Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Die irische Nationallotterie

Montag, 16. April 2007

Und schon wieder habe ich in der Lotterie gewonnen, dieses Mal allerdings in der „internationalen irischen Staatslotterie“. Aber auch in Irland weiß man offenbar nicht meinen Namen und kennt nur eine Mailadresse von mir. Dafür hat die Mail eine gar nicht irisch wirkende Absender- und Antwortadresse aus einer niederländischen Domain.

Aber damit noch nicht genug. In Irland spricht man zu so offiziellem Anlass offenbar nicht mehr englisch oder gälisch, sondern, wie die folgende Zeile aus dem Mailheader zeigt…

Content-language: nl

…niederländisch. Dabei kann ich den natürlich englischen Text der Mail doch ganz gut lesen. Aber beim Vorschußbetrug geht es eben ganz besonders „international“ zur Sache.

FINAL NOTICE……/IRISH LOTTERY BOARD ALERT

Ich hoffe wirklich, dass das euer „letzter Hinweis“ bleibt.

RE: FINAL WINNING NOTIFICATION

We are pleased to notify you the draw of the EURO MILLIONS PROMO/PRIZE:DEPARMENT Online Sweepstakes International Lottery Program held on April 14th, 2007. Participants were selected through a computer ballot system drawn from a pool of over 25,000 names of distinguished professionals drawn from Europe,America, Asia, Australia, New Zealand, Middle east, parts of Africa, and North & South America as part of our international promotions pro gramme conducted annually to encourage prospective overseas entries. We hope with part of your prize awards, you will take part in our subsequent lottery jackpots.

The result of our computer draw selected your name and email address attached to ticket number: 56475600545188 with Serial number 5368/02 drew the lucky numbers:,, ,,,(4,12,13,22,37,39)with lucky bonus number(1), which subsequently won you the lottery in the 1st category i.e. 5 1 star Category.

Klar, das ist ja mal wieder so ein Lotterie-Konzept, das mir sofort einleuchtet. 😀 Offenbar haben die irren „Iren“ zu viel Geld in ihrer Staatskasse und deshalb beschlossen, das Geld einfach an willkürlich ausgewählte Ausländer zu verteilen. Wie man an den vielen Kommas vor den „Glückszahlen“ sehen kann, hat das Skript der Spammer wohl einen kleinen Fehler beim Einsetzen der sicherlich willkürlich und für jede Mail anders ausgewählten Zahlen. Warum sollte sich so ein Vorschussbetrugs-Spammer auch Mühe mit der Programmierung geben, einige Deppen fallen ja ganz offenbar noch auf die hanebüchenste Geschichte herein. Selbst wenn diese mit offenbaren Auswirkungen von Programmierfehlern daher kommt. Von Falschschreibungen wie „pro gramme“ für „program“ einmal ganz abgesehen. Wer intelligent genug ist, so etwas zu bemerken, fällt auf so einen Strunz gar nicht erst rein und ist damit zum „abmelken“ uninteressant.

Und wer nach diesen zwei Absätzen immer noch glaubt, es könne da ja auch nur um 5 bis 20 Euros gehen, um Leute für eine echte Lotterie anzufixen, der kann sich im nächsten Absatz über seine recht „beeindruckende“ Gewinnsumme „freuen“, wenn auch das Währungssymbol € von der schlechten Programmierung des Spamskiptes zu einem schlichten Punkt verhunzt wurde:

You have therefore been approved to claim a total sum of .1,350,000 (One Million, Three Hundred and Fifty Thousand Euro) in cash credited to file KTU/9023118309/04.

This is from a total cash prize shared amongst the first Six (6) lucky winners in this category i.e.5+1 star Category.

Your prize award has been insured in your name and is ready for claims. To begin your claims therefore, you are advised to expeditiously contact our licensed and accredited claim agent for Overseas Lottery Winners within a period of 21 days (date of this email inclusive) for the processing of your winning and remittance to your designated bank account after all statutory obligations have been satisfactorily dispensed with.

Um es noch einmal auch für den Leichtgläubigsten zusammen zu fassen. Eine angebliche „irische Nationallotterie“ schreibt eine Mail an einen Unbekannten, den sie nicht einmal mit Namen ansprechen kann, weil sie den Namen ganz einfach nicht kennt. Diese Mail stammt von einer niederländischen Domain und ist nach ihren eigenen Meta-Angaben in niederländischer Sprache verfasst, sagt aber dem unbekannten Ausländer, der niemals ein Los dieser „Lotterie“ gekauft hat, dass er jetzt über eine Million Euro gewonnen hat. Um das Ganze trotz kleiner Unstimmigkeiten und Programmierfehler ein bisschen „formell“ und „offiziell“ aussehen zu lassen, wird nicht mit Glückszahlen, Bezeichnungen für Gewinnstufen und einem Aktenzeichen gespart.

