Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Gutes Investment Venture

Donnerstag, 3. Januar 2019

Klar, so etwas kommt mit Spam auf Honigtopfadressen.

Von: Frederick <info@test.com>
Antwort an: fmr267743@gmail.com

Der Absender ist gefälscht. Alle weitere Kommunikation soll über eine anonym und kostenlos eingerichtete Mailadresse bei Googles Freemail-Angebot laufen. Wenn die sechsstellige Zahlenfolge nach „fmr“ eine laufende Nummer ist, kann man sich leicht vorstellen, wie viele Mailadressen dieser Spammer schon „verbrannt“ hat. :mrgreen:

Schцnen Tag,

Schon vor dem Lesen des eigentlichen Textes wird klar, dass der Absender die kyrillische Codepage verwendet. Warum er nicht einfach – wie es in jeder modernen Mailsoftware Standardeinstellung ist – UTF-8 nimmt und niemals wieder ein Problem mit irgendwelchen Sonderzeichen fremder Sprachen hat? Das wäre doch eine gute Idee. Aber woher soll ein Spammer schon wissen, wie sein irgendwo runtergeladenes Spamskript funktioniert und es anpassen, um seine Schwächen zu beheben‽ Der will doch nicht programmieren, der will doch nichts lernen, der will Computer nur zum Spammen verwenden.

Ich bin Herr Frederick, ein Rechtsanwalt mit langjдhriger Erfahrung in den Bereichen Hauptinvestitionen, Private Equity, Projektfinanzierung und Syndizierung und Beratung in GroЯraum MENA und Teilen Afrikas ьber mehrere Anlageklassen hinweg (z. B. Public Equity, Private Equity, Immobilien, Fonds, Industrielle Landwirtschaft, Baugewerbe, Bergbau, Цl und Gas, Fluglinien und verschiedene festverzinsliche Wertpapiere) und Sektoren.

Der Spammer denkt zwar, dass ich „Schöner Tag“ heiße, er hat aber zum Glück für sich selbst einen ausgedachten Namen und einen ausgedachten Beruf: Er ist Anwalt und Geldzauberer und gibt im Rahmen so genannter „Investments“ das Geld anderer Leute überall in der Welt aus. Was das jetzt mit mir zu tun hat, der ich nicht einmal mehr einen Euro zusammenzählen kann, wenn ich in mein Kleingeld greife? Schauen wir der tollen, wenn auch recht absehbaren Geschichte des tollen Investmentanwalts mal in ihrer Entwicklung zu.

In diesem Zeitraum habe ich starke Kontakte in den GCC- und Asien-Mдrkten aufgebaut und verfьgt ьber starke Originierungskapazitдten, die den Zugang zu zehn ausgereiften Transaktionen in verschiedenen Mдrkten und Sektoren ermцglichen. Ich vertrete Investitionsinteressen aus Asien / Afrika, die an auslдndischen Investitionen in Ihrem Land interessiert sind.

Er hat Connections, der Anwalt mit dem Geldzauberstab, und von überall aus der Welt kommen die Leute zu ihm hin und tragen ihm Geld zu, weil er so ein toller Anwalt mit so einem tollen Geldzauber ist. Er kann da zwar niemanden nennen, aber ansonsten ist er durchaus fähig, den Text mit Aufzählungen aller Art aufzublähen, damit ein Eindruck von Substanz entstehe. Eigentlich schade, dass sein Deutsch da – völlig unabhängig von der Unfähigkeit, ein passendes und international verwendbares Encoding für den Text anzugeben – ein bisschen holprig klingt. Von nichts kommt eben nichts, und die paar Euro zwanzig für einen richtigen Dolmetscher hat sich unser Großinvestor und Großhirnkleinanleger mit Spamhintergrund dann doch lieber gespart.

Tja, und einige seiner namenlosen Connections von weither wollen jetzt in meinem Land (das genau so viel Name wie ich hat) „investieren“, und da fängt es an, in mein Leben reinzuragen:

Derzeit sind meine Kunden an Finanzierungsprojekten interessiert und haben mich beauftragt, eine zuverlдssige Person oder ein Unternehmen mit Interesse ьber den oben genannten Projekten zu suchen und zu finden. Bitte haben Sie Verstдndnis dafьr, dass dies eine seriцse Person ist. Wenn Sie sich also bei mir melden, werde ich Sie geben weitere Verfahren.

