Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Dear Friend, It’s urgent

Freitag, 18. Juli 2008

Dear Friend,
I am a financial consultant based in Cote d‘Ivoire.

Und ich bin die Reinkarnation von Fritz Haarmann, des Metzelmeisters aus Hannover.

I have a client (a widow) who has $18 million dollars with a private equity investment trust company for safe keeping only. She wishes to invest in a stable economy.

Wenn die in einer stabilen Wirtschaft investieren will, warum schreibst du denn jemanden in Deutschland an?

Her interest is in companies with potentials for rapid growth in long terms. My client is interested in placing part of her fund in your company, if your country’s bylaw allows foreign investment. I prefer you contact me for more details

Was, in meiner Gesellschaft will die Geld anlegen?Mann, ich lebe vom Betteln! Und soll ich dir mal was sagen: Das lohnt sich nicht, wenn man Profit machen will. Aber wenn du mir ein paar Eurogroschen geben willst, gib sie mir einfach, wenn ich dich auf der Straße anspreche…

Yours faithfully,
Mr. Tanko Bama
NB: The fund is free from drug and laundering related offences

Ja, schon klar. Ganz bestimmt ein völlig koscheres und legales Geschäft, dass mit millionenfacher Spam seine Partner suchen muss. Da muss ich doch gleich mal Kontakt aufnehmen…

Yahoo! ???????????????
???????????????????????? ?????? @ymail ??? @rocketmail.
??????????????????????!

…wenn auch die Kontaktdaten wenig Vertrauen erwecken. :mrgreen:

Zu doof zum Spammen mal wieder!

Erbschaft und Erbschaft

Freitag, 11. Juli 2008

Sehr geehrte,

Das nenne ich doch mal eine Anrede!

Ich vermute das diese E-Mail eine berraschung fr Sie sein wird, aber es ist wahr.

Und den Trick mit der Zeichenkodierung hat der Spammer auch nicht hingekriegt. Sind denn nur noch Stümper da draußen? Können die nicht wenigstens ihren Strunzcode mal testen, bevor sie ihn millionenfach durch das Netz schicken?

Ich bin bei einer routinen berprfung in meiner Bank (Standard Bank von Sd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $5.500,00 (Funf millionen funf hundert tausend US Dollar) gutgeschrieben sind.

Komisch. Vor einem halben Jahr hat mir der Dummspammer schon einmal die gleiche, windige Story geschrieben. Und vor neun Monaten auch. Und vor einem Jahr auch. Versuchen die das jetzt alle drei Monate? Damals hat das mit den Umlauten aber wenigstens geklappt. Jetzt sind die Umlaute weg, und der Betrag ist auch um sieben Millionen Dollar gesunken. Und von der Ziffernfolge hat es auch gleich drei Nullen weggeknabbert.

Dieses Konto gehrte Herrn Fritz Ludwig, der ein Kunde in unsere Bank war,der leider verstorben ist.Damit es mir mglich ist dieses Geld $5.500,000 inanspruch zunehmen,bentige ich die zusammenarbeit eines Auslndischen Partner wie Sie, der mir die erforderliche Hilfe geben kann fr diese Inanspruchnahme.

Jaja, immer die gleiche hohle Story. Es scheint wirklich niemand auf der weiten Welt so einen dicken Batzen Geldes zu wollen. :mrgreen:

Bitte Lesen: http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/859479.stm

Ganz wichtig! Sogar die BBC berichtet darüber, dass mal Menschen sterben. Das hat zwar nichts mit diesem Spammer zu tun, aber er hofft, dass sein Betrug dadurch glaubwürdiger wird.

Ihr Anteil wre 30% von der totalen Gange, whrend die restlichen 70% ist fr mich und meine Kollegen.

Klar, immer hübsch „Geschäfte“ mit irgendwelchen Fremden machen, mit denen man die Millionen bewegt. Man kennt ja niemanden, der Geld braucht.

Wenn Sie interessiert sind, knnen Sie mir bitte eine E-Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.

Bitte, Sie mssen diese Transaktion sehr vertralich behandeln weil die Transaktion einer DEAL ist.

Bloß nicht drüber reden. Sonst treffen sich vielleicht noch Opfer untereinander und stellen fest, dass sie betrogen werden. Denn hören die womöglich auf, bevor sie völlig ausgeblutet sind.

Falls dies fuer Sie von Interesse sein sollte,wuerde ich Sie bitten mit uns in Kontakt zu treten. Zu diesem Zwecke senden Sie mir bitte Ihre Persnliichen Daten wie Voll Namen, Adresse Telefon-,und Fax nummer, damit ich Ihnen die relevanten Details dieser Offerte zukommen lassen kann: [… Mailadresse von mir entfernt]

Das mit der Antwortadresse haben die auch nach einem Jahr noch nicht hingekriegt. Wenn die Mail einfach mit „Antworten“ beantwortet, kommt sie nicht bei den Verbrechern an. Nach einem Jahr mit der gleichen Masche sollten solche Schwächen doch mal ausgemerzt sein…

Besten Dank,

Erick Nelson.

Wofür?

