Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Zweihundert Opfer-Klicks

Dienstag, 27. November 2007

Ich zitiere in diesem Blog ja weidlich und mit oft bösem Kommentar die Spam und andere Formen der Massenwerbung. Gerade bei der Spam weise ich aber auch immer wieder darauf hin, dass es sich gar nicht um eine fröhliche und harmlose Angelegenheit handelt und dass die betrügerischen Geschäfte der Spammer nur eine Seite dieses Wahnsinnes sind. Tatsächlich ist jeder Klick auf einen Link in einer Spam gefährlich. Sehr häufig werden auf diesem Weg die Sicherheitslöcher der aktuellen Browser ausgenutzt, um heimlich Schadsoftware zu installieren und auf diese Weise den Rechner zu übernehmen. Die Kriminellen, die so vorgehen, sind auf dem neuesten technischen Stand, sie sind auch den Herstellern der ganzen „Antiviren“-Lösungen einen Schritt voraus, und sie hoch motiviert, da es in ihrem Geschäft um viel Geld geht. Deshalb gelingt es ihnen relativ häufig, auf diese Weise einen Rechner zu übernehmen.

Solche übernommenen Rechner werden dann häufig (aber nicht nur) zum Spamversand verwendet. Dem Spammer ist es völlig gleichgültig, dass sie den Computer und die Internet-Verbindung bezahlen, er betrachtet diese Resourcen nach der Übernahme als sein Eigentum – und sie sitzen vor einem „Computer anderer Menschen“. Dabei kann es ihnen durchaus passieren, dass sie ins Visier polizeilicher Ermittlungen geraten, da sie mit ihrer IP-Adresse als Mittäter bei illegalen Tätigkeiten in Erscheinung treten. Die Tatsache, dass die Rechtsprechung in solchen Fällen in der Definition der Sorgfaltspflichten eines Internet-Nutzers noch keine eindeutigen Maßstäbe gefunden hat, kann im schlimmsten Fall sogar bedeuten, dass sie verurteilt werden und für einen angerichteten Schaden haften müssen oder – im Falle illegaler Formen der Pornographie – sogar mit recht drastischen Strafen rechnen müssen. Im Falle der so genannten „Kinderpornographie“ ist es bereits strafbar, wenn sich entsprechendes Material auf ihrem Rechner findet, und sie kommen schnell in die wenig erfreuliche Situation, nachweisen zu müssen, dass dieses Material ohne ihre Kenntnis auf ihrem Rechner kam. Da die technische Kompetenz vieler Gerichte zu wünschen übrig lässt, handelt es sich dabei um ein Glücksspiel, bei dem sie vieles aufs Spiel setzen und nur verlieren können. Spätestens, wenn die Ermittler auch an ihrem Arbeitsplatz auftauchen, befinden sie sich als Opfer der Spam-Mafia in einer Erklärungsnot, die sich kein Mensch wünschen kann.

Es ist nun aber so, dass ich die Spam zitiere, wenn ich sie kommentiere. Sonst weiß man ja nicht, welche Spam ich meine. Mein Zitat ist in der Regel vollständig und enthält auch die angegebenen URLs der mit Spam beworbenen Sites.

Als ich mit meiner Mitarbeit an diesem Blog anfing, habe ich noch alle Links und URLs entfernt, um nicht den Spammern zuzuarbeiten. Leider geht dadurch häufig auch etwas Inhalt der Spam verloren, da die verwendeten Domains zuweilen strunzdoof oder aber mit besonderer Heimtücke ausgewählt werden. Auch werden bestimmte Muster der Spam gar nicht richtig sichtbar, wenn man die URLs verschweigt – noch vor einigen Monaten liefen viele der Angriffsversuche über kostenlose Websites bei GeoCities, was sich aber in letzter Zeit – zum Glück – gelegt hat. Da ich glaube, dass die Einsicht in solche Muster vielleicht manche Menschen von einer Dummheit abhalten kann, habe ich irgendwann damit begonnen, die URLs in meine Zitate aufzunehmen, dies aber zunächst so, dass der Link auf eine harmlose Seiteging.