Und dieser unbekannte Empfänger (der jetzt ich geworden bin) einer unglaublichen staatlichen Schenkung soll seinen Gewinn binnen dreier Wochen nach Empfang des E-Mülls bei einer dazu auserkorenen Agentur beanspruchen, um das schöne schöne Geld auf sein Konto zu kriegen.

Wer das glaubt, ist selbst schuld. Und er wird sich gewiss wundern, wenn er den Agenten für die überseeische Anspruchs-Bearbeitung kontaktiert, wie es die Mail von ihm will – es ist von saftigen Bearbeitungsgebühren auszugehen, die erst einmal bezahlt sein wollen, bevor der große Geldsegen auf das darbende Konto fließt. Dass jeder Euro, den man diesen Gaunern gibt, genau so gut im Klo runtergespült werden könnte, brauche ich hoffentlich nicht mehr extra zu erwähnen.

Our Overseas Claims agent (Barr. David Client Field) will immediately commence the process to facilitate the release of your funds as soon as you contact him.

You may wish to establish contact via email with the particulars presented below citing the batch and reference numbers to this letter between the hours of 8.00am 7.30pm on Monday through Fridays to file in for your claims, contact:

Irish National Lottery Fiduciary
Overseas Claims Office.
Contact Person: Barr. David Client Field
Email: barr.davidclientfield@yahoo.co.uk
Phone:+44 7011127993

Offen bleibt natürlich die Frage, warum die sehr stilsicher gewählte Mailadresse des Agenten, eine kostenlose Mailadresse bei Yahoo, nicht auch als Antwortadresse in diese Mail eingetragen wurde. Wahrscheinlich sind die Urheber dieses Schwindels einfach zu blöd, das verwendete Spam-Skript zu verstehen.

Dennoch denke ich, dass David Kundenfeld sehr über viel Mail und viele Anrufe von Menschen freuen wird, die ihren Gewinn beanspruchen. Deshalb habe ich die Daten hier unverändert zitiert. Mein eigener, mir eben mitgeteilter „Gewinn“ möge der ganzen bloglesenden Welt zur Verfügung stehen; holt ihn euch, bevor ihn euch jemand wegschnappt! Aber bitte auf gar keinen Fall echte Daten und Mailadressen angeben, mit diesen Verbrechern ist nicht zu spaßen. Und immer daran denken, dass man sich beim Telefonieren am besten in schwerfälligem und falschem Englisch ausdrückt und sofort um einen Rückruf bittet, damit die auch ein paar Kosten haben. Als Rückrufnummer empfehle ich irgendeine sauteure Bandansage oder eine Pornonummer, aber bitte niemals lebende Menschen mit dieser Scheiße belästigen… 😉

Übrigens ist es diesen gierigen Betrügern gar nicht recht, wenn man so verfährt wie ich es hier tue – das ist nämlich schlecht für ihr Geschäft. Aus diesem Grund tue ich es ja. Um das zu „verhindern“, haben die Ärsche extra noch einen juristisch klingenden Hinweis in ihre Spam gekritzelt:

CONFIDENTIAL NOTICE: This email message, including any attachments, is intended only for the use of the intended recipient(s) and may contain information that is privileged, confidential and prohibited from unauthorized disclosure under applicable law. If you are not the intended recipient of this message, any dissemination, distribution or copying of this message is strictly prohibited. If you received this message in error, please notify the sender by reply email and destroy all copies of the original message.

Klar, Leute. Verklagt mich doch dafür, dass ich eine Scheiß-Spam mit einem eurer Betrugsversuche kopiere und verbreite! Ihr schafft es ja sogar, einen Copyright-Vermerk in euren kriminellen Dreck zu schreiben…

Copyright ? 1994-2007 The IR National Lottery Inc.
All rights reserved. Terms of Service – Guideline

…nur mit dem blöden Zeichen „©“ hapert es noch ein bisschen, das wird nämlich durch ein Fragezeichen ersetzt. Das liegt übrigens daran, dass ihr im Header eurer Mail (da, wo ihr auch vorgebt, auf niederländisch zu schreiben) angegeben habt, dass ihr 7bit-ASCII verwendet, und darin gibt es diese hübschen Erweiterungen des Zeichensatzes natürlich nicht.

