Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Neue Nachricht

Freitag, 7. März 2008

Also, Spammer, mit so einem Betreff willst du Erfolg haben. Das sieht ungefähr so aus wie der Müll in den Verzeichnissen gewisser Windows-Anwender, in denen man immer wieder Verzeichnisse mit dem Namen „Neuer Ordner“ findet. Na ja, vielleicht hast du ja „inhaltlich“ etwas zu bieten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Eine schöne, formelle, höflich heuchelnde Anrede, die wohl die Unhöflichkeit der Spam-Werbung vergessen machen soll. Das zeigt Stil, und was für einen! Das weiß man doch gleich, wie viel „Ehre“ hier wirklich verteilt wird – natürlich von einem asozialen Spamarsch, der seine Millionen Empfänger nicht namentlich ansprechen kann.

Firma Global Contact bietet Ihnen personalisierte Adresskataloge deutscher Firmen sowie Unternehmen an.

Na, so was von „global“ aber auch! Und wie schön hier zwischen Firmen und Unternehmen unterschieden wird. Das müssen echt ganz spezielle Kataloge sein, die diese globalisierten Kontakter da zu verticken vorgeben. Nur die Daten scheinen nicht ganz so gut zu sein, meine Mailadresse ist die Adresse eines obdachlosen Bettlers, der übrigens heute noch keinen Bissen gegessen hat – ein deutliches Indiz für die hohe Qualität und Treffsicherheit dieser Daten…

Mit Hilfe unserer Datenbanken (opt-in) sowie Programmen Ihre Werbekampagne wird, mit Verwendung des unseren Inhaltswechsel-Systems, zielgenau gerichtet und niemals als SPAM betrachtet.

…mit deren Hilfe asoziale Werbung angeblich niemals als Spam empfunden wird.  :mrgreen:

Was die wohl mit „des unseren Inhaltswechsel-Systems“ meinen? Ob das so ein kleines Skript ist, das aus Textbausteinen unerwünschte Müllpost zusammensetzt?

Adresskataloge beinhalten folgende Angaben: Name der Firma, E-mail-Firmenadresse, Postanschrift der Firma (inkl. PLZ), Namen der Kontaktpersonen, Tel./Fax-Nr. Ihre Kampagne koennen Sie per E-mail-Post bzw. mittels Fax vornehmen.

Au ja, vor allem Fax-Spam ist immer wieder sehr beliebt. Vor allem dort, wo das Fax aus verschiedenen Gründen noch auf „richtiges Papier“ gedruckt wird, freut sich jeder über diese kleine Abwechslung von der geschäftlichen Monotonie.

Wir laden auf unsere Webseiten ein:

http://www.gc-adressen.net

Ihr Global Contact-Team

Och, nö…

Alte Masche, neuer Text

Sonntag, 2. März 2008

Jetzt haben unsere Müllmänner mit ihren aufdringlichen Viiaaaagra- und Ciiaaaalis-Spams endlich alle Texte ausgetauscht gekriegt, um wieder durch die Spamfilter zu kommen. Natürlich sind die Texte das einzige, was sich hier verändert hat. Nach wie vor handelt es sich um Leute, die öfter im Internet umziehen als ich pinkeln gehe. Von irgendeinem Versuch der Kundenbindung keine Spur, denen reicht es immer noch, dass ihre Opfer einmalig auf eine Spam hin ein paar hundert Euro rausrücken. Irgendwelche Pillen gibt es natürlich auch nicht dafür, nichtmal gefälschte, einfach nur nix. Es bleibt nur Lehrgeld, das man gezahlt hat.

Hoffentlich haben einige wenigstens dabei etwas gelernt. Denn werden sie dem neuen Text gegenüber gewiss etwas resistenter sein:

Online anonym bestellen – original Qualität – 100% wirksam

Online bei anonymen Verbrechern bestellen. Wenig originelle Masche. 100 Prozent der Opfer werden beschissen.

Fakten von unseren Kunden:

Der Rest ist ausgedachter Werbetext.

Sex ist befriedigender denn je. Stress und Leistungsdruck verschwinden. Sie ist nie wieder frustriert, ich habe keine Angst mehr zu versagen. Es ist ein wundervolles körperliches Erlebnis, dem ein genauso tiefes Gefühl folgt.

Mit den angepriesenen Pillen schwindet der Stress und die Versagensangst beim Orgas-Müssen. Dafür benötigt man in Zukunft Pillen zum Ficken.

Die Nebenwirkungen sind minimal: manchmal eine verstopfte Nase, kurzzeitig ein roter Kopf – kein Kopfschmerz, sondern das Gefühl, als würde man eine Flasche eiskalte Cola in einem Zug trinken.

Wen es nichts ausmacht, eiskalte Getränke in sich reinzustürzen, der könnte auch mit den Nebenwirkungen leben, wenn er von uns etwas für sein Geld kriegte.

Interessanterweise macht eine Vi. allein noch keinen Ständer. Man(n) muss wenigstens ein bisschen Lust auf Sex mit der Frau haben. Gegen eine Eiserne Jungfrau im Bett hilft auch die größte Dosis nichts. Wer aber das erste Kribbeln in den Lenden spürt, wird einen stahlharten Ständer haben, und das für wenigstens vier Stunden.

Keine Angst, dass du mit einem Dauerständer durch die Gegend rennst, wenn du dir wie ein Idiot ohne jeden Anlass jeden Tag drei Viagra gibst. Kannst du ja auch gar nicht, denn von uns kriegst du keine Viagra.

Eine volle 100-mg-Dosis macht den Schwanz zum Schwert. Wer es übertreibt, ist Schuld, wenn die Herzallerliebste am Ende einen Y-förmigen Sarg braucht. Für die meisten von uns sind 50 mg mehr als genug, wenn man das gute Stück zwischen den Höhepunkten auch mal hängen lassen will … zur Not hilft es da vielleicht, sich ein nacktes Großmütterchen vorzustellen.