Ich suche Ihre Partnerschaft, indem Sie sich in ein Multi-Millionen-Dollar-Investmentprojekt begeben. Kцnnen wir Ihnen gerne ein schnelles Gesprдch organisieren?

Jetzt plaudert der investierende Anwalt aus seinem Nähkästchen. Er hat Kunden, die einen zuverlässigen Partner brauchen, und er sucht deshalb eine zuverlässige Person. Er tut dies, indem er völlig Unbekannte, die er nicht einmal namentlich ansprechen kann, anmailt, weil sie so eine schöne Mailadresse haben, um mit ihnen in unverschlüsselter E-Mail über anonym und kostenlos eingerichtete Freemailer-Adressen über ein paar Megadollar zu schwätzen. Wir kennen das ja alle: Wenn man ein paar Milliönchen irgendwo sicher ablegen will, gibt man sie einfach einem wildfremden Menschen. Schließlich sind ja alle Leute immer ehrlich in Gelddingen…

Freuen Sie sich auf Feedback von Ihnen.

Freuen sie sich auf Selbstgespräche!

Freundliche GrьЯe,
Herr Frederick

Freundlich wie die Pest und dumm wie Stroh
Dein spammender Vorschussbetrüger

DONATION !!!

Dienstag, 1. Januar 2019

Na, das neue Jahr fängt ja gut an! Mit einer Spende. Warum wurde die eigentlich als Spam erkannt? Das wird doch nicht etwa einer dieser Vorschussbetrüger sein, der seinen Opfern (nicht exisistente) Millionenbeträge vor die Nase hält, um ihnen eine anonym über Western Union bezahlte Vorleistung nach der anderen aus der Tasche zu quasseln. Mal reinlesen:

Hallo

Genau mein Name!

Sie haben eine Spende von 4.800.000,00 $, ich habe die Amerika-Lotterie im Wert von 40 Mio. $ gewonnen und ich gebe einen Teil davon fünf glücklichen Menschen und Wohltätigkeitshäusern zum Andenken meiner verstorbenen Frau, die an Krebs gestorben ist.

Aha, die Frau ist an Krebs gestorben, und deshalb kriegt „Hallo“ beinahe fünf Megadollar geschenkt. Weil er so schön „Hallo“ heißt und so eine schöne Mailadresse hat.

Referenznummer der Spende: BBIB / AVL017 / 28392

Die Spende muss echt, ernst und wichtig sein. Sie hat sogar eine Nummer. 😉

Kontaktieren Sie mich für weitere Informationen: tom.cristdonor@gmail.com

Wer sich jetzt seine Spende abholen möchte – und glaubt mir, da wird nicht einfach ein Scheck relativ preiswert als versicherter Brief versendet, da wird richtig viel Vorleistung für allen möglichen Bullshit unter Beteiligung mehrerer ausgedachter Banken, Notare und Sicherheitsfirmen fällig – sollte einfach dem Spammer antworten. Aber bitte nicht an die Absenderadresse der Spam antworten! Die ist nämlich gefälscht.

Seien Sie versichert, dass dies zu 100% legitim ist. Besuchen Sie zur Bestätigung die folgende Seite:

http://globalnews.ca/News/1036498/who-is-40-Million-Jackpot-Winner-Tom-Crist/

Ansonsten stehen aber keine Lügen in der Spam. :mrgreen:

Und dass gelegentlich sogar mal irgendwer in einer Lotterie gewinnt und es damit sogar zur Nachrichtenmeldung bringt (die brauchen ja Content für die Nachrichten, um Werbeplätze vermarkten zu können, und deshalb wird auch der unwichtigste und dümmste Trash noch vermeldet, weil die meisten Menschen halt lieber Nachrichten als Reklame sehen), macht die ganze Spam gleich viel glaubwürdiger… denkt der Spammer.

Prost
Tom Crist

Komm, Spammer, trink noch zwei, drei Flaschen lecker Wodka! Je eher du an deiner Leberzirrhose krepierst, desto weniger naive Internetnutzer kannst du mit deinen asozialen Betrugsnummern abziehen!