Vielleicht solltet ihr einfach mal jemanden mit der Durchführung der nervigen Spamaktion beauftragen, der sich mit so etwas auch auskennt und vielleicht ein paar elementare Kenntnisse der englischen Sprache hat. Dem wäre vielleicht auch aufgefallen, dass die kontextlosen Wörter „Terms of Service“ und „Guideline“ in diesem Zusammenhang überhaupt keinen Sinn ergeben. Diese gerieten euch bestimmt versehentlich beim Hantieren mit der Zwischenablage in den Text, während die Verlinkungen in einer Text-Mail natürlich untergingen. Ihr seid auch echt zu blöd, die von euch in die Welt gesendeten Texte mal kurz probezulesen.

Aber warum solltet ihr euch auch um so einen Kleinkram Gedanken machen? Ihr verachtet doch die Deppen, die auf euch reinfallen; und die vielen Leute, die eure Betrugsversuche bemerken und die von eurer Vorschussbetrugs-Spam genervt sind, die sind euch völlig egal. Ihr seid einfach nur widerliche Fäkalmaden. Und wenn ihr einfach an eurer dummen Gier verrecken würdet, würde ich euch bestimmt nicht vermissen. 👿

My Canadian Pharmacy

Montag, 16. April 2007

Die Pimmelpillen-Spammer machen ihren nächsten Angriff auf virtuelle Postfächer und auf die Nerven der Menschen, die virtuelle Postfächer haben. Jetzt schreiben sie nicht mehr im Klartext rein, was sie für tolle Beglückungsideen anzubieten haben, denn das wird wohl zu häufig rausgefiltert. Statt dessen beglücken sie den Empfänger mit einer kleinen, verlinkten Grafik, die den Text transportiert – das sieht denn etwa so aus:

MyCanadianPharmacy - Special price for medical drugs - und völlig überteuerter Pimmelpillen - Klick zum Bestellen, du Depp!

Damit auch wirklich jeder, der so einen Strunz nicht in seinem Postfach haben will, mit dieser Mitteilung von unerhörtem Neuigkeitswert „beglückt“ wird, hat das Bild in jeder der Mails eine andere Größe. Schließlich könnte der Spamfilter sonst noch die Größe der Grafik lernen. Und weil viele Spamfilter inzwischen Mails, die nur aus einer Grafik bestehen, in den virtuellen Orkus befördern, steht auch noch etwas „Text“ darunter, der sich jedes Mal etwas anders liest, aber doch immer gleich sinnlos ist. Auf ein vollständiges Zitat wird heute verzichtet, aber ein bisschen Real-Dadaismus muss schon sein:

Office servers dynamics studio money encarta directory directx net. Cash dublon gates gilmartin hastings! Ms products these are generally followsbit box. […]

Aber bei allem Einfallsreichtum dieser spammenden Werbeköpfe, die über ständig wechselnde Hong-Kong-Domains ihre überteuerten Mittel für das Orgas-Müssen verkaufen wollen: Der Schrott wird hier sicher und automatisch als Spam erkannt und entsprechend behandelt. Und das freut mich. 🙂

Ganz geheime Geheimshows

Sonntag, 15. April 2007

MySpace Deutschland: Wie kann ich bei den Secret Shows dabei sein?Ein „schönes“ Beispiel für den Unsinn und die Dummheit der Werbesprache liefert auch die tolle Web2.0-Plattform namens MySpace jeden Tag aufs Neue allen ihren Mitgliedern.

Die „Macher“ von MySpace (seit einigen Monaten gehört MySpace zu Google) sind ganz offenbar der Meinung, dass es nicht hinreicht, wenn man seine Nutzer einfach nur an das Internet fesselt, es muss auch ein bisschen was in der „Wirklichkeit“ getan werden. Deshalb veranstalten sie so genannte „Secret Shows“, also zu Deutsch „geheime Shows“. Nun hätte eine wirklich geheime Show den ganz großen Nachteil, dass keiner davon wüsste – das ist nicht gut für den Zweck der Werbung.