Aber es reicht allemal, um eine Frau totzuficken. Wer würde das nicht wollen? Auch wenn die meisten unserer nicht vorhandenen Kunden das nicht wollen (deshalb erwähnen wir es ja) und sich zwischendurch eine alte, hässliche Frau vorstellen, bevor sie ein besonderes Sargmodell für ihr Fickding fertigen lassen. Unseren wirklichen Kunden vergeht allerdings schon die Lust, wenn sie feststellen müssen, dass wir sie abgezockt haben. Gut für uns, dass die meisten sich so schämen, dass sie nicht darüber reden mögen.

Wer noch Zeit und Lust für eine schnelle Nummer am nächsten Morgen hat, sollte dafür sorgen, dann noch genug Viagra im Blut zu haben – damit es noch für ein oder zwei „Stehaufmännchen“ reicht.

Und immer schön weiter Orgas-Müssen.

Das Beste an Vi. ist die Sicherheit, dass man „mit Autopilot fliegt“, dass man entspannt und ohne Sorgen zur Sache kommen kann, dass der Ständer auch hält, auch wenn man unterbrochen wird (die Kinder klopfen an die Schlafzimmertür, der Hund bellt, das Kondom sitzt schlecht). Wenn man Vi. bewusst anwendet, kann es auch der Partnerin gegenüber ein großes Geschenk sein. Nur ein Rat: Sagen Sie ihr nicht, dass Sie es verwenden, das weibliche Selbstwertgefühl ist genauso verletzlich wie das unsere.

Und sagen sie ihrer Partnerin am besten auch gar nicht, dass sie die fast zweihundert Euro aus der engen Kasse an Internet-Betrüger gegeben haben, um dafür Viagra zu kriegen. Denn bei uns kriegen sie mit Sicherheit gar nichts. Außer einen Grund, sich zu schämen.

Spezialangebot: Vi. 10 Tab. 100 mg + Ci. 10 Tab. x 20 mg 53,82 Euro

Die neuen Abkürzungen wurden ja schon ein bisschen länger eingeführt, sie haben auch gereicht, diese Mail ohne mein Zutun in den Mülleimer zu befördern.

[…]

Bestellen Sie jetzt und vergessen Sie Ihre Enttäuschungen, anhaltende Versagensängste und wiederholte peinliche Situationen

Denn wenn sie einsehen müssen, wie dumm und leichtgläubig sie waren, als sie diese plumpe Mail eines anonymen Spammers gelesen hatten, wie bescheuert sie waren, dass sie solchen Kriminellen Geld geben und wie sie sich zum Affen gemacht haben, als sie eine Woche lang auf das Päckchen gewartet haben, denn können sie vieles andere vergessen. Weil sie es gelernt haben, sich für intellektuelle Einschränkungen zu schämen. Solche Defizite sind viel schlimmer als ein Schwanz, der mal (und auch mal öfter) nicht mag.

Und als sie dann noch einmal auf die tolle Website dieser Verbrecher gehen wollten, um zu reklamieren, da haben sie festgestellt, dass es diese tolle Website gar nicht mehr gab. Dabei sah die so professionell aus. Das ist nämlich das Wichtigste am Betrug: Das seriöse Aussehen. Denn darauf soll das Opfer reinfallen. Und wenn sie ein paar Tage später die nächste Mail kriegen und da reinklicken, denn stellen sie fest, dass die Website einfach komplett woandershin im Internet umgezogen ist. Und dass sie das jeden Tag mehrere Male tut. Und sie müssen einsehen, dass ihr schönes Geld bei Verbrechern aus der Spam-Mafia gelandet ist…

Jetzt bestellen – und vier Pillen umsonst erhalten

…die genau wissen, wie man mit Speck Mäuse fängt. (Wissen sie jetzt ja vom eigenen Beispiel her.)

Wer aber wirklich unter einer gestörten Erektionsfähigkeit seines Gliedes leidet und nicht einfach nur eine Lifestyle-Droge für stundenlanges Durchficken sucht, der wird garantiert Hilfe beim Arzt seines Vertrauens finden. Man kann Viagra nämlich auch aus einer richtigen Apotheke kriegen. Ist zwar teuer, aber dafür gibt es überhaupt eine Ware. Das ist doch mal was anderes als das Nichts.

Und wer mit seinem Arzt nicht über solche Probleme sprechen kann, sollte eher den Arzt wechseln, als dass er Geschäfte mit der Spam-Mafia versucht.

So, jetzt aber wirklich genug zu diesem Thema.

(Das einzige, was mir von diesem „Produkt“ anschwillt, ist der Hals.)

Zahlensalat

Samstag, 1. März 2008

Natürlich gibt es auch schlechte Phishing-Versuche:

Dear CitiBusiness customer,

CitiBusiness new Scheduled Maintenance Program protects your data from unauthorized access. CitiBusiness Online Form is important addition to our scheduled maintenance program.

Please use the link below to access CitiBusiness Online Form:

CitiBusiness Online Form

Please do not reply to this auto-generated email. Follow instructions above.

Klar, dass man einer automatisch erzeugten Mail mit gefälschtem Absender besser nicht antworten sollte. Die „Citibank“, die es hier mal wieder nicht schafft, ihre Kunden mit Namen anzusprechen, „sie“ hat „ihre“ Server übrigens in Hongkong stehen und betreibt diese unter der doch etwas unerwarteten Domain losao.hk – ist das vielleicht das chinesische Wort für Betrüger?

