Huch! Diese Spam hätte es beinahe durch den Spamfilter geschafft!
Von: FinanzEcho <aldo.moscati@fastwebnet.it>
Oh, heute mal nicht micropayment.de? Ansonsten sieht alles an der Machart dieser Spam nach genau den Spammern aus, die sich auch mal zwischendurch „Consumer Research Group“, „Consumer Promotions Service“, „Consumer Offers Network“ oder auch mal „HomeCare Deals“ genannt haben, natürlich immer schön mit einer ausgedachten – also einfach erlogenen – Anschrift in Berlin. Hier, diese Spammer. Irgendwann haben sie die Impressumssimulation in den Spams einfach weggelassen. Die kriminellen Nummern liefen weiter.
Heute ist es „inhaltlich“ mal etwas anderes. Heute gehen diese Spammer in das Finanzberatungsgeschäft.
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Vom Spammer bestupst entscheiden. Dumm handeln. Geld futsch. 💸️
Natürlich sind die Links nicht direkt gesetzt, wie das jeder denkende und fühlende Mensch allein deshalb tun würde, weil es einfacher wäre, sondern…
$ location-cascade https://www.digistore24.com/redir/568935/tamamebook8f23/ 1 https://www.checkout-ds24.com/redir/568935/tamamebook8f23/?aff=tamamebook8f23&ds24_domain=www.digistore24.com 2 https://markusdan.com/neu/buch/spezialangebot/?aff=tamamebook8f23 $ surbl digistore24.com checkout-ds24.com markusdan.com digistore24.com okay checkout-ds24.com okay markusdan.com okay $ _
…gehen über eine kurze Weiterleitungskette aus Websites in Domains, die noch nicht wegen Spam auf den Blacklists stehen, zu einem ganz speziellen Spezialangebot, natürlich mit angehängter Affiliate-ID. Denn diese Spammer aus dem Pesteingang wollen nicht mit den tollen Tipps eines Buchautors ihre Vermögen bewahren, sondern begnügen sich lieber mit ein paar klimpernden Affiliate-Groschen, die sie dafür bekommen, dass sie diesem Autor interessierte Buchkäufer zutreiben. Und der Vertreiber dieses Buches voller toller Geld… nein!… Vermögensinformationen hat wohl auch keine Probleme damit, seine Affiliate-Groschen an illegal und asozial vorgehende Spammer auszuzahlen. (Falls doch: Die Affiliate-ID wird weiter oben in der Weiterleitungskette sichtbar.) Er hat seit dem 21. April dieses Jahres nicht einmal Probleme damit, seinen Affiliates zehn Euro dafür zu geben, das er ein Buch für rd. vier Euro verkauft, also sechs Euro Verlust mit jedem Affiliate-Geschäftchen zu machen. Denn er ist fürwahr ein großer Geldexperte! Diese Archivversion – ⚠️ Vorsicht! Es ist das Archiv einer spambeworbenen Webseite, ich garantiere für nichts. ⚠️ – ist vom 21. April dieses Jahres, also mittlerweile 148 Tage alt. Der Text zum „zeitlich begrenzten Angebot“ dort ist – einschließlich seiner Verschreiber und Klopfer wie „Um die vollen 10€ Provision zu erhalten müssen Sie mich direkt per E-Mail kontaktieren, da Digistore24 keine Provision auszahlen kann, die höher ist als der Kaufpreis“ – bis heute unverändert. Aber hey, in unserem Kosmos ist ja alles zeitlich beschränkt, zumindest so lange, bis es nach dem Zerstrahlen des letzten Schwarzen Loches endlich nur noch Photonen gibt und die Raumzeit nicht mehr existiert. Das dauert aber noch „ein bisschen“. Und Geld gibt es dann sowieso nicht mehr.
Natürlich kann ich zu diesem vermögensschonend billigen Buch nichts Inhaltliches sagen, denn ich habe es nicht gelesen. Ich blogge hier über die Spam, die bei mir ankommt. Spam ist immer ein ganz schlechtes Zeichen. Wer mir das nicht glaubt, weil ich ein dahergelaufener Blogger bin, der im geduldigen Web gar vieles behaupten kann: Gut so! Einfach zur nächsten Polizeidienststelle gehen und da mal die Polizeibeamten fragen, was von Geschäften aller Art zu halten ist, die über illegale und asoziale Spam beworben werden. Die können ein Lied davon singen! Aber niemals auf Spam reinfallen!
Die größte Gefahr für das Vermögen… oder auch nur für Lohn, Rente, Grundsicherung oder Betteleinnahmen… ist es, wenn man auf Spammer reinfällt. 🤭️
Entf!
