Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Software auf Schutzgebühr

Samstag, 29. Dezember 2007

Oh, mir hat schon lange kein krimineller Spammer mehr teure Raubkopien in deutschen Müllmails angeboten. Aber so richtig „deutsch“ ist das nun auch wieder nicht, wie sich schon im Betreff offenbart:

Betreff: Industry Standard Software auf Schutzgebühr

Also Spammer, nur um es dir mal in aller Ruhe zu erklären, weil du offenbar zu doof bist, es selbst nachzulesen und es dir auch offenbar scheißegal ist, wenn du die Welt mit deinem internet-technischen Halbwissen belästigst. Wenn du eine HTML-Mail versendest, denn gilt das für den Nachrichtenkörper, denn nur dafür machst du die MIME-Angabe „Content-type: text/html“. Das hat keine Auswirkung auf den Betreff, der wird gemäß des angegebenen Zeichensatzes dargestellt. Die Angabe einer HTML-Entity im Betreff hättest du dir wirklich sparen können. Dafür hättest du in deinem Nachrichtentext ruhig Umlaute verwenden können, aber das hast du nicht hingekriegt, du depperter Verbrecher, du!

Aber warum sollte man seine gierkrankten, hingepfuschten Spam-Skripten testen, bevor man sie anwendet? Ein gewisser Mangel an Sorgfalt ist ja schließlich auch Industriestandard, nicht wahr? Guck mal, jetzt kannst du hier so lesen, was „industry standard“ auf Deutsch heißt. Du solltest sowieso mal jemanden fragen, der Deutsch kann, wenn du Deppen in Deutschland bescheißen willst – es ist keine gute Idee, eine „Übersetzung“ mit Google oder Altavistas Babelfish anzufertigen:

Sie bekommen Software momentan. Nur bezahlen und auslasten. Die Programmen sind auf allen europaischen Sprachen uberlassen und fur Windows und Macintosh vorherbestimmt. Alle hier prasentierten Produkte der Software sind billig, aber nur original und vollig.

Sie bekommen Spam momentan. Nur bezahlen und nochmal bezahlen, wenn erwischt. Die Kopieraub sind auf allen europaischen Radebrechen uberlassen und fur Infektion von Systemen vorherbestimmt. Alle hier prasentierten Infektionen der Software sind billig, aber auf Filesharing genau so billig und legal.

Die Aufstellung des Programms ist jetzt kein Problem fur Ihnen. Die professionelle Konsultation des Anwenderdienstes hilft dabei. Garantiert sind die schnelle Antwort und die Moglichkeit der Ruckzahlung.

Die Aufstellung des Trojaners ist jetzt kein Problem fur uns. Unsere Anwender von professionelle Spam-Mafiosi ubernommen, dank nochmal fur ihre Hilfe. Garantiert sind die schnelle Ausweitung von Botnetz und die Moglichkeit, mehr Spam uber Welt zu senden.

Kaufen die vollkommen funktionierende Software
http://geocities.com/collins.dirk/

Zahlen fur neuestes Kollektion von Virusses und Trojaner, Depp. Einfach nur klicken, schon installiert erste Teil automatisch ohne Zahlung. Vielen Dank!

Nicht einmal für eine eigene Domain hat es bei diesen Verbrechern gereicht, lieber nehmen sie eine kostenlose Homepage bei GeoCities. Denn mit einer eigenen Domain könnten die viel zu schnell ermittelt werden.

Mit Eimern sch(r)öpfen

Freitag, 28. Dezember 2007

Nein, der Text der Mail ist nicht besonders interessant. Es ist die übliche Zockmal-Spam des Royal Super Jackpot Duper Euro Vegas Cash VIP Kasino Casino, das zwei Mal am Tag seine Server und seine „Firmierung“ wechselt (im Moment nennen diese Gauner sich „Vegas VIP“), damit auch wirklich jeder verliere, wenn er denen sein Geld gibt:

Brauchen Sie noch einen Grund um zu Vegas VIP Casino zu kommen? Wie ware es mit 555 Grunden?!

