Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Splogger: Wie die Schmeißfliegen

Sonntag, 18. Mai 2008

Kaum schreibe ich mal einen Blogeintrag, dessen Überschrift in die Traffic-Wünsche der Spamblogger passt, schon wird der Text übernommen und ich erhalte die ganzen Spam-Pingbacks, mit denen sich diese Antiblogger bekannt machen wollen:

Spam-Pingbacks von Sploggern

Ich habe davon noch viel mehr. Wenn ein Thema trafficverdächtig ist, denn stürzen sich diese Spammer auf einen Blogeintrag wie die Schmeißfliegen zum geselligen Nuckeln auf einen verrottenden Kadaver. Ich kann es fast summen und brummen hören, jetzt, wo die glänzenden blauen Brummer bei mir herumsaugen.

Die zusammengeklau(b)ten Inhalte dieser Websites als „Blog“ zu bezeichnen, wiederstrebt mir, obwohl hier natürlich eine Blogsoftware zum Spammen verwendet wird. Dennoch ist es sachlich falsch. In diesen „Blogs“ fehlt nämlich alles, was ein richtiges „Blog“ ausmacht, insbesondere der Autor. Der gesamte Inhalt ist automatisiert zusammengestellt und wird kommentarlos präsentiert, wobei von den Skripten eher oberflächlich analysiert wird, ob die Überschrift ein ausreichendes Interesse verspricht. Selbst der Mischmasch etlicher verschiedener Sprachen und offenbare Probleme mit den Zeichensätzen können diese Skripten nicht aufhalten, die vampiristisch auf die Google-Blogsuche, Technorati und ähnliche Dienste aufsetzen.

Immer häufiger sind diese Spamblogs oder Splogs noch nicht einmal für einen Menschen zugänglich. Wenn Google vorbeischaut oder wenn diese „Blogs“ ihr Pingback absetzen, präsentiert sich die Website als „Blog“ voller Inhalte anderer Leute; kommt aber ein menschlicher Leser mit seinem Browser vorbei, so wird einfach auf eine andere Seite weitergeleitet, die natürlich völlig unter der Kontrolle der Spammer steht und nur mit einem besonders gesicherten System betrachtet werden sollte.

Letzteres ist übrigens der tiefere Grund, weshalb ich in meinem Beispielbild alle drei URLs unkenntlich gemacht habe. Denn diese Schmeißfliegen verwenden meine Texte, um kriminelle Attacken auf die Computer anderer Menschen durchzuführen. Dafür erscheint mir selbst ein so kräftiger Ausdruck wie „Arschloch“ nicht mehr angemessen. Hier kombiniert sich grenzenlose Gier und Respektlosigkeit mit der Intelligenzleistung eines Insekts – übrigens eine Kombination, die auffallend gut zusammenpasst.

Wie froh ich doch immer wieder darüber bin, dass die Spamfilterung überwiegend gut funktioniert! Sonst käme auch noch die Absicht dieser Schurken ans Ziel, in meinen Seiten einen Link auf dieses Verbrechen zu setzen.

Shoutbox-Spam und Pixelnutten

Sonntag, 18. Mai 2008

Wer das Wort noch nie gehört hat: Eine Shoutbox ist ein kleines Feld auf einer Website, in dem jeder schnell einen kurzen Spruch ablassen kann, sozusagen ein Gästebuch für die Generation SMS. Manchmal entsteht über diese recht dürftige Schnittstelle eine Metakommunikation der Anwender einer Website, und manchmal wird eine solche Box auch einfach nur eine selten benutzte Sammlung des Belanglosen – aber in jedem Fall ist es ein Kanal für die menschliche Kommunikation. In der Regel sind die Möglichkeiten in einer solchen Box sehr beschränkt, insbesondere kann man meistens keinen Link setzen. Das heißt aber nicht, dass asoziale Spammer eine solche potenzielle Litfaßsäule einfach links liegen ließen:

pixelbitch: hello s####o! na kommt in DE auch schon langsam das EURO 2008 fieber auf? hab auf meiner webseite ein tippspiel, würd mich freuen, wenn du auch dabei bist. emgame.pixelbit.ch

