMS Logistik GmbH“ gibt, deren Name hier von fragwürdigen Zeitgenossen für einen groß angelegten Angriff mit krimineller Spam missbraucht und in den Dreck gezogen wurde. Wenn das der Fall ist, kann ich die Mitarbeiter in dieser Firma nur bedauern, weil diese Mail sicherlich millionenfach mit geringen Abwandlungen auf den deutschen Sprachraum losgelassen wurde. Leider wird eine Strafanzeige gegen diese Verbrecher wenig fruchten.

Auf jeden Fall haben es die Spammer verstanden, eine vollständige Anschrift, eine Website und Telefonnummern der Firma anzugeben. Auch der Firmenname wirkt sehr plausibel – die Spammer lernen inzwischen, wie man seinen Betrug machen muss. Die Handelsregister-Nummer haben sie allerdings „vergessen“. Und die in der Spam angegebene Website führt im Moment nur auf eine Fehlermeldung des Webservers (klicken zum Vergrößern):

Die Fehlermeldung beim Aufruf der angegebenen Website von TMS-Logistik

Das kann darauf hindeuten, dass diese Sache für den Hosting-Provider etwas zu heikel wurde. Leider ist die Gefahr durch diesen Angriff noch lange nicht abgewendet, da gewiss in den nächsten Tagen die gleiche Masche noch einige weitere Male auf das deutschsprachige Internet losgelassen wird.

Sehr „gelungen“ und stilsicher ist übrigens auch die in der Mail enthaltene Werbung, welche Vorteile ich als „Kunde“ der Firma „TMS-Logistik“ habe.

Auf den Punkt gebracht – Ihre Vorteile als TMS Logistik Kunde

  • 14 Tage Ruckgaberecht fur originalverpackte Neuware
  • Beratung durch unsere Fachverkaufer
  • Transparente Preisgestaltung und Verfugbarkeitsanzeige
  • Rundumschutz durch optionales Servicepaket
  • Kostenfreie Parkplatze
  • Bequeme Zusendung durch uns oder DHL moglich
  • Kostenfreier 80-seitiger Gesamtkatalog – auch per Post nach Hause

Am schönsten daran finde ich im Zusammenhang dieser Spam die „kostenfreien Parkplätze“. 😆

1&1 Internet AG – Ihre Rechnung

Freitag, 23. März 2007

Das ist ja sonderbar, dass mir 1&1 eine Rechnung schickt. Seit ich mit denen vor ein paar Jahren im völligen Unfrieden auseinander gegangen bin, erwarte ich von deren Seite gar nichts mehr. Mal lesen:

Sehr geehrter 1und1 Kunde,

im Rahmen der Mehrwertsteuererhöhung sind wir gesetzlich verpflichtet, alle Rechnungen anzupassen, die im Jahr 2006 erstellt wurden und deren Abrechnungszeiträume in das Jahr 2007 hineinreichen.

Sie erhalten daher in dieser E-Mail eine Anlage:

Aber klar! Ich erhalte ich in dieser Mail eine Anlage. Alles andere hätte mich auch erschüttert in meinem Glauben an eine dumme, kriminelle Spam mit angehängter Schadsoftware. Und wenn ich diese Anlage öffne, bin ich mir sicher, dass Ströme gütiger und barmherziger Bytes meinen Rechner übernehmen werden und ihn zu einem Rechner anderer Leute machen werden. Der wird denn ganz bestimmt für andere Leute Spam versenden oder ähnlich leidige Dinge tun.

Damit aber auch der letzte noch wie ein dressierter Hund auf den Anhang klickt, muss noch etwas Schockierendes in der Mail stehen. Zum Beispiel ein surreal hoher Rechnungsbetrag.

Wir verrechnen diese beiden Belege miteinander. Aus Gutschrift und aktualisierter Rechnung ergibt sich somit für Sie ein Differenzbetrag von:

- 211,22 EUR

Klar, dass kommt bei einer reinen MwSt-Anpassung raus. Um wieviele Prozentpunkte wurde die Märchensteuer noch einmal erhöht? Ah, um 3 Prozentpunkte. Und diese drei Prozentpunkte sind also nach nicht ganz drei Monaten zu 211 Euros angeschwollen. Das heißt also, wenn man es mal eben flüchtig im Kopfe überschlägt, dass der monatliche Rechnungsbetrag sich auf deutlich über 2000 Euro beläuft. Die Kunden mit diesen Verträgen möchte ich wirklich mal sehen. Eine Standleitung nach Hause und ein eignerer Server ist billiger. :mrgreen:

Aber es kommt noch feiner. Der dreiste Versuch wird noch gekrönt durch einen Sicherheitshinweis.