Aber dieser hingestümperte Standardtext des versuchten Massenbetruges ist es ja gar nicht, was mich zum Bloggen über diese Spam reizt. Sondern es ist das, was auf diesen Standardtext folgt. Ich will den schmackhaften Salat aus kryptischen Angaben und sedezimal angegebenen Zahlen auch gern zum breiten Genuss in voller Länge wiedergeben:

4658: 0×4355, 0×9, 0×03858855, 0×8158, 0×92, 0×72351800, 0×57754503 V5Y, UP5, B5KT 0×467, 0×006, 0×99, 0×087, 0×0, 0×8590, 0×760, 0×9, 0×885, 0×86080986, 0×0, 0×5, 0×5080, 0×71849779 0199078393359163369847134953821053 V57C: 0×43591432, 0×817, 0×68958204 hex: 0×87, 0×39, 0×18, 0×11502228, 0×8565, 0×351, 0×2, 0×273 0×3399, 0×1536 B24: 0×0345 0×4207 revision: 0×5499, 0×52, 0×1

interface: 0×63, 0×435, 0×5 engine: 0×61, 0×07, 0×32, 0×3, 0×543, 0×65, 0×2251, 0×31, 0×8, 0×5755 0×7026 92O, start, U1M dec: 0×78134326, 0×60, 0×1, 0×911, 0×36289965, 0×3730, 0×5033 96374095 0×83422530, 0×8, 0×06400223 update 5V5A VFG source WO4 interface WWW revision close. rcs: 0×187, 0×3529, 0×2, 0×4505, 0×6346, 0×0358, 0×2, 0×87, 0×28168126, 0×64096243, 0×844, 0×09, 0×60, 0×49768559, 0×5 end: 0×95, 0×484, 0×53, 0×5173 engine: 0×8, 0×22, 0×226, 0×22004691, 0×3, 0×68, 0×93026189, 0×694, 0×30105398, 0×54, 0×3615

close: 0×80, 0×49761424 source: 0×95, 0×88, 0×4278, 0×1843, 0×03109387, 0×2333, 0×0, 0×98869339, 0×1130, 0×44839216, 0×5, 0×2, 0×04, 0×80077138, 0×6 0×8879, 0×0, 0×81271337, 0×406, 0×53, 0×0, 0×623, 0×4742, 0×4613, 0×15, 0×41, 0×1346, 0×55 0×6291, 0×2155, 0×6, 0×7442, 0×93, 0×04601259, 0×5839 IHK, IHRO, source. 0×13, 0×970, 0×65, 0×93, 0×6605, 0×6, 0×3, 0×10 0×50160842, 0×93, 0×102, 0×3, 0×90, 0×061, 0×0, 0×2, 0×80729173, 0×556, 0×5382, 0×9605, 0×3602, 0×17, 0×66514174 0×4, 0×35, 0×477, 0×9 XX94 update PK0 exe engine DUN revision cvs: 0×8, 0×16459695, 0×3978, 0×119, 0×5219, 0×530, 0×54760893, 0×281, 0×9, 0×3378, 0×03, 0×5881, 0×767 602539056462107252992

349646078 0×8, 0×78 common: 0×939, 0×7, 0×5, 0×05, 0×49, 0×008, 0×1071, 0×299, 0×56051064 BXH2: 0×9177, 0×700, 0×931, 0×3878, 0×1910

Wird daraus jemand schlau? Auf mich wirkt es, als hätte sich das Skript zur Erzeugung von Spamprosa an einer sehr ungünstigen Stelle automatisch zusammengestellter Texte festgebissen, um jetzt in niemals endendem Fluss Diagnosemeldungen von Druckern und anderen Peripheriegeräten, wirre Zahlenlisten und ähnliche Daten zu stetig neuer Sinnlosigkeit zu kombinieren. Wenn es Absicht wäre, würde ich es fast schon für Kunst halten.

Aber auch damit schafft es der Dreck nicht, durch den Spamfilter zu gelangen…

Eine gefährliche, neue Phishing-Masche

Freitag, 29. Februar 2008

Heute einmal eine ganz besondere Warnung vor einer neuen Phishing-Masche, die für deutsche Nutzer des Internet in die bevorstehende Zukunft weist. Es lohnt sich, diesen Text ganz zu lesen; und dies gilt vor allem, wenn man seine Kontoführung über das Internet erledigt.

1. Die Mail

Ich bin doch immer wieder überrascht, bei wie vielen „Banken“ ich als „Kunde“ geführt bin, obwohl mir keine Bank mehr ein vollwertiges Konto geben würde. Selbst jenseits des Atlantiks habe ich angeblich meine Konten, wenn ich dem Phisher glauben darf, der mich unter gefälschter Absenderadresse und mit dem Betreff „important reminder: digital certificate issued <message id: b0531731us>“ mit einer HTML-formatierten Mail anschrieb.

Dear Bank of America Direct User:

Klar, bei der angeblichen „Bank of America“ ist man zwar imstande, eine kryptisch anmutende „Message ID“ in den Betreff aufzunehmen, aber dafür gelingt es dort offenbar nicht, einen Kunden einfach bei seinem Namen anzusprechen. Auch für so eine Kleinigkeit wie eine Kontonummer oder eine Kundennummer hat es nicht hingereicht. Schließlich ist unpersönliches, technokratisches Auftreten der letzte Schrei im Kundendienst. :mrgreen:

Our records indicate that a new digital certificate has been issued to your Bank of America Direct user ID.

Und wo wir schon bei technokratisch sind… hier wird nicht etwa persönlich angesprochen, sondern mit der Aktenlage begründet. Vor allem, weil man mit diesen unpersönlichen Formulierungen am besten verbergen kann, dass man auf Seiten der Kriminellen gar nicht weiß, wie der Empfänger der Mail angesprochen werden sollte. Dass die Benutzer-ID, für die hier angeblich ein neues „digitales Zertifikat“ ausgegeben wurde, gar nicht näher benannt wird, fällt dabei dem dummen Gläubigen solchen Geschwafels wohl auch nicht weiter auf – sonst käme er noch auf die Idee, diese Nummer mit seinen Unterlagen zu vergleichen.

Digital certificates are computer-based records issued to individual user IDs that allow Bank of America Direct to validate your identity and protect your information from unauthorized access. In order to access Bank of America Direct, you must use a valid digital certificate.

