Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Blitzschnelle Übersetzungen

Mittwoch, 30. November 2016

An: gammelfleisch@tamagothi.de

Geht an jede Adresse, die mit einem Skript im Web eingesammelt werden kann. Oder kurz: Es handelt sich ganz sicher um illegale und asoziale Spam.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Genau mein Name!

Ich kontaktiere Sie heute im Namen einer modernen Online-Übersetzungsagentur.

Aha! Und was habe ich damit zu tun? Ach, stimmt ja, ich werde kontaktiert. Oder, um es etwas präziser zu sagen: zugespammt.

Wir haben bis heute über 34 000 Aufträge realisiert, dabei wurden über 25 Millionen Wörter und mehr als 500 Webseiten übersetzt.

Schön, ihr zählt beim Übersetzen jedes einzelne Wort. Euer durchschnittlicher Auftrag beinhaltet die Übersetzung von 735,29 Wörtern. Und ihr übersetzt auch Webseiten. Und was habe ich damit zu tun? Ach ja, ich soll davon beeindruckt werden. Weil ich Zahlen aus einer Spam glaube.

Unsere Stärken, wie hohe Qualität, sofortige Angebotserstellung, Realisierungszeit ab 15 Minuten sowie ein qualifiziertes Team von 300 Fachübersetzern und Muttersprachlern haben uns das Vertrauen von bereits mehr als 8000 Kunden eingebracht.

Ihr seid die Besten der Besten der Besten, irre schnell, und ihr habt sogar Kunden. Ihr könntet, wenn das alles auch nur näherungsweise stimmte, eine richtig gute und nachhaltige Reputation aufbauen, die euch langfristiges Wachstum und gutes Geschäft garantiert. Das wollt ihr aber nicht, deshalb spammt ihr lieber. Wie kommt das nur?

Darf ich Ihnen mehr Informationen über unser Übersetzungsangebot zuschicken?

Nein danke, ich habe bereits eine Spam von euch empfangen. Mehr Information als so eine illegale und asoziale Spam benötige ich nicht, um mein Urteil zu bilden. Das sieht allerdings nicht sehr vorteilhaft für euch aus.

Mit freundlichen Grüβen
Andrea Schultz

Innendienst

Oha, das hatte ich lange nicht mehr, dass ich in einer Spam statt eines deutschen „ß“ ein griechisches Beta, ein „β“, gesehen habe. Das letzte Mal habe ich das im Juni dieses Jahres gesehen, als ich wortwörtlich die gleiche Spam hatte. Damals lautete die angebene Domain für das extratolle Übersetzungsunternehmen (das niemals seine Firmierung angibt) aber nicht…

quick-translate.com

…irgendwas mit schnell übersetzen, sondern lingworld (punkt) com. Warum sollte man denn eine konstant unter gleicher Domain erreichbare Website haben, wenn man ein Geschäft machen will? :mrgreen:

Tja, und davor habe ich diesen „β-Fehler“ — den übrigens ein richtiger Dolmetscher, der auch Texte für den Druck übersetzt, niemals machen würde — nur bei ganz fragwürdigen Spammern mit ihren lächerlichen SEO-Angeboten erlebt, die anderthalb Jahre lang die Pest in meinem Spamordner waren.

Auch, wenn das manchem als ein schwaches Indiz erscheint, schließe ich aus der Wiederkehr dieses wirklich sehr schwierig zu machenden Fehlers, dass es sich um genau die gleiche Bande wie damals handelt. Wenn die immer noch — wie damals — hier mitlesen, wird der „β-Fehler“ sicherlich bald wieder verschwinden, so wie auch damals. Es ist ja auch ein viel zu einfaches Kriterium für die Spamfilterung.

Wer mit diesem Pack Verträge macht, wird betrogen. Von Vorkasse und Anzahlungen rate ich strikt ab, und sollte es tatsächlich Übersetzungen geben, wäre es eine gute Idee, vor der Bezahlung einmal jemanden den entstandenen Text lesen zu lassen, der die Zielsprache auch beherrscht. Es ist ja nicht so ein großes Problem, eine „Übersetzung“ mit Google Translate oder einem vergleichbaren kostenlosen Dienst anzufertigen, aber das Ergebnis klingt meist peinlich, unbeholfen und unfreiwillig lächerlich, wenn es nicht gar objektiv falsch gerät. Wer diese Leute gar an seinen Webserver lässt, damit sie eine „Webseite“ übersetzen können, darf sich über den Schaden nicht wundern. Das sind Kriminelle, und die werden für einen Server eine Menge Anwendungen finden, die kein Serverbetreiber vor Polizei und Gericht verantworten möchte¹.

