Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Lieber Freund

Donnerstag, 31. Januar 2008

Mich hat jetzt aber wirklich schon lange keiner mehr „aus Afrika“ angeschrieben, um mir das ganz fette Geld anzubieten. Leider werden diese Vorschussbetrüger immer langweiliger, weil ihnen einfach keine neuen Texte mehr für ihren Beschiss einfallen.

Lieber Freund

Ich vermute das diese E-Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr. Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Standard Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zwölfmillionenfünfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.

Und weil niemand Geld haben will, muss ich jetzt mit ein paar Millionen Müll-Mails nach Leuten suchen, die etwas gieriger sind. Denn ich bin ein ehrlicher Banker und kenne niemanden, mit dem zusammen man sich das Geld in die Tasche stecken könnte. Ich bin so dumm und ehrlich, dass ich bei meinem ersten Versuch der kreativen Bereicherung Spam verwende, um Komplizen zu finden. Glaub mir das bitte, lieber Freund!

Dieses Konto gehörte Herrn Manfred Becker, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist. Herr Becker war ein gebürtiger Deutscher. Damit es mir möglich ist dieses Geld $12,500,000 inanspruch zunehmen, benötige ich die zusammenarbeit eines Ausländischen Partners wie Sie, den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herrn Becker vorstellen kann, damit wir das Geld inanspruch nehmen können.

Die ganzen Formalien in diesem Geschäft erledige ich gern für sie. Alles, was sie tun müssen, ist nur im Vorfeld ein paar tausend bis zehntausend Dollar locker machen, damit die ganzen Formalien erleidigt werden können. Aber das werden sie schon noch sehen. Und das beste daran: Sie können mich und meine Komplizen hinterher noch nicht einmal anzeigen, weil sie selbst Partner in einem Betrug waren, der sich mit gefälschten Papieren Vorteile verschaffen wollte. Ich bin nur ein kleiner, harmloser, krimineller Spammer, also vertrau mir doch bitte, lieber Freund!

Für diese Unterstützung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die restlichen 70% teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser Transaktion ebenfalls unterstützen. Wenn Sie interessiert sind, können Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.

Wer so viele Millionen (die übrigens gar nicht existieren) vor Augen hat, der ist natürlich bereit, ein bisschen Kleingeld zu opfern. Aber das bauen wir so nach und nach auf, wir sind darin sehr geübt und machen das sehr professionell. Seit ich das mache, brauche ich gar keinen richtigen Job mehr, da mich die ganzen Deppen bezahlen, die auf diese uralte Masche reinfallen. Lieber Freund, helfen auch sie mir, weiterhin gut vom Verbrechen zu leben und glauben sie mir!

Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse:
( martinsweberdito@aim.com )

Und verwenden sie bitte nicht die Antwort-Funktion ihres Mailclients, lieber Freund! Denn natürlich schreibe ich mit gefälschtem Absender, ich bin ja schließlich ein Betrüger. Deshalb habe ich auch keine Mailadresse bei einer Bank, sondern eine schnell und fast anonym einzurichtende, kostenlose Adresse bei AOL.

Mit freundlichen Grüßen

MARTINS WEBER DITO

PS: Und vielen Dank für ihre Dummheit und Leichtgläubigkeit, denn davon lebe ich.

E-MAIL WINNER NOTICE

Montag, 21. Januar 2008

Bei mir ist so lange kein richtiger Vorschussbetrug mehr durch die Filter gekommen, dass ich diesen einen doch mal erwähnen möchte, so einfallslos er auch geschrieben ist.

E-MAIL WINNER NOTICE
EUROMILLONES MEGA AWARD 2008
**********************************
Congratulations to you as we bring to your notice the result of EUROMILLION 2008 promotions.

Das ist ja mal wieder eine gelungene und höchst professionelle Präsentation. Da schreibt also jemand, der mir was von einem „EuroMillones Mega Award“ faselt, eine HTML-formatierte Mail. Und für das Unterstreichen der „Überschrift“ fällt ihm kein besseres Stilmittel ein als gefühlte vierzig Asterisken hintereinander zu tippen. Von einem HTML-Tag wie <br> hat der noch nie etwas gehört. Damit er auch ja nicht allzu professionell aussehe, dieser betrügerische Spammer.

Aber angesichts solcher Mitteilungen braucht man ja auch nicht glaubwürdig auszusehen:

We are happy to inform you that your email address have emerged winner of SEVEN HUNDRED AND FIFTY THOUSAND EUROS (EUR 750,000) Euros selected by our E-games Random Selection System (ERSS).

Aha. Eine dreiviertel Million Euro soll ich also „gewonnen“ haben. Einfach nur, weil ich die „richtige“ Mailadresse habe, die Mailadresse, die dort von einem Zufallswahl-System „gezogen“ wurde.

Das ist eine bemerkenswerte Lotterie. Natürlich fragt man sich als erstes, wie sich eine derartige Lotterie wohl finanziere, da man dort ja offenbar einfach nur gewinnt, ohne dass man einen Einsatz einzahlen muss. Und wenn man darüber nachdenkt, stellt man fest, dass die sich gar nicht finanzieren, sondern das Geld einfach nur verschenken. Man muss schon hoffnungslos gläubig sein, um auf einen derartigen Unfug reinzufallen.

Aber die Sonderbarkeiten sind damit noch nicht erschöpft. Wie bitte geht das von Statten, wenn das „Zufallswahl-System“ eine Mailadresse auswählt. Wird da einfach eine zufällige Zeichenkette erzeugt? Und dann eine Mail hingeschickt, die wohl meistens deshalb wieder zurückkommt, weil die Zieladresse gar nicht existiert? Und manchmal erwischen die dabei auch die Mailadresse einer größeren Mailingliste, was auf der Stelle einige tausend Menschen zu „Gewinnern“ macht? Wer gewinnt denn von den tausenden? Der Besitzer der Mailingliste? Oder haben die eine riesige Liste von Mailadressen? Und wenn ja, woher haben die so etwas und wie komme ich darauf? Ohne dass ich jemals bei denen mitgespielt hätte? Wahrscheinlich kaufen die ihre Mailadressen bei der Spam-Mafia, eine andere Erklärung bleibt kaum übrig. Und mit diesem kurzen Gedanken weiß auch der Gläubigste, wes Geistes Kinder er vor sich hat – und wird sich nicht über den „Gewinn“ freuen, sondern über die Scheißspam ärgern.

