Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Spam-Splitter (9)

Freitag, 23. Mai 2008

I have a transaction of mutual benefits, which I like to share with you. It involves an amount of Nineteen millions Five Hundred Thousand United State Dollars only […]

Ja, ist schon klar. Bei der momentanen Dollar-Entwertung muss man so händeringend nach jemanden suchen, der das Zeug haben will, dass man ein paar Millionen Spams raushaut.

- kostenlose, arztliche Telefon-Beratung

Seltsam, dass ihr das neuerdings in eure deutschen Viagra-Spams reinschreibt, aber auf der (täglich anderen) Website ist nirgends die Telefonnummer zu finden. Ich hätte mich so gern einmal kostenlos von euch kriminellen Pillenvertickern „beraten“ lassen, das wäre zusammen mit meinem Bandmitschnitt ein Spaß für das ganze Internet geworden. :mrgreen:

Ach so, weil ihr im Deutschunterricht mal wieder nicht aufgepasst habt. Solche abstrakten Adjektive von einsilbigen Wörtern auf „-lich“ führen im Deutschen fast immer (mit sehr wenigen Ausnahmen eher mundartlicher Färbung) zu einem Umlaut. Aus „gut“ wird „gütlich“, aus „Mund“ wird „mündlich“ und aus „Arzt“ eben „ärztlich“. Ich weiß, wie schwierig Deutsch ist, schließlich muss ich diese Sprache täglich sprechen. Aber vielleicht solltet ihr doch mal jemanden als Autor bemühen, der es ein bisschen kann. So jemand ist auch nicht schwer zu finden, hier in Deutschland spricht jedes Kind Deutsch. Ach, der Weg ist zu weit, wenn man in der Ukraine sitzt? Na ja, denn schlagt doch wenigstens einen Duden auf…

Leiten Sie diese Nachricht an alle Ihre Freunde SO SCHNELL WIE MÖGLICH weiter, da für jeder der spielt erhalten Sie 25EUR von uns völlig Gratis!

Und wenn sie nicht leiten weiter sie erhalten uns von das gleiche Nichts nämlich, weil nachvollziehen wir können nicht wie kam Opfer zu Spam.

She loves my man meat now and sucks it like a lollipop.

…und nach einiger Zeit begann sie sogar damit, das Ding zu zerkauen.

Die Viagra-Spam-Sammlung

Mittwoch, 21. Mai 2008

Nach vielen Zitaten aus Spam mit genussvollen Kommentaren mal wieder ein schmackhafter Link: Die Viagra-Spam-Sammlung. Hier kann man sehr gut erkennen, wie sich die Spammer an den Spamfiltern vorbeiarbeiten wollen.

Der englische Text sei hier für deutsche Leser quick ins Deutsche übertragen:

Als Opfer der Spamfirmen, die meinen Posteingang regelmäßig mit unverlangtem Müll „bombadieren“, habe ich beschlossen, eine fröhliche Zusammenstellung der beliebtesten Form der Spam zu schaffen – der Viagra-Spam.

Die Spammer, die diese ganzen Viagra-Angebote versenden, benutzen ausgefeilte Techniken, um die modernen Spamfilter zu durchdringen:

  1. Die Spam wird in der Form einer GIF-Grafik versendet, so dass sie nicht von Spamfiltern erkannt werden kann, die anhand der Texte filtern
  2. Die Spam-Mitteilungen werden jeden Tag verändert. Das betrifft unter anderem das Design, die Domain der Website, und selbst der Preis für die Viagra-Tabletten wird häufig verändert…
  3. In einigen dieser Spams ist der Text kursiv gesetzt, um eine Erkennung mit OCR-Software zu verhindern.
  4. Die Spammer fügen etwas Rauschen (in Form von Punkten, Linien oder in anderer Gestalt) zu den Spambildern hinzu

Und zum guten Schluss, hier ist meine Zusammenstellung der Viagra-Spam, die ich in den letzten Monaten empfangen habe.

Ein Dank für den Link an Frank

Kinowelt-Spam

Dienstag, 20. Mai 2008

Der Eintrag „Danke für den Spam“ im Hochniveau-Blog vermittelt den Eindruck, dass die „Kinowelt“ (hier bewusst nicht verlinkt) sich für ihre Werbung offenbar jenes Mittels der automatischen Massenmail bedient, das etwas gängiger als Spam bezeichnet wird. Dabei wird offenbar auch nicht davor zurückgeschreckt, diese Spam über ein Botnetz zu verschicken, wie in einem ergänzenden Kommentar in der oben angegebenen Quelle kurz erläutert wird. Wer die weitere Entwicklung in dieser Sache verfolgen will, sollte sich aus dem Hochniveau-Blog informieren.