Die Vorgehensweise als solche war gut, aber die dafür verwendete Seite empfand ich bald schon als unpassend. Sie enthielt einfach keinen deutlichen Hinweis, warum man nicht auf einen Link in einer Spam klicken sollte. Deshalb habe ich mich irgendwann hingesetzt und eine spezielle Seite erstellt (hier bewusst nicht verlinkt), auf die sämtliche Links aus einer zitierten Spam gelenkt wurden. Diese enthält einen einfach formulierten Text, aus dem hervorgeht, dass ein Klick in eine Spam niemals eine gute Idee ist und warum das so ist.

Als ich damit fertig war, hat mir die Zugriffsstatistik des Webservers schnell gezeigt, dass diese Hinweisseite doch etwas häufiger aufgerufen wird. (Sie wird übrigens nicht von den Suchmaschinen indiziert, so dass alle Aufrufe aus den zitierten Spams in diesem Blog erfolgen.) Um einen etwas klareren Einblick in das Klickverhalten zu bekommen, führe ich für diese Seite seit dem 13. September 2007 einen eigenen Zugriffszähler.

Dieser hat vorgestern, also nach nicht einmal einem Vierteljahr, den zweihundersten Zugriff registriert. Angesichts der Tatsache, dass es sich um eine JavaScript-Lösung handelt, die nur solche Zugriffe zählt, bei denen einem relativ ungesicherten Browser das „Zurückfunken“ gewisser Informationen ermöglicht wird, weiß ich, dass es wahrscheinlich noch mehr Zugriffe gegeben hat.

Die zweihundert gezählten Zugriffe kamen allerdings aus prinzipiell angreifbaren Rechnern. Und. Damit aus Opferrechnern der Spam-Mafia. Deshalb hat diese Zahl doch eine gewisse Aussagekraft. Und. Sie ist für mich durchaus auch alarmierend.

Ich frage mich, was diese Menschen motiviert hat, auf einen solchen Link zu klicken.

Wenn man die Links in einem zeitgemäßen Browser mit der Maus überstreicht, denn erscheint ein Tooltip mit dem völlig klaren Text „Nicht klicken!“ – und doch klicken Menschen darauf. Obwohl aus dem Kontext heraus völlig klar ist, von welcher Natur die Mitteilung ist, in der dieser Link auftaucht. Und. Obwohl damit klar ist, dass es sich um ein Angebot im Internet handelt, das kriminellen Ursprungs ist.

Was denken sich nur diese Menschen, die so bedenkenlos klicken?

Verlassen diese Menschen sich völlig auf installierte Software, die „Sicherheit“ verspricht, aber doch immer hinter den aktuellen Angriffen hinterherhinkt? Das ist eine sehr dumme Haltung, denn auch die ausgereifteste Software kann nicht den eigenen Verstand ersetzen. Auch wenn man eine kugelsichere Weste trägt, sollte man nicht ohne Not einen kleinen Spaziergang an der Front machen. Wer einsieht, dass man im Geschosshagel besser nach Deckung schaut, der sollte wenigstens die elementaren Einstellungen an seinem Browser vornehmen (JavaScript generell abschalten, Plugins generell abschalten). Mit dieser Vorsichtsmaßnahme wäre es hier auch nicht zur Zählung gekommen.

Oder sind diese Menschen „einfach nur neugierig“? Können sie nicht ruhig schlafen, wenn sie nicht wissen, was sich hinter einem Link verbirgt? Müssen sie auf alles klicken, was nur irgend klickbar ist? Dass ist noch dümmer, denn solche Menschen machen die Spam-Mafia reich und sorgen durch ihren ungelenken Erlebnishunger dafür, dass die Spam, die Seuche des gegenwärtigen Internet, niemals ein Ende finden wird. Spam ist kein Spiel, sondern ein illegales Geschäft, das mit großer krimineller Energie und unter sehr hohem Aufwand betrieben wird.

