Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Der aktuelle Vorschussbetrug

Donnerstag, 21. Februar 2008

Na, wenn man sich bei Yahoo tummelt, kommt man auch an hübsche Post. Dieser Versuch eines Vorschussbetruges ist eher für Bürger der USA bestimmt, aber leider war das Harvester-Skript nicht so richtig dazu imstande, den Wohnort aus einem Yahoo-Profil zu parsen. Warum sollte sich ein Spammer auch Mühe machen?

Dear,

Im Betreff hast du es noch hingekriegt, meinen Namen zu schreiben. Sogar meinen richtigen, wie du ihn bei Yahoo gefunden hast. Aber dein Skript ist offenbar zu doof, den Spamtext zu verändern. Oder du bist zu doof, dein Skript zu verstehen. Oder… vielleicht doch beides? Na ja, Hauptsache du kannst spammen.

I‘m very, very happy to inform you about my success in getting the US$15million transferred under the cooperation of a new partner from paraguay. Unknown to every other person involved I secretly arranged and got the funds transfrred to a safe place where I would be in perfect control ofthe funds.

Klar, eine ganz geheime Geheimsache ist das. Deshalb musst du es auch gleich rausmailen, natürlich in einer völlig unverschlüsselten und nicht einmal digital signierten Mail. Das ist so was von geheim, dass es sogar geheim bleibt, wenn man es auf eine Postkarte schreibt oder überall plakatiert – du hast doch ein paar Millionen von diesen Mails rausgehauen, oder?

Presently i‘m in Paraguay for some investment projects withmy own share of the total sum. meanwhile,i did not forget aboutyour pastefforts and attempts to assist me in transferring those funds despitethat it failed us some how.I know how much you have spent, everythingyou spent in this transaction will be compensated back with interest.I want you to know that I never forget my true friends, to show myappreciation for those times.

[Fehlende Worttrennungen aus dem Original]

Wir hatten bestimmt niemals etwas miteinander zu tun, ich pflege nicht mit Spammern zu verkehren. Also untersteh dich, mich einen Freund zu nennen, Freundchen!

I have given instructions to my secretaryin benin rep cotonuo
His name is Pascal Nelson
Tel: 0022993 58 64 14
Email address is: nel_passcal1970@yahoo.fr

Aber immerhin, das ist mal eine kreative Erklärung, warum man die Mail nicht einfach mit der Antworten-Funktion beantworten sollte. Warum haben eigentlich alle diese Spammer kostenlose Mailadressen und keine eigene Domain, obwohl sie gewaltige Beträge durch die Gegend schaufeln? Wohl vor allem, damit auch jeder bemerkt, was von diesen „Geschäften“ zu halten ist.

To give you $450.000.00( Four hundred and fifty thousand United StatesDollars). I am given this amount to you as compensation for all the pastefforts,time and attempts you put in to assist me in this matter.I appreciated your efforts at that time very much.In may 22 will be launching my new casino in Las Vagas, in theunited states of America I will be inviting you to join me .So feel free and get in touched with my secretary, i have instructedhim to send the amount to you once you contact him.

Ja, ist klar! Willst ein Casino aufmachen, kannst dir aber nur eine freie Mailadresse bei Yahoo leisten…

You are required to use this code when you contact him:
Code question:The red blue
Code answer:Never was red

Und so viel Konspiration, wenn man nicht einmal seine Mail verschlüsselt, sondern im Klartext durch das Internet pustet. Aber da du dich an US-Amerikaner wendest, kannst du ruhig solche Patzer in deine Vorgehensweise reinbauen; im Mutterland von AOL weiß man gewiss kaum, wie man vertraulichen Mailverkehr macht.

Please do let me know immediately you receive it so that we can share a glass of champain over the phone.

Nee, ich trinke lieber ein Glas Wasser für mich allein, bevor ich mich mit Leuten wie dir einlasse. Die Anweisungen deines Sekretärs kann ich mir lebhaft vorstellen. Der wird noch einmal klar versichern, dass ein riesen Batzen Geld herumliegt. Aber leider sind da so ein paar Formalien im Vorfeld, und dafür muss ich in Vorleistung treten. Das wird natürlich so rübergebracht, dass man dabei ganz vergisst, dass ihr so richtig mit Geld vollgesogen seid – und wenn ihr ein dummes Opfer gefunden habt, denn leiert ihr ihm tausende von Dollars aus der Nase. Natürlich für nichts…

At the moment, I‘m very busy here because of the investment projects which myself and the new partner are having at hand, finally, remember that had forwarded instruction to the secretary on your behalf to receive that money, so feel free to get in touch with Mr. Nelson Pascal he willsend the amount to you without any delay.

Ja ja, immer noch alles klar. So beschäftigt mit den Geschäften… aber nicht einmal eine „richtige“ Mailadresse.

Regards,
DR.Andy

Stirb qualvoll!

Nachtwächter
(Nach Diktat verreist)

Olympisch

Freitag, 15. Februar 2008

Diese Vorschussbetrüger mit ihren angeblichen Hauptgewinnen in irgendwelchen Lotterien, bei denen völlig unklar bleibt, wie sich solches Glücksspiel eigentlich finanzieren soll, sie versuchen ja krampfhaft, sich immer wieder eine neue Nummer auszudenken. Aber was denn herauskommt, ist doch immer wieder das gleiche.