Also: Auf gar keinen Fall darauf reinfallen.

Übrigens: Die Website in der Domain quick (strich) translate (punkt) com zeigt ohne aktiviertes JavaScript keine Inhalte an. Es gibt keinerlei technischen Grund, für eine derartige Website JavaScript zu erzwingen. Ein kurzer Scan mit VirusTotal zeigt, dass es dort keine bekannte Schadsoftware zu geben scheint, deshalb habe ich mal einen Screenshot der Website angefertigt, die natürlich kein Impressum hat:

Screenshot der mit Spam beworbenen und impressumslosen Website 'Quick Translate'

So so, „komplexe sprachliche Leistungen für dich und deine Firma“… ob das informelle „Du“ wohl eine gute Wahl ist, wenn man geschäftliche Aufträge erhalten möchte? Nun, das müssen diese Leute ja wissen, schließlich sind sie die ganz tollen Dolmetscher! :mrgreen:

¹Übrigens, dieser Absatz klingt, wenn man ihn mit Google Translate ins Englische übersetzen lässt, so: „Whoever contracts with this pack will be deceived. I would advise against payment of prepayment and down payment, and if there are any translations, it would be a good idea to have someone read the written text before the payment. It is not such a big problem to make a ‚translation‘ with Google Translate or a comparable free service, but the result usually sounds embarrassing, awkward and involuntarily ridiculous if it is not even objectively wrong. If you let these people even have their web server, so they can translate a ‚website‘, you can not be surprised at the damage. These are criminals, and they will find a lot of applications for a server, which no server operator wants to be responsible for the police and court„. Das liest sich zwar etwas seltsam, ist aber gar nicht mehr so mies und unbrauchbar, wie es noch vor zehn Jahren war. Die besitzanzeigenden Pronomen sind allerdings beim Server sinnentstellend daneben, und generell klingt die Ausdrucksweise ein wenig „unenglisch“. Nun sind Deutsch und Englisch aber auch recht nah verwandte Sprachen, das frühere Dialektkontinuum vom Deutschen über das Niederdeutsche und Niederfränkische über das Niederländische bis hin zum Englischen lässt sich immer noch (trotz der Jahrhundert und vieler politischer und sprachlicher Einflüsse) deutlich erahnen, wenn man die Sprachen hört. Und die stark verschliffene Grammatik des Englischen macht Englisch als Zielsprache einer automatischen Übersetzung relativ einfach. Trotz alledem ist das Ergebnis nur geeignet, um sich einen Eindruck vom Inhalt eines fremdsprachigen Textes zu verschaffen, jedoch unbrauchbar, wenn es auf Feinheiten und auf Stil ankommt.

Sie können Robin Hood sein.

Dienstag, 29. November 2016

Achtung! Dada-Alarm!

Hallo gammelfleisch@tamagothi.de

Das Leben ist sehr anspruchsvoll und Öffnen sehen Sie sich verlassen in einem Dschungel voller böse Tiere,
und sie wie ein Kaninchen. Wir verlassen in einer kommerziellen Welt und seiner bekannten, dass Geld einen
großen Unterschied nicht nur in unserem persönlichen Leben, sondern auch im Leben anderer Völker machen kann.

Ja jeder kann eine Änderung vornehmen und dies ist der richtige Zeitpunkt, um eine Veränderung in Ihrem persönlichen
Leben zu machen. Robin Hood klaute von den Reichen und gab sie den Armen. Durch http://tracking.binarypromos.com/aff_c?[ID entfernt] können Sie es geschehen, können Sie sich selbst und die anderen helfen.

Nehmen Sie 5 Minuten Ihres Lebens und Sie werden verstehen, was ich spreche http://tracking.binarypromos.com/aff_c?[ID entfernt],
nehmen Sie 5 Minuten und Sie werden sehen, dass Sie ein Löwe in dieser beschissenen Welt, dass wir verlassen werden.
Es gibt keinen Grund, mir zu danken, danken Sie sich für das Ändern Ihres Lebens.

