Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Favicon-Markenwerbung bei MySpace

Freitag, 4. Januar 2008

In diesem einen Punkt sind auch alle „gewöhnlichen“, legal vorgehenden Werber wie die Spammer: Unentwegt suchen sie nach neuen Wegen, um auch wirklich die ganze Welt mit der Allpräsenz von Marken- und Produktreklame zu vergällen. Selbst denn noch, wenn diese neuen Wege den Missbrauch einer an sich für Menschen nützlichen technischen Möglichkeit beinhalten, und auch, wenn Menschen dabei verwirrt und irritiert werden könnten.

Und die Werber finden auch immer wieder neue Wege. Der neuste werbende Unsinn ist mir heute begegnet, als ich einen quicken Blick in MySpace warf. Aber zur Erklärung muss ich ein bisschen ausholen.

Vor einigen Jahren hat Microsoft das Internet mit einer neuen Idee zu beglücken versucht; die dazu eingeführte, alles in allem wenig nützliche Funktionalität wurde in der Folgezeit leider von allen anderen Browsern übernommen. Einer Website konnte nun ein Piktogramm, ein so genanntes „Favicon“ zugeordnet werden, dieses Piktogramm erscheint dann neben dem Lesezeichen im Browser oder in der Lesezeichenverwaltung. (In Microsoft-Sprache: neben dem Favoriten.) Aber auch in der normalen Ansicht der Website erscheint das Piktogramm vor der Adresse der dargestellten Seite.

Natürlich wurde diese Idee beinahe sofort von vielen Websites genutzt. Bei kommerziellen Sites wird in der Regel das Logo des Anbieters als Piktogramm verwendet, wie man es etwa im folgenden Screenshot der Adressleiste beim Betrachten eines Bereiches der MySpace-Site sehen kann:

Ein normales Favicon bei MySpace mit dem Logo von MySpace

Wenn diese Microsoft-Idee überhaupt einen Vorteil hat, denn den, dass man als Anwender visuelle Anhaltspunkte in einer umfangreichen Sammlung von Lesezeichen erhält. Es handelt sich also um den Versuch einer Verbesserung der Benutzerschnittstelle des Browsers; und somit um eine Idee, die Menschen hilft, sich in der Informationsflut zurecht zu finden. Vor allem für etwas unstrukturierte Zeitgenossen mag das ein gewisser Segen sein… 😉

Nun, bei MySpace sieht man die Bedeutung dieses Elementes offenbar etwas anders. In einigen Bereichen der MySpace-Site wird man neuerdings mit „Favicons“ konfrontiert, die das an sich nicht schlechte Prinzip der leichten Erkennbarkeit eines Lesezeichens durch Hinzustellung eines passenden Symboles durch dumme Werbung ad absurdum führen. Zum Beispiel sieht man zurzeit beim Betrachten der Mitteilungen zu seinem MySpace-Profil das folgende „Favicon“:

Favicon bei MySpace mit dem O2-Logo. Auch so kann man Werbung für O2 machen...

Ja, ganz richtig gesehen, das ist das Logo von O2.

Und nein, das ist keine Website des Telefonie-Anbieters, sondern ein „Favicon“ auf der Website von MySpace.

Dieser Missbrauch von „Favicons“ hat nichts mehr mit einer Erleichtung der Browser-Nutzung zu tun, vielmehr wurde wieder einmal ein an sich nützlicher Mechanismus für die dümmste und einseitigste Form der Kommunikation, also für den Transport von Werbung, missbraucht. Es wird von MySpace sogar in Kauf genommen, dass ein Nutzer durch das fremde Logo verwirrt werden könnte, wenn er bestimmte Bereiche schnell über gespeicherte Lesezeichen ansteuern möchte. Hauptsache, man verdient Geld daran, dass man einen neuen, bislang unausgebeuteten Bereich seiner Website mit weiterer Werbung verseucht – wie das bei den Nutzern ankommt, ist unwichtig.

Kurz: Es handelt sich um ein weiteres Beispiel dafür, wie Funktionalitäten im Internet, die an sich nützlich sein könnten, durch Werbung entwertet und nutzlos gemacht werden.

Ob allerdings der bekannte Anbieter von Telefonie-Produkten mit dieser Form der Werbung gut bedient ist, wird sich zeigen. Zum Beispiel daran, wie häufig Menschen und vielleicht sogar potenzielle Kunden, die sich auf die Konsistenz solcher optischen Zusatzinformationen verlassen, auf das falsche Piktogramm klicken, wenn sie eigentlich zur Homepage von O2 wollen.