Oder wollten diese Leute einfach nur sehen, was hier „gebastelt“ wurde? Haben sie gemerkt, dass der Link auf eine interne Seite geht und wollten sie einfach nur sehen, wie diese Seite aussieht? Obwohl da deutlich „Nicht klicken“ als Tooltip erscheint?

Es gibt Fragen zur Nutzung einer Website, die der beste Zugriffszähler nicht beantworten kann.

Aber es gibt auch Fragen, die der Zugriffszähler beantwortet. Zum Beispiel die Frage, welche der vielen Links dazu führten, dass auch geklickt wurde. Und die Antwort ist ziemlich eindeutig.

Von den 200 Zugriffen auf die Warnseite gingen über drei Viertel von einer zitierten Spam aus, die offen für pornographische Angebote warb. Dieses Ergebnis steht nicht im Verhältnis zur Häufigkeit, mit der ich solche Spam zitiere.

Den kriminellen Spammern ist natürlich auch bekannt, dass das Blut für die Erektion des Penis im Gehirn zu fehlen scheint. Sicher, ganz so direkt ist der körperliche Zusammenhang nicht, aber jeder Mann wird bestätigen, dass mit der sexuellen Erregung eine gewisse Unvernunft einher geht. Von daher sind gerade solche Angebote besonders gefährlich. Wenn zusammen mit ein paar Bildchen etwas Software nachgeladen wird, die im Hintergrund die schlimmsten Ausflüsse der derzeitigen Computer-Kriminalität auf dem Rechner installiert, wird das am ehesten noch einem Wichser entgehen, der mit angeregter Selbstreibung ganz andere Ausflüsse hervorbringen will.

Deshalb nur das eine: Es gibt niemanden, der über Spam kostenlose Pornographie anbietet. (Es geht mir hier auch keineswegs um ein allgemeines Werturteil über Pornographie oder masturbatorische Betätigung, sondern um die Gefahren der Spam und des unreflektierten Klickens auf Links in einer Spam. So viel persönliches vielleicht am Rande: Wenn ich nicht wichsen könnte, säße ich schon längst wegen eines Sexualdeliktes im Gefängnis.) Für kostenlose – oder auch nur preiswerte – Pornographie ist kaum Werbung nötig, und schon gar nicht eine überrumpelnde und asoziale Werbeform wie die millionenfache Müllmail, die durch ihren Schrotmunitions-Charakter auch die virtuellen Postfächer von Frauen und Kindern verstopft. Solche Angebote sprechen sich wie von allein herum, da es sich um ein allgemein begehrtes Gut handelt.

Egal, wie erregend das Angebot aus der Spam klingt: Niemals darauf hereinfallen!

To nachtwaechter

Freitag, 23. November 2007

Herzlichen Glückwunsch, unbekannter Spammer…

{random_txt}
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…du hast es einigen Millionen Empfängern bewiesen: Was dir an technischem Verstand fehlt, um deine Spamskripten zu verstehen, das gleichst du mit der Dummheit aus, dass du nicht einmal einen kleinen Test machst, bevor du solche „Botschaften“ auf das Internet loslässt.

Ganz große Klasse!

Immerhin, du hast es noch geschafft, etwas „Inhalt“ in Form der eingebetteten Grafik zu transportieren…

Natürlich wieder nur Viagra und Cialis, was denn sonst?!

…aber glaubt denn irgendein Hirnträger, dass du richtige Päckchen verschicken kannst, wenn du nicht einmal den organisatorisch viel simpleren Mailversand mit einem gekauften Skript in den Griff bekommst? So schlaff kann der Pimmel gar nicht sein, dass man mit solchen unfähigen Deppen ins Geschäft kommen will.

Versuch es mal mit einem anständigen Gelderwerb, unbekannter Spammer!

Oder besser noch: Geh einfach sterben!

Informationsbьro Deutsche Messen

Donnerstag, 22. November 2007

Dieser Eintrag wurde von mir gelöscht.

