Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Bis zu 3000 Euro Nebenverdienst

Freitag, 15. Februar 2008, 20:34 Uhr

Wir sind ein dynamisches Unternehmen im Bereich der Finanztaetigkeit!

Ich bin ein dynamischer Blogger, der sich jeden Tag beim Lesen der Spam aufs Neue darüber wundern kann, wie viele „dynamische Unternehmen“ es so gibt und wie diese an ihre Mitarbeiter kommen wollen.

Unsere internationalen Geschaeftskontakte werden immer wichtiger. Zur Verstaerkung unseres Teams suchen wir einen Profi als Finanzmanager.

Wenn man ein paar Millionen Müllmails rausschickt, findet man doch ganz bestimmt die richtigen Profis. Weil so ein richtiger Profi gläubig und glücklich ist, wenn er mit einer Massenpost von Kriminellen einen Job angeboten bekommt. Von Leuten, die ihn nicht einmal beim Namen nennen können, weil sie den einfach nicht kennen. So ein „Profi“ kann bei denen denn auch gleich Manager werden, und dem kann man auch gleich ganz heißes Geld zum anonymen Weiterleiten in die Hand drücken, damit er sich die Flossen daran verbrennt.

Sie

  • wohnen  in der EU oder in Deutschland
  • verfuegen ueber Engagement, denken unternehmerisch und handeln zielbewusst
  • haben einige PC Kenntnisse und sind immer erreichbar
  • haben wenigstens 5 Stunden pro Woche frei

Das ideale Opfer sollte – anders als die Absender – keinen russischen Pass haben. Es sollte niemals so zielbewusst handeln, dass es irgendeinen Spamfilter verwendet und die restlichen Müllmails einfach löscht. Es sollte schon „einige“ PC-Kenntnisse haben, was immer das auch bedeuten mag. Aber bloß nicht so viele Kenntnisse, dass es zur Vermeidung von Spam einen Mailclient verwendet, der den größten Teil dieser Pest mühelos ausfiltern kann, denn bei so kenntnisreichen Menschen kommt dieses Stellenangebot gar nicht richtig an. Und natürlich sollte das Opfer immer erreichbar sein, da die heißen Gelder der Phishing-Mafia manchmal schnelles Handeln erfordern. Die eigentliche Arbeit nimmt dann gar nicht mehr so viel Zeit in Anspruch – anders als der eventuelle anschließende Aufenthalt in der JVA, weil man sich der Geldwäsche schuldig gemacht hat.

Unser Gewerbe

  • bietet Ihnen ein leistungsorientiertes Gehalt und wunderbare Aufstiegschancen
  • ueberlassen es Ihnen selbst, wie Sie Ihre Arbeitszeit bestimmen

Solche Opfer fragen dann auch nicht mehr, mit welcher Art von Gewerbe sie es zu tun haben. Das ist ganz nützlich für die Kriminellen, wenn solche Fragen nicht mehr gestellt werden. Deshalb haben die ja auch kein Wort zu ihrer „Firma“ geschrieben oder gar die Website ihrer „Firma“ verlinkt.

Ihr Verdienst betraegt ab 2500 Euro monatlich. Falls Sie genaueres wissen wollen oder Interesse an dieser Position  haben, senden Sie bitte Ihre Bewerbung bzw. Fragen an:

rinkya@km.ru

Denn für dieses „Geschäft“ benötigt man besonders blinde und gierige Opfer. Leute, denen jede richtige Frage vergeht, wenn man sie mit fünf lila Lappen im Monat für fünf Stunden Arbeit in der Woche anlockt. Die schicken bestimmt eine Mail an die angegebene Adresse und wundern sich nicht einmal darüber, dass sie nicht mit dem (gefälschten) Absender der Müllmail übereinstimmt. Das sind die richtigen Opfer. Die kommen übrigens auch nicht auf die Idee, sich die Website auf der Domain km.ru mal anzuschauen, ob das vielleicht eine tolle Firmenhomepage ist. Sonst würden sie vielleicht bemerken, dass man dort kostenlose Mailadressen angeboten bekommt, da eine richtige Mail-Lösung für so ein „dynamisches Unternehmen im Bereich der Finanztätigkeit“ mit einigen Euro im Monat wohl viel zu teuer und vor allem zu wenig anonym ist. Nein, das richtige Opfer bemerkt das alles nicht und schickt wie ein dressierter Hund eine Bewerbung an die Mafia.

Und wird hinterher vor Gericht zu erzählen versuchen, dass es das alles doch gar nicht ahnen konnte. Leider wird das nicht helfen. Wo beim Geldwäsche-Vorwurf noch eine Bewährungsstrafe möglich ist, da werden die zivilrechtlichen Regressforderungen der anderen Betrogenen, der ganzen Phishing-Opfer, sicherlich empfindlich teuer werden. So wird das wirklich nichts mit dem tollen und großen Geschäft und dem Aufstieg. Aber dafür gibt es ja den Abstieg zum überschuldeten Vorbestraften.

Mit freundlichen Gruessen

RINKY LTD

Ihre „Freundlichkeit“ können sich diese Schurken wirklich in den Arsch stecken.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

Ein Kommentar für Bis zu 3000 Euro Nebenverdienst

  1. nico sagt:

    Da versuch ich mal etwas über meinen neuen Arbeitgeber herauszufinden und finde nur diesen reißerischen Kommentar. Das ist so gemein. Aber da ich bewiesen habe, google bedienen zu können, habe ich mich wohl sowieso als „Opfer“ für die Rinky LTD (Übrigens nicht zu verwechseln mit der Rinky Dinky LTD) disqualifiziert.

    grüßle!

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