Das fängt schon in der Betreffzeile an:

CONGRATULATIONS…YOUR E-MAIL WON US$1.5MILLION

Klar, man kriegt anderthalb Millionen Dollars, nur weil man eine bestimmte Mailadresse hat. Das wird einem natürlich von jemanden mitgeteilt, der seine eigene Mailadresse fälschen muss. Damit die ganze Sache gleich „noch glaubwürdiger“ klingt. :mrgreen:

Und natürlich muss das auch gleich einigen Millionen Menschen mitgeteilt werden, damit sich vielleicht doch jemand finde, der auf diesen Beschiss reinfällt.

Dear Sir/Ma,

YOUR E-MAIL ADDRESS WON US $1.5 MILLION FOR YOU……..

Das sagtet ihr bereits im Betreff.

Und was für eine Lotterie ist es diesmal? Ah…

Towards creating general mass awareness and followship of the July 2008 Beijing Olympic Games, being the first to be held in the world’s fastest growing economy – {China}; The Chinese Olympic Committee in conjunction with BLUELAKES LOTTERY PROMOTIONS are organising a monthly lottery programme. Email addresses of people, corporates bodies and organisations are extracted and winners are picked randomly by computer balloting system,in this first edition Five Million E-mail addresses of internet users all over the world were extracted and your e-mail address was picked in the second category dip,and that qualifies you for a cash payment of the sum of US $1.5 Million. The paying bank is under LEGAL OBLIGATION to pay this amount to you US $1.5 Million as it is INSURED / BONDED ALREADY. Please be informed that there are other several winners in different countries/continents worldwide in the same category / different categories too.

…die chinesische Regierung hat sich mit der Ausrichtung der propagandistisch gewiss sehr wertvollen olympischen Spiele noch nicht genug übernommen und verschenkt deshalb mal eben das Geld an irgendwelche Unbekannten. Einfach von der Spammafia eine große Liste von Mailadressen aufkaufen und jedem so eine Müllnachricht schicken, dass er sich einen ordentlichen Batzen Geld abholen kann.

Und damit nicht genug…

All winners including your humble self are required to use a part of their winnings for the develoment of ANY grassroot sport{s} in your locality or for a charitable purposes in your locality that will bring hope to the downtrodden. Your winning information,which are stated below fell under our European payment center, therefore, you are required to urgently contact the official prime European paying bank, for payment:

…die sind ja auch noch so richtig blauäugig kommunistisch dabei! Ich soll also mit dem Geld lokalen Breitensport entwickeln oder fördern, damit die Unterdrückten in meiner Region wieder so ein bisschen Hoffnung kriegen. Eine anständige Waffenlieferung hätte ich viel überzeugender gefunden, um den Unterdrückten in Deutschland neue Hoffnung zu geben. :mrgreen:

WINNING INFORMATION:-

1}REFERENCE NUMBER:-EU/2457/2008/008

2.LUCKY DRAW NUMBER:-COC/000023675

3.SERIAL NUMBER:-290/200000000786

4.GAMES BONUS NUMBER:-52

Klar, es gewinnt zwar eine Mailadresse, aber das ist mit ganz komischen Zahlen verknüpft. Die sollen wohl an eine Lotterie erinnern.

Also send to the paying bank the following information so that they can start in earnest the payment process of this winning prize sum of US $1.5 Million in your name and favour,they are:-

A}Your Full Name{s}

B}Your contact street address:

C}Your nationality{Your country of origin}:

D}Your contact telephone numbers:

E}Your age:

F}Your occupation:

Kurz: Ihr wisst nichts über mich, und deshalb bittet ihr mich mal eben um die kompletten persönlichen Daten. Damit könnt ihr dann einfacher Kontakt zu mir aufnehmen, um mir in langen Telefongesprächen und mit jeder Menge amtlich aussehenden Papier mitteilen, dass es da noch so ein paar Formalien gibt, die einer Auszahlung des ganzen Zasters im Wege stehen. Und dafür muss ich eben ein bisschen in Vorleistung treten, hierfür ein paar Hunderter und dafür ein paar Hunderter, und denn kommt das ganz dicke Geld. Das soll ich zwar nicht verschleudern, sondern in die Sportförderung stecken, aber so richtig aus der Ferne kontrollieren könnt ihr das ja nicht.

Um euch diesen Grabsch zu erleichtern, soll ich jetzt ganz dringend Kontakt aufnehmen:

THE PROCESSING OFFICER,
CHINESE OLYMPIC COMMITTEE PAYMENT DEPT
POSTBANK NL
HOLLAND-NETHERLANDS.
E-MAIL:-lottopostbanknl@aim.com.
WEB-PAGE:-www.postbank.nl

Und treudoof, wie ich bin, lasse ich mich sofort von der richtigen Website van de nederlandse postbank überzeugen und bemerke über solche Überzeugung nicht mehr, dass die Mailadresse eine kostenlose Mailadresse bei AOL ist. Weil sich Leute, die mit lascher Hand Millionen von Dollars in die Menschheit werfen, wohl keine andere Mailadresse leisten können – und offensichtlich auch niemanden, der auf euren tollen Webserver der Niederländischen Postbank ein paar Mailkonten einrichten und verwalten könnte. Das soll ich einfach übersehen, weil ich ja schon recht blöd sein muss, um auf eine Spam hin mit viel Geld in Vorleistung zu treten. So blöd, wie ihr Verbrecher eure Opfer eben braucht. Die sind so blöd und wundern sich auch nicht darüber, dass sie die Mail nicht einfach mit der Antworten-Schaltfläche der Mailsoftware beantworten können, weil natürlich der Absender nicht mit dieser tollen, kostenlosen Mailadresse bei AOL übereinstimmt. So richtig deppert müssen sie sein, damit sich viele viele bunte Scheine aus den Idioten rausleiern lassen.