Ganz viel Vorschussbetrug

Montag, 30. Juni 2008

Ohne, dass ich mal wieder eine solche Mail sarkastisch und böse kommentieren will, dennoch der Hinweis. Im Moment gibt es relativ viele Versuche des Vorschussbetruges über Mail – allerdings vor allem in englischer Sprache.

Die Machart dieses Betruges ist immer wieder gleich. Eine zuvor unbekannte Person, die übrigens auch keine persönliche Anrede formulieren kann (wie auch, bei einigen Millionen automatisch erzeugten Spams an eine Liste von Mailadressen), behauptet, dass sie eines Gehilfen für eine etwas windige finanzielle Transaktion im Umfang mehrerer Millionen Dollars benötige. Ob es sich dabei um Erbschaften handelt, die sonst an den Staat fallen würden, ob es sich um das Geld eines verunglückten Kunden handelt, dass man sich gemeinsam unterm Nagel reißen will oder ob sich die Betrüger eine andere Masche ausgedacht haben, ist dabei recht egal.

Angeboten wird das „Geschäft“, dass man sich gemeinsam unter Angabe falscher Daten das Geld unterm Nagel reißt. Die versprochene Beteiligung am Erfolg für das Opfer dieses Betruges liegt im siebenstelligen Bereich. Obwohl jedem Denkenden schon bei Benutzung des „gesunden Menschenverstandes“ klar sein sollte, dass niemand solche „Geschäfte“ mit einem wildfremden Menschen durchführen wird, fallen leider immer wieder Menschen auf diese Masche herein.

Natürlich existiert dieses Geld gar nicht. Aber im Fortlauf des Betruges muss das Opfer ein wenig in Vorleistung treten – da fehlt mal jenes Papier, mal die andere Urkunde und vielleicht auch einmal eine notarielle Beurkundung. Aber was sind schon diese paar zehntausend Euro, die sich dabei zusammenläppern können, gegen die versprochene Beute in Millionenhöhe? Zumal man sehr schnell in scheinbar engem Kontakt mit sehr geübt auftretenden Betrügern steht, die aus ihrer kriminellen Erfahrung heraus sehr genau wissen, wie sie auftreten müssen, damit immer mehr Geld nachgeschmissen wird. Am Ende löst sich der oft persönlich gehaltene Kontakt genau so in Luft auf wie die Millionen von Dollars, und zurück bleibt ein Betrugsopfer, das wegen seiner Mittäterschaft an einer windigen Unternehmung und oft auch wegen seiner Scham nicht einmal eine Anzeige erstatten mag. Diese wäre auch ziemlich fruchtlos, da über die Täter auf der anderen Seite beinahe nichts bekannt ist.

Kurz gesagt: Die einzigen, die hier durch massenhaften Betrug ihre Millionen machen, sind die Absender dieser Mails – wenn genug leichtgläubige Menschen darauf reinfallen. Diese Mails sollten also wie normale Spam behandelt und gelöscht werden. Nur, wer sehr erfahren ist und weiß, wie man im Internet seine wirkliche Identität verbergen kann, sollte die nahe liegende Idee verwirklichen, mit diesen organisierten Kriminellen in Kontakt zu kommen und ihr Geschäft ein wenig aufzuhalten, indem sie in eine zeitraubende Kommunikation verwickelt werden. Dabei auf einen Fall auf ein persönliches Treffen einlassen, denn diese Leute fackeln auch nicht lange.

Ende der Warnung.

Your E-Mail Address Has Won A lottery

Sonntag, 25. Mai 2008

Ja, die Spammer haben „lottery“ wirklich in ihrem Betreff klein geschrieben und halten diesen Stilbruch für völlig unauffällig. Vielleicht liegt es ja daran, dass sie die Großbuchstaben noch für den eigentlichen Text brauchten.

MICROSOFT CORPORATION WORLDWIDE AWARD PROGRAM 2007 – CONGRATULATION FOR YOUR SUCCESSFUL SELECTION!!!

Zu manchen kann eben nur noch „Wow“ sagen. Zum Beispiel, wenn man von „Microsoft“ ausgewählt wird. Bleibt eigentlich nur noch die Frage, warum „Microsoft“ einem das mit einem Absender mitteilt, der eine kostenlose Mailadresse bei web.de ist. Ob die wohl keine anderen Mailadressen mehr haben? Und wo man sich schon komische Fragen stellt: Warum sollte eine – doch etwas größere – Klitsche wie „Microsoft“ nicht dazu imstande sein, eine HTML-formatierte Mail mit besseren Mitteln als mit der CAPS LOCK TASTE und diversen eingefügten Leerzeichen (nicht im Zitat übernommen) zu gestalten? Wahrscheinlich wird das Lotteriewesen bei „Microsoft“ von einem Praktikanten bearbeitet, und der kennt sich noch nicht so mit den Möglichkeiten aus. Aber…

MOTTO: FIGHTING POVERTY ROUND THE WORLD:

…er scheint auch noch nicht gemerkt zu haben, dass die Bekämpfung der Armut im Zusammenhang mit Microsoft ein bisschen unglaubwürdig klingt.