Robin Hood der digitalen Zeitalter

Ohne Worte.

ProfitMaximizer Make Big Profits On Autopilot

Dienstag, 29. November 2016

Hier mal wieder ein Reichwerdexperte, der sich gesagt hat, dass HTML-Mail etwas ganz tolles sei und ein Bild doch mehr als tausend Worte sage — aber erstmal ein Screenshot der HTML-formatierten Spam:

Bildinformationen anzeigen Unterhalb -- Verdienen sie $1,165 zusätzlich pro Tag durch MyCash Avalanche System Kostenlos -- 841 Menschen schauen sich genau jetzt dieses video an -- HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! ICH BIN FROH, DASS SIE EINER DER WENIGEN AUSERWÄHLTEN SIND WELCHER EXKLUSIVEN ZUGANG ZU DIESEM NOCH NIE ZUVOR GESEHENEN VIDEO ERHALTEN HAT -- CLICK HERE -- Wichtiger Risiko Hinweis: Das Handeln von Binären Optionen kann neben hohen Gewinnen auch ein Risiko darstellen, sowie den teilweisen oder vollständigen Verlust Ihres monetären Einsatzes. Dies sollte unerfahren Anleger wissen. Wir empfehlen daher dringend, dass Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und unseren Haftungsausschluss vor jeder Geldanlage lesen. Kunden müssen in ihrem Wohnsitzland prüfen ob eine Kapitalertragssteuer anfällt. -- Es ist illegal, U.S. Amerikanischen Staatsbürgern dabei zu helfen mit Rohstoffen zu handeln, auch wenn es sich nur um die Vorhersage von Optionen handelt, sofern sie kein CFTC registrierter Händler sind oder gesetzlich befugt sind. -- Um Unsusbcribe hier klicken

Da, wo man deutschsprachige Spam versteht, bezahlt man mit Dollar und ist froh und gläubig, wenn ein Spammer behauptet, dass man ohne etwas besonderes zu können jeden Tag so viele Dollar verdienen kann, wie ein BRD-Mindestlöhner in drei Wochen oft knüppelharter Arbeit verdient. Das System dafür ist ja erfreulich kostenlos, und 841 Menschen lassen sich (lt. Angabe des Spammers in seiner Spam, obwohl er diese Zahl nicht wissen kann) gerade in einem über YouTube eingebetteten Video zu lustigen Textanimationen Lügen erzählen, bis der Spammer das Gehirn auslöffeln kann. Das ist voll exklusiv und nur für die wenigen auserwählten Spamempfänger, also für mutmaßlich mindestens eine halbe Million Menschen.

Ach ja, das Video: Es handelt sich um das gleiche Video wie beim letzten Mal, und YouTube hat sich trotz mehrfacher und teils ausführlicher Spammeldungen verschiedener Menschen bislang noch nicht dazu bequemt, dieses völlig offensichtliche Vehikel für den Binäre-Optionen-Affiliate-Beschiss eines spammenden Platitüdenbarons mal zu löschen. Spammeldungen bei Googles YouTube sind also offensichtlich sinnlos. Und Googles YouTube stört sich nicht daran, Komplize von Kriminellen zu sein. Na ja, hauptsache die Rechte der „geistigen Eigentümer“ werden auf YouTube geschützt, so offen betrügerisch diese auch sind! Und gegen den gelegentlich aufkommenden Kotzreiz gibt es ja Medikamente. YouTube ist eine Pest!

Und nein, das Reichwerdsystem funktioniert natürlich nicht. Sonst müsste der Spammer ja auch nicht spammen. Der Spammer lebt selbst lieber davon, dass er von irgendwelchen windigen Brokern Affiliate-Geld dafür bekommt, dass er ihnen neue Kunden zutreibt. Warum er sich überhaupt mit solchem Pfennigkram abgibt, wenn er doch so eine tolle Reichwerdmethode hat, die er in so tollen E-Mails, auf so tollen Websites und in so tollen Videos vorstellt? Wer nicht darauf kommt, fühle sich von mir dazu aufgefordert, in den nächsten zwei Tagen einmal in aller Ruhe mit einem erwachsenen Menschen durchschnittlicher Lebenserfahrung über diese Angelegenheit zu reden! Oder auch mit einem Polizisten.