Dein dich auch im Jahr 2019 widerwillig genießender
Nachtwächter

Antwort

Freitag, 28. Dezember 2018

Von: FU CHENG <lupos71@alice.it>
Antwort an: FU CHENG <fucheng2@web.de>

Der Absender ist gefälscht, und für die weitere Kommunikation soll eine Mailadresse beim beliebten deutschen Freemailer Web.de verwendet werden. Da wird der Absender aber gewiss sehr gut Deutsch können, wenn er sich durch die Einrichtung einer Mailadresse bei einem deutschen Freemailer hangeln konnte. Mal reinschauen:

Es ist verst"andlich, dass Sie ein bisschen besorgt sein k"onnten, weil
Sie kennen mich nicht, aber ich habe einen lukrativen Gesch"aftsvorschlag von Gegenseitigkeit
Interesse, mit Ihnen zu teilen. Ihre fr"uheste Antwort wird gesch“atzt.
Mit freundlichen Gr"ussen, E-Mail:
Herr FU CHENG

Vielleicht sollte das Spammchen besser in einer Sprache spammen, die es wenigstens ein bisschen beherrscht. Dann vergisst es auch die (überflüssige) Angabe der Mailadresse nicht, wenn es aus irgendeiner anderen Spam ein paar Texttrümmer übernimmt. 😀

Wichtig.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Muss wohl was Wichtiges sein. Mal reinschauen:

Lieber Freund, Guten Morgen. Mein Name ist Robert Mbeki, ich bin Kreditmanager bei der Standard Bank Plc, Südafrika. Ich schreibe einen Geschäftsvorschlag für die Überweisung einer großen Summe von 4,5 Millionen Euro (4,500.000 Euro). Dieses Konto befand sich im Besitz von Herrn Manfred Gunther, einem Kunden unserer Bank, der bei einem Flugzeugabsturz mit seiner Familie gestorben ist. Manfred Günther war deutscher Abstammung. Ich brauche die Zusammenarbeit eines ausländischen Partners wie Sie, um das Geld in Ihrem Land zu erhalten, denn die südafrikanische Regierung sammelt das Geld als nicht eingefordertes Geld, wenn wir das Geld nicht außerhalb der Bank überweisen. Ich werde alles tun, um mit Hilfe meines Anwalts alle rechtlichen Unterlagen zu erhalten, damit unsere Bank das Geld in Ihrem Namen als rechtlicher Begünstigter / Partner an den verstorbenen Herrn Manfred Günther überweisen kann. Nach der Freigabe des Geldes liefert die Bank das Geld durch unseren diplomatischen Bankdienst nach Europa, wo Sie das Geld problemlos erhalten können. Ich werde später kommen, um Sie zu treffen, um meinen Anteil zu erhalten. Für Ihre Hilfe erhalten Sie 50% des Gesamtgeldes, während der Rest 50% für mich und meine Kollegen ist. Beachten Sie, dass bei dieser Transaktion kein Risiko besteht. Bitte nehmen Sie Kontakt mit mir auf, wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit mit mir haben E-Mail: mbeki.robert@aol.com für weitere Informationen. Bitte lesen Sie: http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/859479.stm Herzliche Grüße, Robert Mbeki

Das ist alles so irre wichtig, dass nicht einmal die Zeit da war, den Text in ein paar Absätze zu gliedern. So, als großer strukturloser Block von Wörtern und Sätzen liest sich der Text zwar schwer, aber wenn es um 4,5 Megaeuro geht, kann man ja auch nicht erwarten, dass Menschen eine einigermaßen kultivierte Sprache anstreben.

Ich wills mal so sagen, „Robert“: „Deine“ BBC-Meldung und „deine“ Masche hatte ich schon etwas häufiger, nur der ausgedachte Name des „Kreditmanagers“ und der „Bank“ wechselt öfter mal dabei. Und inzwischen kriegt ihr es in eurer Betrügerbande sogar hin, dass Umlaute im Text erscheinen und nicht wie früher diese kyrillischen Kringel, die gar nicht nach Südafrika aussehen wollen.

Für euch Spammer sind diese 109 Todesopfer eines Flugzeugabsturzes im Jahr 2000 wohl so richtige Vielzwecktote, die ihr immer wieder mal rausholen könnt, um eure hirnverhungerte und intelligenzverachtende Story an ein paar Millionen Empfänger zu senden.

Ich kann es ja fast verstehen. Ihr seid halt nicht so motiviert, dass ihr euch nach fast zwanzig Jahren mal eine neue Geschichte zur Einleitung eines Vorschussbetruges ausdenken wollt. Denn wenn ihr euch Mühe geben wolltet, könntet ihr ja gleich arbeiten gehen. Und genau so sehen eure Betrugsversuche dann auch aus.