NOTE: to file for your claim, please contact the claim Company with the informations below.
****************************************
AURA SEGUROS
Contact Person: Mr. Mario Alberto,
Tel. : 0034-693-107-282
Email : contactaura@aim.com
or : auraseguros@hotmail.com
****************************************

Wer aber immer noch glauben will, der schaue sich mal diese tollen Mailadressen an! Die veranstalten also ein Glücksspiel, bei dem sie Gewinne im sechsstelligen Bereich ausschreiben, aber sie haben für den Kontakt nur jeweils eine kostenlose Mailadresse bei AOL und Hotmail. Und diese Mailadresse stimmt nicht einmal mit dem (wie üblich gefälschten) Absender der Mail überein. Nicht einmal eine eigene Domain haben die! Ob das wohl daran liegen könnte, dass man beim Registrieren einer Domain Angaben zur eigenen Person machen muss, welche die Ermittlung solcher Betrüger durch die Polizei sehr erleichtern würden? Oder schleudern die so viel Geld bei ihrer durch nichts finanzierten „Lotterie“ raus, dass diese fuffzig Euro einfach nich mehr übrig sind?

Übrigens: Jetzt haben die sich endlich darauf besonnen, dass man in einer HTML-Mail auch anderen Möglichkeiten der Hervorhebung hat als die Buchstabengroßmachtaste, jetzt haben die endlich den Fettsatz gefunden. Aber ein Eindruck von Professionalität und Glaubwürdigkeit will sich dennoch nicht einstellen.

Find below your promotion date, Reference and Batch numbers. Remember to quote these numbers in your correspondence with your claims agent Mr. Mario Alberto.
****************************************
(1) Ref No: ESM/WIN/008/05/10/MA
(2) Batch No: EULO/2907/444/908/06
(3) Lucky No: 3-18-40-40-76
(4) Serial No: 45407
(5) PROMOTION DATE: 14TH JAN. 2008.
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Was bitte sehr haben diese Angaben mit der Mailadresse zu tun, die hier angeblich gewonnen haben soll? Dafür bedarf es doch nicht dieser Schmalspur-Lottozahlen in der „Lucky No“, mit denen ich meinen Gewinn bei Mario Alberto geltend machen soll; die Mailadresse zusammen mit einer übermittelten Kennung sollte völlig hinreichend sein. Aber die Verbrecher erhoffen sich, dass das Opfer dieses Betruges eine solche Mail für glaubwürdiger hält, wenn es mit vielen verwirrenden Angaben konfrontiert wird. Und natürlich, dass das Opfer auch brav und treudoof telefoniert oder mailt, um sich die vielen vielen bunten Euros zu sichern.

Was diesem Opfer geschieht, kann ich hier allerdings schon einmal sagen. Es bekommt eine Gratulation und kann eine Bankverbindung angeben, zu der die ganze Kniste überwiesen werden soll. Nur noch eine kleine Formalie ist da zu erledigen, die Behörden benötigen dort noch einen Schrieb oder eine Bestätigung der Identität. Und vielleicht noch eine weitere Formailie, weil der ganze Vorgang notariell beurkundet werden muss. Dafür fällt natürlich eine Gebühr an, nein, kein großer Betrag. Nur erstmal so 60 Euro für die Auslandssache. Und danach noch mal so 400 bis 800 Euro für den Notar. Aber dann kommt ganz gewiss das dicke dicke Geld, das da herumliegt und nur wartet. Und von dem man die ganzen Vorleistungen natürlich nicht begleichen kann. Und dann ist da noch irgendetwas, und es wird die nächste Gebühr fällig. Nachdem man endlich durch das Schweigen der zuvor so kommunikativen und freundlichen Veranstalter bemerkt, dass sich der ganze Gewinn in Nichts aufgelöst hat, ist man unter Umständen tausende von Euro losgeworden. Das ist eine der ältesten Betrugsmaschen des Internet.

Best Regards,
Mrs. Finela Transofa
(Lottery co-ordinator).
Madrid, 21st January 2008

Note: All Won Prize must Be claimed/ Cleared not later than 10th of Feb. 2008. After this date, all other winnings will considered as UNCLAIMED and returned to ministerio de Economia Y Hacienda.

Unbedingt daran denken! Es ist ganz wichtig, dass man seinen Gewinn schnell und möglichst unüberlegt geltend macht, sonst fällt das Geld an den Staat. Was hier gebraucht wird, sind nämlich willige und dumme Opfer, die sich mit einfachen Worten unter Druck setzen lassen und jede noch so durchsichtige Lüge einfach fressen. Denn mit diesen Opfern ist das Betrugsgeschäft immer noch am leichtesten.

Spam-Splitter (1)

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Da holt man mal für ein paar Tage keine Mail ab, weil man etwas viel Wichtigeres zu tun hat, und schon sammelt sich der Wahnsinn kübelweise im virtuellen Postfach. Hier meine Spam-Splitter, frisches Gammelfleisch aus der Spam-Hölle.

„Wir wissen, was Frauen wollern“ – so steht es in der Betreffzeile einer Müllmail, die „Viiiaaaggra“ und „Ciiiaaaaaallis“ verkaufen will. Abgesehen vom zusätzlichen „r“ im Betreff hatten die Spammer dieses Mal die überaus „geistreiche“ Idee, nun nicht mehr nur die „i“ und „a“ zu vervielfachen, sondern weitere zusätzliche Buchstaben in die Produktnamen zu setzen, damit die Nullinfo durch den Spamfilter komme. So schreiben sie „Viagra“ jetzt mit doppeltem „g“ und „Cialis“ mit doppeltem „l“, natürlich ohne Erfolg. Hätte ich nicht im schleimigen Sieb des Spamfilters nachgeschaut, so wäre meinem „Lebem“ (diesen Fehler hat der Text seit über sechs Monaten) die Spam völlig erspart geblieben. Gebt es einfach auf und geht sterben, Spammer! Ich würde euren Müll und eure windigen Betrugsversuche gewiss nicht vermissen.

„Medications that you need“ – mit so einem Betreff ist natürlich das gemeint, was ich garantiert nicht brauche, nämlich Cialis. Das soll ich ohne jede Verschreibung und ganz „direkt“ bekommen, wenn ich auf einen Link klicke, der mich zu einer kostenlosen Website bei GeoCities führt. Nicht nur, dass man mit gefälschtem Absender mailt, man hält es jetzt bei der Spam-Mafia wohl auch nicht mehr für nötig, eine eigene Domain zu betreiben, um wenigstens ein bisschen überzeugend zu wirken. Ein einziger Klick auf einem besonders gesicherten System (bitte niemals nachmachen, wenn man nicht weiß, auf welche Weise ein Computer besonders gesichert werden kann!) zeigte mir eine nachgemachte Fehlerseite. Diese enthielt in einem eingebetteten Frame einen Angriff gegen ältere Versionen des Internet Explorer, der gewiss eine aktuelle Kollektion von Trojanern auf den Rechner schaufelt. Man kann gar nicht genug davor warnen, auf ein Spam-Angebot einzugehen.