Er scheint so einiges noch nicht gemerkt zu haben, dieser hypothetische Praktikant. Zum Beispiel, dass überlange Titel ohne jede Bedeutung eine Mail auch nicht vertrauenswürdiger machen. Schon gar nicht, wenn sie mit der CAPS LOCK TASTE schreien. Sonst hätte er sich diese Zeilen gewiss gespart:

FROM THE DESK OF THE E-MAIL PROMOTIONS MANAGER, INTERNATIONAL PROMOTIONS / PRIZE AWARD DEPARTMENT, AND AWARD PRESENTATION CENTER, UNITED KINGDOM , MICROSOFT CORPORATION WORD LOTTERY, UNITED KINGDOM 61-70 Southamptom Row, Bloomsbury London Unietd Kingdom WC1B 4AR

Am lustigsten in diesem Bandwurm-Absender finde ich ja die Bezeichnung „WORD LOTTERY“, die mich an das zuweilen störrische Verhalten eines ganz bestimmten Microsoft-Produktes erinnert. :mrgreen:

REFERENCE NO: MSW-L/200-26937
BATCH NO: 2005SEPT#22
SECURITY CODE NO: MSW/FEB/XX06

Wie? Ich dachte, meine Mailadresse hat gewonnen. Und was sollen in diesem Zusammenhang die ganzen komischen Zeichenwüsten? Die sich zum Teil nach Februar und zum Teil nach September lesen, während doch gerade der milde Mai das Herz umschmeichelt?

WINNER NO: 5

Und wieso wird den Gewinnern mitgeteilt, dass sie durchnummeriert werden? Oder hat sich der Spammer gesagt, dass er doch wenigstens eine Nummer verwenden soll, wenn er schon keinen Namen nehmen kann. Gut, dass er nicht die „6″ genommen hat. (Okay, das war jetzt ein „Insider“, denn bei „You are number six.“ denke ich unwillkürlich an die Erwiderung „I‘m not a number! I‘m a man!“ – wen das jetzt gar nichts sagt, der hat damals etwas verpasst.)

ELECTRONIC MAIL AWARD WINNING NOTIFICATION.

Das sagtet ihr schon.

Microsoft Corporation Management Worldwide […]

Das sagtet ihr schon.

[…] are pleased to inform you of the result of our ANNUAL MS-WORD LOTTO LOTTERY held on 22nd May, 2008.

Moment, ich dachte meine Mailadresse gewinnt. Was hat die mit Word zu tun, wo ich doch jede ernsthafte Textbearbeitung mit LaTeX mache. Und wo ich eine grafische Textverarbeitung brauche, da nehme ich lieber so etwas wie OpenOffice oder – wenn es etwas schlanker hinreicht – auch mal Abiword. Dieses komische Word vom MS-Regime läuft nämlich gar nicht auf meinem Betriebssystem, und es gehört auch zu den Dingen, die ich weniger vermisse.

Your E-mail / Your Company E-mail / Name […]

Also mein Name kann es nicht sein, sonst hättet ihr mich wohl mit meinem Namen angesprochen, statt eure Selbstbezeichnung in großer Herrlichkeit über sechs Zeilen zu erstrecken. Meine Firma kann es auch nicht sein, denn ich bin ein obdachloser Bettler. Also kann es nur meine Mail sein. Wenn ich das weiß, wieso wissen die das nicht.

[…] attach to Ticket Number :ESPL/89877676 […]

Ich denke, es ist die Mailadresse. Und wieso sehe ich jetzt schon wieder eine neue, völlig sinnlose Zahl…

[…] with Serial Number: S/N-00168, Batch Number: 2005 SEPT#22, Reference Number: MSW-L/200-26937 […]

…und noch mehr sinnlose Zahlen…

[…] and drew lucky Numbers 3-5-9-17-22-32 […]

…und noch mehr sinnlose Zahlen, wenn es doch um eine Mailadresse geht? Ich bin ja manches Kryptische und auch manchen Bullshit von Microsoft gewohnt, vor allem, wenn man im MSDN stöbert, aber so eine gequirlte Scheiße kriegt nicht einmal Microsoft hin.

[…] which consequently […]

Aus undurchdringlichen und unverständlichen Zusammenhängen kann man wohl alles ableiten…

[…] won in the 1st category, you have therefore been approved for a lump sum pay out of US$1,000.000,00 (One Million United States Dollar Only, ). Which has been insured in a Security Company.

…sogar das so eine Million Dollars irgendwo für mich hinterlegt worden sind. Und wer sich selbst für so dumm hält, dass er alles für wahr hält, was er nicht versteht, der glaubt das jetzt sogar. Um diesen Glauben zu stärken, kommen noch ein paar Brocken Bullshit-Geschwafel:

Due to mix up of some numbers and names, we ask that you keep your winning information confidential until your claims has been processed and your money remitted to your account. This is part of our security protocol to avoid double claiming and unwarranted abuse of this program by some participants.

Es ist schon sehr „vertraulich“, was hier in einer unsignierten und unverschlüsselten Mail offen wie auf einer Postkarte durch ein feindes Internet bewegt wurde, um ein Sicherheitsprotokoll gegen Missbrauch zu verwirklichen. :mrgreen:

All participants were selected through a computer ballot system drawn from over 40,000 companies and 20,000,000 individuals email addresses and names from all over the world.