[Der Name des Angesprochenen ist von mir unkenntlich gemacht worden. Die Schande soll auf den Spammer und sein Angebot, nicht auf einen Menschen fallen]

Was hier so eifrig (vielleicht sogar in Handarbeit) beworben wird, ist ein Angebot in der schweizerischen Domain pixelbit.ch. Der Spammer geht offenbar von einem allgemeinen Interesse an Fußball, der kommenden Europameisterschaft und dem zu jedem Wettbewerb gehörigen Wettfieber aus und verteilt deshalb die Hinweise auf dieses Angebot mit der Gießkanne über das Internet, damit auch ja ein paar Deppen auf das Angebot aufmerksam werden.

Natürlich muss man sich registrieren, wenn man dort mitspielen will, natürlich muss man dabei eine Mailadresse einem Spammer offenbaren, und man muss zu allem Überdruss Überfluss auch zehn Franken einzahlen, wenn man bei diesem Spiel etwas gewinnen will. Ob dort allerdings irgendwelche Gewinne ausgezahlt werden, erscheint zumindest mir ob der gewählten Werbeform dieses Anbieters eines in der BRD illegalen Glücksspieles sehr fraglich. Dies gilt umso mehr, als dass aus den Texten dieser Website gar nicht recht klar wird, nach welchen Kriterien die Gewinner ermittelt werden, es gibt dort nur reichlich unverbindliches Geschwafel:

  • Anders als an der WM 2006, wird diesmal nicht die ganze EM im Voraus durchgetippt. Ein Tipp kann bis vor dem jeweiligen Anstoss abgegeben werden.
  • Die Tipps werden nach einem speziellen System ausgewertet, bei dem 9 verschiedene Kriterien den Tipp bewerten.
  • Zusätzlich haben wir dieses Jahr noch eine Rubrik mit vier Fragen wie z.B. Wer wird Torschützenkönig eingebaut, mitwelchen ebenfalls gepunktet werden kann.
  • Rangliste der Tipps für jedes Spiel und Rangliste für das gesamte Tippspiel machens spannend.
  • Tippquoten bestrafen die langweiligen Spieler und belohnen die risikofreudigen.
  • Verschiedene Auszeichnungen werden vergeben, zum Beispiel für den besten Tipp.

Wer jetzt immer noch nicht weiß, wie der Gewinner ermittelt wird, hat diesen Text genau so gründlich gelesen wie ich. Tatsächlich ist unter derart intransparenten Bedingungen jeder nur denkbare Beschiss der gläubigen Zocker möglich.

Aber dass dieser Spammer sich als eine „Pixelnutte“ benennt, das zumindest passt trefflich zur gewählten Form der Werbung. :mrgreen:

pwejf weurgf owgemb

Samstag, 17. Mai 2008

Und heute mal wieder ein „ganz Großer“ unter den Spammern, die meine Kommentare mit Massenmüll „anreichern“ wollen:

WqiSm8 kkgxelqekhjo,
[url=http://imyntuunqaox.com/]imyntuunqaox[/url],
[link=http://vgayisvckrmf.com/]vgayisvckrmf[/link],
http://fsftdivvcxyw.com/

Ich sage dazu nur: ppojwp mf wrgpyzdvs wernm! Und geh sterben, Spammer! Aber schnell!

Google Test Test Google

Freitag, 16. Mai 2008

Google Test Test Google – Aua!

Na, immerhin ist hier mal ein Kommentarspammer, der seine verhurten Skripten vor der „richtigen“ Anwendung testet. Die beiden Links führten übrigens auf google.com und test.com.