So, jetzt erklären wir noch einmal kurz für Dumme, was es mit diesem angeblichen „digitalen Zertifikat“ auf sich hat. Schön irreführend natürlich, damit der Empfänger glaubt, er käme demnächst gar nicht mehr an sein Konto und damit auch nicht mehr an sein Geld ran. Außer natürlich, er installiert sich schnell dieses angebliche „digitale Zertifikat“ seiner „Bank“, die ja so „freundlich“ ist, ihn darauf hinzuweisen und auch gleich zu sagen, wie man das macht:

Installation Instructions
To install your newly-granted digital certificate, please access the Digital Certificate Pick-Up site at:

http://direct-certs.bankofamerica.com/ [… sehr lange URL von mir gekürzt]

Die in der Mail angegebene URL sieht ja auch noch koscher nach dem Server bankofamerica.com aus, so dass Mitmensch Empfänger gar nicht auf die Idee kommt, dass hier ein Problem liegen könnte. Mitmensch Empfänger weiß ja auch im Allgemeinen gar nicht, dass er eine HTML-formatierte Mail vorliegen hat, in der man zum Beispiel eine angegebene URL ganz einfach mit einem Link auf eine völlig andere URL ausstatten kann. Und der im Link angegebene voll qualifizierte Domainname sieht zwar hübsch ähnlich aus, damit Mitmensch Dummkopf es nicht gleich beim ersten Blick in die Adresszeile seines Browsers merkt, aber…

http://direct-certs.bankofamerica.com.losao8.es/ [… sehr lange URL von mir gekürzt]

…verweist doch in Wirklichkeit auf die Domain losao8.es, unter der es gewiss keinen Kundendienst eines großen, US-amerikanischen Bankhauses geben wird. Vielmehr wird es dort die Installation von Dingen geben, die kein Mensch auf seinem Computer haben will; und dies schon gar nicht, wenn er mit seinem Computer auch noch Online-Banking betreibt.

Auf eine Installation ist das zukünftige Opfer ja schon vorbereitet, da wird es sich gewiss freuen, dass alles so leicht und schnell geht und dass es wieder an sein Konto und sein Geld kommt. Da stört es ihm gewiss nicht…

Please have your Bank of America Direct login information readily available when completing this process.

…dass es den Verbrechern auch gleich noch die Zugangsdaten für sein Konto liefert. Und die Verbrecher freuen sich auch, denn dieser Phishzug wird sich wirklich lohnen.

So, jetzt zum Abschluss noch ein paar Zeilen für die verbesserte Glaubwürdigkeit des ganzen Unsinns in die Mail schreiben…

Should you have any questions regarding this process, please consult your Company Administrator or contact your regional customer support center for further assistance.

Sincerely,
Bank of America Direct Technical Care Center

NOTE: This is an automatically generated communication.

…und fertig ist eine außerordentlich gefährliche Phishing-Mail, die gewiss ihre Opfer finden wird.

2. Warum ich darauf hinweise

Natürlich besteht für die überwiegend deutschen Leser dieses Textes noch keine Gefahr, auf diesen Phishzug reinzufallen. Außer, sie haben wirklich ein Konto bei US-amerikanischen Banken und sind es gewohnt, dass die gesamte Kommunikation mit der Bank in englischer Sprache läuft. Dennoch halte ich diesen Betrugsversuch für sehr gefährlich und bin mir angesichts der international organisierten Spam- und Phishing-Mafia völlig sicher, dass es demnächst ähnliche Versuche in deutscher Sprache geben wird. (Dass die Spammer in letzter Zeit immer besseres Deutsch produzieren, macht eine solche Möglichkeit noch etwas gefährlicher.)

Es sind vor allem die folgenden drei Gründe, die bei mir alle Alarmglocken klingeln lassen:

  1. Das Thema „Phishing“ ist zurzeit aus den deutschen Medien verschwunden, und deshalb wird die angemessene, kritische Aufmerksamkeit vieler Internet-Nutzer nachlassen.
  2. Die im Text verwendete Masche ist neu und noch völlig unverbraucht. Ein normaler Internet-Nutzer, der nicht über tiefere Kenntnisse verfügt, könnte die im Text der Mail gegebene Begründung für plausibel halten und deshalb leicht darauf hereinfallen.
  3. Die schon in der Mail angekündigte Installation einer Software-Komponente auf dem Rechner des Opfers ermöglicht den Kriminellen eine völlig neue, sehr effektive Vorgehensweise bei ihrem Betrug. Die Manipulationen können über einen längeren Zeitraum hinweg vor einem Opfer verborgen werden. Dabei kann es zu einem erheblichen finanziellen Schaden beim Opfer kommen.

Zunächst einmal das Sachliche, wenn auch hier etwas unsachlich zusammengefasst. Das in der zitierten Mail zum Schwindel bemühte Gelaber von einem „digitalen Zertifikat“ ist gut gequirlte Scheiße. Es gibt zwar wirklich digitale Zertifikate, aber diese erfüllen eine völlig andere Funktion und müssen niemals wie eine Software installiert werden. (Ein Browser kann aber sehr wohl beim Besuch einer Website rückfragen, ob einem bestimmten Zertifikat vertraut werden soll.) Wer Näheres zu diesem Thema wissen möchte, kann sich in der Hilfe seines Browsers in aller Ruhe schlau lesen.

Ich lege wirklich jedem Menschen nahe, sich ein paar Kenntnisse über seinen Computer und die darauf verwendete Software selbst anzueignen; vor allem, wenn er über dieses Vehikel so empfindliche Aufgaben wie das Bewegen von Geld erledigen möchte. Solides Wissen ist der beste und durch nichts anderes zu ersetzende Schutz vor den meisten Formen des Internet-Betruges, Unsicherheit und Halbwissen sind hingegen oft eine große Erleichterung für kriminelle Angreifer – dies gilt ausdrücklich auch für das blinde Vertrauen auf eine dieser vielen Software-Lösungen, die Sicherheit versprechen. (Natürlich kann solche Software dennoch eine wichtige Ergänzung sein.)