Den Werbern der „Kinowelt“ (hier bewusst nicht verlinkt) – sofern diese Spam nicht in sabotierender Absicht von einem Gegner oder Mitbewerber versendet wurde – möchte ich nahelegen, diese strategische Entscheidung gründlich zu überdenken. Das illegale Werbemittel Spam ist nicht dazu geeignet, ihren Angeboten und Produkten die mutmaßlich gewünschte positive Aufmerksamkeit zu vermitteln. Vielmehr bewirkt diese recht antisoziale und sonst beinahe nur von Kriminellen verwendete Form der „Kommunikation“, dass ihre Produkte und Angebote in einer gefühlten Nähe zu all jenen illegal verkauften und minderwertigen bis wirklungslosen Medikamenten, diversen Betrügereien, Abzock-Casinos und Angriffen auf die Integrität privater Rechnersysteme erscheinen. Dies kann meines Erachtens kaum in ihrer Absicht liegen. Sollte ich mich da irren, betrachten sie diesen Hinweis bitte als irrelevant.

Sollte es sich hier jedoch um die hinterhältige Attacke eines Gegners oder Mitbewerbers handeln, so kann ich den Verantwortlichen bei der „Kinowelt“ (hier bewusst nicht verlinkt) nur empfehlen, die erforderlichen juristischen Schritte einzuleiten und eine Erklärung auf der Startseite der eigenen Website zu veröffentlichen, um den bereits entstandenen Schaden so gering wie nur möglich zu halten.

Part time job for newly made moms!

Dienstag, 20. Mai 2008

Was bitte? Ich bin keine Mutter, die gerade das erste Mal geworfen hat. Da sind zwar Brustwarzen, aber die sind sinnlos. Und zwischen den Beinen fehlt mir der Gebärapparat.

You could be surprised that got this message in your mail box.

Nein, eigentlich überrascht mich keine Spam mehr. Auch, wenn sie mit einem derart blöden Betreff reinflattert und es sogar einmal durch die Filter schafft.

Customers service: 20 ADDITIONAL POSITIONS AVAILABLE! Don’t let this opportunity pass you up. Protocol offers great benefits, flexible hours, opportunities for advancement, incentives and more! We are looking for individuals with prior customer service experience with good typing, spelling and communication skills.

Ah ja, ihr schreibt mit gefälschtem Absender, denkt euch nicht einmal einen Firmennamen für euer windiges Betrugsunternehmen aus, aber habt 20 Stellen in eurem Kundendienst für junge Mütter anzubieten. Da kann man nur hoffen, dass die Mutterschaft nicht zum Ausfall der mentalen Befähigung führt und dass niemand auf solche Angebote reinfällt…

To apply for job please send us the following information to: workforsummer2008@gmail.com

…und dass sich jeder die Frage stellt, warum man die Mail nicht einfach mit der Antworten-Funktion beantworten kann. Denn das führt schnell zu der Erkenntnis, dass hier mal wieder ein Spammer zu blöd war, eine Antwortadresse für die Mail zu setzen. Und diese Erkenntnis kann einem schon davor bewahren…

AGE:
AVAILABLE HOUR TO WORK WITH US:
Phone number (home or cell, but SHOULD BE available any day time):
E-MAIL:
EDUCATION:
HOME ADDRESS:
CITY, STATE, ZIP CODE:
FULL NAME:
OCCUPATION:

…einen kleinen Datenstriptease vor Kriminellen zu machen, obwohl…

As soon as we revise your aplication we will contact you within 24 hours.

Thank you.

workforsummer2008@gmail.com

…sich der Autor dieses Angebotes nicht einmal einen Namen ausgedacht hat und lieber mit seiner schnell geholten, kostenlosen Mailadresse bei Google Mail „unterschreibt“.

Lange nicht mehr eine so schlecht gemachte Spam gesehen.

Kolomon möchte Sie ins Casino einladen!

Sonntag, 18. Mai 2008

Pfui, das ist aber gar nicht nett von diesem Kolomon, der von mir zwar eine Mailadresse, aber keinen Namen kennt.

Haben Sie Lust mitzuspielen? Wenn Sie mit mir und 2,000,000 anderen Leuten ins Casino spielen dann bekommen Sie als Geschenk 300 Euro auf Ihre Ersteinzahlung.

Nein, ich habe keine Lust mitzuspielen. Schon gar nicht in einem Zockladen, der mit asozialer Spam für seine in der BRD illegalen Dienste wirbt. Da kann mich auch nicht das „Geschenk“ von 300 Euronen in virtuellen Jetons locken, das ich erhalte, wenn ich den Spammern echtes Geld gebe.

1. Klicken Sie auf den Link: http://www.owncasinosite.com/de/

So so, das ist also eure eigene Casino-Seite. Da wäre ich ohne diesen Domainnamen niemals drauf gekommen. Wer da einen Download macht, kriegt hübsche, neue Software von den Spammern, die einem schon seit Monaten als Prime VIP Euro Super Royal Magic Jackpot Casino Kasino auf den Geist gehen und jeden Tag zwei Mal im Internet umziehen. Und wer denen Geld gibt, der kriegt vielleicht seine virtuellen Jetons, aber wird schon einen Tag später nicht mehr viel Gelegenheit haben, sie auch nur zu verzocken. Denn dies ist ein Abzock-Casino. Deshalb muss es ja auch seine Werbung mit Spam machen. Ist der Ruf erst runiniert, betrügts sich völlig ungeniert.