Und was hat das jetzt mit den ganzen Nummern zu tun? Und mit den ganzen kryptischen Zeichenfolgen? Und mit dem anderen Geschwafel? Nichts.

This promotional program takes place every year. This lottery was promoted and sponsored by Microsoft Corporation Management Worldwide as to encourage the use of Internet. We hope with part of your winning,you will take part in our next year US$40,000,000,00 (Forty Million United States Dollars) international lottery.

Und jetzt die große Preisfrage.

Was fehlt hier?

Richtig. Hier fehlt ein Link auf eine offizielle Seite von Microsoft, auf der die ganzen Regeln und die ganzen verwirrenden Lotterien ein bisschen erläutert werden. Aber wer dumm ist, der vermisst so etwas nicht, und die Betrüger, die solche Mails verfassen, brauchen nun einmal dumme Opfer. Denn die werden sofort…

To file for your claim, please contact our European Processing Agent in Charges of your Zone. Your agent contact person information is stated below:-

SR. BOB LOUIS.
BRAXCON SEGUROS ESPAÑA S.A.
CALLE SEGRE 26, 28002 MADRID SPAIN.
TEL / FAX:+34 911 849 893
Email:
braxconseguros@aim.com

zu einem gewissen „Bob Louis“ Kontakt aufnehmen, der auch noch eine ganz andere Mailadresse als der angebliche Absender dieser Mail hat. Natürlich hat auch dieser „Bob Louis“ bei einer spanischen „Sicherheitsfirma“ ohne Homepage nur eine kostenlose Mailadresse, diesmal allerdings bei AOL. Wo finden diese Lotterieveranstalter eigentlich immer diese Verlierertypen, die dann die ganzen Millionen verwalten? Aber immerhin, er hat ein Telefon und einen Computer, der Faxe entgegen nimmt. Vielleicht freut er sich ja mal darüber, wenn man ihm gegenüber seine Freude über den dicken dicken Gewinn angemessen ausdrückt. Je mehr dieser Betrügergehilfe mit möglichst wirrer Nullkommunikation beschäftigt ist, desto weniger kann er sich um das Betrügen seiner Opfer kümmern. WARNUNG: Dass es sich hier um einen Vertreter des organisierten Verbrechens handelt, und dass diese Leute auch nicht lange fackeln, wenn ihnen jemand oder etwas in die Quere kommt, sollte jedem bewusst sein, der seine besondere Freude ausdrücken will – niemals sollte dabei ein echter Name angegeben werden oder von einem Telefon aus angerufen werden, das einen Menschen identfizierbar macht.

Die Vorgehensweise der Verbrecher ist ansonsten ganz einfach. Das Geld liegt bereit, aber es muss noch eine kleine Formalie erfüllt werden, und die kostet eben etwas Geld, mit dem man in Vorleistung treten muss. Und denn ist da noch ein Notar. Und dieses Papier, und jenes Formular, und noch eine kleine Beglaubigung. Am Ende ist man einen fünfstelligen Betrag los, die Verbrecher sind in der Anonymität des Netzes geblieben und die ganzen Millionen haben niemals existiert.

Note: Please note in order to avoid unnecessary delays and complications, please remember to quote your Security Code Number / Reference number / Batch number in all correspondence to your agent, Sr. Bob Louis via E-mail: braxconseguros@aim.com Furthermore, should there be any change of address do inform your agent as soon as possible. Congratulations once more from our members of staff and thank you for being part of our promotional program.

Aber ich habe doch gar nichts gemacht, ihr habt etwas gemacht. Warum bedankt ihr euch bei mir, dass ich irgendwo teilgenommen habe? Na ja, solche kleinen Holprigkeiten kann man so einer kleinen Klitsche wie diesem „Microsoft“ schon einmal verzeihen – deshalb heißen die wohl auch „Winzigweich“. :mrgreen:

Mrs. Rose Francis.
Secretary.

Ach, übrigens „Rose“, es gibt in einer HTML-Mail bessere Möglichkeiten des Zentrierens eines Textes als das Einfügen von Leerzeichen. Sogar, wenn man Microsoft-Produkte zum Mailen verwendet. Nimm einmal in aller Ruhe eine Schulung, du hast sie echt nötig.

Und da ist noch etwas, „Rose“. Achte doch bei zukünftigen Fälschungen darauf, dass nicht so eine Fußzeile…

Neu: Mit WEB.DE FreeMail mobile verpassen Sie auch unterwegs keine E-Mails und Nachrichten mehr. Mehr Informationen unter
http://produkte.web.de/freemail_mobile/

…unter deinen Mails erscheint. Das wirkt nämlich sehr peinlich und zerstört den letzten Rest von Glaubwürdigkeit so nachhaltig, dass auch der Dümmste kaum noch auf deinen Beschiss reinfallen kann.

