Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

Montag, 28. September 2026, 12:38 Uhr

Diese Spam wurde über eine IP-Adresse aus Taiwan versendet. Sie ist HTML-formatiert und wurde mit dem mittlerweile etwas angestaubten Microsoft Word 2013 verfasst. Microsoft ist schon seit vielen Jahren so „nett“, solche Informationen ins generierte HTML zu schreiben, um mal nachschauen zu können, ob und in welchem Ausmaß die „tollen“ Funktionsmerkmale von Microsoft-Software benutzt werden. Leider hat das in den vergangenen vierzig Jahren noch nie dazu geführt, dass Software von Microsoft mal „entmoppelt“ würde, indem man den ganzen unnützen Kram einfach rausnimmt. Kein denkender und fühlender Mensch macht seine E-Mail mit einer Textverarbeitung. Ich habe in meinem Leben mehr Menschen kennengelernt, die ihre E-Mail im Editor – in diesem Fall natürlich GNU Emacs – machen, als Menschen, die ihre E-Mail in Microsoft Word machten. Die Idee, überall „Internet“ anzuflanschen, und wenn es noch so pseudonützlich nutzlos ist, ist genau so dumm und blöd wie die modernere Idee, überall „künstliche Intelligenz“ anzuflanschen, und wenn es noch so pseudonützlich nutzlos ist. Vermutlich wird entsprechender Code auch in einem Vierteljahrhundert noch in der Software sein und weiter gepflegt und entfehlert werden müssen, während sich die meisten Menschen genau so schwach an den laufenden Hype um die angelernten neuronalen Netzwerke erinnern werden, wie sich die heutigen Menschen nur noch schwach an die Dotcom-Finanzblase erinnern, die zum Anfang der Nuller Jahre geborsten ist.

Ich bremse mich ja schon! 😁️

Natürlich wird diese Spam sicher als Spam erkannt und automatisch in den Müll sortiert. 👍️

Von: 王膺欽 <ycwang95@chungwei.com>
Antwort an: lerynnewest7723@gmail.com

Nicht an die Absenderadresse antworten. Stattdessen soll alles weitere über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse laufen, natürlich beim größten Kumpel und zuverlässigsten Komplizen des Spammers und Betrügers, bei Googles GMail. Denn da hat ein Trickbetrüger niemals Probleme.

Ein Empfänger ist gar nicht erst angegeben. Diese Spam geht also gleichlautend an tausende bis hunderttausende von Menschen und ist so persönlich wie ein Reklamezettel im Briefkasten. Auf den Versuch einer persönlich wirkenden Anrede hat der Vorschussbetrüger dann auch verzichtet.

Ich habe ein Spendenangebot in Höhe von 1,5 Mio. € für Sie!!! Unten finden Sie Ihren Spendencode (RFCJ-13709/2026). Bitte kontaktieren Sie uns unter Angabe des Codes, um den Betrag zu erhalten – E-Mail:

lerynnewest7723@gmail.com

So so, unten finde ich den Spendencode. Meinen Spendencode. Für anderthalb Milliönchen Øre. Von einem Unbekannten. Grundlos. Weil ich so eine schöne Mailadresse habe. 😂️

Warum meine Mailadresse, die ja den Zaster kriegen soll, in diesem tollen Verfahren nicht auch als Code taugt? Weil die schon jeder kennt? Die kennen ja sogar Spammer… 🙃️

Also wird ein Löffel Buchstabensuppe abgeschrieben.

Das muss ja ein ganz geheimer Geheimcode sein, wenn den jeder an GMail senden kann und dreitausend lila Lappen der EZB bekommt. Schade nur, dass dieser Code in einer unverschlüsselten E-Mail offen wie auf einer Postkarte versendet wird, und schade, dass diese E-Mail auch nicht digital signiert ist, so dass sie auf dem Transportweg beliebig verändert werden könnte, ohne dass er Empfänger das auch nur bemerkt. Aber es geht ja angeblich nur um ein bisschen Geld.

Natürlich gibt es gar kein Geld. Aber um an das angebliche Geld zu kommen, wird einem von einer gut eingespielten Betrügerbande (hauptsächlich am Telefon) das Gehirn weichgequasselt, so dass man eine finanzielle Vorleistung nach der anderen bezahlt. Am besten über anonymisierende Verfahren wie Western Union, MoneyGram oder in Kryptogeld, wissenschon, das dauert immer so lange mit den Banken im Ausland, und je schneller es geht, desto eher haben sie ihr Geld. Wenn die Betrüger merken, dass sie ihre Weihnachtsgans vollständig ausgenommen haben, bricht der zuvor so intensive Kontakt ganz plötzlich ab.

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