Was macht diesen Angriff jetzt über alle Maßen gefährlich, worin besteht die qualitative Steigerung gegenüber vorherigen Ansätzen des Phishings?

Nun, es ist die zusätzliche Installation auf dem Rechner des Opfers.

Ich habe hier gerade kein besonders gesichertes System und weiß nicht, was dabei in welcher Weise installiert wird. Aber ich kann aus dem Text dieser Mail den folgenden Ablauf bei der Installation und der nachfolgenden Kontoführung vermuten:

  • Das Opfer sieht nach dem Klick in eine Spammail eine betrügerisch nachgemachte Website im Layout seiner Bank und meldet sich dort wie gewohnt an.
  • Es ist davon auszugehen, dass die Verbrecher auf dem von ihnen kontrollierten Server mit den gleichen Anmeldedaten den richtigen Server der Bank des Opfers kontaktieren und mit einem automatischen Verfahren bedienen. Die Verbrecher stellen sich also schon beim ersten Mal in die Mitte zwischen dem Opfer und seiner Bank. Deshalb können sie auch gleich die richtige TAN vom TAN-Block des Opfers anfordern, wenn das übliche Verfahren verwendet wird.
  • Die Verbrecher holen sich vom Server der Bank sämtliche Kontoinformationen des Opfers ab und speichern diese in einer Datenbank auf ihrem eigenen Server. Mit Hilfe dieser Daten wird dem Opfer in den nächsten Wochen und Monaten vorgespielt, es sei noch Herr über sein eigenes Konto.
  • Nebenbei bekommt das Opfer eine Software zum Download und zur automatischen Installation angeboten. Diese Software wird ein Trojaner sein, der alle Zugriffe auf dem Server der Bank auf die Website der Verbrecher umleitet, die nach der Installation jedes Mal in der Mitte zwischen dem Opfer und seiner Bank stehen. Wer einen Internet-Explorer verwendet, kann sich darüber „freuen“, dass die ganze Installation automatisch abläuft.
  • Das Opfer kann über seinen eigenen Rechner nicht mehr die richtige Website seiner Bank erreichen, bemerkt dies aber nicht. Der Servername der Bank wird zur IP-Adresse eines Servers der Verbrecher aufgelöst. Das Opfer glaubt, dass es seine normale Kontoführung erledigt, aber es arbeitet dabei auf einem Server schwer krimineller Betrüger.
  • Es ist für diese Verbrecher nun technisch eine Kleinigkeit und organisatorisch eine Programmierung nur mittlerer Komplexität, diese Situation so auszunutzen, dass dem Opfer in der nachgemachten Website der Bank alles so angezeigt wird, dass keinerlei Verdacht entsteht. Alle Buchungen erscheinen genau so, wie das Opfer sie gewollt hat. Unter diesen Umständen kann das Opfer gar keinen Verdacht schöpfen.
  • In dieser Situation räumen die Verbrecher dreist und in maximal möglichem Umfang ab, ohne dass das Opfer eine Chance hat, etwas davon zu bemerken – und sie haben dabei, da niemand einen Verdacht schöpft, alle Zeit der Welt, das gebuchte Geld zu barem Geld zu machen. (Denn das ist bei solchen Formen des Betruges immer das größte organisatorische Problem.)
  • Wenn endlich ein Kontoauszug postalisch zugestellt wird, wenn eine Mahnung der Bank ins Haus flattert, wenn der Geldautomat kein Geld mehr ausgibt, wenn die Kreditkarte eingezogen wird… ja, denn ist es recht spät geworden, und die Verbrecher sind mit ihrer Beute längst über alle Berge. Ob das Opfer etwas von seinem Geld wiedersehen wird, ist sehr fraglich; es ist davon auszugehen, dass die meisten Banken sich in ihren AGB gegen solche Fälle mangelnder Sorgfalt ihrer Kunden abgesichert haben. Dem Opfer bleibt nur noch die Möglichkeit einer Strafanzeige gegen eine international organisierte Mafia, die zwar routiniert von der Polizei aufgenommen wird, aber kaum zu einem Ermittlungserfolg führen wird. Und natürlich bleibt das Geld verschwunden und ein ordentlicher Haufen Schulden wird für die nächsten Jahre zu einer drückenden Last.

Ich hoffe, dass jetzt auch dem letzten klar geworden ist, warum es sich hier um eine neue kriminelle Qualität im Phishing handelt, die ich in den nächsten Wochen auch in deutscher Sprache erwarte.

3. Wie kann man sich vor Phishing schützen?

Die Grundregeln, wie man sich vor jeder Form des Phishing schützt, sind ganz einfach zu beherzigen. Eigentlich handelt es sich um „gesunden Menschenverstand“, der sich grob in die folgenden fünf Hinweise zusammenfassen lässt:

  1. Die erste und wichtigste Regel: Bevor man wegen einer Mail von einer Bank (oder von einem Versandhaus oder eines anderen Unternehmens, bei dem man Kunde ist) etwas tut, was man selbst nicht versteht, ruft man beim Kundendienst an. Und zwar immer unter der Telefonnummer, die in den schriftlichen Unterlagen steht, und niemals unter einer Nummer, die in der Mail steht. Das gleiche gilt bei Anrufen der Bank oder eines anderen Unternehmens, bei dem man Kunde ist – immer misstrauisch sein, wenn es um Geld geht.
  2. Phishing-Mails erkennen: Wer als Kunde einer Bank oder eines anderen Unternehmens eine Mail erhält, in der er nicht einmal mit seinem Namen angesprochen wird, der hat es mit Sicherheit mit einem Phishing-Versuch zu tun. Am besten ist es, in dieser Situation sofort Kontakt zur Bank aufzunehmen, damit andere Menschen vor diesem wahrscheinlich massenhaften Betrugsversuch gewarnt werden können. Leider sind viele deutsche Banken tendenziell etwas nachlässig in ihrer Verantwortung, ihre Kunden über laufende Angriffe zu informieren – das kann und wird sich jedoch ändern, wenn es immer wieder von Kunden eingefordert wird.
  3. Immer daran denken: Keine deutsche und wohl auch kaum eine ausländische Bank fordert mit Mails dazu auf, die Bank-Homepage zu besuchen und dort irgend etwas angeblich Erforderliches zu tun. Wenn dies doch einmal geschehen sollte, und man ist sich als Empfänger auch nur ein kleines bisschen unsicher (weil man zum Beispiel namentlich angesprochen wurde), denn sollte man immer noch einmal telefonisch bei der Bank nachfragen. Dieses bisschen Prävention kann tausende von Euros sparen und sehr die Nerven schonen.
  4. Vorsicht beim Klicken: Die Internet-Adresse seiner Bank gibt man immer von Hand ein! Ein Klick in eine Mail ist gefährlich, da er zu einer anderen Adresse führen kann, als man glaubt. Es ist aber auch sehr gefährlich, die Lesezeichen seines Browsers zu benutzen, da sich diese relativ leicht durch andere Programme verändern lassen – und irgendwann werden auch solche Wege von Kriminellen beschritten werden. Also nochmal: Die Internet-Adresse seiner Bank gibt man immer von Hand ein! Selbst das gibt noch keine umfassende Sicherheit, da die Namensauflösung manipuliert sein kann (wie ich es etwa als Folge des hier vorgestellten Phishing-Versuches vermute), aber es hilft gegen jene einfachen Angriffe, die komplexen Angriffen voraus gehen müssen.
  5. Spam ungelesen löschen: Niemals auch nur darüber nachdenken, auf einen Link in irgendeiner Spam zu klicken – egal, ob es sich um eine Spammail handelt, ob es ein Spamkommentar in einem Blog oder einem Gästebuch ist, ob es ICQ-Spam oder eine sonstige Form der Spam ist. Die meiste Schadsoftware nimmt heute über Spam ihren Weg auf die Computer. Wenn man den Kriminellen erst einmal den eigenen Rechner zur Verfügung gestellt hat, denn haben sie auch bei komplexen Manipulationen leichtes Spiel. Und das kann für den Betroffenen sehr teuer werden.

Mit Hilfe dieser sehr einfachen Hinweise sollte es jedem möglich sein, Schaden von sich selbst abzuwenden. Diese Hinweise haben zudem noch einen weiteren Vorteil: Sie kosten – im Gegensatz zu mancher in dieser Sache völlig wirkungslosen, aber teuer verkauften Software zum „Schutz“ des Computers – kein Geld, können aber viel Geld sparen helfen.

Es gibt noch einen weiterführenden Hinweis auf eine technische Verbesserung. Die Befolgung dieses Hinweises kostet ebenfalls kein Geld, ist aber mit einem kleinen Aufwand verbunden: Niemals einen unsicheren Browser oder einen unsicheren Mailclient verwenden! Besonders gefährlich ist der Internet-Explorer, doch auch ein Firefox oder ein Opera sollte – ebenso wie ein Thunderbird – immer auf dem neuesten Stand gehalten werden. So kann man das Mögliche dafür tun, dass der eigene Rechner nur das tut, was man selbst möchte, ohne dass man Kriminellen die Chance gibt, mit boshaft präparierten Inhalten Schaden anzurichten.

Dein Begleiter in Leben und Tod

Donnerstag, 28. Februar 2008

Heute mal etwas Spamlyrik:

When you are young and stressed up…
When you are aged and never give up…
Cialis gives you confidence in any chance, every time.

Fehlt eigentlich nur die passende Ergänzung in diesem Lobgesang für das allzeitliche Orgasmüssen, damit auch wirklich jede Lage des Seins davon abgedeckt wird:

Und wenn du dereinst gestorben bist,
und endlich alle Glieder sich versteifen,
dann erst brauchst du Cialis nimmermehr zu schmeißen.

http://pathlaugh.com

Ja, über den Weg, den du Spammer mir hier anbieten willst, über den kann ich auch nur herzlich lachen… 😆

Spam-Splitter (4)

Dienstag, 26. Februar 2008

Heute mal ein Kessel Gammliges und Glibbriges aus der Welt der Online-Zocke und betrügerischen Abzocke damit – natürlich, ohne dass ich mich auf dieses Thema „versteifen“ werde…

Diese Casino-Betrüger, deren Server jeden Tag zweimal ihre Domain wechseln, sie sind wieder am Basteln an ihren Spam-Skripten. Das muss aber ein sehr gründliches Basteln sein, wenn…

Suchen Sie einen k&#246;niglichen Bonus, um Ihre Kasino-Erfahrung zu vers&#252;&#223;en? Sie haben ihn gefunden!

…längst überwundene Probleme mit der Zeichencodierung neu auftauchen. Wahrscheinlich wird diese betrügerische Schrottpost inzwischen sogar beim schäbigsten Freemailer einfach aussortiert, so dass kaum noch ein Dummer die Gelegenheit hat, sich mit einem einfachen Klick mal so richtig bescheißen zu lassen.

Ach ja, die verwendeten Domains…

Kommen Sie, und erleben Sie, was es hei&#223;t, ein VIP zu sein!

http://eurocasinoaej.com/

…werden immer noch jeden Tag ein Stück obskurer.

Das heißt jetzt aber nicht, dass diese Verbrecher inzwischen nicht auch ein paar andere Textbausteine verwenden würden:

Modern und hoch entwickelt, ist La Scala wirklich der Ort an dem man sein sollte!

Ja ja, genau da sollte man sein, wenn man mal wieder so richtig abgezogen werden möchte. Immerhin muss man jetzt für den Bonus keinen schönen grünen Hunderter mehr in diese virtuellen Jetons tauschen, die sich sofort in Luft auflösen. Die Spammer geben sich schon mit einem bisschen weniger Geld zufrieden:

Zahlen Sie 93€ ein und spielen Sie mit 200€.