Ich hoffe, dass keiner mehr auf euch reinfällt und ihr einfach verhungert.

Denn: Vermissen würde euch niemand.

HOW ARE YOU?

Sonntag, 16. Dezember 2018

Och, es geht so. Nur, wenn ich in meine Spam schaue, wird mir immer ein bisschen übel. Zum Beispiel, wenn so ein schäbiger Vorschussbetrüger auf das Elend von Kriegsflüchtlingen aufspringt, um seinen Betrug voranzutreiben.

Von: Daniel Parenti <jranjesports@yahoo.com>
Antwort an: Daniel Parenti <postinglinnk@hotmail.com>

Kenne ich nicht.

Nicht an die Absenderadresse antworten! Alle weitere Kommunikation soll über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Microsofts Freemail-Dienst laufen.

My name is Daniel Parenti.

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

I am a Citizen of United States Of America (USA).

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

I was born on 16th Septemberr, 1960.

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

Wenn damals doch nur dein Vater gegen einen Zug masturbiert hätte! Du wärst heute noch unterwegs… 😀

Here is my international passport.

Wo ist dein Pass? (Nein, die Spam hatte keinen Anhang.)

I have prostate cancer disease and the doctor says that i have just little days to live in this world before i die.

Schön für die Welt. Denn jedesmal, wenn ein Spammer und Vorschussbetrüger stirbt, wird das Internet und die Luft ein bisschen sauberer. Schade nur, dass es genau so „wahr“ wie dein angeblicher Name, dein angebliches Geburtsdatum und deine angebliche Staatsbürgerschaft ist.

I want you to inherit my wealth, my millions of dollars, but you must assure me that you will use my wealth to help the Syrian refugees suffering in Europe.

Aha, du kennst nicht einmal meinen Namen, aber willst mir ein paar Milliönchen vererben, damit ich damit ein paar geflüchteten Syrern helfe. Einfach nur, weil ich so eine schöne Mailadresse habe.

United Nation Refugee Agency (UNHCR) said that the number of Syrian refugees in Europe has exceeded five million. You must promise me that you will use 70% of my wealth to help the Syrian refugees suffering in various refugee camps in Europe:
http://www.unhcr.org/europe-emergency.html

Alles, was ich dafür tun muss, ist dir etwas zu versprechen. Dafür darf ich dann auch fast ein Drittel von deinem Zaster behalten.

Take the remaining 30% of my wealth for yourself.

Wir kennen das ja alle. Die Bankgebühren sind so gigantisch, da mag der freundliche Spammer nicht an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen spenden (gern auch mit entsprechender Auflage) und eine einfache Überweisung ausfüllen oder einen Scheck versenden. Stattdessen gibt er das Geld lieber einem völlig Unbekannten mit schöner Mailadresse und glaubt einem Versprechen. Das reduziert die sonst anfallenden Gebühren auf dreißig Prozent… :mrgreen:

I dash you the remaining 30% of my wealth if i get assurance and honest promise that you will follow all my instructions.

Immerhin, da es „Millionen“ sind (Plural), handelt es sich bei der milden Gabe für mich um mindestens 600.000 Dollar. Und das alles dafür, dass ich versichere und echt jetzt mal ganz ehrlich verspreche, irgendwelchen bis jetzt noch nicht genannten Anweisungen zu folgen. Aber erstmal…

Write down your telephone number and your address before i give you more details.

…muss ich dem Spammer sagen, wer ich überhaupt bin. 😀

I am tired now and want to sleep now.

Komm, leg dich sterben, Spammer!

I will read your reply after i wake up from sleep.

Möge dir ein langer Schlaf gewährt werden, aus dem du niemals mehr aufwachst!

Regard,
Daniel Parenti

Dein dich genießender
Nachtwächter

Schöne Grüße.

Samstag, 15. Dezember 2018

Schöne Grüße.

Geliebte Familie von Herrn Howhannes Sarkisjan [sic!]. Angela Maxwell hat Ihnen die Summe von 800.000 Euro (800.000 Euro) aus einem glücklichen, lebensverändernden Jackpot [sic!] von 53 Millionen Euro aus einer Millionen-Euro-Lotterie gespendet. Sehen Sie sich unser Interview an, indem Sie die folgende Webseite besuchen. Link anzeigen:
https://www.national-lottery.co.uk/life-changing/winner-euromillions-maxwell

Ihre E-Mail-Adresse wurde vom Google-Management-Team meiner Frau und mir übermittelt [sic!], und Sie haben diese E-Mail erhalten, weil wir Sie als einen der glücklichen Millionäre [sic!] aufgeführt haben. Senden Sie uns bitte die nachstehenden Angaben, damit wir unsere Bank mit einer gültigen Bank beauftragen können [sic!] Zeichnen Sie in Ihrem Namen auf Ihr operatives Bankkonto in Ihrem Land ein [sic!].