„300% Bonus für ihre erste Einzahlung“ – Auch das regelmäßigen Lesern dieses Blogs wohlbekannte Royal Super Duper Magic Vegas Jackpot VIP Casino Kasino mit den täglich zwei Mal gewechselten Domains sucht wieder mit Spam nach Opfern für den Betrug. Zum Brüllen: „Stellen Sie sich wahrheitsgetreue Grafiken, so wie in den alten Casinos, vor […]“ verbindet sich mit gefälschtem, gar nicht wahrheitsgetreuen Absender für die millionenfache Müllpost. Der Domainmangel bei diesen modernen Nomaden des Internet hält natürlich an, inzwischen verwendet man den Link http://www.kenettcasino.com/lang-de/. Die Masche ist aber die gleiche wie immer: Geld einzahlen, virtuelle Jetons bekommen, betrogen sein und das verschwundene „Casino“ vergeblich suchen. Hoffentlich sterben die Dummen bald aus!

„Bonus 555eu“ – Einmal eine etwas andere Casino-Spam. Diesmal geht der Link auf Google, und bringt über „Auf gut Glück“ direkt den ersten Treffer in den Browser. Das ganze Vorgehen ist so ausgeführt, dass die mit Spam beworbene URL gar nicht im Link erscheint. Wer sich so verbirgt, hat ganz gewiss auch etwas zu verbergen. Da die wenigsten Menschen misstrauisch gegenüber einem Link auf Google sind, ist diese neue Masche sehr gefährlich und wird bestimmt noch ihre Opfer finden. Dass ein mit hoher krimineller Energie ausgeführter Missbrauch einer Suchmaschine keine Empfehlung für ein Spielchen ist, sollte eigentlich auch dem Dümmsten noch einleuchten.

„Canadian Pharmacy“ – Offenbar ist diese Spamfirma inzwischen so „beliebt“, dass andere auf diesem Zug aufspringen. Denn jetzt geht der angebliche CP-Link auf eine kostenlose GeoCities-Homepage, die ebenso wie die anderen Missbräuche von GeoCities einen wenig erquicklichen Angriff auf den heimischen Computer durchführt. Das ist geradezu die Krone der Spamhölle. Ein krimineller Spammer tarnt sich als ein anderer krimineller Spammer. Langsam wird es realdadaistisch…

„MY OFFER“ – Auch die Vorschussbetrüger haben nicht geschlafen und sich neue Stories ausgedacht. „Naveed Jafar“ erzählt in stilsicherem und gekonnt frömmelnden Englisch, dass er langsam an unheilbarem Krebs verkrepelt, aber noch so versteckte 17 Millionen Dollars rumliegen hat, die er nicht mehr selbst bewegen kann. Natürlich hat so ein reicher Mann keine Bediensteten, denen er vertrauen kann, und deshalb sucht er mit millionenfacher Spam nach Leuten, die für ihn etwas Geld zu wohltätigen Organisationen transferieren. Denn irgendwelche anonymen Spam-Empfänger sind ja bekanntlich viel vertrauenswürdiger als jede Bank. Die Gläubigen dieser Betrugsmasche sollen 20 Prozent vom Geld abbekommen, wenn sie auf diesen Gierappell reinfallen. Klar, dass die vorher ordentlich in Vorleistung treten müssen, sehr zur Freude der Betrüger. Dass der Absender „sehr vertrauenswürdig“ ist, sieht man allein schon an seiner Bitte, die Mail über eine andere Adresse als die Absenderadresse zu beantworten. :mrgreen:

Lieber Freund

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Die Texte, mit denen neue Opfer für einen flotten Vorschussbetrug gesucht werden, ändern sich kaum noch. Immer wieder die gleiche dumme Story:

Lieber Freund

Ich vermute das diese E-Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr.

Du Schreiber einer Spam mit gefälschtem Absender,

ich vermute, dass du das bei den meisten Lesern so erwartest, aber ich bin gar nicht mehr überrascht, wenn ich Spam kriege. Dafür glaube ich dir nicht.

Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Standard Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zwölfmillionenfünfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.

Denn ich kann dir einfach nicht glauben, dass du auf so einem Stapel grüner Lappen so sehr rumsitzt, dass du gleich Millionen von Menschen anschreiben musst. Da wäre ich ja blöd, wenn ich dir das glauben würde. Ausgerechnet ein krimineller Banker kennt niemanden, mit dem er so einen Deal durchziehen kann? Frag doch mal deine korrupten Politiker! Oder deine genau so korrupten Kollegen! Oder deine Bevollmächtigten aus der Wirtschaft! Nein, auf Geld musst du bestimmt nicht so sitzen bleiben, dass es einer Massenmail bedürfte.

Dieses Konto gehörte Herrn Manfred Becker, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist. Herr Becker war ein gebürtiger Deutscher. Damit es mir möglich ist dieses Geld $12,500,000 inanspruch zunehmen, benötige ich die zusammenarbeit eines Ausländischen Partners wie Sie, den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herrn Becker vorstellen kann, damit wir das Geld inanspruch nehmen können.

Klar, immer die gleiche Story, aber das schrieb ich ja schon. Da kannst du mich nicht einmal mit Namen ansprechen, aber willst mir allen Ernstes in plumpster Vertraulichkeit erzählen, dass du mit mir einen ganz dicken Millionen-Fischzug machen willst, der sich für dich und für mich lohnt. In Wirklichkeit werden da für mich einige Vorleistungen fällig werden, nicht viel, nur so ein paar tausend Euro alles in allem. Ein Papierchen da, ein Papierchen dort und vielleicht auch mal ein kleines Bestechungsgeld. Natürlich gibt es die Millionen gar nicht, und meine Knete landet bei dir und deinen Komplizen. Wie bei allen deinen anderen Opfern.

Für diese Unterstützung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die restlichen 70% teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser Transaktion ebenfalls unterstützen.Wenn Sie interessiert sind, können Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.

Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse:
( martinsdito@aim.com )

Nett, dass du gleich einräumst, dass du deine Absenderadresse gefälscht hast. Da weiß man auch gleich, wie ehrlich du in anderen Geschäften sein wirst.

Aber schon klar, ich werde wenigstens alles dafür tun, dass du schön viele Mails bekommst. Das willst du doch, oder? Nur, dass meine Leser hier über deinen Beschiss aufgeklärt sind und den richtigen Umgang mit deinen Betrugsnummern wissen werden. Die werden auch wissen, dass sie dir und deinen Komplizen mit jeder interessiert klingenden Anfrage Zeit rauben, die ihr dann nicht mehr eurem eigentlichen „Geschäft“ widmen könnt: Dem Abzocken von leichtgläubigen Deppen. Vielleicht macht diese Art von „Feedback“ euer Geschäft irgendwann so fruchtlos, dass ihr euch einer weniger asozialen Tätigkeit widmet – das Internet könnte echt ein bisschen aufatmen.

WARNUNG: Es handelt sich hier keineswegs um eine Spielerei, sondern um den Kontakt mit schwer kriminellen Menschen, die mafiös organisiert sind. Der allzu plumpe Versuch, diese Verbrecher zu verarschen, kann LEBENSGEFÄHRLICH sein. Wer das trotzdem tun will, sollte niemals irgendwelche persönlichen Daten preisgeben und nicht seine gewöhnliche Mailadresse verwenden. Niemals einen zutreffenden Namen angeben, niemals ein richtiges Foto oder einen eingescannten Personalausweis hinsenden! Niemals auf ein persönliches Treffen einlassen! Wer aber weiß, wie man sich im Internet anonym halten kann, der kann mit diesen Deppenfängern durchaus seinen Spaß haben. Wer es (noch) nicht weiß, sollte gar nicht darüber nachdenken – es ist einfach zu gefährlich.