Denn das kann kaum im Sinne von O2 sein.

Werte Werber, hört doch bitte mit solchem, unreflektiert angewendeten Unfug auf! Diese recht fragwürdige Trickserei bringt überhaupt nichts und macht das Leben der Menschen schlechter, indem sie die Nutzung des Internet noch ein bisschen verwirrender macht. Ihr habt immer noch genügend Wege, um eure Reklame an die „Zielgruppe“ zu bringen. Und. Wenn jemand mit technischen Hilfsmitteln die Darstellung von klassischer Bannerwerbung oder Google-Ads zu verhindern trachtet, denn akzeptiert doch einfach mal diese Entscheidung eines Menschen, der meint, eurer wenig informativen „Verbraucherinformation“ nicht zu bedürfen. Und hört damit auf, auch solche Menschen noch mit allen Mitteln überrumpeln zu wollen.

Denn mit Überrumpelung kommt ihr bei diesen, um einen reklamefreien Alltag kämpfenden Menschen nicht weiter. Stattdessen erweckt ihr mit solchen Versuchen einen Eindruck von Dreistigkeit und Ignoranz, der nur bei würdelosen Menschen und denkverweigernden Deppen einer zukünftigen geschäftlichen Partnerschaft nicht im Wege steht. Es bringt also gar nichts. Und. Tendenziell schadet es eher. Dem Ansehen dessen, was da beworben werden soll. Aber es nervt. Uns. Alle.

Euer Nachtwächter
(Nach Diktat verreist.)

Spam fürs „Seelenheil“

Donnerstag, 3. Januar 2008

free verizon real music ringtones - christian music ringtones...

Ach, wie schön, dass diese kriminellen Kommentar-Spammer in ihrer bigotten Mammonanbetung sogar christliche Musik anbieten. Damit haben sie endlich kapiert, was man in der institutionaliserten Religion schon lange weiß: Gott ist ein gutes Geschäft.

Neuheit

Donnerstag, 3. Januar 2008

Auch im Jahr 2008 hat der geplagte Mailempfänger keine Neuheiten, sondern er wird immer noch mit lästiger und illegaler Spam-Werbung irgendwelcher lichtscheuer Gestalten zugeschissen. Da hilft es auch nicht, dass diese Mail den Betreff „Neuheit“ hat.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr gehasster Spammer,

hiermit möchten wir Ihnen den neuen Kleinanzeiger „ VonAbisZ „ im Internet vorstellen.

mit einer Spam also wolltest du mir etwas vorstellen. So etwas im Internet, dessen mutmaßlich völlige Nutzlosigkeit oder gar Schädlichkeit wahrscheinlich dazu geführt hätte, dass es für immer in irgendeiner dunklen Ecke des Internet herumgelegen hätte, ohne dass es jemand wirklich vermisst hätte. Aber du kannst ja spammen, du Spammer. Damit lockst du wenigstens die Deppen auf deine Seiten, und was die Deppen dort erleben werden, das wird gewiss schmerzhaft sein. Und du hast dich schon so richtig daran gewöhnt, dass man Spam mit wenig Sorgfalt schreibt, deshalb klappt es nicht einmal mit den Anführungszeichen. Kurz: Du hast mein Postfach als öffentliches Klo betrachtet und einmal reingeschissen. Dafür hasse ich dich, du Arsch. 👿

Sie können Ihre Angebote jeglicher Art, kostenlos auf unseren Seiten schalten.

Die Rubrik Sonder- und Restposten wurden NEU mit aufgenommen.

Das ist ja eine ganz tolle Geschäftsidee, mit der du da Deppen fangen willst. Einen solchen Bereich hat jedes einigermaßen frequentierte Webforum.

Warum nur ist dir vor dem Wort „kostenlos“ der Sprachfluss so gestockt, dass du ein Komma setzen wolltest? Nein, ein Wohltäter versendet keine Spam, sondern tut wohl – und so ganz kostenlos wird deine vermüllte Fundgrube im Internet schon nicht sein. Wahrscheinlich wird eine einmalige Gebühr fällig, gegen die jede eBay-Gebühr zurückhaltend wirkt. Vielleicht kriegt man auf deinen spambeworbenen Seiten aber auch gleich einen vollwertigen Satz von Trojanern untergejubelt. Wer sich von illegaler und krimineller Spam locken lässt, der lasse alle Hoffnung fahren!

