Wie, ist das Klo besetzt?
Wer schreibt mir überhaupt:
Von: DAVID SANSOM FROM UK <aantonio@sme.ao>
Antwort an: DAVID SANSOM FROM UK <davidoldfield349@gmail.com>
Ach so, nur so ein Vorschussbetrüger, der alles weitere „Geschäftliche“ nicht über seine Absenderadresse machen will, sondern über eine erfreulich kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim dicksten Kumpel und Komplizen des Spammers und Betrügers, bei Googles GMail.
Mehr muss man nicht sehen, um diesen Müll ungelesen zu löschen. Ich lasse seit Jahren alles automatisch in den E-Müll sortieren, was eine Antwortadresse bei GMail hat, und das war nicht ein einziges Mal ein Fehler. Die meisten Menschen benötigen auch keine Antwortadressen, nicht einmal, wenn sie eine private E-Mail vom Arbeitsplatz versenden. Sie verwenden sowieso einen dieser Webmailer.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ja, eines davon bin ich. 😁️
gestatten Sie mir, mich vorzustellen. Ich bin David Sansom, britischer Staatsbürger, und arbeite im Londoner Büro einer Offshore-Bank (Lloyds Bank Plc). Ich bin Executive Director für Commercial Banking und Interim Chief Operating Officer bei Lloyds Bank, UK.
Ich freue mich, Ihnen einen dringenden und lukrativen Geschäftsvorschlag unterbreiten zu können, von dem wir meiner Meinung nach beide profitieren werden, sofern er erfolgreich abgeschlossen wird. Ich habe Sie nach sorgfältiger Überlegung kontaktiert, um zu prüfen, ob Sie diese Geschäftstransaktion, die ich im Folgenden erläutern werde, abwickeln könnten. Bei meiner Bank liegt ein Betrag von 39.500.000 GBP (neununddreißig Millionen fünfhunderttausend Britische Pfund) brach, da alle Bemühungen, die Hinterbliebenen unseres Kunden – des Einlegers dieses Geldes – zu kontaktieren, gescheitert sind. Bei diesem Kunden handelt es sich um Herrn Roger Ian Wright, einen amerikanischen Geschäftsmann und Gründer einer Investmentfirma mit Sitz in São Paulo. Am 23. Mai 2009 kamen Herr Roger Ian Wright, seine Ehefrau und ihre beiden Kinder bei einem Absturz einer King Air 350 im Küstenort Trancoso, Bahia, ums Leben. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
https://www.thetimes.co.uk/article/british-businessman-killed-in-brazil-air-crash-q866jrnr3fx
Alle Versuche, seine Hinterbliebenen ausfindig zu machen, blieben erfolglos. Meine berufliche Position erfordert es, Nachforschungen zu Hinterbliebenen anzustellen und entsprechende Informationen bereitzustellen. Daher habe ich weitere Untersuchungen durchgeführt und festgestellt, dass Herr Roger Ian Wright in keinem seiner offiziellen Dokumente – einschließlich der Unterlagen für seine Einlage bei meiner Bank – Hinterbliebene oder Verwandte angegeben hat. Nach britischem Recht fällt das Geld an die britische Regierung, wenn innerhalb von 17 Jahren niemand die Auszahlung beantragt. Um dies zu verhindern, habe ich beschlossen, Sie um Ihre Unterstützung zu bitten: Sie sollen sich als sein Hinterbliebener ausgeben, damit das Kapital (39.500.000,00 £) auf Ihren Namen als Hinterbliebener freigegeben und Ihrem Konto gutgeschrieben werden kann. Alle Dokumente und Belege, die es Ihnen ermöglichen, diese Gelder problemlos zu beanspruchen, werden Ihnen zugesandt, sobald Sie auf diese E-Mail antworten. Ich beabsichtige, 50 % der Gesamtsumme – das entspricht 19.750.000,00 £ – als Vergütung für Ihre Unterstützung auszuzahlen. Sollten Sie interessiert sein, werde ich Sie nach Erhalt Ihrer Rückmeldung über den aktuellen Stand der Transaktion informieren und Ihnen die für den Abschluss der Überweisung erforderlichen Einzelheiten und Verfahrensschritte mitteilen.
Haben Sie Interesse? Bitte senden Sie mir dazu folgende Informationen:
1. Vollständiger Name
2. WhatsApp-Telefonnummer
3. Aktuelle Wohnanschrift
4. Beruf
5. AlterIch würde mich über eine zeitnahe Rückmeldung freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Mr. David Sansom
Kontakt-E-Mail: davidsansom147@gmail.com
Oh, beinahe 20 britische Megapfund für mich, einfach nur, weil ich so eine schöne Mailadresse habe und „Sehr geehrte Damen und Herren“ heiße. Aber ich darf auch nicht an die Antwortadresse antworten, sondern an eine dritte Mailadresse, weil der Absender sogar zu dumm ist, die Funktion der Antwortadresse im Mailheader zu verstehen. Lustig auch, dass der meinen Beruf und mein Alter braucht, aber nicht meine Kontonummer, wohin er die 39,5 britischen Megapfund überweisen kann – das hat er aber auch gar nicht vor. Denn dieses Geld existiert gar nicht. Den Beruf und das Alter fragt so eine Trickbetrügerbande gern früh ab, um grob schätzen zu können, wie viel Geld sie aus einem ihrer Opfer rausleiern kann. Die ganze aufwändige Aufführung der Nummer lohnt sich ja nicht, wenn sie nur einige hundert Euro einbringt – nein, die wollen mehr und sind am Telefon (jetzt auch mit WanzApp) sehr geübt. Wenn sie eines ihrer Opfer wie eine Weihnachtsgans ausgenommen haben, dann haben sie sich eher einen hohen fünfstelligen oder niedrigen sechsstelligen Betrug… ähm… Betrag gegriffen. Es haben sogar schon Menschen Darlehen aufgenommen, um solche Betrüger bezahlen zu können, weil sie Millionenbeträge vor Augen hatten. Wenn nichts mehr zu holen ist, bricht der Kontakt ganz plötzlich ab.
Die Geschichte von der herrenlosen Erbschaft auf der Bank und dem korrupten Angestellten, der sie einsacken will, ist sehr alt und läuft immer noch, weil wohl immer noch genügend Menschen darauf reinfallen.
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