Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Autorenarchiv

Legal, legal, scheißegal

Donnerstag, 16. August 2007

Und heute einmal ein ganz legales Angebot mit dem Betreff „Our price $129.95 save: $6590.05 Autodesk Autocad“:

LATEST SOFTWARE FOR YOUR PC / MAC

ADOBE CREATIVE SUITE 3 DESIGN PREMIUM $269.90; AUTODESK AUTOCAD 2008 $129.95 plus many more!

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Die URL des Links ist natürlich geändert, ein Klick bringt nicht das vom Spammer gewünschte Ergebnis. Und wenn man die gleiche Software mit eDonkey, eMule, aMule, Sheraza oder einem ähnlichen File-Sharing-Client herunterlädt, erwirbt man noch wesentlich billiger, aber ganz genau so legal.

Und sind wir doch mal ehrlich: Es ist doch wirklich scheißegal, ob man sich die Viren und Trojaner übers Filesharing auf seinen Rechner schaufelt, oder ob man dafür irgendwelche mit Spam beworbenen Websites besucht. 👿

Neuer Verfolgungswahn

Montag, 13. August 2007

Eine völlig neue Form des Verfolgungswahns haben gerade die Google-Ads für Frazr (bewusst nicht verlinkt, siehe weiter unten) anzubieten:

Verfolg Deine Freunde - Nie wieder verpassen, was Deine Freunde grad machen! Kostenlos.

Beim herkömmlichen Verfolgungswahn handelt es sich um eine wahnhafte Störung, bei welcher der daran Leidende glaubt, dass er von anderen verfolgt würde. Frazr meint jedoch, mit dieser Werbung einen neuen Wahn andrehen zu müssen: Den Wahn, ständig über alles informiert zu sein, was andere Leute, an denen man interessiert ist, so tun.

In der nichtvirtuellen Welt nennt man so etwas Stalking… :mrgreen:

oder auch geheimdienstliche Tätigkeit… :mrgreen:

…aber hier soll das plötzlich ein Angebot sein. Klar, das sich wohl kaum jemand von dieser wie aus dem Tollhaus tollen Idee überzeugen lässt. Das ist wohl auch der Grund, weshalb die Anbieter einer solchen Idee sich nicht mit Google-Ads auf allen möglichen Websites begnügen, sondern zusätzlich auch noch Spam als Werbemittel einsetzen.

Und genau das ist wiederum der Grund, weshalb ich keinen Link auf diese Leute setze, die so fratz und fröhlich Wahnsinn feilbieten. Ich verlinke hier grundsätzlich keine Spammer.

MySpace TV

Samstag, 11. August 2007

Na, ob das wirklich eine Empfehlung ist, auf „Upps“ zu verzichten und lieber dieses mediale Angebot zu nehmen:

Musikvideos, Anspruchsvolles und jede Menge Clips, in denen jemand auf die Fresse fällt - alles auf MySpace

Da schreit man doch fröhlich-pubertär „Yeah!“, schmeißt endlich die Glotze weg und schaut auf die vielen kleinen Videoschnippsel der MySpace-Nutzer. Diese werden auch viel häufiger auf die Fresse fallen als dass sie es schaffen würden, etwas „Anspruchsvolles“ zu erstellen. Das lohnt sich doch wirklich! :mrgreen:

Rätsel

Samstag, 11. August 2007

Rätsel sind ein beliebter Zeitvertreib. Das hat sich auch jemand mit dem ausgedachten Namen Tomaz Hackenberger gedacht, als er die folgende Mail mit dem etwas unbeholfenen Betreff „This is to help sites that have many entries“ zum fröhlichen Knobeln und Kombinieren in einigen Millionen Kopien durch das Internet schickte (Screenshot aus Evolution):

Purer postmoderner Spam-Dadaismus!

Beim Spamfilter hat diese kreative Strategie nicht funktioniert, der hat richtig geraten und die Mail als Müll erkannt. Aber ob wohl ein einziger menschlicher Empfänger von solchen überaus seriösen und vertrauenswürdigen „Texten“ zum Kauf von „China YouTV“-Aktien motiviert wird? :mrgreen:

Wann werden diese tumben Börsenspams endlich aufhören?