Oh, da ist ja auch eine Beschreibung deines Angebotes. Mal lesen…

Angebot:

Soviele Anzeigen Sie möchten

Das gleiche habe ich in den jeweiligen Flohmarkt-Brettern meiner Webforen auch, und zwar ohne, dass ich dafür auf einen Link in einer Spam klicken muss.

Bis zu 5 Foto´s pro Anzeige

Einmal ganz davon abgesehen, dass ich das in jedem Webforum…

Was ist am Wort „Foto´s“ falsch? Erstens ist der Apostroph kein Apostroph, sondern ein „Backtick“, weil der Autor dieser Zeilen nicht einmal der deutschen Sprache mächtig ist. Zweitens ist das angehängte Suffix „s“ nicht etwa die Flexionsendung für einen Genitiv, sondern für einen Plural. Bei einem Genitiv würden wenigstens die Engländer noch einen Apostroph setzen. Denn drittens wäre der Apostroph selbst dann noch falsch, wenn es sich hier um einen Genitiv handelte. Jemand, der in seiner Selbstwerbung (die auch noch illegalerweise durch Spam erfolgt) in einem einzigen Wort so viel falsch macht, bietet sich kaum als jemand an, der ein einigermaßen zuverlässiges und seriöses Internet-Angebot betreiben kann. In der Schlampigkeit zeigt sich des Spammers Streben nach dem schnellen, mühelosen Geld, das von leichtgläubigen Idioten gezahlt werden soll.

Mediadatei als PDF oder auch als Kurzfilm im MPEG-Format pro Anzeige

Häh? Was für eine stammelhafte Nullzusage!

Keine Vermittlungsprovisionen
Keine Anzeigenkosten irgendwelcher Art

Es entstehen überhaupt keine Kosten und die kriminellen Betreiber des Angebotes machen das alles aus reiner Nächstenliebe. Sogar noch nach Weihnachten. Deshalb müssen die ja auch mit Spam dafür werben. :mrgreen:

Keine Unterschiede zwischen private- und gewerbliche Anzeigen
Keine Kosten für Käufer oder Verkäufer

Wer so oft betont, dass der einzelne Geschäftsvorfall kostenlos sein wird, der versteckt seinen Reibach oder vielleicht auch seinen Abzocktrick an anderer Stelle.

Präsentation Ihrer Anzeige mindestens 50 bis 365 Tage

Ich will ja nicht pedantisch sein, aber nach dem Attribut „mindestens“ erwarte ich kein Intervall, sondern eine konkrete Angabe. Man stelle sich einmal vor, jemand sage „Das Auto verbraucht mindestens 7 bis 28 Liter Sprit auf 100 Kilometer“ – wie viele sind es denn? Noch nulliger ist eine Zusicherung gar nicht möglich, und für solches Nullgeblubber werden gleich zwei Zahlen benötigt… 😆

Keine nachträgliche Rechnungserhebung
Es besteht absolut kein Risiko

Ja ja, das hatten wir alles schon. Und ihr schickt ein paar Millionen kriminelle Spams raus, um niemanden abzuzocken und damit nichts zu verdienen. Wer dir das trotz dieser unbeholfenen Zusicherungen glaubt, wird bestimmt von euch enttäuscht werden. Denn jeder Enttäuschung geht eine Täuschung voraus – und die Täuschung, die liefest du mit deinem Spam frei Haus.

An Verbesserungsvorschläge, Anregungen und Änderungen für ein benutzerfreundliches Portal haben wir immer Interesse.

Mein Vorschlag: Hört sofort damit auf, mein Postfach mit illegaler und nerviger Spam vollzuscheißen!

Sollte ein Land, Gebiet oder Stadt fehlen, teilen Sie uns dieses bitte ebenfalls mit, wir werden es umgehend mit aufnehmen.

Selbstverständlich auch Gebiete außerhalb von Europa.

Es fehlt das passende „Gebiet“ für euch. Die Hölle.

