Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Die Menschen aus jeder soziallen Schicht verdienen mit uns und haben Erfolg ohne spezielle Schulung!

Montag, 17. Januar 2011, 11:54 Uhr

Dieser überlange Betreff bedeutet, wenn man ihn von Spamdeutsch nach Hochdeutsch überträgt, etwa Folgendes: Auch nichts gelernt hat, bekommt bei uns einen „Job“, der nicht einmal angelernt werden muss. Und dieser „Job“ ist dermaßen seriös, dass wir trotz der Tatsache einer riesiegen Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik lieber unser „Personal“ mit illegaler und asozialer Spam suchen. Denn wir wollen auf jeden Fall anonym bleiben.

Unsere Gesellschaft entwickelt sich, wir erweitern den Einflußbereich unseres Busineß in Europa.

Unsere „Gesellschaft“ – von Insidern auch gern „die Firma“ genannt – hat keinen Namen und macht so ein beschissnes Business, dass sie nicht einmal weiß, wie man Business schreibt. [Hihi, so etwas kommt raus, wenn man ein Rechtschreibprogramm nach alter Rechtschreibung auf den neuen Sprachgebrauch loslässt, denn früher ist nun einmal jedes Doppel-s am Ende eines Wortes oder vor einer Wortfuge zu einem ß geworden.] Wir ziehen es vor, völlig namenlos und unbekannt zu bleiben. Deshalb fälschen wir ja auch unseren Absender, wenn wir mailen.

Aus diesem Grunde beginnen wir Personalrekrutierung, um freie Stellen unserer Vertreter und Finanzverwalter zu besetzen.

Unser Ruf ist uns scheißegal. „Vertreter“ kann bei uns jeder sein. Und „Finanzverwalter“ auch. Geld kann man schließlich jedem in die Hand drücken. Unsere „Vertreter“ machen in ihrem eigenen Namen für uns die betrügerischen Geschäfte, und unsere „Finanzverwalter“ nehmen das Geld auf ihren Privatkonten entgegen, um es über Western Union oder MoneyGram schön anonym zu uns zu senden. Wir sitzen nämlich nicht gern im Knast, wir wollen das so ergaunerte Geld verprassen und uns ein gutes Leben damit machen.

Wir geben Ihnen die Möglichkeit, zusätzliches Bargeld zu verdienen, wenn Sie mit uns zusammenarbeiten. Wir suchen nach ehrlichen, verantwortungsbewußten, fleißigen Menschen, die mit unserer Gesellschaft in ihrer Region arbeiten könnten.

Und weil die Kriminalpolizei mal wieder viel zu viele von unseren geistig etwas unbedarften Komplizen weggefangen hat, geben wir jetzt ihnen die Möglichkeit, an unserer Stelle angezeigt zu werden, sich vor Polizei und Gerichten verantworten zu müssen und in jedem Fall im vollem Umfang für den angerichteten Schaden persönlich haftbar gemacht zu werden. Dafür kann das bisschen „Bargeld“ auch nicht entschädigen, denn hinterher wird mindestens zehnfach zurückgezahlt. Hauptsache, sie sind so blöd, dass sie das für ein tolles Angebot halten. Mehr brauchen sie eigentlich nicht zu können. Na ja, ein Konto müssen sie unter ihrem Namen eröffnen können, das wäre gut. Und eine Anschrift sollten sie haben. Denn dafür brauchen wir sie. Nicht für etwas, was sie können.

Wir gewährleisten den Einkommenszuschlag [sic!] in Höhe von 2000 Euro pro Monat.
Dieses Angebot erfordert von Ihnen keine Investitionen, Sie brauchen auch keine Fachkenntnisse, nur ein paar Stunden Freizeit pro Tag.

Halbtags eine ungelernte Arbeit, nur ein paar Stunden lang, angeboten von einem kriminellen Spammer, die trotzdem 2000 Euro im Monat bringt. Man muss nicht viel verstehen, um dabei alarmiert zu sein. Vor allem…

Wenn Sie für unser Angebot Interesse bekommen haben, senden Sie Ihr Resümee [sic!] an unsere E-Mail-Adresse: direction (at) dewision (punkt) biz

…wenn in der Mail ganz offen eingeräumt wird, dass die Absenderadresse gefälscht ist. Wer mit diesen Halunken ins Geschäft kommt, steht mit einem Bein im Knast, und mit dem Geld wird es nichts. Nähere Fragen zum Themenkomplex der scheinbaren „Jobangebote“ per Spammail sollte jede Dienststelle der Kriminalpolizei aus ihrer alltäglichen Erfahrung heraus beantworten können.

Es tut uns wirklich Leid, wenn diese Mitteilung für Sie jegliche Unbequemlichkeit verursacht hat.

Oh, wie gern ich euch ein bisschen Leid antäte, ihr Spammer! Das mit den Krokodilstränen hätte doch nicht auch noch sein gemusst, euer normales Spammen ist doch schon Verachtung genug.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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Beachten sie vor dem Schreiben eines Kommentares die Datenschutzerklärung für Unser täglich Spam. Wenn sie Wert auf ihre Privatsphäre legen und aus gutem Grund nicht überall ihren Namen und ihre E-Mail-Adresse angeben wollen, machen sie einfach Phantasieangaben.