Mit freundlichen Grüßen

MARTINS WEBER DITO

Du mich auch! 👿

Der Nachtwächter

mit dem guten Glauben…

Montag, 15. Oktober 2007

Ja, mit diesem Betreff möchte ein mir ein Vorschussbetrüger sein Stümmeldeutsch unterjubeln. Nicht nur bei der Übersetzung von Computer-Programmen, auch bei der Spam sollte man die verwendete Sprache doch wenigstens so weit beherrschen, dass man sich verständlich ausdrücken kann. Leider scheitern auch viele Spammer an dieser minimalen Qualifikation.

Ob so krüppelige Sprache wohl überzeugender wirkt, wenn zu allem Überfluss die Umlaute auch noch durch Leerzeichen ersetzt werden? 😀

Am liebsten,

Ich bin Herr Peter Eze, ein Manager in den Rechnungen und im Austausch an der fremden Rimesse-Abteilung von einer der f hrenden B nke in Ghana. Ich schreibe diesen Brief, um um deine Unterst tzung und Mitarbeit zu bitten, zum dieser Gesch ft Gelegenheit in meiner Abteilung durchzuf hren.

Klar doch, du hängst irgendwo in Ghana und kennst da als „Manager in den Rechnungen“ nicht mal jemanden. Da suchst du dir lieber mit ein paar Millionen Spams deine Opfer „Unterstützer“.

Übrigens, unter den vielen absurden Anredeformen in Spams ist „Am liebsten“ bis jetzt die mit dem größten Liebreiz… :mrgreen:

Wir entdeckten eine verlassene Summe of$12,500,000.00 (nur zw lf Million f nfhundert tausend Vereinigte Staaten Dollar) in einem Konto, das bis einen unserer Auslandskunden geh rt, die zusammen mit seiner gesamten Familie eine Frau und zwei Kinder im November 1999 in einem Selbstabbruch starben.

Klar doch, die haben einen „Selbstabbruch“ gemacht. So richtig alle zusammen, er und sie und die Kinder. Und haben etwas hinterlassen, weil sich Leute mit so viel Geld niemals ums Geld kümmern. Und das liegt da jetzt rum. Und du sitzt da mit deinem tollen Übelsetzungsprogramm und glaubst, das mache gutes Deutsch. Weil deine Bank so doofe Mitarbeiter im „Management“ hat, kriegt sie auch so viel Geld. Dein automatischer Übersetzer weiß ja noch nicht einmal, dass man hier eher „US-Dollar“ statt „Vereinigte Staaten Dollar“ sagt – dabei sollte dir als „Banker“ doch das internationale Währungskürzel „USD“ geläufig sein, das hier von jedem verständen würde, der für ein solches Geschäft in Frage käme.

Aber lesen wir mal weiter dein Stümmeldeutsch mit Restenglisch, du Mananger, du:

Seit wir von seinen Tod h rten, haben wir seine Folgend-vonst mme erwartet, vorbeizukommen und Anspr che f r sein Geld als der Erbe zu setzen, weil wir nicht die Kapital von seinem Konto freigeben k nnen, es sei denn jemand Anspruch als die Folgend-vonst mme an den Verstorbenen beantragt, wie in unserem Bankverkehr angezeigt Richtlinien. Leider weder hat ihr Familie Mitglied noch entfernter Verwandter everappeared, um die besagte Kapital zu behaupten. Sie ist in unserer Bankverkehr Richtlinie, die, wenn keine der Verwandten bis Anspruch diese Kapital nach 6years des Todes des sp ten Kunden kommen, die Kapital als unclaimed Rechnung und wird berwiesen werden auf das Fiskuskonto der Bank angesehen wird.

Vielleicht hättest du diesen Part mal jemanden zum Lesen geben sollen, der Deutsch kann. Der hätte dir nämlich gesagt, dass das auch nach dreimaligem Lesen nicht wirklich verständlich wird.

Mir macht das nichts aus. Ich kenne diese Betrugsnummer und weiß, was du sagen willst. Da ist einer verreckt, hat aber sein Geld auf dem Konto gelassen. Und es gibt keinen Erben, der es sich abholt. Und wenn sich niemand um die hübschen Millionen kümmert, geht das Geld einfach so ohne weiteres Aufheben an den Staat. Wie gesagt, ich kenne solche Betrugsmails und weiß daher, was du sagen willst. Aber deine Opfer, die diesen Beschiss noch nicht kennen, die werden bestimmt Verständnisprobleme haben. Das ist doch sogar schlecht für dein Geschäft. Aber das ist dir scheißegal. Lieber flutest du etliche Millionen Mailadressen, um eine Handvoll strohdummer Opfer zu finden, als dass du auch nur eine Sekunde lang versuchst, mit einer auch nur minimalen Sorgfalt vorzugehen.

Nach dieser Entdeckung sind I und andere Beamte in meiner Abteilung damit einverstanden gewesen, Gesch ft mit dir zu bilden und die Gesamtmenge in dein Konto als der Erbe der Kapitals freizugeben, da niemand f r es kamen oder entdeckten, da er Bankkonto unser beibehielt, andernfalls wird die Kapital zum Bankfiskus wie unclaimed Kapital zur ckgebracht.

Klar doch, ihr seid überein gekommen, mit mir „Geschäft zu bilden“. Und das, obwohl ich mich gar nicht kennt und nicht einmal mit Namen anreden könnt. Lieber einmal in die Kristallkugel schauen, bevor man etwas als unclaimed Kapital an den Bankfiskus gibt, so kriegt man vielleicht einen unnamed Komplize. Das soll euch einer glauben?