Und deshalb tut MySpace so einiges dafür, dass diese Shows nicht wirklich geheim bleiben. Zum Beispiel sieht jeder User, nachdem er sich angemeldet hat, auf seiner „persönlichen Seite“ eine Anpreisung des ach so „coolen“ Profiles von MySpace Deutschland. Diese Eigenwerbung kommt mit einer kleinen Animation daher, die schon im dritten Text die Antwort auf die Frage anbietet, wie man denn nun bei den „Secret Shows“ dabei sein kann. Es wäre ja schließlich jammerschade, wenn MySpace mit gewiss hohem Kostenaufwand so eine „geheime“ Show veranstaltete und keine Sau ginge hin…

Diese passive (und wegen der Animation recht nervige und damit unübersehbare) Form ist aber noch nicht alles. Diese „Secret Shows“ haben ein eigenes Profil, treten also bei MySpace wie ein ganz normales Mitglied auf. Und dieses „Mitglied“ mit seiner rein werbetechnischen Bedeutung bietet sich jedem anderen Mitglied als „Freund“ auf MySpace an, damit auch wirklich jeder die Ankündigungen dieser ganz geheimen Geheimshows mitbekomme. 😀

Was in diesem Zusammenhang das Wort „secret“, also „geheim“, noch bedeuten soll? Es bedeutet gar nichts, denn diese Veranstaltungen sind für MySpace-Mitglieder völlig offen und ihre Existenz ist wohl bekannt. Es handelt einfach nur um sinnlosen Werbeblah, der irgendwie griffig, modern, eingängig und englisch klingen soll, scheißegal, ob die dabei verwendeten Worte vielleicht eine Bedeutung haben, die der Wirklichkeit dieser Veranstaltungen spottet.

Das hohle, dumme Reklamegelaber in solchen Bezeichnungen bei MySpace spiegelt nur wider, für wie geistig minderbemittelt die so Sprechenden und Schreibenden die unworbenen MySpace-Mitglieder halten. Das ist das eigentliche Geheimnis hinter den „Secret Shows“. :mrgreen:

Ob die sich in dieser Reklame mitteilende Verachtung der potenziellen Besucher einer solchen „Secret Show“ eine Empfehlung ist, an so einer Veranstaltung teil zu nehmen, muss natürlich jeder selbst beurteilen.

Funktionell

Sonntag, 15. April 2007

Funktionelle Outfits für die kühlen Herbsttage zu tollen Preisen!

Um den völligen Unsinn des nulligen Werbegeschwafels zu entlarven, reicht es oft schon aus, ganz einfache Fragen an die Texte in der Werbung zu stellen.

Zum Beispiel die folgende, sehr einfache Frage: „Was wäre eigentlich das Gegenteil des in der Werbung Gesagten?“ Der Scan oben stammt aus dem frischen Katalog Mode&Preis, es handelt sich um die Überschrift über ein paar Kleidungsstücke für die kühler werdende Jahreszeit.

Aber was wäre denn bitte das Gegenteil der hier angepriesenen „Funktionellen Outfits“? Wirkungslose und deshalb völlig unbrauchbare Klamotten? So etwas könnten die Werber doch nicht wirklich in ihren bunten Hirnbeizer schreiben… 😉 …nicht einmal, wenn es der Wahrheit entspräche. :mrgreen:

Es ist eben Nullkommunikation, wie beinahe jede Werbung. Und in diesem aufgeblähten Nichts, das beinahe jede Werbung ihren Empfängern mitteilt, zeigen die Macher solcher Werbung, wie sehr sie die Empfänger solcher Werbung verachten.

Sparkasse Bankingportal 2007

Samstag, 14. April 2007

Oh, die „Sparkasse“ schreibt mir mal wieder, obwohl ich bei denen doch gar kein Kunde bin. Was die wohl wieder schreiben? (Für eine Ansicht in Originalgröße auf das Bild klicken)

Sparkasse: Das Verfahren der Bestätigung der Informationen über den Kunden

Na sowas. Die schreiben ja bei der „Sparkasse“ jetzt ihre „Nachrichten“ gar nicht mehr als Text, sondern in einer Grafik. Natürlich ist die Grafik verlinkt, aber nicht mit der im scheinbaren Text angegeben URL, sondern mit einer ellenlangen URL auf der Domain syopo.tk. Das hat den Vorteil, dass man beim Klicken auch nicht unbedingt den Link treffen muss, um betrogen zu werden. Die ist ja richtig international geworden, diese „Sparkasse“, die inzwischen schon „ihr“ Online-Banking auf türkischen Webservern betreibt. 😆

Es muss sich ja wohl um die „Sparkasse“ handeln. Das zeigt sich an der (natürlich gefälschten) Absenderadresse, am verwendeten Logo der Sparkasse und am im Text verwendeten, äußerst stilsicheren Deutsch.