Your security file number is COC2090/WIN/2008 (keep personal) Remember, your winning must be claimed quickly as failure to claim your winning prize will obviously mean that it will be re-staked in our next lottery draws which comes up very shortly, so ensure that the needful is done now and quickly too.Once again, accept our profound and sincere congratulations on your winning.

So ein „sicheres Aktenzeichen“, das ihr mir hier in einer unverschlüsselten Mail mitteilt, ist zwar ungefähr so offen wie eine Postkarte, aber trotzdem soll ich es für mich behalten. Und so schnell wie möglich meinen Gewinn beanspruchen, damit nicht jemand anders das schöne schöne Geld kriegt. Und das würde seh schnell geschehen, deshalb ist es wohl das Beste, wenn ich gar nicht erst über die ganzen Unstimmigkeiten nachdenke. Und generell nicht weiter nachdenke, sondern euch einfach unreflektiert auf dem Leim gehe. Es wäre das Beste für euch.

Yours Sincerely.
Li Chang Lee
ONLINE COORDINATOR

Geh sterben!

Nachtwächter
Spamblogger und genervter Mitmensch
(Nach Diktat verreist)

godlinek@yahoo.co.uk

Freitag, 8. Februar 2008

Das ist doch mal wieder „kreativ“. Wenn die Antwortadresse schon nicht mit der gefälschten Absenderadresse der Müllmail übereinstimmt, denn setze man sie doch einfach als Betreff. Oder ist da mit dem Spamskript irgendetwas durcheinander geraten?

godlinek@yahoo.co.uk

Das sagtest du bereits im Betreff. ❗

My beloved,

Verhasster Spammer,

My name is Godline, I am a beautiful young black African woman from Africa.

ich bin der Nachtwächter, ein gar nicht über Spam erfreuter deutscher Blogger aus Deutschland.

I saw your profile today and decided to write you.

Ich empfing heute „deine“ betrügerische Müllpost und habe ich mich dazu entschlossen, sie in meine virtuelle Müllkippe namens „Unser täglich Spam“ zu werfen. Zum Genuss und Verdruss.

I hope to start a very cordial and lasting friendly relationship with you that will be beneficial to both of us in the nearest future.

So gern ich eine herzliche und dauerhafte freundschaftliche Beziehung mit jemanden eingehen würde, so eine virtuelle Spamfotze wie „du“ kommt dafür gar nicht in Frage. Ich kann und will es „dir“ gar nicht so hart geben, wie „du“ es zu brauchen scheinst, wenn „du“ mit millionenfacher Müllpost buhlst. :mrgreen:

Feel free to contact me through my private mail box at:
(godlinek@yahoo.co.uk)

Gut, dass du „deine“ Mailadresse immer wieder abgibst. Schade, dass „du“ sie nicht als Absender verwendest. Sonst würdest „du“ vielleicht ein bisschen glaubwürdiger wirken. 😀

I will tell you more about myself and also send my pictures to you after receiving your response.

Klar, ganz echte und wahre Geschichten. Über „dich“. Und. Ganz echte Bilder, die gewisse ausgesprochen knackig aussehen werden. Von „dir“. Alles andere würde mich überraschen. Und am Ende steht der übliche Vorschussbetrug, wahrscheinlich wohl in Anbahnung eines Treffens. Schließlich musst „du“ ja von Afrika erstmal hierher kommen, da brauchst „du“ bestimmt ein paar Dollars oder Euros für das Ticket. Oder für Papierkram. Oder für sonstwas. Und kaum hast „du“ das Geld, schon löst „du“ dich in Luft auf – das einzige, was bleibt, sind „deine“ Triefbriefe und „deine“ Fotos.

I am waiting to read from you the soonest possible.

Ich hoffe, die Welt kann bald deine Todesanzeige lesen, Spammer!

Yours sincerely,
Godline.

Stirb langsam und qualvoll!

Elias
(Nach Diktat verreist)

Lieber Freund

Donnerstag, 31. Januar 2008

Mich hat jetzt aber wirklich schon lange keiner mehr „aus Afrika“ angeschrieben, um mir das ganz fette Geld anzubieten. Leider werden diese Vorschussbetrüger immer langweiliger, weil ihnen einfach keine neuen Texte mehr für ihren Beschiss einfallen.

Lieber Freund

Ich vermute das diese E-Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr. Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Standard Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zwölfmillionenfünfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.

Und weil niemand Geld haben will, muss ich jetzt mit ein paar Millionen Müll-Mails nach Leuten suchen, die etwas gieriger sind. Denn ich bin ein ehrlicher Banker und kenne niemanden, mit dem zusammen man sich das Geld in die Tasche stecken könnte. Ich bin so dumm und ehrlich, dass ich bei meinem ersten Versuch der kreativen Bereicherung Spam verwende, um Komplizen zu finden. Glaub mir das bitte, lieber Freund!

Dieses Konto gehörte Herrn Manfred Becker, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist. Herr Becker war ein gebürtiger Deutscher. Damit es mir möglich ist dieses Geld $12,500,000 inanspruch zunehmen, benötige ich die zusammenarbeit eines Ausländischen Partners wie Sie, den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herrn Becker vorstellen kann, damit wir das Geld inanspruch nehmen können.

Die ganzen Formalien in diesem Geschäft erledige ich gern für sie. Alles, was sie tun müssen, ist nur im Vorfeld ein paar tausend bis zehntausend Dollar locker machen, damit die ganzen Formalien erleidigt werden können. Aber das werden sie schon noch sehen. Und das beste daran: Sie können mich und meine Komplizen hinterher noch nicht einmal anzeigen, weil sie selbst Partner in einem Betrug waren, der sich mit gefälschten Papieren Vorteile verschaffen wollte. Ich bin nur ein kleiner, harmloser, krimineller Spammer, also vertrau mir doch bitte, lieber Freund!