Na, der wird denn vielleicht interessiert sein, wenn er die folgende Rechnung in Restdeutsch überhaupt noch verstehen kann:

Wir haben darin bereingestimmt, da unser Verh ltnis des Teilens ist, wie folglich angegeben; 30% f r dich als fremden Partner, 65% f r uns die Beamten in meiner Abteilung und 5% f r die Regelung aller lokalen und fremden expences genommen von uns und von dir w hrend dieses Gesch fts. Nach der erfolgreichen Beendigung dieser bertragung, kommen I und einer meiner Kollegen zu deinem Land und k mmern sich um unseren Anteil. Er ist von unserem 75%, das wir beabsichtigen, landwirtschaftliches Machineries in mein Land als Weise der Wiederverwertung der Kapitals zu importieren. Um diese Verhandlung zu beginnen, ben tigen wir dich dein Interesse durch eine R ckhole-mail mit den folgenden Informationen sofort anzuzeigen:

1.)Dein privates Telefon und Telefax Nr.
2.)Dein voller Name

Klar, „Rückhole-mail“ ist viel verständlicher als „Antwort-Mail“. Vielleicht kriegst du ja ein paar Mails, ich habe eben auch schon eine geschrieben. Je mehr du mit interessiert klingendem Unsinn zu tun hast, desto weniger kommst du zu deinem eigentlichen Geschäft, dem Abzocken von Dummköpfen. Aber Telefon, das habe ich nicht; da musst du schon mit einem ziemlich teuren Ansagedienst in der Schweiz vorlieb nehmen. Sei froh, dass ich nicht die Nummer des BKA reingeschrieben habe. Und mein Name, na ja, der stimmt auch nicht so richtig. Die Absenderadresse der Mail übrigens auch nicht, ich bin doch nicht blöd und gebe irgend etwas Persönliches an schwer kriminelle Arschlöcher raus. Aber ich denke, dass viele Leser dieses Blogs auch nicht blöd sein werden und genau so vorgehen werden wie ich. Die freuen sich bestimmt schon…

Nach dem Empfang von diesem, erhalte ich Willeinturn zur ck zu dir und gebe dir die mordalities f r die Bank, um dich als das folgende der St mme zu genehmigen. Auch merken, diese Verhandlung mu wegen seiner Natur gehalten werden. Ich freue, deine sofortige Antwort zu empfangen. Zur ck zu mir an meinem privaten email bitte erhalten: e_ze123@hotmail.com

…auf die Zustellung der „mordalities“ – ein herrlicher Verschreiber, der wie eine Mischung aus „mortal“ und „modalities“ wirkt… 😀

Bester Respekt,
Peter Eze

Alle Ächtung!

Der Nachtwächter
(Nach Diktat verreist)

The Nederland’s Staatsloterij

Montag, 17. September 2007

Ein Hinweis vorab: Die staatliche Lotterie der Niederlanden hat mit dieser Mail nichts zu tun, sondern ist selbst zum Opfer eines Spammers geworden, da ihr Ansehen durch den Missbrauch der Bezeichnung für kriminelle Aktivität besudelt wird. Das ist dem Spammer aber genauso egal, wie ihm andere Folgen seines Handelns egal sind, er kennt nur seine asozialen und kriminellen Betrugsnummern.

Da schaut man trüben Auges in seinen virtuellen Müllkasten Briefkasten und erwartet, dass er vor Werbemüll überquillt, und was ist? Welch Freude, ich bin schon wieder Millionär geworden…

Ref No: UT771008-07
Serial Number: 8LE02208
The Nederland’s Staatsloterij
Postbus 3334, 5902RH
Venlo-Nederland
https://www.staatsloterij.nl <https://www.staatsloterij.nl/>

Klar, so eine millionenfach versende Spam, die ihren Empfängern sagt, dass sie nun Millionen gewonnen hätten, die wirkt gleich viel glaubwürdiger, wenn sie einen Briefkopf voller seltsamer Angaben hat. Nur der eigentliche Briefkopf einer Mail, der Header, der kratzt diesen Eindruck gleich wieder an. Eine gefälschte Absenderadresse zerstört die Wirkung der kryptischen Zeilen voller Referenz- und Serien-Nummern auf der Stelle, mag da auch eine noch so seriös wirkende Postanschrift in den schönen Niederlanden stehen.

Immerhin, der Text ist nicht niederländisch. Ich kann ja verstehen, dass Niederländer nicht so gern „Het Duits“ von sich geben, seit sie einst binnen dreier Tage von der Wehrmacht überrannt wurden. Vor allem, weil die Wehrmacht beim Rückzug auch noch ein paar Deiche gesprengt hat – ein übler, feiger Mordanschlag war das! Aber warum schicken die dann überhaupt die folgende Mitteilung an eine Mailadresse in der de-Domain, obwohl der Empfänger garantiert nie ein Los gekauft hat:

Dear Sir/Madam,

We are pleased to inform you of the result of our Nederland’s Staatsloterij Internet Program that was conducted and release today the 17th day of September 2007. Your electronic mail address which we attach to the program Ref No: UT771008-07 and Serial Number: 8LE02208 has been selected among the lucky recipient to collect an approved payment of 1,000,000:00 euros only (One Million Euro Only) each, being the beneficiary of this email address. You are hereby advice to contact our payment processing/finance firm on the below stated details.

Klar doch, Spammer! Kannst die Empfänger deiner Mail nicht mal mit Namen ansprechen und musst dich ins „Sehr geehrte Damen und Herren“ flüchten, aber willst ihnen weismachen, dass sie einfach so eine Million Euronen gewonnen haben. Weil sie die richtige Mailadresse haben. Irgendeinen Einsatz muss man dafür ja auch nicht zahlen, diese Lotterie finanziert sich bestimmt über das EMail-Porto. Ach, das gibt es (noch) nicht. Na, denn eben irgendwie anders. Und verschenkt Millionen von Euros an Millionen von „glücklichen“ Empfängern. Und muss dabei die Absenderadresse fälschen.

Wer sich diesen Bären aufbinden lässt, ist schon ganz schön blöd. Da helfen auch diese seriös wirkenden Angaben von Telefonnummern nicht:

Dr. P. Brook
Gilmac Financial Services
Weeps-The Netherlands.
Tel: +31-634-254755
Fax: +31-847-118266
Email: [… entfernt]@gmail.com
Email: [… entfernt]@aim.com

Schon klar, ein Finanzdienstleister, der mit der niederländischen Staatslotterie zusammen arbeitet, hat nicht etwa eine eigene Domain für seine Mailadressen. Sondern einfach nur kostenlose Mailadressen bei Google Mail und AOL. So etwas wie „richtige“ Mailadressen für Mitarbeiter kann man sich dort, wo man wöchentlich Millionenbeträge bewegt, offenbar nicht leisten. Man spart eben, wo man kann.

Zum Beispiel auch bei der Intelligenz des Spammers. :mrgreen:

Empfänger mit Sparsamkeit in der Eigenintelligenz kriegen dafür noch die Gelegenheit, einen kleinen Datenstriptease vor verbrecherischen Spammern zu machen:

We expect you to provide them with details of the information below for the processing of your winning documents.

1). Full Names:………………
2). Residential Address: ……..
3). Occupation:………………
4). Sex:…………………….
5). Phone/Fax Numbers:………..
6). Country of Resident:………
7). Nationality: …………….
8). Reference Number:…………
9). Serial Number:……………
10). Amount Won:……………..
11). Email Address:…………..
12). A scan or Fax Copy of any Valid Proof of your Identification like International Passport or Driver’s License:…………….