Beachtlich an dieser Spam finde ich es aber, dass der dümmste denkbare Linktext, der Sprachstummel „Click here“, zwar nicht in die Sprache der Spam übersetzt wurde, aber dafür um so größer gemacht wurde. So kann jeder Mensch auf dem allerersten Blick sehen, dass er es mit einem Kommunikationsversuch einer Gestalt zu tun hat, die irgendwann einmal von einer Mutter unter einem feuchten Stein gefunden wurde.

Nein, ein Mensch, der sich als Mensch an einen anderen Menschen richtet, schreibt nicht die sprachlich völlig sinnlosen Worte „Click here“, „Klick hier“, „Klicken sie hier“ oder dergleichen… so etwas machen nur dumme, menschenverachtende Werber und kriminelle, menschenverachtende Spammer. Bei mir sind verschiedene derartige Click-here-Phrasen eines der Merkmale für die Spamfilterung, und zwar vermutlich das einzige, mit dem ich noch niemals eine Fehlerkennung hatte. Was damit aussortiert wurde, war immer E-Müll.

An der in der Spam verlinkten Website hat sich übrigens nichts verändert, deshalb gibt es keinen neuen Screenshot. Oder anders gesagt: Der Beschiss des Spammers scheint auch gut genug zu laufen, wenn er sich keine Mühe macht, ihn zu verbessern.

AW: Domainname onlineklinik.de

Montag, 28. November 2016

Oh, eine Spam aus einer Klinik? :mrgreen:

An: gammelfleisch@tamagothi.de

Dieses tolle Angebot geht an jede Mailadresse, die sich mit einem einfachen Harvester-Skript irgendwo einsammeln lässt. Es handelt sich nicht um eine „Antwort“, obwohl der Betreff diesen Eindruck zu erwecken versucht. Deshalb…

Verehrte Damen und Herren

…ist die Anrede auch gewohnt unpersönlich. Es ist eben illegale und asoziale Spam eines Menschen, der genau zu wissen scheint, dass er sein Zeugs mit anderen Mitteln nicht loswerden kann.

Die Domainadresse onlineklinik.de steht zur Disposition und könnte für Sie von Interesse sein.

So so, „Domainadresse“. Ein Spezialexperte. :mrgreen:

Nein, werter Spammer, ich habe schon eine Domain, die ich nutzen kann. Da brauche ich keine Domain von einem Spammer, der mir auf der Website der von ihm angebotenen Domain…

Screenshot der Website in der Domain onlineklinik.de mit dem Angebot, dass die Domain käuflich zu erwerben sei

Detail aus der Website in der Domain onlineklinik.de mit einem Siegel, in dem 'Geprüfte Qualität -- 100% -- Trusted Domain Dealer' zu lesen ist…mit großem und feierlichem Spammerehrenwort verspricht, dass die Domain eine nicht nur zu sechzig, zweiundachtzig, oder gar einundneunzig, sondern runden und in die fressende Finsternis des Spamfilters strahlenden hundert Prozent geprüfte Qualität hat. Weil er halt ein „Trusted Domain Dealer“ ist. Und? „Trusted“ von wem? Nun, diese kleine, für den Spamempfänger völlig irrelevante Information wird nicht angegeben, was mutmaßlich seine Ursache darin hat, dass sich dieser Vollhonk von asozialem Spammer selbst das Vertrauen ausspricht.

Die Frage, was die Qualität einer Domain ausmacht und mit welcher Methodik man diese Qualität überprüft, um eine „geprüfte Qualität“ zusagen zu können, wird natürlich ebenfalls nicht beantwortet. Ohne da jetzt die ganz großen Insider-Kenntnisse zu haben, gehe ich davon aus, dass eine bei Vollmond geschnittene Wünschelrute ein geeignetes Messinstrument wäre¹. :mrgreen:

Falls Sie nähere Informationen wünschen, würde ich mich über eine kurze Email freuen.

Nein Danke, durch den Empfang einer Spam habe ich bereits alle Information, die ich benötige.

Einen guten Start in die Woche

Heinrich Lems

Mögest du Müllmann des Mailpostfachs unter Bergen von Müll ersticken!