Werden Sie Mitglied beim fuhrenden Gaming-Club und Sie erhalten einen Willkommensbonus in Hohe von 555 _.

Es ist übrigens auch nicht wirklich neu, dass diese kriminellen Spammer mal wieder Probleme mit ihren Zeichensätzen haben und mir deshalb 555 Unterstriche als „555 Grunde“ verkaufen wollen. Ich habe übrigens jeden Tag gut 300 neue Gründe in meinem virtuellen Postfach, jeden Spammer einfach zu erschießen. Von den Blogkommentaren gar nicht erst zu reden…

Diese technischen Probleme hängen wohl damit zusammen, dass dieses Abzocker-Casino im Moment etwas Neues ausprobiert. Die Spam-Mail ist in HTML formatiert, so dass der genervte Empfänger dieses täglichen Mülls nicht mehr auf den ersten Blick sieht, dass da jeden Tag unter den immer gleichen Texten eine andere URL druntersteht. Sonst glaubt noch jemand, er würde von diesen Betrügern betrogen, und das ist ja schlecht für das Betrugsgeschäft. :mrgreen:

Dieses Mal ist die Domain eine „citycasinosite“, man hat eben Domain-Verschleiß. Wie man Entitäten in HTML kodiert, haben die Verbrecher offenbar noch nicht gelernt. Sie sollten vielleicht einmal jemanden fragen, der sich damit auskennt, bevor sie ihre Strokeleien auf die Postfächer loslassen.

Nein, das ist dennoch alles nichts Besonderes. Aber was an dieser Mail erheitert, das ist der (gefälschte) Name des (gefälschten) Absenders. Er hat nämlich einen sehr aufschlussreichen Namen bekommen, und der lautet ausgerechnet:

Centralpoint Schoepfeimers

Wie passend! 😀

Nie wieder verlieren

Montag, 24. Dezember 2007

Passend zum 24. Dezember ein Geschenk aus der Hölle der Casino-Spam. Und zwar eines mit ganz großen Versprechungen…

Never lose again!

Offen bleibt bei solchen Anpreisungen allerdings die Frage, wie eine Internet-Zockstube Gewinn erwirtschaften will, wenn die Spieler „niemals mehr verlieren“. Aber angesichts der Tatsache, dass man hier Software von der Site eines kriminellen Spammers runterladen soll, hat man wahrscheinlich schon beim Klick verloren.

Viagra for free

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Nein, so etwas schreibt natürlich kein Spammer in seine Müllpost. Da müssen noch ein paar Leer- und Sonderzeichen rein, damit die völlig unerwünschte Betrugs-Mail auch eine Chance hat, durch die Spamfilter zu kommen. Das sieht dann so aus:

_V I A G R A_ for _F R E E_
http://meds37.com

European Pharmacy, ich schmeiße mich weg!Jaja, ist schon klar, ihr habt etwas zu verschenken. Warum solltet ihr das Zeug auch für teures Geld verkaufen, wenn es geschenkt viel besser weggeht? Wer wirklich so doof ist und auf eine derart dumme Masche reinfällt, kriegt von euch jetzt auch eine ganz tolle neue Website, wenn er wie ein Idiot auf den Link geklickt hat. Die Grafik mit der „Firmierung“ habt ihr jetzt ja ausgetauscht, da steht jetzt „European Pharmacy“, das soll wohl seriöser klingen als der spamverbrannte alte Name. Leider habt ihr vergessen, den Text im Titel auszutauschen, da steht immer noch „Canadian Pharmacy“. Und bei den Grafiken habt ihr auch ganz schön geschlampt, denn das Icon, dass ihr eurer betrügerischen Website zugeordnet habt, ist immer noch eine kanadische Flagge. Die passt gar nicht so gut nach Europa. Was daran liegt, dass Kanada Amerika ist. Ganz schön doof. Aber wer so doof ist, auf euch reinzufallen, der ist wahrscheinlich auch so merkbefreit, dass er so etwas eben nicht mehr bemerkt. Der glaubt dann wohl auch, dass er mit jeder Bestellung vier kostenlose kleine blaue Tabletten dazu kriegt – das meint ihr nämlich mit dem „for free“ in der Mail. Und er bemerkt nicht, dass ihr fast so oft eure Domain wechselt wie dieses ominöse Casino, bei dem sich das Geld der Gläubigen wohl auch im Wohlgefallen der Betrüger auflöst.