Wer würde da nicht gleich seinen Ausweis oder Führerschein einscannen, um an die versprochene Million zu kommen. Ist wirklich eine tolle Idee. Neben dem üblichen Vorschussbetrug kommt man noch an verifizierte Daten von leichtgläubigen Deppen, die sich gewiss gut verkaufen lassen. Oder für eine weitere Abzocknummer benutzen lassen. Wie steht es doch so schön als Inschrift auf dem Grabstein von Kurt Schwitters: „Man weiß ja nie…“

Dafür erfährt man noch etwas über die Funktionsweise der „Lotterie“, die Menschen so unverhofft zu Geld kommen lässt:

All participants where selected through a computer ballot system drawn from over 20,000 company and 30,000,000 individual email addresses and names from all over the world drawn from Europe, Asia, Australia, New Zealand, Middle East, Africa, North and South America. Do note also that every email addresses that were used on this program were gotten without the knowledge of each recipient. Be informed here that all winnings must be claimed not later than the 1st Day of October 2007 and that anybody under the age of 18yrs is not eligible to apply for a claim of this amount. Congratulations from our management as we expect you to make good use of your funds. Do note also that every email addresses that were used on this program were gotten without the knowledge of each recipient.

Verstehe. Alles, was man für die Teilnahme braucht, ist eine Mailadresse. Wie sich die Lotterie finanziert, wird hier aber leider nicht erklärt. Wahrscheinlich drucken die einfach Geld, das sie an irgendwelche Internet-User verschenken.

Dafür kann ich gern erklären, wie diese „Lotterie“ funktioniert. Wer seinen „Anspruch“ anmelden will, muss leider noch so ein paar leidige Formalien erledigen. Und dafür muss man eben etwas Geld hergeben. Für den Notar, für diese Behörde, für jene Bearbeitung. Ist nicht viel. Nur so ein paar hundert bis tausend Euronen. Wird auch immer mehr, von dreistem Grabsch zu dreistem Grabsch. Die Million sieht man natürlich nie. Und das Geld verschwindet einfach auf den Konten von Verbrechern.

Sincerely Yours,
Freida Groot
Sweepstakes Coordinator.
Email: nlstaatsloterij@gmail.com

Man beachte: Diese „niederländische Staatslotterie“ hat nicht etwa Mailadressen innerhalb ihrer eigenen Domain, sondern verwendet eine kostenlose Google-Mailadresse. Die natürlich nicht mit der Absenderadresse der Mail übereinstimmt, sonst würde man vielleicht noch ein bisschen geneigt sein, solche Mail für echt zu halten. Nein, diese windigen Gangster wollen gar keinen Webspace anmieten, dabei müssten sie nämlich ihre Identität offenbaren, was gewiss auf das Interesse der Polizei stoßen würde. Lieber schön anonym bleiben und darauf hoffen, dass es unter den Empfängern dieser Mail genügend strunzdumme Deppen gibt, die gar nichts mehr merken, wenn man ihnen nur ein bisschen Reichtum verspricht.

Und nicht nur das, die haben auch noch das Urheberrecht für ihre Spam:

Copyright © 2001-2007 Nederland’s Staatsloterij.

Ihr könnt mich ja gern verklagen, ihr kriminellen Betrüger. Auch die folgende Einschränkung meiner Rechte an der Spam, die ich von euch gerade erhalten habe…

Note: In accordance with the Nederland’s Staatsloterij policy and regulations, this message is dispatched directly to the recipient only. If you are not the rightful owner of this email address or feel that you have received this message by error, we advice you destroy this copy as you are not authorized to read, print, retain or disseminate any part of it for any reason.

…geht mir einfach nur am Arsch vorbei. Das seht ihr ja schon daran, dass ich diesen Text einfach blogge und hoffe, dass das manchem Menschen den Verlust einiger hundert bis tausend Euro erspart.

Online Cyber Lotto

Montag, 18. Juni 2007

Es ist schon seltsam mit der Spam. Da sieht man wochenlang keinen richtigen Vorschussbetrug mehr, und denn wird eine ganz alte Nummer ohne besondere Abwandlung wiederholt: Der hohe Lotteriegewinn, für dessen Einlösung die Deppen natürlich ein bisschen Vorleistung bringen müssen.

Die Durchführung des Betruges kann sich diesmal durchaus sehen lassen. Es sind verschiedene Mailtexte mit unterschiedlichen Betreffs unterwegs, damit nicht zu schnell gefiltert werden kann. Gemeinsam ist den Mails mit Betreffzeilen wie „IT HAS HAPPENED!“, „CONGRATULATIONS!!! YOUR EMAIL ADDRESS HAS JUST WON THIS LOTTERY“ oder „CATEGORY ‚A‘ WINNER ONLY“ lediglich die Bezeichnung der angeblichen Lotterie als Online Cyber Lotto. Ein dümmerer Name ist kaum denkbar, aber wer achtet schon darauf, wenn zweieinhalb Millionen Dollars winken? Wer die Unstimmigkeiten bemerkt, ist für diese Art von Betrug sowieso nicht dumm genug.

Ich werde keinen der englischen Texte dieser Betrugskampagne nicht übersetzen, weil ich gerade besseres mit meiner Lebenszeit zu tun habe. Aber ein bisschen kommentieren, das geht doch immer… 😉

FROM THE DESK OF THE DIRECTOR INTERNATIONAL PRIZE AWARD DEPT

Aha, direkt vom Tisch des Direktors. Das klingt ja noch höher als „Manager“. Und wofür gibt er die Direktiven, der Direktor? Für die Abteilung für internationale Gewinnausschüttung. Das klingt groß. Und international.

Leider fehlts der großen und internationalen Person ein wenig an Dolmetschern. Und so schreibt er an eine deutsche Domain in englischer Sprache. Und nicht nur das, er kürzt sie auch noch ab:

Attn Lucky Winner,

Da werde ich doch gleich aufmerksamer, wenn schon die Anrede mit einem abgek. Attention daher kommt. Schließlich bin ich ein glücklicher Gewinner, und zwar…

WINNING NOTIFICATION FOR CATEGORY „A“ WINNER ONLY

…einer der Gewinnklasse „A“. Und der Hinweis ist nur für die Gewinner der Klasse „A“, also für schätzungsweise einige zehn Millionen Spam-Empfänger.

The online cyber lotto draws was conducted from an exclusive list of 25,000,000 e-mail addresses of individual and corporate bodies picked by an advanced automated random computer search from the internet. No tickets were sold.

Ich finde es wirklich toll, dass mir das Prinzip dieser Lotterie auch erklärt wird. Noch überzeugender fände ich es, wenn mir erklärt würde, mit welchen Mitteln sich eine solche Lotterie finanziert, die ja keine Lose verkauft, sondern einfach Mailadressen aus dem „Internet“ willkürlich auswählt.

After this automated computer ballot, your e-mail address emerged as a winner in the category „A“ with the following numbers attached Ref Number: MH 9590 JE 0602, Batch Number: 863881546-NL / 2007 and Ticket Number: PA 8502 / 9707-01

Aber auch wenn keine Lose verkauft werden, hat man doch immer noch eine Losnummer, wofür auch immer. Wahrscheinlich nur, damit die Verbrecher in ihrem Spamskript wenigstens einen Zufallsgenerator verwenden können.