Erstaunlich ist, dass das LLM ein Deppen Leer Zeichen ausgegeben hat. Meine Erfahrung ist, dass LLMs heute relativ passables Deutsch hinbekommen. Oder die haben das manuell eingefügt, weil die ganzen deutschsprachigen „Finanz Tipp“ Videos und die VT-Videos von konservativen das auch inflationär verwenden („Gedanken Express“)
Ich glaube aber nicht, dass sich hinter dieser Spam Pixelproster 2.0 / Rabattbande verbergen. LLM-generierte Texte ähneln sich alle sehr, und im KI-Sektor ist heute auch das Prompt-Sharing verbreitet, will heißen, als „gut funktionierend“ bekannte Prompts werden in FCorm von sog. „Skills“ weitergegeben, die dann ein Agent-Harness (also eine Software, die mit dem LLM kommuniziert und Skripte und Programme ausführen kann) auf Nutzerwunsch nachladen und nutzen kann.
Wenn es solche Skillsammlungen für Softwareentwicklung etc. gibt, gehe ich davon aus, dass Spammer und Werber das gleiche machen.
Bei all dem LLM-Einsatz bei Spam und Phishing: Im Grunde erkannt man (ich) Spam auf den ersten Blick und Phishing spätestens beim zweiten Blick. Leider gibt es immer noch Leute, die Spam für eine Art legitime Werbung halten. Dass dahinter IMMER Kriminelle stecken, ist noch nicht durchgedrungen und wird es wohl auch nicht, angesichts der Tatsache, dass ich seit fast 30 Jahren Spam bekomme. Siehe z.B. die negativen Kundenbewertungen bei Trustpilot für den Schrott, den die Rabattbande per Spam und per Internet-Werbung anbietet. Meine einzige Hoffnung ist, dass irgendwann KI lokal auf jedem PC oder Handy läuft, die den Dreck dann mit 100%iger Sicherheit erkennt und aussortiert. Damit könnte sich das Spam- und Phishing-Problem ein für alle mal erledigen und die Spammer müssten tatsächlich arbeiten gehen.
Jede FUSSP hat sich bisher als untauglich erwiesen. Jede End-of-Pipe-Lösung wird auch keine sein, weil dann jeder E-Mail Nutzer schon mal so schlau sein müsste, das zu installieren. Meine These: solange es E-Mail und dumme Menschen gibt, wird es Spam geben.
Das Beste ist immer noch Prävention und Risikostreuung, was aber eben auch Intelligenz beim Nutzer voraussetzt.
Ich gehe, in vielleicht naiver Weise, davon aus, dass die Expertise von vielen Anti-Spam-Aktivisten wie Elias für maschinelles Lerne genutzt werden kann. Wenn ich schon, mit erheblicher weniger Expertise als Elias, fast jede Spam- und Phshingmail erkenne, dann sollte eine gut trainierte „KI“-Software dies auch können und zu >> 90 % der FUSSP sehr nahe kommen.
Nachtrag: So ein KI-Spamfilter kann nicht nur vom User, sondern auch und insbesondere vom E-Mail-Provider des Empfängers eingesetzt werden, sodass „dumme Menschen“ erheblich weniger Gefahr laufen, auf Phishing-Links zu klicken oder auf Vorschussbetrüger reinzufallen. Gerne darf die Rabatt- und Umfragebande, von denen zumindest ich mit Abstand das meiste Spamaufkommen erfahre, eine „Sonderbehandlung“ für ihren Dreck bekommen (sie sollte den meisten E-Mail-Providern bekannt sein).
Von mir aus können verdächtige E-Mails, die die KI nicht zu 100 % triggern, im Zweifel mit [Spamverdacht] getaggt werden oder in den Spamverdacht-Folder verschoben werden. Das gibt es heute schon, nur eben nicht mit höchster Sicherheit. Bei 100%iger Sicherheit darf gerne sofort gelöscht werden. Gegen Opt-In von mir aus. Wer das verweigert, der darf sich gerne weiter beglücken und ggf. abziehen lassen. 🙂
Das Problem ist eben nur, dass die Dummheit in Form des ewigen Septembers auch schon lange auf der Adminebene angekommen ist. Bestes Beispiel: t-online.de. Und wenn die dann auch noch „dumme“ „KI“ unkontrolliert einsetzen und damit die Kunden (womöglich noch zwangsweise wie t-online) bevormunden wird’s brandgefährlich, wegen false positives. Es hat schon seinen Grund, dass es die FUSSP nicht gibt.