Nachtrag: Sie hören noch lange nicht auf, sondern pusten weitere derartige „Texte“ in die Postfächer:

H‘u*g*e N*e w,s To Imp.act C,Y‘T-V

Chin‘a You TV C.o,r+p .
S‘ymbol: C*Y,T,V

We h*a+v_e alread,y s*e e+n CYT,V’s mark,et impa,ct befor‘e clim,*bing to o+v‘e'r $2 .00 w_i,t.h n_e-w,s_.
P,ress Releas+e:
C,hina You.TV’s CnBo‘o W*e*b S+i‘t-e R_anks N-o,..1 on Mi_cros‘oft L.i-v-e Se‘arch Engi_ne

CnBo_o Traffi*c Inc*rease s 4*9′% O,v*e r T,w*o Month+s

R*e,a_d t_h‘e n*ews, thi*nk abo+ut t h‘e impact., and

j‘u m_p on t-h i,s firs.t thi‘ng To.mor.row morn.ing_! $0.4+2 is a g i_f_t at t*h-i,s price…-.+.

Do y,o,u*r home*wo,rk a*n d wat-ch t_h i’s tr,ade Mon_day morning_.

Djamalungma, uidsfeeckocsd

Freitag, 10. August 2007

Und heute erhalten wir die Gelegenheit, einen Spammer dabei zu beobachten, wie er sein schäbiges Skript für die Blogverpestung verstehen lernt. Der erste Versuch mit „Djamalungma“ ist noch wenig wirksam:

Djamalungma, ohne Werbetext

Aber immerhin, er scheint sich angeschaut zu haben, wie seine „Kommentare“ so aussehen, der Spammer. Und so gibt es nur wenige Sekunden später den typischen Spamtext in einem Blogkommentar:

Djamalungma, jetzt mit Spamtext

Das war natürlich nicht die einzige Aktivität des Spammers mit einem Skript, das er erst während der Anwendung zu verstehen lernte. Neben dem Nonsens-Wort „Djamalungma“ hat er noch ein anderes hübsches Wort gefunden, dass sich gewiss in keinem Wörterbuch irgendeiner Sprache befindet:

uidsfeeckocsd, misslungen, ohne Spam-Text

Aber auch hier hat der unbekannte Spammer mit der falsch angegebenen Mailadresse schnell seinen Fehler korrigiert und eine richtige „Mitteilung“ in den „Kommentar“ aufgenommen:

uidsfeeckocsd, jetzt auch mit Spamtext

Auf die an sich nahe liegende Idee, für ein paar Tests einfach einen lokalen Webserver aufzusetzen, ist der Spammer aber nicht gekommen. Statt dessen hat er seine Strokeleien lieber auf das Internet losgelassen, da gibt es ja genug Webserver mit Bloganwendungen und Gästebüchern, die willig jeden Spamversuch entgegen nehmen. Warum sollte ein Spammer auch bemüht sein, vernünftig zu arbeiten? Wenn er solches Bemühen an den Tag legte, wäre er ja kein Spammer geworden… :mrgreen:

Immerhin, ein ganz neuer Trend in der Spam ist auch zu beobachten. Ein anderer Kommentar-Spammer hat ebenfalls noch ein bisschen mit seinem Skript rumgestrokelt und seine Tests einfach auf das Internet losgelassen. Das neue daran ist, dass er einsieht, dass man sich dafür besser entschuldigen sollte:

Enter text? Test, sorry…

Ob der sich wohl auch später für seine millionenfache Spam entschuldigen wird? 😉

Natürlich hat es keine dieser sinnlosen Mitteilungen durch den Spamfilter geschafft. Aber das ist nur eine kleine, persönliche Entwarnung, an anderen Orten sieht das ganz anders aus. So wird aus dem Internet eine immer größere Müllhalde mit massenhaft Links auf Sites, die einst schlüpfrige, illegale und wirkungslose Angebote machten.

Try Gidromeshiba

Donnerstag, 9. August 2007

Was soll ich da probieren? Gidromeshiba?

Try Gidromeshiba

Dieses Wort wird auch durch 80fache Wiederholung in den Blogkommentaren nicht verständlicher. Wenigstens ist klar geworden, was der Spammer hier anbieten will: Darstellungen von gewaltsam erzwungenem Sex und vom Inzest. Gut, dass Akismet alle diese Kommentare sicher als Spam erkannt hat. Schlecht, dass nicht jeder gut gegen diesen asozialen Missbrauch der Webpräsenz geschützt ist. Und deshalb gibt es eben diese Kommentarspammer, die einen möglichst großen Teil der menschlichen Möglichkeiten zum Austausch mit ihren glitschigen Beglückungsideen zumüllen.