Nach so vielen bleiernsten und an sich unwichtigen Zahlen kommt jetzt aber endlich die richtige Zahl, und die wird sogar in Worten wiederholt, damit man sie auch ja wahrnehme:

You are therefore to receive a cash prize of $2,500,000.00. (Two Million Five Hundred Thousand United States Dollars) from the total payout CONGRATULATIONS!!!. Your prize award has been insured with your e-mail address and will be transferred to you upon meeting our requirements, statutory obligations, verifications, validations and satisfactory report.

Denn muss ich ja nur noch abholen, das ist ja toll. Gut, dass ihr mir gleich sagt, wie ich das mache:

To file in for the processing of your prize winnings, you are advised to contact our Certified and Accredited claims agent for category „A“ winners with the information below:

Name: Bernard PEIJS
Phone: +31 644 893 668
Email: mail_peijsservices@yahoo.de
Email: mail_servicespeijs@yahoo.de

Ich bin mir übrigens sicher, dass sich die Absender der Spam über massenhaft Mail an die hier angegebenen Adressen freuen werden. Es ist auch gar nicht so viel, was die wissen wollen:

You are advice to provide him with the following information:

Names:
Telephone/Fax number:
Nationality:
Age:

Der Phantasie sind bei diesen Angaben keine Grenzen gesetzt, und bitte nicht in fehlerfreiem Englisch schreiben, sonst halten die einen noch für zu intelligent für diesen Betrug. Auf gar keinen Fall die Telefonnummer eines lebenden Menschen angeben, sondern die Nummer eines sauteuren Ansagedienstes oder etwas ähnliches. Namen gibt es ja wie Sand am Meer, ich habe „Ernst B. Trohgen“ verwendet. Natürlich bin ich Deutscher und habe komplett in Deutsch geantwortet, und zwar mit einer Wegwerfadresse, damit die Spammer nicht auch noch mit einer gültigen Mailadresse von mir versorgt werden.

Aber nicht zu viel Zeit mit der Antwort lassen…

NOTE: All winnings must be claimed not later than 14 days, thereafter unclaimed funds would be included in the next stake. Remember to quote your reference information in all correspondence.

…sonst verfällt das schöne Geld noch. Die „reference information“ kann man sich getrost ausdenken, wenn man befürchtet, dass sie auf die ursprüngliche Mail zurückführen könnte: zwei Buchstaben, vier Ziffern, zwei Buchstaben, vier Ziffern.

Je mehr Müll die Betrüger in ihrem virtuellen Postfach vorfinden, desto weniger Zeit haben sie für ihre Betrügernummer. Leider fallen immer wieder arglose Seelen auf so einen Vorschussbetrug rein und stecken hunderte oder gar tausende von Euros in notwendige „Papiere für die Transaktion“, die in Wirklichkeit völlig wertlos sind.

Die Betrüger wissen das natürlich auch und weisen nochmal darauf hin, dass es sich bei dem Text dieser millionenfach versendeten Spam um etwas „vertrauliches“ handelt:

You are to keep all lotto information confidential, especially your reference and ticket numbers. (This is important as a case of double claims will not be entertained). Members of the affiliate agencies are automatically not allowed to participate in this program.

Na ja, meine Nummern kann jeder haben. Aber das ist noch nicht alles, weil hier die Veröffentlichung der Spam sogar noch mit der Keule des Urheberrechts verhindert werden soll:

This email may contain information which is confidential and/or privileged. The information is intended solely for the use of the individual or entity named above. If you are not the intended recipient, be aware that any disclosure, copying, distribution or use of the contents is prohibited. If you have received this electronic transmission in error, please notify the sender by telephone or return email and delete the material from your computer.

Wie soll ich eigentlich entscheiden, ob ich die Spam irrtümlich erhalten habe? Eine Anrede steht nicht drin und die angegebenen Nummern sind dem Empfänger völlig unbekannt und spielen eigentlich gar keine Rolle, weil ja Mailadressen ausgelost werden. Ich gehe mal davon aus, dass die Spam wirklich für mich ist, damit ich sie veröffentlichen, kopieren, verbreiten oder benutzen darf. Wenn du willst, kannst du mich ja deshalb mal verklagen, du blöder Spammer, du. Ich freue mich darauf. 👿

Mr. Abdul Raman

Dienstag, 29. Mai 2007

Ah, lange keinen neuen Vorschussbetrug mehr gehabt.

Inzwischen macht diese alte Betrugsnummer schon einen auf wohltätig und fromm. Da müssen sich die Betrüger auch gleich eine richtige Story ausdenken, aber das können sie ja. Sonst wären sie auch keine Betrüger.

Ich gehe mal davon aus, dass fast jeder genug Englisch kann, um den Text dieser Mail verstehen zu können. Ich habe einfach keine Lust, den Schwall des Unsinns zu übersetzen.

Can You Be of help?
My Name is Mr. Abdul Raham, i am 55years old. Am a citizen of Saudi Arabia, but i am resident in Cayman island. I was born an orphan in 1952. I have no father or mother, and i have no relatives.I struggled and Worked Hard and Almighty Allah blessed me abundantly with riches. I used to be a dealer in gold, diamonds and tantalite. I have no wife but i happend to have a child of 5Yrs from my late wife who happens to die of Cancer of the Breast. For 2 years now i am seriously sick. I have been diagnosed with Cancer which was discovered very late, due to my laxity in caring for my health. It has defiled all forms of medicine, Right now I have only about a year to live, according to my Medical Doctor.

Wie schön es doch wäre, wenn dieser Spammer wirklich in einem Jahr abkratzen würde. Aber immerhin, ich habe schon derartige Mails mit wesentlich schlechterem Englisch lesen „dürfen“. Die Geschichte ist bis dahin noch durchaus ordentlich erzählt. Im Moment wird der dumme Empfänger vor allem davon verblendet, dass es sich angeblich um die Mitteilung eines Händlers für Gold und Diamanten handelt, der von Gott mit Reichtum gesegnet wurde.

Dass der Kerl einfach wildfremde Mailempfänger anschreibt, die er nicht einmal mit Namen ansprechen kann, um ihnen eine scheinbar persönliche Geschichte zu erzählen, bemerkt der Depp aus der Zielgruppe nicht. Gemeint ist jener Depp, der bei dieser Masche abgezockt werden soll. Der Depp, der die ganze hier ausgebreitete, hanebüchene Geschichte glaubt. Von einem Waisen, der sich zum Edelmetall- und Diamantenhändler hochgearbeitet hat, der aber jetzt dem Tod in die knöcherne Augenhöhle schaut. Die Frau ist auch schon hopp, weil er vor lauter Diamanten nie die Knoten in ihrer Brust bemerkt hat. Und das einzige Kind ist erst fünf Jahre alt und droht selbst, demnächst ein Waisenkind zu sein. Nichts und niemand hat einen Namen oder einen konkreten Wohnort oder irgend etwas mit Google Überprüfbares – sonst würde ein intelligenterer Depp vielleicht merken, dass diese schrecklich unglückliche und stinkreiche Familie gar nicht existiert.