Das existierende IBDM Informationsbüro Deutsche Messen GmbH hat mich heute, am 23. Februar 2009, um die Löschung dieses Eintrages gebeten. Es hat nach glaubwürdigen, eigenen Angaben nichts mit der hier zuvor zitierten Spam zu tun. Vielmehr geht man im IBDM davon aus, dass es sich um eine negative PR-Maßnahme eines Konkurrenten handelt, um den Ruf des Unternehmens zu schaden. Eine solche, verachtenswerte Form des „negativen Marketings“ wird von mir an dieser Stelle nicht auch noch unterstützt werden, indem ich den von kriminellen Marktteilnehmern gewünschten, falschen Eindruck erwecke, dass das IBDM Spam versenden würde.

Für mich, der ich meine Spam nicht einfach nur hinnehme, sondern auch darüber im Internet schreibe, ist so etwas der „größte anzunehmende Unfall“, das genaue Gegenteil meiner Absichten – ich will die Kriminalität im Internet nicht fördern, sondern ihr etwas entgegen setzen. Ich muss daraus als Lektion lernen, dass ich in Zukunft sehr viel aufmerksamer mit Spammails umzugehen habe, die den Verdacht erwecken, dass hier gezielt der Ruf einer Firma beschädigt werden soll.

Gegenüber IBDM Informationsbüro Deutsche Messen GmbH bitte ich um Entschuldigung dafür, dass ich in diesem Blog eine derartige Schmutzkampagne mitgetragen habe und bedanke mich für die freundliche Mitteilung, die mich zum sofortigen Löschen des ursprünglichen Posts geführt hat.

Die mit den 300% schon wieder…

Donnerstag, 22. November 2007

Ah, unser vertrautes, betrügerisches und verbrecherisches Euro VIP Magic Royal Jackpot Super Duper Vegas Casino Kasino mit den zwei Mal täglich wechselnden Internetadressen hat offenbar eine neue Idee für die Bildung von Internetadressen gekriegt, einen Satz neuer Domains gekauft und geht nun wieder mit millionenfacher Spam auf Dummenfang.

Die Domain ist ja neu, aber der Text der Müllmail wirkt dafür umso vertrauter – wenn diese gierigen Verbrecher sich wenigstens ein paar neue Texte einfallen ließen, damit ihr Beschiss nicht ganz so offensichtlich wird:

Betreff: 300% Bonus für ihre erste Einzahlung

Nur vom nobelsten aller Casinos können Sie ein so vornehmes Geschenk erwarten:

Wir sind aber nicht das Nobelste. Deshalb kriegen sie von uns für ihr eingezahltes Geld nur ein paar virtuelle Jetons, danach ziehen wir wieder um (das machen wir so zwei Mal am Tag) und sie können sich über die kleinen Dateien auf ihrer Platte freuen. Die sind zwar nicht vornehm, aber dafür auch wertlos.

300% Bonus für Ihre erste Einzahlung!

Zahlen Sie 100€/$ ein und spielen Sie mit 400 €/$!

Da wir uns mit unserer Masche explizit an unbelehrbare Dummköpfe richten, rechnen wir auch immer einmal vor, was 300 Prozent eigentlich sind. Wir könnten auch einfach das „Dreifache der ersten Einzahlung“ schreiben, aber das mit den Prozenten klingt viel besser. Und die Zahl ist größer. Und auf große Zahlen kommt es an. Aber trotzdem müssen wir zeigen, dass wir das Dreifache drauflegen. Denn wir wenden uns explizit an Dummköpfe. Aber das sagten wir schon. Die freuen sich über unsere virtuellen Jetons. Die sind so bescheuert. Die merken das nicht. Oder erst, wenn wir wieder umgezogen sind und ihr Geld einfach weg ist.

Oben drauf bekommen Sie bei uns einen königlichen Service!

Das „Königliche“ an unserem „Service“ reflektiert die Tatsache, dass die Monarchie abgeschafft wurde. Aber das werden sie schon noch merken, wenn ihr Geld weg ist.