Das Verfahren der Bestätigung der Informationen über den Kunden.
Persönliches und Business-Banking

Sehr gelungen ausgedrückt, dieses Verfahren der Abgreifung der Informationen über die Empfänger. So richtig gutes Deutsch, ganz, wie man es von einer Sparkasse erwarten würde.

Sehr geehrte Benutzer,

Die Abteilung der technischen Unterstützung Sparkasse hat die eingeplante Modernisierung der Software für Verbesserung der Qualität der Bedienung unserer Kunden erfüllt. Wir bitten Sie so schnell wie möglich, an den Link nieder zu klicken, um Ihre Bankdaten zu bestätigen:

Klar, ihr auf Phishing hereinfallenden Deppen: Klickt euch an den Link nieder, aber schnell! Wir wollen eure Daten. Das ist nämlich die Qualität der Bedienung unserer Kunden.

Solche Instruktion ist allen Kunden Sparkasse abgesandt.

Und nicht das ist Instruktiert, auch Blogger Spam empfangen Kunden Mail von mir. Deshalb auch ich allen Lesern bloggend zugestellt Beispiel von Grotte schlechtes Phishing.

Wir bitten Sie um Verzeihung für die entstandenen Unbequemlichkeiten und danken Ihnen für Ihre Zusammenarbeit

Wenn wir erstmal Ihr Konto abgeräumt haben, nachdem Sie uns die dafür benötigten Daten gegeben haben, werden wir noch viel dankbarer. Aber das werden wir Ihnen nicht mehr mitteilen.

Und damit unsere inhaltlich nur aus einem Bild bestehende Mail auch sicher durch die Spamfilter geht, hängen wir noch etwas Text dran. Der ist zwar weder deutsch noch besonders sinnvoll, aber wer wie ein dressierter Hund auf den Link in unserer Phishing-Spam klickt, der wird schon nicht runterscrollen, um sich darüber zu wundern.

It will be reached at no very distant date. Can you as an Englishman, tamely contemplate the posssibility of having to live under a German moon? The British flag must be planted there at all hazards. BALSQUITH. My dear Mitchener, the moon is outside practical politics. Id swop it for a cooling station tomorrow with Germany or any other Power sufficiently military in its way of thinking to attach any importance to it. BALSQUITH. Say nobodys enemy but my own. It sounds nicer. You really neednt be so horribly afraid of the other countries. Theyre all in the same fix as we are. Im much more interested in the death rate in Lambeth than in the German fleet. THE ORDERLY. I dont want anything, Governor, thank you. The secretary and president of the Anti-Suffraget League say they had an appointment with the Prime Minister, and that theyve been sent on here from Downing Street. BALSQUITH (going to the table). Quite right. I forgot them. (To Mitchener. ) Would you mind my seeing them here?

Wieso lese ich in diesem automatisch generierten Unsinn eigentlich immer statt BALSQUITH das viel passendere Wort BULLSHIT? Eine Übersetzung dieses wirren Gestammels, das mehr nach simulierter Schizophrenie als nach künstlicher Intelligenz klingt, erspare ich mir – wer ein bisschen Englisch kann, wird diesen Beitrag zur Neuverdrahtung der Gehirne zu würdigen wissen.

Umwerbt die Toten!

Samstag, 14. April 2007

Welche Blüten das automatisierte Versenden von Massenwerbung schon in der normalen Sackpost treibt, kann gerade in den Nachrichten auf der Online-Präsenz von n-tv nachgelesen werden:

556 Jahre nach seinem Tod hat der Kölner Maler Stephan Lochner einen Werbebrief der Deutschen Post AG erhalten. Der Brief hatte die Anschrift: „Stephan Lochner, Domkloster 4, 50667 Köln“ – die Adresse des Kölner Doms […]

Es ist nicht das erste Mal, dass Meister Stephan als Kunde gewonnen werden soll. Vor einem Jahr wurde ihm bereits die Gold Card von American Express angeboten, dann offerierte ihm die „Neue Zürcher Zeitung“ ein Abonnement. Das Kölner Erzbistum vermutet, dass Name und Adresse irgendwann automatisch erfasst wurden und seitdem für Werbezwecke weitergegeben werden.