Dein dich „genießender“
Nachtwächter

¹Natürlich könnte man externe Verlinkungen (leicht zu ermitteln) und den Page Rank bei Google angeben. Das macht der Spammer nicht. Er hat ja seine Wünschelrute.

PayPal Verifikation

Samstag, 26. November 2016

Erstmal ein Blick aufs Layout der HTML-formatierten Spam:

Screenshot des Layouts der Spam, wie es in einer Mailsoftware erscheint

Für Menschen, die sich leicht vom Layout verblenden lassen — und da PayPal sich auch im Jahre 2016 noch nicht dazu durchgerungen hat, grundsätzlich digital signierte E-Mail an seine Kunden zu schreiben, besteht ja auch gar keine Möglichkeit, den Urheber der Mail sicherzustellen¹ — ist das eine überzeugende E-Mail „von PayPal“.

Natürlich ist diese Spam nicht von PayPal…

Von: PayPal <paypalsecuria14 (at) online (punkt) de>

…wie man schon am Absender sehen kann.

Schon bitter für den Spammer, wenn er zwar ein tolles Layout für seine Phishing-Kampagne gebaut hat, es aber nicht hinbekommt, seinen Absender so zu fälschen, dass die Mail wie eine echte Mail von PayPal aussieht. Übrigens: In eine E-Mail kann ein beliebige Absenderadresse eingetragen werden (ganz ähnlich, wie man auch einen beliebigen Absender auf einen Briefumschlag schreiben kann). Die Fälschung des Absenders ist also „Kinderkram“. Diese Möglichkeit nicht dazu zu nutzen, einen Absender aus der Domain paypal (punkt) com einzutragen, ist schon sehr sehr blöde.

Aber bin ich mal froh darüber, dass sich die meisten Spammer nicht vorgedrängelt haben, als der Herrgott die Intelligenz verteilt hat, denn sonst würden noch mehr Menschen auf derartiges Phishing hereinfallen.

gammelfleisch@tamagothi.de – Bestätigung erforderlich.

Oh, das ist ja schön, Spammer! Hast du deine Mailadressen mit einem Harvester eingesammelt? Du bist ja ein ganz Großer! 😀

Das echte PayPal spricht seine Kunden übrigens nicht mit ihrer Mailadresse an, sondern mit ihrem für die Registrierung verwendeten Namen. Und wer präventiv für PayPal und andere wichtige Dienste eine eigene, sonst nirgends verwendete Mailadresse benutzt, die auch nicht leicht zu erraten ist — eine Mailadresse ist ja schnell eingerichtet — kann natürlich nicht so leicht von einer „irgendwo eingesammelten“ Mailadresse in einer Phishing-Spam erschrocken werden — wenn es nicht mal wieder ein Datenleck bei eBay oder PayPal gibt, das trotz der erhöhten Gefahr für die rd. 145 Millionen davon betroffenen Kunden monatelang nicht kommuniziert wird.

Online ansehen

Schon klar, mit einer über TinyURL verschleierten Zieladresse des Links.

Mein Dank geht an TinyURL, dass der Link binnen fünfer Minuten nach Meldung dieses Missbrauchs durch Phisher unbenutzbar gemacht wurde! So schnell müsste es immer gehen! Ich hoffe, dass hat vielen naiven Internetnutzern sehr viel Geld, Ärger und juristische Scherereien nach dem eventuellen Missbrauch ihrer PayPal-Konten für Betrug und Geldwäsche erspart.

Sehr Geehrter Kunde,

Das ist mal wieder genau mein Name!

aus Sicherheitsgründen wurde Ihr PayPal-Konto deaktiviert.

Ah ja. In der Tat, ein deaktiviertes Konto ist sicher… :mrgreen:

Und warum wird es nun gesperrt?

Grund dafär sind wiederholt vom Sicherheitssystem verzeichnete,
auffällige Aktivitäten bgzl. Ihrer Kontennutzung. Wir bitten daher um Bestätigung der bei uns hinterlegten Daten, um erneute Aktivierung Ihres PayPal-Kontos vornehmen zu können.