Kommen und spielen Sie im Royal VIP Casino!

http://casinohereis.com/lang-de/

Aha, das sind also jetzt die neuen Domains. Jetzt steht „Casino“ nicht mehr am Ende, sondern am Anfang des Domainnamens. Deshalb könnt ihr „Casino“ auch wieder mit „C“ schreiben und habt bei eurer üblichen Umzugshäufigkeit noch fast sechs Monate Zeit, bis ihr wieder zu Sprachverrenkungen wie „Kasyno“ für eure Netzadresse greifen müsst. Zwar klingt „Casino hier ist“ gnadenlos doof, aber das spielte für diese Ganoven auch in der Vergangenheit keine Rolle.

Schade, ich hatte mich schon so darüber gefreut, die diese Plage aufgehört hat. Na, irgendwann sind auch in der nun gepflegten, neuen Schreibweise alle Domains ausgegangen.

Spam mit eBay-Tarnung

Dienstag, 20. November 2007

Eine relativ neue Masche der Spammer ist es, die Müllmail als über eBay versendete Empfehlung für eine eBay-Auktion oder als Frage zu einer Auktion zu tarnen:

Question from eBay Member – Respond Now

eBay sent this message on behalf of an eBay member through My Messages. Responses sent using email will go to the eBay member directly and will include your email address.

Im Moment gibt es derartige Spam ausschließlich in englischer Sprache, aber wenn sich die Masche bewährt – es sind ja doch ein paar Leute bei eBay – denn wird es gewiss auch bald deutsche Versuche geben, die ihre Opfer finden.

Der Text für einen großen Teil dieses E-Mülls wurde offenbar wörtlich aus Mails von eBay übernommen…

Your registered name is included to show this message originated from eBay.

…aber einen hier angekündigten Benutzernamen auf eBay konnte sich der kriminelle Spammer natürlich nicht für mich ausdenken. Das liegt daran, dass ich gar keinen habe. Offenbar nimmt man von Seiten der Spammer solche Schwächen in Kauf, da viele Empfänger solche eher formalen Angaben einfach überlesen.

Eine andere Erklärung für diese neue „Spam-Verpackung“ könnte sein, dass eBay-Nachrichten natürlich durch die Spamfilter kommen sollen – trotz des Angebotscharakters des darin Mitgeteilten sind diese Mails ja in der Regel erwünscht. Deshalb können sich asoziale Spammer Erfolg davon versprechen, dass sie den Stil solcher Mails aus dem „sozialen Netzwerk“ in eBay aufgreifen, um auf diese Weise Mitteilungen mit anderen Inhalten an die Spamfilter vorbeizubringen.

Die optische Gestaltung der Mail, so habe ich mir als eBay-Abstinenzler sagen lassen, ist durchaus stilsicher. Solche Hinweise auf bestehende Angebote durch andere eBay-Nutzer gibt es wirklich, und viele Empfänger dürften sie kennen. Auch die Hinweise zur Nutzung, gegen die in diesen Spams verstoßen wird, erscheinen im Text:

It is unsafe and against eBay rules to offer to buy or sell directly using the My Messages forwarding system without winning the item on the eBay Web site.

Nun, was hier angeboten wird, das steht nicht etwa auf eBay als Gegenstand einer Auktion zur Verfügung. Der Angebotstext ist auch – es handelt sich um eine HTML-Mail – geschickt gestaltet und enthält eingestreute Passagen in der Hintergrundfarbe der Mail, damit er trotz seines eindeutigen Spamcharakters durch die Filter kommt. Wenn man den klar als Spam erkennbaren Text markiert, wird er in seiner vollen, kriminellen Herrlichkeit sichtbar (die unsichtbaren Teile sind hier etwas aufgehellt):

Thankljljtljljyouljljltjljforljljltjljyourljljljtljvisit

myltjdearltjfriendlj:

Please ljt allow ljt us ljt to lxj disturb lxj your ltj precious ljt time lj !

We ljt are ljt the ljt Chinese ltj biggest ljt foreign ljt trade ljt wholesaler ltj .

If ltj you ljt want ltj to ljt do ltj business lj , we ljt can lj offer lj you lj our ljt most lj reasonable ljt discount ltj , making ltj you ljt get ljt more ltj profit ltj . If ltj you lj have lj time lj , please ltj visit ltj our lj website ltj , Please lj relate ltj with lj us lj , we lj will lj give ljt you ltj a ltj satisfying lj answer lj .