Auch bei dieser eher obsoleten und doch höchst lästigen Form der Spam, die den Briefkasten in eine Abladefläche für Werbung verwandelt, zeigt sich schon vieles vom Wahnsinn des täglichen E-Mülls. Wenn die Werbeterroristen sich völlig auf die Streuwirkung ihrer Kampagnen verlassen können, gibt es nicht einmal eine oberflächliche Prüfung, ob eine Anschrift aktuell ist und ob die angeschriebene Person überhaupt noch lebt. Die paar zusätzlichen Eurogroschen für das Porto sind offenbar billiger als eine Überprüfung und Bereinigung der gekauften Adressdatensätze.

Daran sollte jeder denken, der ein „ganz persönliches Angebot“ in seinem Briefkasten findet.

For Nachtwaechter

Donnerstag, 12. April 2007

Ah, da hat mal wieder jemand mit einem kleinen Skript den Benutzernamen aus der Mailadresse extrahiert und einfach den ersten Buchstaben „großgemacht“, um seine Empfänger im Betreff „persönlich“ ansprechen zu können – immerhin, dafür braucht es schon ein paar Programmierkenntnisse, die nicht jeder Spammer zu haben scheint. Aber die versuchte „Programmierung“ der Konsumwünsche verläuft ganz nach Schema und ist einfach ermüdend.

Einmal ganz davon abgesehen, dass diese Spamärsche nicht mal meine Mutterspreche schreiben können…

Good day!

Nein, wenn ich beim Abholen meiner Mail so einen Müll sehe, ist es kein guter Tag. Ein guter Tag ist der Tag, an dem die Spammer ihre letzten gierigen Zuckungen machen, während sich ein Strick um den Hals zusammen mit der irdischen Schwerkraft gegen die ungebremste Gier und Widerwärtigkeit vereint.

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[… Der Link wurde von mir entfernt]

Nein, ich werde euch Netz-Dealer nicht besuchen und ich werde deshalb sogar 100 Prozent meines Geldes sparen.

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Klar, ein ganz persönliches, spezielles Angebot. So persönlich wie eine billige Postwurfsendung, nur noch viel lästiger.

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Ich brauche kein Viagra und kein Cialis, denn ich glaube nicht, dass „Orgasmus“ von „Orgasmüssen“ kommt. Das hat für mich den zusätzlichen Vorteil, dass mich mein bisschen Sex immer noch kein Geld kostet – jedenfalls kein Geld für Medikamente. UND DARAN WIRD SICH AUCH NICHTS ÄNDERN, UND WENN IHR NOCH SO VIELE SCHREIENDE GROSSBUCHSTABEN IN EURE SO GENANNTEN „ANGEBOTE“ REINSCHREIBT…

YOU NEED 15 MINUTES TO BE READY FOR ACTION.

UND WENN EINES VON EUCH ARSCHLÖCHERN MIR GEGENÜBER STÜNDE, DENN BRÄUCHTE ICH WESENTLICH WENIGER ALS 15 MINUTEN, UM ZUR SACHE ZU KOMMEN. UND DER PILLEN BEDÜRFTE ICH DAFÜR AUCH NICHT, WOHL ABER EINES STUMPFEN GEGENSTANDES ZUR ERHÖHUNG DER SCHLAGFREUDE.

So, mal wieder die Buchstabengroßmachtaste ausschalten, sonst werde ich noch wie diese textbrüllenden Spammer.

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Es handelt sich keineswegs um benötigte Drogen. Ich brauche sie nicht.

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Ich käme auch niemals auf die Idee, irgendwelche Drogen bei einem Dealer zu kaufen, der im ganz fernen Ausland sitzt.

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Wenn ich bei meinem Dealer „umme Ecke“ Drogen kaufe, brauche ich auch nicht zum Arzt und muss mir auch kein Rezept abholen. Das einzige, was ich brauche, ist Geld. Genau wie bei euch. Nur, dass ich nicht auch noch tagelang, wochenlang auf ein Päckchen mit dem Stoff warten muss.

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Mich habt ihr zu 100 Prozent angeödet und verärgert.

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Und deshalb werde ich bestimmt nicht auf einen Link klicken, der mich zu einer Website in Hong Kong führt. Schon gar nicht, weil das ein krimineller Dealer für Lifestyle-Drogen von mir will, der solche Aufforderungen auch noch mit einer gefälschten Absenderadresse versieht.

Good day.

Steck Dir dein Viagra in den Arsch, vielleicht schwillt davon ja Dein Hirn an. Aber lass mich in Ruhe.

Arschloch!