Unbekannte haben Millionen von E-Mails versendet, die sich als Rechnungen der 1&1 Internet AG tarnen. Diese E-Mails versuchen den Rechner des Empfängers mit einem Virus zu infizieren.

Ausschließlich solchen E-mails wie dieser können Sie vertrauen. Öffnen Sie keinesfalls in gefälschten E-Mails angehängten Dateien!

Klar doch, eine solche Mail mit absurden Zahlen ist das einzige, dem man trauen soll.

Sie erkennen die Echtheit Ihrer 1&1 E-Mail-Rechnung an folgenden Merkmalen:

- Sie erhalten echte Rechnungen immer als ZIP Dateien
- Sie finden immer diesen Sicherheitshinweis darin

Also, merkt es euch! Diese Mails sind nur echt, wenn sie eine Warnung vor anderen Mails enthalten. Und sie sind nur echt mit angehängtem Schadcode.

Übrigens hat der freie Mailclient Thunderbird diese Mail korrekt als einen Phishing-Versuch erkannt und entsprechend markiert. Der Anhang wird hier gar nicht erst zum Öffnen angeboten. Wer sich noch mit einem anderen Mailclient herumschlägt, sollte vielleicht mal über einen Wechsel nachdenken.

Aber davon einmal abgesehen: Diese ganze (hier nicht vollständig zitierte) Mail ist stilsicher geschrieben und kommt im fehlerfreien Deutsch daher. Die Phisher und Spammer lernen, wie man richtig betrügt. Wahrscheinlich werden sie wieder einigen Erfolg damit haben – sie haben ja auch schon Konten abgeräumt, ohne auch nur richtig Deutsch zu können.

Überflüssig zu erwähnen, dass die 1&1 Internet AG mit solchen Machenschaften wahrscheinlich nichts zu tun hat. So viel schlechtes ich über diese Jungs auch sagen könnte, kriminelle Trojanerschleudern sind sie nicht.

Dieser kriminelle Versuch ist übrigens auch eine Meldung auf heise online geworden.

extrem reinige Oxide

Mittwoch, 21. März 2007

Es gibt ja immer wieder einmal eine Spam, bei der man sich fragt, wer dieses Angebot haben will. Nein, nicht Prozac und Viagra, sondern zum Beispiel so etwas wie das hier:

Das Herstellerwerk, das schon seit 15 Jahren auf dem chemischen Markt exestiert, bietet seinen Kunden folgende Erzeugnisse an:

- Titandioxid (Titanium dioxide) 99.999 5N […]

Genau die richtige Mail für jemanden, der morgens aufsteht und seinen Eimer Titandioxid zum Kaffee vermisst. Das scheint eine recht elitäre Zielgruppe zu sein, deshalb wird die Güte des gelieferten Stoffs auch in großer Ausführlichkeit in einer Tabelle angepriesen. Ausserdem erfährt man, dass es sich um ein weißes Pulver handelt.

Und damit der Empfänger auch weiß, dass die Zahlen nicht einfach ausgedacht sind:

Alle Erzeugnisse verfügen über Sertifikate den führenden Labors, Sertifikate des SGS Labor.

Das ist doch wirklich beruhigend. 😕

Aber offenbar sind sich die Spammer durch darüber im Klaren, dass nicht jeder sofort weiß, was er mit Titandioxid nun anfangen soll. Deshalb fügen sie noch ein paar Worte zu möglichen Einsatzbereichen an:

  • Faseroptikproduktion
  • Feinoptik und optische Geraetr
  • Elektronik (Plasmatafelproduktion)
  • Sonderchemi

Und auch die Lieferung von Titandioxid und anderen im Alltag eher ungewöhnlichen Substanzen scheint völlig gesichert zu sein:

Mögliche Lieferumfaenge pro Monat betragen von 350 bis 400 kg.
- extrem reinige und nanodispers Tantal-,Zirkonium- (hafniumfrei, Hafniumgehalt beträgt bis zu 0,05%), Magnesium-, Niob- und Hafniumoxide.
- Titantrihlorid TiCl3 (15% Lösung in Salzsäure).
- Hladon- Isobutan R 600 a (ozongefahrlos)

Da bestellt man doch gern schnell einen Zentner. Aber wer jetzt immer noch Fragen hat, kann sich an diesen Versandhandel ohne angegebene Website wenden, der es für nötig hält, mit krimineller Spam zu werben:

Nach Ihrer Anfrage schicken wir Ihnen gerne Sertifikate, Preisliste, Lieferumfaenge, sowie die Muster von unseren Erzeugnissen für Versuchzwecke.
Wir produzieren mehr als 40 Arten von Erzeugnissen, verfügen über ausgezeichnete wissenschaftliche Basis für Entwicklung von neuen Erzeugnissen und Technologien.