Besuchen Sie uns
http://www.vonabisz.eu

Spezialmärkte
http://www.pferdevonabisz.eu

http://www.mobilevonabisz.eu
http://www.immobilienvonabisz.eu

Ich habe im Zitat die Formatierung verändert. Die Vorlage hat versucht, mit eingefügten Leerzeichen eine tabellarische Formatierung zu simulieren, was nicht nur flatterhaft und scheiße aussieht, sondern auch angesichts der HTML-Mail dumm und unnötig ist. Wahrscheinlich sieht es auf den Rechnern der Opfergruppe besser aus, denn man darf davon ausgehen, dass sich solche Bauernfängerei nur an Windows-Nutzer richtet. Unter diesen finden sich die Menschen, die ohne Verstand auf alles klicken. Vielleicht sogar auf diesen „Pferdemarkt“ – wenn das mal kein Kuhhandel wird… :mrgreen:

ALLES KOSTENLOS

Ja, das sagtest du schon, Spammer! Es wird auch durch die Großbuchstaben, die rote Farbe und durch die fetten Zeichen nicht überzeugender. Wenn du schon HTML-formatierst, denn formatier doch mal Tabellen mit HTML-Tabellen! Denn sieht deine Scheißspam wenigstens so ansprechend aus, dass man nicht auf dem ersten Blick merkt, dass man es mit einem schlampigen und windigen Anbieter zu tun hat.

Informieren Sie Ihre Geschäftspartner, Kunden, Freunde und Bekannte über unsere Seiten und Ihre Anzeigen.

Was soll ich meinen „Geschäftspartnern“ und „Freunden“ denn sagen, du Spam-Depp? Soll ich ihnen echt erzählen, dass ich eine ganz tolle Spam bekommen habe und voll darauf reingefallen bin? Und auch noch begeistert bin? Für wie blöd hältst du die Menschen, die auf deinen Scheiß reinfallen sollen?

Na ja, so merke ich wenigstens, dass ich nicht zu deiner „Zielgruppe“ gehöre. Schade nur, dass du mir trotzdem deinen kriminellen Müll ins Postfach wirfst.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Heinrich

Unter Erbietung meiner vorzüglichsten Verachtung!
Elias Schwerdtfeger

Software auf Schutzgebühr

Samstag, 29. Dezember 2007

Oh, mir hat schon lange kein krimineller Spammer mehr teure Raubkopien in deutschen Müllmails angeboten. Aber so richtig „deutsch“ ist das nun auch wieder nicht, wie sich schon im Betreff offenbart:

Betreff: Industry Standard Software auf Schutzgebühr

Also Spammer, nur um es dir mal in aller Ruhe zu erklären, weil du offenbar zu doof bist, es selbst nachzulesen und es dir auch offenbar scheißegal ist, wenn du die Welt mit deinem internet-technischen Halbwissen belästigst. Wenn du eine HTML-Mail versendest, denn gilt das für den Nachrichtenkörper, denn nur dafür machst du die MIME-Angabe „Content-type: text/html“. Das hat keine Auswirkung auf den Betreff, der wird gemäß des angegebenen Zeichensatzes dargestellt. Die Angabe einer HTML-Entity im Betreff hättest du dir wirklich sparen können. Dafür hättest du in deinem Nachrichtentext ruhig Umlaute verwenden können, aber das hast du nicht hingekriegt, du depperter Verbrecher, du!

Aber warum sollte man seine gierkrankten, hingepfuschten Spam-Skripten testen, bevor man sie anwendet? Ein gewisser Mangel an Sorgfalt ist ja schließlich auch Industriestandard, nicht wahr? Guck mal, jetzt kannst du hier so lesen, was „industry standard“ auf Deutsch heißt. Du solltest sowieso mal jemanden fragen, der Deutsch kann, wenn du Deppen in Deutschland bescheißen willst – es ist keine gute Idee, eine „Übersetzung“ mit Google oder Altavistas Babelfish anzufertigen:

Sie bekommen Software momentan. Nur bezahlen und auslasten. Die Programmen sind auf allen europaischen Sprachen uberlassen und fur Windows und Macintosh vorherbestimmt. Alle hier prasentierten Produkte der Software sind billig, aber nur original und vollig.

Sie bekommen Spam momentan. Nur bezahlen und nochmal bezahlen, wenn erwischt. Die Kopieraub sind auf allen europaischen Radebrechen uberlassen und fur Infektion von Systemen vorherbestimmt. Alle hier prasentierten Infektionen der Software sind billig, aber auf Filesharing genau so billig und legal.

Die Aufstellung des Programms ist jetzt kein Problem fur Ihnen. Die professionelle Konsultation des Anwenderdienstes hilft dabei. Garantiert sind die schnelle Antwort und die Moglichkeit der Ruckzahlung.