Und wer so gläubig ist, der wundert sich auch nicht mehr über den restlichen Text in der Mail…

hertzog kette goofier restrives li crocked abuilding yriadfold ratiocinant resinated unmistaken glirine disprobabilization phosphorous proteinuria ateeners trauchled nullity physiolatrous ozostomia ntunefully reclama

…da er schon nach den ersten zwei Zeilen nur noch daran denken kann, dass er demnächst einen dauersteifen Hammer für lau hat. So doof muss man eben sein, wenn man auf euch reinfällt. Und glaubt. Dass kostenloses Viagra nur weggeht, wenn es mit millionenfacher, asozialer und illegaler Spam beworben wird.

Great prize from Las Vegas

Samstag, 15. Dezember 2007

Anders, als dieser Betreff vermuten lässt, war diese Müllmail mit gefälschtem Absender in deutscher Sprache – eine „Begrundung“ für den englischen Text in der Betreffzeile lässt sich nirgends finden:

Brauchen Sie noch einen Grund um zu Vegas VIP Casino zu kommen? Wie ware es mit 555 Grunden?!

Werden Sie Mitglied beim fuhrenden Gaming-Club und Sie erhalten einen Willkommensbonus in Hohe von 555 _.

Wie, 555 Unterstriche sollen für mich ein Grund sein, zu einem „fuhrenden“ Club zu kommen, den ohne Spam gewiss niemand kennen würde? So einen Schwachsinn kann nur ein Spammer schreiben.

Vor allem ist das mit den Unterstrichen gar nicht so einfach. Man muss dafür einzahlen und bekommt denn dafür die begehrten Sonderzeichen, wenn man sie noch nicht auf der Tastatur finden kann:

1. Einzahlung – 200% Bonus von bis zu 200 _
2. Einzahlung – 100% Bonus von bis zu 100 _
3. Einzahlung – 155% Bonus von bis zu 155 _
4. Einzahlung – 100% Bonus von bis zu 100 _

Schon klar, Spammer. Und wie „sicher und vertrauenswurdig“ das doch alles ist, was da mit illegaler Spam so beworben wird, dass es nicht einmal mit der Codierung des Zeichensatzes so richtig klappt:

Vegas VIP bietet Ihnen ein sicheres und vertrauenswurdiges Umfeld, wo Sie es genie?en konnen, Ihre liebsten Karten- und Spielautomaten-Spiele zu spielen, und uberall gibt es eine Menge zu gewinnen.

Ob solche technisch unbeleckten Spammer wohl wenigstens die anderen technischen Aspekte – zum Beispiel für den Betrieb einer Internet-Zockstube – richtig im Griff haben? :mrgreen: Aber das brauchen die ja gar nicht, die ziehen ja wieder auf die nächste Domain um, nachdem genug abgezockt wurde. (Zwei Domains werden dafür jeden Tag verschlissen, und das schon seit Monaten.)

Vegas VIP bringt Ihnen das Beste von Vegas, egal, wo Sie sind..

Denn das spamberüchtigte, betrügerische und hoch nervende Super Euro VIP Duper Jackpot Vegas Royal Kasino Magic Casino nimmt Ihnen das Beste aus der Tasche, egal auf welcher Domain es sich gerade aufhält und egal, wie es gerade zu firmieren vorgibt.

Spam-Splitter (1)

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Da holt man mal für ein paar Tage keine Mail ab, weil man etwas viel Wichtigeres zu tun hat, und schon sammelt sich der Wahnsinn kübelweise im virtuellen Postfach. Hier meine Spam-Splitter, frisches Gammelfleisch aus der Spam-Hölle.

„Wir wissen, was Frauen wollern“ – so steht es in der Betreffzeile einer Müllmail, die „Viiiaaaggra“ und „Ciiiaaaaaallis“ verkaufen will. Abgesehen vom zusätzlichen „r“ im Betreff hatten die Spammer dieses Mal die überaus „geistreiche“ Idee, nun nicht mehr nur die „i“ und „a“ zu vervielfachen, sondern weitere zusätzliche Buchstaben in die Produktnamen zu setzen, damit die Nullinfo durch den Spamfilter komme. So schreiben sie „Viagra“ jetzt mit doppeltem „g“ und „Cialis“ mit doppeltem „l“, natürlich ohne Erfolg. Hätte ich nicht im schleimigen Sieb des Spamfilters nachgeschaut, so wäre meinem „Lebem“ (diesen Fehler hat der Text seit über sechs Monaten) die Spam völlig erspart geblieben. Gebt es einfach auf und geht sterben, Spammer! Ich würde euren Müll und eure windigen Betrugsversuche gewiss nicht vermissen.

„Medications that you need“ – mit so einem Betreff ist natürlich das gemeint, was ich garantiert nicht brauche, nämlich Cialis. Das soll ich ohne jede Verschreibung und ganz „direkt“ bekommen, wenn ich auf einen Link klicke, der mich zu einer kostenlosen Website bei GeoCities führt. Nicht nur, dass man mit gefälschtem Absender mailt, man hält es jetzt bei der Spam-Mafia wohl auch nicht mehr für nötig, eine eigene Domain zu betreiben, um wenigstens ein bisschen überzeugend zu wirken. Ein einziger Klick auf einem besonders gesicherten System (bitte niemals nachmachen, wenn man nicht weiß, auf welche Weise ein Computer besonders gesichert werden kann!) zeigte mir eine nachgemachte Fehlerseite. Diese enthielt in einem eingebetteten Frame einen Angriff gegen ältere Versionen des Internet Explorer, der gewiss eine aktuelle Kollektion von Trojanern auf den Rechner schaufelt. Man kann gar nicht genug davor warnen, auf ein Spam-Angebot einzugehen.

„300% Bonus für ihre erste Einzahlung“ – Auch das regelmäßigen Lesern dieses Blogs wohlbekannte Royal Super Duper Magic Vegas Jackpot VIP Casino Kasino mit den täglich zwei Mal gewechselten Domains sucht wieder mit Spam nach Opfern für den Betrug. Zum Brüllen: „Stellen Sie sich wahrheitsgetreue Grafiken, so wie in den alten Casinos, vor […]“ verbindet sich mit gefälschtem, gar nicht wahrheitsgetreuen Absender für die millionenfache Müllpost. Der Domainmangel bei diesen modernen Nomaden des Internet hält natürlich an, inzwischen verwendet man den Link http://www.kenettcasino.com/lang-de/. Die Masche ist aber die gleiche wie immer: Geld einzahlen, virtuelle Jetons bekommen, betrogen sein und das verschwundene „Casino“ vergeblich suchen. Hoffentlich sterben die Dummen bald aus!

„Bonus 555eu“ – Einmal eine etwas andere Casino-Spam. Diesmal geht der Link auf Google, und bringt über „Auf gut Glück“ direkt den ersten Treffer in den Browser. Das ganze Vorgehen ist so ausgeführt, dass die mit Spam beworbene URL gar nicht im Link erscheint. Wer sich so verbirgt, hat ganz gewiss auch etwas zu verbergen. Da die wenigsten Menschen misstrauisch gegenüber einem Link auf Google sind, ist diese neue Masche sehr gefährlich und wird bestimmt noch ihre Opfer finden. Dass ein mit hoher krimineller Energie ausgeführter Missbrauch einer Suchmaschine keine Empfehlung für ein Spielchen ist, sollte eigentlich auch dem Dümmsten noch einleuchten.