Ach so: Natürlich hat Microsoft mit diesem Betrug nichts zu tun, sondern die Verbrecher ziehen den Namen dieses Unternehmens einfach ein bisschen in ihren kriminellen Schmutz hinein. Microsoft hat einen derartigen Betrug nicht mehr nötig, denen reicht das legale Geschäft mit ihren Anwendungen und Betriebssystemen. 😉

Quatre cents dix-neuf!

Donnerstag, 17. April 2008

Na, manchmal findet die Spam aber nicht zu richtigen Zielpublikum. So spricht zum Beispiel diese „Idriss Fofana“ eine für mich völlig ungeeignete Sprache, die ich nur rudimentär verstehen kann.

Bonjour Tres Cher,

Aber einen besonders gehässig gewünschten Scheißtag zurück, du Spamschlampe!

Toutes mes salutations les plus honorables c’est avec toute ma sympathie que je vous fait cette noble proposition qui sera bénéfique pour nous deux.

Sehr interessant. Und so schön geschwollen gesagt. Aber ehrlich gesagt will ich demnächst nichts „für uns beide“ tun, ich vermeide doch lieber den Umgang mit Kriminellen.

Je me nomme Mlle Estelle Fofana, […]

(Oh weia, dass man einen Namen hat, ist bei den Franzosen reflexiv ausgedrückt? Beim Entziffern dieser Spam werde ich bestimmt noch eine Menge Spaß haben. Ich weiß schon, warum ich damals, zu Schulzeiten, lieber Latein gelernt habe. Obwohl ich ja eigentlich noch lieber den Russisch-Kurs belegt hätte, aber dafür fanden sich wirklich zu wenige Masochisten.)

Ein hübscher Name, den du dir da ausgedacht hast.

Je suis la seule de la défunte famille Mr et Mme Idriss Fofana, Je voudrais vous sollicitez pour une aide dans le cadre de la transaction financière que j’hérite de mes défunts parents.

(Mann, dieses Latein ist ja kaum wiederzuerkennen.)

Wahrscheinlich sind deine Eltern vor Scham gestorben, weil ihre Tochter eine Spam-Betrügerin ist. Und jetzt schreibst du schon wieder Millionen von Menschen an, damit sie dir helfen, mit einem bisschen betrügerischem Geldgeschiebe an dein Erbe ranzukommen. Für wie blöd hältst du eigentlich die Leute, die deine Müllmail kriegen?

Je voudrais que vous m’aidiez à transférer l‘argent que m‘a laissé mes parents défunts sur un compte a l‘étranger, parce que l‘argent se trouve dans un compte bloqué ici en afrique précisement a (Abidjan) et ensuite m’aider pour l‘investir dans des sociétés de fabrications et dans l‘immobiliers. La somme est de US$ 6.300.000.00 (six millions trois cent mille de dollars américains).

[Ich habe im Zitat die Leerzeichen im Zusammenhang mit den Klammern an die deutschen Konventionen angepasst, da ich gerade keine Lust habe, das besser zu machen.]

Soso, ich soll dir also dabei helfen, das Geld von deinen Ollen zu holen. Ist ja auch gar nicht so wenig, diese über sechs Millionen Dollars, die du da kurzfristig einem völlig fremden Empfänger deiner Spam anvertrauen willst. Deine Eltern werden schon gewusst haben, warum sie das Geld lieber auf einem Auslandskonto hinterlegten, die kannten dich bestimmt gut!

Pour transférer cet argent, j’aurai besoin de votre aide, car je voudrais que vous recevez les fonds dans votre compte et ensuite vous allez m’aider à venir dans votre pays où je compterai y investir. Je vous donnerai 15% de la totalité de somme pour compenser toutes les dépenses que vous effectuerai dans le cadre de ce transfert et de votre soutient à ma personne.

Im Vergleich zu anderen Vorschussbetrügern bist du aber echt geizig. Nicht einmal ein Sechstel von der Knete willst du einem völlig fremden dafür in die Hand drücken, dass er auf dich reinfällt. Aber es ist schon einmal nett, dass du mir das Geld zusagst, um „meine ganzen Kosten zu decken“ – da werde ich schon einmal auf die ganzen Vorleistungen hingewiesen, die ich noch zu leisten habe, bis sich die ganzen schönen Millionen und das heitere französische Singen dieser Spammerin in Luft auflöst.

Si vous pensez possible m’aider, veillez me joindre le plus vite que possible.

Ich denke schon, dass man dir helfen könnte. Zum Beispiel mit einer Psychotherapie. Aber ich werde bestimmt keinen Kontakt zu dir aufnehmen, um dir das zu sagen. Und schon gar nicht schnell. Aber so schnell wie möglich schreibe ich diesen schnuckeligen Eintrag für mein Spamblog, auf dass dir hoffentlich das Geschäft versalzen wird.

Contacter moi svp pour plus d‘informationsa mon email prive que voici.
estellefofana2006@yahoo.ca

Klar, das mit der Antworten-Funktion im Mailclient geht mal wieder nicht, weil ihr Scheißspammer es immer noch nicht gebacken kriegt, da ein richtiges Reply-to einzutragen.