Ah ja, weil es von mir genutzt wird. Und um die Sperrung aufzuheben, soll ich einfach sämtliche von mir bei PayPal angegebenen Daten noch einmal bei PayPal angeben, obwohl jemand, der sich meines Kontos ermächtigt hat, Einblick auf diese Daten hätte oder sie sogar verändern könnte. Das ist purer Sicherheits-Bullshit, wie er von PayPal niemals kommen könnte, aber sehr wohl von einem Kriminellen, der neues Kontomaterial für seine „Geschäfte“ braucht.

Und, was war jetzt die Auffälligkeit?

Informationen zur Auffälligkeit:

IP: 187.154.21.214
Land: Tunisia
Log In: gescheitert

Eine Anmeldung ist gescheitert. Das ist doch eine gute Nachricht, dass andere nicht aufs Konto zugreifen können, und keineswegs ein Grund, das Konto zu sperren. Mit einer IP, die angeblich aus Tunesien kommt. In Wirklichkeit kommt sie übrigens aus Mexiko. Aber Menschen, die das überprüfen, gehören nicht zur „Zielgruppe“ dieses Verbrechers, der vor allem naive Internetnutzer überrumpeln will, und so hat sich der Spammer auch keine Mühe gegeben, seine Scheinbehauptung ein bisschen überzeugender zu machen. Denn wenn der Spammer sich Mühe geben wollte, könnte er ja gleich arbeiten gehen.

Übrigens: Wenn PayPal wirklich so empfindlich wäre, dass bei solchen „Auffälligkeiten“ Konten gesperrt werden, könnte man PayPal weder anonymisierend über Tor, noch über einen Proxyserver oder ein VPN, noch im Urlaub nutzen, ohne vorübergehend den Zugriff auf sein Konto zu verlieren. Diese Vorstellung ist absurd, und es bedarf nur weniger Sekunden Nachdenkens, um das zu bemerken. Aber wer das durch kurzes Nachdenken vor seinem Klick bemerken kann, gehört nicht zur „Zielgruppe“ dieses Verbrechers… ach, ich wiederhole mich!

Identität bestätigen

Das Linkziel ist wieder über TinyURL maskiert.

Übrigens: Wenn man seine Identität durch einen Klick und ein paar Eingaben „bestätigen“ könnte, brauchte auf dieser Welt niemand mehr Ausweise und Pässe; der extreme Aufwand, mit dem man diese Papiere herstellt und fälschungssicher macht, könnte einfach eingespart werden.

Diese Spam wurde automatisch erstellt und bleibt daher ohne Grußformel oder vergleichbare simulierte Höflichkeit patzig. Und jetzt mach schon…

Detail aus der Spam: Bild eines Mannes, der angespannt an seinem Klappcomputer sitzt, mit dem Text 'PayPal Verifizieren' darunter.

…und verifizier PayPal! Egal, wo du gerade bist! Je panischer und gedankenloser du das machst, desto besser für die Verbrecher, die dir diese Phishing-Spam ins Postfach gemacht haben.

Und vor allem: Verifizier PayPal! Nicht etwa dich und deine Daten gegenüber PayPal! Den Phishing-Text haben die Spammer ja schon fertig, was sollen die sich am Ende ihrer Spam noch anstrengende Gedanken um irgendwelche Details machen… :mrgreen:

¹Digitale Signatur von E-Mail ist keine Raketentechnologie, die viel Aufwand erfordert. Die dafür erforderliche Software steht frei und kostenlos zur Verfügung. Der Verzicht von Finanzdienstleistern wie PayPal auf die digitale Signatur jeder E-Mail ist eine Förderung des Phishings und der organisierten Internet-Kriminalität, der keinerlei Vorteil gegenübersteht. Angesichts der Verbreitung und langjährigen Renitenz dieser Dummheit fällt es mir inzwischen schwer, nicht an eine verschwörungsartige Absprache (oder Einflussnahme staatlicher Akteure) zu glauben, deren Ziel es ist, die Verbreitung wirksamer, nützlicher und unentbehrlicher kryptografischer Methoden mit allen Mitteln zu unterbinden, koste es, was es wolle.

Spam-Splitter

Samstag, 26. November 2016

Oh, doch so viele. 😯

Betreff: END DES JAHRES 2% KREDITANGEBOT! HURRY JETZT!

Ich eile lieber now.

Hey buddy

Nein, ich bin nicht dein Kumpel.

Dear Client!