Heute bieten wir unseren Kunden einwandfreie technische Möglichkeit an, auf Grund von Ihren Anfrage neue Erzeugnisse zu entwickeln und Produktionsvolumen zu vergrößern.
Mehrere Informationen könnten Sie auf unsere Internet Seite gucken( die Adresse bekommen sie nach Ihre Anfrage).

Die einzigen Kontaktmöglichkeiten sind eine Mailadresse bei Hotmail und ein paar Telefonnummern mit russischer Vorwahl.

Wenigstens ist man sich darüber bewusst, dass nicht jeder Empfänger unter den paar Millionen Spam-Opfern etwas mit einem derart speziellen Angebot anfangen kann:

Bitte Entschuldigen Sie die Störung, wenn die in diesem Schreiben dargelegte Informationen für Sie kein Interesse erwecken haben.

Aber es war doch keine Störung, sondern eine höchst amüsante Lekture. Aber wenn mehr davon kommt, müsst ihr euch bald andere Telefonnummern suchen. 👿

Mit Disclaimer

Montag, 19. März 2007

Oh, das ist mal etwas neues. Eine Spam mit Disclaimer. Damit wirkt die von krimineller Spam beförderte Börsenmanipulation doch fast wieder legal. :mrgreen:

Disclaimer:
Offenlegung zur hier bestehenden Interessenkollision (Disclose): Der Verfasser bzw. der Auftraggeber nachfolgender Kundgabe und Kaufempfehlung hat selbst Short- oder Longpositionen nachfolgender empfohlener Aktie im Depot und spekuliert auf Gewinne, um wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Das bedeutet, dass der Empfehlende selbst Positionen des unten bezeichneten Wertpapiers eingegangen ist oder eingehen wird. Die folgende Empfehlung beruht auf reiner Charttechnik. Fragen Sie auch Ihren Anlageberater.

Das glaube ich dem Spammer aufs Wort. Einen Teil seiner „Charttechnik“ habe ich ja gerade im Postfach, und wenn nur ein paar hundert Deppen darauf anspringen, wird es gewiss sprudelnde Gewinne für den Verursacher dieses Ärgernisses geben.

Das Deutsch dieses Vertreters der „ANLAGE REPORTE Int“ wirkt zwar noch ein bisschen unbeholfen, aber es ist ja klar, was er sagen will.

Es ist ein regelrechtes Kursfeuerwerk zu erwarten. Die Chartanalyse ergab, dass mit Ausbruch vor einigen Wochen der wichtigste Grundstein aus charttechnischer Sicht gelegt wurde um in Zukunft mit dieser Aktie unglaubliche gigantische Kursgewinne zu erzielen.

Mit Ausbruch ist hier wohl das „Ausbrechen“ mehrerer Millionen Spams aus seinem Rechner gemeint.

Hochachtungsvoll

Sie mich auch! 👿

Was wollt ihr?

Sonntag, 18. März 2007

Diese Mail mit dem sehr aussagekräftigen Betreff „zu arbeiten in der“ (nicht von mir verkürzt) lässt doch einige Fragen offen:

Hallo, wie geht es Ihnen !
Australian?
Bitte schicken Sie Ihre E-Mail an […Die Mailadresse wurde von mir entfernt]
Bitte nicht vergessen folgendes mitzuschicken: wichtige Information von Ihnen: 1. Ihr Name: 2. Ihr Land:

WBR,
Alice.

Nicht nur, dass der unbekannte Absender dieser Mitteilung freundlicherweise einräumt, weder meinen Namen noch das Land zu kennen, in dem ich gerade mein Dasein friste. Er verzichtet auch völlig auf jede Mitteilung, was er außer meinem Namen von mir will. Außer vielleicht „zu arbeiten in der“, wo ich doch schon in der Spam-Hölle lebe – ein Fakt, der auch darin ein bisschen sichtbar wird, dass diese Mail nicht einmal an meine unter Spammern wohl bekannte Mailadresse geht.