Für diese Unterstützung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die restlichen 70% teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser Transaktion ebenfalls unterstützen. Wenn Sie interessiert sind, können Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.

Wer so viele Millionen (die übrigens gar nicht existieren) vor Augen hat, der ist natürlich bereit, ein bisschen Kleingeld zu opfern. Aber das bauen wir so nach und nach auf, wir sind darin sehr geübt und machen das sehr professionell. Seit ich das mache, brauche ich gar keinen richtigen Job mehr, da mich die ganzen Deppen bezahlen, die auf diese uralte Masche reinfallen. Lieber Freund, helfen auch sie mir, weiterhin gut vom Verbrechen zu leben und glauben sie mir!

Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse:
( martinsweberdito@aim.com )

Und verwenden sie bitte nicht die Antwort-Funktion ihres Mailclients, lieber Freund! Denn natürlich schreibe ich mit gefälschtem Absender, ich bin ja schließlich ein Betrüger. Deshalb habe ich auch keine Mailadresse bei einer Bank, sondern eine schnell und fast anonym einzurichtende, kostenlose Adresse bei AOL.

Mit freundlichen Grüßen

MARTINS WEBER DITO

PS: Und vielen Dank für ihre Dummheit und Leichtgläubigkeit, denn davon lebe ich.

E-MAIL WINNER NOTICE

Montag, 21. Januar 2008

Bei mir ist so lange kein richtiger Vorschussbetrug mehr durch die Filter gekommen, dass ich diesen einen doch mal erwähnen möchte, so einfallslos er auch geschrieben ist.

E-MAIL WINNER NOTICE
EUROMILLONES MEGA AWARD 2008
**********************************
Congratulations to you as we bring to your notice the result of EUROMILLION 2008 promotions.

Das ist ja mal wieder eine gelungene und höchst professionelle Präsentation. Da schreibt also jemand, der mir was von einem „EuroMillones Mega Award“ faselt, eine HTML-formatierte Mail. Und für das Unterstreichen der „Überschrift“ fällt ihm kein besseres Stilmittel ein als gefühlte vierzig Asterisken hintereinander zu tippen. Von einem HTML-Tag wie <br> hat der noch nie etwas gehört. Damit er auch ja nicht allzu professionell aussehe, dieser betrügerische Spammer.

Aber angesichts solcher Mitteilungen braucht man ja auch nicht glaubwürdig auszusehen:

We are happy to inform you that your email address have emerged winner of SEVEN HUNDRED AND FIFTY THOUSAND EUROS (EUR 750,000) Euros selected by our E-games Random Selection System (ERSS).

Aha. Eine dreiviertel Million Euro soll ich also „gewonnen“ haben. Einfach nur, weil ich die „richtige“ Mailadresse habe, die Mailadresse, die dort von einem Zufallswahl-System „gezogen“ wurde.

Das ist eine bemerkenswerte Lotterie. Natürlich fragt man sich als erstes, wie sich eine derartige Lotterie wohl finanziere, da man dort ja offenbar einfach nur gewinnt, ohne dass man einen Einsatz einzahlen muss. Und wenn man darüber nachdenkt, stellt man fest, dass die sich gar nicht finanzieren, sondern das Geld einfach nur verschenken. Man muss schon hoffnungslos gläubig sein, um auf einen derartigen Unfug reinzufallen.

Aber die Sonderbarkeiten sind damit noch nicht erschöpft. Wie bitte geht das von Statten, wenn das „Zufallswahl-System“ eine Mailadresse auswählt. Wird da einfach eine zufällige Zeichenkette erzeugt? Und dann eine Mail hingeschickt, die wohl meistens deshalb wieder zurückkommt, weil die Zieladresse gar nicht existiert? Und manchmal erwischen die dabei auch die Mailadresse einer größeren Mailingliste, was auf der Stelle einige tausend Menschen zu „Gewinnern“ macht? Wer gewinnt denn von den tausenden? Der Besitzer der Mailingliste? Oder haben die eine riesige Liste von Mailadressen? Und wenn ja, woher haben die so etwas und wie komme ich darauf? Ohne dass ich jemals bei denen mitgespielt hätte? Wahrscheinlich kaufen die ihre Mailadressen bei der Spam-Mafia, eine andere Erklärung bleibt kaum übrig. Und mit diesem kurzen Gedanken weiß auch der Gläubigste, wes Geistes Kinder er vor sich hat – und wird sich nicht über den „Gewinn“ freuen, sondern über die Scheißspam ärgern.

NOTE: to file for your claim, please contact the claim Company with the informations below.
****************************************
AURA SEGUROS
Contact Person: Mr. Mario Alberto,
Tel. : 0034-693-107-282
Email : contactaura@aim.com
or : auraseguros@hotmail.com
****************************************

Wer aber immer noch glauben will, der schaue sich mal diese tollen Mailadressen an! Die veranstalten also ein Glücksspiel, bei dem sie Gewinne im sechsstelligen Bereich ausschreiben, aber sie haben für den Kontakt nur jeweils eine kostenlose Mailadresse bei AOL und Hotmail. Und diese Mailadresse stimmt nicht einmal mit dem (wie üblich gefälschten) Absender der Mail überein. Nicht einmal eine eigene Domain haben die! Ob das wohl daran liegen könnte, dass man beim Registrieren einer Domain Angaben zur eigenen Person machen muss, welche die Ermittlung solcher Betrüger durch die Polizei sehr erleichtern würden? Oder schleudern die so viel Geld bei ihrer durch nichts finanzierten „Lotterie“ raus, dass diese fuffzig Euro einfach nich mehr übrig sind?