Website: Welcome www . sundayfine . com ou rwebsite

Thankslj forlj yourlj cominglj ourlj officiallj websitelj andlj gettinglj thelj LIVElj helplj throughlj MSNlj

Das es ganz sicher keine gute Idee ist, mit diesen Halunken ins Geschäft zu kommen, zeigt sich ja schon in der Methodik, mit der hier Geschäftsbeziehungen angebahnt werden sollen. Diese Spammer tun wirklich alles, um der Welt zu zeigen, dass sie richtig üble Verbrecher sind. Es reicht ihnen nicht, dass sie – wie jeder Spammer – nur ihren Absender fälschen. Sie erwecken darüber hinaus in der gesamten Gestaltung den Eindruck, es handele sich hier um eine Mitteilung, die über eBay verschickt wurde.

Natürlich hat eBay mit diesen Mails nichts zu tun. Dennoch wird eBay in den letzten Tagen gewiss zehntausende Anfragen wegen dieser Mails beantwortet haben, was natürlich einen handfesten wirtschaftlichen Schaden bei eBay verursacht haben dürfte. Das ist diesen Spammern natürlich egal, die denken nur an ihr eigenes, windiges Geschäft. Wie jeder Asoziale, der windige Geschäfte macht.

Und wo man so ausschließlich an das eigene Geschäft denkt, da kann man auch ein paar Privatleute in die Schweinereien hineinziehen. Zum Beispiel die recht wehrlosen eBay-Nutzer, die in den Spams als „Urheber“ dieser Anfragen verwendet wurden. Es gibt diese ganzen eBay-Accounts wirklich, und sie machen den Eindruck der Tätigkeit ganz normaler Menschen, die eher nebenbei ein paar Geschäftchen machen. Was diese ganz normalen Menschen in den letzten Tagen alles lesen mussten, nur weil ihr eBay-Account als „Absender“ von der Spam-Mafia missbraucht wurde, das will ich mir gar nicht mehr vorstellen. Auch hier ist es den Spammern scheißegal, dass ein gewachsener eBay-Account mit positiven Bewertungen und vielleicht sogar mit einer gewissen Kundenbindung (es waren alles Accounts im etwas größeren Rahmen, häufig mit Waren für Sammlerbedarf) durch kriminellen Missbrauch besudelt, nachhaltig beschädigt, vielleicht sogar zerstört wird.

Das alles juckt den Spammer gar nicht, wenn nur ein paar hundert Trottel trotzdem mit ihm ins Geschäft kommen. Glaubt irgend jemand, dass man mit so einer Fäkalmade Geschäfte machen sollte?

Na, wer das glaubt, der will eben betrogen werden. Da kann ich auch nicht mehr helfen.

Kein Scherz!

Dienstag, 20. November 2007

Wir wissen ja alle, dass Spammer nicht gerade ein gutes Beispiel für höhere menschliche Intelligenzleistungen sind. Das gilt aber auch für jene Menschen, die vor allem deshalb keine Spammer sind, weil die von ihnen gewählte Werbeform (leider) völlig legal ist. Auch die Deppen, die gewisse, eindeutig unseriöse Werbungen auf Websites schalten, sind nicht gerade intelligent.

Zum Beispiel scheinen die Werber, die sich den hier erläuterten Gehirnpflug ausgedacht haben, ziemlich dumm zu sein. Oder ist es wieder einmal nur Gier? Ich habe stets Probleme, Gier und Dummheit zu unterscheiden, zu ähnlich sind die menschlichen Auswirkungen dieser beiden Bedingungen… :mrgreen:

Kein Scherz! Sie haben soeben gewonnen! Sie sind jetzt ausgewählt! Schauen Sie bitte gleich nach, ob es der Hauptpreis ist: ein AUDI A3! Auf jeden Fall haben Sie schon eine 4-Sterne-Nil-Kreuzfahrt gewonnen! Jetzt nachsehen