„Canadian Pharmacy“ – Offenbar ist diese Spamfirma inzwischen so „beliebt“, dass andere auf diesem Zug aufspringen. Denn jetzt geht der angebliche CP-Link auf eine kostenlose GeoCities-Homepage, die ebenso wie die anderen Missbräuche von GeoCities einen wenig erquicklichen Angriff auf den heimischen Computer durchführt. Das ist geradezu die Krone der Spamhölle. Ein krimineller Spammer tarnt sich als ein anderer krimineller Spammer. Langsam wird es realdadaistisch…

„MY OFFER“ – Auch die Vorschussbetrüger haben nicht geschlafen und sich neue Stories ausgedacht. „Naveed Jafar“ erzählt in stilsicherem und gekonnt frömmelnden Englisch, dass er langsam an unheilbarem Krebs verkrepelt, aber noch so versteckte 17 Millionen Dollars rumliegen hat, die er nicht mehr selbst bewegen kann. Natürlich hat so ein reicher Mann keine Bediensteten, denen er vertrauen kann, und deshalb sucht er mit millionenfacher Spam nach Leuten, die für ihn etwas Geld zu wohltätigen Organisationen transferieren. Denn irgendwelche anonymen Spam-Empfänger sind ja bekanntlich viel vertrauenswürdiger als jede Bank. Die Gläubigen dieser Betrugsmasche sollen 20 Prozent vom Geld abbekommen, wenn sie auf diesen Gierappell reinfallen. Klar, dass die vorher ordentlich in Vorleistung treten müssen, sehr zur Freude der Betrüger. Dass der Absender „sehr vertrauenswürdig“ ist, sieht man allein schon an seiner Bitte, die Mail über eine andere Adresse als die Absenderadresse zu beantworten. :mrgreen:

Die notigen Arzneimittel finden…

Samstag, 8. Dezember 2007

Ah, mal wieder etwas für den Pimmel, was da mit dem Betreff „Wie man das notige Arzneimittel finden kannvx“ in die Mailbox flattert! Allerdings scheint der Text zunächst etwas notdürftig:

w Du wirst hier deine Intimprobleme losen m

Wieso? Verkauft ihr eine willige Partnerin? Oder verlost ihr wenigstens eine? Schreibt ihr deshalb „losen“? Oder seid ihr wieder nur zu doof, das mit der Codierung des Zeichensatzes hinzukriegen?

i9 Magie fur die Manner h

Oder gibt es bei euch doch nur faulen Zauber? Man schickt euch Geld und das verschwindet im Nichts? Keine Pimmelpille, Geld weg? Ein ziemlich fades Kunststück…

y m er

Blah!

Mit lieben Gruessen,

Anthony Aidan

Manager Canadian Pharmacy
Christmas sale

Gruß zurück, du Arschloch!

Erst auf dem zweiten Blick merkt man, dass da noch ein Bild angehängt ist, das überhaupt nicht in die Nachricht eingebettet wurde. Genau das Richtige für besonders merkbefreite Deppen, die auch noch ein Attachment einer Spam-Mail öffnen. Und das Bild enthält eine weitere Nachricht nebst einer ganz tollen, kranken Schwester

Guten Tag! Wir schlagen Ihnen vor, das online Geschäft der marktbeherrschenden Pharmazeutikgesellschaft zu besuchen. Sie werden hier alles, von den Potenzmitteln bis Kopfschmerztabletten finden. Wenn sie die Medikamenten direkt beim Hersteller bestellen, sparen Sie bis 70%! Sie haben auch die folgenden Vorteile: bequemer Service, internationale Lieferung, ganze Vertraulichkeit, keine Arztbesuche, Zeitsparung

Was nun der Name dieser „marktbeherrschenden Gesellschaft“ sein soll, verschweigt dieser dumpfe Spamarsch lieber. Und dabei will er „Hersteller“ sein! Ihm ist wohl keine gute Firmierung in die Phantasie geflutscht. Als wenn er keine Pillen hätte, die ihm die Phantasiebetätigung erleichtern. Oder hat er eine ganze Vorstellungkraft beim Tippen des blöden Textes darin erschöpft, die nuttige Krankenschwester geistig auszuziehen?