Übrigens: Jetzt haben die sich endlich darauf besonnen, dass man in einer HTML-Mail auch anderen Möglichkeiten der Hervorhebung hat als die Buchstabengroßmachtaste, jetzt haben die endlich den Fettsatz gefunden. Aber ein Eindruck von Professionalität und Glaubwürdigkeit will sich dennoch nicht einstellen.

Find below your promotion date, Reference and Batch numbers. Remember to quote these numbers in your correspondence with your claims agent Mr. Mario Alberto.
****************************************
(1) Ref No: ESM/WIN/008/05/10/MA
(2) Batch No: EULO/2907/444/908/06
(3) Lucky No: 3-18-40-40-76
(4) Serial No: 45407
(5) PROMOTION DATE: 14TH JAN. 2008.
****************************************

Was bitte sehr haben diese Angaben mit der Mailadresse zu tun, die hier angeblich gewonnen haben soll? Dafür bedarf es doch nicht dieser Schmalspur-Lottozahlen in der „Lucky No“, mit denen ich meinen Gewinn bei Mario Alberto geltend machen soll; die Mailadresse zusammen mit einer übermittelten Kennung sollte völlig hinreichend sein. Aber die Verbrecher erhoffen sich, dass das Opfer dieses Betruges eine solche Mail für glaubwürdiger hält, wenn es mit vielen verwirrenden Angaben konfrontiert wird. Und natürlich, dass das Opfer auch brav und treudoof telefoniert oder mailt, um sich die vielen vielen bunten Euros zu sichern.

Was diesem Opfer geschieht, kann ich hier allerdings schon einmal sagen. Es bekommt eine Gratulation und kann eine Bankverbindung angeben, zu der die ganze Kniste überwiesen werden soll. Nur noch eine kleine Formalie ist da zu erledigen, die Behörden benötigen dort noch einen Schrieb oder eine Bestätigung der Identität. Und vielleicht noch eine weitere Formailie, weil der ganze Vorgang notariell beurkundet werden muss. Dafür fällt natürlich eine Gebühr an, nein, kein großer Betrag. Nur erstmal so 60 Euro für die Auslandssache. Und danach noch mal so 400 bis 800 Euro für den Notar. Aber dann kommt ganz gewiss das dicke dicke Geld, das da herumliegt und nur wartet. Und von dem man die ganzen Vorleistungen natürlich nicht begleichen kann. Und dann ist da noch irgendetwas, und es wird die nächste Gebühr fällig. Nachdem man endlich durch das Schweigen der zuvor so kommunikativen und freundlichen Veranstalter bemerkt, dass sich der ganze Gewinn in Nichts aufgelöst hat, ist man unter Umständen tausende von Euro losgeworden. Das ist eine der ältesten Betrugsmaschen des Internet.

Best Regards,
Mrs. Finela Transofa
(Lottery co-ordinator).
Madrid, 21st January 2008

Note: All Won Prize must Be claimed/ Cleared not later than 10th of Feb. 2008. After this date, all other winnings will considered as UNCLAIMED and returned to ministerio de Economia Y Hacienda.

Unbedingt daran denken! Es ist ganz wichtig, dass man seinen Gewinn schnell und möglichst unüberlegt geltend macht, sonst fällt das Geld an den Staat. Was hier gebraucht wird, sind nämlich willige und dumme Opfer, die sich mit einfachen Worten unter Druck setzen lassen und jede noch so durchsichtige Lüge einfach fressen. Denn mit diesen Opfern ist das Betrugsgeschäft immer noch am leichtesten.

Spam-Splitter (1)

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Da holt man mal für ein paar Tage keine Mail ab, weil man etwas viel Wichtigeres zu tun hat, und schon sammelt sich der Wahnsinn kübelweise im virtuellen Postfach. Hier meine Spam-Splitter, frisches Gammelfleisch aus der Spam-Hölle.

„Wir wissen, was Frauen wollern“ – so steht es in der Betreffzeile einer Müllmail, die „Viiiaaaggra“ und „Ciiiaaaaaallis“ verkaufen will. Abgesehen vom zusätzlichen „r“ im Betreff hatten die Spammer dieses Mal die überaus „geistreiche“ Idee, nun nicht mehr nur die „i“ und „a“ zu vervielfachen, sondern weitere zusätzliche Buchstaben in die Produktnamen zu setzen, damit die Nullinfo durch den Spamfilter komme. So schreiben sie „Viagra“ jetzt mit doppeltem „g“ und „Cialis“ mit doppeltem „l“, natürlich ohne Erfolg. Hätte ich nicht im schleimigen Sieb des Spamfilters nachgeschaut, so wäre meinem „Lebem“ (diesen Fehler hat der Text seit über sechs Monaten) die Spam völlig erspart geblieben. Gebt es einfach auf und geht sterben, Spammer! Ich würde euren Müll und eure windigen Betrugsversuche gewiss nicht vermissen.

„Medications that you need“ – mit so einem Betreff ist natürlich das gemeint, was ich garantiert nicht brauche, nämlich Cialis. Das soll ich ohne jede Verschreibung und ganz „direkt“ bekommen, wenn ich auf einen Link klicke, der mich zu einer kostenlosen Website bei GeoCities führt. Nicht nur, dass man mit gefälschtem Absender mailt, man hält es jetzt bei der Spam-Mafia wohl auch nicht mehr für nötig, eine eigene Domain zu betreiben, um wenigstens ein bisschen überzeugend zu wirken. Ein einziger Klick auf einem besonders gesicherten System (bitte niemals nachmachen, wenn man nicht weiß, auf welche Weise ein Computer besonders gesichert werden kann!) zeigte mir eine nachgemachte Fehlerseite. Diese enthielt in einem eingebetteten Frame einen Angriff gegen ältere Versionen des Internet Explorer, der gewiss eine aktuelle Kollektion von Trojanern auf den Rechner schaufelt. Man kann gar nicht genug davor warnen, auf ein Spam-Angebot einzugehen.