I have not particularly lived my life so well since after the death of my wife four years ago, as I never really cared for myself but the business. Though I am very rich, I was never generous, I only focused on my business as that was the only thing I cared for. But now I regret all this as I now know that there is more to life than just wanting to have or make all the money in the world. I believe when God gives me a second chance and heal me I would live my life a different way from how I have lived it.

Und damit das klar ist: Der Absender ist ein ganz reiches Arschloch, das nie zum Leben gekommen ist. Selbst die Beerdigung seiner Frau scheint er verpasst zu haben, weil das Geschäft wichtiger war. Viel nehmen, nichts geben; denn man hat es ja nicht vom Geben.

Und jetzt gehts ans Verrecken und da fällt ihm Gott wieder ein. Interessanterweise hat der Absender nun aber wieder vergessen, wie Allah heißt und verwendet (für einen muslimischen Schreiber völlig untypischerweise) das englische Wort „God“. Oder will er einfach nur auf Nummer Sicher gehen und versucht verschiedene Bezeichnungen Gottes, in der Hoffnung, dass irgendeine davon die richtige ist?

Ob Gott wohl solche heuchelnden, dreisten Betrugs-Spammer dahin schickt, wo es ewig brennt?

Aber jetzt kommt Abdul endlich zur Sache.

Please i have sowed a seed for my healing; I have willed and given most of my properties and assets to my immediate orphans childrens and as well as a few close friends.I want God to be merciful to me and accept my soul and so, I have decided to give arms to charity Organizations and give succor and comfort to the less privileged of the Tsunami Victims, as I want this to be one of the last good deeds I do on earth. So far, I have donated money to Some charity organizations. Now that my health has deteriorated so badly, I Cannot do this my self anymore. I once asked a close friend of mine to close one of my accounts in Saudi Bank and donate the money which I have there to charity organization and to the less Privileged in Bulgaria and Sudan-Africa he cashed the money but kept it only to himselves.

Die große Reue! Mit Wohltätigkeit aus der Hölle freikaufen! Jahrelang haben sich Berge von Geld und Gütern gestapelt, und jetzt muss alles raus ! Leider kann Abdul das nicht mehr selbst machen, weil er so siech ist. Deshalb hat er einst einen seiner Freunde den ganzen lästigen Bankkram machen lassen, statt einfach das Online-Banking seiner Hausbank zu verwenden. Und der Arsch hat sich das ganze schöne Geld in die Tasche gesteckt. Nix für die Waisen und Tsunami-Opfer und Benachteiligten der Welt, alles in die ausgebeulten Taschen eines falschen Freundes. Woran der sieche Abdul, der ja nicht einmal mehr eine Überweisung machen kann, diesen Beschiss überhaupt bemerkt hat, das verschweigt er aber lieber.

Und, was habe ich damit zu tun?

Hence, I do not trust him anymore, as he seem not to be contended with what I have left for him already. The last of my money, which no one knows of, is the huge cash of Twenty Two million (22 Million US DOLLARS) deposited in the Vault of a financial institution in Europe for Safekeeping. I want you to collect this deposit on my behalf and disburse thus 30percent of the total amount among the Mudslide Earthquake Victims in Asia, Hurricane Katrina, Hurricane Rita, Hurricane Wilma and for the less Privileged, 30percent for you for your time and efforts and 40percent for my only child for his upbringing as you will be responsible for his education, health and other activities. So i need your urgent reply so that I will not have to go on sourcing for a credible person to handle this project, please if this is what you Know that you can handle kindly respond back to me with the information below.

Ah, jetzt doch wieder die übliche Geschichte. Aus der Tatsache, dass er einem engen Freund nicht trauen konnte, zieht unser Abdul den Schluss, dass man mit einer Spam irgendwelche völlig anonymen Menschen findet, die viel vertrauenswürdiger sind. Die sollen sich denn um den leidigen Pfennigkram kümmern, es geht ja nur noch um den verborgenen Rest von Abduls Geldern, nur noch um läppische 22 Megadollars, die irgendwo in Europa rumlungern. Und wenn ich das jetzt mache und mich außerdem um den fünfjährigen geschlechtslosen Panz kümmere, denn darf ich 30 Prozent von der ganzen Knete einstecken, was immerhin noch secheinhalb Megadollars macht.

Genau die Geschäfte, die man irgendwelchen völlig unbekannten Spamempfängern anbietet! :mrgreen:

Für alle, die diese Art von Betrug noch nicht kennen: Die Fortsetzung ist ganz einfach. Wer auf so eine plumpe Story reinfällt, hat schon so dicke Dollarzeichen in den Augen, dass er nicht mehr klar sehen kann. Da fällt es dann auch nicht auf, dass vor der kleinen finanziellen Transaktion ein bisschen Papierkram gesetzt ist. Unglücklicherweise muss man dafür ein bisschen in Vorleistung treten, aber keine Sorge, es sind nur ein paar tausend bis zehntausend Euro, die der leidige Bürokratenkram und die eine oder andere Bestechung so kosten. Wer das mitmacht, hat am Ende jede Menge fantasievoll bedrucktes Papier und den Schaden.

Ich bin mir übrigens sicher, dass Abdul und seine Krankenschwester Sarah sich sehr über Antworten freuen werden. Die Antworten gehen – weil so ein erfolgreicher Geschäftsmann offenbar keine eigene Domain hat – an die kostenlose Yahoo -Mailadresse…

abdulraham2323@yahoo.co.uk

…aber beim Schreiben bitte auf gar keinen Fall zutreffende Angaben zur eigenen (oder einer anderen lebenden) Person machen und niemals eine korrekte Telefonnummer oder Mailadresse angeben. Die Daten, die unser Abdul haben will, sind die folgenden:

1.Complete Name
2.Contact Adress
3.Phone/Fax number
4.Age and occupation
Best Regards
Sarah Mohammed
(Nurse)

Für den Absender der Mail auf jeden Fall eine Wegwerfadresse verwenden! Als Telefonnummer empfehle ich eine sauteure Bandansage, als Faxnummer einen unverschämt teuren Faxabruf, aber bitte auf gar keinen Fall andere Menschen mit so eine Angelegenheit belästigen! Namen findet man im Telefonbuch, als angegebene Anschrift ist die Adresse einer Polizeidienststelle geeignet, damit die Beamten auch mal etwas zu lesen bekommen. Und unbedingt in Deutsch schreiben und das Englisch der Mail teilweise völlig missverstehen. Keine Sorge, auch eine deutsche Mail wird von denen gelesen und beantwortet, die haben nur viel mehr Mühe damit. Und genau darauf kommt es an.

Je mehr diese Mafia von professionellen Lügnern sich selbst mit Lügen herumschlagen muss, desto weniger kommt sie dazu, naive und arglose Menschen um ihre Ersparnisse zu betrügen.