Vollständiger Name:
Land:
Alter:
Besetzung: [sic!]
Sex: [sic!]
Mobil / Tel:

ICH___________ _______hiermit

Erklären Sie, dass die obigen Informationen für mich zutreffend und verbindlich sind. Sollte sich herausstellen, dass ich falsche Angaben gemacht habe, werde ich meine Spendenrechte einbüßen.

Link anzeigen:
https://www.national-lottery.co.uk/life-changing/winner-euromillions-maxwell

Vielen Dank und nehmen Sie unsere herzlichen Glückwünsche entgegen!
Herzliche Grüße,

Herr Richard und Frau Angela Maxwell
E-Mail: hechlerandreas4@gmail.com

Aber bitte nicht an die Absenderadresse antworten, die ist nämlich gefälscht. Und ganz fest daran glauben, dass der Rest wahr ist. :mrgreen:

(Nein, besser nicht! Alle Daten gehen an eine Betrügerbande, was schon einmal sehr schlecht ist. Und diese Betrüger werden am Telefon versuchen, einem eine Vorleistung nach der anderen aus der Tasche zu ziehen, zahlbar nicht mit Scheck oder Banküberweisung, sondern vollständig anonymisiert über Western Union.)

Xmas loan offer apply now

Dienstag, 11. Dezember 2018

Ja, genau Spammer! Ich brauche ein „Weihnachtsdarlehen“, um…

Oak Tree Capital Management is here to inform the public who are in need of loan to start up business, build a house or for other developmental project that are strategic. We give out loan at low interest rate of 3% If you need loan for any purpose contact us now via email: oaktreecapitalus@outlook.com

…ein Haus zu bauen. Und du meinst sicherlich kein kleines Lebkuchenhäuslein.

GOOGLE JAHRESTAG GEWINNENDE ANMELDUNG.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Hui, die Anmeldung ist gewinnend. Das Wort habe ich lange nicht mehr gehört.

Europe Wealth <morisloans2014@gmail.com>

Der gefälschte Absender klingt ja, als hättest du ihn schon für einen Vorschussbetrug der Marke „Ich gebe jedem Fass ohne Boden noch ein Darlehen“ verbraucht. Und jetzt sattelst du auf den Vorschussbetrug der Marke „Du hast in einer Lotterie gewonnen, obwohl du niemals ein Los gekauft hast“ um? Der ist aber auch nicht überzeugender oder gar intelligenter.

(Ich wollte, das würde bedeuten, dass niemand mehr darauf hereinfällt!)

Google Incorporated
Google UK Ltd
Belgrave Haus
76 Buckingham Palace Road.
Gewinnende Nr .: GUK / 477/857/2018
Ticket Nr .: GUK / 685/384/2018

Fast so überzeugend wie Siegelwachs! Das nächste Mal nimm aber bitte die Anschrift des Weihnachtsmannes, denn der ist immer noch beliebter als das menschenfeindliche Tracking-, Überwachungs- und Reklameunternehmen aus dem Weltüberwachungsstaat USA.

GOOGLE JAHRESTAG GEWINNENDE ANMELDUNG.

Spammer, das hast du schon im Betreff gesagt. Und so richtig gewinnend ist es immer noch nicht.

Wir möchten Ihnen noch einmal zu diesem Hinweis gratulieren, denn wir sind ein Teil unserer Gewinner in diesem Jahr.

Ah ja! „Google“ spielt in seiner eigenen Lotterie mit.

Diese Promotion wurde eingerichtet, um die aktiven Nutzer der Google-Suchmaschine und der Google-Zusatzdienste zu ermutigen.

Welche Google-Lotterie. Na, diese Promotions-Lotterie! Die, die „Google“ zu Reklamezwecken macht! Was du daran merkst, dass Google niemals Reklame damit macht!

Die Online-Draws wurde durch eine zufällige Auswahl von E-Mail-Adressen von Einzelpersonen und Körperschaften durchgeführt, die von einer fortschrittlichen automatisierten Zufallsrechnersuche aus dem Internet ausgewählt wurden.