Die Aufstellung des Trojaners ist jetzt kein Problem fur uns. Unsere Anwender von professionelle Spam-Mafiosi ubernommen, dank nochmal fur ihre Hilfe. Garantiert sind die schnelle Ausweitung von Botnetz und die Moglichkeit, mehr Spam uber Welt zu senden.

Kaufen die vollkommen funktionierende Software
http://geocities.com/collins.dirk/

Zahlen fur neuestes Kollektion von Virusses und Trojaner, Depp. Einfach nur klicken, schon installiert erste Teil automatisch ohne Zahlung. Vielen Dank!

Nicht einmal für eine eigene Domain hat es bei diesen Verbrechern gereicht, lieber nehmen sie eine kostenlose Homepage bei GeoCities. Denn mit einer eigenen Domain könnten die viel zu schnell ermittelt werden.

Mit Eimern sch(r)öpfen

Freitag, 28. Dezember 2007

Nein, der Text der Mail ist nicht besonders interessant. Es ist die übliche Zockmal-Spam des Royal Super Jackpot Duper Euro Vegas Cash VIP Kasino Casino, das zwei Mal am Tag seine Server und seine „Firmierung“ wechselt (im Moment nennen diese Gauner sich „Vegas VIP“), damit auch wirklich jeder verliere, wenn er denen sein Geld gibt:

Brauchen Sie noch einen Grund um zu Vegas VIP Casino zu kommen? Wie ware es mit 555 Grunden?!

Werden Sie Mitglied beim fuhrenden Gaming-Club und Sie erhalten einen Willkommensbonus in Hohe von 555 _.

Es ist übrigens auch nicht wirklich neu, dass diese kriminellen Spammer mal wieder Probleme mit ihren Zeichensätzen haben und mir deshalb 555 Unterstriche als „555 Grunde“ verkaufen wollen. Ich habe übrigens jeden Tag gut 300 neue Gründe in meinem virtuellen Postfach, jeden Spammer einfach zu erschießen. Von den Blogkommentaren gar nicht erst zu reden…

Diese technischen Probleme hängen wohl damit zusammen, dass dieses Abzocker-Casino im Moment etwas Neues ausprobiert. Die Spam-Mail ist in HTML formatiert, so dass der genervte Empfänger dieses täglichen Mülls nicht mehr auf den ersten Blick sieht, dass da jeden Tag unter den immer gleichen Texten eine andere URL druntersteht. Sonst glaubt noch jemand, er würde von diesen Betrügern betrogen, und das ist ja schlecht für das Betrugsgeschäft. :mrgreen:

Dieses Mal ist die Domain eine „citycasinosite“, man hat eben Domain-Verschleiß. Wie man Entitäten in HTML kodiert, haben die Verbrecher offenbar noch nicht gelernt. Sie sollten vielleicht einmal jemanden fragen, der sich damit auskennt, bevor sie ihre Strokeleien auf die Postfächer loslassen.

Nein, das ist dennoch alles nichts Besonderes. Aber was an dieser Mail erheitert, das ist der (gefälschte) Name des (gefälschten) Absenders. Er hat nämlich einen sehr aufschlussreichen Namen bekommen, und der lautet ausgerechnet:

Centralpoint Schoepfeimers

Wie passend! 😀

Zeilenzähler

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Mein heutiger Preis für den dümmsten „Inhalt“ in einem Spamkommentar geht an diesen anonymen Anbieter transsexueller Wichsvorlagen:

Einfach nur die Kommentarzeilen durchgezählt, bevor die Spamzeilen beginnen: Hier weiß jemand nicht, wie man sich das Skript vernünftig anpassen kann.

Einfach erstmal 6 Zeilen lang nur „Kommentar“ hinschreiben und eine laufende Nummer hinterher, bevor die gefühlten hundert Zeilen mit recht monotoner Spam kommen. Dümmer gehts nimmer. Ist ja ganz toll, du Wichsspammer, dass du dir so ein schönes Skript geholt hast, aber vielleicht solltest du es auch verstehen. So kommst du nie an einem Spamfilter vorbei.