2. Casino-Software herunterladen

Ein Download von Software, die mit Spam angepriesen wird, ist so ziemlich das Dümmste, was ein Mensch tun kann. Außer natürlich, er installiert diese Scheiße auch noch.

3. Registrieren Sie sich für ein Echtgeld-Konto

Im Begriff „Echtgeld-Konto“ haben die Spammer sogar ein bisschen Wahrheit ausgedrückt. Denn man soll denen „Echtgeld“ geben. Als „Geschenk“ dafür erhält man das „Falschgeld“ in Form virtueller Jetons.

4. Geld einzahlen. 100% MATCH BONUS bis zu 300EUR erhalten!

Also einfach einzahlen und darüber ärgern, dass das Geld schon verschwunden ist, bevor man es in irgendwelchen unkontrollierten Spielen verzocken konnte. Denn das freut die Spammer. Davon leben die.

Leiten Sie diese Nachricht an alle Ihre Freunde SO SCHNELL WIE MÖGLICH weiter, da für jeder der spielt erhalten Sie 25EUR von uns völlig Gratis!

Und zum Abschluss noch eine Aufforderung, die zeigt, dass hier Menschen gesucht werden, deren Dickdarm im Schädel endet. Denn nur solche Menschen stellen sich keine naheliegenden Fragen. Zum Beispiel die Frage, woran dieses tolle Casino erkennen will, dass sich jemand wegen einer Mail angemeldet hat, die keinerlei Identifikation des Ursprunges ermöglicht. Und wer schon den Kopf voller Scheiße hat und es verlernt hat, sich ein paar Fragen zu stellen, der macht sich auch flugs zum Erfüllungsgehilfen der Spammer und sendet diese Müllmail wirklich an seine „Freunde“ weiter, es gibt ja dreißig Silberlinge 25 Euronen in virtuellen Jetons dafür.

Gut, dass ich solche Freunde nicht habe. Hätte ich sie, dann hätte ich sie nach dem Empfang dieser Mail nicht mehr.

MfG.

Kolomon

Geh sterben, Arschloch!

Splogger: Wie die Schmeißfliegen

Sonntag, 18. Mai 2008

Kaum schreibe ich mal einen Blogeintrag, dessen Überschrift in die Traffic-Wünsche der Spamblogger passt, schon wird der Text übernommen und ich erhalte die ganzen Spam-Pingbacks, mit denen sich diese Antiblogger bekannt machen wollen:

Spam-Pingbacks von Sploggern

Ich habe davon noch viel mehr. Wenn ein Thema trafficverdächtig ist, denn stürzen sich diese Spammer auf einen Blogeintrag wie die Schmeißfliegen zum geselligen Nuckeln auf einen verrottenden Kadaver. Ich kann es fast summen und brummen hören, jetzt, wo die glänzenden blauen Brummer bei mir herumsaugen.

Die zusammengeklau(b)ten Inhalte dieser Websites als „Blog“ zu bezeichnen, wiederstrebt mir, obwohl hier natürlich eine Blogsoftware zum Spammen verwendet wird. Dennoch ist es sachlich falsch. In diesen „Blogs“ fehlt nämlich alles, was ein richtiges „Blog“ ausmacht, insbesondere der Autor. Der gesamte Inhalt ist automatisiert zusammengestellt und wird kommentarlos präsentiert, wobei von den Skripten eher oberflächlich analysiert wird, ob die Überschrift ein ausreichendes Interesse verspricht. Selbst der Mischmasch etlicher verschiedener Sprachen und offenbare Probleme mit den Zeichensätzen können diese Skripten nicht aufhalten, die vampiristisch auf die Google-Blogsuche, Technorati und ähnliche Dienste aufsetzen.

Immer häufiger sind diese Spamblogs oder Splogs noch nicht einmal für einen Menschen zugänglich. Wenn Google vorbeischaut oder wenn diese „Blogs“ ihr Pingback absetzen, präsentiert sich die Website als „Blog“ voller Inhalte anderer Leute; kommt aber ein menschlicher Leser mit seinem Browser vorbei, so wird einfach auf eine andere Seite weitergeleitet, die natürlich völlig unter der Kontrolle der Spammer steht und nur mit einem besonders gesicherten System betrachtet werden sollte.

Letzteres ist übrigens der tiefere Grund, weshalb ich in meinem Beispielbild alle drei URLs unkenntlich gemacht habe. Denn diese Schmeißfliegen verwenden meine Texte, um kriminelle Attacken auf die Computer anderer Menschen durchzuführen. Dafür erscheint mir selbst ein so kräftiger Ausdruck wie „Arschloch“ nicht mehr angemessen. Hier kombiniert sich grenzenlose Gier und Respektlosigkeit mit der Intelligenzleistung eines Insekts – übrigens eine Kombination, die auffallend gut zusammenpasst.

Wie froh ich doch immer wieder darüber bin, dass die Spamfilterung überwiegend gut funktioniert! Sonst käme auch noch die Absicht dieser Schurken ans Ziel, in meinen Seiten einen Link auf dieses Verbrechen zu setzen.