Aber das ist ja auch ganz gut so, denn so kommt vielleicht der eine oder andere Leser auf die Idee, sein Schulfranzösisch ein bisschen aufzufrischen und diesen Schwerverbrechern eine Mail zu schreiben, damit sie nicht ganz so viele Deppen abzocken können. DAS IST ABER KEIN KINDERSPIEL, es handelt sich hier um bandenmäßig organisierte Betrüger, die nicht lange fackeln, wenn ihnen etwas in die Quere kommt. Also eine Wegwerfadresse nehmen, seine eigene Geschichte völlig frei erfinden und niemals irgendwelche persönlichen Daten nennen. Wenn man so vorgeht, kann man viel Energie bei den Verbrechern binden und einen Beitrag dazu leisten, dass sich diese Art „Geschäft“ in Zukunft nicht mehr lohnt. Das ist eine der wenigen Situationen, wo man mal etwas gegen die Spam tun kann.

Ach so: Wer nicht gut französisch kann, umso besser – die sollen ruhig ein bisschen zu grübeln und zu dechiffrieren haben! Wer gar kein Französisch kann, versuche es einfach in Englisch. Oder in Dänisch. Deutsch ist auch nie verkehrt, allerdings sollte dann der Ausdruckskraft wuchtigstes Kaliber im Rückgriff auf der deutschen Grammatik unbegrenzte Möglichkeiten gesehen werden. Die werden trotzdem irgendwie antworten, weil sie jeden Deppen abzocken müssen. 😉

Tous mes remerciements.

Mlle Estelle Fofana

Fahr zur Hölle, Fräulein!

Der Nachtwächter

Ach ja, weil vielleicht manch einer ins Fragen gekommen ist: Ich kann wirklich kein Wort Französisch. Aber die Machart dieser Mails ist in jeder Sprache so gleich, dass man mit einem lateinischen Grundwortschatz sehr gut erraten kann, um was es hier „inhaltlich“ geht. Den Titel dieses Eintrages musste ich allerdings in einem Wörterbuch nachschlagen…

BITTE !!

Donnerstag, 10. April 2008

Ist es eigentlich gerade modern, zwei Ausrufezeichen zu setzen? In Spam sehe ich das immer häufiger, so auch im Betreff dieses recht müden Versuches, Opfer für einen Vorschussbetrug zu finden.

Guten Tag,

Gute Nacht!

Ich bin Dr. Jonathan Nsobi und ich bin der Leiter des Research Department Committee in der Standard Bank in S|dafrika.

Ich bin Elias Schwerdtfeger und der Kaiser von China sowie der offizielle Gegenpapst. Kraft meines Amtes bin ich sogar dazu imstande, Umlaute richtig zu codieren, so dass ein „ü“ nicht als „|“ erscheint. Das ist schon mistig, wenn man seine Spamtexte in einem DOS-Editor schreibt.

Ich kontaktiere Sie bez|glich des Transfers einer sehr gro_en Summe Geldes vom Konto eines Verstorbenen. Ich wei_, da_ eine Transaktion dieser Grv_enordnung zundchst bei jedem Besorgnis erregen wird und versichere ich Ihnen, da_ sich um alles gek|mmert wird. Aufgrund der Dringlichkeit der Angelegenheit habe ich mich entschlossen, Sie zu kontaktieren.

Klar, das ist sowas von dringend, dass es schon scheißegal ist, wen man als Strohmann für den „Transfer einer sehr großen Summe Geldes“ nimmt. Deshalb werden auch gleich ein paar Millionen angeschrieben, irgendein leichtgläubiger Depp wird sich darunter schon finden.

Es geht um folgendes:

Einer meiner Kollegen ist f|r das Konto von Gerald Welsh zustdndig, der gemeinsam mit seiner Frau im October bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

Schade, es wird wieder nicht der Tod eines Spammers gemeldet.

Er befand sich gemeinsam mit anderen Passagieren an Bord einer
Egyptian Airline 990.
( http://news.bbc.co.uk/1/world/americas/502503.stm)

Seit diesem Vorfall ist niemand seiner ndchsten Verwandten mehr am Leben, der als sein Erbe Anspr|che auf das Guthaben auf seinem Konto erheben kvnnte.

Ja, den Flugzeugabsturz hat es wirklich gegeben. Aber den Rest der Geschichte habt ihr euch ausgedacht.

Wir kvnnen jedoch gemd_ unserer Richtlinien das Geld nicht auszahlen, bevor jemand als Angehvriger und Erbe auftritt und seinen Anspruch geltend macht.

Ist schon klar. Ihr haltet euch so sklavisch an eure „Richtlinien“, dass ihr nun einen braucht, damit ihr euch nicht an eure „Richtlinen“ halten müsst. Wenn da wirklich ein Angestellter seine Bank um ein paar Millionen Dollars bescheißen will, findet er bestimmt einen besseren Weg. Und einen besseren Freund, den er einen anständigen Anteil zuschustert.

Aber nein, das sollen jetzt doch lieber ein paar Millionen anonymer Spamopfer tun:

Aufgrund dieser Entdeckung und der \bereinstimmung bitten meine Kollegen und ich Sie nun um Ihre Erlaubnis, Sie als ndchsten Angehvrigen des Verstorbenen anzugeben.