Wie die jetzt auf genau 93 Euro gekommen sind, bleibt allerdings schwer verständlich…

Wer steckt dahinter? Eigentlich ein alter Bekannter, das eben schon zitierte und jedem Mailteilnehmer bekannte Royal Magic Jackpot Super VIP Duper Europe Casino Kasino mit der zweifach täglich wechselnden URL. Offenbar haben die inzwischen so hohe Kosten für ihre vielen Domains, dass sie es schade finden, die einfach so rumliegen zu lassen, wenn man die gleichen Zockdeppen nochmal mit einem leicht veränderten Text um ihr Geld bringen kann. Schade nur für solch verbrecherische Gedanken…

http://www.hotvipplaying.com/de/

…dass dieser Domainname allzu deutlich verrät, aus welcher Quelle der nervende Müll kommt.

Natürlich gibt es auch etwas „Neues“ in den kriminellen Spammails mit Angeboten für illegales Glücksspiel. Zum Beispiel dieser Schrieb von einem, der sich „Andreas“ nennt, aber im Mailabsender „Magic Jackpot“ heißt. Der klingt gleich richtig persönlich, dieser „magic crackpot“:

Hallo,

Fehlt Ihnen der Nervenkitzel eines richtigen Spielabenteuers?

Nein, eigentlich nicht. Mir fehlt das spamfreie Internet, das ich noch aus ganz alten Tagen kenne.

Magic Jackpots heißt Sie herzlich willkommen und schenkt Ihnen einen Bonus mit bis zu $1.000. Hier können Sie mehr als 100 Spiele mit großartigen Grafiken spielen.

Habt ihr vergessen, das richtige Währungssymbol einzufügen? Was heißt eigentlich dieses „mit bis zu“? Null Dollar sind auch „bis zu“ tausend…

Ich bin der König des Blackjacks und habe soeben meine $5.000 nach nur 2 Wochen spielen erhalten.

Klar, das glaube ich dir bei deiner Absenderadresse sofort aufs Wort, Andreas! Du schreibt hier ganz persönlich und liest dich eigentlich eher zufällig wie ein Reklametext für ein Betrugs-Casino. Wahrscheinlich hast du bei deiner zweiwöchigen Zocksession unbemerkt dein Hirn verloren.

Wenn Sie nach absolutem Spaß in einem fairen Casino suchen – dann sind Sie bei Magic Jackpots genau an der richtigen Adresse!

Andreas

Ausgerechnet ein asozialer Spammer, der die Infrastruktur des Internet schamlos für seinen Betrug missbraucht, muss mir einen von „fair“ erzählen. Das passt. Da weiß ich, an welche Adresse ich da gerate.

Apropos Adresse: Die haben eine ganz tolle URL, die von ihrer TLD her eigentlich mehr nach einem Angebot fürs Handy als nach einem üblichen Casino klingt.

http://magic-jackpotcasino.mobi/lang-de/

Jetzt geht es also schon auf eher abseitige TLDs…

Aber zum Glück gibt es auch andere Themen, zum Beispiel das ewige Thema „Ciiiaaaalis“ und „Viiiaaaagraaaa“. Inzwischen haben es diese Verbrecher (man ist sein Geld los und sieht niemals Ware) endlich gemerkt, dass ihre täglichen Müllmails gar nicht mehr richtig verständlich waren, und jetzt versucht man sich mit Abkürzungen am Spamfilter vorbeizumogeln:

Spezialangebot: Vi. 10 Tab. 100 mg + Ci. 10 Tab. x 20 mg 53,82 Euro

Vi. 10 Tab. 26,20 Euro
Vi. 30 Tab. 51,97 Euro – Sie sparen: 27,00 Euro
Vi. 60 Tab. 95,69 Euro – Sie sparen: 62,00 Euro
Vi. 90 Tab. 136,91 Euro – Sie sparen: 100,00 Euro

Ci. 10 – 30,00 Euro
Ci. 20 – 59,35 Euro – Sie sparen: 2,00 Euro
Ci. 30 – 80,30 Euro – Sie sparen: 12,00 Euro

Nun, dieser Versuch ist gründlich gescheitert. Ob hier aber jeder sofort weiß, was gemeint ist? Denkt mal darüber nach, Spammer! Es sieht zwar nicht so schlimm aus wie euer gestriges…

Pr. .. Eise die keine Konk… ..Urrenz kennen […]
Originalme. dikamente
Ciii .. .aaaa/\aaalis… 10 Pack. 21,00 Euro
Viiiiaaaaa. /\aaaaaaagra… 10 Pack. 11,00 Euro

…aber ist doch irgendwie daneben. Ohne jeden Kontext könnte der Empfänger gar nicht wissen, dass es sich um angebotene Pimmelsteifer handelt. Und das wäre doch schade für euer Geschäft, wo ihr doch so sehr davon lebt, Geld zu nehmen und nichts zu geben.

Ach so, noch etwas zu eurer Information, Spammer! Zumindest an meinem Spamfilter seid ihr nicht vorbeigekommen. Nur, damit ihr wisst, dass die Sinnlosigkeit dieser Spam gleich doppelt ist.

Typographische Spamkunst

Sonntag, 24. Februar 2008

Endlich haben es die Spammer mit ihrem Betrugsabgeboten von „Viaaagraaa“ und „Ciiaaalis“ (man bekommt dort nichts für sein Geld, dafür zieht die Website jeden Tag um) verstanden, dass sie mit ihren kreativen Schreibweisen nicht mehr durch die Spamfilter kommen. Und, was machen diese Arschkrampen? Akzeptieren die es etwa, dass Menschen von ihrem mechanisch produzierten Müll nicht belästigt werden wollen?

Aber nein doch, sonst wären es ja keine richtig asozialen und kriminellen Spammer. Sie erfinden andere Schreibweisen. Aber da sie inzwischen mit weiteren „a“ und „i“ nicht mehr durchkommen, verlegen sie sich auf typographische Kunst und benutzen eben Sonderzeichen, was denn so aussieht:

Ich muss sagen, Ciii .. .aaaa/\aaalis… ist wirklich nochmals viel besser als Viiiiaaaaa. /\aaaaaaagra… Es ist alles viel natürlicher als mit Viiiiaaaaa. /\aaaaaaagra… Aufgrund der langen Wirkungszeit von 24 Stunden kann man sich richtig Zeit lassen und mehrer Runden einlegen.