Immerhin ist „Online-Draw“ diesmal unübersetzt geblieben. Ich kann mich erinnern, den Quatsch vor ein paar Wochen als „Internet Unentschieden“ gelesen zu haben und nicht darauf gekommen zu sein, was da wohl früher einmal auf Englisch stand. Jetzt weiß ich es. Computer sind tolle Übersetzer!

Aber zum Inhaltlichen: Aha! Eine „Zufallsrechnersuche aus dem Internet“, bei der man einfach Mailadressen rausbekommt… tja, das ist schon bitter für diese Lotterien aus der schrillen Fantasie eines spammenden Trickbetrügers, dass sie sich immer eine Ausrede einfallen lassen müssen, woher der Lotterieveranstalter die Mailadresse hat und warum man kein Los kaufen muss. Und das, obwohl der Spammer überhaupt keine Ahnung von irgendwas hat. So fortschrittlich eine solche „Zufallsrechnersuche“ auch wäre, sie könnte jedenfalls nicht so einfach Mailadressen aus irgendwelchen Servern rausschütteln. Und das ist auch gut so, denn wir kriegen alle mehr als genug Spam.

Allerdings wurden keine Tickets verkauft, aber alle E-Mail-Adressen wurden verschiedenen Kartennummern für Repräsentation und Privatsphäre zugewiesen.

Ähm, wenn man keine Lose verkauft, warum macht man dann den Umweg über Losnummern? Das ist doch sinnlos. Vor allem…

Der Auswahlprozess wurde durch eine zufällige Auswahl in unserer computergesteuerten E-Mail-Auswahlmaschine (TOPAZ) aus einer Datenbank mit über 250.000 E-Mail-Adressen aus allen Kontinenten der Welt durchgeführt.

…wenn der Computer zufällig eine Mailadresse aus der Sammlung zieht. Wenn ich das (sehr auf die Schnelle) implementieren müsste, hätte ich sämtliche Mailadressen in einer einzigen Datei und schriebe mir ein Shellskript:

#!/bin/bash
number_of_draws=10
select_from="mailadressen.txt"
number_of_lines=$(wc -l $select_from | sed "s/ .*$//")
linepos=$(echo $number_of_lines $number_of_draws | 
          awk ' { srand();
                  for(i = 0; i < $2; ++i)
                    printf("%dp\n", $1 * rand() + 1);
                } ')
sed -n "$linepos" $select_from

Weniger schlampige Programmierer als ich würden vielleicht nicht gerade den in awk verbauten Pseudozufallszahlengenerator verwenden, sondern ihre Auswahl mithilfe von /dev/random treffen. Dann hängt es nicht vom Zeitpunkt des Programmstarts ab (und ist prinzipiell vorhersagbar), sondern ist so gut wie die Ziehung der Lottozahlen. Ich wollte mit diesem Beispiel (das ich übrigens nicht einmal getestet habe) nur aufzeigen, wie einfach eine solche Ziehung zu programmieren ist und wie wenig „fortschrittliche“ Technik in „TOPAZ“ benötigt würde. Der Umweg über Losnummern macht das alles nur komplizierter, und bringt für die „Privatsphäre“ nichts, solange die eingesammelten Mailadressen sowieso weiterhin in irgendeiner Datenbank bei „Google“ rumlümmeln.

Diese Lotterie wird vom britischen Gaming Board genehmigt und auch von der International Association of Gaming Regulators (IAGR) zugelassen.

Ach, die Lotterie wird noch zugelassen. Die ist noch gar nicht zugelassen. Nicht, dass die am Ende gar unzulässig ist! :mrgreen:

Dass dieses „Google“ mit seinen Lotterien sich aber auch niemals einen Dolmetscher leisten kann.

Diese Lotterie ist die 3. ihrer Art und wir wollen die Öffentlichkeit sensibilisieren.

Wofür?

Daher glauben wir mit Ihrem Gewinnpreis, Sie werden weiterhin aktiv und Mäzenatentum der Google-Suchmaschine.

Ah, dafür! Und für das Glauben mit dem Preis! :mrgreen:

Google ist jetzt die größte Suchmaschine weltweit und in dem Bemühen, sicherzustellen, dass es die am weitesten verbreitete Suchmaschine bleibt, liefen wir einen Online-E-Mail-Beta-Test, den Ihre E-Mail-Adresse 950.000,00 € (Neunhundert und fünfzig Tausend Euro) gewonnen hat. Ihre 950.000,00 werden auf Ihr Bankkonto überwiesen.