Gibts jeden Tag aufs Neue beim Spammer: Das Mysterium des namenlosen Kunden. Aber manchmal hat der Empfänger auch einen Namen, der völlig klar macht…

Hallo n!

…dass auf Seiten der Absender nicht einmal die kleinste Plausibilitätskontrolle gemacht wird.

Unser Shop ist risikofrei […]

Ist ja nur ein Laden von kriminellen Spammern. Die Medikamente anbieten. Geht ja nur um die Gesundheit. Was kann da schon passieren?

Du wurdest von Ivonne angestupst

Und während mir in der einen Spammasche ständig die völlig risikofrei zu erwerbenden und anzuwendenden Pillen für die erektile Härte des Apparates angeboten werden, werde ich in den anderen Spams von irgendwelchen Frauennamen wundgestubst.

SPAMMING Tools
— Fresh SMTP – IP or Domain
— Fresh RDP – USA & WorldWide
— cPanels – Long lasting cPanels
— PHP Mailers – High sending quota
— PHP Shells – Upload, Unzip
— Webmail – Inbox Delivering

Und dann gibt es auch immer wieder einmal Spammer, die in ihrer Spam mitteilen: „Hey, meine Spam ist ja so asozial und lästig, willst du nicht auch mal Spammer werden?“. Wer könnte dazu schon „nein“ sagen? Doch nur ein Mensch mit Hirn.

Grafik aus einer Pimmelpillen-Spam

Sehr „hübsch“ auch immer der Genuss der diversen Grafiken, die in letzter Zeit wieder vermehrt von Pimmelpillen-Apothekern verwendet werden, weil die üblichen Markennamen und die typischen Begriffe durch keinen Spamfilter dieser Welt mehr hindurchkommen. Natürlich mangelt es den Matschbirnen sowohl an Können als auch an Geschmack, so dass die Bildchen, wenn nicht völlig nichtssagend oder gar geschmacklos, so doch offen für mancherlei Interpretationen sind. Dieses zum Beispiel, erstellt von einem aus gutem Grund unbekannten Künstler und veröffentlicht durch millionenfachen Spamversand, zeigt eine in der Luft schwebene, große Tablette, die in Flammen aufgeht, als sei sie ein Sinnbild für ein wirkstoffloses Zeugs, bei dessen Kauf man sein Geld verbrannt hat. Der Mann, dessen Hoffnung auf ein besseres Gelingen des Koitus zusammen mit der wirkungslosen Spampille in die Flammen und in das Nichts geworfen ist, sitzt sichtbar verschämt auf der Fußkante des Bettes, abgewandt von seiner Gespielin, mit unter der Last der Schmach gesenkten Haupte mag er niemanden mehr in die Augen schauen. Hinter ihm seine Bettgefährtin, geheimnisvoll lächelnd, wohl weil sie an den Tröster denkt, den sie heimlich zweimal in der Woche sieht und der wenigstens einen hochkriegt. Und das soll jetzt ein Grund sein, bei diesem Spammer zu kaufen? :mrgreen:

Die besten Generika...

Ganz anders hingegen dieser Spammer. Er hat offensichtlich etwas für den Arsch anzubieten.

We are looking for employees working remotely

Natürlich brauchen die Spammer auch immer wieder Briefkästen, Konten und Hilfsgeldwäscher, um ihr mit betrügerischen Geschäften verdientes Geld auch empfangen zu können, ohne dass die Handschellen klacken. Und genau das sind die Jobs, die sie anzubieten haben. Die versprochene Bezahlung ist gut, können muss man nichts (außer eine Anschrift in der BRD und ein Bankkonto haben) und der Start in die kriminelle Karriere ist sicher. Denn die Kriminalpolizei schläft nicht, und als erstes werden Konten und Lieferadressen ermittelt. Und nein: Kein Richter wird davon ausgehen, dass ein Mensch mit normaler Lebenserfahrung bei so einem ganz offensichtlich kriminellen Angebot der Marke „Empfange Geld auf deinem Konto und sende es anonym über Western Union an uns, du kannst ein Fünftel vom Geld behalten“ arglos gehandelt hat. Wenn man Glück hat und die soziale Prognose stimmt, kann man mit einer Bewährungsstrafe davonkommen, ansonsten geht es ins Gefängnis. Wegen gewerbsmäßigen Betruges, Verstoß gegen das Kreditwesenkontrollgesetz und Geldwäsche. Die Vorstrafe ist sicher. Und zwar zu Recht.