Wenn er jetzt noch lernen würde, dass man so einen Test auch in einer lokalen Installation vornehmen kann und dass man gar nicht das halbe Internet mit solchen Müllnachrichten zupflastern muss, denn wäre er ja richtig lernfähig. Aber so ist es auch gut, weil Akismet lernt, diesen Müll auszusortieren, bevor das eigene Blog zu einer Reklamewand für Poker, Porno und Pillen umgestaltet wird.

LinkPro.org

Freitag, 16. Mai 2008

LinkPro.org
Invitation
Private Invitation:

From Josh Rhodes (Head of marketing at LinkPro.org)

Ja ja, ist schon klar, eine „ganz private“ Einladung. Von jemanden, der mich nicht mit meinem Namen ansprechen kann und deshalb auch gleich auf jede Grußformel verzichtet. Die ist so etwas von privat, das sie wahrscheinlich nur an eine siebenstellige Anzahl von Empfängern ging. Immerhin, die Absenderadresse ist dieses Mal nicht gefälscht, hier werben also Leute mit asozialer und krimineller Spam, die sich ihrer Sache sehr sicher sein müssen.

About our free link exchange services:

LinkPro.org would like to invite you to be one of our early adapters to use our fully free in-direct link exchange services. The system is now officialiy in invite-only stage and will only go public in the next few months.

Nein, ich habe kein Interesse daran, irgendwelche Links zu tauschen. Schon gar nicht, wenn ich mit einer Spam dazu eingeladen werde. Die Websites von irgendwelchen Kriminellen und unseriösen Geschäftemachern haben schon durch andere Formen der Spam ein viel zu hohes Ranking bei den Suchmaschinen.

Dass es diesen „Dienst“ noch nicht offiziell gibt, ist die bis jetzt beste Ausrede eines Spammers, warum man vom beworbenen, absolut großartigen Angebot noch niemals etwas gehört hat.

Start your high quality, spam free, link exchange in minutes. Our link exchange services are free and very effective. The procedure is fast and easy to follow. Our product simply provides your site with 5 links from other partners, assuming you as well, placed the code on your site and participated in the service, while linking to others.

Holt euch fünf Links ab, die nach der Maßgabe von Spammern ausgewählt werden, setzt die auf eure Websites und kriegt nichts dafür! Das ist schnell und einfach. Wer hätte daran kein Interesse? Außer vielleicht ein paar Leute, die immer noch ganz altmodisch ihr Hirn benutzen…

Do not wait until tomorrow; improve your Link Popularity, PageRank, and SE Rankings using our Free Link Exchange service.

…anstatt einfach jede höhere Geistesleistung abzuschalten, wenn ihnen jemand erzählt, dass es viel mehr Traffic auf die eigene Homepage geben könnte und dass deshalb vielleicht ein paar Deppen mehr auf den eingeblendeten Ads rumklicken.

Access the system by entering http://www.linkpro.org

Solche Leute klicken, nachdem sie ihren Denkapparat mit dem Gierschalter außer Funktion gesetzt haben, auch leicht auf einen Link in einer kriminellen, asozialen, unverlangt zugestellten Müllmail.

LinkPro.org has some important benefits:

Klar, das Angebot dieser Spammer ist ganz großartig. Genau wie die Abzock-Casinos, die mit Spam beworben werden, das sind auch immer die besten Europas oder neuerdings auch der Welt. Oder wie die billigen Pillen, die stets ganz hervorragende Qualität haben und von der größten und erfahrensten Online-Apotheke der Welt kommen. Das ist wirklich nichts neues. Ebensowenig wie die Tatsache…

  • Increase your Traffic and Google PageRank
  • Improved Position in Search Engines
  • Receive 5 Links from other LinkPro Partners!

…das zur Begründung solcher großartigen Aussagen auch nichts Ergänzendes gesagt werden kann. Stattdessen wird der dumme Text einfach noch einmal wiederholt. Damit Mitmensch Dummkopf auch beim flüchtigen Lesen mitkriegen kann, dass Google ihn ganz liebhat, wenn er Links auf die Angebote von Spam-Verbrechern setzt.