Wer drauf reinfällt, ist demnächst auch noch Opfer eines Betruges. Und das beste daran: Man kann nichtmal einfach zur Polizei gehen, weil man dort ja angeben müsste, dass man einen Betrug mitmachen wollte und dabei so richtig satt abgezogen wurde.

Die gesamte Abwicklung und Dokumentation wird sorgfdltig von mir durchgef|hrt, damit das Guthaben von 14.7 Millionen US$ an Sie als ndchsten Angehvrigen ausgezahlt werden kann.

Na, endlich einmal eine Zahl. Und was für eine. Klar, dass der für solche „Peanuts“ keinen Mittäter in seinem Umfeld findet.

Andernfalls wird die gesamte Summe nach f|nf Jahren in das Eigentum der Bank |bergehen und die Direktoren der Bank werden sie untereinander aufteilen.

In meinem nächsten Leben werde ich Bankdirektor! :mrgreen:

Aufgrund dieser Tatsache habe ich mich entschlossen, mich an Sie zu wenden, damit Sie als Erbe auftreten kvnnen und nicht alles den Direktoren zugute kommt. Da aber die Person, die im Testament als Erbin genannt wird, mit ihm gemeinsam verstorben ist, haben wir vom Nachla_verwalter den Auftrag bekommen, ein Familienmitglied des Verstorbenen ausfindig zu machen, da_ das Erbe antreten kann.

Kannst mich nicht mal anders als mit „Guten Tag“ ansprechen, willst aber einen Millionenzock mit mir machen? Für wie deppert hältst du mich eigentlich, du Verbrecher?!

Wir bitten Sie, unseren Vorschlag anzunehmen und versichern Ihnen, da_ alles absolut risikofrei f|r Sie ablaufen wird.

So langsam kommt nicht nur das Deutsch ein bisschen durcheinander, sondern auch die Textbausteine passen nicht mehr so richtig. Die ganze Zeit schreibt er in der „Ich“-Form, und jetzt sind es plötzlich doch ein paar Leute mehr? Ist schon scheiße, wenn man im DOS-Editor zusammenfügt, was man selbst nicht versteht…

Wir werden Sie mit 25% an der Transaktion beteiligen, den restlichen Betrag werden meine Kollegen und ich f|r.

[Das ist nicht von mir gekürzt, dieser Satz ist original.]

Für was? Wenn ich dich in die Finger kriege, denn werde ich dich nicht.

Falls Sie interessiert sind, schicken Sie mir bitte folgende Angaben:

Wenn einer so doof ist und keine Einschläge merkt und so eine windige Story glaubt, denn kann er ruhig Verbrechern ein paar Daten geben.

1. Name/Firmen name um die erforderlichen Dokumente vorzubereitenp
2. Persvnliche Telefon- und Fax-Nummern
3 Addresse.

Auch Firmen sind immer willkommen, da ist mehr abzustauben.

Man beachte bitte an diesem Punkt. Da sagt einer, dass er einen zweistelligen Millionenbetrag bewegen will, und zwar mit jemanden zusammen, den er nicht einmal namentlich kennt, sondern sogar noch nach seinem Namen fragen muss.

Um diese Verbrecher ein bisschen von ihrem Werk abzuhalten, sollte man sie ruhig mal mit falschen Daten beschäftigen. Die paar völlig Merkbefreiten da draußen könnten davon profitieren. Aber ACHTUNG: Es handelt sich hier nicht um einen Kindergarten, sondern um den Kontakt mit hoch kriminellen Menschen, die im Zweifelsfall auch nicht lange fackeln. Also niemals irgendwelche echten Daten angeben und für die Mail eine möglichst anonyme Wegwerfadresse benutzen.

An meine privat E-mail : nathansobi@aim.com mit Ihrer vertraulichen Telefon-Nr., Fax-Nr., E-mail Anschrift, damit ich Ihnen die weiteren relevanten Details in dieser Sache mitteilen kann. Vielen Dank im voraus. Wir bitten sie eindringlich, die Angelegenheit vertraulich zu behandeln.

Klar, so vertraulich wie ein offener Brief an ein paar Millionen Empfänger. Mache ich doch gern.

Bitte antworten Sie mir schnellstmvglich und Gott segne sie.

Ach du Scheiße, der macht sogar noch einen auf fromm. Das passt ja.

Mit freundlichen grussen.
Dr. Jonathan Nsobi.

Mit Judaskuss
Der Nachtwächter

Spam-Splitter (5)

Dienstag, 18. März 2008

Klick da wo „klick da“ draufsteht – Sehr „kreativ“ war dieser Spammer, in dessen Müllmail etliche aus dem Internet nachgeladene Werbebanner eingebettet waren, die mit flackerndem Blinken laut „Klick mich“ riefen. Er hat offenbar gemerkt, dass die Spam vielleicht noch etwas „Text“ enthalten sollte, und er hat deshalb auch zwei Zeilen Text geschrieben. Die erste lautet „Click on these ads for your offer“, falls jemand die blinkenden Texte in der Reklame übersehen hat, obwohl er nicht blind ist. Und die zweite lautet „©2008 Unsubscribe | More Newsletters | Privacy“ – leider erfährt man nicht, wer hier denn nun das Copyright für diesen kriminellen Schrott in Anspruch nimmt. Es dürfte aber völlig sicher sein, dass die angepriesenen „more newsletters“ auch dann kommen werden, wenn man es versäumt hat, auf diesen Link zu klicken.

