Hui, über Yahoo versendet! Nicht, dass Google doch noch damit anfängt, den Spammern das Leben schwer zu machen, weil es irgendwann an die eigene Reputation geht und weil E-Mails von Google immer häufiger gar nicht mehr ankommen, wenn etwas aus dem IP-Bereich Googles daran beteiligt ist.
Aber vermutlich träume ich. Immerhin: Yahoo wird tätig, wenn man auf so einen Missbrauch durch Kriminelle hinweist.
Von: Julia, 40 <inoue2817@ad.cyberhome.ne.jp>
Oh, von Julia Vierzig. 😁️
Was will die denn von mir? Oh, sie will mir einen Liebesbrief schreiben:
straight to the point
I’m 40 and I’ve stopped pretending.
Not looking for games. Not looking for a pen pal. Looking for something real, with someone who knows what they want.
Photos below. Tell me what you think.




Also „Julia“, ich glaube ja, dass das vierte Foto — das ist das mit dem Blick auf die hübschen Brüste — so aussieht, als hätte jemand auf irgendeiner Website einen Screenshot gemacht und die für den Datingbetrug geeigneten Bilder anschließend ausgeschnitten. Und weil Betrüger das mit der Arbeit nicht so toll finden, hat er es schlampig gemacht. So entstand der etwas hässliche schwarze Randbereich unten im Bild. 🤔️
Diese vier Fotos sind für Spammer und Betrüger angenehm anonym und kostenlos bei Pinterest gehostet. Die schwarzen Balken über den Augen sind natürlich von mir. Frauen, deren irgendwo im Internet eingesammelte Fotos von Betrügern benutzt werden, sind wahrlich schon gestraft genug.
Dieses doppelte Bild, das mich zum Klicken einladen soll, ist von Pixabay eingebettet, was für Spammer und Betrüger ebenfalls angenehm anonym und kostenlos ist. Der Link ist indirekt gesetzt, geht über Google und führt nach ein paar zusätzlichen Weiterleitungen zur Website eines Dating-Betrügers. Dort darf man dann Eintritt für sein Kopfkino bezahlen. Die Frauen existieren nicht. Die Chatbots, mit denen man sich unterhält, brauchen weder Sex noch Liebe noch kennen sie eine Sehnsucht danach. Sie reihen einfach nur statistisch passende Wörter hintereinander. Das Geld, das man für diese „Dienstleistung“ ausgibt, geht an eine asozial spammende Betrügerbande. Julia existiert nicht.
Rechenmaschinen halluzinieren nicht. Rechenmaschinen rechnen. Menschen halluzinieren.
„Julia, 40“ , 80
Was denn jetzt, „Julia“, bist du vierzig oder achtzig? 🤣️
Sent from my phone
Sent to my trashcan. 🗑️
In den letzten Tagen häuft sich der Dating-Betrug übrigens wieder so ein kleines bisschen im Spameingang. Gut, es ist nichts im Vergleich zu den Machenschaften der Rabattbande und zu den ganzen betrügerischen Gewinnspielen. Aber die kleine Häufung fällt mir schon auf. Ich habe den Verdacht, dass es inzwischen trainierte neuronale Netzwerke für Dating-Betrug gibt, die immer zu einem Chat aufgelegt sind. Datingbetrüger dürften in ihren Chatlogs ja auch genug Anlernmaterial gehabt haben. Aber das ist nur ein Verdacht. Die Kriminellen sind nicht halb so doof, wie ihre Spams immer aussehen. Sie haben nur keine Lust, sich Mühe zu geben. Denn das wäre ja mühsam, da könnte man doch gleich arbeiten gehen.


…denn diese betrügerische Website soll zum Beispiel gar nicht durch Suchmaschinen gefunden werden können. Sie wird nur über Spam und Spam und Spam bekannt gemacht. Da hängen dann die richtigen Parameter an den Links, damit man dort überhaupt etwas sieht. Dumme Spam wie diese angebliche „Julia aus meiner Stadt“, die weder meinen Namen noch die Stadt benennen kann und auch ansonsten nichts über mich weiß. Außer, dass ich sexuell unterfordert bin. Ansonsten ist die Website „noch im Aufbau“. Und natürlich gibt auf diesem betrügerischen Fleischmarkt der Datingbetrüger angeblich mal wieder nur Frauen. Was diese „Frauen“ wohl immer tun, um die ganzen Männer zu vertreiben? Vermutlich chatten sie. Auf einer Website, auf der jede kleine, flüchtige Chatzeile mit einem Bot oder einem Animateur, der meist zwanzig Leute gleichzeitig bespaßt und bei der Stange hält, Geld kostet. Und zwar mehr als einen Groschen. Dabei nebenbei erhobene Daten, die naturgemäß sehr weit in die Privat- und Intimsphäre hineinragen, werden als zusätzliches Geschäft an andere Kriminelle verhökert. Die Julia aus meiner Stadt existiert nicht. Keine Frau dort existiert. Wer darauf reinfällt, zahlt Eintritt für sein eigenes Kopfkino. Sehr teuren Eintritt. An spammende Betrüger. 💸️
…ohne Bekannte oder Freunde einsam im Zimmer sitzt, vor lauter Alleinsein die Blumen mit deinen Tränchen gießt und alle möglichen Menschen mit Spam vollspammst. Denn du weißt ganz genau, dass zum Ende des Jahres, wenn die Menschen hier allesamt schwer kitschbesoffen dermaßen unentwegt von Glück, Familie und leckeren Enten quasseln, dass es nur noch zum Davonrennen ist, viele sexuell unterforderte und von Frauen überhaupt nicht begehrte Männer ihr Unglück ganz besonders intensiv fühlen. Die sollen sich dann vorstellen, dass du Interesse an ihnen hast, Aida. Obwohl du glaubst, sie hießen „Hallo“ und lebten in einer Stadt und du nix von ihnen weißt. Und wenn dann kurz das Gehirnchen ausfällt, dann sollen sie…
Das wird sicherlich ein richtig verdorbenes Jahresendfest, wenn man weiterhin einsam ist, aber zudem noch einen Computer anderer Leute auf dem Tisch stehen hat, durch manipulierte Fernkontoführung und betrügerische Geschäfte ein riesiges Problem kriegt, sämtliche Daten auf dem Computer in die Hände von gewerbsmäßigen Betrügern fallen und man zu schlechter Letzt auch noch einen bildschirmfüllenden Hinweis angezeigt bekommt, dass alle Daten auf dem Computer verschlüsselt wurden und dass man jetzt pinke-pinke Lösegeld bezahlen soll, wenn man seine Daten wiederhaben möchte. Wohl denen, die dann wenigstens eine Datensicherung haben!