Viiiiaaaaa. /\aaaaaaagra… wirkt Wunder! Sie ahnen nicht, wie glücklich ich bin. Viiiiaaaaa. /\aaaaaaagra… hat mein Leben verändert. Endlich keine Angst mehr wegen der E_r_rektion. Und auch das Problem mit dem vorzeitigen Samenerguss ist weg.

Schwitters wäre begeistert gewesen…

Auch der sonstige Text ist im Kampf gegen die Spamfilter inzwischen ziemlich zerfetzt worden und gar nicht mehr gut lesbar:

Pr. .. Eise die keine Konk… ..Urrenz kennen

- Disk rete Verpackung und Zahlung
- Kein peinlicher Arz t besuch erforderlich
- Kos… Tenlose, arztliche Telefon-Beratung
- Kein langes Warten – Auslieferung innerhalb von 2-3 Tagen
- Bequem und dis kret 0… . N-line! be… .Stellen.
- keine versteckte Kos// Ten

Ob ich wohl noch den Tag erlebe, an dem diese Mails gar nicht mehr lesbar sind? Den Tag, an dem es sich nur noch um sinnlose Daten handelt, die auf der einen Seite automatisch erzeugt werden, um auf der anderen Seite ebenso automatisch vernichtet zu werden?

Wieso muss ich gerade an mein uraltes Projekt „Digitaler Zerfall“ denken?

Die Aktienempfehlung des Monats

Freitag, 22. Februar 2008

Unglaublich, aber die Spammer holen sich bei ihren Versuchen der Börsenmanipulation jetzt sogar schon Leute, die ein bisschen Deutsch können:

Die Aktienempfehlung des Monats:

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Mallorca Building AG bietet Ihnen eine enorme Chance im Baugewerbe. Und zwar genau dort, wo Quadratmeter-Verkaufspreise von bis zu 12.000 Euro realisiert werden: Auf Europas beliebtester Ferieninsel Mallorca. Das Preisniveau hat sich in den letzten 10 Jahren fast vervierfacht und die Preise steigen weiter.

Was ich allerdings zur schweizerischen „Mallorca Building AG“ zu sagen hatte, das mag ich hier nicht wiederholen. Es ist dennoch noch einmal einen Blick wert. Denn ganz offenbar ist der erste Fischzug dieser Deppenfischer nicht ganz so glanzvoll verlaufen, und jetzt hat man sich sogar jemanden eingekauft, der eine Mail in formell korrektem Deutsch verfassen kann.

Mallorca Building AG mit schon jetzt mehreren Millionen Euro Umsatz und starkem Wachstum ist in Frankfurt an der Boerse gelistet. (WKN A0M1BU). Es ist in naher Zukunft mit enormem Wachstum zu rechnen. Die Baubranche auf Mallorca ist hoch interessant. Analysten vermuten ca. 50.000 bis 80.000 deutsche Immobilienbesitzer auf Mallorca. Stars aus ganz Europa richten sich ihr Domizil auf Mallorca ein. (Claudia Schiffer, Willy Weber, Manager M. Schumacher uvm.)

Ja, der neue Textautor hat sogar das Prinzip Prekariat richtig verstanden. Denn im Text kommt alles vor, was Mitmensch Dummbratze attraktiv finden könnte, angefangen mit „Uns Malle“. Gleich verbunden mit diesem Ort der Sangria-induzierten Enthirnung die Namen einiger Menschen, die niemand ernsthaft vermissen würde, gäbe es sie nicht. In diesen Blah noch ein paar unverbindliche Wörter wie „Analysten“ und „enormes Wachstum“ eingestreut, und schon kommt so ein richtiges Opfer gar nicht mehr auf die Idee, sich einmal in Ruhe anzuschauen, was das eigentliche Geschäftsfeld der schweizerischen AG ist. Dieses besteht nämlich darin, Anteile an anderen Unternehmungen zu erwerben und damit zu spekulieren; überflüssig zu erwähnen, dass die Papiere einer solchen AG ihrerseits hoch spekulativ und gerade deshalb leicht durch forciertes Interesse (etwa durch Spam) zu beeinflussen sind.

Wer auf die Idee kommt, hier sei trotz der millionenfachen Müllmail ein ordentlicher Euro zu schnappen, qualifiziert sich damit leider nur das Depp. Denn das Geld wird sich die Spam-Mafia holen, nachdem sich genügend leicht manipulierbare Menschen mit dem windigen Papier eingedeckt haben und durch ihre Käufe für ein Ansteigen der Kurse gesorgt haben. Wer sich hingegen als vernunftbegabter Mensch erweisen will, löscht diese Spam und tut gar nichts, damit die lästigen Verbrecher wenigstens auf ihren Transaktionskosten sitzen bleiben.

Jetzt dabei sein bei hohen zu erwartenden Kurszielen:

Mallorca Building AG
WKN: A0M1BU
ISIN: CH0032901453

7-Tages-Ziel: 1,05 Euro
4-Wochen-Ziel: 2,30 Euro

Kaufempfehlung: +++ dringend kaufen +++ als Erster dabei sein +++

Von irgendwelchen abstrusen Kurszielen dieses Wertes haben die Spammer übrigens schon vor einem Monat fabuliert. Da war von einem 4-Wochen-Kursziel von €1,80 die Rede. Das kann man gern einmal mit dem Kurs vier Wochen später vergleichen, der liegt zurzeit bei acht Eurocent. Und die bisherige Kursentwicklung… na ja. :mrgreen:

Wer bei der ersten Spamwelle „als erster dabei war“, der hat jedenfalls ordentlich geblutet. Aber wer wirklich glaubt, dass man einen guten Börsentipp mit einer Spam bekommt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.