Oder hat er vielleicht schnell den Text runtergetippt? „Zeitsparung“ soll ja schließlich wichtig sein… :mrgreen:

my-adventskalender.de: Abzocke!

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Offenbar dient das mit illegaler und asozialer Spam beworbene Angebot von my-adventskalender.de (bewusst nicht verlinkt) nur dazu, Menschen ganz unweihnachtlich mit unerwarteten Kosten zu überrumpeln, um ihnen eine saftig veranlagte Teilnahmegebühr von 59 Euro aus den Taschen ziehen zu können. Natürlich ist der hinweisende Text auch etwas kontrastarm gehalten, damit man ihn bei der Anmeldung auch leicht übersehen kann, vor allem, wenn man ganz heiß auf die angepriesenen Gewinne geworden ist. Näheres lässt sich bei Perspektive 2010 nachlesen.

Dies ist einmal mehr ein Beispiel dafür, dass jedes über Spam beworbene Angebot gefährlich ist – allein schon deshalb, weil die Werbeform der Spam illegal ist. Wer dennoch darauf hereinfällt, wird eben schon einmal abgezockt. Es gibt keine „gute“ Spam.

Den Menschen, die von den etwas überraschenden Vereinbarungen überrumpelt wurden, kann ich nur empfehlen, sich an jemanden zu wenden, der sich mit Verbraucherschutz ein wenig besser auskennt. Ich kann das als Nicht-Jurist natürlich nicht beurteilen, aber es ist gut möglich, dass ein so geschlossener Vertrag nicht gültig ist. Das allein aber wird aber die Veranstalter dieses teuren Spieles nicht davon abhalten, Rechnungen zu schreiben und mithilfe eines Inkasso-Unternehmens weitere Kosten zu verursachen, wenn diese Rechnungen nicht bezahlt werden. Denn die Absicht dieser Leute ist es, Gewinn zu machen – und nicht etwa, ein heiteres, harmloses Spielchen für die Adventszeit zu präsentieren. Deshalb ist es im Einzelfall erforderlich, eine fachkundige Beratung einzuholen, um sich gegen unerwartete Kosten zur Wehr zu setzen.

Das gilt natürlich nicht, wenn jemand wirklich der Meinung ist, dass ihm die Teilnahme an einem solchen Gewinnspiel 59 Euro wert ist… :mrgreen:

Nachtrag: Es gibt noch ein bisschen mehr zu diesen Abzockern im Netz zu lesen:

  • Alter Falter meint, dass eine Möglichkeit fehlt, dem Betreiber solcher Seiten mit einem einfachen Klick entweder ins Gefängnis zu bringen oder ihm doch wenigstens etwas negatives soziales Feedback in Form einer Faust im Maul zu geben.
  • Bei Anti-Abzocke.net hält man diese Form für „eine besonders üble Adventsüberraschung“.
  • Bei OnlineAbzocke.de stellt man fest, dass bei der Abzocke nicht nur mit der Zeit, sondern auch mit der Jahreszeit gegangen wird.
  • Im Board von Gulli.com gibt es erste Hilfe für Betroffene bei dieser und bei anderen Formen der Abzocke.

Diese Masche scheint noch relativ jung zu sein. Deshalb warnen sie bitte in ihrem Bekanntenkreis und in von ihnen verwendeten Foren und Blogs andere Menschen vor dieser unerwarteten Kostenfalle, die viele Menschen auf dem ersten Blick für ein durchaus ansprechendes Angebot zur Weihnachtszeit halten könnten.