Ich schreibe Ihnen für Ihre Hilfe zu einem Vorschlag zu bitten, eine große zu übertragen Menge an Geld, um Ihr Land für Investitionen

Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass diese Geschäftsleute aus der Generation Jamba, die irgendwelchen Mailadressen angeblich Millionenbeträge in die Hand drücken wollen, niemals die paar Euro fuffzig für einen richtigen Dolmetscher übrig haben.

The bill is attached in the email.
Please keep it for later purposes.

Keineswegs zu unterschätzen sind die wieder kräftig zunehmenden Versuche, Erpressungstrojaner als Mailanhang zuzustellen. Zurzeit sehe ich sie vor allem in englischer Sprache, aber es ist nur eine Frage von wenigen Tagen, bis die deutschsprachige Flut hinterherkommt. Was soll ich dazu noch schreiben, was ich nicht schon hundertfach geschrieben habe? Wer einen derartigen Mailanhang mit Doppelklick öffnet, hat hinterher einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen.

ChitrChatr Communications ist an der Frankfurter Börse unter ISIN CA1701771091, WKN A1W6GD, CA9 notiert. ChitrChatr ist einzigartig… ChitrChatr (FRA: CA9) notiert jetzt unter €0,10 pro Aktie. Kaufen Sie jetzt, bevor der Kurs auf €1,15 steigt. Mit Blick auf das Potenzial eines Marktes von 16 Milliarden US€ werden Sie erkennen, dass ChitrChatr Communications (CA9), die am schnellsten sich verbreitende App aller Zeiten sein könnte.

Selten geworden sind Spams zur Manipulation des Kurses irgendwelcher windigen Pfennigaktien. Aber der Versuch kommt auch jetzt noch immer wieder einmal. Die angeblichen Informationen in solchen Spams sind genau so ehrlich und zutreffend wie die gefälschte Absenderadresse der Spam.

Was bin ich froh, dass sich das für die Spammer nicht mehr so lohnt wie im Jahr 2007!

Darlehensangebot in Form einer Grafik, die in eine Spam eingebettet wurde.

Was sich jedoch seit vielen Jahren lohnt, sind Darlehensangebote von Spammern. Natürlich haben die Spammer kein Geld zu verleihen, sondern wollen nur eine Gebühr kassieren. Mit diesem Geld leisten sie einen Beitrag zur Belebung der örtlichen Konjunktur, indem sie es in Bordelle und zu Kokaindealern tragen. Wer darauf reingefallen ist, hat hinterher noch mehr Probleme als vorher.

Ach, apropos Bank:

Sehr geehrter Kunde,
Überprüfen Sie Ihr DeцtscheBanк.

Verifizieren

Phishing geht auch immer. Wer sich nicht daran stört, dass die angebliche Deutsche Bank jetzt mit ein paar fröhlichen kyrillischen Buchstaben neu firmiert, braucht nicht einmal einen halbwegs plausiblen Text in der Phishing-Spam.

Ihre prompte Antwort wird geschätzt.

Woher soll das dumme Übersetzungsprogramm auch wissen, dass eine wörtliche Übersetzung einer Abschlussformel dermaßen dümmlich klingen kann? 😀

Senden Sie uns eine Nachricht an unsere E-Mail für weitere Informationen.
bellezainvestments (at) gmail (punkt) com

Auf gar keinen Fall an die Absenderadresse antworten. Die ist gefälscht.

Mit freundlichen Grüßen,

Isabell Brandt
Kundenservice

Wenn das die Freundlichkeit ist, will man den Hass nicht mehr kennenlernen.

Diese E-Mail wurde gesendet an gammelfleisch@tamagothi.de, unter Beachtung der gesetzlichen Rechte in Bezug auf E-Mail-Marketing-und Datenschutzgesetze in Europa.Wenn man bedenkt, dass diese E-Mail Ihnen Fehlerhaft gesendet wurde, so informieren Sie uns bitte so bald wie möglich. Um Ihre E-Mail aus der Mailingliste zu entfernen, klicken Sie hier.

Diese Spam ist eine Spam.

Strg+A, Entf!