Ich weiß jetzt zwar nicht so genau, wass eine erfreuliche Überweisung von beinahe einem Megaeuro auf mein Konto mit der Verbreitung von „Google“ als Suchmaschine zu tun hat, aber was weiß ich denn schon? Reklame kann es nicht sein, denn sonst würde Google damit ja Reklame machen.

Leider ist der tolle Gewinn nur das Ergebnis eines Tests. Und ich hatte mich schon so gefreut! :mrgreen:

Bitte raten Sie bitte, das untenstehende Formular auszufüllen und senden Sie es sofort an unseren Claim Administrator per E-Mail oder Fax für die sofortige Erhebung Ihrer Gewinn-Fonds.

Dr. Hechler Anderson
Google Promotion Award Team
email: europewealth@hotmail.com
Watsapp contact: +234705998xxxx

Aha, „Google“ kommuniziert also über irgendwelche Millionenzahlungen von „Google“ an irgendwelche Menschen nicht über seine eigenen Server, sondern verwendet kostenlos und anonym einzurichtende Mailadressen im Freemail-Angebot eines Mitbewerbers, nämlich Microsoft. Das wirkt recht plausibel, wenn man seine Lobotomie endlich hinter sich gebracht hat.

BIETEN SIE IHRE BANKING DETAILS IM FORMAT BELOW.
NAME DER BANK:
ART VON ACCOUNT :
ACCOUNTNUMMER :
ROUTING / SWIFT CODE:
KONTOBEZEICHNUNG:
TEL:
LAND:

„Google“ kann nicht die Telefonnummer meiner Bank googeln. :mrgreen:

So werden Sie hiermit dringend empfohlen, Ihre Gewinne streng vertraulich zu halten, bis Sie Ihren Preis beanspruchen.

Wäre ja auch schlecht für den Trickbetrüger, wenn der „Gewinner“ überall von seinem Gewinn erzählte, bis ihm schließlich jemand sagt, was Vorschussbetrug ist und dass es sich um eine der ältesten Nummern in der Internet-Kriminalität handelt.

Herzlichen Glückwunsch von den Stäben und Mitgliedern der Google Interactive Lotteries Board Commission.

Wo ist diese „Lotterie“ eigentlich „interaktiv“. Ich muss nicht nur kein Los kaufen, um zu gewinnen; ich muss nicht einmal irgendwohin klicken. Es ist überhaupt keine Interaktion meinerseits erforderlich.

Und nein: Ich nutze Google nicht als Suchmaschine, und zwar niemals. Ich sehe lieber unzensierte und nicht reklameoptimierte Suchergebnisse, die nicht auf irgendeiner über mich angelegten, pseudonymen Stasi-Akte basieren, sondern auf den Inhalten im Internet und den Inhalten meiner Suchanfrage¹. Das vermeidet übrigens auch Filterblaseneffekte und ist damit ein wichtiger Beitrag zur intellektuellen Hygiene. Deshalb nutze ich (zurzeit) DuckDuckGo und kann es auch anderen nur empfehlen. Google ist böse, und zwar noch viel böser, als es Microsoft jemals war.

Mit freundlichen Grüßen.
Dr. Hechler Anderson
Google Promotion Award Benachrichtigungsabteilung

Wow, eine ganze Abteilung für die Benachrichtungen einer Reklamelotterie von „Google“, mit der Google niemals Reklame macht! Ich bin beeindruckt! :mrgreen:

So, und jetzt muss ich mich von meinen Lachschmerzen erholen. ;)

¹Ich werde niemals den Tag vergessen, wo ich mit einem Freund im gleichen Zimmer saß; wir über den gleichen Router im Internet hingen, also nach außen die gleiche IP-Adresse hatten; wir uns beide von Google abgemeldet hatten – und wie wir die gleiche Google-Suche mit Allerweltsbegriffen machten, um zwei völlig verschiedene Suchergebnisse von Google präsentiert zu bekommen. Kein Wunder, dass so viele Menschen herumlaufen, die in ihren jeweiligen falschen Auffassungen völlig inappellabel sind. Sie verwenden sicherlich jeden Tag Google als Suchmaschine und sehen dabei immer nur ganz viel Bestätigung ihrer Auffassungen.