(Alle verlinkten Seiten waren im Moment dieses Blogeintrages mit dieser Spam voll. Und teilweise nicht nur mit dieser.)

Sedezimale Zahlen

Dienstag, 7. August 2007

Meine heutige Lieblingsspam ist einmal etwas ganz anders; sie ist kurz und verzichtet auf jede Form der Kommunikation:

Betreff: 209752

f8493b77

Hier hat der Spammer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der wirklich hübschen Sprache Perl programmiert. Und er wollte sein Skript wohl so basteln, dass es zufällige Texte für den Versand auswählt. Allerdings hat er einen kleinen Fehler gemacht.

Und deshalb hier meine Antwort auf eine der kürzesten und sinnfreiesten Spams, die ich jemals bekommen habe:

Werter Spammer, du Arschloch!

Schau doch bitte noch einmal mit einem man perlref oder dem Äquivalent unter deinem verwendeten Betriebssystem nach, wie man eine Dereferenzierung macht! Lesen kannst Du doch hoffentlich, oder? Denn entstehen bei deinen unbeholfenen Gehversuchen auch nicht mehr irgendwelche Hexzahlen, sondern hoffentlich die richtigen Texte.

Oder kannst du nicht einmal eine Datei richtig einlesen?

Und vor allem, Du Spamarsch: Bevor Du deine holprigen ersten Versuche im Programmieren millionenfach auf das Internet loslässt, mach doch erstmal einen Test! Das kann doch nicht so schwer sein. So wird das jedenfalls nie etwas mit deinem kriminellen Geschäften und dem ganz dicken, auf die asozialste Weise verdienten Geld.

Verachtungsvoll

Der Nachtwächter
(Nach Diktat verreist)

Werbung funktioniert nicht?

Dienstag, 7. August 2007

Zur Überheblichkeit vieler Menschen in der heutigen Zeit gehört der Irrglaube, dass Werbung gar keine richtige Wirkung habe, und schon gar nicht auf sie selbst. Wer sich schon nicht durch die offenbare Tatsache, dass gewaltige Beträge in die immer weiter ausgedehnte Allgegenwart der Werbung gesteckt werden, von diesem falschen Glauben abbringen lässt, der sollte einmal einen Blick auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie werfen.

Kindern schmeckt gemäß dieser Studie das Essen subjektiv besser, wenn es mit einem Logo von McDonalds versehen wird. Dies gilt auch für solche Lebensmittel, die bei McDonalds gar nicht in dieser Form erhältlich wären und zudem häufig von Kindern verschmäht werden, etwa für Karotten oder Milch. Wird den Kindern der McDonalds-Fastfood in der typischen Verpackung angeboten, so schmeckt er den Kindern besser, als wenn er ohne diese Verpackung dargeboten wird.

Die folgende Übelsetzung einer Passage der CNN-Meldung zu dieser Studie ist von mir:

Der Autor der Studie, Dr. Tom Robinson, teilte mit, dass die Wahrnehmung des Geschmacks durch die Kinder „physikalisch durch die Verknüpfung mit einem Markenzeichen verändert“ sei. Nach Aussage des Forschers der Universität zu Stanford sei es bemerkenswert, in wie starker Weise selbst junge Kinder bereits durch Werbung beeinflusst sind. Die Studie wurde unter 63 Kindern zwischen drei und fünf Jahren aus gering verdienenden Schichten durchgeführt […] Dr. Robinson ist der Meinung, dass die Ergebnisse bei Kindern aus besser gestellten Familien ähnlich sein werden.

Ein bloßer, von Werbung transportierter Vorstellungsinhalt führt also zu einer nachweisbaren Veränderung der Wahrnehmung. Man könnte auch etwas weniger neutral sagen, dass Werbung zu einer Störung der Wahrnehmung führt, die den davon Betroffenen kaum bewusst ist. Genau das ist der Grund, warum so viel Geld für Werbung ausgegeben wird – und genau das ist der Grund, warum man gegenüber der allgemeinen Durchwirkung des öffentlichen Blick- und Hörraumes mit dieser einseitigen, dummen und manipulativen Form der „Kommunikation“ gar nicht kritisch genug sein kann.

Via Fefe’s Blog