Vor allem nicht, wenn du dir so ein Schrott-Skript hast andrehen lassen. In WordPress-Blogs gibt es in der Regel keinen BBCode, sondern nur HTML. Das weiß jeder, der sich auch nur oberflächlich mit der Materie beschäftigt hat. Das wissen sogar viele Leser von WordPress-Blogs. Dass es sich hier um WordPress handelt, kannst du im erzeugten HTML-Quelltext nachlesen, schau mal nach der Meta-Angabe generator. Das geht übrigens fast überall, weil kaum jemand diese Angabe rausnimmt. Ja, ich weiß: Du verstehst davon nix, du Arsch. Aber die Leute, die dein Spamskript hingepfuscht haben, die sollten vielleicht etwas davon verstehen. Denn würden sie nicht so einen Schrott versuchen. Verstehste, Spamarsch? Die haben dir Schrott verkauft. Richtigen Müll. Völlig wertlose und sinnfreie Scheiße. Das geschieht dir ganz recht, du Weltverpester du, denn du willst auch nur Schrott verkaufen. Aber so wirst du das niemals schaffen…

Mach endlich pleite, geh sterben, subtrahier dich vom Universum! Eine Welt ohne dich ist eine bessere Welt. Wahrscheinlich. Nicht nur für Blogger.

WP-Plugin: Umfassende Entwertung

Dienstag, 25. Dezember 2007

Zunächst zur Klarstellung: Es handelt sich bei den Ads, die auf Websites eingeblendet werden, keineswegs um Spam. Es ist eine völlig legale Form der Werbung, und viele Gestalter des Internet sind der Meinung, dass Werbung ein guter Weg ist, um die auflaufenden Kosten zu decken. Dass ich das nicht für einen guten Weg halte, dass es mir zuwider ist, aus dem menschlichen Vorgang der Mitteilung des eigenen Selbstes Geld zu schinden, das ist eine völlig andere Sache. Aber dadurch werden Ads in einer Website noch lange keine Spam.

Dennoch gehört diese Anmerkung zu Ads unbedingt in den Zusammenhang dieses Blogs. Gut, dass wir hier schon immer auch über „normale“ Werbung geschrieben haben.

Denn es ist schon bemerkenswert und schmerzhaft, wenn Menschen die Ads für das Wesentliche in ihren Blogs zu halten scheinen. Heute kann man im Forum von WordPress Deutschland ein bemerkenswertes Bedürfnis nach einem Plugin lesen:

[…] Und auch hier wieder die Frage: Wie bekomme ich dann die Farbe des Backgrounds heraus, damit ich die Werbung farblich abstimmen kann?

Das Beste wäre natürlich, wenn es ein PlugIn gäbe, dass die grafikeinstellungen der Werbung automatisch übernehmen würde aber ich gehe davon aus, dass es dies nicht gibt. […]

Es ist so eine dieser Mitteilungen, die man zwei Mal lesen muss, weil man sie beim ersten Lesen für völlig unglaublich hält. Beim zweiten Lesen verursacht ein solcher Wunsch etwas aus der Grauzone zwischen pochendem Schmerz und hysterischem Lachen.

Hier beabsichtigt ein Mensch, zu bloggen. Und während er sein Blog zurechtbastelt – das kann ja eine langwierige Angelegenheit sein – beginnt er offenbar, sich eine Erleichterung durch ein Plugin zu wünschen. Er wünscht sich nämlich, dass das optische Erscheinungsbild seines Blogs in automatischer Weise an das Erscheinungsbild der eingeblendeten Reklame angepasst wird. Nicht etwa an den Inhalt seiner Mitteilungen, sondern an eingeblendete, kommerziell orientierte Gehirnwäsche. Und. Er zeigt damit überdeutlich, was ihm die Hauptsache am Bloggen ist. Nicht etwa, dass man sich persönlich einer interessierten Leserschaft mitteilt, sondern dass eine Seite entsteht, die möglichst viel Klickvieh anzieht, das dann das Geld in der Kasse klingen lässt. Eine Seite, die völlig für den Transport einer einseitigen und dummen Form der Kommunikation, nämlich der Werbung, optimiert ist; die sich sogar selbstständig an die Werbung anpasst. Und damit nicht „nur“ Werbung enthält, sondern Werbung wird. Wahrscheinlich ist dieser Mensch auch schon sehr daran interessiert, wie er demnächst sein Ranking optimieren kann. Damit noch mehr Klickvieh kommt. Denn das ist ja das Wichtigste. Für diesen werdenden Blogger.

Ich kann mir beim besten Willen keine umfassendere Entwertung der eigenen Mitteilungen und damit des eigenen Selbstes mehr vorstellen. Es ist so gruselig, dass sogar mir die Worte fehlen. Ich kann nur leise hoffen, dass solches Denken nicht zum Regelfall unter den Bloggenden wird.