Diese (leider wohl legale) Werbung versucht wirklich alles, um die Aufmerksamkeit auf die dürftige Botschaft zu lenken. Zunächst wird unter ordentlichem Java-Script-Geblinke 60 Sekunden lang eine Art Countdown runtergezählt, damit der Mensch aus der Zielgruppe auch ja glaubt, dass er ganz schnell darauf klicken muss, um etwas zu gewinnen. Sonst laufen die schönen Gewinne noch weg…

Schon in dieser Form der Überrumpleung zeigt sich der Charakter derer, die so werben – und er zeigt sich nicht als Charakter eines Zeitgenossen, mit dem man etwas zu tun haben möchte. Gewünscht sind aus Sicht dieser Werber unüberlegte Klicktrottel, die sich keine Chance entgehen lassen wollen. Die sehen natürlich die Zeit verstreichen und klicken auf „jetzt nachsehen“, bevor sie glauben, dass es zu spät ist.

Nun, ich habe auch die Zeit verstreichen lassen – und der Screenshot (genommen aus meinem MySpace-Bereich) zeigt, wie es nach Ablauf der 60 Sekunden aussieht. Wie man sieht, besteht nicht der geringste Grund zur Eile; die „tollen Gewinne“ bleiben noch stehen, der Link darunter ist übrigens auch völlig unverändert. Der Countdown (noch 4, 3, 2, 1 Sekunden) wird nach Ablauf durch den weniger hektischen Text „Sie sind jetzt ausgewählt“ ersetzt, sonst ändert sich nichts Diese Werbung entpuppt sich schon in ihrer Darbietung als reiner Versuch, Menschen zu unüberlegten Klicks zu bringen, indem mit einfachen technischen Mitteln vorsätzlich ein falscher Eindruck erweckt wird. Wer in solchem Zusammenhang noch an die ausgelobten Gewinne in dieser Werbung glaubt, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

Ich habe mir trotzdem einmal erlaubt, die von so verlogener Werbung verlinkte Site zu besuchen. Da ich diese Werbung klar als unseriös und möglicherweise betrugsartig erkenne, habe ich natürlich ein besonders gesichertes System verwendet. Es gibt Zeitgenossen im Internet, denen man nicht trauen darf. Allerdings hatte ich nicht genügend Geduld, um die verlinkte Site auch wirklich bis zum bitteren Ende durchzuklicken, daher kann ich auch nicht sagen, wie es mit der „Nil-Kreuzfahrt“ aussieht. Man bekommt auf der verlinkten Site „Gelegenheit“, gegenüber recht unseriösen Werbern auf vielen und recht ausführlichen Unterseiten einen umfassenden persönlichen Datenstriptease zu machen – und so manches Opfer dieser Werber wird das auch schon getan haben, wenn die ganze Zeit lang große Gewinne vor Augen stehen.

Menschen, die so hinterlistig vorgehen wie diese Werber, stehen ganz weit oben auf meiner Liste von Personen, die keine persönlichen Daten von mir bekommen dürfen. Ich würde jedem empfehlen, diesen falsche Tatsachen vorspiegelnden Werbetrick einfach zu ignorieren – und ich bin mir sicher, dass zurzeit jeden Tag zehntausenden von Auserwählten potenziellen Opfern große Gewinne von diesen etwas zwielichtigen Gestalten versprochen werden, die wohl kaum in so großer Menge vorrätig sein dürften.

Fehler bei der Banner-Einblendung

Sonntag, 18. November 2007

Ihr Internet-Werber, wenn ihr schon vielbesuchte Seiten mit euren blinkenden und nervenden Bannern verseucht, …

Fehlermeldung bei einer gescheiterten Banner-Einblendung

…denn macht das doch wenigstens so, dass eurer Stunzcode einigermaßen fehlerfrei ist. Denn braucht ihr euch auch nicht bei mir und anderen dafür zu entschuldigen, dass das Einblenden eines Werbebanners, den ich sowieso nicht sehen wollte, missglückt ist.

Immerhin, im Gegensatz zu euren Bannern wurde diese Fehlermeldung in meinem Browser mal dargestellt. :mrgreen: