Oh, mal wieder ein Qualitätsbetreff. 🏆️
Von: Clare Lombardelli <backup@seotool.co>
Antwort an: jason.r2478@gmail.com
An: Recipients <backup@seotool.co>
Und so richtige Qualitätsheader gibt es auch. Den Absender kenne ich nicht. Die Antwort soll an eine anonym und kostenlos eingerichtete Adresse bei Googles GMail gehen, dem dicksten Kumpel und Komplizen der Spammer und Betrüger. Und zu schlechter Letzt stehe ich nicht einmal als Empfänger drin, sodern der Müll läuft über BCC und geht an ganz viele Leute gleichzeitig, ist also ungefähr so „persönlich“ wie ein mit fiesen Lügen und an die Dummheit appellierenden Bildern bedrucktes Reklameplakat im öffentlichen Blickraum. Nur eben auch noch illegal. Weil Spam illegal ist.
Mehr muss man nicht sehen, um den Müll zu löschen. Beinahe immer handelt es sich dann um den Versuch, einen Vorschussbetrug einzuleiten.
Sie wurden als Erbenberechtigter identifiziert. Um den Anspruch geltend zu machen, wenden Sie sich bitte mit Ihrem vollständigen Namen an Clare Lombardelli unter . Eine schnelle Antwort hilft uns, den Prozess zu beschleunigen jason.r2478@gmail.com
So so, als Erbenberechtigter. Das kommt mir bekannt vor, denn das Wort ist so dumm, dass ich es nicht wieder vergesse, wenn ich es in einer Spam gelesen habe. Die gleiche dumme Spam hatte ich schon im Sommer, nur, dass damals alle Lücken im Text ausgefüllt waren und nicht ein Punkt den Satzstummel nach „unter“ beendet hat.
Schon schade, wenn der Spammer einen Text eines anderen Spammers benutzt, in einer Sprache, die er nicht versteht, und dann löscht er die alte Mailadresse, nimmt nach dieser Anstrengung einen großen Schluck aus der leckeren Flasche mit dem Frühstückswodka, weiß hinterher nicht mehr, wo die Mailadresse hingehört und hängt sie einfach ans Ende des Textes. Die Vorlage klang ja schon hochnotdümmlich.
Und das Beste daran: Das mit der Mailadresse hätte er sich völlig sparen können. Wenn der Empfänger auf „Antworten“ in seiner Mailsoftware klickt, geht es ja an die eingetragene Antwortadresse. Und jeder Mensch klickt auf „Antworten“, um eine Mail zu beantworten. Ohne, dass man das groß erklären muss. Weil es so naheliegend ist. Da steht ja „Antworten“. Aber der Spammer ist mit seinem Volkshochschulkurs „E-Mail für ganz dumme Matschbirnen, die besser als Fehlgeburt geendet wären“ noch nicht durch, und deshalb weiß er das auch noch nicht. Vielleicht wird er es noch lernen. Vielleicht auch nicht. So mancher Intellekt soll ja vollständig mit dem Stoffwechsel ausgelastet sein.
Dass mein rspamd für diesen Müll sportliche 30,42 Punkte vergeben hat, passt da gut. Bei mir gehts ja schon für fünf Pünktchen in die eklige Tonne, in die nur ungern schaue, aber dieser E-Müll aus der Hirnhölle sollte überall ganz sicher als Spam erkannt werden.
Für alle, die zu naiv sind und auf so etwas reinfallen könnten, wenn es mal durch den Spamfilter kommt: Normalerweise kennt man die Menschen, die man beerbt. Dass man von einem völlig Fremden erbt, ist zwar nicht unmöglich, aber eher etwas für schlechte Romane. Dass in der letztweiligen Verfügung dann nicht einmal ein Name des Erben steht, sondern nur eine Mailadresse; dass man deshalb erstmal aufgefordert wird, seinen Namen zu nennen, ist sogar als Story für schlechte Romane zu lächerlich.
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