„300% Bonus für ihre erste Einzahlung“ – Auch das regelmäßigen Lesern dieses Blogs wohlbekannte Royal Super Duper Magic Vegas Jackpot VIP Casino Kasino mit den täglich zwei Mal gewechselten Domains sucht wieder mit Spam nach Opfern für den Betrug. Zum Brüllen: „Stellen Sie sich wahrheitsgetreue Grafiken, so wie in den alten Casinos, vor […]“ verbindet sich mit gefälschtem, gar nicht wahrheitsgetreuen Absender für die millionenfache Müllpost. Der Domainmangel bei diesen modernen Nomaden des Internet hält natürlich an, inzwischen verwendet man den Link http://www.kenettcasino.com/lang-de/. Die Masche ist aber die gleiche wie immer: Geld einzahlen, virtuelle Jetons bekommen, betrogen sein und das verschwundene „Casino“ vergeblich suchen. Hoffentlich sterben die Dummen bald aus!

„Bonus 555eu“ – Einmal eine etwas andere Casino-Spam. Diesmal geht der Link auf Google, und bringt über „Auf gut Glück“ direkt den ersten Treffer in den Browser. Das ganze Vorgehen ist so ausgeführt, dass die mit Spam beworbene URL gar nicht im Link erscheint. Wer sich so verbirgt, hat ganz gewiss auch etwas zu verbergen. Da die wenigsten Menschen misstrauisch gegenüber einem Link auf Google sind, ist diese neue Masche sehr gefährlich und wird bestimmt noch ihre Opfer finden. Dass ein mit hoher krimineller Energie ausgeführter Missbrauch einer Suchmaschine keine Empfehlung für ein Spielchen ist, sollte eigentlich auch dem Dümmsten noch einleuchten.

„Canadian Pharmacy“ – Offenbar ist diese Spamfirma inzwischen so „beliebt“, dass andere auf diesem Zug aufspringen. Denn jetzt geht der angebliche CP-Link auf eine kostenlose GeoCities-Homepage, die ebenso wie die anderen Missbräuche von GeoCities einen wenig erquicklichen Angriff auf den heimischen Computer durchführt. Das ist geradezu die Krone der Spamhölle. Ein krimineller Spammer tarnt sich als ein anderer krimineller Spammer. Langsam wird es realdadaistisch…

„MY OFFER“ – Auch die Vorschussbetrüger haben nicht geschlafen und sich neue Stories ausgedacht. „Naveed Jafar“ erzählt in stilsicherem und gekonnt frömmelnden Englisch, dass er langsam an unheilbarem Krebs verkrepelt, aber noch so versteckte 17 Millionen Dollars rumliegen hat, die er nicht mehr selbst bewegen kann. Natürlich hat so ein reicher Mann keine Bediensteten, denen er vertrauen kann, und deshalb sucht er mit millionenfacher Spam nach Leuten, die für ihn etwas Geld zu wohltätigen Organisationen transferieren. Denn irgendwelche anonymen Spam-Empfänger sind ja bekanntlich viel vertrauenswürdiger als jede Bank. Die Gläubigen dieser Betrugsmasche sollen 20 Prozent vom Geld abbekommen, wenn sie auf diesen Gierappell reinfallen. Klar, dass die vorher ordentlich in Vorleistung treten müssen, sehr zur Freude der Betrüger. Dass der Absender „sehr vertrauenswürdig“ ist, sieht man allein schon an seiner Bitte, die Mail über eine andere Adresse als die Absenderadresse zu beantworten. :mrgreen:

Lieber Freund

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Die Texte, mit denen neue Opfer für einen flotten Vorschussbetrug gesucht werden, ändern sich kaum noch. Immer wieder die gleiche dumme Story:

Lieber Freund

Ich vermute das diese E-Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr.

Du Schreiber einer Spam mit gefälschtem Absender,

ich vermute, dass du das bei den meisten Lesern so erwartest, aber ich bin gar nicht mehr überrascht, wenn ich Spam kriege. Dafür glaube ich dir nicht.

Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Standard Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $12,500,000 (zwölfmillionenfünfhundert US Dollar) gutgeschrieben sind.

Denn ich kann dir einfach nicht glauben, dass du auf so einem Stapel grüner Lappen so sehr rumsitzt, dass du gleich Millionen von Menschen anschreiben musst. Da wäre ich ja blöd, wenn ich dir das glauben würde. Ausgerechnet ein krimineller Banker kennt niemanden, mit dem er so einen Deal durchziehen kann? Frag doch mal deine korrupten Politiker! Oder deine genau so korrupten Kollegen! Oder deine Bevollmächtigten aus der Wirtschaft! Nein, auf Geld musst du bestimmt nicht so sitzen bleiben, dass es einer Massenmail bedürfte.

Dieses Konto gehörte Herrn Manfred Becker, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist. Herr Becker war ein gebürtiger Deutscher. Damit es mir möglich ist dieses Geld $12,500,000 inanspruch zunehmen, benötige ich die zusammenarbeit eines Ausländischen Partners wie Sie, den ich als Verwandter und Erbe des verstorbenen Herrn Becker vorstellen kann, damit wir das Geld inanspruch nehmen können.