Inflation – Es ist interessant zu sehen, wie in den Scum-Mails der letzten Wochen die Dollarbeträge immer größer werden. Die Inflation der US-Währung ist offenbar auch bei den Spammern angekommen: „In October, 2002, my late client Ghazi Musa Hassan, an Iraqi Crude oil merchant made a numbered fixed deposit of Twenty million Eight Hundred Thousand United State Dollars (US$ 20,800,000) only in my branch“. So richtig kritisch wird es wohl werden, wenn noch zwei weitere Größenordnungen hinzukommen, oder wenn selbst die Spammer für ihre Beträge lieber Angaben in Euro verwenden.

Ganz viele Zahlen – Wenn du nichts zu sagen hast, denn versuche, deine Leser mit Zahlen zu verwirren, das scheint das Motto der Betrüger zu sein: „With winning numbers 03, 05, 13, 17, 23, 24, 28, 43, Bonus 08. Your e-mail address attached to ticket number: 56475600545188 with Serial number 5368/05 drew the lucky number: 09 which subsequently won the LOTTO prize“. Dieser Preis ist natürlich eine fette Million britische Pfund, man will ja an die Gier appelieren. Was aber völlig unklar bleibt, ist die Frage, was meine Mailadresse mit den nummerischen Wüsten zu tun haben soll. Einmal ganz abgesehen von einer anderen Zahlenfrage, nämlich der Frage, wovon sich eine Lotterie ohne Einsätze zu finanzieren gedenkt.

Pinocchio – Wenn ich „Steve told me that after taking this incredible solution, he gained an inch in less than a month“ lese, stelle ich mir unwillkürlich vor, wie jemandes Nase immer länger wird.

Nein, ich hatte heute keine Lust, die dummen englischen Texte zu übersetzen. Das nächste Mal wieder. Versprochen!

Mafia!

Montag, 17. März 2008

Ich erhalte gelegentlich Kritik dafür, dass ich immer von einer „Spam-Mafia“ spreche, wenn ich die Urheber der asozialen und kriminellen „Mitteilungen“ bezeichne. Wer so kritisiert, stellt sich wahrscheinlich vor, dass alle Spam von fehlgeleiteten Jugendlichen ausgeht, die ihre Pubertät nicht so ganz verwunden haben – und hält das ganze Problem für harmlos. In Wirklichkeit stehen hinter dem Wahnsinn der Spam sehr handfeste Interessen, es handelt sich insgesamt um ein kriminelles Milliardengeschäft.

Wer mir das nicht glauben will, und wer auch nicht selbst einsehen kann, dass dieser ganze Aufwand nicht aus reiner Destruktivität, sondern um des dicken, schnell gemachten Geldes willen betrieben wird, sollte heute einmal einen Blick auf den Heise-Artikel „Nigerianische Betrugsmasche zieht immer noch“ werfen:

4,3 Milliarden US-Dollar haben E-Mail-Betrügereien voriges Jahr an Verlusten verursacht. […] Die niederländische Firma Ultrascan […] spricht von einer „schnell wachsenden multinationalen Industrie in 69 Ländern“. Mindestens 250.000 Nigerianer sollen an den 419-Scams beteiligt sein und 31.000 in anderen Ländern, die meisten davon in den USA, China und Kanada. […] Allein in Deutschland sollen die Verluste mit den Betrügereien bei Firmen und Personen 2007 mindestens 280 Millionen US-Dollar betragen haben, in den USA sollen sie sich gar auf mindestens 830 Millionen US-Dollar belaufen.

Und wer glaubt, dass nur dumme Menschen auf die Tätigkeit professioneller Betrüger reinfallen können, sollte folgendes zur Kenntnis nehmen:

Die Firma hat auch eine Untersuchung der 362 schwersten Betrugsfälle ausgeführt, in der die Opfer mehr als 190.000 Euro verloren haben. Das Ergebnis: Besonders Akademiker und gut ausgebildete Personen scheinen den Betrügern am schnellsten auf den Leim zu gehen […] Besonders verführbar seien Mediziner mit hohem Selbstvertrauen, wenn der Betrüger suggeriert, dass sie etwas Gutes täten.

Es ist nämlich keineswegs nur Dummheit, die zum Schaden führt, sondern auch ein Mangel an zuverlässiger Information. Da das gesamte Thema der Spam-Kriminalität von den etablierten Medien unbeachtet ist, gehen nicht bei jedem Menschen die Alarmglocken an, wenn ein attraktives Angebot offeriert wird – und gerade bei Menschen, die sich für intelligent und gut informiert halten, scheint die Gefahr recht groß zu sein, zum Betrogenen zu werden.

Niemand sollte Spam auf die leichte Schulter nehmen.