Und zum Abschied kommt jetzt nicht etwa eine Schlussformel oder irgendeine Freundlichkeit, sondern es wird einem noch einmal so richtig ins Gesicht gespuckt, damit man diese Arschlöcher auch so richtig hassen lernt:

LinkPro values your privacy. At no time has LinkPro made your email address available to others without your permission. If you no longer wish to receive further Emails, please send an email with the word „remove“ in the subject to: webmaster@linkpro.org © 2008, LinkPro Corporation.

Klar, ihr respektiert meine Privatsphäre, ihr Bastarde! Und wenn mir eure Mails nicht passen, denn soll ich euch einfach verraten, dass die Mailadresse, die ihr da angeschrieben habt, noch gültig ist – indem ich eure illegale, asoziale und kriminelle Drecksmail mit meiner Absenderadresse beantworte. Denn der Verkauf von guten Mailadressen (mit zusätzlichen Angaben zur Leichtgläubigkeit des Deppen) ist ja auch ein Geschäft, in dem Spammer ihr Geld machen können.

Und natürlich noch schön ein Urheberrecht für diesen Dreck beanspruchen. Verklagt mich doch, ihr widerlichen Scheißspammer! 👿

Meta-Spam: Spam für Spammer

Mittwoch, 14. Mai 2008

Der Wahnsinn Spam scheint keine Grenze zu kennen. Normal, und doch jeden Tag schädlich und lästig ist schon die Vergällung jedes technischen Kanales mit dieser asozialen, illegalen, kriminellen und dummen Form der „Kommunikation“, wenn irgendwelche Verbrecher ihre Angebote offerieren oder nach Opfern für ihre billigen Betrugsnummern suchen. Schädlich, weil darunter immer wieder der Austausch zwischen Menschen erstickt; weil erwünschte Mitteilungen im Spamfilter hängenbleiben und in den Fluten des Kotes untergehen. Lästig, weil man sich aus diesem Grund nicht einen Tag auf die Automatismen wirklich verlassen kann; weil man immer wieder einen Blick in die erkannte Spam werfen muss, bevor man mit lässigem Knopfdruck diesen Müllhaufen in erfreulich einfach entsorgten Datenmüll verwandelt.

Unter all dem schädlichen und lästigen Zeug findet sich jedoch immer wieder einmal eine besondere Form der Spam, die sich mit Hilfe des spammenden Prinzips der Schrotflinte an andere Spammer richtet. Es handelt sich gewissermaßen um eine Meta-Spam, deren verachtenswerte Angebote dazu dienen sollen, spezielle Formen der Spam zu erstellen. So etwas kann etwa so aussehen:

Betreff: Dentists Contact List for the United States

Fully exportable and can be used for any purpose:

++ 164,450 General Dentists
++ 158,425 Civic Addresses
++ 163,958 Business Tel #
++ 77,661 Business Fax #
++ 45,496 office emails

If you order by this Friday you won’t pay the regular $595 price, you get it for $296

For details please send an email to joycekempt@hotmail.com

Wer immer schon einmal Zahnärzte in den USA so richtig zuspammen wollte, um ihnen zum Beispiel minderwertige Narkosemittel für billig zu verkaufen, der soll also diese dreihundert Dollar für die Mailadressen gut investiert finden. Und. Sich als echter Spammer nicht einen Moment daran stören, dass er für seine Antwort nicht einfach die Antworten-Funktion seiner Mailsoftware benutzen kann, sind doch seine eigenen Skripten genau so mies programmiert. Ein denkender Mensch würde ja auf die Datensammlung eines so schlechten Programmieres nichts geben, aber welcher Spammer ist schon ein denkender Mensch.

Oder vielleicht doch lieber die Allgemeinmediziner mit Spam zuscheißen?

Betreff: Physician Contact List

Physicians are always on the lookout for reliable sources of information on healthcare products. You need this list:

**> Physician Directory ~~~~~

772,234 Total Records
524,876 Office Numbers
272,397 Office Fax Numbers
17,492 E-mails

39 primary and secondary specialties

you can sort by many different fields

Price for new customers – $392

contact your rep: lisamanchester@hotmail.com

good until May 16

Das muss eine ganz tolle Liste sein, sie enthält nur ein Drittel der Mailadressen wie das Angebot mit den Zahnärzten und ist doch gleich hundert Dollar teurer. Natürlich ist sie nur für Neukunden so billig. Offenbar ist diese Liste noch mitten in der Entstehung, noch vorgestern wurde sie etwas anders angeboten:

Betreff: List of pathologists and 34 more specialties

Board Certified MDs in the USA

788,934 in total <> 17,471 emails

Featuring the most complete contact information in many different areas of medicine

Can easily be sorted by 16 different fields

This week’s special price = $394

Da zahlte man zwei Dollar mehr, und bekam doch 21 Mailadressen weniger dafür, obwohl es angeblich deutlich mehr Ärzte in dieser Liste gab. Immerhin kann man zumindest Ärzten in den USA viel mehr abgelaufene und anderweitig schädliche Medikamente andrehen, das erklärt vielleicht den höheren Preis. Allerdings wurde in dieser Spam noch etwas mehr angeboten, und zwar für umsonst, wenn man schon seine knapp vierhundert Dollars gelöhnt hat:

Get These Fr EE with every order this week

Database of American Pharma Companies
47,000 personal emails and names of decision makers

American Hospital Directory
Full data for all the major positions in more than 7k facilities

Extensive Directory of Dentists in the USA
More than half a million listings [worth $499 alone!]

American Chiropractors Contact List
100,000 Chiropractors in the USA (worth $250 alone)

send email to: john_robert.md@live.com

Ja, dieser Spammer weiß genau, dass „free“ ein gefährliches Wort in einem Spamtext ist. Das hat seinen Dummtext aber auch nicht am Spamfilter vorbei gebracht. Das ist auch kein Wunder, wenn man mit seinem Spamskript nicht einmal eine MSGID erzeugen kann, die konform zum RFC 2822 ist, denn ist es völlig klar, dass alle Mitteilungen ins virtuelle Nirvana gehen. Auch ist ein Absendername wie „luirrwnvwMarlin“ durch seine geclusterten Konsonanten hoch verdächtig und kommt fast nirgends durch. Die gleichen Schwächen haben übrigens auch die beiden anderen Spams, und dazu gesellen sich in jeder dieser Müllmails weitere, dumme technische Fehler im Aufbau. Jeder achtjährige Nachwuchshäcker hätte das besser gemacht.

Ob die Datensammlungen solcher Stümper irgendeinen Wert haben können, mag jeder selbst beurteilen. Die Tatsache, dass sowohl die angegebenen Zahlen als auch die Preise den Eindruck erwecken, einfach nur Zufallszahlen aus einem gewissen Bereich zu sein, lässt kein großes Vertrauen in solche Angebote aufkommen. Wahrscheinlich bekommt man gar nichts für sein Geld. Und. Ehrlich gesagt, ich gönne jedem angehenden Spam-Betrüger, dass er selbst so richtig abgezockt wird. Fresst euch doch untereinander auf, ihr Scheißspammer!

Ach, heute heißen sie EuroPrime

Dienstag, 13. Mai 2008

Zwischenzeitlich wurde ich ja fast völlig von diesem betrügerischen Angebot des Super Duper Royal Jackpot Magic VIP Euro Prime Casino Kasino mit den zwei Mal täglich wechselnden Internetadressen verschont, aber inzwischen finden sich dieser eMüll wieder vermehrt im glibberigen Sieb des Spamfilters. Inhaltlich hat sich jedoch weder der Aufbau der Texte noch die betrügerische Masche verändert; nur in einigen Details versucht man die Opfer noch ein bisschen mehr in die Irre zu führen.

Die Mails sind inzwischen stets in HTML formatiert, und auch die Codierung der Umlaute haben die Spamverbrecher endlich zuverlässig in den Griff bekommen. Ansonsten zeigt sich weiterhin die technische Unbeholfenheit darin, dass von den Möglichkeiten einer Textauszeichnung in HTML so gut wie kein Gebrauch gemacht wird.

Betreff: Spielen Sie gleich jetzt und holen Sie sich Ihre 300 Euro

Spielen auch Sie EuroPrimeCasino für Windows(TM) und holen Sie sich 300 Euro, VÖLLIG GRATIS.

Die 300 Euro gibt es „völlig gratis“ in virtuellen Jetons, nachdem man mindestens dreihundert Euro eingezahlt hat. Das ist ein gewiss sehr merkwürdiges Verständnis des Wortes „völlig gratis“. Die bisherigen Kunstworte für diesen Abzock wie etwa „Matchbonus“ verfangen sich offenbar zu häufig in den Spamfiltern, so dass die Spammer jetzt lieber einen von „völlig gratis“ fabulieren. Wenn man eh schon verbrecherisch ist, denn braucht man ja auch nicht mehr seine verlogene Reklamesprache mit einer gewissen Vorsicht auszuwählen.

Wer übrigens die Masche noch nicht kennt: Dieses angebliche „Casino“ zieht zwei Mal am Tag im Internet um. Einmal eingezahltes Geld verschwindet und taucht niemals wieder auf. Der Versuch, anschließend eine Anzeige gegen die dreisten Verbrecher zu erstatten, führt dazu, dass man sich selbst wegen der Teilnahme an einem illegalen Glücksspiel anzeigen muss. Ob die Polizei der mafiös organisierten Spammer jemals habhaft wird, ist fraglich, aber bei der eigenen Selbstanzeige hat sie viel weniger Probleme. Die Teilnahme an diesem „Spiel“ macht Verbrecher reich, sonst nichts.

Generell wird kein einziges, einigermaßen seriöses Angebot mit Hilfe illegaler und asozialer Spam beworben. Das sollte jeder wissen. Und. Danach seine Entscheidungen treffen. Wer unbedingt im Internet zocken will, was trotz seiner formalen Illegalität in meinen Augen nichts Verwerfliches, sondern einfach nur etwas dumm ist, der wird mit Leichtigkeit bessere, nicht auf Betrug basierende Angebote finden.

Klicken Sie hier für den Download und spielen Sie im EuroPrimeCasino mit weiteren 2 Millionen Spielern im besten Online-Casino der Welt!

[Das Zitat wurde von mir nicht verändert. Da ist kein Link.]

So ganz ausgereift ist das mit den HTML-Mails wohl doch noch nicht. Nicht nur, dass den Spammern die HTML-Entity zur Kennzeichnung eines Warenzeichens ™ offenbar völlig fremd ist, so dass sie auf einen Notbehelf wie ™ zurückgreifen; es reicht ihnen auch nicht, dass sie immer noch nicht gerafft haben, dass es richtige Möglichkeiten zur Textauszeichnung wie etwa den Fettdruck (vielleicht sogar in Farbe) gibt, so dass sie mit Versalien „VÖLLIG GRATIS“ brüllen müssen; nein, die wissen nicht einmal, wie man einen Link setzt. Und so steht da völlig unverlinkt und gar nicht klickbar der an sich schon selten dumme Text „Klicken Sie hier für den Download“. Vielleicht sollten die Spammer einmal jemanden an ihren Skripten schreiben lassen, der etwas von den Standards des Internet versteht…

Ach ja, da ist ja auch noch Text. Aus dem vormals „besten Online-Casino Europas“ ist jetzt endlich das „beste Online-Casino der Welt geworden“. Warum nicht gleich „des Universums“? Wenn das so gut ist, denn fragt man sich unwillkürlich, warum einem die Betreiber dieses „Casinos“ jeden Tag zwei Handvoll Müllmails in das Postfach kacken wollen. Es sollte doch längst allgemein bekannt sein und nur noch minimaler Reklame bedürfen, die auch keineswegs durch ihren asozialen Spam-Charakter einen ganz anderen Eindruck erwecken müsste. Aber wahrscheinlich würde „das beste Online-Casino der Welt“ auch nicht jeden Tag zwei Mal seine Adresse wechseln.