Klar, immer die gleiche Story, aber das schrieb ich ja schon. Da kannst du mich nicht einmal mit Namen ansprechen, aber willst mir allen Ernstes in plumpster Vertraulichkeit erzählen, dass du mit mir einen ganz dicken Millionen-Fischzug machen willst, der sich für dich und für mich lohnt. In Wirklichkeit werden da für mich einige Vorleistungen fällig werden, nicht viel, nur so ein paar tausend Euro alles in allem. Ein Papierchen da, ein Papierchen dort und vielleicht auch mal ein kleines Bestechungsgeld. Natürlich gibt es die Millionen gar nicht, und meine Knete landet bei dir und deinen Komplizen. Wie bei allen deinen anderen Opfern.

Für diese Unterstützung erhalten Sie 30% der Erbschaftsumme und die restlichen 70% teile ich mir mit meinen zwei Arbeitskollegen, die mich bei dieser Transaktion ebenfalls unterstützen.Wenn Sie interessiert sind, können Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.

Schicken Sie bitte Ihre Antwort auf diese E-Mail Adresse:
( martinsdito@aim.com )

Nett, dass du gleich einräumst, dass du deine Absenderadresse gefälscht hast. Da weiß man auch gleich, wie ehrlich du in anderen Geschäften sein wirst.

Aber schon klar, ich werde wenigstens alles dafür tun, dass du schön viele Mails bekommst. Das willst du doch, oder? Nur, dass meine Leser hier über deinen Beschiss aufgeklärt sind und den richtigen Umgang mit deinen Betrugsnummern wissen werden. Die werden auch wissen, dass sie dir und deinen Komplizen mit jeder interessiert klingenden Anfrage Zeit rauben, die ihr dann nicht mehr eurem eigentlichen „Geschäft“ widmen könnt: Dem Abzocken von leichtgläubigen Deppen. Vielleicht macht diese Art von „Feedback“ euer Geschäft irgendwann so fruchtlos, dass ihr euch einer weniger asozialen Tätigkeit widmet – das Internet könnte echt ein bisschen aufatmen.

WARNUNG: Es handelt sich hier keineswegs um eine Spielerei, sondern um den Kontakt mit schwer kriminellen Menschen, die mafiös organisiert sind. Der allzu plumpe Versuch, diese Verbrecher zu verarschen, kann LEBENSGEFÄHRLICH sein. Wer das trotzdem tun will, sollte niemals irgendwelche persönlichen Daten preisgeben und nicht seine gewöhnliche Mailadresse verwenden. Niemals einen zutreffenden Namen angeben, niemals ein richtiges Foto oder einen eingescannten Personalausweis hinsenden! Niemals auf ein persönliches Treffen einlassen! Wer aber weiß, wie man sich im Internet anonym halten kann, der kann mit diesen Deppenfängern durchaus seinen Spaß haben. Wer es (noch) nicht weiß, sollte gar nicht darüber nachdenken – es ist einfach zu gefährlich.

Mit freundlichen Grüßen

MARTINS WEBER DITO

Du mich auch! 👿

Der Nachtwächter

mit dem guten Glauben…

Montag, 15. Oktober 2007

Ja, mit diesem Betreff möchte ein mir ein Vorschussbetrüger sein Stümmeldeutsch unterjubeln. Nicht nur bei der Übersetzung von Computer-Programmen, auch bei der Spam sollte man die verwendete Sprache doch wenigstens so weit beherrschen, dass man sich verständlich ausdrücken kann. Leider scheitern auch viele Spammer an dieser minimalen Qualifikation.

Ob so krüppelige Sprache wohl überzeugender wirkt, wenn zu allem Überfluss die Umlaute auch noch durch Leerzeichen ersetzt werden? 😀

Am liebsten,

Ich bin Herr Peter Eze, ein Manager in den Rechnungen und im Austausch an der fremden Rimesse-Abteilung von einer der f hrenden B nke in Ghana. Ich schreibe diesen Brief, um um deine Unterst tzung und Mitarbeit zu bitten, zum dieser Gesch ft Gelegenheit in meiner Abteilung durchzuf hren.

Klar doch, du hängst irgendwo in Ghana und kennst da als „Manager in den Rechnungen“ nicht mal jemanden. Da suchst du dir lieber mit ein paar Millionen Spams deine Opfer „Unterstützer“.

Übrigens, unter den vielen absurden Anredeformen in Spams ist „Am liebsten“ bis jetzt die mit dem größten Liebreiz… :mrgreen:

Wir entdeckten eine verlassene Summe of$12,500,000.00 (nur zw lf Million f nfhundert tausend Vereinigte Staaten Dollar) in einem Konto, das bis einen unserer Auslandskunden geh rt, die zusammen mit seiner gesamten Familie eine Frau und zwei Kinder im November 1999 in einem Selbstabbruch starben.

Klar doch, die haben einen „Selbstabbruch“ gemacht. So richtig alle zusammen, er und sie und die Kinder. Und haben etwas hinterlassen, weil sich Leute mit so viel Geld niemals ums Geld kümmern. Und das liegt da jetzt rum. Und du sitzt da mit deinem tollen Übelsetzungsprogramm und glaubst, das mache gutes Deutsch. Weil deine Bank so doofe Mitarbeiter im „Management“ hat, kriegt sie auch so viel Geld. Dein automatischer Übersetzer weiß ja noch nicht einmal, dass man hier eher „US-Dollar“ statt „Vereinigte Staaten Dollar“ sagt – dabei sollte dir als „Banker“ doch das internationale Währungskürzel „USD“ geläufig sein, das hier von jedem verständen würde, der für ein solches Geschäft in Frage käme.

