Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „gmail.com“

Re: PCH

Mittwoch, 1. Februar 2017

Wer? Was? Propylenchlorhydrin? Das ist aber ziemlich giftiges Zeug…

Von: Publishers Clearing House <sportix@sportix.com.br>
Antwort an: pchwinners2017@gmail.com

Aha, von Leuten, die ihren Absender fälschen und am Ende den ganzen Schriftverkehr über eine anonym nutzbare Mailadresse von Google abwickeln. Und…

An: undisclosed-recipients

…die natürlich gleich ganz viele Mailadressen auf einmal mit dieser tollen Nachricht beglücken. Welche tolle Nachricht? Diese tolle Nachricht:

You are the Email Winner of $1,000,000.00 (USD) in the recent Publishers Clearing House Lottery.

Es gibt eine Million Dollar, nur, weil man so eine schöne Mailadresse hat.

Um an das angebliche Geld zu kommen, muss man den Absendern allerdings zunächst mitteilen, wer man überhaupt ist:

Please kindly fill in the below details for claims processing.
Full Names:
Contact Address:
Sex:
Age:
Telephone:

Ganz wichtig für die Abwicklung eines angeblichen Gewinnanspruches ist die Angabe des Geschlechtes und des Alters. Kennen wir ja auch alle vom Lottoschein. :mrgreen:

Wer auf diese Einleitung eines Vorschussbetruges reingefallen ist, darf sich darauf „freuen“, am Telefon von einer gut geübten Betrügerbande belabert zu werden, damit er eine Vorleistung nach der anderen bezahle – immer schön über Western Union und Konsorten, denn diese „Lotterieveranstalter“ mit ihren Millionengewinnen benutzen keine Bankkonten, weil ihnen diese vermutlich zu preiswert sind. Das den Betrügern so zugesteckte Geld wird irgendwo auf der Welt anonym abgeholt und geht dort in die lokale Wirtschaftsförderung, indem leichte Mädchen und harte Drogen damit bezahlt werden.

PCH LOTTO
Sincerely,
Mr. Todd Sloane

Mit mechanischem Gruß
Dein Lotteriegewinn-Vorschussbetrüger

Re: Hallo

Sonntag, 22. Januar 2017

Oh, ein Qualitätsbetreff! Gleich mal reinschauen…

Von: Simon Gibbs <nrysmith01 (at) gmail (punkt) com>
Antwort an: simgibsss (at) gmail (punkt) com

Nicht an die Absenderadresse antworten, die fast so aussieht, als hätte Simon Gibbs einen ganz anderen Namen!

Hallo

Natürlich weiß der Absender auch nicht, wie der Empfänger heißt. Das gesamte folgende Angebot geht also an einen völlig Unbekannten, weil der so eine schöne Mailadresse hat.

In Wirklichkeit geht es übrigens an ein paar Millionen Unbekannte.

Sprache, Zeichensetzung und Zeilenumbrüche im gesamten folgenden Zitat einer Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges sind original. Es handelt sich um eine HTML-formatierte E-Mail. Das sind keine Umbrüche, die in einen unformatierten Text eingefügt wurden, weil die Textzeilen nun einmal irgendwo umgebrochen werden müssen. Es ist das vom Absender beabsichtigte Erscheinungsbild. Wer da noch vertrauen mag, der vertraue!

Es ist übrigens kein Problem, in HTML Umlaute zu verwenden, wie man zum Beispiel an diesem Blog sieht. Spammer, die ihre von anderen Spammern kopierten Texte selbst nicht verstehen, haben damit natürlich immer wieder einmal Probleme, weil sie die Fehler nicht sehen. Jemand, der wirklich ein gutes Geschäft machen wollte, würde sich sicherlich eines Dolmetschers bedienen.

Ich bin Simon Gibbs,ein Anwalt und Persoenliche Anwalt zu (Herr Eugene ),der vor einiger Zeit ploetzlich
verstorben ist und ein grosses Vermoegen hier in Grossbritannien hinterlies $7.5 Million , ohne ein Testament oder
einen Erben zu hinterlassen.und wenn ich kein Erbe gefunden habe und dann geht das Erbe wie gesagt an den
Staat und ist somit verloren, weshalb ich diesen Mitteln greifen muss.

So so, Geld, das an den Staat fällt, ist verloren (ich würde das ja eher über Geld sagen, das Kriminelle sich mit Trickbetrügereien im Internet unterm Nagel reißen und in das nächste Bordell tragen), und deshalb muss zu Mitteln gegriffen werden. So meint dieser freundliche Anwalt, der auf der Suche nach einem Erben ist.

Ich kontaktiere Sie, um die Gelder meines verstorbenen Kunden in Anspruch zu nehmen,weil Sie den gleichen Nachnamen
mit meinem verstorbenen Mandanten tragen und und das macht es sehr einfach mit Ihnen zu arbeiten. Der Verstorbene hatte
ein Konto im Wert von etwa $7.5 Million.

Und deshalb schreibt der mich an. Damit wir einen kleinen Betrug für ein paar Milliönchen machen. Das geht ganz einfach, weil ich den gleichen Nachnamen habe. Obwohl der Absender in seiner heiter erzählten Geschichte also vorgibt, meinen Namen zu kennen, erwähnt er diesen Namen in der ganzen Spam mit keinem einzigen Wort und spricht mich mit „Hallo“ an.

Und nein, ich heiße nicht „Eugene“ mit Nachnamen. 😉

(Tja, Spammer, wenn du in einer Sprache schreiben würdest, die du verstehst, dann würde dir so etwas nicht passieren.)

Wir koennen diese Forderung rechtlich ohne Probleme erheben.Ich bin sehr sicher von unserem erfolgreichen Anspruch dieser Mittel,
,wenn Sie interessiert sind und bereit sind, meinen Anweisungen zu folgen.Wenn Sie an diesem Vorgang interessiert sind,
sollten Sie mir bitte Ihre vollstaendigen Namen, aktuellen Heimatanschrift und Handynummer zuleiten ,damit ich Ihnen mit
weiteren Informationen versorgen

Damit diese kleine Lüg… ähm… Lücke in der Geschichte in zukünftigen Spams nicht auffällt, soll man dem Spammer gleich zu Anfang mitteilen, wie man in Wirklichkeit heißt. Auch eine Telefonnummer ist wichtig, damit die kleine Bande das Hirn ihrer Opfer so richtig schön weichlabern kann, denn natürlich funktioniert der Trick nicht damit, dass ein paar Millionen Dollar (nein, nicht britische Pfund) ausgezahlt werden, sondern damit, dass das (gar nicht vorhandene) Geld herumliegt und sofort überwiesen werden könnte, aber es gibt eben immer wieder Probleme. Da muss eine Beglaubigung bezahlt werden, da eine Beurkundung, da eine Gebühr und da ein anderes Dokument. Alles das erfordert Vorleistungen des Betrogenen, denn der werte Anwalt, der diese schlechte Spam geschrieben hat, verfügt leider nicht über Geld. Er verfügt nicht einmal über ein Konto, so dass man seine ganzen Vorleistungen – das können leicht mehrere tausend Euro werden, die Betrüger verstehen etwas davon, wie man jemanden am Telefon gefügig macht, denn sie leben davon – über Western Union oder vergleichbare anonymisierende Methoden zu irgendwelchen Unbekannten irgendwo auf der Welt überträgt.

Meine Spam kam übrigens nicht aus Großbritannien, sondern aus Virginia, USA. Sie wurde über eine IP-Adresse eines dortigen Zugangsproviders versendet, kommt also mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem mit Schadsoftware übernommenen und von Kriminellen fernsteuerbaren Rechner einer Privatperson. Gewerbsmäßige Betrüger legen nun einmal großen Wert auf ihre Anonymität im Internet. Das liegt daran, dass die Polizei nicht schläft.

Ich wuerde mich uber eine baldige Kontaktaufname vorerst per E-mail: (simgibsss@gmail.com) freuen,
da ich in dieser Angelegenheit immer mehr unter zeitlichen Druck setze.

Ob er unter Druck steht oder andere unter Druck setzt, der Betrüger, wird aus seinem Abschluss nicht so deutlich. Aber wie drängelnd der Ton am Telefon werden wird, der hunderte oder gar tausende von Euro aus den Opfern herausholt, kann man vielleicht jetzt schon erahnen.

Mit freundlichen Grussen

Barrister Simon Gibbs

Ja, ich grusse dich auch, aber sowas von! Aber ich bevorschusse dich nicht, und ich würde jeden anderen Menschen davon abraten… 😀

Bitte bestätigen Sie Ihre ersten 5000,00 Euro.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Von: Western Union <mrsanitaoffice (at) gmail (punkt) com>

Genau, hier schreibt das ganz besondere Western Union, das keine eigene Domain für seine Website und seine Mailadressen hat. 😀

Und nicht nur das:

Ich schreibe, um Sie zu informieren, dass wir $ 5000 Usd über westlichen Anschluss gesendet haben, […]

Hier schreibt auch das ganz besondere Western Union, das seine eigene Firmierung als „westlicher Anschluss“ übersetzt. :mrgreen:

Und ich dachte bis eben, ich hätte schon jeden Schwachsinn und jede Stümperei in Spams zur Einleitung eines Vorschussbetruges gesehen. Nun, es kommt noch besser, denn Western Union übelsetzt gleich noch einmal seine eigene Firmierung, so dass…

[…] da wir das Mandat gegeben worden sind, Ihre Zahlung der Gesamtvergütung von $ 300,000.00 USD über Westverband Geld-Übertragung […]

…aus mutmaßlich Western Union money transfer die lustige Übelsetzung „Westverband Geld-Übertragung“ wird.

Hey, Spammer, du hast echt Talent! Möchtest du nicht mal bei ARD und ZDF anfangen? Solche extraguten Übersetzungsspezialisten wie dich suchen die da ständig, um die ganzen hier ausgestrahlten US-Produktionen zu synchronisieren. (Wozu gibt es eigentlich seit etlichen Jahrzehnten diesen Zweikanalton, wenn er niemals von den Anstalten dafür benutzt wird, den Originalton mit auszustrahlen, damit man der Zerstörung jeglichen Sprachgefühles entkommen kann? Was ich vor gar nicht so langer Zeit beiläufig als deutsche Synchronisation eines US-Filmes gehört habe, lag zu beachtlichen Teilen im lächerlichen Niemandsland zwischen schlechtem Witz und gutem Dada – und war offenbar völlig ernstgemeint und kein Gewitzel eines Siebtklässlers, der sich das Englischlernen mit schlechten Witzen genießbar machen möchte. Und das Schlimmste daran: Der Mensch, der vor der Glotze saß und dort sein Gehirn in diesem öffentlich-rechtlichen Sprachmüll badete, bemerkte es nicht einmal selbst, sondern erst, nachdem ich ihn darauf hinweis, so stumpf ist er vom täglichen „Genuss“ dieser offenbar ganz normalen Minderleistung geworden. Wohl dem, der ein Internet hat und sich verbotenerweise „dezentrale Sicherheitskopien“ der Originale herunterladen kann, um sein Gehirnchen vor diesem Schwachsinn zu schützen! Ach, ich schweife und schwafele ab…)

[…] durch die Vereinte Nation zu übertragen.

Oh toll, ICH BIN WICHTIG!!!1! Die Vereinten Nationen, die irgendwie in den Singular gekommen sind, zahlen mir grundlos einen großen Batzen Dollar.

Schicken Sie uns bitte eine Email für die Verarbeitung Ihrer ersten Zahlung von $ 5000USD. Sie sind, es mit unserer Web site unten zu überprüfen, um die Verfügbarkeit der unten Zahlungsdetails zu bestätigen: Um zu verfolgen folgen einfach den Anweisungen, klicken Sie an die Web site oben. Https://wumt.westernunion.com/asp/order … try = global

Wer jetzt noch weiß, wo unten und oben ist, kann ja mal die Spam beantworten, damit seine Zahlung bearbeitet wird. Die kommt…

Absender: Vorname: Anita
Absender: Nachname: Joerg
MTCN: 8538420464

…so richtig voll von der Vereinten Nation mit…

E-Mail: mrsanitaoffice@gmail.com

…ihrer kostenlos und anonym eingerichteten Mailadresse bei Googles Freemail-Angebot. Wer darauf reinfällt, darf allerdings erstmal selbst etwas bezahlen, und zwar ebenfalls über Western Union, weil diese Vereinte Nation leider kein Bankkonto hat und dieser Spammer auch lieber anonym bleibt.

michael duro

Sonntag, 11. Dezember 2016

So nannte sich der Erzekel, der Unser täglich Spam für eine ideale Litfasssäule für seinen Versuch der Einleitung eines Vorschussbetruges hielt und deshalb über die Zwischenablage den folgenden Text ins Kommentarfeld beförderte und absandte:

Hallo, ich bin Herr Michael Duro, eine private Darlehen Kreditgeber, die Leben Zeit Gelegenheit [sic!] Darlehen gibt. Sie benötigen ein dringendes Darlehen, um Ihre Schulden klar [sic!], oder benötigen Sie ein Kapital Darlehen für Ihr Unternehmen? Sie wurden von Banken und anderen Finanzinstituten abgelehnt? Brauchen Sie eine Konsolidierung Darlehen oder eine Hypothek? Suchen Sie nicht mehr, da wir hier sind, um alle Ihre finanziellen Schwierigkeiten ein Ding der Vergangenheit [sic!] zu machen. Wir Darlehen Mittel von Einzelpersonen in der Notwendigkeit der finanziellen Unterstützung [sic!], die eine schlechte Kredit-oder Geld brauchen, um Rechnungen zu bezahlen [sic!], um in das Geschäft in Höhe von 2% zu investieren. II möchten dieses Medium verwenden [sic!], um Sie zu informieren, dass wir zuverlässig und begünstigt [sic!] Hilfe und bieten Darlehen. Danke, kontaktieren Sie uns bitte heute unter: michaelduro30 (at) gmail (punkt) com

Vermutlich wundert sich der Typ immer noch, warum der Kommentar es trotz der aufopferungsvollen Handarbeit nicht durch den Spamfilter geschafft hat. Ich werde ihn die Frage natürlich nicht beantworten, sondern nur einen kleinen Hinweis geben: Es hatte inhaltliche Gründe, keine technischen…

GrьЯe dich.

Montag, 5. Dezember 2016

GrьЯe dich.

Ich habe ein Abkommen, das die Ьbertragung der Anzahlung des Fonds in Hцhe von insgesamt 37,3 Millionen Dollar (DreiЯig sieben Millionen, drei hundert tausend US-Dollar)
Ihnen als Begьnstigter und ist risikofrei.

Bitte kontaktieren Sie mich auf meiner privaten E-Mail unten fьr alle Fragen und
Klдrung (iunglixiung (at) gmail (punkt) com)

Mit freundlichen GrьЯen,
Li Xiung

Ohne Worte.

So viele Millionen und kein Geld für einen Dolmetscher oder einen Menschen, der sich mit der Angabe der Codepage in einer E-Mail auskennt…

Michel

Sonntag, 6. November 2016

So nannte sich der, die oder das Kommentator, der, die oder das heute um halb zwölf den folgenden, dadaistisch höchst wertvollen Kommentar zur Einleitung seines Vorschussbetruges hier auf Unser täglich Spam hinterlassen wollte:

Sie sind die Wirtschaftsteilnehmer in der unmittelbaren Suche nach einem Boden einen Bedarf zu erhöhen oder zu treffen, die mit akuter erforderlich ist.
Sie nicht Sorgen zu machen, habe ich die Möglichkeit, Sie mit gut verkäuflich Raten von 3.000 Euro auf 1.500.000,00 Euro bis hin zu liefern. Weitere Informationen finden Sie uns für weitere Informationen zu unseren Bedingungen per E-Mail kontaktieren. hier ist meine mail:
aidefinancement03 (at) gmail (punkt) com

NB: Die Menschen haben ernsthafte Refrain

So so, ernsthafte Refrain… :mrgreen:

Ja, dieser Spammer hat es sogar durch den Spamfilter geschafft. Mein Glückwunsch! Dafür kann man auch beim dritten Lesen nicht sicher erkennen, was er überhaupt anbieten will. Die dynamische IP-Adresse eines mutmaßlich zum Bot gemachten Privatrechners aus der Bundesrepublik Deutschland sorgte für weitere Punkte, die zur Sichtbarkeit des Spamkommentares führten. Jemand, der angeblich 1,5 Megaeuro Darlehen geben kann, aber nicht einmal das bisschen Geld für einen richtigen Dolmetscher übrig hat und dessen Sprache deshalb so klingt wie der Goldhamster von Kurt Schwitters auf LSD, dürfte zum Glück auch unter den naivsten Menschen keine Opfer finden.

Ohne Betreff

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Nein, das Eintragen eines Betreffs war dem Absender dieser Mail zu viel Mühe – denn wenn er sich Mühe geben wollte, könnte er doch gleich arbeiten gehen.

Von: Makafe Wilson <mallykoffi01 (at) gmail (punkt) com>
Antwort an: makafewilson (at) gmail (punkt) com

Attention:
Your co operation with me to terminate a legal deal which will pay you forty percent of twenty six million six hundred and five dollar Is requested.
For more details
I wait for your swift response.
Regards
makafe wilson

Hach! Das waren damals noch Zeiten, als die Vorschussbetrüger sich wenigstens ein bisschen Mühe gegeben haben, um in hochnotlächerlichen Texten mitzuteilen, dass ein völlig unbekannter Empfänger nur wegen seiner netten Mailadresse ein paar Milliönchen geschenkt bekommt…