- 40 Blackjack-Tische, 8 Roulette-Tische und 180 Spielautomaten warten hier auf Sie.

- Es gibt progressive Jackpots im Wert von über 8 Millionen Dollar zu gewinnen

- VIP

- Visa, Mastercard, Diners, NETeller, Click2Pay und UKash

Und wieder einmal fragt man sich, warum die eigentlich eine HTML-Mail schreiben, wenn sie nicht einmal eine unformatierte Liste setzen, sondern sich wie in Zeiten der alten Schreibmaschine mit Minuszeichen zum Beginn der Zeile behelfen. Ist das nun

  • technisch unbeholfen,
  • dumm, oder
  • völlig unausgereifte Scheiße,

so fragt man sich unwillkürlich beim Anblick solcher Unfähigkeiten.

Zumal die Zusammenstellung in dieser Liste auch etwas seltsam wirkt. Im ersten Punkt steht etwas von den angeblichen Zockmöglichkeiten, im zweiten Punkt etwas von den Gewinnmöglichkeiten. Aber was bitte sehr soll der Punkt „VIP“ bedeuten? Dürfen da etwa nur Promis zocken? Oder kriegen nur „besonders wichtige Personen“ diese millionenfache Schrottmail, zum Beispiel so „wichtige“ Personen wie der obdachlose Bettler, der gerade diesen Blogeintrag schreibt? Der letzte Punkt dieser Liste mag zwar wichtig sein, aber wie man sein Geld an die Verbrecher abdrückt, das steht nicht im Zusammenhang mit den angebotenen Zocks und weist auch keine erkennbare Gemeinsamkeit mit der Chiffre „VIP“ auf. Diese ganze Liste ist ein wenig unsortiert und hat so viel dadaistischen Reiz wie andere Zusammenstellungen nicht passen wollender Dinge und Begrifflichkeiten in einer Liste:

  • Eine maikühle Nacht
  • Eine verstimmte Nachtigall neben einem Teich quakender Frösche
  • NSDAP
  • Kaufen sie Bundesanleihen!

Spam kann eben sehr inspirierend sein. :mrgreen:

Spielen Sie gleich jetzt und holen Sie sich Ihre 300 Euro – klicken Sie hier:
http://www.teamgamblingplace.net

Na, das mit dem Link üben wir nochmal, der muss nicht ganz so technisch aussehen. Wer da übrigens klickt, kommt auf eine Seite, die mit einem Internet-Explorer automatisch den Download einer Windows-Software starten will. Für jene vorsichtigen Menschen, die solche Automatismen abschalten, führt beinahe jeder Link auf die entsprechende Download-Möglichkeit. Wer so doof ist, dass er der Software eines kriminellen Spammers so sehr vertraut, dass er sie auf seinem eigenen Rechner installieren will, der ist wirklich nicht mehr zu retten.

Neu erfunden

Dienstag, 13. Mai 2008

Wir haben die Wurst neu erfunden. Wir lieben Lebensmittel. Edeka

Echt, ihr habt also die Wurst neu erfunden? Was ist denn das für eine Innovation? Verzichtet ihr jetzt vielleicht auf die Fleischabfälle das Fleisch als wichtige Zutat? Oder wie soll man das verstehen? Oder hat einfach mal wieder einer eurer Werber eine Nase Koks zuviel gezogen und dann sein großsinniges Gelaber in einen claim verwandelt?

Gelungen ist dies Sprüchlein jedenfalls nicht.

Quelle des Scans ist eine aktuelle Postwurfsendung des Edeka aktiv markt Wucherpfennig in Hannover.