Aber lesen wir mal weiter dein Stümmeldeutsch mit Restenglisch, du Mananger, du:

Seit wir von seinen Tod h rten, haben wir seine Folgend-vonst mme erwartet, vorbeizukommen und Anspr che f r sein Geld als der Erbe zu setzen, weil wir nicht die Kapital von seinem Konto freigeben k nnen, es sei denn jemand Anspruch als die Folgend-vonst mme an den Verstorbenen beantragt, wie in unserem Bankverkehr angezeigt Richtlinien. Leider weder hat ihr Familie Mitglied noch entfernter Verwandter everappeared, um die besagte Kapital zu behaupten. Sie ist in unserer Bankverkehr Richtlinie, die, wenn keine der Verwandten bis Anspruch diese Kapital nach 6years des Todes des sp ten Kunden kommen, die Kapital als unclaimed Rechnung und wird berwiesen werden auf das Fiskuskonto der Bank angesehen wird.

Vielleicht hättest du diesen Part mal jemanden zum Lesen geben sollen, der Deutsch kann. Der hätte dir nämlich gesagt, dass das auch nach dreimaligem Lesen nicht wirklich verständlich wird.

Mir macht das nichts aus. Ich kenne diese Betrugsnummer und weiß, was du sagen willst. Da ist einer verreckt, hat aber sein Geld auf dem Konto gelassen. Und es gibt keinen Erben, der es sich abholt. Und wenn sich niemand um die hübschen Millionen kümmert, geht das Geld einfach so ohne weiteres Aufheben an den Staat. Wie gesagt, ich kenne solche Betrugsmails und weiß daher, was du sagen willst. Aber deine Opfer, die diesen Beschiss noch nicht kennen, die werden bestimmt Verständnisprobleme haben. Das ist doch sogar schlecht für dein Geschäft. Aber das ist dir scheißegal. Lieber flutest du etliche Millionen Mailadressen, um eine Handvoll strohdummer Opfer zu finden, als dass du auch nur eine Sekunde lang versuchst, mit einer auch nur minimalen Sorgfalt vorzugehen.

Nach dieser Entdeckung sind I und andere Beamte in meiner Abteilung damit einverstanden gewesen, Gesch ft mit dir zu bilden und die Gesamtmenge in dein Konto als der Erbe der Kapitals freizugeben, da niemand f r es kamen oder entdeckten, da er Bankkonto unser beibehielt, andernfalls wird die Kapital zum Bankfiskus wie unclaimed Kapital zur ckgebracht.

Klar doch, ihr seid überein gekommen, mit mir „Geschäft zu bilden“. Und das, obwohl ich mich gar nicht kennt und nicht einmal mit Namen anreden könnt. Lieber einmal in die Kristallkugel schauen, bevor man etwas als unclaimed Kapital an den Bankfiskus gibt, so kriegt man vielleicht einen unnamed Komplize. Das soll euch einer glauben?

Na, der wird denn vielleicht interessiert sein, wenn er die folgende Rechnung in Restdeutsch überhaupt noch verstehen kann:

Wir haben darin bereingestimmt, da unser Verh ltnis des Teilens ist, wie folglich angegeben; 30% f r dich als fremden Partner, 65% f r uns die Beamten in meiner Abteilung und 5% f r die Regelung aller lokalen und fremden expences genommen von uns und von dir w hrend dieses Gesch fts. Nach der erfolgreichen Beendigung dieser bertragung, kommen I und einer meiner Kollegen zu deinem Land und k mmern sich um unseren Anteil. Er ist von unserem 75%, das wir beabsichtigen, landwirtschaftliches Machineries in mein Land als Weise der Wiederverwertung der Kapitals zu importieren. Um diese Verhandlung zu beginnen, ben tigen wir dich dein Interesse durch eine R ckhole-mail mit den folgenden Informationen sofort anzuzeigen:

1.)Dein privates Telefon und Telefax Nr.
2.)Dein voller Name

Klar, „Rückhole-mail“ ist viel verständlicher als „Antwort-Mail“. Vielleicht kriegst du ja ein paar Mails, ich habe eben auch schon eine geschrieben. Je mehr du mit interessiert klingendem Unsinn zu tun hast, desto weniger kommst du zu deinem eigentlichen Geschäft, dem Abzocken von Dummköpfen. Aber Telefon, das habe ich nicht; da musst du schon mit einem ziemlich teuren Ansagedienst in der Schweiz vorlieb nehmen. Sei froh, dass ich nicht die Nummer des BKA reingeschrieben habe. Und mein Name, na ja, der stimmt auch nicht so richtig. Die Absenderadresse der Mail übrigens auch nicht, ich bin doch nicht blöd und gebe irgend etwas Persönliches an schwer kriminelle Arschlöcher raus. Aber ich denke, dass viele Leser dieses Blogs auch nicht blöd sein werden und genau so vorgehen werden wie ich. Die freuen sich bestimmt schon…

Nach dem Empfang von diesem, erhalte ich Willeinturn zur ck zu dir und gebe dir die mordalities f r die Bank, um dich als das folgende der St mme zu genehmigen. Auch merken, diese Verhandlung mu wegen seiner Natur gehalten werden. Ich freue, deine sofortige Antwort zu empfangen. Zur ck zu mir an meinem privaten email bitte erhalten: e_ze123@hotmail.com

…auf die Zustellung der „mordalities“ – ein herrlicher Verschreiber, der wie eine Mischung aus „mortal“ und „modalities“ wirkt… 😀

Bester Respekt,
Peter Eze

Alle Ächtung!

Der Nachtwächter
(Nach Diktat verreist)