Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Steuerrückerstattung“

Wichtige informationen uber Steuerruckerstattung

Samstag, 9. November 2019

WARNUNG: Auf gar keinen Fall den Anhang öffnen. Das Word-Dokument enthält ein Makro, das Schadsoftware nachlädt und installiert. ⚠️

Und nein, diese Spam kommt nicht vom „Bundeszentralamt für Steuern“. Der Absender ist gefälscht.

Sehr geehrte Steuerzahler,

Benachrichtung über Steuerrückerstattung 2019

Nach den letzten jährlichen Berechnungen Ihrer steuerpflichtigen Aktivitäten [sic!] haben wir festgestellt, dass sie Anspruch haben auf eine Steuerruckzahlung [sic!] von:

€ 694,32

Bitte reichen Sie die Steuer Rückersattungsanfrage [sic!] ein und gewähren Sie uns 3 Tage fur [sic!] die Verarbeitung.

* Sie finden diese im Anhang als Word-Datei.

Bitte reichen Sie das Steuerformular für die Rückerstattung ein vor dem. 15 November 2019 Bitte antworten Sie nicht auf diese Nachricht. Wenn Sie Fragen haben, benutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

© Bundeszentralamt für Steuern 2019

Jeder Mensch mit normaler Lebenserfahrung sollte dieser Mail sofort ansehen können, dass etwas nicht stimmt:

  1. Unpersönliche Ansprache „Sehr geehrte Steuerzahler“
  2. Keine Erwähnung der Steuernummer
  3. Diverse Rechtschreibfehler, viele fehlende Umlaute
  4. Berechnung eines Auszahlungsbetrages für einen Antrag, obwohl dieser Antrag noch gar nicht gestellt wurde – man braucht nicht viel Behördenerfahrung, um das absurd zu finden
  5. Bezug auf ein nirgends verlinktes Kontaktformular und keinerlei Angaben zu Kontaktmöglichkeiten für eventuelle Rückfragen
  6. Kommunikation über Steuersachen (für die ein weit gehendes Steuergeheimnis gilt) in einer unverschlüsselten, nicht digital signierten, offen wie eine Postkarte überall auf dem Weg durch das Internet lesbaren und manipulierbaren E-Mail

Das sind mehr als genug Gründe, die Löschtaste zu drücken und auf gar keinen Fall den gefährlichen Sondermüll aus dem Anhang zu öffnen. Das Antivirus-Schlagenöl hilft übrigens nicht. Aber zum Glück haben Menschen ja auch ein Gehirn, und das erkennt solche Spam sehr leicht. 🧠

Wer mir das aus mir völlig unverständlichen Gründen nicht glauben will, der lese hier weiter, denn die Spam ist eine Pest:

Ich möchte heute jedenfalls nicht in einem Finanzamt am Apparat sitzen, wo die Telefone heißlaufen, weil Menschen wissen wollen, was es mit dieser Mail auf sich hat. Aber solche Erwägungen sind dem Spammer egal. Der will nur seinen Trojaner auf möglichst vielen Computern installieren.